Sünde anderes Gedacht, Theosis / Dämonosis
In unserer westlich katholische/reformatorisch geprägten Theologie. Denken wir beim Thema Sünde in den Kategorien Schuld, Verdammung und Vergebung.
Der orthodoxe Gedanke kennt dies auch aber es ist nicht der Fokus, der Fokus liegt darauf, was Sünde respektive Gerechtigkeit mit einer Person macht.
Wer im willen Gottes geht, der wird immer mehr dem Sohn gleich, mit dem Resultat der Theosis.
Wer sündigt, wird immer mehr dem Vater der Sünde gleich, mit dem Resultat der Dämonosis (dies ist kein offizieller Begriff).
Sünde wird also weniger mit Strafe und Gericht in Verbindung gebracht, sondern mit dem Prozess, der darin endet, sich vollkommen von Gott entfernt zu haben und ganz dem Bösen anzugehören.
Was denkt ihr darüber?
@arcangel es wird immer unterschätzt, wie stark doch die unterschiedlichen christlichen Traditionen sich entwickeln. Während bei uns im Westen das juristische Denken sehr stark ist und daher unsere Vorstellung von einem Gericht entsprechend, zählt bei den Orthodoxen eher die mystische Theosis, also die ständige „Vergöttlichung“, die durch die Teilhaftwerdung an den göttlichen Energien vollzogen wird. Orthodoxe glauben daher auch nicht an Erbsünde im Sinne einer Schuld. Oft habe ich gehört, dass das westliche Christentum eher von Christus her denkt, das östliche Christentum eher vom Heiligen Geist her. Die Geistvergessenheit des Westens ist allerdings auch heute im westlichen Bewusstsein stärker präsent und vermutlich wird der Geist auch wieder populärer.