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Glaubenswahrheit und Wissenschaft

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kerygma
Themenstarter
Beiträge : 363

Mir fällt gelegentlich auf, dass wir wissenschaftliche Erkenntnis wie dogmatische Wahrheiten behandeln, hingegen dogmatische Wahrheiten für revidierbar halten. Aus meiner Sicht ist es genau umgekehrt: Wissenschaftliche Erkenntnisse verstehen sich nicht als dogmatische Wahrheit und sind falsifizierbar, dogmatische Wahrheiten sind - unabhängig von ihren geschichtlich gewachsenen Formeln und menschlichen Prägungen - hingegen unumstößlich.

Da ich heute schon ein Lexikon zur Hand hatte, wo es um ein anderes Thema ging, möchte ich aus diesem etwas zitieren, was diesen Sachverhalt gut beschreibt: "Die Frage ist jedoch, ob sie damit eine Offenbarungswahrheit bezeugen oder ob sie eine feststehende Offenbarungswahrheit ... von einer unzulänglichen naturwissenschaftlichen Anschauung aus unzutreffend interpretieren." (Ott, Grundriss der Dogmatik, S. 238).

Unter dem zunehmenden Einfluss des Rationalismus und Atheismus neigen Christen manchmal dazu, ihre eigenen Glaubenswahrheiten abzuschwächen (alles nicht so gemeint) und den (aktuellen) wissenschaftlichen Stand als Letzterkenntnis einzustufen. Damit meine ich nicht, wissenschaftliche Erkenntnisse abzulehnen, sondern anzuerkennen, dass wir im Zuge wissenschaftlicher Einsichten zukünftig noch bessere Zugänge zu bestimmten Glaubenswahrheiten bekommen können ohne jedoch ihren Wahrheitsgehalt aufzugeben.

Dieser Ansätz wäre auch ein ganz anderer als zu sagen, dass sich die Wissenschaft geirrt habe.

 

Antwort
103 Antworten
kerygma
Themenstarter
Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @lucan-7

Das bedeutet aber auch, dass widersprüchliche Aussagen ihrerseits nicht die Realität abbilden können. Wenn also Aussagen über Gott tatsächlich widersprüchlich sind - dann können sie nicht zutreffen.

Zumindest nicht vollständig. Heute wurde in einem Thread Paulus zitiert, dass unser Wissen Stückwerk ist, das würde zutreffen. Ob allerdings ein Gott, an den jemand glaubt, aufgrund einer lückenhaften oder fehlerhaften Beschreibung zwangsläufig nicht existiert, ist eine andere Frage. Deswegen mein Eingangsgedanke, dass wir immer die Unzulänglichkeit unserer Interpretation in Betracht ziehen und unser Verständnis nicht für die endgültige Wahrheit halten sollten.

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