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Rosenkranzbeten

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Holger F.
Themenstarter
Beiträge : 328

Im Rahmen eines anderen Threads kamen wir auf das Thema Rosenkranzbeten zu sprechen. Längst nicht alle Katholiken tun das und viele, gerade evangelikale Christen nehmen Anstoß daran. Der regelmäßige Einwand ist, das Rosenkranzbeten stelle die Gottesmutter Maria in den Vordergrund und lasse ihren Sohn gleichsam „blass“ aussehen, nicht „zur Sprache kommen“, verdränge ihn.

Somit würden Katholiken den Fokus von Jesus Christus Weg auf seine Mutter hin verschieben. Wäre dem so, könnte ich die evangelikalen Vorbehalte und geistlichen Warnungen verstehen. Nur, ist das wirklich so?

Da ich denke, dass das ein eigenständiges Thema sein könnte, hier meine an anderer Stelle erstellte Replik zu diesem Thema:

 

Nehmen wir an, jemand betete einmal am Tag den Rosenkranz (so wie ich es tue und nur empfehlen kann), dann hat er 

# 53 mal die Gottesmutter gegrüßt

# 50 mal Jesus hinsichtlich eines bestimmten „Geheimnisses“ angesprochen

# 3 mal Jesus gebeten, in ihm den Glauben zu vermehren, die Hoffnung zu stärken und die Liebe zu entzünden

# 5 mal das Vaterunser gesprochen

# 5 mal Jesus im dreieinigen Gott angebetet (Ehre sei dem Vater…)

# 5 mal ausdrücklich Jesus um die „Verzeihung der Sünden“ gebeten

# 12 wichtige Punkte des christlichen Jesus-Bekenntnisses bekräftigt (im Apostolicum)

# 2 mal durch Kreuzzeichen Jesus im dreieinigen Gott „körperlich“ unterstrichen.

 

Nimmt man dann noch hinzu, dass ein sich lediglich wiederholender, „formelhafter“ Mariengruß (Lk 1, 28 + 42)

a) anders zu gewichten ist als die Anbetung Gottes im Vaterunser,

b) deutlich weniger stark ins Gewicht fällt als die innige Bitte um Vergebung der Sünden durch Jesus

c) und anders zu bewerten ist als das variierende Erinnern und Bekräftigen der Christusgeheimnisse

dann komme ich zu dem Schluss, dass das Rosenkranzgebet objektiv ein Jesusgebet ist, das lediglich „durch die Brille“ seiner Mutter hindurch gesprochen wird.

 

Hinzu kommt, dass durch die regelmäßig gebeteten, im deutschsprachigen Bereich verbreiteten fünf (nicht nur vier) Rosenkränze zweimal die Woche das vollständige Evangelium „durchgebetet“ wird und zwar wie folgt inhaltlich fokussiert:

1 Menschwerdung Gottes in Jesus (5 freudenreiche Jesus-Geheimnisse)

2 Öffentliches Wirken Jesu (5 lichtreiche Jesus-Geheimnisse)

3 Leiden und Sterben Jesu (5 schmerzreiche Jesus-Geheimnisse)

4 Auferstehung und Verherrlichung Jesu (5 glorreiche Jesus-Geheimnisse)

5 Vollendung der Welt in Jesus Christus (5 trostreiche Geheimnisse)

 

Mir ist in 40 Jahren keine protestantische Gebetsform begegnet, die all das „leistet“, was das Rosenkranzbeten zu leisten in der Lage ist. Deshalb bete ich ihn gern.

Ob und in welcher Weise bestimmte Gebetsformen und Frömmigkeitssübungen einer Gotteserfahrung dienlich oder eher abträglich sind, hängt von so vielen Faktoren ab, dass ich noch nie Gebetsformen anderer Konfessionen negativ beurteilt habe, sondern immer noch interessiert zur Kenntnis nehme und schaue, ob sie mir selbst guttun und weiterhelfen.

Lustigerweise waren es gerade die vehementen evangelikalen Vorbehalte gegen das Rosenkranzbeten, die vor ca. fünf Jahren mein Interesse für diese Gebetsart geweckt haben.

Ebenso bemerkenswert finde ich es im Nachhinein, dass es gerade meine muslimischen Schüler und Bekannten waren, von denen ich an den Wert eines regelmäigen Gebetslebens erinnert wurde…

Antwort
103 Antworten
kerygma
Beiträge : 545
Veröffentlicht von: @maria

Lk 1,34 Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?[2] 35 Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Der Vollständigkeit halber ist hier auch noch auf die Vorlage im AT hinzuweisen, die als Parallelstelle eingeordnet wird.

Im ersten Buch der Könige heißt es in Vers 8, 7:

Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus an dem Ort, wo die Lade stand, und bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her. 

 

kerygma antworten


Holger F.
Themenstarter
Beiträge : 328
Veröffentlicht von: @turmfalke1

Jesus spricht: "Ich bin der Weg.", "Ich bin die Tür."

Wo genau soll der Widerspruch liegen? 🤔

Deine Kombination von einem Bibelvers zu „Jesus dem Weg des Lebens“ und einer veranschaulichenden Formulierung , dass Maria ein Weg zu Jesus ist, will einen Widerspruch suggerieren, wo keiner ist.

Also: Du interpretierst den Satz „Maria ist ein Weg zu Jesus“ um in „Maria ist der Weg des Lebens“. Was genau dich dazu veranlasst, dies so unterzuschieben, kann ich nicht beurteilen, jedenfalls ist offensichtlich, dass das „exegetische unsauber“ 😅 ist.

Ganz nebenbei würden sich beide Bilder auch noch ergänzen:

Maria ist der Zubringer (Weg), der zur Autobahn (Weg) führt. Kein Mensch würde behaupten, der Zubringer verstelle „den Weg“ (🤣) zur Autobahn. Im Gegenteil. Der Zubringer ist ein ziemliche genialer Weg, um auf die Autobahn zu kommen… 😃

 

 

holger-f antworten
kerygma
Beiträge : 545
Veröffentlicht von: @maria

Marienkult ist ein diffamierendes Wort. Sag besser Marienverehrung.

Kult ist der offizielle Begriff, den das katholische Lehramt verwendet. Er wird unter anderem im Katechismus 971 unter Berufung auf Lumen Gentium verwendet:

Maria wird... von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt. (LG 66)

https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html

 

kerygma antworten


Pankratius
Beiträge : 1393
Veröffentlicht von: @turmfalke1

Jesus ist Gott. Das steht für mich außer Frage. Aber genauso ist der Vater Gott und der Heilige Geist ebenfalls. Und da Gott aus den dreien besteht habe ich ein Problem mit der Bezeichnung "Mutter Gottes", da Maria weder die Mutter des Vaters noch die Mutter des Heiligen Geistes ist.

Eben. Jesus ist Gott. Deshalb ist Maria als Mutter Jesu logischerweise die Mutter Gottes, ohne die Mutter des Vaters oder des Geistes sein zu müssen. Schließlich haben wir keinen dreigeteilten, sondern einen dreieinen Gott. Jesus ist Gott, nicht "ein Drittel Gottes". 

Veröffentlicht von: @turmfalke1

Jesus ist nicht nur ganz Gott sondern Er war auch ganz Mensch.

Ja, natürlich, "ungeteilt und ungetrennt" (Chalkedon, hypostatische Union). Deshalb kann Maria nicht nur die Mutter des "Menschen Jesus" sein. 

Veröffentlicht von: @turmfalke1

Maria [...] ist aber nicht der Ursprung Seiner Göttlichkeit. 

Hat auch niemand behauptet. Red herring. 

Veröffentlicht von: @turmfalke1

Das Neue Testament nennt Maria "Mutter Jesu" (z. B. Joh. 2, 1) oder "Mutter des Herrn" (Lukas 1, 43)

Jesus ist, wie wir übereinstimmen, Gott. Und wer wird in der Bibel als Herr bezeichnet? 

Veröffentlicht von: @turmfalke1

Wie kann eine menschliche Frau die "Mutter" des ewigen Gottes sein, der vor aller Zeit schon da war?

Indem der ewige Gott Mensch wird und sich eine Mutter aussucht. 

Veröffentlicht von: @turmfalke1

Frau, die[...] wie wir alle allein aus Gnaden gerettet wurde

Veröffentlicht von: @turmfalke1

Also brauchte Maria einen Erlöser.

Hat beides niemand bestritten. Wird auch nicht durch das Dogma der Immaculata Conceptio bestritten. Wieder ein red herring. 

pankratius antworten
Holger F.
Themenstarter
Beiträge : 328
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Jesus ist der einzige Weg zu Gott, unserem Vater.

Halleluja. Wie schön, dass sich Katholiken und Evangelikale hier zu 110% einig sind !!! 🙏❤️😇

P.S. Wenn Evangelikale auch noch aufhören könnten, das Gegenteil über Katholiken zu behaupten, wäre ich überglücklich 😊. Ich sage es spiegelverkehrt auch Katholiken, wenn sie etwas über Protestanten behaupten, was nicht stimmt. Habe das hier aber so noch nicht bemerkt. 🤗

holger-f antworten


Holger F.
Themenstarter
Beiträge : 328
Veröffentlicht von: @pankratius

red herring

Roter Hering. Kannte ich noch nicht. Merke ich mir! 👍

holger-f antworten
Seite 7 / 8
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