Hölle
Hallo zusammen
In letzter Zeit bin ich in Diskussionen immer mal wieder über das Thema Hölle gestolpert. Ich bin mir selbst bei diesem Thema etwas unschlüssig, deshalb möchte ich gerne drei Theorien diskutieren. Bei allen drei Theorien gibt es Argumente dafür und dagegen, mache überzeugender als andere, aber alles in allem genug, um keine abschliessende Aussage zu machen, wie dies aussehen wird. Ich bin überzeugt, dass wenn es um Eschatologie geht, dies bewusst unklar ist. Genauso wie das Messiasgeheimnis im AT erst im Rückblick klar wird, genauso denke ich, dass eschatologische Fragen erst im Rückblick Sinn machen.
Hier die drei Theorien.
Vollständige Vernichtung von allem, was nicht im Buch des Lebens steht.
Offenbarung 20
14 Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee.
15 Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet war, wurde in den Feuersee geworfen.
Ewige Qualen im Feuersee
Offenbarung 20
10 Und der Teufel, ihr Verführer, wurde in den See von brennendem Schwefel geworfen, wo auch das Tier und der falsche Prophet sind. Tag und Nacht werden sie gequält, in alle Ewigkeit.
Leben in der neuen Schöpfung, aber getrennt von Gott und seiner Herrlichkeit.
Offenbarung 22
14 Selig, die ihre Gewänder waschen: Sie haben Anteil am Baum des Lebens und sie werden durch die Tore in die Stadt eintreten können.
15 Draußen bleiben die Hunde und die Zauberer, die Unzüchtigen und die Mörder, die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.
Wie gesagt, ich bin (biblischen) Argumenten für und gegen jede dieser Positionen begegnet.
Meine Frage ist, wo landet ihr und warum?
Meine Frage ist, wo landet ihr und warum?
Ich denke, dass ich in dem Himmel komme. Jesus hat nämlich gesagt, wer an ihn glaubt wird nicht gerichtet. (Johannes 3 Vers 18) . In der Bibel steht zwar auch der Glaube ohne Werke sei tot (Jakobus 2, Vers 17) aber ich habe Werke getan und der erst genannte Satz von Jesus bedeutet meiner Meining nach, dass man, wenn man glaubt, nicht perfekt sein muss um in den Himmel zu kommen.
Ich habe zurzeit trotzdem eine große Angst in die Hölle zu kommen. Ich habe Angst, dass ich wie der dritte Knecht in dem Gleichnis von den Talenten bin und dass Gott mich deshalb nach meinen Tod in die äußerste Finsternis wirft. Ich habe auch schon mit vielen Menschen darüber gesprochen, alle sagen mir ich käme nicht in die Hölle, aber nichts kann mir die Angst nehmen. Kennt ihr Lorosa? Ich wollte zu ihrer Tour gehen und sie bitten für mich zu beten. Ich war in Northeim auf ihrer Tour aber im Gottesdienst vor ihren Dienst nahm ich eine so negative Energie war, dass ich es nicht aushielt und wieder gegangen bin. Jetzt ist es zu spät jetzt kann ich nicht mehr hin z.B. wegen Termine die ich habe oder dass ich keinen Urlaub auf der Arbeit nehmen kann. Ich ärger mich so, dass ich gegangen bin vielleicht hätten Sie mich von meiner Angst befreien können. Ich hätte die negative Energie einfach aushalten sollen. Ich weiß auch nicht woher es kam. Vielleicht kam es vom Feind, der mich davon abhalten wollte für mich beten zu lassen. Ich habe das manchmal, dass ich an einen Ort negative Energien wahrnehme aber es war noch nie so schlimm wie da.
. Ich ärger mich so, dass ich gegangen bin vielleicht hätten Sie mich von meiner Angst befreien können.
Ärger dich nicht, denn Gott möchte dass du frei bist und Lorosa (die ich nicht kenne) ist nicht die einzige, die dich befreien kann…bzw. ihr Gebet für dich.
Deine Hinwendung zu Gott zählt. Sie ist nicht „nichts“ vor Gott.
Hallo Dorisa
Gottes Gnade wurde dir gescheckt, und zwar nicht aufgrund deiner Taten. Warum meinst du, dass deine Taten oder Untaten, jetzt in der Lage währen diese Gnade wieder zu verlieren?
Halte an Jesus fest, vertraue darauf, dass ER mit dir ans Ziel kommt, auch wenn die hinter letzte und schlimmste von allen bist, und es nichts an dir gibt, dass in irgendeiner Weise würdig ist. ER wird mit dir ans Ziel kommen, halte dich nur an ihm fest, und setz alle Hoffnung auf Jesus.
Der Einzige der Perfekt ist, ist der, der aus dem Himmel kam um uns zu sich zu holen. Gott erwartet keine Perfektion, sondern nur Vertrauen und Glaube an ihn.
Veröffentlicht von: @lucan-7Eindeutig geht aus der Bibel wohl nur hervor, dass eindeutige Eigenschaften auch bestimmte Konsequenzen haben
Genau. Ich denke auch, dass das ein wesentliches Merkmal der ´Hölle` ist. Es heißt ja, des Menschen Wille ist sein Himmelreich. D.h. man (d.h. die Seele / Geist, das Bewusstsein kommt quasi an einen Ort, der den Wesentszügen des irdischen Denken und Wollen entspricht - d.h. eine Welt, in der man auf sich selbst, mit allen seinen Stärken und Schwächen trifft. Man tritt nicht nur sich selbst selbst gegenübertritt, sondern auch seinen ´Brüdern und Schwestern` im Geiste. Die schlimmste Hölle wir wahrscheinlich die sein, in der sich die ganze Tyrannen und Diktatoren gegenüberstehen und sich gegenseitig bekriegen, betrügen und das Leben so richtig schwer machen, bis sich in ihrer Seele oder ihrem Geist ein Funken regt, der sie ihre Lieblosigkeit und ferne von Gott erkennen lässt. ZU den Höllenqualen gehört sicher auch, dass man eine Ahnung bekommt, wie gut und schön ein Leben nach den Geboten und der Weisheit Gottes wäre. Biblisch gibt es das Bild von Lazarus und dem Prasser, im Himmel bzw. in der Hölle. Da also in der ´Hölle` auch weiterhin Erkenntnis möglich ist, kann man davon ausgehen, das keiner dort ewig bleibt. Wobei es unsinnige wäre mit irgendwelchen Zeitvorstellung zu arbeiten.
Die glauben es gäbe nichts, werden wohl auch ein Nichts vorfinden, aber eben bei vollem Bewusstsein und werden in diesem Nichts solange existieren, bis sie bereit sind, ihre Vorstellung von Nichts aufzugeben.
Biblisch gibt es das Bild von Lazarus und dem Prasser, im Himmel bzw. in der Hölle. Da also in der ´Hölle` auch weiterhin Erkenntnis möglich ist, kann man davon ausgehen, das keiner dort ewig bleibt
Aber gerade diese Erzählung betont den unüberwindbaren Graben…und ich ertappe mich dabei, wie ich immer wieder hoffe, dass irgendein frühchristlicher Prediger das Jesus nur in den Mund gelegt hat und Jesus selbst das nicht so erzählt hat. 🤷♀️
Ich denke, man sollte diese ´Kluft` wie folgt verstehen:LK 16
24 Da rief er: >Vater Abraham! Erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er eine Fingerspitze ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide große Qual in dieser Feuersglut.
25 Bedenke, Kind, daß du dein Gutes in deinem Leben empfangen hast, Lazarus gleichermaßen das Schlechte. Jetzt wird er hier getröstet, du aber leidest Qualen.
26 Zu alledem befindet sich zwischen uns und euch eine weite Kluft, so daß keiner von hier zu euch hinübergehen und keiner von dort herüberkommen kann, auch wenn er wollte."
Wenn der Reiche Durst leidet, ist das nicht physisch zu verstehen. Sondern im geistliche Sinne fehlt es ihm am "Wasser des Lebens" (vgl. Joh.4,7 ff). Wie oben schon richtig bemerkt, erlebt er die Konsequenzen aus seinem Leben ohne Nächstenliebe und ohne die Gebote eingehalten zu haben (In der Nächstenliebe sind ja alle anderen aufgehoben). Die Kluft ist in diesen Sinne ebenfalls keine räumliche, sondern eine geistliche, d.h. heißt, es sind zwei getrennte Welten, die ´moralisch` unvereinbar sind. Im Jenseits wird deutlicher als es auf der Erde oft erscheint, dass es im Prinzip nur zwei Welten = Wege gibt (Wer mit jesus ist, der sammelt, wer gegen, der zerstreut).
Dass diese Kluft unüberbrückbar erscheint, bringt zu Ausdruck, wie schwer es ist, seine Seele / seinen Geist, die durch das Erdenleben sich weit von Gott entfernt haben, wieder auf den richten Weg der Nachfolge zu bringen. Jeder kennt aus dem Alltag, wie verstockt und selbstsicher Menschen ihren Lebensstil rechtfertigen, weil sie bis zum innersten davon überzeugt sind, dass dieser richtig ist. Wie kann man also einen Menschen von der Falschheit seiner Lebensphilosophie überzeugen - ohnen ihn hinterhältig zu manipulieren? Doch nur, wenn er wie der Reiche sich den Folgen seines Tun solange ausgesetzt sieht, bis es ihm dämmert, dass da was falsche läuft.
Dass die Kluft überbrückbar ist, geht aus vielen anderen Stellen des Evangeliums hervor, vom Hirten, der dem verirrten Schaf nacheilt bis hin zu den Worten Mt. 18,14 "So will auch euer Vater im Himmel nicht, daß eins von diesen Kleinen verlorengeht." (vgl. auch andere Stellen bei Joh.)
Schließlich glaube ich, dass es ein Sinn des Kreuzestodes von Jesus dem Herrn ist, diese Kluft zu überbrücken, da die Erkösung bis in die ´Unterwelt` hinein reicht. Aber wie immer im Leben: es wird nur der erlöst, der es auch will, ansonsten lebt im Jenseits jeder in seinem ´Himmelreich`, das für viele eben solange eine Hölle ist, bis sie da weg wollen und einsehen, dass das nur geht, wenn sie sich entsprechend ändern.
Schließlich glaube ich, dass es ein Sinn des Kreuzestodes von Jesus dem Herrn ist, diese Kluft zu überbrücken, da die Erkösung bis in die ´Unterwelt` hinein reicht. Aber wie immer im Leben: es wird nur der erlöst, der es auch will, ansonsten lebt im Jenseits jeder in seinem ´Himmelreich`, das für viele eben solange eine Hölle ist, bis sie da weg wollen und einsehen, dass das nur geht, wenn sie sich entsprechend ändern.
Im Prinzip glaube ich das auch so.
Aber es gibt eben hin und wieder so ein paar Stellen, die lassen mich zweifeln.
ZB auch wenn es heisst, die eine wird mitgenommen, die andere nicht (bei den zwei die an der Mühle mahlen)…klar, man kann sage: die andere ist noch nicht soweit, sie wird später geholt…aber so findet man das in der Bibel nicht. Eher sagt Jesus ja: es wird wie bei Noah sein…entweder du bist dabei- oder nicht….entweder du stehst im Buch des Lebens - oder nicht…entweder Jesus kennt dich - oder nicht (und dann musst du draussen bleiben..)
Naja, es verunsichert mich immer wieder, wenn ich das lese…nicht weil ich Angst um mich selbst habe, sondern eher um die, die es dann trifft.
die Bibel spricht von zwei Gerichten, bei denen die Menschen noch die Chance haben, umzukehren: einmal direkt nach dem physischen Tod und einmal das Endgericht.
Ich möchte persönlich hinzufügen, dass ich das spannend finde, weil so die letztendliche Entscheidung komplett ohne äußere Einflüsse bei der Person selbst liegt. Allein vor Gott.
Und es macht Hoffnung, dass jmd. allein vor Gott doch noch umkehrt.
Das wirft aber Fragen auf. Meinst du das jüngste Gericht? Und was nach dem physischen Tod betrifft, werde ich am Dienstag nachfragen.
@musil Ja, ich meine das jüngste Gericht. Und nach dem physischen Tod ... nach dem körperliche Tod, nach dem man zu Gott komm (sagen ja auch Nahtodberichte)
Veröffentlicht von: @samira-jessica@musil Ja, ich meine das jüngste Gericht. Und nach dem physischen Tod ... nach dem körperliche Tod, nach dem man zu Gott komm (sagen ja auch Nahtodberichte)
Ist das Jüngste Gericht eine Abrechnung, ähnlich wie eine begangene Straftat von einem weltlichen Gericht mit einer Strafe gesühnt wird? Ich möchte zu bedenken geben, dass es sich um einen spirituellen Text handelt, er beschreibt andere Verhältnisse, denn das Jüngste Gericht ist immer, gerade jetzt im Augenblick und dann im nächsten u.s.w.
In Nahtoderlebnissen sieht man sein Leben ablaufen, dann kommt das Fegefeuer bzw. Kamaloka, wie ich es hier ja schon kurz erklärt habe, und dann, nach dieser seelisch-geistigen Reinigung sind wir dann rein und unschuldig wie die Kindelein, womit wir Eintritt in den Himmel haben, was auch als "Devachan" bezeichnet wird, bis eine neue Inkarnation für neue Aufgaben ansteht.
Mir ist noch etwas dazu eingefallen:
Vielleicht findet das Endgericht gar nicht irgendwann in Zukunft statt - für Gott ist ja alles Ewiges Jetzt (ja, KI hat das so schön ausgedrückt) - sondern ebenfalls für jeden einzeln nach dem Tod statt.
Nach dem Tod findet sofort das persönliche Gericht statt, in dessem grellen Licht alle guten und schlechten Taten sichtbar werden, neben der Liebe Gottes. Dadurch erkannt man auch selbst ob man ein guter oder ein schlechter Mensch war. Und im nächsten Moment findet das Endgericht statt, in dem ich mich entscheiden kann. Wer das Licht Gottes nicht ertragen kann, wird dann von ihm getrennt.
...
Das Endgericht soll aber für alle gleichzeitig sein ... KI beschreibt es wie folgt. Ich hab da einen Knoten im Hirn:
"
- Sobald du den Gipfel erreichst (dein Tod/Gericht), stehst du oben.
- Wer oben ankommt, sieht plötzlich alle anderen, die auch oben angekommen sind – egal, ob sie den Aufstieg im Jahr 1800 oder im Jahr 2500 beendet haben.
Ich habs: Man kann es super mit Zoomen vergleichen.
Beim persönlichen Gericht wird reingezoomt, in die nackte Wahrheit der eigenen Taten und ins Herz, und man entscheidet sind, ob man die Liebe Gottes annimmt oder nicht. (Sofort) danach wird rausgezoomt und man erkennt, wo man aufgrund dessen in der Menge aller anderen steht.
Ich glaube, in dem Film "Jeder für sich und Gott gegen alle" von Werner Herzog über das Leben von Kaspar Hauser ist eine solche Szene, in der die Menschen in dieser Weise einenBerg besteigen.
Sehr sehenswert.
Das wirft aber Fragen auf. Meinst du das jüngste Gericht? Und was nach dem physischen Tod betrifft, werde ich am Dienstag nachfragen.
Ich glaube das Verunsicherung und Zweifel notwendiger Bestandteil des Erdenweges sein müssen. Wenn alles easy wäre, wer würde sich dann noch viel Gedanken machen.Die Posts im Forum sind doch voller Frage und Zweifel, sie bilden doch den Kitt des Austausches.
Das Jesus der Herr sagt, wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, ist das keine Drohung, sondern ein Hinweis darauf, dass man nicht zwei Herren dienen kann. Ich Glaube, dass die willentliche Entscheidung zur Nachfolge oder zum Glaube der erste Schritt ist, der damit gemeint ist. Eine bloße Willensentscheidung reicht aber nicht, und zwar, dass halte ich für wichtig: Es ist nicht Gott der in Herzen schaut, der zusätzlich ein Treuebeweis benötigt. Sondern den benötigt der jeweilige Mensche selbst. Jeder kennt aus dem Alltag die Situation, dass man sich etwas vornimmt zu tun oder zu lassen und dann doch nicht nach dem Willen handelt. Siehe auf Petrus, der gesagt hat, er wolle Jesus dem Herrn bis in den Tod folgen und dann doch wenig später in einer ungleich ungefährlicheren Situation seine Anhängerschaft geleugnet hat. Jesus hat das schon vorher gewusst. Man könnte denken, dann hätte Jesus sich doch die Enttäschung (wenn es denn eine gab) und dem Petrus das schlechte Gefühl ersparen können. Auch wenn nicht mehr viel zu diesem Ereignis berichtet wird, denke ich das es für die spätere Standhaftigkeit des Petrus wichtig war. Auch ist nicht dazu gesagt worden, dass Jesus der Herr Petrus gerügt habe.
Im Gegensatz dazu diese Begebenheit, in der Jesus gegenüber Petrus kund tat, dass es bald durch die Hohenpriester gerichtet würde. "Da nahm Petrus ihn (Jesus) beiseite, machte ihm Vorhaltungen und sagte: "Das möge Gott verhüten, Herr! Das darf dir nicht widerfahren! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: "Weg mit dir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis. Du folgst nicht den Gedanken Gottes, sondern denen der Menschen." (Mt.16, 22f). Nun könnte man denken, anders als bei der Leugnung seiner Anhängerschaft, sei Petrus Bemühen und Sorge um Jesus doch liebevoll gemeint und weiß Gott doch keine Grund, Petrus direkt als Anhänger Satans zu bezeichen.
Ich glaube, dass der "Du folgst nicht den Gedanken Gottes, sondern denen der Menschen" einer der wichtigsten Gedanken (der ja in verschiedenen Varianten auftaucht) im Evangelium ist.
Was hat das mit Ängsten zu tun? Ich glaube, dass die Ängst die du ansprichts daher rühren, dass wir sie im Sinne menschliche Denkens wahrnehmen, was hier heißt dass Gott uns trotz unsere Schwächen liebt, diese LIebe aber beinhaltet, uns durch AUfgaben und Prüfungen auf das Leben vorzubereiten. Klingt wie Schule und ist so auch gemeint. Nur ist die ´Didaktik` Gottes nachhaltiger und verfolgt andere Ziele als ´wertvolles Mitglied der Gesellschaft, Abitur oder Berufsabschluss etc.
Ich glaube das Verunsicherung und Zweifel notwendiger Bestandteil des Erdenweges sein müssen. Wenn alles easy wäre, wer würde sich dann noch viel Gedanken machen.Die Posts im Forum sind doch voller Frage und Zweifel, sie bilden doch den Kitt des Austausches.
Ich stelle nur für mich fest, um wieviel einfacher es für den Glauben wäre, keine Verunsicherung zu bekommen.
Stell dir den Matheunterricht vor, wenn du das was du heute lernst, morgen wieder in Frage gestellt bekommst.
Wie sollst du dann etwas (Vertrauen) aufbauen, das trägt?
Nur ist die ´Didaktik` Gottes nachhaltiger und verfolgt andere Ziele als ´wertvolles Mitglied der Gesellschaft, Abitur oder Berufsabschluss etc.
Ja, sicher. Auch die Beispiele mit Petrus und Jesus sind „anders“ als wir es gewohnt sind zu denken…und trotzdem macht Petrus wichtige Lektionen durch, ohne die seine Liebe zu Jesus nicht in dem Maße gereift wäre wie sie es mit diesen Erfahrungen konnte.
Aber daraus lässt sich finde ich nicht ableiten, dass es quasi „gut“ ist, wenn wir verunsichert sind. Eine Verunsicherung ist auch nochmal etwas anderes, wie ein Fehlverhalten, das man später bereut und das einen danach anders handeln lässt.
Es kann sein, dass diese Verunsicherung dazu dient, dass ich Gott fürchte.
Aber sicher ist es auch gut, wenn ich mir im Klaren darüber bin, was mich bei Gott erwartet.
Ich vermute, dass es mir sehr schwer fällt, zu akzeptieren, dass Gott - wenn bestimmte Bedingungen nicht erfüllt werden- den Graben zum Tragen kommen lässt. Das widerstrebt mir bis ins Innerste. Aber ich kann auch nicht daran vorbeilesen und so tun, als stünde es nicht da.
Wo da der Benefit ist, sehe ich nicht wirklich.
Es ist nicht Gott der in Herzen schaut, der zusätzlich ein Treuebeweis benötigt
Das denke ich auch nicht.
@stern Der Benefit Deiner (oder meiner) Zweifel ist, dass es Deine (oder eben meine) Zweifel sind, durch die wir durchgehen.
Ich muss mich nicht an Deinen oder Lucans Zweifeln abarbeiten, ich hab meine eigenen.
Und wenn ich da durch bin, hab ich (hoffentlich) einen anderen Stand als vorher.
Und wenn ich da durch bin, hab ich (hoffentlich) einen anderen Stand als vorher.
Ja. Ich bezweifle nur, da durchzukommen. Nicht dass ich grundsätzlich Zweifel habe. Sondern dass ich das in Einklang bringen werde - dass Gott alle retten will und trotzdem welche nicht dabei sein können werden.
Grundsätzlich hast du natürlich recht. Jeder hat sein eigenes Leben, durch das er durch muss und daraus verändert hervorgeht.
vielleicht kann ich hiermitbehilflich sein.
Mir geht es ja nicht darum, dass Gottes Massstäbe anders sind als unsere, sondern darum, dass dem „Gott will dass alle Menschen gerettet werden“ (1.Tim 2,4) ein „Graben“ gegenübersteht, bei dem Menschen getrennt werden in „dabei“ und „nicht dabei“ (unterschiedliche Stellen)
Mir geht es ja nicht darum, dass Gottes Massstäbe anders sind als unsere, sondern darum, dass dem „Gott will dass alle Menschen gerettet werden“ (1.Tim 2,4) ein „Graben“ gegenübersteht, bei dem Menschen getrennt werden in „dabei“ und „nicht dabei“ (unterschiedliche Stellen)
Gott hat jedem Menschen die Sehnsucht nach Gott ins Herz gelegt. Das bedeutet, jeder Mensch hat das Wissen, dass es einen Gott gibt. Aber sie wollen ihn nicht anerkennen, das ist die Tragik des Menschen. Sie schließen sich selbst aus.
@adjutante ❤️ schöne Erklärung!
Ich hab sie aus Versehen nochmal gemacht xD
Oh aber ich kenne gerade eine andere, die richtige Definition, dieser Sehnsucht!
Aber sie wollen ihn nicht anerkennen, das ist die Tragik des Menschen. Sie schließen sich selbst aus.
Ja, das verstehe ich ja…
Aber dass es dabei bleiben muss…das finde ich fast schon hm…ja: unbarmherzig.
Nein. Gott fährt nicht zweigleisig. Er ist heilig und gerecht.
Ja, das will ich gar nicht anzweifeln…
…ich bekomme es nur nicht mit den Straf/Konsquenzandrohungen unter einen Hut…
Gott hat jedem Menschen die Sehnsucht nach Gott ins Herz gelegt. Das bedeutet, jeder Mensch hat das Wissen, dass es einen Gott gibt. Aber sie wollen ihn nicht anerkennen, das ist die Tragik des Menschen. Sie schließen sich selbst aus.
So etwas dient nur der Rechtfertigung des eigenen Glaubens an einen "gerechten Gott", hat aber mit der Realität nichts zu tun.
Ich wollte Gott nicht nur anerkennen, ich habe sogar schon an ihn geglaubt.
Aber die Bibel ergab trotzdem keinen Sinn für mich. Und das war's dann halt.
@musil
Meinst du den Sündenfall, 1. Mose 3?
Ich kann nicht erkennen, auf welchen Beitrag du dich beziehst. Aber ich denke, das war hier nicht das Thema.
Ich beziehe mich auf den Beitrag, auf den ich geantwortet habe.
Ob du erkennen kannst oder nicht, will ich nicht beurteilen.
Ob es das Thema war, nun ja, da müsste man nachlesen.
1. Mose 4.1 Und Adam erkannte seine Frau Eva, und sie ward schwanger....(Lutherbibel 1984)
@musil
In der aktuellen Forenstruktur kann man nach mehreren Posts nicht mehr erkennen, auf welches Post jemand geantwortet hat.
Eine Möglichkeit ist, das Datum und die Uhrzeit des posts an den Anfang zu setzen, auf das man antwortet,
oder als zweite Möglichkeit: den link hinter dem Kettenglied (rechts) anklicken, mit copy&paste herübertransportieren in das Antwortfeld.
Das hast du bei einigen und auch mir schon gesehen:
- Link aus dem post auf das ich antworten will anklicken und (Copy)
- Kettenglied aus der Antwortzeile des Antwortposts anklicken
- Hinweis eintragen in der mittleren Zeile (Zum Beitrag)
- link aus dem post auf das ich antworten will in die obere und untere Zeile eintragen (paste)
kannst du mal beim Moderator nachfragen, ob es technisch möglich wär, dieses Problem zu beheben, damit wir armen Sünder uns mit diesem Thema nicht auch noch beschäftigen müssen.
@musil
Die Forenstruktur lässt sich momentan nicht ändern, wenn es überhaupt geht. Du kannst ihn auch selbst fragen. frosch80mod beißt nicht.
frosch80mod beisst nicht
Woher willst du das wissen?
Anders gefragt, bist du dir da sicher, oder ist es wohl eher nur eine Annahme von dir?
@musil
Mich hat er noch nie gebissen bei Korrekturen, die mir galten.
Willst du damit sagen, dass er grundsätzlich nicht beisst?
@musil
Er setzt Grenzen und ruft zur Ordnung. Hast du die Nettiquette noch nicht gelesen? Da wird alles deutlich. Besser du redest mit ihm, statt über ihn.
@deborah71 https://forum.jesus.de/community/postid/448502/
Irgendwie klappt das nicht.
Im Prinzip ist es dasselbe, wie bei einem Musiklink oder Textlink. Nur dass du den link nicht von youtube oder google/wiki holst, sondern rechts unten aus dem gelesenen post.
Nie die großen roten Anführungszeichen nehmen.
sorry, ja, offenbar ein technisches, beziehungsweise ein Softwareproblem. Hab das ja selber auch schon festbestellt.
Die, die nicht wollen, schickt er dann weg
Ja…schwieriges Thema für mich…ich möchte lieber einen Gott, der lange Geduld hat und niemanden wegschickt🙂…aber das Leben ist ja kein Wunschkonzert, nich?
Ja…schwieriges Thema für mich…ich möchte lieber einen Gott, der lange Geduld hat und niemanden wegschickt
…aber das Leben ist ja kein Wunschkonzert, nich?
Also, Gott hat sehr lange Geduld. An ihm liegt es nicht.
Also, Gott hat sehr lange Geduld. An ihm liegt es nicht.
Ja, aber sie scheint ja auch irgendwann zu Ende zu sein…
@stern wenn er immer weiter vergeben würde, hätten ja alle, auch das Böse, narrenfreiheit
wenn er immer weiter vergeben würde, hätten ja alle, auch das Böse, narrenfreiheit
Hm… also in dem Gleichnis vom verlorenen Sohn treibt es der Sohn ja auch recht doll- ohne dass es bei der Rückkehr eine Rolle spielt …
@stern Ich wiederhole mich nicht mehr. Es geht um HERZ, den innerstens Kern, nicht um die Taten!
Mehr sag ich nicht mehr. Ich habe fertig.
Ich denke, grundsätzlich will jeder Mensch in welcher Form auch immer gerettet werden. Im christlichen Kontext interpretiere ich das so, dass er dazu bereit sein muss.
Hallo Stern, gerne nehme ich Deine anregenden Gedanken auf und teile dir mit, was mir dabei so durch den Kopf gegangen ist:
Ich stelle nur für mich fest, um wieviel einfacher es für den Glauben wäre, keine Verunsicherung zu bekommen.
Was wäre den einfacher? Dass du dich gedanklich zur Ruhe setzen könntest mit dem Gefühl, jetzt glaube ich genug des Richtigen? Abgesehen davon, dass Zweifel ja für Glauben konstitutiv sind – sonst nennen wir es Wissen – ist Glauben ja keine abschließende Sache, in dem Sinne, es gibt einen bestimmten Kanon der allw Glaubenstatsachen beinhaltet und wenn ich die wirklich fest glaube – für wahr halte – dann hat sich die Sache erledigt. Ich verweise auf Mt.17, 20: Jesus sagte dort zu den Jüngern: "Weil ihr so wenig Glauben habt. Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier dorthin, und er wird hinüberrücken; und nichts wird euch unmöglich sein.“
Eines was man daraus lesen kann ist, dass das, was es zu glauben, also über Gott und Gottes Ordnung zu wissen gibt, eine unendliche Geschichte ist. Glaube und Zweifel sind niemals für Menschen, die unter einer irdischen Perspektive leben müssen abgeschlossen. Verunsicherung ist der Stachel im Fleisch, der dafür sorgt, dass der, der Glauben will, nicht zu Ruhe kommt. Es bieten sich ihm ständig neue Anlässe im Leben, seine Glauben zu prüfen und zu erweitern. Ich verweise hier gern auf dieses Forum.
Es kann sein, dass diese Verunsicherung dazu dient, dass ich Gott fürchte.
Damit hast du ein wichtiges Glaubensthema angesprochen. Ich teile Deine Erfahrung. Aber mir stellt sich dann sofort die Frage, was soll ich unter ´fürchten` verstehen? Im Sinne von Angst wie sie in der ´Schwarzen Pädagogik` verstanden wird? Für mich muss jedes Verständnis von Frucht mit der Liebe Gottes / Jesus des Herrn vereinbar sein.
Kann man etwas / jemand lieben, den man fürchtet? Gott fürchten heißt dann nichts anderes als Gott lieben um der Liebe willen, der Gott den Menschen schenkt. Gott fürchten heißt Gott als Schöpfer der Welt anzuerkennen. Gott fürchten heißt, Gott als relevanten Gesprächspartner meiner Gebete anzusehen; Gott fürchten heißt, sich stets um Wahrhaftigkeit zu bemühen. Wahrhaftigkeit richtet sich an sich selbst.
Zweifel richten sich nicht nur auf die Inhalte des Glaubens, sondern auch auf die innere Wahrhaftigkeit: Warum glaube ich was? (z.B. an die leibliche Auferstehung). Auf welche Quellen / Einsichten oder andere Momente (z.B. Gewohnheit, Tradition) stützt sich mein Glaube. Mir ist es so ergangen, dass ich mit diesen Fragen irgendwann auf eine innere Stimme treffe, die mir sagt, prüfe alles was du glaubst, ob es mit der Liebe Gottes vereinbar ist. Daher kann ich für mich sicher sagen: Gotte fürchten hat nichts mit Angst zu tun.
Wie sollst du dann etwas (Vertrauen) aufbauen, das trägt?
„ … das trägt“ kann man so verstehen, dass man etwas mit einem guten Gefühl glaubt, damit man dann endlich Ruhe einkehrt. Ruhe ist trügerisch und schläfert ein. Der Glaube wird lasch, weil er nicht mehr gefordert wird. Beispiel: Wie soll man zusammenbekommen, dass Jesus geboren ist, um die Menschheit zu erlösen, aber es Gott offenbar so eingerichtet hat, dass im Herrschaftsgebiet des Herodes wo Jesus der Herr geboren wurde, wg. seiner Geburt alle Knabe unter zwei Jahren durch die Hand des Herodes sterben musst. Ähnlich auch die Geschichte von Moses. Ich persönlich komme da ganz schön in Zweifel, habe in meinem Glauben eine Antwort gefunden: die Kinder sind ja nur leiblich gestorben sind und aufgrund ihres unfreiwilligen Opfer mit Freude und Segen in den Himmel aufgenommen worden.
Es gibt meines Erachtens zwei Quellen von Vertrauen: die eine ist, dass man dem Wahrheitsgehalt / Evidenz / Plausibilität der Botschaft vertraut. Dazu würde z.B. passen: „Denn alle, die zum Schwert greifen, kommen durch das Schwert um.“ Mt.26,52.
Die andere Quelle von Vertrauen ist nicht der Inhalt der Botschaft, sondern das Vertrauen, dass man dem Botschafter entgegenbringt.
Hallo Herbert, danke für die Gedanken…
Was wäre den einfacher? Dass du dich gedanklich zur Ruhe setzen könntest mit dem Gefühl, jetzt glaube ich genug des Richtigen?
natürlich gibt es beim Glauben an Gott Glaubensinhalte, die mir „richtiger“ erscheinen als andere…insofern ist dein Einwand nicht ganz unberechtigt, teilweise geht es mir tatsächlich darum, das „Richtige“ zu glauben.
Aber eigentlich geht es mir bei diesem „richtigen“ mehr darum, dass es widerspruchsfrei ist.
Jesus als Botschafter Gottes, der für Gott steht, dürfte sich eigentlich nicht widersprechen. Nicht damit ich einen klaren Kopf habe und mich faul zurücklehnen kann, sondern damit ich Gott und seinen Willen verstehen kann. Lieben hat für mich auch etwas mit verstehen zu tun, das ist nicht nur für den Kopf.
Und, nur als Beispiel: wenn Jesus sagt „ich werde keinen abweisen, der zu mir kommt“ (und Gott zieht die Menschen zu Jesus) oder er sagt: „ich werde dann (wenn ich oben bin) alle zu mir ziehen“…das hört sich konsistent an, nämlich so, als würde Gott und Jesus dafür sorgen, dass wir alle heil wieder ankommen.
Aber wenn es dann plötzlich heisst: es gibt einen Graben, bei dem niemand mehr die Seiten wechseln kann - ja, das hört sich so an, als würde Gott dann doch für den einen oder anderen keine Lösung haben…bzw. keine positive…was irgendwie unvorstellbar ist…und auch nicht konsistent mit dem „ich werde „alle“ zu mir ziehen…
Das ist ein Verständnisproblem für mich, das mich verunsichert. Und ich wette, ich bin damit nicht alleine.
Die einzige sinnvolle Antwort, die ich darauf gefunden habe, ist, dass manch einer vielleicht in so einem tiefen Sumpf steckt, dass allein diese Androhung von unangenehmen ewigen Konsequenzen ihn dazu bringt, Jesus überhaupt Gehör zu schenken.
…ist Glauben ja keine abschließende Sache, in dem Sinne, es gibt einen bestimmten Kanon der allw Glaubenstatsachen beinhaltet und wenn ich die wirklich fest glaube – für wahr halte – dann hat sich die Sache erledigt.
Nein, der Glaube an Gott beinhaltet keinen abzuarbeitenden Punktekatalog, so meinte ich das nicht.
Der Glaube brauch Vertrauen oder ist Vertrauen. Einfach so. An Gott, an Jesus.
Aber im Regelfall schenke ich jemandem Vertrauen, von dem ich denke, dass er mir nicht schadet. Und wenn dann Jesus von jemandem spricht, der Böcke und Schafe trennt, dann denke ich: ups, was ist wenn ich eine Ziege bin? Und schon ist das Vertrauen, das Jesus vorher über viele andere Bilder aufgebaut hat, wieder hinüber…
Es wäre also viel einfacher, diesen Glauben wachsen zu lassen oder ihn zu festigen mit nur einer Art von Bildern…nämlich den liebevollen.
„ … das trägt“ kann man so verstehen, dass man etwas mit einem guten Gefühl glaubt, damit man dann endlich Ruhe einkehrt. Ruhe ist trügerisch und schläfert ein
Ich will ja gar nicht etwas abschliessen und Ruhe haben, sondern mit diesem Glauben - mit Gott - dieses Leben meistern. Das hat ja genug Herausforderungen…das muss eigentlich nicht erschwert werden mit Gottesbildern, die mir eher Angst machen als vertrauensbildend sind.
Daher kann ich für mich sicher sagen: Gotte fürchten hat nichts mit Angst zu tun.
Ja. Ich würde jetzt gern sagen, dass ich das auch so sehe. Aber wenn Jesus sagt, wir sollen den fürchten, der die Seele auslöschen kann…dann hat das Wort fürchten für mich schon etwas mit einer gewissen „Existenzangst“ zu tun…
Die andere Quelle von Vertrauen ist nicht der Inhalt der Botschaft, sondern das Vertrauen, dass man dem Botschafter entgegenbringt.
Jesus hat mein uneingeschränktes Vertrauen. Aber mit den teilweise widersprüchlichen Botschaften habe ich meine Schwierigkeiten.
Hallo ´Stern`
Gerne geben ich den Dank zurück und greife die Anregungen deiner Antwort auf, die mich zum Nachdenken gebracht haben.
„Aber eigentlich geht es mir bei diesem „richtigen“ mehr darum, dass es widerspruchsfrei ist.“ Diesem Argument begegnet ich sehr häufig hier im Forum und ich habe mir schon viele Gedanken dazu gemacht. Daher vielleicht etwa Nachsicht, wenn es jetzt etwas ausführlich wird.
Zuerst frage ich mich, was ist mit ´widerspruchsfrei` gemeint ist und ob diese Qualifizierung ein angemessener Maßstab für die Aussagen der Offenbarung ist. Zunächst unterscheide ich zwischen in sich selbst widersprüchliche Aussagen und Widersprüchen zwischen verschiedenen Aussagen.
In sich selbst widersprüchliche Aussagen sind formal ´unlogisch` und damit sinnlos. Bereits dabei muss man aber echt aufpassen: Der Logiker würde die Aussage „Sein beredtes Schweigen war ein Geständnis“ als unlogische bezeichnen weil ´beredtes Schweigen` in sich widersprüchlich ist. Aber nur, weil der Logiker nicht die Logik der Kommunikation kennt. Da gibt es das Axiom: Man kann nicht nicht kommunizieren (Watzlawik). Außerdem gibt es den Aspekt der nonverbalen Kommunikation und der situativen Interpretation (Schulz v. Thun). Danach ist es durchaus logisch wenn man sagt: "Sein Schweigen sprach Bände."
Ob der bildreichen Sprache der Bibel muss man also erst einmal genau herausfinden, was die Begriffe meinen, die vorkommen und die Vielschichtigkeit ihrer Bedeutung aufklären. Mein Lieblingsbeispiel ist die Aussage Jesus des Herrn (Mt.8,22): „… "Folge mir und lass die Toten ihre Toten begraben." Inhaltlich scheint der Satz unlogisch, solange bis man eine Idee hat, was die ersten von den zweiten Toten unterscheidet. Die ersten Toten sind die, die obwohl sie physisch noch leben, bereits gestorben sind, nämlich dem Herrn oder dem Glauben. Ihr Leben ist allein von ihren Alltagsgeschäften dominiert. Die zweiten sind die physisch Toten, die man eben begäbt.
Wenn Dir eine in diesem Sinne in sich widersprüchliche Aussage einfällt, dann lass uns die doch mal gemeinsam untersuchen.
Bei Widersprüche zwischen verschiedenen Aussagen handelt es sich manchmal auch um historische Ungenauigkeit. Ansonsten können sie aufgelöst werden, wenn man sich klar macht, dass die Offenbarung einen mehrfachen Schriftsinn hat. Dahinter steckt die ganze Theorie biblischer Hermeneutik. Als Beispiel eine Variante:
Wörtlich: der buchstäbliche Sinn: Tote = Verstorbene;
Symbolischer Sinn: Tote sind die, die dem ewigen Leben gestorben sind, d.h. die durch ihr sündiges Leben sich nicht am Himmel, sondern an der Vergänglichkeit orientieren.
Transzendentaler oder geistiger Sinn: der über die beiden zuvor genannten hinausweist und die Verbindung zum himmlischen Sinn herstellt.
Der transzendentale Sinn versucht die Bedeutung von ´oben her` zu erfassen. Erfassen meint einen Prozess der aus zwei ´Bewegungen` besteht. Die erste ist die Kontextualisierung, d.h., die eine Stelle wird mit anderen Stellen der Bibel in Verbindung gebracht; Mt.8,22 beispielsweise mit Mt.10,28: „Fürchtet euch nicht vor denen, die wohl den Leib, nicht aber die Seele töten können. Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann.“ Das bestätigt die bisherige Auffassung der Unterscheidung zwischen einem physischen und einem seelischen Tod (wobei just die Frage auftaucht, ob es auch einen geistigen Tod gibt und was der meint). Tote sind dann die, die ohne jede Liebe außer zu sich selbst ihr Leben führen und die daher für die Verführungen Satans anfällig oder ihr schon erlegen sind.
Die zweite ´Bewegung` ist die praktische Umsetzung in / für das eigene Leben. Z.B. merke ich das daran, dass es Menschen gibt, die obwohl ich sie schon lange kennen, auch mit mir verwandt sind, mit denen ich gar nichts anfangen kann, weil ich sie, d.h. das was sie über ihre Leben und ihr Fühlen und Denken erzählen, tod-langweilig halte. Also lass die Toten … heißt praktisch, mit welchen Menschen will ich mich einlassen, weil sie in meinem christliche Verständnis lebendig sind. Für sie trifft zu, „das aus ihrem Leib Ströme lebendigen Wassers fließt“ (vgl. Joh.7,38) Was ist mit strömenden Wasser gemeint? Das ist das Wasser des Lebens – d.h. die guten Taten aus der und in der Liebe der Nachfolge. Dazu zähle ich die vielen Teilnehmer hier im Forum, die im gemeinsamen Willen dieser Nachfolge sich austauschen und einer dem anderen zur Anregung und Ermutigung dient und dabei alle gewinnen ohne das einer etwas verliert. Warum ist dieses Wasser lebendig? Weil es dazu dient, auf dem Weg zum ewigen Leben zu stärken. (NB. Ich habe mal auf einem Flohmarkt ein Buch gefunden von einem Jakob Lober: „Schrifttexterklärung. Bibeltexte und ihr geheimer Sinn.“ Darin habe viele gute Ideen und einleuchtende Kommentare / Beispiele gefunden, wie Bibeltexte angemessen erschlossen werden können).
Der himmlische Sinn umfasst alle anderen, nimmt aber nun die Prüfung vor, ob die bisherigen Sinngehalte mit der Liebe Gottes vereinbar sind. Dass eine Aussage mit der Liebe Gottes vereinbar sein muss, ist das entscheidende Kriterium.
Jesus als Botschafter Gottes, der für Gott steht, dürfte sich eigentlich nicht widersprechen. Nicht damit ich einen klaren Kopf habe und mich faul zurücklehnen kann, sondern damit ich Gott und seinen Willen verstehen kann. Lieben hat für mich auch etwas mit verstehen zu tun, das ist nicht nur für den Kopf.
Wie gesagt, die scheinbaren Widersprüche fungieren als Ansporn, in der Auslegung nicht stehen zu bleiben. Und, nur als Beispiel: wenn Jesus sagt „ich werde keinen abweisen, der zu mir kommt“ (und Gott zieht die Menschen zu Jesus) oder er sagt: „ich werde dann (wenn ich oben bin) alle zu mir ziehen“…das hört sich konsistent an, nämlich so, als würde Gott und Jesus dafür sorgen, dass wir alle heil wieder ankommen.
Aber wenn es dann plötzlich heisst: es gibt einen Graben, bei dem niemand mehr die Seiten wechseln kann - ja, das hört sich so an, als würde Gott dann doch für den einen oder anderen keine Lösung haben…bzw. keine positive…was irgendwie unvorstellbar ist…und auch nicht konsistent mit dem „ich werde „alle“ zu mir ziehen…
Ich verstehe, dass das auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint. Eine erste Auflösung biete sich an, wenn man die Bewegungen vergleicht: die in „alle zu mir ziehen“ geht von Jesus aus. Bei der Kluft in Lk.16,26 wo es heißt, „… keiner von euch kann gehen auch wenn er es wollte. Geht sie von den Menschen aus. Dass es für sie unmöglich ist, heißt aber nicht, dass sie unüberwindbar ist, denn bei Gott und wenn Jesus der Herr zieht, dann ist nichts unmöglich.
Der Glaube brauch Vertrauen oder ist Vertrauen. Einfach so. An Gott, an Jesus.
Geht mir genauso. Lange Zeit hatte ich immer das latente Gefühl, die Worte der Bibel ist ja alles schön und gut. Aber ihre Relevanz für das wirkliche Leben? Mein Vertrauen ist dadurch gewachsen, dass ich versucht habe und versuche, die Aussagen so wie ich sei verstehe praktisch umzusetzen. Für mich waren es vor allem die Seligpreisungen der Bergpredigt. Z.B. Sanftmütig und Friedfertig zu sein wichtige Erfahrungen.
Und wenn dann Jesus von jemandem spricht, der Böcke und Schafe trennt, dann denke ich: ups, was ist wenn ich eine Ziege bin? Und schon ist das Vertrauen, das Jesus vorher über viele andere Bilder aufgebaut hat, wieder hinüber…
Ob Ziege oder Kuh, ob Mann oder Frau …. In dem Gleichnis ist jeder einem Bock oder einen Schaf zugeordnet. ´Böcke` sind ähnlich den Toten, d.h. denjenigen, die allein nach ihre sinnlich-lustbetonten Selbstliebe leben. Hier kann man sich sogar gut an der Alltagssprache orientieren: „Ich habe keinen Bock“, womit der hedonistische Aspekt betont wird. Schließlich gibt es noch den Sündenbock. Und es erweist sich jemand als ´bockig`, was den Aspekt der Aggressivität herausstellt.
Schafe sind das Gegenteil, eher sanftmütig etc. Warum Jesus die beiden trennt? Damit die Böcke nicht die Schafe verderben. Zwar muss es wohl eine Zeit geben, in der die Böcke auf die Schafe losgehen (das ist ihre Leidenszeit), damit diese befruchtet werden. Dann aber haben sie Ruhe. Der Lohn: die Böcke tragen keine Frucht, die Schafe aber neues Leben.
Der Sinn: jeder kann entscheiden, ob er Bock oder Schaf sein will, mit den entsprechenden Konsequenzen. Bei Gott, bei dem nichts unmöglich ist, können sich Böcke in Schafe, und Schafe in Böcke verwandeln. ... d.h. sie können die ´Kluft` ihre Art überspringen.
Aber wenn Jesus sagt, wir sollen den fürchten, der die Seele auslöschen kann…dann hat das Wort fürchten für mich schon etwas mit einer gewissen „Existenzangst“ zu tun. …
Die Existenzangst ist in der Tat eine starker Stimulus – wobei ich denke, wer aus Sorge um seine Seele Existenzangst hat, der ist schon auf einem guten Weg, so dass er wohl keine Angst mehr haben müsste und die Angst allenfalls zur ´Rückfallprophylaxe` dient.
PS: Noch ein Nachtrag zu Glaubenszweifel: Ich bin fest davon überzeugt, dass Glaubenszweifel und auch das Erleben von Widersprüchen von Gott gewollt sind und zwar noch aus einem anderen Grund: Sie sind ein Schutz vor Hochmut. Denn allzu leicht kann es passieren, wenn man glaubt, den Glauben mit goldenen Löffeln gefressen zu haben, dass man sich im Vollbesitz der Wahrheit befindet. Und diese Menschen sind schlimmer noch als ehrliche Zweifler und Atheisten aus guten Gründen.
Hallo Herbert,
Du konntest schon etwas Licht ins Dunkle bringen…
Bei der Kluft in Lk.16,26 wo es heißt, „… keiner von euch kann gehen auch wenn er es wollte. Geht sie von den Menschen aus. Dass es für sie unmöglich ist, heißt aber nicht, dass sie unüberwindbar ist, denn bei Gott und wenn Jesus der Herr zieht, dann ist nichts unmöglich.
Hier zB, ein wichtiger Hinweis, der mir so noch nicht aufgefallen ist. Danke dafür!
Wenn Dir eine in diesem Sinne in sich widersprüchliche Aussage einfällt,
Nein, zum Glück ist Jesus in sich nicht widersprüchlich - ich denke, das wäre fatal und würde dazu führen, dass man ihn nicht ernst nimmt.
Ich meinte Widersprüche zwischen den einzelnen Aussagen.
Aber ihre Relevanz für das wirkliche Leben? Mein Vertrauen ist dadurch gewachsen, dass ich versucht habe und versuche, die Aussagen so wie ich sei verstehe praktisch umzusetzen. Für mich waren es vor allem die Seligpreisungen der Bergpredigt. Z.B. Sanftmütig und Friedfertig zu sein wichtige Erfahrungen.
Ja, das geht mir auch so, dass über das Tun das Vertrauen wächst, wenn man die Veränderungen auch wahrnehmen kann, die die Aussagen von Jesus bringen.
Zwar muss es wohl eine Zeit geben, in der die Böcke auf die Schafe losgehen…
Der Lohn: die Böcke tragen keine Frucht, die Schafe aber neues Leben.
Das ist leider wahr… und trotzdem eine harte Wahrheit, finde ich. Dass das neue Leben erst durch eine Leidenszeit zustande kommt….ich wünschte, man (selbst oder andere, egal) käme daran vorbei.
Denn allzu leicht kann es passieren, wenn man glaubt, den Glauben mit goldenen Löffeln gefressen zu haben, dass man sich im Vollbesitz der Wahrheit befindet. Und diese Menschen sind schlimmer noch als ehrliche Zweifler und Atheisten aus guten Gründen.
Ich weiss zwar, was du meinst, aber das empfinde ich anders.
Je tiefer und damit zweifelsfreier mein Glaube wird, desto weniger Trennung und Überheblichkeit anderen gegenüber nehme ich wahr und desto bewusster werde ich mir, dass selbst mein Glauben ein Geschenk ist.
Eines zwar, nachdem ich mich ausgestreckt habe- aber trotzdem ein Geschenk.
Und ja, insgesamt muss alles der Liebe Gottes standhalten können und mit ihr vereinbar sein.
Das ist wohl ein guter Gedanke, an dem man Aussagen prüfen kann.
Veröffentlicht von: @herbertPS: Noch ein Nachtrag zu Glaubenszweifel: Ich bin fest davon überzeugt, dass Glaubenszweifel und auch das Erleben von Widersprüchen von Gott gewollt sind und zwar noch aus einem anderen Grund: Sie sind ein Schutz vor Hochmut. Denn allzu leicht kann es passieren, wenn man glaubt, den Glauben mit goldenen Löffeln gefressen zu haben, dass man sich im Vollbesitz der Wahrheit befindet. Und diese Menschen sind schlimmer noch als ehrliche Zweifler und Atheisten aus guten Gründen.
Oh ja.
Sehr viel konstruierte Erklärung um die Problematik mit Sola Scriptura zu rechtfertigen.
Das naheliegendste ist meiner Meinung nach, das Gott dies in der Form nicht wollte und es die eingesetzte Instanz außerhalb der Schrift gibt (Jesus übergab den Aposteln die Schlüssel sowie Binde und Lösegewalt)- die Kirche/Ekklesia.
Ohne Instanz steht jeder Gläubige für dich alleine vor dieser Sache.
Da es auch um Heilsentscheidung geht, ist das eine Bürde wo man nicht glauben kann das dies Gott jedem Gläubigen zumutet.
@arcangel Wieso ziehst Du Allversöhnung nicht in Betracht? Unter
https://www.jesusreformation.org/2020/bibelstellen-zur-rettung-aller-menschen/
gibt es 34 biblische Schlüsselverse, die deutlich für Allversöhnung sprechen.
Für mich ist eine Allversöhnung weniger Plausibel als eine Allerlösung, denn das Element der Annahme Jesus als Herr darf mMn. nicht ignoriert werden.
Die Allerlösung (Apokatastasis panton) beschreibt die eschatologische Wiederaufrichtung oder Wiederbringung aller Dinge. Der Begriff bringt die eschatologische Überwindung der widergöttlichen Mächte deutlicher zum Ausdruck, wobei Gottes Heilswirken nicht in einer zyklischen Wiederherstellung eines paradiesischen Urzustandes besteht, sondern in der Schöpfung einer qualitativ neuen, heilvollen Wirklichkeit, in der Sünde und Böses definitiv überwunden sind.
Die Allversöhnung (Apokatastasis) hingegen betont den relationalen Aspekt: Gott hat alle mit sich versöhnt, aber nicht alle nehmen es an. Der Begriff „Allversöhnung” drückt nicht notwendig aus, dass es keine ewig verlorenen Geschöpfe gebe.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Frage der menschlichen Annahme: Während Allerlösung eine objektive kosmische Wiederherstellung meint, bei der die Überwindung des Bösen geschieht, setzt Allversöhnung voraus, dass Menschen das Versöhnungsangebot annehmen müssen.
Allerlösung bedeutet das alles Böse endgültig vernichtet ist, das heist das es auch keine Hölle mehr gibt.
In beiden Ansichten ist die Frage, ob jedes Individuum irgendwann im Himmelreich Gottes ist, nicht vollständig geklärt.
@arcangel Oha, interessant, ich hatte ein völlig anderes Verständnis davon!
Auch die sogenannte Allerlösung ist biblisch nicht haltbar, weil sie die Aussagen der Schrift schmälert.
Ok das ist doch mal eine Ansage, welcher biblischen Aussagen steht denn eine Allerlösung im Konflikt.
Ok das ist doch mal eine Ansage, welcher biblischen Aussagen steht denn eine Allerlösung im Konflikt.
Mit dieser Aussage hier:
Allerlösung bedeutet das alles Böse endgültig vernichtet ist, das heist das es auch keine Hölle mehr gibt.
Die Bibel spricht vom Sieg, aber von keiner entgültigen Vernichtung des Bösen. Wer zu Lebzeiten nichts mit Gott zu tun haben will, wird die ewigen Folgen der Gottesferne zu tragen haben. Hier steht derselbe Begriff von ewig für die Gottfernen wie auch der Begriff ewig für die Leute, die Jesus und seine Botschaft angenommen haben.
Die Bibel spricht vom Sieg, aber von keiner entgültigen Vernichtung des Bösen.
Steile Behauptung.!
1.Korinther 15,25 Denn er muss herrschen, bis Gott »alle Feinde unter seine Füße gelegt hat« 26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.
καταργεῖται katargeitai zunichte machen; aufheben; aufhören
Also hier sagt die Bibel das alle Feinde vernichtet werden, nicht nur besiegt, sondern vernichtet, ausgelöscht, aufhören zu existieren.
Und ein Beispiel aus dem AT welches vom Endgericht spricht.
Daniel 7,25 Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten(1) und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. 26 Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet(2) werden.
(1) eḇǎl·lē(ʾ) Aufreiben
(2) hô·ḇā·ḏā(h), vollkommen zerstören
Also nochmals die Aufforderung an dich nenn mir eine Bibelstelle die Gegen die vollkommene Zerstörung des bösen Spricht.
Hi. Ich lese bei euch ein Stück weit mit.
Mir kommt so ein Gedanke (ich kann beide von euch nachvollziehen):
Unterscheidet die Bibel vielleicht zwischen (ausgesprochenen) "Feinden" - das wären die, die Gott bekämpften wollen, die sich gegen Gott auflehnen - und denen, die ich jetzt "gottesfern" nennen tät, die aber Gott gar nicht kennen?
Das ist genau eine der Unschärfen, die ich in dieser Frage sehe. Das Böse, respektive Böse Mächte werden vernichtet. Ich glaube, hier ist die Bibel klar genug.
Was aber mit Menschen passiert, die nicht im Buch des Lebens geschrieben steht, da ist die Sache nicht ganz so klar wie es manche gerne hätten. Was viele aber nicht davon abhält felsenfest von der Richtigkeit ihrer Position überzeugt zu sein.
Und dich? 😉
Ich weiß es schlicht nicht. Und ich kann auch damit leben, dass ich es a) nicht weiss und b) (anderen) nicht erklären kann. Manche Dinge bleiben einfach offen. Wir werden sie irgendwann erfahren ...
Ich bin der Meinung das die Eschatologie bewusst unklar und unzugänglich ist. Genauso wie Messias im AT aus der Perspektive des AT nicht klar ist und erst rückblickend offensichtlich wird.
Also ich kann damit leben, dass ich es nicht weis, und das die Bibel nicht klar ist. Ich war früher auch von einem System überzeugt, muss aber mittlerweile einfach sagen, dass die andere Position eben auch gute Argumente hat, die man nicht ignorieren kann.
Manche Dinge bleiben einfach offen.
Amen
Ja, und uns eint genau darin auch etwas: Vertrauen ...
Auch hi. Was mich betrifft, so trenne ich zwischen der Ewigkeit bei Gott (neue Erde) und der Ewigkeit des Bösen in der absoluten Gottesferne. Also, auf der neuen Erde wird es keinen Tod mehr geben, keine Macht des Bösen.
Kann man so sehen, und es ist eine Position die durchaus seine Berechtigung hat, und argumentativ untermauert werden kann. Aber es gibt eben auch andere Argumente, weshalb man das Ganze eben auch anders sehen kann.
Ich wehre mich nicht gegen eine bestimmte Position, sondern gegen einen Absolutismus; "So und nicht anderes."
Also nochmals die Aufforderung an dich nenn mir eine Bibelstelle die Gegen die vollkommene Zerstörung des bösen Spricht.
Du erwartest sehr viel von mir. Jedenfalls gibt es dazu eine ganze Reihe von Bibelstellen, die ich dir jetzt so auf die Schnelle nicht raussuchen kann (u.a. weil ich auch noch ein reales Leben habe). Auf Seite 2 von diesem Thread haben wir uns bereits ähnlich unterhalten im Zusammenhang mit dem feurigen Pfuhl etc.
Siehe z.B. Offenbarung 20, 10
"Von Ewigkeit zu Ewigkeit" ist für mich an dieser Stelle ein ganz klarer Ausdruck für eine unbegrenzte Zeit.
Und ist dir dabei schon einem Aufgefallen, das dieselben Menschen mehrmals in diesen feurigen Pfuhl geworfen werde. Und dann sind dieselben Menschen im letzten Kapitel (also nach dem Gericht und auf der neuen Erde) plötzlich nicht mehr im Feurigen Pfuhl, sondern draussen vor der Stadt. Eine Stadt deren Tore offen sind und die Könige der Welt ihre Reichtümer hineinbringen.
Also so einfach wie du es dir hier machst ist es nicht.
Also so einfach wie du es dir hier machst ist es nicht.
arcangel, ich habe es mir nicht leicht gemacht. Was für mich wesentlich ist, dass sich in Offenbarung 22, 5 der gleiche Ausdruck für die Unendlichkeit befindet. Dieses ist mir persönlich wichtig und läßt mich zu diesem Thema nicht schweigen.
Ich bestreite auch nicht den Ausdruck, Ich sage lediglich, das es drei Szenen in der Offenbarung gibt, bei denen Menschen in den feurigen Pfuhl geworfen werden, bei zweien kommt der Begriff von Ewigkeit zu Ewigkeit vor. Und dann hast du aber ganz am Schluss in Kapitel 22 aber immer noch Menschen, welche auf der neuen Erde ausserhalb des himmlischen Jerusalem sind.
Woher kommen diese Lügner, Mörder, und Götzendiener, welche NICHT im feurigen Pfuhl, sondern draussen vor dem Himmlischen Jerusalem sind?
Also entweder gibt es unterschiedliche Strafen, also nicht jeder landet im feurigen Pfuhl. Dann ist aber interessant, dass gerade Lügner, Mörder und Götzendiener dazu gehören.
Oder aber von Ewigkeit zu Ewigkeit ist nicht in allen Fällen für immer und ewig. Und da ist interessant das in Offenbarung 14,11 (wo es um Menschen geht) die griechische Formulierung 'eis aionas aionon' nicht dieselbe ist wie in Offenbarung 4,9 'eis tous ainoas ton aionon' oder Offenbarung 20,11 (wo es um Satan geht).
Von Ewigkeit zu Ewigkeit hat nicht nur eine Zeitliche, sondern vor allem auch eine qualitative Komponente. Den laut Offenbarung 10,6 wird es keine Zeit mehr geben. Und wenn es keine Zeit mehr gibt, dann gibt es auch keine Zeiträume oder Zeitalter mehr. Dann ist der Ausdruck ewig keine Zeitangabe mehr, sondern eine Qualitative.
Was bleibt ist das in der neuen Schöpfung, die Mörder und Lügner und Götzendiener, vor dem Himmlischen Jerusalem sind.
Was bleibt ist das in der neuen Schöpfung, die Mörder und Lügner und Götzendiener, vor dem Himmlischen Jerusalem sind.
In der Offenbarung gibt es immer wieder ähnliche Aufzählungen für die, die draußen sind sowie auch für die, die drinnen sind. So verstehe ich den Ausdruck von Offb. 22,15 für die Ausgeschlossenen alle ebenso wie für diese aus Offb. 21,8 (die ja mal dazu gehört hatten, also von Christus berührt waren). Sie befinden sich nicht nur außerhalb der Stadtmauer, sondern wie es auch in Matth. 25,30 (und 46) heißt, draußen in der Finsternis.
Genau aber sie sind nicht im feurigen Pfuhl.
Wenn ich alle Stellen der Bibel zusammen betrachte, dann ist der feurige Pfuhl auch der, den Jesus als Finsternis bezeichnet. Ich persönlich kann darin nichts als eine zeitliche Begrenzung verstehen. Vielmehr sehe ich den Ernst von Jesu Botschaft, dass es um das zeitliche und das ewige Heil geht. Das furchtbare ist für die, die draußen sind, dass sie die Gottesferne nicht mehr rückgängig machen können.
Das furchtbare ist für die, die draußen sind, dass sie die Gottesferne nicht mehr rückgängig machen können.
Tja und da liegt der Hund begraben.
In Offenbarung 22 sind diejenigen die im Buch des Lebens stehen bereits in Neuen Jerusalem, und dann steht dieser Satz
14 Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie Zugang haben zum Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt. 15 Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Mörder und die Götzendiener und alle, die die Lüge lieben und tun.
Wer kann jetzt noch (nach dem Gericht) seine Kleider waschen und bekommt Zugang zum Baum des Lebens?
Das Kapitel 22 lese ich zeitlich nicht so, sondern als Aufforderung für das Jetzt ab der Bekanntgabe der Ermutigung, sich vorzubereiten, dass der Eingang betreten werden kann.
In den Versen 1- 5 ist die Beschreibung des Stadtinneren. In den Versen 6- 21 ist die Aufforderung zur Vorbereitung.
11 Wer Böses tut, der tue weiterhin Böses, und wer unrein ist, der sei weiterhin unrein; aber wer gerecht ist, der übe weiterhin Gerechtigkeit, und wer heilig ist, der sei weiterhin heilig.
Wer jetzt rebellisch sein will, sei es eben, wenn er sich nicht rufen lassen will.
Die griechische Übersetzung ist nicht einzementiert in dem, was sie aus dem Hebräischen Denken nicht übernommen hat.
Dann ist es auch so, dass Sätze wohl direkt nacheinander geschrieben sind, aber nicht in Romanform aufgenommen werden sollen/können, weil es dadurch verkehrt wird. Vergleiche mal mit den Endzeitreden Jesu.... da sind Jahrzehnte bis Jahrhunderte dazwischen, ohne das es kenntlich gemacht wird. Nur weil Sätze direkt nacheinanderstehen ist die Zeit dazu nicht gleich ums Eck.
Veröffentlicht von: @deborah71Dann ist es auch so, dass Sätze wohl direkt nacheinander geschrieben sind, aber nicht in Romanform aufgenommen werden sollen/können, weil es dadurch verkehrt wird. Vergleiche mal mit den Endzeitreden Jesu.... da sind Jahrzehnte bis Jahrhunderte dazwischen, ohne das es kenntlich gemacht wird.
Nur weil Sätze direkt nacheinanderstehen ist die Zeit dazu nicht gleich ums Eck.
Und genau das macht das Verstehen und Einordnen ja so schwierig.
Und ich bleib dabei - das soll wohl auch so sein.
Da hast du durchaus recht und in der Szene in Offenbarung 22 wird da durchaus hin und hergesprungen. Nur Vers 15 bezieht sich auf die Stadt in Vers 14.
Welche Stadt ist hier gemeint? Aus dem Kontext kommt wohl nur das neue Jerusalem infrage. Damit sich Vers 15 auf das hier und heute bezieht, müsste die Stadt sich auch auf etwas anderes als das himmlische Jerusalem beziehen. Und was ist da deiner Meinung nach mit der Stadt gemeint.
Vers 14 die Menschen waschen ihre Kleider nicht in der Stadt, sondern vorher, damit sie Zugang bekommen.
Vers 15 die Menschen, die ihre Kleider nicht gewaschen haben, kommen gar nicht erst rein.
Das Waschmittel ist das Blut Jesu.
Die Stadt wird kommen....aber gewaschen wird vorher.
Wer kann jetzt noch (nach dem Gericht) seine Kleider waschen und bekommt Zugang zum Baum des Lebens?
Diese beiden Verse ändern für mich gar nichts im Blick auf die, die Gott fern sind. Sie kommen nicht auf einmal wieder aus dem Feuerofen und der Finsternis heraus und werden gerettet.
OK aber wie ordnest du diese Verse ein, von wem reden die und wann findet das statt.
OK aber wie ordnest du diese Verse ein, von wem reden die und wann findet das statt.
Vers 14 zählt für mich zu den Verheißungen. Zu Lebzeiten sind wir aufgerufen, unsere Kleider zu waschen, Buße zu tun. Auch das kannst du noch weiter führen mit anderen Bibelstellen, weil andre Texte aussagen, die Kleider (oder wir) werden durch das Blut Jesu gereinigt - oder sind schon rein ....
Es geht z.B. darum, dass ich weiß, wo ich hingehöre und es geht darum, dass ich selbst Gott gehorsam bin und bleibe. Jetzt, in meinem Leben hier. Dass ich ganz wach bleibe, in seiner Gemeinschaft und in seinem Wort. Ich merke, das gelingt mit nicht immer. Um so wichtiger ists für mich, dass ich zu diesem Ernst von Christi Botschaft stehe und diesen Ernst durch meinen Dienst in der Verkündigung weiter geben kann, wo ich auch bin. Aber eben nicht als Drohung, sondern als Einladung. Weil Leben mit Jesus Sinnerfüllung und Freude ist. Nicht immer leicht, aber Freude.
In der Gottesferne leben beginnt für mich nicht erst nach dem leiblichen Sterben oder nach dem jüngsten Gericht, sondern schon jetzt. Heute. Schon jetzt steht der Ungläubige im Bannkreis der Hölle, der Gottesferne. Und jetzt, heute, kann dieser Bann gebrochen werden. Damit ist der Zugang ins neue Jerusalem offen. Jetzt gilt es zu entscheiden: "Siehe, ich habe dir vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse" ... weil Gott will, dass wir leben. Und Gott nimmt den Menschen in seiner Entscheidung ernst. Es ist nicht in Gottes Absicht, Menschen so lange zu quälen und zermürben, bis sie endlich umkehren. Dann wäre ihnen ja die Willensentscheidung wieder genommen.
In keiner der Stellen über den Feuerofen oder der der Finsternis steht etwas vom Aufhören der Qual, es gibt nicht die leiseste Andeutung vom Ende des Verderbens. Das ist dieselbe Auskunft wie in Offenbarung 21,8. Alle Bibelstellen hierzu im AT und im NT sprechen von dem gleichen Urteil über die Gottesferne, eben dass dann keine Gemeinschaft mehr mit Gott möglich ist. Jetzt ist die Zeit zum entscheidenden Platzwechsel. Solange du atmest und lebst.
Für mich ist eine Allversöhnung weniger Plausibel als eine Allerlösung, denn das Element der Annahme Jesus als Herr darf mMn. nicht ignoriert werden.
Wenn das All erlöst ist - würden dann nicht alle Jesus als Herrn annehmen und es würde dadurch eine Allversöhnung gleichzeitig stattfinden?
Ich meine : wer bitte kann ihm oder will ihm widerstehen, wenn er sich offenbart? (Und das wäre ja bei einer Allerlösung der Fall.)
Kann man so sehen, das eine Allversöhnung einer Allerlösung vorausgeht oder bedingt. Es kann aber auch sein das alles Böse vernichtet wird, der besagte zweite Tod. Dann meint für Ewig einfach endgültig. Ich verstehe Allerlösung so, das der gesamte Kosmos vom Bösen erlöst wird. Und mMn sind die biblischen Zeugnisse hierfür ziemlich eindeutig. Ob das aber bedeutet, dass die Menschen, die in der Offenbarung in den Feuersee geworfen werden, irgendwann erlöst werden oder ob es ihre endgültige Auslöschung ist, ist eine Frage, die ich ehrlicherweise aufgrund der Bibel nicht abschliessend beantworten kann.
Was ich mir aber ziemlich sicher bin, ist das die Hölle keinen ewigen Bestand hat.
"Kosmos ist die Gesamtheit der Welt"
Dann bedeutet "Kosmos" die Gesamtheit von allem - die Erde mit allen Bestandteilen, unser Sonnensystem, alle "Schwarzen Löcher" und was es sonst noch gibt.
Genau, und darin gibt es Elemente die Böse sind, Böse im Sinne von gegen Gott.
Alle Bösen Mächte und Gewalten, Satan als Posterboy sollte bekannt sein.
@queequeg Wie kriegt er seine Bosheit z.B. in Alpha Centauri oder einer beliebigen - oder allen - "schwarzen Löcher"?
Bei Deiner Frage muss ich gerade an die Szene in "The fifth Element" denken, als Mr. Shadow anruft... 😀
Na ja ich nehme an, du hast die Bibel noch nie in Griechisch gelesen. Wenn im neuen Testament Himmel steht, steht da meist Uranos im Griechischen.
Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
@arcangel ich nehme an, du hast die Bibel noch nie in Griechisch gelesen.
Stimmt. 🙂 Machst Du das regelmäßig?
Wenn im neuen Testament Himmel steht, steht da meist Uranos im Griechischen.
Aber das Original ist doch das Griechische, oder? Dann ist da womöglich gar nicht "Himmel", sondern eben Uranos - und damit ist der griechische Uralt-Gott- gemeint?! 😉
Nee, just kiddin'. Danke für die Aufklärung!
Ich verstehe Allerlösung so, das der gesamte Kosmos vom Bösen erlöst wird.
Vielen Dank für die Antwort insgesamt, das war jetzt irgendwie beruhigend, auch wenn man es nicht abschließend konkretisieren kann.
@stern xD Der Strang bzw. das Vorbeireden aneinander war mal herrlich erfrischend zu lesen.
Böse = alles Negative was schadet und zerstört
Veröffentlicht von: @sterndass Gott alle retten will und trotzdem welche nicht dabei sein können werden.
Ich sehe das nicht so absolut, sondern ehe zeitlich. Die die gerettet werden bezieht sich auf die nahe Zukunft. Und die die nicht dabei sind, haben einen noch längeren Weg vor sich. Z.B. u.U. Inkarnation. Man weiß nichts genaues, man kann es glauben Ich sehe zumindest keinen Widerspruch zur biblischen Offenbarung.
Je mehr ich darüber lese und je länger ich darüber nachdenke, umso froher werde ich, dass ich das alles gar nicht bis ins Detail wissen muss.
Herkommend von einem recht harten Gottesbild hab ich mich zu diesem barmherzigen Gott durchgeglaubt - am Ende wird er das letzte Wort haben.
Herkommend von einem recht harten Gottesbild hab ich mich zu diesem barmherzigen Gott durchgeglaubt
"Durchgeglaubt"... diese Formulierung gefällt mir (und zwar ohne Hintergedanken). 😆
Und ich habe Leute kennengelernt, die das wohl auch von sich sagen könnten... die haben da einen ziemlich langen Weg hinter sich.
Ich hab die Offenbarung noch nie am Stück durchgelesen, hab aber noch ne Predigt im Kopf darüber schwerer Kost.
Dass wir Menschen und natürlich auch alle anderen Lebewesen, die das Leben führen in dem wir, sie gerade sind und danach alles fertig ist, kann ich mir nicht vorstellen.
Was ich mir auch nicht vorstellen kann, dass ich besser bin als alle Indianer, die ja in die ewigen Jagdgründe kommen. Somit stellen sich zwei Fragen. Gibt es verschiedene Möglichkeiten was mit uns passiert nach dem Tod. Und wenn ja, was ist entscheidend, was mit uns nach dem Tod passiert.
Veröffentlicht von: @musilDass wir Menschen und natürlich auch alle anderen Lebewesen, die das Leben führen in dem wir, sie gerade sind und danach alles fertig ist, kann ich mir nicht vorstellen.
Was ich mir auch nicht vorstellen kann, dass ich besser bin als alle Indianer, die ja in die ewigen Jagdgründe kommen. Somit stellen sich zwei Fragen. Gibt es verschiedene Möglichkeiten was mit uns passiert nach dem Tod. Und wenn ja, was ist entscheidend, was mit uns nach dem Tod passiert.
Die Hölle als Erpressungsmittel ist als solche nicht akzeptiert bei der Frage, was nach dem Tod geschieht. Was nach dem Tod geschieht, wird allerdings mit den Begriffen "Fegefeuer" und "Hölle" beschrieben, welche häufig in ihrer Bedeutung gleichgesetzt werden, ohne die Begriffe wirklich geisteswissenschaftlich und ihre Unterschiedlichkeit erforscht zu haben. Das Fegefeuer würde zu einer absoluten Endstation führen, wenn man jeden einzelnen Menschen und die Menschheit nicht in einer fortwährenden Entwicklung begriffen sehen würde und es drängt sich deshalb zwangsweise die polarisierende und zwiegespaltene Entscheidung auf: Ob Himmel oder Hölle!
Das Fegefeuer trägt dieselbe Bedeutung wie das "Kamaloka" der hinduistischen Theosophie. Beide sind Orte des "Feuers" und sieht man sie entwicklungsfördernd, so hat das Feuer eine geistige Reinigung zur Folge, wobei aller geliebter Egoismus entfernt wird, was nicht unbedingt angenehm sein wird. Das gilt für alle Menschen - auch für Indianer. Dann erschließt sich, was der Christus Jesus in Mt. 18, 3 sagt: "Wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, dass ihr umkehret und werdet wie die Kindelein, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." Das bedeutet spirituell, wir werden wieder so rein, unbefangen und unschuldig werden, wie es unsere Kinder sind, dann haben wir durch das Fegefeuer bzw. durch das Kamaloka das Niveau erreicht, um in den Himmel einkehren zu können. Unsere Kinder sind vom Himmel auf die Erde gekommen, haben einen Leib dazu angenommen. Sie zeigen uns den Kreislauf zwischen irdischem Leben, Tod, Fegefeuer, Himmel, der nur dann ein wirklicher Kreislauf ist, wenn es wieder an der Zeit ist, auf die Erde zu inkarnieren, einen Leib anzunehmen und in einem höheren Sinne, geistige Prüfungen abzulegen, den Egoismus im Zuge der Inkarnationen zu überwinden und Weisheit zu erlangen.