Gibt es ein Liebe Deinen Nächsten nach dem Maß in dem er Dir persönlich nahe steht - die Frage nach der Ordo amoris.
Hallo zusammen,
J.D. Vance hat ein mittelalterliches theologisches rausgekramt, um die Ausweisung von Migranten noch christlich rechtfertigen zu können.
Es ist da Konzept der Ordo amoris, was in etwa besagt, dass es eine Rangfolge der Liebe geben müsse, mit den nächsten Verwandten an erster Stelle, dann den Geschwistern in der Gemeinde, dann den Menschen in der Region etc.
Ich denke das Konzept ist deutlich.
Ist es das, was Jesus von uns fordert? Funktioniert so das Evangelium und der Bau des Himmelreiches?
Ich habe bedenken, dass hier das Christentum an ganz entscheidender Stelle ruiniert wird - hin zu einem Konzept, wie es viele andere Religionen und Gemeinschaften auch haben mögen.
Jesus spricht diese Konzepte an:
Mt. 5, 43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen.[5]
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,[6]
45 auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?
48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.
Wenn ich also eine "Ordnung der Liebe" aufmache - verzichte ich dann nicht darauf, jene Vollkommenheit anzustreben, die Jesus von uns fordert?
Eine Ordnung der Liebe kann ich nur in der Weise erkennen und nachvollziehen, wenn es darum geht, dass wir Gott noch einmal viel mehr lieben sollen als uns und unseren Nächsten.
Ein Bibelvers, der das anspricht, wäre dieser hier:
Mt 10,37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
Die Vertreter der Ordo Amoris bemühen diesen Bibelvers:
Gal. 6, 10 Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.
Das schreibt Paulus in eine Gemeinde hinein, die offenbar in sich zerstritten ist und wo es Spaltungen gibt.
Was meint Ihr? Wird hier das Evangelium ruiniert, von seinen Möglichkeiten her reduziert bzw. sogar komplett zerstört - oder ist das eine Auffassung, die man haben kann, ohne Jesus zu betrüben?
Veröffentlicht von: @goodfruitIch verstehe mit Nächstenliebe wirklich den Nächsten - also die Menschen, die mir grad am nächsten sind. Oft wird es die Familie sein.
Ich gebe goddfruit Recht. Insbesonders was den ´normalen Verstand` angeht. Denn was die Trumptruppe gerade versucht und hier die AFD ist ja, menschenfeindlichen Kategorien zur Normalität zu erklären. Im Übrigen ist ja der Begriff ´Familie` in der Bibel keine soziologische Kategorie. Jesus sagt klar und deutlich, seine Familie sind nicht seiner Eltern und Brüder ( Schwestern), sondern "...wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter." (Mt.12,50; Mk.3,31). Richtig ist auch der Hinweis auf die kath. Kirche, die diese Ordnung - Vorrang der Familie - verteidigt; finde leider die Stelle im Kathechismus nicht, meine aber diese im Zusammenhang mit der Rechtfertigung von Krieg bzw. der Wehrpflicht gelesen zu haben.
Zum Schluss: Joh 15, 13 "Eine größere Liebe hat niemand, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde."
Im Grunde ist das die Saat des Faschismus was J.D. Vance von sich gibt. Und das findet in Deutschland natürlich entsprechende Bewunderer.