Ist Gott ein gewalttätiges Monster?
Hallo Ihr Lieben,
Das ist eine provokante Überschrift.
Ich will Euch gleich meine Antwort vorweg geben: Nein, das ist er nicht.
Jedenfalls nicht der Gott, an den ich glaube.
Ich komme auf das Thema, weil in einem anderen Beitrag jemand die Überschrift in "kein MOnster" geändert hat.
Das Thema liegt scheinbar vielen auf der Seele:
Warum hat Gott die Ausrottung so vieler Volker durch das Volk Israel befohlen, die im verheißenen Land wohnten?
Selbst Gott legte Hand an.
Sein Engel tötete in einer Nacht 185000 Mann der Armee der Assyrer, Jeremia 37:36.
Mit solchen Berichten wird Gott JHWH immer wieder als blutrünstiger Rachegott dargestellt. Ist er das wirklich?
Hatte es damit zu tun, daß alle diese ausgerotteten Völker grausigste Opferzeremonien 'pflegten'? Dazu gehörten vor allem Kinderopfer. Und diese opferten sie nicht dem Gott JHWH, sondern dem Baal.
Nebenbei bemerkt, wird 'Baal' auch nur die Bedeutung von Herr, Meister, Besitzer, Ehemann, König oder Gott. Baal war ein Titel, der für jeden Gott verwendet werden konnte. Quelle:Wikipedia
Die Baalsanbeter ließen ihre Kinder durchs Feuer gehen. Und wurden deswegen von der Bildfläche entfernt. So schlussfolgere ich.
Aber wie passt es, daß Gottes Volk, das Volk Israel, das später aus den Israeliten im Norden und den Judäern im Süden bestand, ebenso Kinder opferten
2.Könige 16:2,3
2.Könige 23:10
Jeremia 32:35
und dafür lediglich die Schelte von Propheten bekamen, obwohl Gott ihnen in seinem Gesetz
3.Mose 18:21
5.Mose 18:10
solches verbot? SEIN Volk rottete JHWH nicht aus. SEIN Volk bestrafte und ermahnte er lediglich. Hätte ER das nicht auch mit den anderen Völkern tun können, anstatt sie auszurotten?
Zum Verständnis dessen, was im AT aufgeschrieben wurde, mag das Buch "Tagebuch der Menschheit" von Schaik und Michel etwas Erhellung beitragen.
Und BITTE:
jede/jeder hat seine eigene Meinung, die darf er/sie gerne äußern. Wenn Ihr unterschiedlicher Meinung seid, respektiert Euch und antwortet bitte freundlich. Ein Disput sollte in diesem Forum freundlich ausgetragen werden. (Siehe Galater, Frucht des Geistes)
Jede/Jeder sei willkommen, seinen Beitrag zu schreiben.
Wenn Ihr Quellen für Eure Meinung/Behauptung habt, schreibt sie bitte dazu, das macht es leichter, darauf zu antworten.
Veröffentlicht von: @AnonymHallo Ihr Lieben,
Das ist eine provokante Überschrift.
Ich will Euch gleich meine Antwort vorweg geben: Nein, das ist er nicht.
Jedenfalls nicht der Gott, an den ich glaube.Ich komme auf das Thema, weil in einem anderen Beitrag jemand die Überschrift in "kein MOnster" geändert hat.
Das Thema liegt scheinbar vielen auf der Seele:
Warum hat Gott die Ausrottung so vieler Volker durch das Volk Israel befohlen, die im verheißenen Land wohnten?
Selbst Gott legte Hand an.
Sein Engel tötete in einer Nacht 185000 Mann der Armee der Assyrer, Jeremia 37:36.
Mit solchen Berichten wird Gott JHWH immer wieder als blutrünstiger Rachegott dargestellt. Ist er das wirklich?Hatte es damit zu tun, daß alle diese ausgerotteten Völker grausigste Opferzeremonien 'pflegten'? Dazu gehörten vor allem Kinderopfer. Und diese opferten sie nicht dem Gott JHWH, sondern dem Baal.
Nebenbei bemerkt, wird 'Baal' auch nur die Bedeutung von Herr, Meister, Besitzer, Ehemann, König oder Gott. Baal war ein Titel, der für jeden Gott verwendet werden konnte. Quelle:Wikipedia
Die Baalsanbeter ließen ihre Kinder durchs Feuer gehen. Und wurden deswegen von der Bildfläche entfernt. So schlussfolgere ich.
Aber wie passt es, daß Gottes Volk, das Volk Israel, das später aus den Israeliten im Norden und den Judäern im Süden bestand, ebenso Kinder opferten
2.Könige 16:2,3
2.Könige 23:10
Jeremia 32:35
und dafür lediglich die Schelte von Propheten bekamen, obwohl Gott ihnen in seinem Gesetz
3.Mose 18:21
5.Mose 18:10
solches verbot? SEIN Volk rottete JHWH nicht aus. SEIN Volk bestrafte und ermahnte er lediglich. Hätte ER das nicht auch mit den anderen Völkern tun können, anstatt sie auszurotten?Zum Verständnis dessen, was im AT aufgeschrieben wurde, mag das Buch "Tagebuch der Menschheit" von Schaik und Michel etwas Erhellung beitragen.
Und BITTE:
jede/jeder hat seine eigene Meinung, die darf er/sie gerne äußern. Wenn Ihr unterschiedlicher Meinung seid, respektiert Euch und antwortet bitte freundlich. Ein Disput sollte in diesem Forum freundlich ausgetragen werden. (Siehe Galater, Frucht des Geistes)
Jede/Jeder sei willkommen, seinen Beitrag zu schreiben.
Wenn Ihr Quellen für Eure Meinung/Behauptung habt, schreibt sie bitte dazu, das macht es leichter, darauf zu antworten.
Sehr inspirierend, danke!
"Ich will Euch gleich meine Antwort vorweg geben: Nein, das ist er nicht. Jedenfalls nicht der Gott, an den ich glaube."
Man beachte die Zirkularität der Aussage: "Jedenfalls nicht der Gott, an den ich glaube."
"der Gott" kann ja nur der sein, den ich mir ausmale. und an welchen sollte ich sonst glauben können außer den meiner Vorstellung?
Stelle ich mir keinen Gott vor, an was soll ich glauben?
Und meine Vorstellung ist gefangen zwischen Extremen des menschlichen Verstandes: "barmherzig, liebend, gerecht" auf der einen Seite und "hartherzig, kalt, launisch, eine 'Monster'" auf der anderen Seite.
Muss Gott moralisch gerecht sein? Können für Gott moralische Maßstäbe gelten? Da das ein menschliches Bewertungkriterium ist, denke ich nicht, dass Gott moralisch gerecht ist oder sein muss. Seine Vorsehung hat das vollkommen Gute zum Ziel. Warum sollte Gott für diese Zielsetzung nicht auch Übel zulassen?
Betrachten wir das NT im Vgl. zum AT dann hat sich doch schon einiges zum Guten gewandelt, trotz (oder wegen ?) der vielen Übel des AT.
Umgangssprachlich könnte man das auch so ausdrücken "Um einen Eierkuchen zu backen, müssen Eier zerschlagen werden."
@stero
Muss Gott moralisch gerecht sein? Können für Gott moralische Maßstäbe gelten? Da das ein menschliches Bewertungkriterium ist, denke ich nicht, dass Gott moralisch gerecht ist oder sein muss. Seine Vorsehung hat das vollkommen Gute zum Ziel. Warum sollte Gott für diese Zielsetzung nicht auch Übel zulassen?
Wenn für Gott keine moralischen Maßstäbe gelten - warum sollte er dann das "vollkommen Gute" zum Ziel haben?
Warum sollten Gottes Ziele aus unserer Perspektive überhaupt "gut" oder "schlecht" sein... er verfolgt halt seine Ziele, ganz egal, ob wir es für gut oder schlecht halten...
Versetzen sie sich in die Lage eines gewöhnlichen Einwohners des nahen Ostens der Bronzezeit. Wohin sie auch sehen, karge Einöde, wenig Möglichkeiten zur Landwirtschaft, etwas Grün in Umgebung schlammiger Tümpel und Flüsse - dafür aber überall um sie herum gewaltsame Nachbarn, für die Massen und Völkermord beliebte Freizeitaktivitäten darstellten. Ihre Eltern mögen sie liebevoll begleitet haben, waren allerdings auch der traditionell fest verankerten Überzeugung das viel Gewalt viel hilft - was dazu führte das sie Ihnen schon früh jedes natürliche Empfindungsvermögen aus dem Leib geprügelt haben. Individualität: Dieses Konzept war in der Region derart beliebt, das es in ihrer Muttersprache noch nicht einmal eines Begriffes hierfür bedurfte. Wenn es um ihr Leben ging, gab es hingegen immer jemanden der für sie Entscheidungen zu fällen vermochte (dies wurde nämlich niemals einem einzelnen überlassen) - in frühen Jahren ihre Mutter, dann in Bezug auf alles häusliche ihre Großmutter, bei allem anderen ihr Vater, anschließend viele Onkel und alle restlichen Verwandten bis zum siebtem Grad aus sonst-wo-auch-immer. Sie hatten viele Brüder und Geschwister, von denen allerdings nur ein Bruchteil ob ständiger Krankheiten, Epidemien, Überfälle, Kriegen oder Arbeitsunfällen das Erwachsenenalter erreichten. Sexualität: Wenn sie männlich zur Welt kamen und nicht unansehnlich waren bestand immer die Gefahr von der Straße weg entführt und der gesamten, weiblichen wie männlichen Verwandtschaft ihrer Entführer in multipler Weise missbraucht sowie anschließend bestialisch umgebracht zu werden - weshalb ihre Mutter dafür sorgte, das sie nie in gewaschener Kleidung und mit sauberen Gesicht aus dem Haus gehen durften (eine Sitte die im streng islamischen Afghanistan übrigens regional bis heute verbreitet ist). Als Mädchen hätten sie es da besser, denn sie dürften das Haus ohne Begleitung eh nie verlassen und wenn ihnen jemand fremdes begegnete hatten sie sich als Baum auszugeben oder tot zu stellen.
Mit anderen Worten: Ihr Leben war nach modernen Maßstäben die Hölle auf Erden!
Was für ein Gottesverständnis mögen sie nun ob dieser Umgebung wohl entwickelt haben? Hätten sie jemanden geglaubt, der Ihnen erzählt hätte DER Gott wäre ihm erschienen und offenbarte, das sie etwa ihren Feinden vergeben sollen, auch die andere Backe hinhalten müssten, ja sogar einem Räuber ihr einziges Untergewand überlassen sollten? Ich denke, sie hätten einen solchen Menschen eher für völlig verrückt gehalten.
Fazit: Die hebräischen Schriften der Bibel anachronistisch aus dem Blickwinkel eines westlichen Konsumenten hyperindustrialisierter Überflussgesellschaft und einigermaßen verlässlicher Staatsstrukturen zu betrachten ist Unsinn. Es bedurfte mehrerer Jahrtausende göttlicher Offenbarung und dezidiert der Mentalität damaliger Menschen zugeschnittener Weisungen um überhaupt erst einmal die Sensibilität heranreifen zu lassen damit einige (!) Jesus anerkennen konnten. Wenn sie wissen wollen, das Gott möchte - dann schauen sie sich jene Stellen an, welche 1.) klarmachen, das Menschenopfer Gott ein Gräul sind, 2.) Gott überhaupt keinerlei Ritualopfer bedarf, 3.) vielmehr Barmherzigkeit und Nächstenliebe Gottes Willen entsprechen und 4.) Menschen eine inhärente Würde und damit allgemeine Rechte haben.
Das steht nämlich u.a. auch in den hebräischen Schriften. Alle Weisungen hatten dies zum Ziel - Für die Menschen der klassischen Vorzeit hingegen völlig utopisch und absurd.
Veröffentlicht von: @claudiusVersetzen sie sich in die Lage eines gewöhnlichen Einwohners des nahen Ostens der Bronzezeit. Wohin sie auch sehen, karge Einöde, wenig Möglichkeiten zur Landwirtschaft, etwas Grün in Umgebung schlammiger Tümpel und Flüsse - dafür aber überall um sie herum gewaltsame Nachbarn, für die Massen und Völkermord beliebte Freizeitaktivitäten darstellten. Ihre Eltern mögen sie liebevoll begleitet haben, waren allerdings auch der traditionell fest verankerten Überzeugung das viel Gewalt viel hilft - was dazu führte das sie Ihnen schon früh jedes natürliche Empfindungsvermögen aus dem Leib geprügelt haben. Individualität: Dieses Konzept war in der Region derart beliebt, das es in ihrer Muttersprache noch nicht einmal eines Begriffes hierfür bedurfte. Wenn es um ihr Leben ging, gab es hingegen immer jemanden der für sie Entscheidungen zu fällen vermochte (dies wurde nämlich niemals einem einzelnen überlassen) - in frühen Jahren ihre Mutter, dann in Bezug auf alles häusliche ihre Großmutter, bei allem anderen ihr Vater, anschließend viele Onkel und alle restlichen Verwandten bis zum siebtem Grad aus sonst-wo-auch-immer. Sie hatten viele Brüder und Geschwister, von denen allerdings nur ein Bruchteil ob ständiger Krankheiten, Epidemien, Überfälle, Kriegen oder Arbeitsunfällen das Erwachsenenalter erreichten. Sexualität: Wenn sie männlich zur Welt kamen und nicht unansehnlich waren bestand immer die Gefahr von der Straße weg entführt und der gesamten, weiblichen wie männlichen Verwandtschaft ihrer Entführer in multipler Weise missbraucht sowie anschließend bestialisch umgebracht zu werden - weshalb ihre Mutter dafür sorgte, das sie nie in gewaschener Kleidung und mit sauberen Gesicht aus dem Haus gehen durften (eine Sitte die im streng islamischen Afghanistan übrigens regional bis heute verbreitet ist). Als Mädchen hätten sie es da besser, denn sie dürften das Haus ohne Begleitung eh nie verlassen und wenn ihnen jemand fremdes begegnete hatten sie sich als Baum auszugeben oder tot zu stellen.
Mit anderen Worten: Ihr Leben war nach modernen Maßstäben die Hölle auf Erden!
Was für ein Gottesverständnis mögen sie nun ob dieser Umgebung wohl entwickelt haben? Hätten sie jemanden geglaubt, der Ihnen erzählt hätte DER Gott wäre ihm erschienen und offenbarte, das sie etwa ihren Feinden vergeben sollen, auch die andere Backe hinhalten müssten, ja sogar einem Räuber ihr einziges Untergewand überlassen sollten? Ich denke, sie hätten einen solchen Menschen eher für völlig verrückt gehalten.
Fazit: Die hebräischen Schriften der Bibel anachronistisch aus dem Blickwinkel eines westlichen Konsumenten hyperindustrialisierter Überflussgesellschaft und einigermaßen verlässlicher Staatsstrukturen zu betrachten ist Unsinn. Es bedurfte mehrerer Jahrtausende göttlicher Offenbarung und dezidiert der Mentalität damaliger Menschen zugeschnittener Weisungen um überhaupt erst einmal die Sensibilität heranreifen zu lassen damit einige (!) Jesus anerkennen konnten. Wenn sie wissen wollen, was Gott in den hebräischen Schriften eigentlich möchte - dann schauen sie sich jene Stellen an, welche 1.) klarmachen, das Menschenopfer Gott ein Gräul sind, 2.) Gott überhaupt keinerlei Ritualopfer bedarf, 3.) vielmehr Barmherzigkeit und Nächstenliebe Gottes Willen entsprechen und 4.) Menschen eine inhärente Würde und damit allgemeine Rechte haben.
Das steht nämlich u.a. auch in den hebräischen Schriften. Alle Weisungen hatten dies zum Ziel - Für die Menschen der klassischen Vorzeit hingegen völlig utopisch und absurd. An einen derartigen Gott hätten sie niemals glauben können.