Sonntag Trinitatis
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Sonntag Trinitatis


AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2297

Heute ist - nachpfingstlich - der sog. Sonntag Trinitatis im Kirchenjahr. Er regt mich immer wieder an, zu fragen, was es damit auf sich hat.

Die größte Herausforderung für Theologie & Glaubensvermittlung sind und bleiben für mich dabei unsere Kinder. Was ich ihnen nicht – zumindest ansatzweise und richtungsweisend– vermitteln kann, von Gott, Mensch und Leben, das taugt (so meine Behauptung) auch nicht für tausend kluge Bücher oder akademische Diskurse. Eine solche Herausforderung ist die sog. Trinität – Gott als Vater, Sohn und Geist. Was ist das und was soll das sein?

Tatsächlich kam irgendwann mal der Protest:“Bitte erzähl mir nicht noch einmal, Gott sei zwei Männer und ein Vogel!“ …Vater – Sohn – und der Heiliger Geist in Form einer Taube … Was soll das?

In meinen Erklärungsversuchen sage ich Kindern und Jugendlichen zum Beispiel: Denkt an Wasser: Ihr könnt drin schwimmen, es trinken, damit duschen. Ihr könnt drauf Schlittschuh fahren oder es mit drei Kugeln genießen – Erdbeer, Vanille, Schokolade. Oder ihr schwitzt mittendrin und dampfend in der Sauna oder sucht Eure Hand vor Augen, wenn ihr hineingeratet. Das EINE Element – aber erfahren in drei Zustandsformen – flüssig, gefroren, verdampfend. Auch der EINE Gott, die EINE göttliche Wirklichkeit – in DREI Erfahrungsweisen, dreimal anders gesehen und erlebt.

Als göttliche Wirklichkeit und Ur-Grund alles Lebens. In Jesus, leibhaftig, „unter uns“ und „Gesicht zeigend“ inkarniert („Mensch geworden“).Über alle Zeiten, Grenzen und Gräben hinweg „im Geist“ weiterwirkend und präsent in der Welt, in und unter uns.

Darüber hinaus beschäftigt mich aber seit Jahren noch etwas Weiterführendes an der Trinität und an der Drei-Dimensionalität Gottes. Denn auch in der Welt der Religion, der Religionen, und im Bereich der Spiritualität und Mystik, gilt es eine Antwort zu finden auf die Frage, wie von Gott, der göttlichen Wirklichkeit, gedacht, geredet und geglaubt sein will und darf. Tatsache ist: Der Osten trifft auf den Westen, Gebet auf Meditation und Kontemplation, personale Gottesrede auf transpersonale Vorstellung, Kirchenglaube und Katechismus auf das weite Feld der Mystik, Martin Luther auf Meister Eckkart …

Das klingt jetzt schon wieder ansatzweise kompliziert. Aber gemeint ist: Wie BEGRENZT oder wie OFFEN und WEIT ist unsere Gottesvorstellung, unsere Beziehung zum Göttlichen? ... Vielleicht hilft an dieser Stelle der Verstehens-Suche auch die Vorstellung von den drei Gesichtern Gottes:

  1. Gott, oder die Göttliche Wirklichkeit, in Welt, Natur und Schöpfung – Gottes lebens-grundierende, schöpferische und lebenserhaltende Präsenz in Allem, was ist und lebt … in Sonne und Regen, Luft und Winden, meinem Herzschlag und Atmen, in Blume und Stein, Sang und Klang, was immer auch meine fünf Sinne berühren und erreichen. Praktisch heißt das: Praxis Pietatis praktizierte Frömmigkeit – als Achtsamkeit, Empfänglichkeit, Stillwerden, Genießen, Sinne öffnen, Feiern …

  2. Gott als das Große Du – wie wir es kennen und praktizieren – im Gebet und im Gottesdienst. Gott, von dem wir uns angeredet wissen und angeredet erfahren, ins Gegenüber gestellt, Gott – grammatikalisch – in der 2. Person -. Gott – personal – Er zu mir und ich zu ihm, im Reden und Hören. Unsere gewohnte, praktizierte Form des Glaubens und Denkens – Als Christen, Juden und auch Muslime. Wohl wissend um seine darüber hinausgehende und alles übersteigende Trans-Personalität.

  3. Und schließlich: Das dritte, mögliche Gesicht Gottes in mir, in der 1. Person, im Ich und Ich-Sagen. --- Denn wer – was - bin ich? Was sagt und denkt und fühlt da, wenn ein „Ich“ sich „als Ich“ wahrnimmt? Gott in mir und ich in Gott? Darf ich sagen „Gott“ ist auch ich, das „Ich bin“ in mir, mein tieferes, eigentliches Selbst? Gilt nur für Jesus „Ich und der Vater sind ein. Wer mich sieht, sieht den Vater.“?

    Entsetzt sagen mag mancher denken: Um Himmels willen! Da sei Gott vor! Der Abstand muss gewahrt sein! Gott als Gegenüber ja – Gott im „Ich sagen“, nein, weil ein Aufheben der Grenze. Und doch gibt es auch im Judentum wie im Islam und in unserem christlichen Glauben den Zugang der Mystik – nicht als Gotteslästerung und Häresie, sondern als Erfahrung und als Zeugnis innerer Gottesliebe und Gottesbegegnung.

    Die drei Gesichter Gottes jedenfalls faszinieren mich. Die drei Dimensionen göttlicher Wirklichkeit. Und ‚zwei Männer und ein Vogel‘ locken mich weiterhin zum tieferen Verstehen.

    Was denkt Ihr?

    L'Chaim

Antwort
59 Antworten
Fritze
 Fritze
Beiträge : 107

@awhler Vielleicht solltest du dir erstmal sicher sein, dass das, was du mühevoll deinen Kinder beibringen willst, überhaupt den Tatsachen entspricht. Also ist doch die Frage zunächst: Ist die Lehre der Dreieinigkeit überhaupt biblisch? Denn allein die Bibel kann ja Auskunft geben, wer Gott ist. Kein Konzil, kein Kirchenrat und kein Papst. Gott ist in der Bibel nicht irgendeine Substanz, die sich in drei Formen offenbart. Das ist ein Mißverständnis, weil man versucht, diese Trinitätlehre irgendwie zu verstehen. Das ist aber der falsche Ansatz. Versuche lieber die Aussagen der Bibel über Gott zu verstehen. Und da sieht es ganz anders aus: 

  • Gott ist nicht teilbar, Er ist Einer (Römer 3,30), ein Gott und Vater aller (Eph. 4,6). Für uns ist nur einer Gott, der Vater (1. Kor. 8,6). Richtig ist zwar, dass auch Jesus vereinzelt Gott genannt wird, z.B. wird Jesus als Herrscher auf dem Thron im zukünftigen Reich Gott (Heb. 1,8) genannt oder in anderem Zusammenhang „einzig gezeugter Gott“ (Joh. 1,18). Auch Mose (2. Mose 4,16) wird aber Gott genannt. Menschen aus Israel werden Götter (Elohim) genannt, weil ihnen von Gott, dem Vater, Vollmacht über andere gegeben wurde (Ps. 82,6; Joh. 10,34), z.B. Richter (2. Mose 21,6; 22,8). Ein Holzstück kann ein Gott sein (Jes. 44,15) oder gar der eigene Körper (Phil. 3,19). Was ist demnach „Gott“? Berücksichtigt man den biblischen Sprachgebrauch (und die Etymologie der griechischen Entsprechung „theos“ und des hebräischen „Elohim“), kann man nur zu einem Schluss kommen: Gott bezeichnet in der Bibel ganz allgemein etwas oder jemand, der in der Lage ist, andere bedingungslos unterzuordnen, schwach vergleichbar einem Titel wie „König“ oder „Präsident“. Wichtig ist zu berücksichtigen, dass auch Jesus Christus einen Gott hat, nämlich seinen Vater (Joh. 20,17; Eph. 1,3). Die Hierarchie ist also ganz klar: Der Vater ist Gott über alle, sein Sohn ist ihm untergeordnet. Die Bezeichnung „König“ allein sagt auch noch nicht viel aus – um einen vollständigen Eindruck zu bekommen, muss immer dazu gesagt werden, über wen geherrscht wird. In absoluter Form, als der Gott über alle und alles ist immer nur der Vater gemeint (über 2.300 mal in der Bibel). Ein Titel wie Gott ist aber kein Eigenname, sondern wird verliehen (wie an Menschen oder durch Gott an Seinen Sohn über einen bestimmten Herrschaftsbereich) oder wird per Amtsausübung selbstverständlich (wie bei dem Vater, dem Gott aller). „Gott“ ist also ein Titel und kein Wesen! Die unklare und unbiblische Verwendung des Begriffs „Gott“ ist das Kernproblem des Trinitätsdogmas. Ein Titel ist kein Wesen, das sich in einer „Person“ offenbaren könnte – „Präsident“ offenbart sich auch nicht in dem Menschen, der den Titel trägt.
  • „Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll: den Geist der Wahrheit“ (Joh. 14,17; Lutherübersetzung 1975, siehe auch Joh. 15,26; 16,7-15; 17,26). Richtig ist, dass „Geist“ in der Bibel des Öfteren personifiziert wird (Gottes Geist, also der Heilige Geist: Römer 8,9, Römer 8,14; Christi Geist: 1. Petrus 1,11, Marias Geist: Lukas 1,47, Geister von Menschen: 1. Kor. 14,14, 2. Kor. 7,13, Ap. 17,16). Personifizierung beweist aber nicht Persönlichkeit! Auch die Weisheit müsste so nach Sprüche 1,20-33; 8,7-15, Mat. 11,19 und Lukas 7,35 eine Person sein. Ebenso wie die Sünde (Rö. 5,14; 17, 21; 6,12), der Tod oder die Liebe (nach 1. Kor.13). Die Verwirrung entsteht, weil nicht gesehen wird, dass hier Sprachfiguren vorliegen, wie in unserem Sprachgebrauch „Das Auge des Gesetzes“ oder „Im Namen des Gesetzes“. Ist das Gesetz deswegen eine Person? Biblisch ist, dass Gott mit Hilfe Seines Geistes in den Herzen der Gläubigen wirkt, damit sie durch Gott verändert werden können (siehe u.a. Eph. 3,16ff). Gott hat seinen Sohn mit heiligem Geist gesalbt (Apg. 10,38) und Jesus kündigt an, dass statt mit Wasser mit heiligem Geist getauft werden wird (Apg. 1, 4-5, Apg. 11,16). Der heilige Geist ist also eher eine Wirkkraft und keinesfalls eine Person und schon gar kein Gott. Die Bibel sagt statt dessen ganz klar, dass der Geist Gottes, der Heilige Geist (Eph. 4,30), in der selben Verbindung zu Gott steht wie der Geist eines Menschen in Verbindung zum Menschen: „Denn wer unter den Menschen weiß, was im Menschen ist, außer dem Geist des Menschen, der in ihm ist? Also hat auch niemand die Tiefen Gottes erkannt außer dem Geist Gottes (1. Kor. 2,11)“. Genauso wenig wie der Geist des Menschen von dem Menschen selbst zu trennen ist und beispielsweise nicht mit ihm reden kann, ist Gott nicht von dem Heiligen Geist (also Gottes Geist) zu trennen. Dem Verhältnis des Geistes Gottes zu Gott selbst können also nicht die gleichen Eigenschaften zugeschrieben werden, wie dem Verhältnis zwischen Gott und Seinem Sohn. Jesus konnte mit Seinem Vater reden, während Gottes Geist freilich nicht mit Gott reden kann. Die im Dogma angenommene Gleichwertigkeit ist also nicht haltbar; ganz abgesehen davon, dass der Heilige Geist in der Bibel nie Gott genannt wird. Wenn jemand also den Heiligen Geist betrübt, wird Gott, der Vater betrübt und niemand anderer.
  • Zu der Behauptung, der Vater (Gott) und sein Sohn wären gleichrangig, an dieser Stelle nur ein Wort von Jesus: „Der Vater ist größer als Ich“ (Joh. 14,28), was sich auch nach seiner Erdenzeit nicht geändert hat. So sagte laut Joh. 20,17 Jesus zu Maria: „Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott!“. Damit ist die behauptete Gleichrangigkeit schnell widerlegt.
fritze antworten
27 Antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@fritze ich glaube ; Papst und Konzil konnten genau das.

Du kannst die Schriften zurecht legen wie Du willst, glaubst du die kirchlichen Theologen haben das nicht auch getan? Wer hat die Schriften denn überliefert? Die wo es bewahrt hat, die Katholische Kirche lehnst Du ab, deren Schriftgut aber ist deine höchste Doktrin??

Es ist bei weitem nicht nur die RKK wo das glaubt. Ich glaube es ist die Basis aller christlichen Gemeinschaft.

Wenn Du den Weg der Dreieinigkeit verlässt, verlässt du das heutige Christentum und bist in der Klasse von Mormonen und den Zeugen.

Außerhalb der Schriften gibt es gewisse Philosophische Logiken, welche zur Dreieinigkeit hindeuten , ungefähr so habe ich das verstanden;

-Gott in der Bibel ist Liebe, Liebe ist ein starker Wesensteil von ihm, das sollte unbestritten sein

-Er ist über der Schöpfung; nicht angewiesen auf jene, dann hätte Gott einen Mangel

-Wäre Gott nur eine Person, was sollte er mit der Liebe, deren Merkmal Selbstlosigkeit und Beziehung ist, anfangen?

-Gott muss wenn er perfekt ist, in sich Glücklich und Ausgeglichen sein

-Wäre Gott zu "Zwei Personen", könnte es ausgrenzend, exklusiv sein

-Drei Personen gehen über den letzten Punkt hinaus, es ist nicht nur ein Paar, ein Duo, es ist mehr als das- eine Gemeinschaft 

 

 

 

 

 

 

kappa antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@kappa

Stimmt, ich stehe in der Tradition von Luther: Sola scriptura. Alles, was ich von der Schrift als nicht gedeckt ansehe, und das ist diese Trinitätslehre für mich ganz klar, ist für mich unrelevant. Jeder ist für sich aufgefordert, selbst zu prüfen (siehe Jahreslosung vom letzten Jahr). Klar, ist es viel bequemer, anderen hinterherzulaufen, die sich einen Talar umhängen. 

Mein Glaube hat nichts mit irgendeiner Religionsgemeinschaft zu tun. Ich übernehme nicht blind, was andere mir sagen. Als wenn das Christentum einheitlich wäre... Wenn ich die Höllenlehre ablehne, was dann? Welchen Dogmen muss ich denn deiner Meinung nach folgen, damit ich in deinen Augen Christ bin? Den Dogmen der RKK, der evangelischen Kirche, der Baptisten oder der Pflingstler? Dir ist wohl klar, dass die Unterschiede eklatant sind, oder nicht? Es reicht also deiner Meinung nach nicht, Christus zu glauben? Muss man deiner Meinung nach außerbiblischen Dogmen zustimmen?  

Letztlich ist mir das egal. Jeder steht allein vor Gott. Du auch. 

Die Kirche maßt sich an, Mittler zwischen Gott und den Menschen zu sein und den Menschen diktieren zu können, was sie zu glauben haben. Das ist unbiblisch. Es gibt nur einen Mittler, und das ist Christus (1. Tim. 2,5) - übrigens kann er auch deswegen nicht Gott sein. Kirchenlehren kann man sich natürlich anschauen, bindend sind sie keinesfalls. Gott ist völlig egal, welchem Verein du angehörst (obwohl es gut sein kann, mit anderen Christen Kontakt zu haben und einer Gemeinde anzugehören).   

Zu deinen Punkten: 

Nach der Bibel ist Gott nur Einer, nämlich der Vater(Römer 3,30).  Lieben kann er doch seinen Sohn und auch uns Menschen. Dazu müssen wir auch keine Götter sein. Nach deiner Logik könnte Gott ja dann noch mehr lieben, wenn er 4 Personen wäre, oder? Warum nimmst du dann nicht Maria auch hinzu, als vierte Person? Dann könnte ja noch mehr lieben... 

 

fritze antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @fritze

@kappa

Stimmt, ich stehe in der Tradition von Luther: Sola scriptura. Alles, was ich von der Schrift als nicht gedeckt ansehe, und das ist diese Trinitätslehre für mich ganz klar, ist für mich unrelevant.

Hat Luther sich gegen die Trinität abgegrenzt, weil er sie nicht biblisch fand?

Ich glaube, da liegst Du schwer daneben 😉 . oder? 

L'Chaim

awhler antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler Nein, hat er nicht. Soweit ist er nicht gegangen. Es geht aber um das Prinzip. Er hat sich sehr wohl gegen den Papst gestellt, obwohl seine gesamte Existenz davon abhängt. Das ist ihm nicht hoch genug anzurechnen.

Das Prinzip ist: Ich glaube das, was ich in der Bibel nach eigener Prüfung als richtig erkannt habe, nicht das, was andere Menschen meinen, dass es geglaubt werden muss. 

Jetzt klarer geworden?

fritze antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@fritze 

Ansichtssache. Aus Sicht von 1,5 Milliarden anderen Christen hat er der Christenheit durch die einmal angefangene Spaltung (die sich vervielfältigte) Schaden zugefügt.

Ich sage das jetzt nicht weil ich gegen Protestanten schießen möchte, sondern DIR zu zeigen daß es durchaus andere Blickwinkel auf die Geschehnisse gibt.

Es gab historisch auch andere Personen welche der Meinung waren, die Kirche brauchte in manchen Bereichen oder Lokal eine gewisse Korrektur was "den Alltag" angeht. Der Unterschied war dann im Vergleich zu Luther, das diese demütiger waren und auf Gott vertrauten das er Ihre Sache führen würde, auch wenn das dauerte. Sie behielten den Respekt vor der Ekklesia und waren entsprechend Vorsichtig, ließen Gott für sich "kämpfen".

kappa antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29397

@kappa 

Ansichtssache. Aus Sicht von 1,5 Milliarden anderen Christen hat er der Christenheit durch die einmal angefangene Spaltung (die sich vervielfältigte) Schaden zugefügt.

Allerdings hat ihm auch die katholische Kirche inzwischen zugestanden, dass er in vielen Punkten schlicht und einfach recht hatte. Sie betrachtet Luther meines Wissens nicht als Feind und bedauert den damaligen Umgang mit ihm.

 

lucan-7 antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@kappa Naja, die katholische Kirche zu Luthers Zeiten war völlig verkommen, dekadent und nur noch an Machtausübung interessiert. Es ging nicht mehr anders, als mit einem völlig Bruch. Er selber wollte das gar nicht, aber die RKK war nicht mehr reformierbar, wie sich gezeigt hat. Theologisch hat er ja auch nur angefangen, aufzuräumen. 

fritze antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @fritze

@awhler Nein, hat er nicht. Soweit ist er nicht gegangen. Es geht aber um das Prinzip. Er hat sich sehr wohl gegen den Papst gestellt ...

Jetzt klarer geworden?

Nein.

Du hast zuvor - und darum geht es hier - geschrieben:" ...  ich stehe in der Tradition von Luther: Sola scriptura. Alles, was ich von der Schrift als nicht gedeckt ansehe, und das ist diese Trinitätslehre für mich ganz klar, ist für mich unrelevant."

Dann war Luther also seinem Prinzip "Sola Scriptura" selbst untreu, wenn/weil er die Trinität nicht abgelehnt und zurückgewiesen hat?

Oder Du siehst Dich nicht nur "in der Tradition von Luther", sondern gehst über ihn - sozusagen noch "lutherischer" 😉 - hinaus?

L'Chaim

awhler antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler Nochmal: Es geht nicht darum, dass man nicht über die Theologie von Luther hinausgehen darf. Er hat zwar angefangen aufzuräumen (Ablasslehre, Papsttum usw.) und er hat auch theologisch wichtige Pflöcke eingeschlagen (Rechtfertigungslehre, Unfreier Wille des Menschen, Wahre Kirche ist unsichtbar), aber für eine lückenlose Aufarbeitung des dogmatischen Müllhaufens, der sich so angehäuft hat, hat sein Leben halt nicht gereicht. Ob er irgendwann die Trinitätslehre auch in Frage gestellt hätte, ist aber auch egal. 

Es geht um eines der Prinzipien der Reformation. Sola Scripura ist eine davon. Sola gratia und Sola fide gehören auch dazu. Sola gratia bedeutet zB, dass nur die Gnade Gottes rettet und zum Glauben führen kann. Kirchliche Lehrsätze zu übernehmen, gehört auf keinen Fall dazu. 

Sola scriptura ist also ein wichtig Prinzip, das jeder für sich mit Leben füllen sollte. 

Wenn ich nur das als reformbedürftig sehen darf, was Luther so gesehen hat, würde ich ja wieder von Menschen abhängen. Das würde aber gerade dem sola scriptura völlig widersprechen. Denn das bedeutet ja gerade, dass man nicht Menschen hinterherläuft, sondern in seinem Glauben selbstständig wird.  

Ich hoffe, jetzt ist endlich klar geworden.  

 

fritze antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@fritze 

Luthers Tradition war bis zum Jahr 15xx nur eben keine und nicht vorhanden.

"Jeder soll selbst prüfen"

Das ist an sich Irrlehre die nicht funktioniert. Nirgendwo fordert uns das neue Testament auf, das jeder zum Schriftgelehrten werden muss. Das müsste man aber, denn die Bibel ist extrem Komplex und bezieht sich sehr oft auf ein Wechselspiel von altem und neuen Testament.

Auch unter studierten Protestanten, wenn man Katholisch und Orthodoxe ausklammert, gibt's massive Diskrepanzen was das angeht was am Ende rauskommt.

Ich habe das neue Testament früher Dutzende Male gelesen (wie oft du??) und trotzdem aller Bemühungen (dazu gehörte der Besuch einer Bibelschule) konnte ich die unterschiedlichen Lehren welche alleine in meiner Gemeinde-Richtung im Raum standen, nicht auf einen Nenner bekommen. 

Dazu gehörte weniger die Dreieinigkeit, sondern andere Heilsrelevante Dinge. Also an was lag das dann?

Das jeder für sich selbst sein eigener Ausleger sein soll sehe ich nicht in der Bibel, nicht in der Tradition und es ist im Grunde Quatsch, es überfordert die allermeisten Menschen.

Was ich permanent im neuen Testament sehe, ist EINHEIT, das wird permanent gefordert. Wenn jeder seine eigene Suppe macht, desto weiter entfernen wir uns davon.

 

 

kappa antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@kappa Luther hat ja nur ausgesprochen, was davor total klar war. Es gab lange Zeit gar keine Kirche, die sich als Glaubenshüter aufgespielt hat und die dann davon enorm profitiert hat.

Und klar ist auch, dass jeder Christ eine persönliche Beziehung zu Christus und Gott hat - im Grunde braucht es auch keine Kirche. Viele haben sie gar nicht und sind natürlich trotzdem Christen. Der eigene Glaube ist völlig individuell - das ist er übrigens auch dann, wenn zwei Menschen das gleiche Dogmensystem übernommen haben. Jeder lebt es anders aus. Aber das eigene Gottesbild beeinflusst das Ausleben natürlich erheblich. Deswegen ist dieser Unterbau wichtig.

Und na klar, es ist mühevoll, sich mit der Bibel zu beschäftigen und zu prüfen. Aber das ist klarer Auftrag und keine "Irrlehre". Dazu gehört, sich mit verschiedenen Auslegungen zu beschäftigen und für sich zu entscheiden, was das eigene Bibelverständnis ist. Es kann sein, dass ich mich von alten Überzeugungen trennen muss. Auch wenn ich Theologie studiere, sollte ich das aber tun. Es kann auch sein, dass man erstmal falsch liegt. Wichtig ist aber, sich auf den Weg zu machen und nicht zu meinen, ich übernehme alles, was mir jemand sagt und die Sache ist geritzt. 

Das können die allermeisten Menschen sehr gut. Es ist ihnen nur zu unbequem.

Christsein bedeutet aber eben nicht, jeden Sonntagmorgen den Verstand auszuschalten, sich dann in einem Kirchengebäude berieseln zu lassen und den Verstand irgendwann nach dem Mittagsschlaf wieder einzuschalten. Dazu haben wir nicht den Verstand erhalten.  

fritze antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @fritze

... dass jeder Christ eine persönliche Beziehung zu Christus und Gott hat - im Grunde braucht es auch keine Kirche.

Der eigene Glaube ist völlig individuell.

Christsein bedeutet aber eben nicht, jeden Sonntagmorgen den Verstand auszuschalten, sich dann in einem Kirchengebäude berieseln zu lassen und den Verstand irgendwann nach dem Mittagsschlaf wieder einzuschalten. Dazu haben wir nicht den Verstand erhalten.  

Na, Du schießt ja ziemlich aus den Vollen 😉 

Wenn Du Dich mit diesen Sätzen auf Luther berufen willst bzw. Dich in seiner Gefolgschaft siehst, dann ist das - sorry - ziemlicher Quatsch, und Du hättest Dr. Martinus direkt als Gegenüber, der Dir das Wort Gottes vorhalten würde, dass Dich in die "Gemeinschaft der Heiligen stellt" und dahin, wo Kirche sich "um Wort und Sakrament" versammelt. Er würde Dich schelten für Deinen Individualismus, mit der Du die Kirche für "im Grunde" entbehrlich und überflüssig hältst. 

Ist Dein letzter Satz nicht sehr verächtlich und respektlos ggü. denen, die Sonntags in die Kirche gehen, denen Gottesdienst und Predigt wichtig sind, und die selber predigen, Gottesdienst halten und sich freuen "wo 2 oder 3 in seinem Namen" (gerne multipliziert oder mit Nullen versehen) auch am Sonntagmorgen mit vollem Verstand "in einem Kirchengebäude" zusammenkommen?

Think about ist.

L'Chaim

 

awhler antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@awhler 

Zum Beitrag

Bis zum 4. Jahrhundert  wandelten sich die Treffen hin und her in den Häusern zu Treffen in monumentalen Gebäuden. Damit änderte sich auch die Vorstellung des Wortes 'Kirche' weg von der Versammlung der Heiligen zu Gebäuden und Verwaltungssystemen. 

Es wurden Machtstrukturen aufgebaut und an die Tempeltradition angeknüpft. Wie sehr sich die Gemeinde, der Leib Christi, in der Vorstellung seiner Identität geändert hat, fällt deutlich auf, dass nicht mehr das Bewusstsein "Ich bin Kirche/Herausgerufene/r" vorherrscht, sondern "Ich gehe in die Kirche ...........(Gebäudename)." 

Ich stimme nicht mit allem überein, was fritze meint, aber hier ist Nachdenkenswertes. 

deborah71 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @deborah71

@awhler 

Zum Beitrag

Bis zum 4. Jahrhundert  wandelten sich die Treffen hin und her in den Häusern zu Treffen in monumentalen Gebäuden. Damit änderte sich auch die Vorstellung des Wortes 'Kirche' weg von der Versammlung der Heiligen zu Gebäuden und Verwaltungssystemen. 

Es wurden Machtstrukturen aufgebaut und an die Tempeltradition angeknüpft. Wie sehr sich die Gemeinde, der Leib Christi, in der Vorstellung seiner Identität geändert hat, fällt deutlich auf, dass nicht mehr das Bewusstsein "Ich bin Kirche/Herausgerufene/r" vorherrscht, sondern "Ich gehe in die Kirche ...........(Gebäudename)." 

Ich stimme nicht mit allem überein, was fritze meint, aber hier ist Nachdenkenswertes. 

Das weiß ich alles 😉 - mir ging es um die unangemessene Polemik fritzens >< " Christsein bedeutet aber eben nicht, jeden Sonntagmorgen den Verstand auszuschalten, sich dann in einem Kirchengebäude berieseln zu lassen und den Verstand irgendwann nach dem Mittagsschlaf wieder einzuschalten. Dazu haben wir nicht den Verstand erhalten."

Luther selbst - auf den er sich (fälschlicherweise) berufen will - hat weder dem frommen Individualismus noch einer Verwerfung kirchlicher Gottesdienste IN den Kirchen Raum gegeben. Wo immer sich Menschen "um Wort & Sakrament versammeln", da ist die "wahre Kirche" - durchaus als Corpus Mixtum und offene Gemeinschaft, aber klar definiert im Geschehen.

Dass das Wort "Kirche" im allgemeinen Sprachgebrauch mehrdeutig ist, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Manche treue Christen sagen am Sonntagmorgen: "Ich gehe in die Kirche!" und meinen sowohl den Gottesdienst und die feiernde, betende Gemeinde wie auch die Ortsangabe. Andere treten "aus der Kirche aus" und meinen nicht das Gebäude, sondern die Institution. Und "Kirchen" als Räume & Gebäude können schlichte Hütten sein ebenso wie Kathedralen.

Bei meinen Taufansprachen habe ich immer wieder angesprochen, dass die Taufe als "Aufnahme in die Kirche" konkret bedeutet, in die Gemeinschaft der Menschen, die mit Jesus unterwegs und verbunden sind - und in das Miteinander gemeinsamer Gottes- und Menschendienste.

L'Chaim

 

awhler antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@awhler 

Ich weiß, dass du das weißt.  Mir war der Zeitrahmen der Veränderung wichtig, denn ich erlebe oft, dass Menschen bei Kirche bis zum 4. Jahrhundert zurückdenken, die dortigen Strukturen aber für solche der Anfangszeit halten. 300 Jahre verschwinden einfach aus dem Fokus. Das ist schon beachtlich. 

deborah71 antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler Nein, respektlos sollte es nicht sein. Gemeinschaft mit Gläubigen ist ja wichtig (habe ich unten auch geschrieben). Nur alles zu übernehmen, was einem erzählt wird, ist kein lebendiger Glaube. Es gehört auch dazu, selbst zu prüfen. 

Also: Gemeinschaft ja, kritikloses Hinterherlaufen nein.

Letzteres hat Luther ja eben nicht gemacht. Er hat eben nicht gesagt, dass Kirche und Gemeinschaft über Gottes Wort stehen darf. Er hat gesagt: Nein, so nicht. Die Gemeinschaft war ihm an der Stelle egal. Und das ist vorbildlich. 

Ich habe auch gar nicht gesagt, dass es alle machen, die in den Gottesdienst gehen. Ich habe nur beschrieben, wie es nicht sein sollte. Kritisches Hinterfragen und Prüfen von dem, was man so hört, ist unverzichtbar. 

Vielleicht versteht du Luther jetzt besser?

fritze antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@fritze 

"Vielleicht versteht du Luther jetzt besser?" - Danke der erneuten Nachfrage, ich verstehe ihn wohl ganz gut 😉 

Aber die Sache mit Luther >< Trinität hast DU noch nicht geklärt, denke ich.

L'Chaim

awhler antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler

Doch, was sollte bei der Sache mit Luther nicht geklärt sein? Ob Luther die Trinitätslehre auch abgelehnt hätte, wenn er sich intensiver damit beschäftigt hätte, kann man nicht sagen. Zu Lebzeiten war das nicht der Fall.

Klar ist aber, dass Luther Dogmen der Kirche an der Bibel gemessen hat. Das bedeutet im Wesentlichen Sola Scriptura. Und das ist für uns auch ein guter Leitsatz. Jedenfalls ist er das für mich.

Deswegen ist für mich die Trinitätslehre ein völlig misslungener Versuch, mit philosophischen Begriffen, die in der Bibel selbst überhaupt nicht vorkommen, Gott erklären zu wollen. Die Kernaussagen der Bibel, die wesentlich anders sind, wurden dabei mißachtet.

Ob das Religionsgemeinschaften, die sich christlich nennen, in der Mehrheit anders sehen oder nicht, ist für mich kein Kriterium. Wenn Luther zu diesem theologischen Schluss gekommen wäre, wäre ihm das auch total schnuppe. Das ist der Punkt.

Jetzt rübergekommen?   

fritze antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @fritze

@awhler

Doch, was sollte bei der Sache mit Luther nicht geklärt sein? Ob Luther die Trinitätslehre auch abgelehnt hätte, wenn er sich intensiver damit beschäftigt hätte, kann man nicht sagen. Zu Lebzeiten war das nicht der Fall.

Klar ist aber, dass Luther Dogmen der Kirche an der Bibel gemessen hat. Das bedeutet im Wesentlichen Sola Scriptura. Und das ist für uns auch ein guter Leitsatz. Jedenfalls ist er das für mich.

Deswegen ist für mich die Trinitätslehre ein völlig misslungener Versuch, mit philosophischen Begriffen, die in der Bibel selbst überhaupt nicht vorkommen, Gott erklären zu wollen. Die Kernaussagen der Bibel, die wesentlich anders sind, wurden dabei mißachtet.

Ob das Religionsgemeinschaften, die sich christlich nennen, in der Mehrheit anders sehen oder nicht, ist für mich kein Kriterium. Wenn Luther zu diesem theologischen Schluss gekommen wäre, wäre ihm das auch total schnuppe. Das ist der Punkt.

Jetzt rübergekommen?   

"Rübergekommen" 😉  ist Dein eigenes starres Festhalten an der Ablehnung der Trinität - nur Luther haste da nicht mit im Boot.

Stattdessen schreibst Du "Wenn er hätte, dann hätte er ...!" --- Also,  wie ich schrieb, bleibst Du bei  "lutherischer als Luther selbst" 

Meinst Du ernsthaft, so etwas Fundamentales wie die Trinität wäre ihm "zu Lebzeiten" (wann denn sonst?) nicht als "unbiblisch" aufgefallen, es wäre ihm durchgegangen, er hat die Erkenntnis und Verwerfung dMn schlichtweg versäumt? 

Ich lass Dir da mal Deinen hermeneutische Luther-Schlüssel, der da mMn nicht ins Schloss passt, ok?

L'Chaim

 

 

awhler antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler

Ok, also immer noch nicht verstanden. Luther habe ich insofern mit im Boot, als dass er sich auch nicht um Dogmen, also die Denkvorgaben der Kirche geschert hat, sondern seine eigenen Erkenntnisse, die er aus der Bibel gewonnen hatte, darüber gestellt hat.

Letztlich ist jeder für seinen Glauben selbst verantwortlich. Leichter als heute ging es auch noch nie für jedermann, Dogmen zu überprüfen. Zu Zeiten vor Luther gab es ja noch nicht mal eine Bibel in deutscher Sprache.  

fritze antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @fritze

@awhler

Ok, also immer noch nicht verstanden. Luther habe ich insofern mit im Boot, als dass er sich auch nicht um Dogmen, also die Denkvorgaben der Kirche geschert hat, sondern seine eigenen Erkenntnisse, die er aus der Bibel gewonnen hatte, darüber gestellt hat.

Letztlich ist jeder für seinen Glauben selbst verantwortlich. Leichter als heute ging es auch noch nie für jedermann, Dogmen zu überprüfen. Zu Zeiten vor Luther gab es ja noch nicht mal eine Bibel in deutscher Sprache.  

So, nun komm mal runter ... Ich denke, ich hab sehr gut verstanden, dass Du stark angefangen hast mit "Sola scriptura", Dich auf Luther berufen hast und die Trinität in Folge als "unbiblisch" verworfen hast

Ich wiederhole mich jetzt hier nicht noch mal groß, jeder kann es nachlesen und recherchieren: Luther hat die Trinitäts-Bezüge des christlichen Glaubens in seiner Entfaltung uneingeschränkt übernommen, nicht abgelehnt und damit offensichtlich, mit seinem Schriftverständnis, nicht als unbiblisch abqualifiziert und in Frage gestellt, so wie Du das tust.

Und alles was Du drum herum "garnierst", hilft Dir aus diesem Widerspruch nicht raus - ist ja auch nicht weiter schlimm, Du kannst es nur einsehen, nicht mehr und nicht weniger.

L'Chaim 

 

awhler antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler

Es gibt immer noch keinen Widerspruch, auch wenn du verzweifelt einen konstrieren willst. Es geht auch gar nicht um Luthers Sicht auf dieses Dogma - ich weiß auch nicht, wie oft ich das geschrieben habe. 

Es geht um seine allgemeine Herangehensweise. Nämlich, dass er seine persönliche Erkenntnis aus dem Lesen der Bibel immer über Denkgebote der Kirche (also deren Dogmen) gestellt hat.

Selbst, was Luther für eine persönliche Erkenntnis gehabt haben mag, ist genauso wenig bindend, denn dann würde man ja wieder anderen hinterherlaufen. Das würde Luther selbst auch gar nicht wollen. 

Anderen hinterherlaufen, die behaupten, sie wüßten es besser, sollte kein Christ. Das wäre Glauben aus zweiter Hand. Wichtig ist, sich sein eigenes Bild machen, indem man die Bibel liest und selber prüft. Bestreitest du etwa, dass das ein Anliegen von Luther war? 

Jetzt klarer geworden? So, das war jetzt wirklich der letzte Versuch...   

fritze antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @fritze

@awhler

Es gibt immer noch keinen Widerspruch, auch wenn du verzweifelt einen konstrieren willst. Es geht auch gar nicht um Luthers Sicht auf dieses Dogma - ich weiß auch nicht, wie oft ich das geschrieben habe. 

Es geht um seine allgemeine Herangehensweise. Nämlich, dass er seine persönliche Erkenntnis aus dem Lesen der Bibel immer über Denkgebote der Kirche (also deren Dogmen) gestellt hat.

Selbst, was Luther für eine persönliche Erkenntnis gehabt haben mag, ist genauso wenig bindend, denn dann würde man ja wieder anderen hinterherlaufen. Das würde Luther selbst auch gar nicht wollen. 

Anderen hinterherlaufen, die behaupten, sie wüßten es besser, sollte kein Christ. Das wäre Glauben aus zweiter Hand. Wichtig ist, sich sein eigenes Bild machen, indem man die Bibel liest und selber prüft. Bestreitest du etwa, dass das ein Anliegen von Luther war? 

Jetzt klarer geworden? So, das war jetzt wirklich der letzte Versuch...   

*Lach* ... 

"Verzweifelt konstruiere" ich garnix und wiederhole mich nun auch nicht mehr, also schenken wir uns alles Weitere.

„Also stärkt und bekräftigt St. Johannes unsern Glauben, dass wir gewiss sind, „dass der Vater, Sohn und Heiliger Geist drei unterschiedliche Personen sind; aber Ein Gott ist.“

"Da bekennen wir, dass der einige Herr, König, Gott und Schöpfer, durch seinen Sohn sich also abgemalt und zu erkennen gegeben hat, dass es in der Gottheit also steht, dass das Wort wird gesprochen durch den Vater, und der Heilige Geist (wie man sagt) darein willigt; dass ein Gedrittes ist, in sich selbst jedoch eins. Daher sagt Augustinus und andere alte Lehrer: Opera Trinitatis ab extra sunt indivisa ..."

Aus einer Trinitatis-Predigt Luthers

L'Chaim

 

awhler antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler Aber niemand kann mir vorwerfen, ich hätte es nicht versucht... Wirklich nicht. 😉

fritze antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@fritze 

Wo gab es lange Zeit keine Kirche die sich als Glaubenshüterin aufspielte?  In der ersten Zeit war es alles noch überschaubar und die Apostel direkt am Leben, was sich schnell änderte.

Die Zeit des Untergrund ging bis zum vierten Jahrhundert, unter diesen Rahmenbedingungen war es natürlich nicht möglich Strukturen zu haben wie später im Mittelalter. 

Auch wenn die Amtskirchlichen Strukturen immer wieder gerne kritisch betrachtet werden; Wie hätte man die immer größer werdende Kirche den bitte sonst führen sollen? Immerhin hat Sie es so geschafft ihre Einheit und den Zusammenhalt, vor allem aber die Kernelemente ihrer Lehre über Jahrtausende zu bewahren.

In der Zeit nach Luther entstanden in der von Dir propagierten "Herangehenweise" 35.000 verschiedene Gemeinden, welche sich teilweise gegenseitig förmlich Verachten, was ich früher selber mehrmals erlebt habe als Charismatiker. Wie kann das sein? 

Gott verlangt von uns laut Dir in Eigenverantwortung die Bibel auszulegen, aber schafft es dann nicht, diese dann Ein-eindeutig zu schreiben.  Genau das ist der Unterschied von den ersten 5 Büchern Mose und der Lehre Jesu. Mose hat wesentliche Elemente wie in einer Art Bedienungsanleitung verfasst. Im neuen Testament ist das nicht der Fall, so schön man es sich auch redet. Hat Gott im neuen Testament nun etwas vergessen?

Das fängt schon bei der Inhaltlichen Angabe an. Die Bibel selbst gibt nicht einmal einen Hinweis, wo das NT anfangen soll und es aufhört.

-Das alles zeigt meiner Meinung nach, das es eine Instanz außerhalb der Schriften gegen muss. Aber gut.

Also zeige mir bitte, wo deine Alternative zur ursprünglichen Alten Kirche, die sich zur heutigen Kirche entwickelt hat, denn auch heute noch greifbar ist, bzw. welche es unter der "breiten" Auswahl ist. Bedenke: Die Pforten der Hölle haben die wahre Ekklesia zu keiner Zeit überwunden.

Zu den Strukturen; Paulus selbst warnt das Wölfe in Schafspelzen kommen werden, die falsches Lehren werden oder Lehrer, nach denen die Ohren jucken werden. Das zeigt das es kein Selbstläufer ist, alles seinem Lauf zu lassen. 

kappa antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@kappa 

Es sei denn natürlich,  dass Glaube und Gottes Botschaft eigentlich gar nicht so kompliziert ist.

Und vielleicht ist ja auch nicht alles so heilsrelevant.

VG

Chey

chey antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@chey 

Hi, ja das ist natürlich einer der Streitpunkte. Ich habe das früher permanent versucht mit das irgendwie so zu erklären, verschiedene Theologien dazu gelesen. Aber ich kann nur sagen für mich konnte ich das nicht entschlüsseln. Sicher ist nicht alles Heilsrelevant. Aber es gibt in der Schrift schon sehr viele an uns gerichtete Warnungen, das gab mir immer zu denken.

Liebe Grüße, Eddie

kappa antworten


Deborah71
Beiträge : 29331

@awhler 

In meinen Erklärungsversuchen sage ich Kindern und Jugendlichen zum Beispiel: Denkt an Wasser: Ihr könnt drin schwimmen, es trinken, damit duschen. Ihr könnt drauf Schlittschuh fahren oder es mit drei Kugeln genießen – Erdbeer, Vanille, Schokolade. Oder ihr schwitzt mittendrin und dampfend in der Sauna oder sucht Eure Hand vor Augen, wenn ihr hineingeratet. Das EINE Element – aber erfahren in drei Zustandsformen – flüssig, gefroren, verdampfend. Auch der EINE Gott, die EINE göttliche Wirklichkeit – in DREI Erfahrungsweisen, dreimal anders gesehen und erlebt.

Das ist Modalismus, der Vergleich mit drei Aggregatszuständen von Wasser. 

https://www.gotquestions.org/Deutsch/Modalismus.html

~~~~~~~~~~

'zwei Männer und ein Vogel' ist genauso irreführend, es malt das Bild: Zwei Männer und ein Tier. Der Geist Gottes, der weiß, was in Gott ist, wäre ein Tier? Ein sprechendes Tier?!  „Der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ – Offenbarung 22,17 (nach der Schlachter-Übersetzung)

~~~~~~~~~~

Bei der Beschreibung und Vorstellung der Dreieinigkeit ist Sorgfalt angesagt, bevor man sich und einem Anderen ein Wort-Bild-Gefängnis baut. 

~~~~~~~~~~

'WIE eine Taube' bezieht sich auf die halbkreisförmig gebogene Flügelform bei der Landung einer Taube. Dieser Halbkreis wird als Form der Salbung um den Kopf eines Königs im Hebräischen verstanden.  Unsere bildliche Annäherung mit dem Heiligenschein hat eine etwas andere Bedeutung. 

~~~~~~~~~~

Adonai echad  aus dem Shema: Gott ist einer....echad ist eine zusammengesetze Einheit, wie der Ausdruck  schon in der Einheit von Adam und Eva verwendet wurde.  Gott ist einer... in seiner Stellung im Universum. Gott ist einzigartig (als Schöpfer). Es sind da verschiedene Möglichkeiten, Adonai echad zu verstehen. Wäre ER eine Einzel'person' müsste statt echad dort jachid stehen. 

deborah71 antworten
Chai
 Chai
Beiträge : 4814

Ich selber tu mir einen großen Gefallen, wenn ich irgendwann aufhöre, mir über Dinge Gedanken zu machen, die sich für mich auch nach längerem Nachdenken nicht plausibel erklären lassen. Und mein persönlicher Glaube scheitert nicht daran, dass ich das Dogma der Dreieinigkeit nicht erklären kann. 

Nach meiner persönlichen Beobachtung gibt es Christen, die beten lieber zu Jesus (und in diesem Gebet ist Gott eingeschlossen) und andere, die beten zu Gott (der Jesus beinhaltet). Aber irgendwie läuft das dann alles zusammen. 

chai antworten


Stern
 Stern
Beiträge : 3214

@awhler 

Fritze hat es schon gut gesagt und Marco1977 hat auch schon sinngemäß gesagt, Jesus zwar wie der Vater ist und aus diesem hervorgegangen, aber nicht der Vater ist. Auch Jesus sagt nie „Ich bin Gott“, sondern er verweist immer auf den, der ihn gesandt hat. Da er sein Sohn ist - aus ihm hervorgegangen und nicht geschaffen - kann er sagen: „wer mich sieht, sieht den Vater“

Was die eigene Gotteskindschaft angeht, das ist für mich noch nicht klar…Werden wir alle wie Jesus, wenn er „Gotteskinder“ sagt? Sind Gott und Jesus in mir und wenn ja wann?

Ich denke, ich bin dann immer noch nicht Gott, logischerweise, aber trotzdem in einen Verwandtschaftsstatus erhoben, den bisher nur Jesus hatte („eingeborener Sohn“)…naja, zumindest theoretisch….was das tatsächlich bedeutet, bleibt (mir) noch nebulös.

 

stern antworten
AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2297

Der Sonntag Trinitatis geht in den Abend ... und ich danke erstmal für Eure Beiträge und Gedanken (auch da, wo ich nicht mit übereinstimme) 😉

Es ist klar, dass sich an der trinitarischen Gottesrede/Gottesvorstellung, an der Frage nach ihrer Herkunft/Entstehung und ihrer Interpretation "die Geister scheiden" ... Dogmengeschichtlich, konfessionell und Theo-logisch.

Was mir auffällt an dem, was ich gelesen habe (bes. bei fritze und deborah) ist ein Zugang über die Frage der Rechtgläubigkeit, der Bibel-gemäßheit, mit einer gewissen "Belehrung" ...

Mein Ansatz steckt dagegen in der Frage der Glaubens-Erfahrung, d.h. wie wurde (und wird) GOTT erfahren, der uns in der Bibel (mit seiner Offenbarung, seinem Wirken) in Christus und im Wirken des Geistes begegnet.

Die ganzen Hintergründe bzg. Zwei-Naturen-Lehre und Trinität, die dogmengeschichtlich ja wirklich eine komplizierte, streitbare und umstrittene Sache waren, sind nicht die Stoßrichtung meines Postings, ich kenne sie.

Aber jeder Gottesdienst beginnt konfessionsübergreifend mit der trinitarischen Formel in den großen Kirchen, der Trinitatis-Sonntag gehört fest zum Kirchenjahreskalender und das apostolische Glaubensbekenntnis ist ebenfalls trinitarisch ... und meine Gedanken knüpfen mit zwei Fragen daran an:

  1. Welche GLAUBENS-ERFAHRUNGEN spiegeln sich in diesem trinitarischen Bekenntnis wieder (die ich in der Tat für sehr biblisch halte ... und die Christenheit insgesamt wohl auch, wie immer der Streit ums "filioque"oder der Dialog mit den Anfragen aus Judentum & Islam nun zu bewerten ist). 
  2. Und welche ANSCHAULICHKEITEN, die (schon für Kinder) das Geheimnis der Drei-Einigkeit ein bisschen greifbar machen, gibt es? Alltäglich, nachvollziehbar, und ohne Spitzfindigkeiten und philosophische Streitereinen über "Person", "Substanz" etc.

Und da habe ich immer wieder erlebt (ebenso wie bei dem Bild des drei-blättrigen Kleeblatts), dass die Bilder "Wasser" und "Gesichter" bei Manchen auf Verständnis-Resonanz stoßen - und die halte ich (auch wenn es nach-biblische Reflexion ist) auch selbst für hilfreich, geistlich angemessen und eine mögliche Glaubensantwort bis heute.

Christian A. Schwarz hat es mal buch-betitelt mit "Die dreifache Kunst Gott zu erleben. Die befreiende Kraft eines trinitarischen Glaubens" (1999, C & P Verlag) und mit einem Folgebuch (GerthMedien, 2009) auch nochmal reflektiert mit "Die drei Farben Deiner Spiritualität" als Christ.

Mir geht's also nicht um einen weiteren Disput über das, was nun das Geheimnis Gottes zurechtrückt, rechtgläubig zu behaupten, zu korrigieren oder zu bestreiten ist, sondern um das, was wir - als Antwort auf das biblische Zeugnis - erfahren dürfen.

L'Chaim

awhler antworten
27 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@awhler 

Mir geht's also nicht um einen weiteren Disput über das, was nun das Geheimnis Gottes zurechtrückt, rechtgläubig zu behaupten, zu korrigieren oder zu bestreiten ist, sondern um das, was wir - als Antwort auf das biblische Zeugnis - erfahren dürfen.

L'Chaim

Hm…ich will mir nochmal Gedanken machen, weil das ja jetzt konkreter auf die Erfahrungen der Dreifaltigkeit abzielt.

Jesus erlebe ich bisher als denjenigen, über den ich in der Bibel etwas lesen kann und will. Ich komme da in Berührung mit ihm, also mit seinen Gedanken und mit seiner Haltung. 

Den Heiligen Geist erlebe ich als jemanden, der mir manchmal Weisungen gibt (die ich bisweilen ignoriere und dann mich jedesmal ärgere, dass ich sie ignoriert habe). Das ist für mich eine innere Stimme in Form von Gedanken (durchaus ein ganzer Satz, nicht nur Wörter), manchmal ein Zitat aus der Bibel treffend zur Situation oder manchmal auch nur ein vages Gefühl, das aber immer wieder auftaucht ohne aufdringlich zu sein (schade eigentlich, dann würde ich vielleicht eher hinhören 🫤).

Und Gott? An den glaube ich einfach. Ich versuche natürlich das Unmögliche, nämlich ihn zu begreifen. Aber das wird zum Glück weniger und dafür steigt die Zuversicht und das Vertrauen in Jesus Worte in Bezug auf ihn. Das ist wesentlich einfacher. Und ich glaube tatsächlich, dass man auch nicht mehr tun muss. Durch das wachsende Vertrauen kommt sowieso die Liebe und der Lobpreis quasi als Folge, ab und zu erinnert mich der Heilige Geist an ihn, dass er die entsprechende Stelle in meinem Leben bekommt. 

Hm…ja…

Und du? Wie nimmst du die drei wahr oder welche Erfahrungen hast du denn gemacht?

stern antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@stern 

"Und du? Wie nimmst du die drei wahr oder welche Erfahrungen hast du denn gemacht?"

Danke für die Frage - ich versuche sie, trinitarisch-ineinandergreifend, zu beantworten.

Gott als unerreichbarer, ggf. zu fürchtender, von Menschen verfehlbarer, missbräuchlich Urgrund unseres Lebens, unser Woher & Wohin, erschließt sich mir (als Christ)  in seiner Offenbarung & Menschwerdung in Jesus Christus. Und der Geist Gottes lässt mich diesen Jesus Christus immer besser erkennen & Gott in ihm, er be-lebt meinen Glauben und schenkt mir seine Früchte (Gal. 5,22)  und er weitet mich, weil Gott und auch Christus weit über unsere Grenzziehungen, Fassbarkeiten und Konfessionen hinaus präsent und wirkend ist.

Gerade der trinitarisch verstandene Glaube hat mir als Christ geholfen, Mitte & Weite, Bindung & Freiheit, auf meinem Weg als Christ weiter und getroster zu verfolgen.

L'Chaim

 

awhler antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@awhler 

missbräuchlich Urgrund unseres Lebens

das habe ich nicht verstanden 

erschließt sich mir (als Christ)  in seiner Offenbarung & Menschwerdung in Jesus Christus. Und der Geist Gotteslässt mich diesen Jesus Christus immer besser erkennen

Das kann ich hingegen auch so berichten.

Gerade der trinitarisch verstandene Glaube hat mir als Christ geholfen, Mitte & Weite, Bindung & Freiheit, auf meinem Weg als Christ weiter und getroster zu verfolgen.

Das finde ich interessant. Denn ich glaube, ich komme eher aus der Weite und bin ganz froh über diese Enge, die sich nur um Jesus, Gott und den Heiligen Geist dreht…und aus dieser Enge hat man trotz allem einen Blick, der subjektiv viel weiter ist als davor…objektiv kann ich das ja so nicht sagen.

 

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @stern

Das finde ich interessant.
Denn ich glaube, ich komme eher aus der Weite und bin ganz froh über diese Enge, die sich nur um Jesus, Gott und den Heiligen Geist dreht…und aus dieser Enge hat man trotz allem einen Blick, der subjektiv viel weiter ist als davor…objektiv kann ich das ja so nicht sagen.

Vielleicht ist das wirklich (auch) ein Unterschied in Persönlichkeit und Herkunft. 
Die einen fühlen sich in einem engen Gerüst eingesperrt und gegängelt und den anderen bietet es Halt. 

chai antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@chai 

Die einen fühlen sich in einem engen Gerüst eingesperrt und gegängelt und den anderen bietet es Halt.

Das erinnert mich an den Einfluß des Vaterbildes, das unbewusst auf die Gottesvorstellung Auswirkungen haben kann. Strenger Vater, liebevoller Vater, fehlender Vater (zerbrochener Vertrauensboden), innerlich nicht anwesender Vater.....  

deborah71 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@deborah71 Ja, natürlich prägt das Vaterbild auch das Gottesbild. 
Und evtl. kann sich dieses Bild durch eigene Elternschaft ändern.

chai antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@chai 

Ja, auch das ist möglich. 🙂

deborah71 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @stern

@awhler 

missbräuchlich Urgrund unseres Lebens

das habe ich nicht verstanden 

 

Gerade der trinitarisch verstandene Glaube hat mir als Christ geholfen, Mitte & Weite, Bindung & Freiheit, auf meinem Weg als Christ weiter und getroster zu verfolgen.

Das finde ich interessant. Denn ich glaube, ich komme eher aus der Weite und bin ganz froh über diese Enge, die sich nur um Jesus, Gott und den Heiligen Geist dreht…und aus dieser Enge hat man trotz allem einen Blick, der subjektiv viel weiter ist als davor…objektiv kann ich das ja so nicht sagen.

 

Ja, das war zu schnell getippt und ergibt keinen Sinn - sollte heißen: "Gott als unerreichbarer, ggf. zu fürchtender, von Menschen verfehlbarer, missbräuchlicher "Urgrund" unseres Lebens ..." - also dass Gott  eben auch leicht und immer wieder ein missbräuchliches Wort ist, etwa um mit ihm und in seinem Namen in den Krieg zu ziehen oder in seinem Namen Gewalt auszuüben.

Das mit der "Mitte und Weite", was Du schreibst, kann ich auch sofort nachvollziehen: Weil wir eben unterschiedliche Lebens- und Glaubenswege gehen, wo wir entweder im Konkreten, der Bindung, das finden, was uns gut tut und für uns wichtig ist - oder (eher wie bei mir) das Gefühl haben, mir wird es zu eng, ich will nicht immer nur Abgrenzung, mir fehlt die Weite im Blick auf das Wahre, Gute und Richtige, das es auch an anderen Stellen in der Welt viel-fältig gibt.

L'Chaim  

awhler antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler Da kann ich im Grunde mitgehen. Aber trinitarisch ist das nicht. Denn da sind alle Personen im Prinzip gleich und das siehst du ja gar nicht so.

fritze antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@awhler 

Was mir auffällt an dem, was ich gelesen habe (bes. bei fritze und deborah) ist ein Zugang über die Frage der Rechtgläubigkeit, der Bibel-gemäßheit, mit einer gewissen "Belehrung" ...

Für mich ist es eine Frage der Gottesehrfurcht und des Respekts gegenüber dem vom Vater und Jesus gesandten Heiligen Geist, nicht einer Rechtgläubigkeit als religöse Leistung. 

Ich war tief erschrocken über dieses hemdsärmelige 'zwei Männer und eine Taube'.

deborah71 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@deborah71 

Das "Hemdsärmeilige" stammt nicht von mir, sondern ich habe es gehört, ist mir begegnet und hat mich denken lassen: Wieso nimmt ein Jugendlicher unser "Christensprech" so wahr? ... Ein bisschen belächeln darf man es , aber eben als Impuls verstehen, da mal "was klar(er) zu machen", oder?

Ich nehme es zum Anlass, die Trinitätsfrage zu bedenken und somit ist es ja nur ein aufgegriffender Impuls.

L'Chaim

awhler antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@awhler 

Es ist eine Weitergabe und sollte dich sehr betroffen machen, wie du da etwas vermittelt hast aus deiner Stellung heraus und es nicht wirklich dreimal wiederholen im Eingangspost : am Anfang, in der Mitte und am Ende.  Damit wird eine Prägung geschaffen und hakt sich mehr oder weniger stark fest. Du hast doch sicher Predigtrhetorik gelernt und schreibst nicht einfach nur so vor dich hin, wie dir was in den Kopf kommt. Da ist eine Lehrverantwortung. 

Und meine informative Handreichung aus meinem Wissen einfach als "Belehrung"... abzutun.....  naja.... 

deborah71 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@deborah71 

Bitte, bitte ... hör doch endlich mal auf mit diesen nicht abreißenden Vorwürfen, Urteilen, Bewertungen.

Lass Raum, lass andere Sicht-, Denk- und Glaubensweisen zu, es müssen nicht die Deinen sein.

Danke.

L'Chaim

awhler antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@awhler 

Da ich niemandem seine Denkweise verbiete, nehme ich mir die Freiheit, mein Wissen, meine Denkweise und meine Reaktionen auf einen Text ebenso kund zu tun. Ob jemand davon etwas gebrauchen kann, liegt nicht in meiner Hand. 

Was ich zu 'zwei Männer und ein Vogel' sagen wollte, habe ich gesagt. Somit beende ich hier diesen Strang für mich. 

deborah71 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@deborah71 

Es liegt aber in Deiner Hand, so etwas wie RESPEKT und ein Sein-Lassen dem Dir Fremden ggü. zu zeigen.

Und Dich nicht ständig dazu berufen zu fühlen, korrigierend, belehrend und zurückweisend zu agieren ... vielleicht nimmst Du Dir diese Freiheit auch mal.

Bitte ... Danke!

L'Chaim

awhler antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@deborah71 Wenn ich das (beim Überfliegen) richtig verstanden habe, liegt das halt einfach an dieser bildlichen Darstellung des Heiligen Geistes als Taube. 
Und ich weiß nicht mehr wann und wo - man liest ja im Lauf der Jahre vieles - aber mir ist diese Aussage über den Vogel auch schon begegnet.

chai antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@chai 

Ja, die Taube ist ja das gängige Bild für den Hl. Geist, der "wie eine Taube" (Markus 1,10) auf Jesus kommt.

L'CHaim

awhler antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@awhler Und aufgrund von diesem Bild entstand halt die Aussage mit dem Vogel. 
Was ich wiederum nicht sonderlich aufregend finde - es zeigt mir nur, wie manches fromme Bild bei 'nicht-so-fromm-Sozialisierten' ankommt.

chai antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4579

wie manches fromme Bild bei 'nicht-so-fromm-Sozialisierten' ankommt.

Ja, ich dachte, das sollte auch das Ziel der Aussage sein.

tatokala antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@chai 

Die bildliche Darstellung verstärkt natürlich. Zumal die Taube auch als Friedenssymbol gilt und für Sanftheit steht. Das sind wesentliche Wirkungen und Eigenschaften, ebenso wie die Frucht des Geistes sich auf Wirkungen und Eigenschaften konzentriert. Was dabei leicht hinten runterfällt ist die 'Person' /Ansprechpartner/Gabe  Heiliger Geist, von der dies alles kommt. 

Der  Sturm an Pfingsten bleibt den meisten auch nicht in Erinnerung als Symbol für die Handlungsstärke. Selbst hier an an der Küste mit etlichen Stürmen im Jahr ist mir dieses Symbol nicht so deutlich, weil meist von Wind gesprochen wird und der ist sanfter.  Und das prägt die Erwartung an die Dynamis-Power.... wie quasi nicht vorhanden. 

 

deborah71 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @awhler

Christian A. Schwarz hat es mal buch-betitelt mit "Die dreifache Kunst Gott zu erleben. Die befreiende Kraft eines trinitarischen Glaubens" (1999, C & P Verlag)...

Ich knüpfe hier nochmal an mit zwei Zitaten, die ebenfalls ausdrücken, worum es mir geht:

"Es geht - damals wie heute - nicht darum, dass wir an die Trinität glauben, wohl aber darum, dass wir trinitarisch glauben, mit anderen Worten: dass wir Gott auf dreifache Weise erleben." (S.7)

"Solange wir uns darauf beschränken, die Trinität als eine Erlebniskategorie zu verstehen, stellt uns das intellektuell nicht vor unüberwindliche Probleme: Gott hat sich dreifach offenbart und er hat sich immer als der eine, ganze, vollkommene, unteilbare Gott offenbart ... Probleme fangen immer erst in dem Moment an, wo wir die Trinität von dieser Erlebnisdimension abstrahieren und zu einer reinen Denkkategorie machen." (S.12)

Wenn wir zudem reflektieren, welche Seite der trinitarischen Selbstoffenbarung Gottes uns selbst am meisten anspricht, in uns resonanzt und unseren Glauben prägt, OHNE diesen einen Aspekt überzubetonen oder zu verabsolutieren und SO, dass wir ihn in Beziehung stellen zu den anderen beiden Offenbarungsseiten des Einen Gottes, dann - so meine Erfahrug und Überzeugung - lässt sich Vieles besser verstehen und auch relativieren, was uns unter Christen oft unnötig streiten lässt .

L'Chaim

awhler antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@awhler

Davon, Gott auf "dreifache" Weise überhaupt erleben zu können, spricht die Bibel aber nie (die ja schließlich Gottes Wort ist). Es steht dort auch nirgends, dass Gott sich dreifach "offenbart" habe, wie dieser Autor behauptet. 

Gott, der Vater, hat sich allein in Christus offenbart. Er ist der alleinige Mittler. Also hat sich Gott nicht dreifach offenbart, sondern allein in ihm, in Christus. Eigentlich ist es ganz einfach. Dieses Dogma ist total überflüssig.   

Lies mal die Bibel, statt fragwürdiger Auslegungen.  

fritze antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@fritze 

Wo steht denn in der Bibel, was das neue Testament genau ist? Ich meine gibt's ne Art Inhaltsangabe die festgelegt wurde innerhalb der Schrift?

Da du dich ausschließlich an einem Buch festmachen möchtest und alles andere ausblendest was zum Teil auch ein Konsens fast aller Kirchen und Gemeinden ist, dann müsste dieses Inhaltsverzeichnis ja auch ausschließlich in der Schrift zu finden sein. Ich beziehe mich auf die Kanonisierung.

 

Bitte nenne mir die Bibelstellen dazu.

kappa antworten
Fritze
 Fritze
(@fritze)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 107

@kappa

Die Bibel, so wie wir sie haben, ist ja Konsens fast aller Kirchen. Dogmen sollten den Anspruch haben, dass sie ihre Grundlage in der Bibel haben und nicht der Phantasie und dem Machtdrang von bestimmten Menschen entspringen. 

Ob diese Dogmen also tatsächlich biblisch sind, kann und sollte man ja dann anhand der Schrift prüfen und dann für sich persönlich entscheiden, ob man die in seinen persönlichen Glauben übernimmt oder eben nicht. 

Die Grundlage Christ zu sein, ist Christus und Gott zu glauben. Das steht über allem und hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man irgendwelche Dogmen übernehmen muss, um sich Christ nennen zu dürfen, wie einige meinen.  

Paulus wurde ja von Christus gefragt: Warum verfolgst du mich? Er hätte dann anworten können: "Ja, der und der und der - die haben gesagt, das soll ich glauben". Nein, er lag falsch und die anderen auch. Sich dann auf andere zu berufen, ist zu einfach. Jeder steht für sich alleine vor Gott.    

fritze antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @fritze

Die Grundlage Christ zu sein, ist Christus und Gott zu glauben. Das steht über allem und hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man irgendwelche Dogmen übernehmen muss, um sich Christ nennen zu dürfen, wie einige meinen.  

So einfach kann's sein. 

Das Wissen um Dogmen und Glaubenssätze ist das Eine, die Übernahme ins eigene Glaubensleben ist manchmal schwieriger. 
Und ich bin dankbar drum, dass ich 'einfach' glauben kann und darf, auch wenn ich mit manchen dieser Dogmen so meine Probleme hab. 

chai antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @fritze

@awhler

Davon, Gott auf "dreifache" Weise überhaupt erleben zu können, spricht die Bibel aber nie (die ja schließlich Gottes Wort ist). Es steht dort auch nirgends, dass Gott sich dreifach "offenbart" habe, wie dieser Autor behauptet. 

Gott, der Vater, hat sich allein in Christus offenbart. Er ist der alleinige Mittler. Also hat sich Gott nicht dreifach offenbart, sondern allein in ihm, in Christus. Eigentlich ist es ganz einfach. Dieses Dogma ist total überflüssig.   

Lies mal die Bibel, statt fragwürdiger Auslegungen.  

Doch, Gott - der EINE - offenbart sich und hat sich offenbart, schon in der Bibel, auf dreifache Weise ... und wurde und wird durchaus von den Menschen so erfahren:

Zunächst in der Hebräischen Bibel (AT) als Schöpfer und "Gott Israels" , dann inkarnatorisch  in Christus und (nach Christi Himmelfahrt & Pfingsten) im Wirken des Geistes.

Alle drei Offenbarungsaspekte führen in EINS, was aber nichts daran ändert, dass VOR Christus, MIT Christus und NACH Christus die Offenbarungs-ERFAHRUNG eine dreifache ist.

L'Chaim

 

awhler antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@awhler 

Alle drei Offenbarungsaspekte führen in EINS, was aber nichts daran ändert, dass VOR Christus, MIT Christus und NACH Christus die Offenbarungs-ERFAHRUNG eine dreifache ist.

Wenn du mit mir kommunizieren möchtest, dann kannst du mich anrufen, mir einen Brief schreiben oder mir deinen Freund (Sohn?) mit einer Botschaft vorbeischicken. Ich werde jedes Mal denken : ah, der AWHler…nett, dass er an mich denkt…aber ich werde nicht den Brief und nicht deinen Freund (oder Sohn) für dich halten. Lediglich bei deiner Stimme am Telefon, wäre ich überzeugt, auch tatsächlich mit dir selbst zu sprechen.

stern antworten


Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?