Jesus - absolut und relativ
An Jesus glauben, ihm folgen, Gott in ihm sehen - ja, darum geht es in unserem christlichen Glauben.
Aber dieser Glaube und das Bekenntnis zu ihm steht in Frage – und die heißt: Hat die frühe Christenheit (das NT, die Evangelien, die frühe Kirche) Jesus von Nazareth erst nachträglich und verfälschend zu etwas gemacht (zum alleinigen Heiland & Retter der Welt), was er ursprünglich gar nicht war und sein wollte? Oder haben sie ihn - nachösterlich - erst richtig erkannt und angemessen bekannt., als das was er tatsächlich war, ist & bleibt, und was sich mit ihm offenbart hat?
Im Verständnis unseres Glaubens an Jesus Christus und im Streit um sein Verstehen gibt es oft nur eine "Entweder-Oder"-Alternative: Entweder NUR und AUSSCHLIESSLICH das Bekenntnis zu ihm - oder das Ein-geständnis und die Verwerfung, dass der Glaube an ihn (als den Christus) Verfälschung, Missverstehen und ein Konstrukt ist.
Es gibt, denke ich, noch eine andere Möglichkeit: Sie besteht schlichtweg darin, dass jede brennende Liebe und jede befreiende, beglückende und ehrliche Erfahrung ihren Ausdruck sucht. So weiß ein Verliebter definitiv, dass das Objekt seiner Liebe der/die "Schönste, Beste und Tollste" auf dieser Erde und seit Menschengedenken ist. Niemand verdenkt ihm/ihr diese Liebesbezeugung und einzigartige Bindung. Und es ist nicht die Unwahrheit, sondern Erfahrung, ehrliches Bekenntnis, leidenschaftliches Empfinden.
Objektiv geht es auch nicht darum, Jemandem diese Liebe auszureden oder mieszumachen. Er/sie teilt es mit der Welt. Aber die Verhältnissetzung dieses absoluten Bekenntnisses relatviert sich natürlich, ohne dass die Liebe, die Beziehung und die Erfahrung damit geschmälert oder getrübt wird.
Im 20./21. Jhdt ist die Geschichte, das Welterkennen und unser Wissen aber nun über die Jahrhunderte unvergleichlich zu früheren Zeiten gewachsen und ein anderes. Horizonte der Wahrnehmung sind unvergleichlich geweitet. Das gilt auch für die Geschichtswissenschaft (historisch-kritisches Forschen & Verstehen in allen Bereichen), Religions- und Kulturgeschichte, Religionspsychologie und Religions-Soziologie ... Und davon betroffen ist definitiv auch das Verständnis der Bibel (in ihrer Entstehung und historischen Einordnung, in ihrer traditions- uns literargeschichtlichen Erforschung) und das heute vorhandene global-wahrnehmende, inter-religiöse Wissen.
In all dem kann ich, wenn ich ehrlich bleibe und mich nicht verschließe, bleibende Wahrheiten und Bezüge nicht mehr verabsolutieren, sondern darf sie in ein verstehendes Verhältnis setzen zu Dingen, die die Menschen früherer Zeiten nicht wissen und sehen konnten.
Wenn ich in dieser Gegebenheit der Neuzeit & Gegenwart Christ bin und Christ bleibe, muss ich mich deshalb nicht in die "Entweder-Oder"-Alternative von "Jesus-Wahrheit oder garnix" begeben, sondern glaube mich durch ihn und zu ihm „gottnah & geliebt“, glaube an die Substanz seiner Mission (der heilenden & vergebenden, zu Liebe & Gerechtigkeit rufenden Reich-Gottesbotschaft) und finde zugleich Wahrheiten, Befreiungserfahrungen, Liebe, Erkenntnis und Gerechtigkeit auch außerhalb meiner Christusverbundenheit und außerhalb von Kirche & Christentum.
Die oft so verhärtete Alternative, dass Jesus entweder in trennender Ausschließlichkeit geglaubt werden muss ODER dass der gläubige Jesus-Bezug letztlich aufs Ganze eine Fälschung, Irrung und Illusion ist, ist also mMn nicht zwingend.
L'Chaim
Z.B. damit:
Veröffentlicht von: @awhlerSo weiß ein Verliebter definitiv, dass das Objekt seiner Liebe der/die "Schönste, Beste und Tollste" auf dieser Erde und seit Menschengedenken ist. Niemand verdenkt ihm/ihr diese Liebesbezeugung und einzigartige Bindung. Und es ist nicht die Unwahrheit, sondern Erfahrung, ehrliches Bekenntnis, leidenschaftliches Empfinden.
So verliebt war ich wohl noch nie.
Ich hab Augen im Kopf und bin insgesamt relativ nüchtern und realistisch; und so hab ich mir noch nie eingebildet, dass Person X der 'was-auch-immer-ste' ist oder war.
Liebe besteht ja auch darin, eine Person mit all ihren Schwächen und Mängeln zu akzeptieren und zu lieben.
Dieses 'Dennoch', von dem auch im Glauben die Rede ist.
Ich wollte das Verliebtsein nicht umfassend beleuchten, sondern nur als Vergleich dafür anführen, dass es sein kann, Jemanden "in den Himmel zu heben" und nur noch "Augen für ihn/sie" zu haben, so dass Liebensbezeugungen dieser Art einerseits ein ehrliches und legitimes Bekenntnis sind - aber auch klar ist, dass der Ausdruck von Liebe relatviert werden darf, ohne der Liebe abbruch zu tun.
L'Chaim
Veröffentlicht von: @awhlerIch wollte das Verliebtsein nicht umfassend beleuchten, sondern nur als Vergleich dafür anführen, dass es sein kann, Jemanden "in den Himmel zu heben" und nur noch "Augen für ihn/sie" zu haben, so dass Liebensbezeugungen dieser Art einerseits ein ehrliches und legitimes Bekenntnis sind - aber auch klar ist, dass der Ausdruck von Liebe relatviert werden darf, ohne der Liebe abbruch zu tun.
L'Chaim
Das ist möglicherweise einfach vom Temperament und der Persönlichkeit abhängig.
Und dann lässt es sich 1:1 auf den Glauben übertragen.
Ja - und es ist wohl auch das (religionsphänomenologische) Kennzeichen einer tieferen Glaubenserfahrung und Identifizierung damit, dass man etwas erst einmal verabsolutiert und erst im Weiteren so etwas wie Integration und wieder geöffnete Wahrnehmung passiert.
L'Chaim
Veröffentlicht von: @awhlerJa - und es ist wohl auch das (religionsphänomenologische) Kennzeichen einer tieferen Glaubenserfahrung und Identifizierung damit, dass man etwas erst einmal verabsolutiert und erst im Weiteren so etwas wie Integration und wieder geöffnete Wahrnehmung passiert.
L'Chaim
Keine Ahnung. Vielleicht hab ich da was übersprungen.
Veröffentlicht von: @awhlerAn Jesus glauben, ihm folgen, Gott in ihm sehen - ja, darum geht es in unserem christlichen Glauben.
Aber dieser Glaube und das Bekenntnis zu ihm steht in Frage – und die heißt: Hat die frühe Christenheit (das NT, die Evangelien, die frühe Kirche) Jesus von Nazareth erst nachträglich und verfälschend zu etwas gemacht (zum alleinigen Heiland & Retter der Welt), was er ursprünglich gar nicht war und sein wollte? Oder haben sie ihn - nachösterlich - erst richtig erkannt und angemessen bekannt., als das was er tatsächlich war, ist & bleibt, und was sich mit ihm offenbart hat?
Im Verständnis unseres Glaubens an Jesus Christus und im Streit um sein Verstehen gibt es oft nur eine "Entweder-Oder"-Alternative: Entweder NUR und AUSSCHLIESSLICH das Bekenntnis zu ihm - oder das Ein-geständnis und die Verwerfung, dass der Glaube an ihn (als den Christus) Verfälschung, Missverstehen und ein Konstrukt ist.
Es gibt, denke ich, noch eine andere Möglichkeit
Wenn man nicht von einer kompletten Verbalinspiration der Bibel ausgehen will oder, in der Variante "Schrift und Tradition", der Kirche Prokura für den eigenen Glauben erteilt, kommt man an solchen Fragen wohl nicht vorbei.
Der historische Jesus selbst hat nichts Schriftliches hinterlassen. Die unter dem Begriff "Neues Testament" zusammengefassten Schriften stammen von verschiedenen Autoren und sind zu verschiedenen Zeiten und vor verschiedenen Hintergründen entstanden. Der Begriff "verfälschend" ist vielleicht nicht so gemeint, klingt aber für mich zu negativ. Selbst wenn man davon ausgeht, dass alle Autoren ihr Bestes gegeben haben und nichts bewusst willkürlich hineingebracht haben, wären trotzdem ganz unterschiedlich geprägte Texte herausgekommen. Es sind Glaubenszeugnisse, wenn man es gut meint: Gotteswort in Menschenwort.
Offenbar ist auch in der frühen Kirche schon Leuten aufgefallen, dass die verschiedenen kursierenden Schriften nicht vollständig zusammenpassten. Die Folge waren eine Auswahl (Kanonisierung), was denn nun dazugehört und was nicht sowie eine Dogmatisierung, wie das Ganze denn nun im Zusammenhang zu verstehen sei. Auch darum gab es Streit, der zum Teil auch mit Gewalt ausgetragen wurde.
Wenn man bereit ist, das zu akzeptieren, ist es vorbei mit der absoluten Sicherheit. Das wiederum ist schlecht für einen Auftritt im Brustton der Überzeugung, wie er für die Leitung von Gemeinden und erst recht für Missionierung hilfreich, vielleicht sogar unerlässlich ist.
Wenn man sich nicht mit solchen Ungewissheiten herumplagen will, kann man natürlich zu "Allein die Schrift" kombiniert mit Verbalinspiration greifen, alternativ zu Schrift plus Tradition plus Autorität. Das sind allerdings auch schon zwei Varianten, und es gibt noch mehr dieser fundamentalistischen Art.
Es gibt Leute, denen ich eine solche fundamentalistische Art abnehme, weil sie im Glauben wie im sonstigen Leben ohne intellektuellen Anspruch unterwegs sind (was nicht heißt, dass sie dumm wären) und weil ich einen Reflex ihres Glaubens in der Art spüre, wie sie leben und mit anderen Menschen umgehen.
Bei den meisten anderen akzeptiere ich keine Haltung, die mir die Welt erklären oder mich missionieren will, ohne dass ich danach gefragt hätte. Da kommen wir ins Geschäft, wenn wir gemeinsam nach der Wahrheit suchen. Das sehe ich als die "andere Möglichkeit".
@awhler: Du stellst viele dieser Kopfdreher-Fragen.
Philosophie ist eben nicht dein Ding
Wobei...
Kolosser 2, 8
Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus.
🤣
Veröffentlicht von: @meriadoc
Philosophie ist eben nicht dein Ding
Nicht in dieser Form.
Wobei...
Kolosser 2, 8
Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus.
Vielleicht deswegen.
@leibesglieder Damit komm ich schon zurecht.
Ich frag mich nur, wem und für wen diese Fragen gestellt werden.
(So ein bissel wirkt's manchmal auf mich wie diese 'Ich-frage-für-einen-Freund'-Fragen')
@awhler Das ist mir jetzt alles etwas kompliziert. Wie genau schlägst Du vor, sich den Pelz zu waschen, ohne nass zu werden?
Im Ernst: ich konnte Arcangels erste Reaktion sehr gut verstehen: Hä?!
Meiner Ansicht nach hast Du genau jenes Problem kongnitiver Dissonanz, das sich für alle, die in der modernen Welt mit der Kontingenz religiöser Situationen konfrontiert werden und es nicht schaffen, die eigene Vernunft diesbezüglich effektiv auszuschalten, ergibt. Es gibt schlicht zu viele Belege dafür, dass das Credo, in welches man hineinsozialisiert wurde, falsch sein dürfte, als dass man es vor sich selbst oder anderen noch als grundvernünftig vertreten könnte. Wie nun damit umgehen, wo es sich doch so verlässlich-heimelig in jenem Credo anfühlte?
Und dann kommen - gelernt ist gelernt und der professionelle Prediger ist nicht abzulegen- die üblichen Spaziergänge in Analogien, Verschwurbelungen, Sprachwendungen*. Alles, was hilft, das Problem zu verunklären, irgendwie nach allen Seiten hin stets schön offen zu bleiben und niemanden, schon erst recht nicht jenes um die Heimeligkeit in Glaubensdingen besorgte eigene Ego, vor den Kopf zu stoßen mit der Forderung nach Konsequenz.
Entweder, Jesus war/ist Gott - oder er war/ist es nicht.
* Analogie:
So weiß ein Verliebter definitiv, dass das Objekt seiner Liebe der/die "Schönste, Beste und Tollste" auf dieser Erde und seit Menschengedenken ist.
Die schwärmerischen Gläubigen in der Tradition der Bräute Christi. Während Petra von ihrem Heinz schwärmt, schwärmt Agathe von Jesus. So weit, so analog. Dass man Heinz jeden Tag Punkt acht an der Stechuhr abpassen kann, um zu überprüfen, ob er wirklich so schön sei, wie Petra ständig beteuert - dies bei Jesus aber nicht der Fall ist... Ach egal, goldig in ihrer Euphorie sind beide Mädels und wer ausser einem Schuft sollte ihnen da was vermäkeln wollen?!
Verschwurbelung:
Im 20./21. Jhdt ist die Geschichte, das Welterkennen und unser Wissen aber nun über die Jahrhunderte unvergleichlich zu früheren Zeiten gewachsen und ein anderes. Horizonte der Wahrnehmung sind unvergleichlich geweitet.
Kurzform wäre: Heute sind wir weiter und wissen etwas mehr. Statt dessen werden Horizonte der Wahrnehmung bemüht, die ganz unvergleichlich geweitet wurden, was ja so beeindruckend wie nichtssagend ist, weil halt: unvergleichlich... Die Verschwurbelung soll hier vermutlich das Brüske abmildern, weil ja niemand vor den Kopf gestoßen werden soll und der Hinweis darauf, dass man zweitausend Jahre nach den in Rede stehenden Ereignissen etwas schlauer ist, sich arrogant/überheblich anlesen und altbekannte allergische Reaktionen der superfrommen Fraktion triggern könnte.
Sprachwendung:
In all dem kann ich, wenn ich ehrlich bleibe und mich nicht verschließe, bleibende Wahrheiten und Bezüge nicht mehr verabsolutieren, sondern darf sie in ein verstehendes Verhältnis setzen zu Dingen (...)
Bleibende Wahrheiten, verstehendes Verhältnis, ehrlich bleiben... Alles Stanzen. Aber hier fiel mir vor allen anderen das kleine Wörtlein "darf" auf. Das ist so Kanzel-Sprech, so pastorale Attitüde! Na klar darfst Du! Wer wollte Dir's verbieten? Mal als Angebot die Aussenperspektive: ist da zuerst der Gedanke und dann die Formulierung - oder steht das Wort, wenn Du den Gedanken ausformulieren möchtest, schon fertig da an seiner Stelle und lässt nicht mehr mit sich handeln? Sprachlogisch müsste hier statt "darf" das Wort "muss" stehen, es ist nämlich von zwei einander ausschließenden Alternativen die Rede: Verabsolutieren oder relativieren (in Verhältnis setzen). Wenn ich das eine nicht kann, dann muss ich das andere tun. Hättest Du statt "kann" das Wort "brauche" geschrieben, dann wäre das "darf" sprachlogisch in Ordnung gegangen. Hast Du aber nicht.
Hach ... ich finds erst mal wieder schön, dass Deborah es nicht versäumt, Dir zuzustimmen ...
Ansonsten ist Dein Posting eine charmante Mischung von Aussagen und Beurteilungen. Du beginnst charmant-unehrlich untertreibend ("Das ist mir jetzt alles zu kompliziert" ;-)), um dann doch seher gezielt analytisch, verstehend und erklärend Deine Urteile Urteile abzugeben: Vom Attestieren ""kognitiver Dissonanz" über Spott ("gelernt ist gelernt", "Kanzelsprech", "pastorale Attitüde") bis hin zu "sprachlogischen" Beurteilungen & Belehrungen.
Häkchen dran gemacht.
Enttäuscht bin ich dann wirklich von dem Satz: "Entweder, Jesus war/ist Gott - oder er war/ist es nicht." - Ist das jetzt ernsthaft Deine reduzierende, vereinfachende Übernahme des Entweder-Oder, das ich versuche aufzubrechen?
L'Chaim
Dein Brecheisen ist stumpf.
Ansonsten kann es recht lehrreich sein, wie etwas bei einem sprachlich gut ausgebildeten Atheisten ankommt. Es hilft, sich zu reflektieren. Dieses Aufmerksammachen halte ich für sehr wertvoll, daher gibt's ein like bei Jack.
Veröffentlicht von: @deborah71Ansonsten kann es recht lehrreich sein, wie etwas bei einem sprachlich gut ausgebildeten Atheisten ankommt.
Das fand ich allerdings auch sehr interessant.
Enttäuscht bin ich dann wirklich von dem Satz: "Entweder, Jesus war/ist Gott - oder er war/ist es nicht." - Ist das jetzt ernsthaft Deine reduzierende, vereinfachende Übernahme des Entweder-Oder, das ich versuche aufzubrechen?
Im Ernst: das ist aber genau das was unterm Strich auch bei mir hängen geblieben ist…ein Missverständnis?
Hach ... ich finds erst mal wieder schön, dass Deborah es nicht versäumt, Dir zuzustimmen ...
Was soll sie denn sonst machen?
…Ehre wem Ehre gebührt, sprachlich-analytisch ist dem Mann nicht das Wasser zu reichen.
Dass es nicht immer hilfreich ist, jemanden zu beurteilen, steht ja nochmal auf einem anderen Blatt. Hilft dir nicht wirklich weiter, das stimmt schon.
Sorry, gerade weil Black-Jack so analytisch, differenziert und klug hier postet, habe ich erwartet, dass er die undifferenzierte "Entweder-Oder"-Alternative (Jesus=Gott ODER nicht, also ein Missverstandener oder Lügner) NICHT teilt - sondern versteht, dass es theologisch auch die Möglichkeit gibt, ihn differenzierter und nicht ausschließlich-dogmatisch zu verstehen.
L'Chaim
ihn differenzierter und nicht ausschließlich-dogmatisch zu verstehen.
Das könnte er vielleicht, wenn er gleichzeitig auch bekennender Christ wäre. So kann er doch nicht mehr darüber aussagen, als seine Analyse hergibt. Ohne Jesus zu kennen, kannst du dir keine Gedanken über ihn machen.
Also kann man schon, aber nicht auf der Ebene des Glaubenden.
Nun ja, er könnte auch fairereweise einfach zur Kenntnis nehmen und zur Kenntnis geben, dass theologisches Verstehen ein weites Feld ist, viele Zugänge beinhaltet und differenzierte Wahrnehmungen (des ihm fremden Glaubens) möglich sind, oder? 😉
L'Chaim
Nun ja, er könnte auch fairereweise einfach zur Kenntnis nehmen und zur Kenntnis geben, dass theologisches Verstehen ein weites Feld ist, viele Zugänge beinhaltet und differenzierte Wahrnehmungen (des ihm fremden Glaubens) möglich sind, oder?
Stimmt 🙂…Hätte er können.
Aber er hat ja dein Post so verstanden, als wärst du jetzt quasi in einem Dilemma …in Teufels Küche, sozusagen.
Hach ... ich finds erst mal wieder schön, dass Deborah es nicht versäumt, Dir zuzustimmen ...
Dagegen vermag ich nichts zu tun. 😇 Wobei ihr ja vielleicht mein Beitrag gefällt, ohne dass sie ihm in allen Punkten zustimmen müsste...
Du beginnst charmant-unehrlich untertreibend ("Das ist mir jetzt alles zu kompliziert" ;-)),
Öhm... Nö, da untertreibe ich nicht. Dein Eingangsposting ist mir (d.h. für meinen Geschmack) zu kompliziert. Nicht zu komplex, sondern kompliziert im Sinne von: verkompliziert, d.h. unnötig umständlich.
um dann doch seher gezielt analytisch, verstehend und erklärend Deine Urteile Urteile abzugeben
Da sage ich einfach mal: Danke für's Kompliment! ❤️
Vom Attestieren ""kognitiver Dissonanz" über Spott ("gelernt ist gelernt", "Kanzelsprech", "pastorale Attitüde")
Über die kognitive Dissonanz können wir uns gern gründlicher auseinandersetzen - sie ist jedenfalls das, was mir beim Lesen als erstes einfiel, als ich überlegte, was den Autoren hier angetrieben haben könnte. Was den Spott angeht - nun ja. Es gehört zu meiner déformation professionelle, dass ich an einer déformation professionelle, wo sie mir unterkommt, nicht kommentarlos vorbeizugehen vermag.
Enttäuscht bin ich dann wirklich von dem Satz: "Entweder, Jesus war/ist Gott - oder er war/ist es nicht." - Ist das jetzt ernsthaft Deine reduzierende, vereinfachende Übernahme des Entweder-Oder, das ich versuche aufzubrechen?
Enttäuscht ist stets derjenige, der sich vorher täuschte... 😉 Worin bestand Deine Täuschung? Hattest Du geglaubt, von meiner Seite her Zustimmung zu finden? Was versuchtest Du noch gleich "aufzubrechen"? Den Umstand, dass einander ausschließende Sätze nicht gleichzeitig zutreffend sein können? Wir sind hier aber schon im Theologie-Unterforum und nicht in "authentisch Christ sein" oder sonst einem Bereich, wo ein jeder sich's in seiner persönlichen Befindlichkeit gemütlich machen darf und nicht besorgt sein braucht, mit Widerspruch konfrontiert zu werden, solange er seinerseits die "alternativen Wahrheiten" der anderen schön in Ruhe lässt - oder? Dein Versuch, das Entweder-Oder "aufzubrechen" erscheint mir zumindest nicht gelungen. Und ich weiß ja nicht mal, wen genau Du da mit Deinem Versuch zu überzeugen versuchtest - andere hier im Forum, oder Dich selbst? Und falls es Dir um die anderen hier im Forum ging - wolltest Du nur jene überzeugen, die eh schon Deiner Ansicht sind, oder doch auch die, welche - gegebenenfalls sogar aus Gründen! - bisher der Ansicht waren, dass logische Widersprüche nicht dadurch aufgehoben oder gar aufgebrochen werden können, indem man einfach so tut, als gäbe es zwischen Ja und Nein ein Jein als die das Verknöchert-Vehärtete aufbrechende Zwischenlösung. Nur, weil mal jemand mit einer Schein-Analogie ihr Denken als Schwarz-Weiss-Denken zu verspotten versuchte: "Hahaha, wusstet ihr nicht, dass es unendlich viele Zwischentöne gibt?!"
Also ja doch: Entweder war/ist Jesus Gott - oder er ist es nicht. Und bitte sehr: for the sake of the argument nehmen ich hier mal an, Gott sei eine in sich konsistente Sache, über die zu sprechen Sinn ergeben kann. Entweder, in den Evangelien wird gemäß der Intention ihrer Verfasser von Tatsachen berichtet - oder metaphorisch uneigentlich daherlegendisiert.
Falls ihre Autoren der Überzeugung waren, das, was sie berichteten, entspräche den Tatsachen - dann können sie sich ja immer noch genau darüber geirrt haben. Aber auch in dem Fall wäre dann halt das, was sie berichten, nicht wahr. Im Gegensatz zu dem Fall, dass sie sich nicht irrten und also die Wahrheit berichteten. Ob das, was in der Bibel steht, wahr ist oder nicht, hängt nicht von der Interpretation/Auslegung der Texte ab. Es kann nicht gleichzeitig wahr und unwahr sein, nur, weil unterschiedliche Leute sich zu gleichen Worten und Sätzen Unterschiedliches denken. Tertium non datur.
Falls den Autoren indes selbst überhaupt nicht daran gelegen wäre, über Tatsachen zu berichten - dann hätten wir es beim Christentum mit einer zweitausendjährigen Kopfgeburt, einem herrlich bunt schillernden Hirngespinst zu tun - ohne konkretes, in der Realität verankertes Fundament. Dann würden all jene Christen, die ernsthaft glauben, Jesus sei der Sohn Gottes und all die "biblischen Werte" verläßlich und nicht etwa dem rauhen Wind der Relativierung schutzlos ausgeliefert, einem Irrtum anhängen, das Unwahre als wahr mißverstehen.
Veröffentlicht von: @lucan-7Es gibt auch die Möglichkeit, dass Jesus tatsächlich dachte, Sohn Gottes zu sein... dann wäre er kein "Betrüger" gewesen, sondern lediglich im Irrtum.
Guter einwand! Ich war da zu schnell. Er sagte so etwas wie ein Irrer oder ein Heuchler. Also genauso wie du es sagst. Ich müsste nachsehen
An Jesus glauben, ihm folgen, Gott in ihm sehen - ja, darum geht es in unserem christlichen Glauben.
Aber dieser Glaube und das Bekenntnis zu ihm steht in Frage – und die heißt: Hat die frühe Christenheit (das NT, die Evangelien, die frühe Kirche) Jesus von Nazareth erst nachträglich und verfälschend zu etwas gemacht (zum alleinigen Heiland & Retter der Welt), was er ursprünglich gar nicht war und sein wollte? Oder haben sie ihn - nachösterlich - erst richtig erkannt und angemessen bekannt., als das was er tatsächlich war, ist & bleibt, und was sich mit ihm offenbart hat?
Meinste wirklich?
Siehe Johannes 5, 31-41, wobei Jesus sagt "Ihr suchet in der Schrift ... sie ist es, die von mir zeuget".
Also auch das AT ist bereits voller Hinweise auf Jesus ...
Siehe Lukas 1, 41, Johannes hüpft schon als ungeborenes Kind vor Freude im Leib seiner Mutter.
Siehe Lukas 1, 22-38, wie Simeon und Hanna reagieren. "Meine Augen haben deinen Heiland gesehen ..."
Oder König Herodes aus Matthäus 2 etc. etc. ....
Zack ... zack ... zack
5 Bibelstellen, das AT mal eben mitgenommen, und ein "Meinste wirklich"?
Bissken differenzierter können wir Theologen schon sein, meinste nicht?
L'Chaim
Zack ... zack ... zack
Also weißte, ich hab deinen Text zuvor mehrfach gelesen und gar nicht verstanden, auf was du eigentlich raus willst oder was deine Frage ist.
5 Bibelstellen, das AT mal eben mitgenommen, und ein "Meinste wirklich"?
Diese Bibelstellen sind mir mal eben zu deinem Gedanken eingefallen, ob man Jesus nachträglich zu etwas gemacht hat das er gar nicht sein wollte. Bibellesen hilft. Und ich denke aufgrund der genannten Bibelstellen: nö, hat man nicht. Ich hab sogar noch eine Bibelstelle aus Lukas 24, 26, in der Jesus den Emmausjüngern erklärt "Musste nicht der Messias das erleiden?"
Bissken differenzierter können wir Theologen schon sein, meinste nicht?
Je nachdem. Ich muss nicht alles sagen oder schreiben, was ich denke ... Vor allem, wenn ich doch gar nicht weiß, was du willst.
Veröffentlicht von: @adjutantegar nicht verstanden, auf was du eigentlich raus willst oder was deine Frage ist.
Vor allem, wenn ich doch gar nicht weiß, was du willst.
"Hat die frühe Christenheit (das NT, die Evangelien, die frühe Kirche) Jesus von Nazareth erst nachträglich und verfälschend zu etwas gemacht (zum alleinigen Heiland & Retter der Welt), was er ursprünglich gar nicht war und sein wollte? Oder haben sie ihn - nachösterlich - erst richtig erkannt und angemessen bekannt., als das was er tatsächlich war, ist & bleibt, und was sich mit ihm offenbart hat?"
Was ist an dieser Frage meines Ausgangspostings nicht zu verstehen???
L'Chaim
Veröffentlicht von: @lucan-7es gibt nur viele verschiedene, sich teils erheblich widersprechende Variationen davon
Es gibt verschiedene, ja. Die legen unterschiedlich aus, ja. Aber wo widersprechen sie sich denn? Beispiel?