Miterlöserin und andere schwer verständliche Glaubenswahrheiten
Hallo zusammen,
eine aktuelle Lehrmäßige Note des Vatikans lehnt (erneut) die Verwendung des Marientitels "Miterlöserin" (Co-Redemptrix) ab.
So wie ich - als einfacher Christ, nicht als Theologe - die Lehrmäßige Note und die Berichterstattung darüber verstehe, ist der Titel, ebenso wie der Titel "Mittlerin", in der Sache eigentlich richtig, hat eine lange Tradition und wurde von großen Heiligen wie Bernhard von Clairvaux und Johannes Paul II. verwendet.
Er sei aber deshalb "unangebracht", weil er missverständlich und erklärungsbedürftig sei.
Da stellt sich mir die Frage: Sind nicht viele zentrale christliche Glaubenswahrheiten missverständlich und erklärungsbedürftig? Kann man denn der obigen Argumentation folgend noch guten Gewissens von der Unbefleckten Empfängnis sprechen? Von der eucharistischen Realpräsenz? Von der Schöpfung? Der Auferstehung? Der Trinität? Von Himmel, Purgatorium und Hölle?
Sind nicht alle diese Dinge missverständlich und erklärungsbedürftig? Haben nicht Jesus selbst und die Apostel auch das Evangelium erklärt und die Schriften ausgelegt, weil eben nicht alles unmittelbar für alle verständlich ist? Ist das ein Grund, auf diese Punkte zu verzichten und was bleibt dann vom Christentum übrig?
Wie seht ihr das?
Ich jedenfalls will nicht ausschließen, dass ich zu meinen Lebzeiten noch die Dogmatisierung des Co-Redemptrix-Titels erlebe.
Lehrmäßige Note: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2025-11/wortlaut-glaube-maria-miterloeserin-dikasterium-fernandez-kirche.html
Du hast recht, vieles ist erklärungsbedürftig. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass der Begriff Miterlöserin und der Inhalt dermassen fabriziert ist, dass sämtlich Erklärungen einfach nicht standhalten. Ich hab da mal die Note angeschaut, da wird ja kaum irgendwas Substanzielles mitgeteilt.
Maria ist meine Schwester im Glauben, die zwar auf eine Einzigartige und besondere Art von Gott gebraucht wurde, und einen glauben und gehorsam an den Tag gelegt haben, die nur wenige aufbringen. Aber sie ist Schluss endlich genauso Mensch wie alle anderen auch, die genauso auf die Erlösung Gottes angewiesen ist, wie jeder andere auch.
An dem Tag, an dem die römische Kirche, dass Miterlöserin dogmatisiert, kann sie das christliche definitive streichen, und sich Heidnisch nennen.
Aus dem Artikel
die katholische Universalkirche
ein ziemlicher Pleonasmus, der noch nie wahr war. Es gab während der ganzen Kirchengeschichte noch nie eine allumfassende Universalkirche.
"Angesichts der Notwendigkeit, die Christus gegenüber untergeordnete Rolle Marias im Erlösungswerk darzulegen, ist die Verwendung des Titels der Miterlöserin immer unangebracht, wenn es darum geht, Marias Mitwirkung daran zu definieren",
Und ich würde noch weiter gehen, Maria hat im Erlösungswerk gar keine Rolle gespielt. Und wenn man die Taten Marias als auch noch so geringes Mitwirken am Erlösungswerk definiert, dann hat auch Judas am Erlösungswerk mitgewirkt.
"die einzigartige Heilsvermittlung Christi zu verschleiern" und könne daher "zu Verwirrung und einem Ungleichgewicht in der Harmonie der christlichen Glaubenswahrheiten führen". Denn in keinem anderen als Christus selbst sei das Heil zu finden.
Klare Worte, die dem Marien Kult eine Absage erteilt, ich wünschte mir, die RKK wäre auch in anderen Bereichen so klar. Denn an diesem Titel hier wird festgehalten
"Mater populi fidelis" ("Mutter des gläubigen Volkes")
Denn so wie Jesus keinen menschlichen Vater hat, so hat die Kirche keine menschliche Mutter.
Das Glaubensdikasterium äußert sich im Schreiben auch kritisch zur Bezeichnung "Gnadenmittlerin" oder "Mittlerin" für Maria. "Die Rolle der Mittlerschaft kommt ausschließlich dem Mensch-Sein Christi zu", betont der Glaubenshüter. "Keine menschliche Person, nicht einmal die Apostel oder die Gottesmutter, kann als universaler Spender der Gnade handeln." Maria sei zwar "voll der Gnade", doch wirke sie "durch eine abgeleitete und untergeordnete Teilhabe".
Es ist schön zu sehen, dass die RKK dem Marien Kult in der eigenen Kirche mal (nicht ganz) reinen Wein einschenkt.