Ist Gott frei?
In den letzten Tagen gab es hier einige Diskussionen zum Thema "Gotteskonzept"... also, was ein bestimmtes Konzept von Gott im Endeffekt bedeutet. Also beispielsweise "Allmacht und Verantwortung".
Dabei wurde auch immer wieder angesprochen, dass Gott den Menschen "frei" gestalten wollte... und dem Menschen deshalb die Möglichkeit gab, zwischen "gut" und "böse" zu wählen. Weil Gott wollte, dass der Mensch frei ist... und sich freiwillig für das Gute entscheidet.
Allerdings: Die christliche Gottesvorstellung schließt auch ein, dass Gott immer "gut" ist. Und zwar nicht nur "irgendwie gut", sondern "absolut gut". Gott ist das Optimum. Gott kann (trotz Allmacht) niemals "böse" sein und ist immer absolut gerecht.
Absolut gut und absolut gerecht... das bedeutet aber auch: Gott hat gar keine Wahl. Im Gegensatz zum Menschen kann sich Gott nicht für das Böse entscheiden. Mit anderen Worten: Gott verfügt selbst nicht über die Freiheit, die Menschen haben, da er nicht "böse" sein kann.
Das heißt aber auch: Gott ist absolut deterministisch. Alles ist vorherbestimmt, Gott hat keine Möglichkeit, eine freie Entscheidung zu treffen - weil er immer die "Beste", die "optimale", die "gerechteste" Entscheidung fällt... ja, fällen MUSS, weil ihm aufgrund seiner Eigenschaften gar keine andere Wahl bleibt.
Ist Gott demnach also unfrei?
Veröffentlicht von: @lucan-7Das heißt aber auch: Gott ist absolut deterministisch. Alles ist vorherbestimmt, Gott hat keine Möglichkeit, eine freie Entscheidung zu treffen - weil er immer die "Beste", die "optimale", die "gerechteste" Entscheidung fällt... ja, fällen MUSS, weil ihm aufgrund seiner Eigenschaften gar keine andere Wahl bleibt.
Ist Gott demnach also unfrei?
was für ein spannendes Thema. 🙂 ..ich muss noch darüber nachdenken.
Veröffentlicht von: @lucan-7
Allerdings: Die christliche Gottesvorstellung schließt auch ein, dass Gott immer "gut" ist. Und zwar nicht nur "irgendwie gut", sondern "absolut gut". Gott ist das Optimum. Gott kann (trotz Allmacht) niemals "böse" sein und ist immer absolut gerecht.
Wie kommst Du denn auf dieses schmale Pferd?
Wo steht das denn in der Bibel, dass Gott immer "gut" ist?
Gott ist allmächtig, das ist ganz etwas anderes.
@fizzibitz
Wie kommst Du denn auf dieses schmale Pferd?
Wo steht das denn in der Bibel, dass Gott immer "gut" ist?
Laut Bibel ist Gott sowohl für das Gute wie das Böse verantwortlich. Was ich auch sehr logisch finde.
Aber ich behaupte jetzt mal, dass 99% aller Christen, denen ich so begegnet bin, behaupten, dass Gott absolut "gut" sei und nicht für das Böse verantwortlich.
Zwar kommt man da reichlich in Erklärungsnot... aber das Bild scheint mir doch sehr gängig zu sein. Deshalb war das hier jetzt auch die Ausgangslage für mich.
Veröffentlicht von: @lucan-7@fizzibitz
Wie kommst Du denn auf dieses schmale Pferd?
Wo steht das denn in der Bibel, dass Gott immer "gut" ist?Laut Bibel ist Gott sowohl für das Gute wie das Böse verantwortlich. Was ich auch sehr logisch finde.
Aber ich behaupte jetzt mal, dass 99% aller Christen, denen ich so begegnet bin, behaupten, dass Gott absolut "gut" sei und nicht für das Böse verantwortlich.
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Da bin ich ganz bei Dir, im Monotheismus muss Gott für das Böse auch zuständig sein, sonst brauchten wir dafür wieder den Teufel, wie im Mittelalter.
Christen, die behaupten, dass Gott mit dem Bösen nichts zu tun habe, scheinen vom Bibellesen nicht viel zu halten, da steht doch alles gut erklärt....
@fizzibitz
Ich hab soooo gelacht....😂😂😂😂😂👍👍👍
Wie kommst Du denn auf dieses schmale Pferd?
Man, was hast du mir den Lacher des Tages beschert 😂😂😂👍👍👍👍 Ich hab genau das gleiche gedacht, hätte es aber nicht soooo ausdücken können.(kenne nicht mal die Redewendung) Hach....heerrlich 😂😂😂😂😂😂👍👍👍👍
Schnelle Antwort, damit ich das Thema bei mir erscheint. Ein Gedanken vorab. Bevor wir darüber diskutieren, ob Gott Gutes oder Böses tun kann, müssen wir darüber diskutieren, was denn Gut oder Böse ist.
Ein sehr Symplastischer Entwurf ist, dass Gut ist; was dem Willen Gottes entspricht und Böse; was seinem Willen widerspricht.
Deine Frage läuft auf den Dialog von Sokrates und Eutyphro hinaus: Folgen die Götter einem übergeordneten Prinzip, welches bestimmt, was gut ist. Wer aber hat dann dieses Prinzip definiert, oder wenn es ein Naturgesetz ist, welchem die Götter unterworfen, sind sie dann wirklich Götter. Oder sind die Götter gut, weil sie es einfach willkürlich so definiert haben.
Ein sehr Symplastischer Entwurf ist, dass Gut ist; was dem Willen Gottes entspricht und Böse; was seinem Willen widerspricht.
Deine Frage läuft auf den Dialog von Sokrates und Eutyphro hinaus: Folgen die Götter einem übergeordneten Prinzip, welches bestimmt, was gut ist.
Das hatte Jack ja bereits ins Spiel gebracht.
Die Frage, die daraus folgt ist dann: Wenn Gott festlegt, was "gut" und was "böse" ist - kann er diese Festlegung auch wieder ändern?
Oder nochmal anders gefragt: Wäre ein Gott, der in dieser Hinsicht flexibel ist, mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren? Denn das übliche Bild ist doch, dass Gott sich in Ewigkeit nicht mehr ändert, dass er also bis in alle Zukunft der Ethik folgt, für die er sich zuvor einmal entschieden hat.
Damit hätte Gott dann seine Freiheit aufgegeben.
Die Frage, die daraus folgt ist dann: Wenn Gott festlegt, was "gut" und was "böse" ist - kann er diese Festlegung auch wieder ändern?
Dies hat aber nichts mit meiner ersten Aussage zu tun, und auch nur bedingt etwas mit der zweiten sokratischen Frage.
Bei mir stellt sich die Frage, ob die Mittel den Zweck heiligen. Wenn wir von der Ewigkeit her denken, dann ist es Gottes Ziel, dass so viele Menschen (am besten alle (vielleicht tatsächlich irgendwann alle)) wie möglich ihn kennen, lieben und in seiner Gegenwart in der neuen Welt leben. Von diesem Ziel her gedacht und von der Tragweite der Konsequenzen, rechtfertigt der Zweck die Mittel. Das heisst alles, was diesem Ziel dient, ist gut, alles, was diesem Ziel entgegenwirkt, ist böse.
Vor diesem Hintergrund kann Gott nichts Böses tun, selbst wenn er gegen sein eigenes Gesetz verstösst.
Gott würde dann etwas Böses tun, wenn er gegen seinen eigenen Wunsch dies zu erreichen handeln würde.
Vor diesem Hintergrund kann Gott nichts Böses tun, selbst wenn er gegen sein eigenes Gesetz verstösst.
Wenn das übergeordnete Ziel vorsieht, dass bestimmte "Gesetze" nicht gehalten werden müssen, dann sind es auch keine "Gesetze", sondern lediglich Richtlinien.
Muss sich ein Rettungswagen im Notfall an die Verkehrsregeln halten?
Ja, natürlich. Denn in den Verkehrsregeln steht meines Wissens auch drin, was beim Fahren mit Blaulicht zu beachten ist - ein Rettungswagen, der mit Blaulicht bei rot über die Ampel fährt verstößt nicht gegen die Regeln.
Wenn man jemanden eine absolute Eigenschaft gibt, führt dies immer zu logischen Problemen.
Die einfachste Lösung: Die zugeschriebene Eigenschaft ist nicht absolut.
Und wenn ich mir die Bibel anschaue, müsste man auch schon ein seltsame Definition des "Optimums" haben, um das als das optimale Gute zu definieren.
Bereits die Tatsache, dass Gott die Schaffung des Menschen bereut und dann eine Sintflut schickt, spricht gegen deine Annahme des Optimums.
Bereits die Tatsache, dass Gott die Schaffung des Menschen bereut und dann eine Sintflut schickt, spricht gegen deine Annahme des Optimums.
Sehe ich auch so. Das ist aber nicht das Bild, dass die gläubigen Menschen hatten, mit denen ich so diskutierte... die verlassen sich darauf, dass sich Gott in Zukunft nicht ändern wird.
Ein Gott, der stets aufs Neue definiert, was er gerade für "gut" hält wäre zwar frei... aber nicht verlässlich und damit auch kaum vertrauenswürdig.
Ein spannendes Thema!
Allerdings: Die christliche Gottesvorstellung schließt auch ein, dass Gott immer "gut" ist. Und zwar nicht nur "irgendwie gut", sondern "absolut gut". Gott ist das Optimum. Gott kann (trotz Allmacht) niemals "böse" sein und ist immer absolut gerecht.
Absolut gut und absolut gerecht... das bedeutet aber auch: Gott hat gar keine Wahl. Im Gegensatz zum Menschen kann sich Gott nicht für das Böse entscheiden. Mit anderen Worten: Gott verfügt selbst nicht über die Freiheit, die Menschen haben, da er nicht "böse" sein kann.
Das heißt aber auch: Gott ist absolut deterministisch. Alles ist vorherbestimmt, Gott hat keine Möglichkeit, eine freie Entscheidung zu treffen - weil er immer die "Beste", die "optimale", die "gerechteste" Entscheidung fällt... ja, fällen MUSS, weil ihm aufgrund seiner Eigenschaften gar keine andere Wahl bleibt.
Du vermischst hier das Sein mit dem Tun. Gott IST. Er fällt keine Entscheidungen, was Er tun soll, sondern ER IST. In der Bibel wirkt es manchmal so, als ob Er mal so und mal so handelt, aber das ist nur aus der Sicht der Menschen so. In Wirklichkeit IST ER Licht, Liebe, Ordnung (=gut).
Der Unterschied zwischen Licht und Finsternis ist erst entstanden, als die Menschen sich von Gott und Seinem Licht trennten. Genauso ist das Böse erst entstanden, als sie aus Seiner Ordnung austraten.
Dabei wurde auch immer wieder angesprochen, dass Gott den Menschen "frei" gestalten wollte... und dem Menschen deshalb die Möglichkeit gab, zwischen "gut" und "böse" zu wählen. Weil Gott wollte, dass der Mensch frei ist... und sich freiwillig für das Gute entscheidet.
Gott gab dem Menschen nicht die freie Entscheidung, zwischen gut und böse zu wählen. Er gab ihm die Entscheidung, vom Baum des Lebens zu essen oder vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
Vom Baum des Lebens essen heißt, angeschlossen sein an das Leben aus Gott, zu SEIN.
Vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen heißt, in der Welt der Dualität zu leben, in der es gut und böse gibt, frei und unfrei, Licht und Finsternis. Der Mensch muss sich zwischen gut und böse entscheiden, weil er jetzt in der Welt der Dualität lebt.
Du vermischst hier das Sein mit dem Tun. Gott IST. Er fällt keine Entscheidungen, was Er tun soll, sondern ER IST. In der Bibel wirkt es manchmal so, als ob Er mal so und mal so handelt, aber das ist nur aus der Sicht der Menschen so. In Wirklichkeit IST ER Licht, Liebe, Ordnung (=gut).
Das Problem an der Stelle ist: Die Unterscheidung von "gut" und "böse" ist ein Konzept. Ohne Konzept sind es nur Worte, und wir könnten Gott genau so gut als "böse" bezeichnen, ohne dass es einen Unterschied machen würde.
Andernfalls könnte Gott uns auch Schaden zufügen... und weil es Gott ist, der das tut, wäre das dann automatisch "gut".
Gott könnte auch völlig launisch sein und sich nach Belieben mal so und mal so verhalten... und immer wäre es "gut", einfach aufgrund der Tatsache, dass er Gott ist.
Das Wort allein wäre demnach sinnlos (jedenfalls für uns), wenn es nicht gleichzeitig auch einem Konzept folgt.
Definiere gut. Definiere böse. An welchen Kriterien machst du das fest? Bei Handlungen alleine ist das schwierig zu beurteilen, auch bei Menschen.
So wie in der Bibel von Gott gesprochen wird, ist es schwer, Gott als gut zu erkennen, das finde ich auch. Das liegt daran, wie in der Bibel von Gott gesprochen wird. Das AT habe ich jahrelang ganz abgelehnt, weil es mir so vorkam, als ob da von einem ganz anderen Gott die Rede ist als von dem, den ich kenne. Später habe ich dann erkannt, dass die Erzählweise eine andere ist, als wir es gewohnt sind. Wir lesen, was da steht und verstehen es so, wie es da steht. Wir lesen die Bibel quasi als Sachbuch. In Wirklichkeit werden aber irdische Dinge erzählt, die Geistiges veranschaulichen sollen. Das Reich Gottes ist eben nicht von dieser Welt.
Am meisten Probleme bereiteten mir die "Völkermorde", die Gott anordnete. Das hat sich für mich aber aufgeklärt. Nach der hebräischen Denkweise sind "Völker" die Gruppen von Menschen, die demselben Geist anhängen, also denselben Gott verehren. Als das AT entstand, war es ja auch tatsächlich so, dass es Stammesgötter gab, die von allen Stammesmitgliedern verehrt wurden. Der Gott Israels ist der Gott, der das Leben aller unterstützt. Im Gegensatz dazu stehen die Götter der anderen "Völker", die z.B. im Krieg unterstützen oder Wohlstand ermöglichen. Der Gegensatz zwischen der Beschäftigung mit Lebendigem oder mit toter Materie spielt generell in der Bibel eine große Rolle. Worum es da jeweils geht, erkennt man an den Namen der "Völker". Kana z.B. heißt "Handel treiben". Amalek heißt "Blut saugen", d.h. das Leben aussagen, denn im Blut steckt ja nach jüdischer Vorstellung das Leben. Gott will also nicht, dass Menschen ausgerottet werden, sondern dass jeder Mensch in sich die entsprechenden Geister ausrottet, wie die Neigung zur Materie oder anderes, was ihn vom Leben fernhält.
Definiere gut. Definiere böse. An welchen Kriterien machst du das fest?
Ich denke, jeder der zwischen "gut" und "böse" unterscheidet, hat auch gewisses Konzept dafür, was damit gemeint ist. Und das trifft natürlich auch auf Gott zu.
Laut Bibel scheint es auch, als sei Gott - im Gegensatz zu Menschen - jederzeit in der Lage, genau zu beurteilen, ob etwas "gut" oder "schlecht" ist, das heißt, Gott hat ein sehr präzises Konzept, die Dinge einzuordnen.
Fraglich ist natürlich, ob dieses Konzept immer gleich ist oder ob Gott hin und wieder Änderungen daran vornimmt. Das bleibt etwas unklar, aber grundsätzlich wird Gott als verlässlich dargestellt, der eben nicht heute dies und morgen was ganz Anderes will.
Das AT lässt sich sicherlich auf verschiedene Weise lesen. Mir erscheint es offensichtlich, dass Gott dort als sehr menschlicher Herrscher geschildert wird. Die menschlichen Herrscher damals zeichneten sich dadurch aus, dass sie Herrscher über Leben und Tod waren. Daran zeigte sich ihre Macht.
Ein Gott, der das nicht war (weil er jeden Menschen grundsätzlich verschonte) hätte in deren Augen also weniger Macht gehabt als ein menschlicher Herrscher. Das wäre natürlich wenig produktiv gewesen... die Menschen hätten sich aus Furcht allein den menschlichen Herrschern unterworfen und Gott, der ja vergleichsweise harmlos gewesen wäre, nicht weiter beachtet.
In so einer Welt musste Gott also über Leben und Tod herrschen, um ernst genommen zu werden... und zwar noch ausführlicher und umfangreicher als es die menschlichen Herrscher taten. Und so sind vermutlich die Schilderungen damals zustandegekommen.
Ähnlich ist es mit den vermeintlich grausamen Gesetzen... auch das war damals neu, weil sie für alle galten, währen zuvor die Herrscher recht willkürlich handelten.
Dennoch ist der Gott des AT für mich ziemlich klar ein Anderer als im NT... aber das wird im Christentum allgemein nicht so gesehen.
Ich denke, jeder der zwischen "gut" und "böse" unterscheidet, hat auch gewisses Konzept dafür, was damit gemeint ist. Und das trifft natürlich auch auf Gott zu.
Ja, genau. Jeder hat Vorstellungen davon, was gut und böse ist, und das kann sich sehr voneinander entscheiden, je nach dem, welches Ziel verfolgt wird und welche Vorstellungen man hat. Nach der Ideologie der Nazis war es ja gut, "unwertes Leben" zu vernichten und so die Menschheit insgesamt zu vervollkommnen. Aus unserer Sicht und vor allem aus der Sicht der betroffenen Juden, Sinti und Roma und Kranken war das böse.
Von Gott heißt es ja, Er schaut aufs Herz. Es kommt nicht so sehr auf die Tat an sich an sondern nur darauf, mit welcher Einstellung man handelt und das kann ja bei derselben Handlung ganz unterschiedlich sein. Ich glaube, das Kriterium ist immer die Liebe. Von Gott geht immer Licht, Liebe, Leben aus, deswegen IST ER GUT und alles ist gut, was Er tut.
Deine Gedanken zur Entstehung des AT teile ich übrigens. Die Schriften mussten für ein Volk der Eisenzeit interessant genug sein, damit sie akzeptiert wurden. Ich finde es aber inzwischen bewundernswert, dass unter diesen Voraussetzungen im selben Text auch noch tiefere Wahrheiten untergebracht wurden. Für uns ist das ohne Kenntnis des Hebräischen alles kaum noch zu verstehen. Wir sehen nur noch die Oberfläche, die sich für uns mit der Lehre von Jesus nicht mehr vereinbaren lässt. Ich habe mir sagen lassen, dass in den hebräischen Texten die Assoziationen zu den tieferen wahren Bedeutungen durch die Wortwahl hervorgerufen werden. Da geht es wohl recht fröhlich zu, wenn ein solcher Text vorgelesen wird und dann der Groschen fällt. Das fehlt für uns in der Übersetzung. Auch zur Zeit Jesu war Hebräisch nicht mehr die Muttersprache der Menschen, weswegen Jesus die Schrift neu auslegen musste.
Dennoch ist der Gott des AT für mich ziemlich klar ein Anderer als im NT... aber das wird im Christentum allgemein nicht so gesehen.
Das kann ich nachvollziehen, war für mich ja lange Zeit genauso. Ich finde es auch besser, sich vom AT nicht beirren zu lassen.
Im Christentum gibt es zu den Schriften ganz unterschiedliche Einstellungen. Längst nicht alle Christen glauben, dass die Schriften wortwörtlich von Gott diktiert wurden und deswegen auch wortwörtlich geglaubt werden müssen.
Du vermischst hier das Sein mit dem Tun. Gott IST. Er fällt keine Entscheidungen, was Er tun soll, sondern ER IST. In der Bibel wirkt es manchmal so, als ob Er mal so und mal so handelt, aber das ist nur aus der Sicht der Menschen so. In Wirklichkeit IST ER Licht, Liebe, Ordnung (=gut).
Das würde allerdings bedeuten, dass Gott kein Wesen ist, sondern ein Prinzip.
Das bedeutet etwa: Wenn wir Menschen ein Konzept dessen erstellen, was "gut" und was "böse" ist, dann gibt es da ja verschiedene Möglichkeiten.
Man kann aber einmal annehmen, dass es da auch eine optimale, ideale Lösung gibt, die sozusagen die bestmögliche Variante ist, wie man "gut" von "böse" unterscheiden kann. Und in dieser Variante würde dann "Gott" für das "Gute" stehen... also für das Optimum, das hier erreicht werden kann.
Das finde ich eine recht abstrakte Vorstellung. Es kommt ja dem nahe, was Jack hier in den Raum geworfen hat, nämlich die Vorstellung, dass alles "gut" ist, was Gott tut oder will. Quasi als Definition des "Guten".
Hilfreich ist das allerdings nicht. Denn es existieren ja nun einmal verschiedene Konzepte davon, was als "gut" und was als "böse" betrachtet werden kann. Die Behauptung, es gäbe dabei genau ein ideales Konzept, nämlich das "göttliche", hilft uns kaum weiter, so lange wir nicht wissen, wie dieses Konzept denn nun genau lautet.
Es führt eigentlich nur dazu, dass sich die Anhänger verschiedener Religionen gegenseitig die Köpfe einschlagen, weil sie sich nicht darüber einigen können, wessen Gott denn nun der Beste ist... nicht gerade hilfreich.
Ergänzen möchte ich noch, dass „alles“ (gut/ böse - hier und jetzt / Ewigkeit) auch eine Sache des Kontexts ist.
Und …
Es führt eigentlich nur dazu, dass sich die Anhänger verschiedener Religionen gegenseitig die Köpfe einschlagen, weil sie sich nicht darüber einigen können, wessen Gott denn nun der Beste ist... nicht gerade hilfreich.
… du sagst „nicht gerade hilfreich“. Ich frage: Hilfreich wozu? Worum geht’s denn im Leben?
Für mich macht Leben nur Sinn, wenn ich vertrauend auf Gott schaue. Wie sinnvoll ist denn das Konzept „Leben“, wenn davon letztendlich nichts bleibt? Leben allein als Selbstzweck als sinnvoll zu erachten, kann man machen… - überzeugt mich nicht. Dafür ist in mir eine zu starke Sehnsucht und Wahrnehmung, dass alles mit allem verbunden ist, dass etwas (Gott inklusive) bleibt, was bereits zuvor war und weiterhin (ewig) sein wird.
Mir ist bewusst, wie schwierig es ist, die ewige Perspektive mit hinein zu nehmen… Wir werden uns bei diesen Themen immer im Kreis drehen… Wir sind und erleben unsere Endlichkeit/ Vergänglichkeit. Alles darüber hinaus ist für uns nur bedingt greifbar. Und ja, wir können und werden uns (auch darin) nicht einigen. Macht nichts, denke ich. Darauf kommt es auch nicht an. Erdenleben ist auch ein (harter, kräftezehrender, auch leidvoller) Prozess. Wir sind gefangen vom Offensichtlichen, dem wir uns auch nicht entziehen sollen. Nur, genau darauf kommt es nicht an. Was bleibt denn nach dem Tod von uns? Was ich/ du/ er/ sie/ … geleistet habe? Was wir geschaffen haben? Wenn ich an Verstorbene oder an Vergangenes denke, dann bleibt mir, was ihren Geist mit meinem verbindet.
Worauf es aus meiner Sicht also ankommt? … auf das, was geistlich entsteht. Im christlichen Sinne ist dabei das Entscheidende - bereits jetzt - Gottes Reich in dir, in mir, in uns - was hineingenommen ist in eine Ewigkeit, die wir nicht konkret denken können.
… du sagst „nicht gerade hilfreich“. Ich frage: Hilfreich wozu? Worum geht’s denn im Leben?
Streit ist nicht hilfreich, wenn es darum geht herauszufinden, was denn nun das "Gute" ist, wenn es nur ums Rechthaben geht.
Denn so ist es ja meistens, Religion wird dafür genutzt sich abzugrenzen, nicht dafür, sich zusammen zu setzen und Gemeinsamkeiten zu suchen.
@lucan-7 Wie kommst du bei meiner Reaktion auf Streit?
Denn so ist es ja meistens, Religion wird dafür genutzt sich abzugrenzen, nicht dafür, sich zusammen zu setzen und Gemeinsamkeiten zu suchen.
Deine Formulierung ist ja allgemein gehalten. Nimmst du mich so wahr? Das fände ich schade. Ich nutze den Austausch auf j.de um Impulsen anderer nachzugehen, mir Gedanken über Inhalte zu machen, die mir wichtig sind, diese zu teilen und in Austausch zu treten.
Interessant scheint mir, welche Intentionen wir jeweils (meist wohl unbewusst) beim anderen wahrnehmen. Wie nimmst du mich denn wahr?
Ah, okay. Jetzt verstehe ich - mit Streit warst du noch bei deiner Vorstellung (Stichwort: Köpfe einschlagen).
Ah, okay. Jetzt verstehe ich - mit Streit warst du noch bei deiner Vorstellung (Stichwort: Köpfe einschlagen).
Richtig, das bezog sich auf den vorherigen Beitrag, nicht auf dich... sorry, wenn das missverständlich war.
Das würde allerdings bedeuten, dass Gott kein Wesen ist, sondern ein Prinzip.
Was meinst du mit Prinzip? So etwas wie z.B. die Naturgesetze? Nein, das ist Gott nicht.
Man kann aber einmal annehmen, dass es da auch eine optimale, ideale Lösung gibt, die sozusagen die bestmögliche Variante ist, wie man "gut" von "böse" unterscheiden kann. Und in dieser Variante würde dann "Gott" für das "Gute" stehen... also für das Optimum, das hier erreicht werden kann.
Das finde ich eine recht abstrakte Vorstellung. Es kommt ja dem nahe, was Jack hier in den Raum geworfen hat, nämlich die Vorstellung, dass alles "gut" ist, was Gott tut oder will. Quasi als Definition des "Guten".
Du gehst bei der Erkenntnis von "gut" und "böse" immer noch vom Handeln aus? Oder verstehe ich dich da falsch? Das ist ein Zustand, in den die Menschen durch den Sündenfall geraten sind. Als Menschen sagen wir, dieser und jener Mensch ist gut, weil er gut handelt. Wir können es anders nicht beurteilen.
Gott ist von Seinem Wesen her gut. Er ist in Sich Licht ohne Finsternis, Liebe ohne Hass oder Zorn, Leben ohne Tod. Von Ihm geht Licht aus, das die Kraft hat, alles zu erhellen. Von Ihm geht Liebe aus, die die Kraft hat, alles zu Liebe zu verwandeln. Von Ihm geht das Leben aus, das alles lebendig macht. Deswegen ist nur Er gut. Genau das ist das göttliche "Konzept"
Es führt eigentlich nur dazu, dass sich die Anhänger verschiedener Religionen gegenseitig die Köpfe einschlagen, weil sie sich nicht darüber einigen können, wessen Gott denn nun der Beste ist... nicht gerade hilfreich.
Solange Religion dazu benutzt wird, Gemeinschaft zu bilden, indem man sich gegen andere abgrenzt, wird das wohl immer ein Problem bleiben. Das findet man ja nicht nur unter den verschiedenen Religionen sondern auch innerhalb des Christentums zwischen den verschiedenen Konfessionen. Das ist ja wohl eher ein menschliches Problem.
Du gehst bei der Erkenntnis von "gut" und "böse" immer noch vom Handeln aus? Oder verstehe ich dich da falsch?
Nicht nur, aber auch.
Als Menschen sagen wir, dieser und jener Mensch ist gut, weil er gut handelt. Wir können es anders nicht beurteilen.
Gott ist von Seinem Wesen her gut. Er ist in Sich Licht ohne Finsternis, Liebe ohne Hass oder Zorn, Leben ohne Tod. Von Ihm geht Licht aus, das die Kraft hat, alles zu erhellen. Von Ihm geht Liebe aus, die die Kraft hat, alles zu Liebe zu verwandeln. Von Ihm geht das Leben aus, das alles lebendig macht. Deswegen ist nur Er gut. Genau das ist das göttliche "Konzept"
Wenn wir als Menschen mit "gut" oder "schlecht" vor allem Handlungen meinen, mit der Aussage "Gott ist gut" aber etwas ganz Anderes gemeint ist - dann ist der Begriff an dieser Stelle irreführend. Was ich ja nicht zum ersten Mal bemängele, wenn man in Glaubensfragen Begriffe verwendet, die ganz anders zu verstehen sind...
Solange Religion dazu benutzt wird, Gemeinschaft zu bilden, indem man sich gegen andere abgrenzt, wird das wohl immer ein Problem bleiben.
Ja, weil es einem natürlich auch ein gutes Gefühl gibt... "Wir sind die Guten, denn wir glauben das Richtige... die anderen glauben das Falsche!". Das schmeichelt einem selbst natürlich - aber die Konflikte sind dabei vorprogrammiert.
Ich las kürzlich ein Interview mit einem Rabbiner. Als dieser sagte: "Gott existiert nicht!" hielt der Journalist kurz die Luft an 😯 . Dann erklärte der Rabbi weiter: "Gott existiert nicht wie Sie und ich, sondern er ist bloßes Sein." Darüber musste ich länger nachdenken. 🙄
Ich las kürzlich ein Interview mit einem Rabbiner. Als dieser sagte: "Gott existiert nicht!" hielt der Journalist kurz die Luft an
. Dann erklärte der Rabbi weiter: "Gott existiert nicht wie Sie und ich, sondern er ist bloßes Sein." Darüber musste ich länger nachdenken.
Und was ist beim Nachdenken dann rausgekommen...?
Puuuh... Das Gott keine Materie hat und keine Bindungen, wie wir sie kennen, sondern einfach ist, passiert und geschieht. Besser kann es gerade nicht ausdrücken.
Wenn du dir darunter etwas vorstellen kannst, dann ist es ja gut.
Ich habe bei religiösen Gesprächen oft den Eindruck, dass manchmal nur Schlagworte in den Raum geworfen werden, die irgendwie gut klingen, aber keine echte Bedeutung haben. Das hilft dann natürlich nicht weiter...
@lucan-7 Das ist nicht nur in religiösen Gesprächen so, das Schlagworte genutzt werden, weil es gut klingt oder cool ist. Viele Leute plappern einfach nur nach und denken nicht bzw. haben keine eigene, fundierte Meinung.
@lucan-7 Ist das nicht die schon in der Aufklärung geführte Diskussion, ob der Mensch einen freien Willen hat?
Vorschlag: Die Frage erstmal für den Menschen klären.
Dann auf Gott übertragen.
So funktioniert's!
Ist das nicht die schon in der Aufklärung geführte Diskussion, ob der Mensch einen freien Willen hat?
Vorschlag: Die Frage erstmal für den Menschen klären.
Dann auf Gott übertragen.
Der Mensch kann keinen "freien Willen" haben. Ich wüsste noch nicht einmal, wie man einen "freien Willen" definieren könnte.
Aber warum soll das auch für Gott gelten müssen...?
@lucan-7 Der Gott ist das was du als Baby warst. Nur Gut... so hat dir Gott erschaffen, damit du gut auf der Erde leben kannst. Das Böse was du als Erwachsener in dir trägst ist nicht Teil von dir, ist ein Fremdteil. Dieses muss du abwerfen bevor du stirbst. Denn du bist unsterblich, wie der Gott unsterblich ist.
Gott hat alles was wir Menschen sehen und um uns herum erleben, gemacht. Erde, Sterne, Wasser, Himmel, Tiere, Menschen, Natur. Wenn der Mensch auf der Erde nicht wäre hätte die Erde nicht überlebt. Um dieses Imperium intakt zu halten muss man eiserne Hand haben. Und diese Hand hat Gott. Seine Leute auf der Erde achten dass die Erde nicht zerstört wird. Gott hat keine Auswahl zwischen Gut und Böse. Er ist der absoluter Herrscher. Er will dass seinem Imperium es gut hat. Und nur mit guten Taten kann dem Imperium gut gehen. Gott beurteilt nur die Menschen nach ihren Taten auf der Erde und gibt Hinweise an seiner Leute, wenn diese Taten gefährlich für die Erde sind. Gott bestraft die Menschen nicht. Menschen bestraffen die anderen Menschen, nicht Gott selber. Das Böse ist eine Erfindung des Menschen und bleibt zwischen den Menschen, kommt im Himmel wo der Gott wohnt nicht.
Der Gott ist das was du als Baby warst.
Echt? Du kanntest mich nicht als Baby... ob ich da wirklich nur "gut" war, darüber lässt sich streiten... 😛
Gott hat alles was wir Menschen sehen und um uns herum erleben, gemacht. Erde, Sterne, Wasser, Himmel, Tiere, Menschen, Natur. Wenn der Mensch auf der Erde nicht wäre hätte die Erde nicht überlebt.
Die Erde ist ein paar Milliarden Jahre prima ohne uns zurecht gekommen... und kaum sind wir da, machen wir eine Menge kaputt. Der Vergleich passt wohl eher nicht.
Gott bestraft die Menschen nicht. Menschen bestraffen die anderen Menschen, nicht Gott selber. Das Böse ist eine Erfindung des Menschen und bleibt zwischen den Menschen, kommt im Himmel wo der Gott wohnt nicht.
Und wie kann etwas, das Gott "gut" gemacht hat, plötzlich etwas "böses" erfinden? Wie kommt man auf die idee...?
@lucan-7 Wenn man die Kinder betrachtet als Babys und dann als erwachsene merkt man dass alle Babys lieb sind. Sie lachen unschuldig und ihre Seelen-Reinheit wieder spiegelt sich in ihren Gesichtern. Das wollen die Eltern festhalten weil das einmalige Momente sind und fotografieren sie fleißig.
Niemand weis wie alt die Erde ist und wie alt die Menschen sind. Auf jeden Fall die ersten Menschen haben nicht genug Kenntnisse gehabt um die Welt zu zerstören. Sie haben sie entdeckt und besiedelt. Die Zerstörung kam viel später als der Mensch mit mehr Kenntnisse die Schätze der Erde entdeckte und sie berauben wollte. Das ist die Entdeckung die der Mensch ohne Hilfe Gottes gemacht hat, die bis heute fortgesetzt wird.
Gott hat alles GUT gemacht dass sie von selber nicht verändert werden können. Nur den Menschen hat er ähnlich mit Ihm gemacht damit er über alles andere Aufsicht hat und die Erde mit ihren sonstigen Bewohner im Leben erhält. Der Unterschied zu anderen Lebewesen ist, dass der Mensch von Gott bei seiner Geburt GUT gemacht wurde, aber die Fähigkeiten erhalten hat selber sein Leben zu gestalten. Diese Möglichkeit hat kein anderes Lebewesen auf der Erde erhalten. So hat der Mensch selbst das Böse erfunden und benützt es immer wieder, wie z.B. Hass, Lüge, Egoismus, Neid, etc., weil ihn Vorteile bringt.
Wenn man die Kinder betrachtet als Babys und dann als erwachsene merkt man dass alle Babys lieb sind. Sie lachen unschuldig und ihre Seelen-Reinheit wieder spiegelt sich in ihren Gesichtern.
Na ja, Babys fehlt das Konzept von "gut" und "böse", weil sie das noch nicht gelernt haben. Sie SIND einfach.
Niemand weis wie alt die Erde ist und wie alt die Menschen sind.
Nicht auf die Minute genau... aber wie alt die Erde ist wissen wir schon ziemlich gut. Beim Menschen ist es schwierig, weil die Übergänge vom Nicht-Menschen zum Menschen fliessend sind. Kommt also drauf an, wie sehr wir unsere Vorfahren als "Menschen" betrachten wollen...
Veröffentlicht von: @lucan-7Das Böse ist eine Erfindung des Menschen und bleibt zwischen den Menschen, kommt im Himmel wo der Gott wohnt nicht.
Und wie kann etwas, das Gott "gut" gemacht hat, plötzlich etwas "böses" erfinden? Wie kommt man auf die idee...?
Ja, wie kann der Mensch plötzlich das Böse erfinden, wenn es in ihm (durch Gott halt) gar nicht angelegt ist ?