Mosaisches Gesetz –...
 
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Mosaisches Gesetz – geschrieben, um abgeschafft zu werden (aka DoA)

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Arcangel
Themenstarter
Beiträge : 6387

Das mosaische Gesetz wurde in einer patriarchalen vorwissenschaftlichen Zeit geschrieben, während es von den umgebenden Kulturen geprägt und gleichzeitig als Kommentar über diese Kulturen gilt. Gott hat diese Gesetze benutzt, um Konzepte zu vermitteln, während es gleichzeitig von Anfang dazu ausgelegt war, überflüssig gemacht zu werden. Denn nach diesem Gesetz ist Vergebung für schwerwiegende Sünden wie, Mord, Ehebruch, Vergewaltigung, Gotteslästerung, nicht nur nicht möglich, sondern wird mit dem Tode bestraft, auch Diebstahl kann nur durch Rückerstattung und Bussgeld wiedergutgemacht werden.  

Vergebung gibt es für solche Sünden erst durch Jesus, weshalb ja der Verfasser des Hebräerbriefes schreibt, dass der neue Bund der bessere Bund sei.

Das Gesetz war also «dead on arrival», es vermochte nie die Menschen aus ihrer Sündhaftigkeit zu retten, wurde nie wirklich eingehalten schlimmer noch in den Epochen in des versucht wurde umzusetzen, wurde es mit allerlei regulatorischen Zusätzen umgedeutet.  

Das Gesetz ist also für unsere Beziehung zu Gott irrelevant, und mehr noch, es ist auch für unsere Beurteilung von Moral irrelevant. Jesus kommentiert ja das mosaische Gesetz und zeigt auf, dass es zu kurz greift oder Freiheiten erlaubt, die so eigentlich nicht im Interesse Gottes sind.

Wie Hand habt ihr das mosaische Gesetz? Insbesondere moralische Implikationen.

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30 Antworten
Adjutante
Beiträge : 3439
Veröffentlicht von: @arcangel

Wie Hand habt ihr das mosaische Gesetz?

Geht es dir hier mehr um den Hebräerbrief oder mehr um den Römerbrief?

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4 Antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 3439

(Hab den Beitrag zu früh abgeschickt und keine Korrekturfunktion gefunden.)

Der Hebräerbrief ist für mich keine Abwertung des A.T., - es ist nicht überholt, sondern die Absicht ist erreicht. Und vielmehr sehe ich hier die Bedeutung von unserem Herrn Jesus Christus in seiner Andersartigkeit des Priestertums, er kann die vollkommene Rettung schaffen.

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Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@adjutante 

Ich glaube, ich habe nirgends etwas von Abwertung des AT geschrieben, sondern explizit davon, dass das Gesetz des Moses obsolet ist. Und es von Anfang an mit der Intention (wenigstens von Gott) geschrieben wurde. Denn das Gesetz vermag nicht zu retten. Es ist inkompetent, ungenügend und machtlos, wenn es darum geht, den Menschen zu retten, und ihm ein neues Herz zu geben. Das Einzige, was das Gesetz bewirkt, ist zu zeigen, wie anders Gott ist, wie unnahbar er ist und wie korrupt wir sind.

Das Gesetz hat damit durchaus einen Zweck. Aber es ist nicht dafür geeignet, unsere heutige Moral zu definieren. Sonst müssten wir für die Todesstrafe einstehen, und Sklaverei erlauben, und Sonntagsarbeit bestrafen.

arcangel antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 3439

@arcangel 

Hab verstanden. Der Hebräerbrief sagt, die Juden sahen das Priestergesetz als ewig an. Sie konnten sich die Ablösung nicht vorstellen. Das Gesetz weist auf Jesus hin. Jesus ist die Vollendung, Jesus ist die Vervollkommung des Einzelnen. Er bindet sich nicht an die Vorstellungen der Juden. Im Hebräerbrief geht es für mich um eine grundsätzliche Argumentation, es geht ihm um das Klarmachen der überragenden Größe Jesu.

Nur ob ich deine Frage richtig verstehe, weiß ich nicht. Also, wie ich das mosaische Gesetz handhabe.  Wenn ich es als Schattenbild betrachte, dann bedeutet es für mich: Menschen zu Gott zu bringen, Menschen in Verbindung zu Gott halten, Menschen in Gottes Ordnung zu halten = ihnen ermöglichen, das göttliche Leben auszuleben, die Menschen entsprechend dem göttlichen Plan dazustellen. Die neue Ordnung bringt den Menschen Gott näher. Es geht nicht um eine Übung der Frömmigkeit, sondern um Hingabe des Lebens = das ist die Lebensfrage. Das 'zu Gott kommen' braucht die Grundlage Jesu, ohne Ihn können wir Gott nicht nahen. Jesus lebt vor Gott, um für uns fürbittend einzutreten. Er spricht für uns, steht zu unseren Gunsten vor Gott. Kurz zusammengefasst: Dankbar und fröhlich in der Gemeinschaft und Nähe Gottes leben dürfen durch Jesus, von Gott akzeptiert.

 

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Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@adjutante 

Ja, das ist es, was ich ebenfalls aus den Geboten ziehe, ein Hinwenden zu Gott, ihn suchen, in seine Nähe kommen wollen. All die Reinheitsgebote sind ein Bild dessen, wie wir das Hindernis unserer Unreinheit überwinden können, um zu Gott zu kommen. Jesus hat dies vollendet, jetzt können wir jederzeit rein vor Gott kommen, weil sein Blut uns rein macht.

arcangel antworten


Evana2
 Evana2
Beiträge : 475

@arcangel 

Noch ein Gedanke: Das Gesetz zeigt uns, was Sünde ist. Und auf Sünde folgt der Tod. 
Beides sind Feinde Gottes (Feinde des Lebens).

Wenn wir sündigen, werden wir krank und sterben, sowohl stirbt die Beziehung mit Gott,
als auch unsere Seele und unser Körper. Deshalb musste Jesus kommen, um uns zu erlösen
und der Sünde die Macht zu nehmen (1. Kor. 56)
und dem Tod die Schlüssel zu entreißen. (Offb. 1,18) 

Leider denken viele, dass nun das Gesetz aufgehoben ist und sie sündigen dürfen, oder
in Sünde leben dürfen - weil ja jetzt Jesus da ist. Aber Gott möchte unsere Heiligung,
dass wir heilig leben, weil Gott heilig ist.

evana2 antworten
2 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@evana2 

Was du schreibst, würde ich unter Zweck des Gesetzes zusammenfassen. Aber solche Dinge wie Reinheitsgebote, Sühneopfer, Hygienevorschriften, Kultusgebote, sind allesamt obsolet. Weil sie nicht bewirken können, dass der Mensch gerettet wird, weil solche Gebote keine Sehsinnesänderung im Menschen bewirken.

arcangel antworten
Evana2
 Evana2
(@evana2)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 475

@arcangel 

Da hast du recht, den früheren Christen ist ja auch gesagt worden, dass sie solche Reinheitsgebote
nicht aufgelegt bekommen. Außer, dass sie sich von Blut fernhalten sollen, Unzucht meiden und 
möglichst in der Liebe wandeln sollen.

Denn die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung. (Römer 13,10). Aber es kann durchaus sein, dass
solches Gottesfürchtige Handeln einen Weg bahnt zu Jesus hin. Man sondert sich ab, lebt anders
als die Welt, die sich in vielen okulten Praktiken und Sünden verstrickt.

Jedenfalls hatte mich damals (1989) das Lesen des Alten Testaments verändert, dass ich erkannt
habe, dass ich eine Sünderin war und Rettung brauchte.

evana2 antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 30188

@arcangel 

Nicht alles, was alt ist, ist auch gut. 
Und nicht alles, was alt ist, ist deshalb unmodern und gehört abgeschafft. 
Und nicht alles, was im AT für die Israeliten wichtig war, spielt in unserer Zeit für Christen eine Rolle. 

Das mosaische Gesetz zeigt uns mit den 10 Geboten lebens- und für ein Zusammenleben wichtige Regeln, 
die heute so notwendig und aktuell sind wie zur Zeit ihrer Niederschrift. 
Und eigentlich sollten diese von Gott gegebenen Gebote ausreichen. 

Aber egal ob es sich um die Bibel oder das BGB handelt, die Gebote und Gesetze alleine scheinen vielen Menschen nicht zu genügen. 
Sie wollen es halt ganz genau wissen und schriftlich haben, um gegen alle Widrigkeiten des Lebens gewappnet zu sein und in allen Lebenslagen das Richtige zu tun. Denn wenn man jedes Detail festhält und zum Gebot erklärt, dann erspart man sich das eigene Denken - dann genügt es, die Bibel (in diesem Fall das AT) aufzuschlagen.

Und so kommen halt die Auslegungs- und Durchführungsbestimmungen hinzu, mit denen eifrige Theologen und Juristen eine eigentlich klare Regel verschlimmbessern. Meines Erachtens mögen diese unzähligen Detailregeln heute vielleicht noch für (strenggläubige orthodoxe) Juden wichtig sein, für uns Christen haben sie keinerlei Relevanz!

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Lucan-7
Beiträge : 29421

@arcangel 

Das Gesetz ist also für unsere Beziehung zu Gott irrelevant, und mehr noch, es ist auch für unsere Beurteilung von Moral irrelevant. Jesus kommentiert ja das mosaische Gesetz und zeigt auf, dass es zu kurz greift oder Freiheiten erlaubt, die so eigentlich nicht im Interesse Gottes sind.

 

Die "mosaischen Gesetze" sind wie Regeln, die man für kleine Kinder aufstellt, die uneinsichtig sind und daher eine klare Struktur brauchen. Jesus hebt die Regeln nicht auf, weil sie ja sinnvoll sind, aber er fordert die Menschen auf, erwachsen zu werden.

Einem Kind erklärt man: "Gehe nie über eine rote Ampel!", und daran muss es sich dann halten. Einem Erwachsenen sind die Regeln einsichtig, deshalb hält er sich weiter daran. Aber es kann Ausnahmen geben: Wenn auf der anderen Straßenseite jemand verletzt ist und dringend Hilfe braucht, dann kann man das rote Licht auch ignorieren und achtet nur darauf, ob gerade ein Auto kommt.

Ein unmündiger Mensch würde auch in dieser Situation sagen: "Nein, die Ampel ist rot, wir dürfen nicht gehen!". Ein mündiger Mensch sagt: "Der Verletzte dort ist wichtiger als das Gesetz, deshalb kann ich auch bei rot über die Straße!"

Genau das sagt ja Jesus: "Nicht der Mensch ist für das Gesetz da, sondern das Gesetz für den Menschen!" und "Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst, das ist das ganze Gesetz!"

Wer sich und seinen Nächsten liebt, wird sich auch so an die Gesetze halten... er wird nicht betrügen, nicht stehlen, die Gemeinschaft achten und generell Rücksicht nehmen. Nicht weil es die Gesetze sagen, sondern aus Einsicht.

Und dieselbe Liebe wird ihm dann auch sagen, wenn in einer bestimmten Situation ein Gesetz besser nicht eingehalten werden sollte - weil es den Menschen in dieser Situation schaden würde.

 

Es geht also weniger um eine "Abschaffung" als um eine Erweiterung und eine neue Perspektive

lucan-7 antworten
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