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Die Brutalität in Joshua

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Arcangel
Themenstarter
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Für alle die es interessiert:

Joshua 11,16-22 So nahm Josua dieses ganze Land, das Gebirge, den ganzen Süden, das ganze Land Goschen, die Niederung und die Steppe, das Gebirge Israel und seine Niederung, von dem kahlen Gebirge, das gegen Seïr ansteigt, bis Baal-Gad in der Talebene des Libanon, am Fuße des Berges Hermon. Und alle ihre Könige nahm er gefangen, erschlug sie und tötete sie. Lange Zeit führte Josua mit all diesen Königen Krieg. Es gab keine Stadt, die sich den Söhnen Israel friedlich ergab, außer den Hewitern, die in Gibeon wohnten, alles nahmen sie im Kampf ein. Denn vom HERRN kam es, dass sie ihr Herz verstockten, zum Krieg mit Israel, damit an ihnen der Bann vollstreckt wurde, ohne dass ihnen Gnade widerfuhr, sondern dass sie vernichtet wurden, wie der HERR dem Mose befohlen hatte.  Zu jener Zeit kam Josua und rottete die Enakiter aus von dem Gebirge, von Hebron, von Debir, von Anab und von dem ganzen Gebirge Juda und von dem ganzen Gebirge Israel: Mitsamt ihren Städten vollstreckte Josua an ihnen den Bann. Es blieben keine Enakiter im Land der Söhne Israel übrig. Nur in Gaza, in Gat und in Aschdod blieben sie übrig.

Für viele sind diese Texte schwerverdaulich und belastend. Und ehrlich gesagt sind sie das auch, wenn man der Meinung ist, hier ginge es um Menschen. Und darin liegt das Problem bei der Beurteilung dieser Texte.  

Es ist mag vielleicht für manche überraschend klingen, aber die biblischen Autoren gingen tatsächlich davon aus, dass es Götter gibt und das YHWH real ist.  

Vor diesem Hintergrund, im Lavant fand eine gewaltsame Verdrängung der lokalen Bevölkerung durch die Hebräer statt. Der Lavant war damals ägyptische Provinz und Korrespondenz deuten auf so viel hin.  Nur der Umfang und Zeitpunkt dieses Prozesses korreliert nur begrenzt mit der biblischen Überlieferung. Also kurz gesagt, dass was 5.Mose, Joshua und 1 und 2 Chroniken überliefern ist in diesem Umfang so nie passiert. Diese Bücher sind dann auch in retrospektive entstanden, denn dass der Autor mit einem zeitlichen Abstand auf die Ereignisse zurückschaut wird aus Stellen wie diesen hier offensichtlich.

Joshua 7,26 Dann errichteten sie einen grossen Steinhaufen über ihm, der dort ist bis auf den heutigen Tag. Und der HERR liess ab von seinem glühenden Zorn. Daher heisst jener Ort Tal Achor, bis auf den heutigen Tag.

Aber eigentlich ist es doch unwichtig, ob diese Ereignisse genauso stattgefunden haben, es ändert doch nichts daran, dass Gott hier als jemand der Gestellt wird der Genozid anordnet. Dies ist moralisch verwerflich weshalb, das Bild des liebenden Gottes einfach nicht stimmen kann.

Nun aber kommt aber das Weltbild der biblischen Autoren zum tragen und welche Botschaft sie mit diesem Bericht weitergeben wollen.

Die Schlüsselverse befinden sich in Joshua 11, 21-22

Zu jener Zeit kam Josua und rottete die Enakiter aus von dem Gebirge, von Hebron, von Debir, von Anab und von dem ganzen Gebirge Juda und von dem ganzen Gebirge Israel: Mitsamt ihren Städten vollstreckte Josua an ihnen den Bann. Es blieben keine Enakiter im Land der Söhne Israel übrig. Nur in Gaza, in Gat und in Aschdod blieben sie übrig.

Die Enakiter (oder Anakiter) sind hier der entscheidende Faktor. Wer Joshua Verstehen will, muss wissen, wer oder besser was die Enakiter waren.

5.Mose 2,10-11 Einst haben die Emiter darin gewohnt, ein grosses, zahlreiches und hochgewachsenes Volk wie die Enakiter. Sie zählen zu den Refaitern, wie die Enakiter; die Moabiter aber nennen sie Emiter.

20 Auch dieses wird zum Land der Refaiter gerechnet. Einst haben Refaiter darin gewohnt, die Ammoniter aber nennen sie Samsummiter.

Refaiter wird von anderen Bibelübersetzungen mit Riesen übersetzt. Aus der Bibel erfahren wir nicht viel über diese Riesen, ausser dass sie Halbgötter waren die durch die Verbindungen von Gottessöhnen und Menschen entstanden. 1. Mose 6,1-4

Halbgötter welche auf der Erde Wandeln waren in der Antike ein weitverbreitetes Motiv. So gab es auch in der babylonischen Mythologie solche Halbgötter/Riesen, der Begriff Refaim ist Etymologisch mit dem entsprechenden Sumerischen Begriff verwand. In der babylonischen Mythologie, waren diese Riesen gewalttätig, und menschenfeindlich. In der israelitischen Mythologie (Buch der Riesen) werden sie als Ursprung aller Gewalt, Götzendienstes und Perversität beschrieben.

Der Kampf Joshuas, so wie ihn die biblischen Autoren beschrieben haben, war also kein Kampf gegen Menschen, sondern gegen das personifizierte Böse, gegen Mächte und Gewallten, die sie aus dem Land vertreiben sollten.

Auch David hatte später noch mit Riesen zu tun, Goliat sollte jedem bekannt sein, aber auch hier 2.Samuel 21,15-22

Neben den hier erwähnten Verbindungen gibt es auch einige andere, welche die Landnahme in den direkten Bezug zur babylonischen Mythologie stellen und dadurch diese Berichte als eine Schlacht gegen das Menschenfeindliche und Böse darstellt. Für eine antike Hörerschaft dessen Weltbild von Mythologien und dem übernatürliche Geprägt war und als normal empfunden wurde. Sind die Wortspiele und Anspielungen auf babylonische, ägyptische und assyrische Mythen offensichtlich, und wurden auch als solches verstanden. Sachliche Geschichtsschreibung so wie wir es heute Verstehen fand damals schlicht und ergreifend nicht statt, jede Kultur hat seine Geschichte mythisch verklärt. Das Judentum war damals keine Ausnahme.

Ziel der Landnahme ist also nicht die Vertreibung von Menschen (andere Texte machen klar das Fremde willkommen sind), sondern die Reinigung des Landes vom Bösen. Ein Kampf gegen Fremde Götter und deren Einfluss im verheissenen Land. Aber Ultimativ des Scheiterns Joshua, der es nicht geschafft hat, alles Böse zu vernichten, was der Grund dafür, war das, Israel als Gottes Volk gescheitert ist. Das Vollenden dieser Arbeit blieb dem ultimativen Joshua vorbehalten. Joshua lehrt uns, dass es einzig Gott ist, der das Böse überwinden kann. Und das ein physischer Kampf gegen das Böse aussichtslos ist. 

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184 Antworten
AWHler
 AWHler
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@arcangel 

Danke zunächst für Deinen ausführlichen Text.

Auch wenn Du es an dieser Stelle (des zitierten Textes) so darlegst, beleuchtest  und verstehst, bleibt die Tatsache, dass in der Überlieferung der Hebräischen Bibel, also im AT, sehr viel Gewalt, Krieg, Vernichtung und Brutalität "im Namen Yhwhs", sogar auf sein Geheiß hin, geschieht. Und zwar an Menschen, Völkergruppen und Sippschaften.

Es passt zu einer Äußerung, die ich letzte Woche im Netz fand: "Whenever Christians ask: 'But is it biblical?' I get uneasy, Smashing an enemy's infant against a rock is 'biblical'. I'm much more interested in if it is like Christ'" (Michael Clevenger) > "Wann immer das Argument bzw. die Rückfrage kommt, ob etwas "biblisch" ist, werde ich unruhig. Denn das Kind des Feindes am Felsen zu zerschmettern, ist "biblisch" (Psalm 137,9). Ich lege den Fokus vielmehr auf die Frage, ob etwas Christus-gemäß ist!"

Zwei Antworten auf die "Gewalt im Namen Gottes" im AT waren oder sind gängig: Entweder der Gott des AT ist nicht der Gott, den Jesus uns gebracht hat! Oder: Diese Stellen sind ein Hinweis darauf, dass Gott gs. auch das Recht und die Freiheit hat, im Zorn die Vernichtung, die Zerstörung und den Krieg zu fordern und seinen Segen dazu zu geben.

Ich persönlich gehe so damit um, dass in den Schriften der Bibel MENSCHLICHE Lern-und Erkenntnisprozesse passieren und das das Verstehen, Sich erschließen und Erkennen NACH VORWÄRTS hin passiert - dies ist ja in den biblischen Texten von der Frühzeit Israels bis in die spätere Zeit auch abzulesen. Und Christus ist auch für mich die Mitte dieses Verstehens, Lernens und Offenbar-Werdens.

L'Chaim

awhler antworten
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Arcangel
(@arcangel)
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@awhler 

Selbstverständlich kann man einfach diesen Vers hier nehmen

Psalm 137,9 Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert! 

Und behaupten es stehe in der Bibel, man solle Kinder am Felsen zerschmettern. 

Aber man kann auch einfach noch Vers 8 dazu nehmen

8 Tochter Babel, du Verwüsterin, wohl dem, der dir vergilt, was du uns getan hast!

Babel ist eine Stadt und wurde zum Symbol für jede Form der Perversion. Wie muss ich mir ein Kind einer Stadt oder eines Symbols Vorstellen? 

arcangel antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
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Beiträge : 1852

@arcangel 

Macht Vers 8 die Sache besser?

Wie immer wir Texte in der Bibel symbolisch verstehen (ich bin sehr dafür, dass wir das mit vielen Texten angemessen tun sollten!): Geschichtlich bleibt es wohl Fakt, dass es "im Namen YHWHs", verstanden als sein Auftrag, durch die Berufung auf ihn legitimiert, sogar mit Segensverheißungen verknüpft, Mord, Krieg und Vernichtung gegeben hat, oder?

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
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Beiträge : 6248

@awhler 

Macht Vers 8 die Sache besser?

Aber sowas von!!! Denn es geht hier nicht um Menschen, es ist lediglich antropromorphische Bildsprache. 

Ja die Bibel ist voller Gewalt, "daas schläckt kai Geiss weg" wie wir in der Schweiz sagen. Aber in dieser Frage muss man spezifisch sein. Es gibt in der Bibel keinen generellen Aufruf von Gott gewallt gegen Fremde oder gegen anders Gläubige.

Dies sind die Stellen, die mir Bekannt sind, in denen Gott zur Vernichtung andere Völker aufruft. (wenn ich eine übersehe habe, dann bin ich ganz Ohr)

  • Deuteronomium 7,1–2 — Gott befiehlt Israel, die sieben Völker Kanaans zu vertreiben und zu vernichten

  • Deuteronomium 20,16–18 — Anweisung zur Totalvernichtung der Bewohner Kanaans

  • 1. Samuel 15,18 — Gott beauftragt Saul, die Amalekiter zu zerstören (die Amalekiter werden noch an anderen Stellen auch in Deuteronomium erwähnt, aber obwohl deren Zerstörung mehrfach befohlen, tauchen sie immer wieder auf. Weder Mose, noch Joshua noch Saul noch David schaffen es je die Amalekiter zu vernichten.)

  • Josua 6,17–21 — Der Fall Jerichos mit Vernichtungsbefehl

  • Numeri 21,2–3 — Israeliten geloben, Kanaaniter zu bannen (Cherem)

  • Jesaja 34,2–5 — Ankündigung göttlicher Vernichtung über die Nationen

  • Jeremia 25,29–38 — Prophetische Ankündigung von Gottes Gericht über Völker

Mit Ausnahme des Endgerichtes in Jesaja und Jeremia, haben allesamt mit den Refaim zu tun. 

arcangel antworten
AWHler
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(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

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Veröffentlicht von: @arcangel

@awhler 

Dies sind die Stellen, die mir Bekannt sind, in denen Gott zur Vernichtung andere Völker aufruft. (wenn ich eine übersehe habe, dann bin ich ganz Ohr

Ich glaub' ich steh jetzt auf'm Schlauch ... 

Ich hatte die Josua-Stelle zum Anlass genommen, die Frage aufzugreifen, die Du dann tatsächlich noch verstärkst und konkretisierst, nämlich nach Texten, Erzählungen und "Stellen ... in denen Gott zur Vernichtung anderer Völker aufruft". Es gibt sie also. Und "Völker" heißt wohlgemerkt: Genocid  ... Frauen, Kinder, Babys, oder?

Geht das für Dich/für Euch allen Ernstes als "Wort Gottes" durch?

Hat unser Gott, an den wir in Jesus glauben, ja DEN wir IN JESUS glauben, dazu aufgefordert, aufgerufen? 

Und wie verstehen wir "biblisch" Psalm 137,9, wo selbstverständlich nicht "dazu aufgerufen wird" Kindern so etwas anzutun, aber ein gläubiger Beter sich allen Ernstes zu so einem Aufruf vor Gott hinreißen lässt? (ich erinnere daran, wie sehr ich hier Contra bekam in der Frage "Beten GEGEN Trump")

Bin sehr gespannt, welche Erklärungen oder gar Rechtfertigungen bzw. Vereinbarkeiten mit unserem Glauben an Jesus es hier noch gibt bzw. hoffentlich nicht - allein die Bergpredigt mit den Seligpreisungen und dem Aufruf zur Feindesliebe sei bitte der Maßstab für alle Antworten. 

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
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@awhler 

Du hast offensichtlich nichts von dem Gelesen, was ich geschrieben habe, oder nichts von dem verstanden. 

Ich glaub' ich steh jetzt auf'm Schlauch ...

Ja

arcangel antworten
AWHler
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(@awhler)
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@arcangel 

Dann brauche ich vielleicht 'ne Extra-Erklärung ...

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

Frühantike Erzählung war nie einfach nur eine sachliche Beschreibung dessen, was Geschehen ist. Diese Art der Geschichtsschreibung ist damals noch einige hunderte Jahre weit weg. 

Die Autoren damals haben, mit ihrer Geschichte eine Botschaft transportiert. Und haben dabei sehr viel mit Bildern und Symbolen gearbeitet. 

Wenn ich schreibe, das ich gestern bei mir Zuhause wieder einmal das Äffle und Pferdle gesehen haben. Dann meine ich damit nicht, dass ich gestern bei mir zu Hause einen Affen und ein Pferd hatte, sondern ich beziehe mich auf die Pausencomics vom SDR. 

Und genau diese Art der kulturellen Referenzen finden sich über die gesamte Erzählung von 5.Mose Joshua und Chroniken und Samuel. Referenzen, die wir heute nicht verstehen, weil wir die Kultur nicht kennen. Dies ist mit meinem Beispiel zu vergleichen, genauso wenig wie jemand nicht weis was das Äffle und Pferdle ist, wenn er noch nie SDR geschaut. Für jemanden aber der mit SDR aufgewachsen ist, ist es sowas von offensichtlich, dass es schon fast lächerlich ist, dass damit wirklich ein Affe und ein Pferd gemeint sein könnte. 

So und worauf bezieht sich nun der Autor von 5.Mose Joshua Chroniken und Samuel. 

Das sind eben die besagten Refaim, Mischwesen zwischen Göttern (Elohim) und Menschen welche als Resultat der Rebellion der Götter gegen Gott, nun auf der Erde die Menschen und die Schöpfung terrorisieren. Diese Mischwesen kommen sowohl in der assyrischen als auch babylonischen Mythologie vor, Referenzen zu beiden Mythologien sind sehr explizit im Text vorhanden, wenn man diese denn kennt. Was bis vor rund 80 Jahren kaum der Fall war, aber durch neuere archäologische Funde nun ein klareres Bild ergibt. 

Die besagten Mischwesen sind der Grund für die Flut, es sind die überlebenden welche die 7 Völker, die vernichtet werden sollen, "gründen". Die Autoren spannen einen erzähl Bogen von Bösen, das in die Welt kommt und vernichtet werden soll aber nicht vernichtet werden kann. Was die Autoren sagen, ist Kanaan ist voll mit dem Einfluss des Bösen, wir müssen alles mit Stumpf und Stiel ausreissen, sonst ist es unser Verderben. Die Autoren benutzen dazu bekannte mythologische Elemente aus der eigenen und fremder Mythologie um diese Botschaft zu vermitteln. Diese Geschichten waren nie als Bericht gedacht, damals ging es nicht darum, Geschichte für die nächste Generation zu dokumentieren. Sondern es ging darum, eine Botschaft weiterzugeben. 

Es ist dieselbe Botschaft wie die Helligkeitsgebote aus Levitikus, welche wir ultimativ ebenfalls nicht einhalten können. 

Alles deutet auf Jesus, als den denjenigen hin der überwindet und rein macht.  

arcangel antworten
AWHler
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(@awhler)
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@arcangel 

Danke für Deine Mühe.

Abgesehen von der mir sich weiterhin nicht erschließenden Verquickung von geschichtlicher Realität, Mythologie und anthropologischen Gegebenheiten, frage ich schlicht zurück:

Waren die sieben Völker/Stämme (die Amoriter, Girgaschiter, Hethiter, Hiwiter, Jebusiter, die eigentlichen Kanaaniter und die Perisiter) Deiner Meinung nach gar keine "richtigen" Menschen aus Fleisch und Blut???

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
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@awhler 

Nein diese Völker gab es. Ich vergleiche dies aber mit den Germanischen Volk der Vandalen. Ein reales Volk, welches zu einem Verb wurde.

Joshua wurde ja retrospektiv verfasst. Und da wurde viel hineininterpretiert, und aus den realen Völkern wurden diese Sinnbilder. 

Die Landnahme geschah auch auf kriegerische Art, so viel ist aus der Archäologie bekannt, aber eben nicht in den Massen wie es die Bibel beschreibt. Diese Völker wurden zu theologischen Platzhalter. 

Gleichzeitig gehe ich davon aus, dass es diese Riesen/Halbgötter gegeben hat. Denn der Konflikt mit diesen ist relativ prominent in der prädynastische Geschichte Israels. 

arcangel antworten
AWHler
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(@awhler)
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Veröffentlicht von: @arcangel

@awhler 

Nein diese Völker gab es. Ich vergleiche dies aber mit den Germanischen Volk der Vandalen. Ein reales Volk, welches zu einem Verb wurde.

Joshua wurde ja retrospektiv verfasst. Und da wurde viel hineininterpretiert, und aus den realen Völkern wurden diese Sinnbilder. 

Die Landnahme geschah auch auf kriegerische Art, so viel ist aus der Archäologie bekannt, aber eben nicht in den Massen wie es die Bibel beschreibt. Diese Völker wurden zu theologischen Platzhalter. 

Gleichzeitig gehe ich davon aus, dass es diese Riesen/Halbgötter gegeben hat. Denn der Konflikt mit diesen ist relativ prominent in der prädynastische Geschichte Israels. 

Also haben die Israelitien - wie immer "retroperspektivisch viel an Sinnbildern hineininterpretiert wurde" an "realen Völkern", sprich an realen Menschen (Männern, Frauen, Kindern, Babys) -  Vernichtungskämpfe und Vernichtungsfeldzüge vollzogen, oder?

"Gleichzeitig gehe ich davon aus, dass es diese Riesen/Halbgötter gegeben hat"? ... Körperlich überlegene Menschen (riesenhafter Gestalt) oder "Halbgötter" - was sollten das für Wesen gewesen sein, Halbmenschen?

L'Chaim

 

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
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@awhler 

Also haben die Israelitien - wie immer "retroperspektivisch viel an Sinnbildern hineininterpretiert wurde" an "realen Völkern", sprich an realen Menschen (Männern, Frauen, Kindern, Babys) - Vernichtungskämpfe und Vernichtungsfeldzüge vollzogen, oder?

Ob ein Vernichtungskampf stattgefunden hat kann nicht beantwortet werden. Was Archäologisch belegt ist, ist das ein Nomadenvolk die Haibu (was viele mit Hebräer gleichsetzen) die ägyptische Provinz in Kanaan militärisch überfielen. Aber bereits vor diesen Überfällen fand ein Bevölkerungskollaps in der Region statt. Archäologisch lässt sich nachweisen, dass dieses Nomadenvolk sich zwar kulturell unterschied aber kein Kulturaustausch stattfand, sondern eine Vermischung. So klar ist das Bild hier nicht. 

Was wichtig ist, das biblische Narrativ folgt nur bedingt den effektiven Ereignissen und Dimensionen, aus der Bibel kann man in dieser Epoche nur bedingt Rückschlüsse ziehen was effektiv geschehen ist. 

Ausserdem ist offensichtlich, dass die finale Fassung dieser Texte erst im Exil entstanden sind. Diese Texte sind kein Geschichtsdokument, sondern eine theologische Botschaft, darüber wie Gott die Welt von den gefallenen Gottessöhnen zurückerobert und sein Reich auf Erden aufbaut. Diese Texte welche Juden die in einer heidnischen Kultur lebten, sehr wohl einordnen konnten und in eben diesem Kontext verstanden, da werden begriffe ausgeliehen um umgedeutet, da gibt es Wortspielereien, da werden Mythologisch signifikante Orte gewählt (siehe das Beispiel in meinem anderen Beitrag zu Bashan), alles um ein Narrativ zu spinnen. Das diese Abkallu* die Weisen Könige Babylons aus der Urzeit, auf welchem sich der Reichtum und die kulturelle Überlegenheit Babylons beruft, und dessen Nachkommen die Riesen sind. Diese sind nichts weiter sind als ungehorsame Göttchen die im Totenreich eingesperrt sind und die Riesen die von Mose Joshua und David Vernichtet worden sind.  

Joshua hat für die Juden im Exil folgende Botschaft, die Bösen Mächte die hier in Babylon Herrschen und verehrt werden, wurden von unseren Vorfahren im verheissenen Land vernichtet aber leider nicht vollständig, deshalb haben wir gesündigt und sind nun hier im Exil. 

*(es gibt auch eine Deutsche Wiki Seite aber die leider nichts so umfangreich)

arcangel antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

@arcangel Das gaht uf kei Chuehhuut 🙂 Kennst du das Buch Is God a Vindictive Bully? Reconciling Portrayals of God in the Old and New Testaments von Paul Copan? Das kann ich dir zu dieser Frage wirklich sehr empfehlen.

nairda antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

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@nairda 

Nein kenne ich noch nicht, nehm ich mir auf die Liste, bin gerade bei den Büchern von Carmen Imes. 

 

arcangel antworten
Nairda
 Nairda
Beiträge : 17

Der kosmische Krieg um den Samen: Warum Gott die messianische Linie schützen musste

Wer die biblische Geschichte aufmerksam liest, merkt schnell, dass es hier um weit mehr geht als um die Moralgeschichte eines kleinen Volkes im Nahen Osten. Es ist die Dokumentation eines jahrtausendelangen, kosmischen Schachspiels. Die zentrale Achse dieses Konflikts ist das Versprechen aus Genesis 3,15: Ein menschlicher Nachkomme, der „Samen der Frau“, würde der Schlange den Kopf zertreten. Von diesem Moment an lief die Mobilmachung der Gegenseite. Das Ziel der rebellischen, geistlichen Mächte war von Anfang an klar: Die Entstehung dieses Retters um jeden Preis zu verhindern, zu korrumpieren oder auszulöschen.

Der Schutz der messianischen Linie war kein Selbstzweck, sondern die Absicherung einer göttlichen Invasionsroute in eine feindlich besetzte Welt. Dieser Krieg zog sich durch drei strategische Phasen:

1. Der Angriff auf die menschliche Ordnung

Bereits in der Urgeschichte (Genesis 6) sehen wir den Versuch der Rebellion, die Schöpfungsordnung aus den Angeln zu heben und die Menschheit spirituell wie existenziell zu korrumpieren. Die Sintflut war in diesem Licht kein reiner Akt des Zorns, sondern eine dramatische Rettungsaktion, um einen unbeschadeten Überrest der Menschheit – und damit die messianische Option – überhaupt zu bewahren. Nach der Aufteilung der Nationen in Babel (Deuteronomium 32), als Gott die Völker anderen geistlichen Herrschern überließ und sich Israel als sein persönliches Erbteil erwählte, wurde die Jagd auf diese spezifische Linie erst recht zum Brennpunkt des kosmischen Krieges.

2. Die physische Sabotage

Sobald die Linie enger definiert wurde – erst auf Abraham, dann auf Juda, dann auf das Haus David –, wurden auch die Angriffe der feindlichen Mächte gezielter.

• Pharaos Befehl, alle hebräischen Jungen zu töten, war der Versuch, das Volk im Keim zu ersticken.

• Die Ansiedlung kriegerischer, gigantischer Clans in Kanaan (wie die Anakiter) genau in dem Land, das Israel einnehmen sollte, war eine spirituelle Barrikade, um den Raum für den kommenden Messias zu blockieren.

• Im Alten Testament erleben wir Momente haarscharfer Verzweiflung, etwa als die königliche Linie Davids durch Mord und Intrigen bis auf ein einziges überlebendes Baby (Joasch) dezimiert wurde. Ein einziger Dolchstoß hätte den Heilsplan scheinbar stoppen können.

3. Das kosmische Täuschungsmanöver

Das Faszinierendste an diesem Schutzprogramm ist jedoch die absolute Geheimhaltung des göttlichen Endspiels. Gott bewachte die Linie mit eiserner Hand, verbarg aber die genaue Mechanik der Erlösung. Die Mächte der Finsternis wussten, dass jemand kommt, aber sie verstanden das Wie nicht. Wie der Apostel Paulus später in 1. Korinther 2,8 schreibt: Hätten die Herrscher dieses Zeitalters den Plan verstanden, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit niemals gekreuzigt.

Der Schutz der Linie gipfelte in einer Falle: Gott brachte den Messias sicher durch alle historischen und spirituellen Angriffe hindurch bis ans Kreuz. Im Moment ihres scheinbar größten Triumphs – dem Tod des Erben – besiegelten die rebellischen Mächte durch ihre Unwissenheit ihre eigene, endgültige Niederlage.

nairda antworten
16 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@nairda 

die Flut als Rettungsaktion zu betrachten habe ich bis jetzt noch nicht berücksichtigt. Ich sah dies immer als Intervention gegen die Gottessöhne, die dann ja auch in Tartarus endeten. 

arcangel antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 28951

@nairda 

Dann kam die Auferstehung, die Himmelfahrt mit dem Eingang ins Heiligtum und der Auslösung des Erstgeborenen aus den Toten durch sein Blut am himmlischen Altar.  Als Leib Christi sind die Gläubigen mit ausgelöst und können mit Freimut zum Thron der Gnade hinzutreten.  Dass dieses Angeld sicher ist, dafür bürgt der Heilige Geist (Eph 1, 3-14) 

 

In Hiob 33, 23 Kommt dann zu ihm ein Engel, ein Mittler, einer aus tausend, kundzutun dem Menschen, was für ihn recht ist, 24 so wird er ihm gnädig sein und sagen: »Erlöse ihn, dass er nicht hinunterfahre zu den Toten; denn ich habe ein Lösegeld gefunden. 25 Sein Fleisch blühe wieder wie in der Jugend, und er soll wieder jung werden.« wird auf  den Löser hingewiesen, ein Typus auf Jesus. 

 

Mittler: melitz Fürbitter, Mediator, jmd. der in den Riß tritt 

 

deborah71 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1423

@nairda 

Zum Beitrag

Quelle? Michael S. Heiser?

 

martha antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@martha 

Wahrscheinlich

arcangel antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

@martha Heiser, Chad Bird (allgemein die Leute von 1517), G.K. Beale, ..., Schlussendlich: Das Wort Gottes von Genesis 1,1 bis Offenbarung 22,21...

nairda antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1423

@nairda 

Danke.

martha antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @nairda

Der kosmische Krieg um den Samen ... 

3. Das kosmische Täuschungsmanöver

Das Faszinierendste an diesem Schutzprogramm ist jedoch die absolute Geheimhaltung des göttlichen Endspiels. Gott bewachte die Linie mit eiserner Hand .... Die Mächte der Finsternis wussten, dass jemand kommt, aber sie verstanden das Wie nicht.

Ich weiß nicht, wer das hier alles liest und wie wahrnimmt, aber hier hört es bei mir auf.

"Krieg der Sterne", "Star Treck" oder wie immer das Serien-, Science-Fiction- & Fantasy-Produkte so alle heißen und was sie beinhalten - aber das ist mMn (wohl weil mir der *höhere* geistlich-geistige Input fehlt) ein abgedrehtes Parallel-Universum, das mit dem Buch der Bibel und dem schlichten Evangelium nicht mehr viel zu tun hat.

Und überall, wo es an's Eingemachte geht mit der Vernichtung, "Halbgötter oder halb-menschliche "Riesen" zu sehen, die Israel in Gottes Namen zu Recht bekämpft, ist für mich auch eine abstruse Sichtweise ...

Anyone else???

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

Du betreibst hier Gasligthing, in dem du übertreibst und ins Lächerliche ziehst. 

 

All diese Themen sind Gegenstand seriöser akademischer Forschung. Dass Weltbild antiker Autoren entspricht nicht deinen modernen Empfindlichkeiten. Aber wenn du verstehen willst was sie zu sagen haben, dann kommst du nicht darum, herum dich damit auseinander zu setzen. Ansonsten stülpst du einfach dein Weltbild über das der Bibel. 

arcangel antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @arcangel

@awhler 

Du betreibst hier Gasligthing, in dem du übertreibst und ins Lächerliche ziehst. 

 

All diese Themen sind Gegenstand seriöser akademischer Forschung. Dass Weltbild antiker Autoren entspricht nicht deinen modernen Empfindlichkeiten. Aber wenn du verstehen willst was sie zu sagen haben, dann kommst du nicht darum, herum dich damit auseinander zu setzen. Ansonsten stülpst du einfach dein Weltbild über das der Bibel. 

Ist Gaslighting jetzt der neue Begriff, der gerne aus der Tasche gezogen wird?  😉

Was ich geschrieben habe, ist mein ehrliches Empfinden, es sind meine Assoziationen (Science-Fiction & Fantasy) und ich finde es komisch ...

Und wie sich Weltbilder von der Antike bis in die Gegenwart verändert haben und was von woher zu verstehen ist (auch im Blick auf die Bibel) dürfte wohl klar sein: Das der Bibel ist in vielen Dingen wohl definitiv nicht mehr das unsrige, oder?

L'Chaim

 

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

Ist Gaslighting jetzt der neue Begriff, der gerne aus der Tasche gezogen wird?

Die Geister die man rief. 😉 Aber ernsthaft wie würdest du es nennen, wenn ein Argument inhaltsfremden Vergleichen und Übertreibungen ins Lächerliche gezogen wird. 

Was ich geschrieben habe, ist mein ehrliches Empfinden, es sind meine Assoziationen (Science-Fiction & Fantasy) und ich finde es komisch ...

Ok, nachvollziehbar. Aber vielleicht einfach nur eine Reaktion darauf, dass unsere Herangehensweise an biblische Texte nicht derjenigen Entspricht, welche die Autoren derselben hatten. In der Bibel wird eine Jungfrau von Gott "geschwängert" es wird übers Wasser spaziert, Tote werden auferweckt, aber die Grenze ziehen wir, wenn es darum geht, das geistliche Wesen real sind und in der Welt agieren. 

Das der Bibel ist in vielen Dingen wohl definitiv nicht mehr das unsrige, oder?

Definitiv, aber wir haben den riesigen Vorteil das wir heute zu mehr antiken Texten Zugang haben als je eine Generation vorher. Selbst die Kirchenväter kannten diese Texte nicht. Deshalb können wir dieses Weltbild rekonstruieren. 

arcangel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@nairda 

Wer die biblische Geschichte aufmerksam liest, merkt schnell, dass es hier um weit mehr geht als um die Moralgeschichte eines kleinen Volkes im Nahen Osten. Es ist die Dokumentation eines jahrtausendelangen, kosmischen Schachspiels. Die zentrale Achse dieses Konflikts ist das Versprechen aus Genesis 3,15: Ein menschlicher Nachkomme, der „Samen der Frau“, würde der Schlange den Kopf zertreten. Von diesem Moment an lief die Mobilmachung der Gegenseite. Das Ziel der rebellischen, geistlichen Mächte war von Anfang an klar: Die Entstehung dieses Retters um jeden Preis zu verhindern, zu korrumpieren oder auszulöschen.

Das liest sich allerdings eher, als wäre Gott ein griechischer Sagenheld, der sich mit Mut, List und Tapferkeit seinen zahlreichen Feinden entgegenstellt, um seine Mission der Erlösung zu erfüllen.

Solche Geschichten gibt es zahlreiche, aber sie wollen wohl kaum zum allmächtigen und allwissenden Schöpfergott passen, dessen Wille auf jeden Fall geschieht und dem sich nichts entgegenstellen kann, wenn er es nicht selber zulässt.

lucan-7 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@lucan-7 

Das liest sich allerdings eher, als wäre Gott ein griechischer Sagenheld, der sich mit Mut, List und Tapferkeit seinen zahlreichen Feinden entgegenstellt, um seine Mission der Erlösung zu erfüllen.

Keine so falsche Beobachtungen, aber auch nicht ganz korrekt, da die biblischen Autoren nie einen Zweifel aufkommen lassen, wer die Kontrolle hat. 

arcangel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@arcangel 

Keine so falsche Beobachtungen, aber auch nicht ganz korrekt, da die biblischen Autoren nie einen Zweifel aufkommen lassen, wer die Kontrolle hat. 

So wie auch die Autoren der griechischen Sagen keinen Zweifel daran lassen, dass der Held siegreich sein wird... weil er die Götter auf seiner Seite hat.

Aber das bedeutet, dass es unsinnig ist, den Schöpfergott hier als Protagonisten einzusetzen. Allein, dass es eine "Gegenseite" gibt ist schon unsinnig - denn die existiert ja nur deshalb, weil er es zulässt. Und dann müsste man die Frage stellen, warum überhaupt.

Denn Gott spielt in diesem "Schachspiel" ja nicht nur die weissen, sondern auch die schwarzen Figuren. Oder manipuliert zumindest die schwarzen Figuren so, dass sie nicht gewinnen können.

Und spätestens an der Stelle passt dann irgendwas nicht mehr. Wenn alles nur ein Spiel ist, welche Rolle spielen die Menschen dann noch?

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6045

@lucan-7 So wie auch die Autoren der griechischen Sagen keinen Zweifel daran lassen, dass der Held siegreich sein wird... weil er die Götter auf seiner Seite hat.

*hüstel* Kann es sein, dass Du schon länger keine griechischen Sagen mehr gelesen* hast? 😉  In denen ist so gut wie alles andere sicher, als dass die Helden siegreich sein werden. Weil ja die Götter ständig sich gegenseitig in's Gehege kommen und die meisten griechischen Sagen Tragödien sind. Das macht sie gerade so großartig, weil in ihnen nicht banal vom Sieg des Guten über das Böse erzählt wird, sondern von der Verstrickung auch und gerade der heldischen Menschen (und Götter) in die Kontingenz**.

Aber das bedeutet, dass es unsinnig ist, den Schöpfergott hier als Protagonisten einzusetzen. Allein, dass es eine "Gegenseite" gibt ist schon unsinnig - denn die existiert ja nur deshalb, weil er es zulässt. Und dann müsste man die Frage stellen, warum überhaupt.

Darin besteht das erzählerische Problem aller Monotheismen: ernst genommen (also für den Fall, dass sie nicht doch durch die Hintertür wieder antagonistische Entitäen wie Dämonen, Riesen, Teufel oder den "Freien Willen" einführen, um den Verzicht auf die polytheistische Vielfalt zu kompensieren) stellen sie die Welt wie einen ohne Überraschungen ablaufenden Mechanismus dar, als ein Welttheater, wo alle Figuren sich brav und buchstabengetreu an's Drehbuch halten.

 

 

 

*(Tipp, falls Du ein audible-Abo hast: "Sagen des klassischen Altertums" von Gustav Schwab, gesprochen von Jürgen Fritsche. Satte 38 Stunden Griechen-Kabale für ein Guthaben.)

 

**Sehr interessant, wie im griechischen Mythos die Prophezeihungen/Weissagungen funktionieren: am Ende nie klar, ob die Geschehnisse ohne die Prophezeihungen überhaupt so eingetreten wären. Was auch bedeutet, dass wir es häufig eben nicht klar erkennbar mit selffullfilling prophecies zu tun haben.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@jack-black 

*hüstel* Kann es sein, dass Du schon länger keine griechischen Sagen mehr gelesen* hast? 😉  

Hey, wie kannst du daran zweifeln, wo ich doch Gustav Schwab so prominent im Bücherregal stehen habe, dass es jeder sehen kann...? 😛 

Mir ist schon klar, dass ich hier etwas stark vereinfacht habe, aber es kommt ja häufiger vor, dass sich die Götter in diesen Geschichten verkrachen, und dem Helden von einer Seite dann irgendwas hilfreiches zugesteckt wird, damit er seine Aufgabe schafft.

Dass ich die Geschichten gelesen habe ist tatsächlich schon eine Weile her, da habe ich schon als Kind mit angefangen...

 

Darin besteht das erzählerische Problem aller Monotheismen: ernst genommen (also für den Fall, dass sie nicht doch durch die Hintertür wieder antagonistische Entitäen wie Dämonen, Riesen, Teufel oder den "Freien Willen" einführen, um den Verzicht auf die polytheistische Vielfalt zu kompensieren) stellen sie die Welt wie einen ohne Überraschungen ablaufenden Mechanismus dar, als ein Welttheater, wo alle Figuren sich brav und buchstabengetreu an's Drehbuch halten.

Genau das. Und sicherlich benötigten die Geschichten damals auch eine gewissen Unterhaltungswert, um die Menschen zu erreichen und ihre Botschaften zu vermitteln. So interpretiert ergibt das noch einen Sinn.

Wenn man aber sagt, dass Gott, der allmächtige Herrscher, auch tatsächlich so gehandelt hat, wird es seltsam... denn dann wird die Welt tatsächlich zum reinen Theater degradiert, in dem Gott die Fäden zieht, wenn er gerade Lust dazu hat, oder die Figuren einfach ins Verderben rennen lässt, wenn ihm gerade nicht danach ist.

Und das liefert dann ein Bild, das sicher kaum noch zu den üblichen christlichen Vorstellungen passt.

 

lucan-7 antworten
Claudius
(@claudius)
Beigetreten : Vor 4 Wochen

Beiträge : 17

@nairda Sagt Ihnen der Begriff Manichäismus eventuell etwas?

claudius antworten
Chey
 Chey
Beiträge : 537

Eines der Probleme bei diesen Texten ist, dass aus jeder nichtjüdischen Sicht ein Teil fehlt: Die mündliche Tora

Diese ist nicht Teil der christlichen Bibel geworden. 

Und wie man sich sicherlich vorstellen kann, ist es schwierig bis unmöglich, einen Sinn zu finden, wenn man nicht die ganze Geschichte hat.

Insbesondere da die mündliche Tora, die heute Teil des Talmuds ist, ja entscheidend für Auslegung und Deutung ist 

Unstrittig ist, dass diese Geschichten extrem blutig sind und zu Gewalt aufzurufen scheinen. Daraus ist aber ein Judentum erwachsen, dass dem menschlichen Leben, und zwar jedes Leben, höchstem Wert bemisst.

So stehen in den Texten z.b. ständig irgendwelche Todesstrafen, teilweise für aus heutiger Lapalien. Die Juden müssten da eigentlich aus dem Hinrichten gar nicht raus gekommen sein. Tatsächlich gab es aber so gut wie keine Hinrichtungen unter jüdischer Herrschaft. 

Das ist die Krux mit dem wörtlichen Verstehen von Texten, die nicht wörtlich verstanden werden sollen.

VG

Chey

chey antworten
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AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @chey

 

Unstrittig ist, dass diese Geschichten extrem blutig sind und zu Gewalt aufzurufen scheinen. Daraus ist aber ein Judentum erwachsen, dass dem menschlichen Leben, und zwar jedes Leben, höchstem Wert bemisst.

Das ist die Krux mit dem wörtlichen Verstehen von Texten, die nicht wörtlich verstanden werden sollen.

VG

Chey

Ja, mit diesen beiden Sätzen triffst Du ja auch zwei mir wichtige Anliegen (meiner Posts hier im Forum) im Umgang mit der Bibel:

Dass es fortschreitende, sich entwickelnde Gottes-, Welt- und Lebens-Erkenntnisse in der Bibel selbst, schon im Zeugnis und der Traditionsgeschichte der Hebräischen Bibel gibt - und es deshalb nicht geht, unhistorisch (ohne historisch-kritische Kriterien) mit der Bibel (biblizistisch/fundamentalistisch) umzugehen. Es gibt sowas wie "Häutungen", aus denen neue und andere Sichtweisen "erwachsen" - von den frühesten Schichten (noch einfließenden Stammes-und Nomaden-Überlieferungen) bis zu den Propheten und dem späteren Judentum.

Und die Einsicht, dass die Frage "Ist es denn auch tatsächlich so passiert (dass man es hätte "filmen" können) bei vielen Texten und Erzählungen eine falsche Frage ist.  Und das wörtliche Verständnis kein Zeichen "schriftgemäßer" Glaubenstreue ist.

Danke.

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

Das sich Gottesoffenbarung erweitert hat offensichtlich. Nur das es sowas wie ein Abstreifen und eine Weiterentwicklung gab, dem widerspreche ich vehement. 

Das Problem ist die wenigsten lesen die Bibel in ihrem gesamten Kontext, da gibt es nicht nur einen Historischen und einen kulturellen Kontext da gibt es auch einen Literarischen und einen interreligiösen Kontext. Die Bibel ist voll mit Sarkasmus, wenn man denn versteht, worauf sich die Autoren beziehen. 

Da ist zum Beispiel diese Episode 5.Mose 3,1-11

Moderne Leser haben keine Ahnung was hier der Autor beschreibt. 

Hier mal ein Zitat aus Supernatural 

Diese Begriffe – Ashtaroth, Edrei und Baschan – waren für einen Israeliten und sogar für ihre Nachbarn, die andere Götter verehrten, theologisch bedeutsam.
Ashtaroth, Edrei und die Rephaim werden in ugaritischen Texten namentlich erwähnt. Die Rephaim von Ugarit werden nicht als Riesen beschrieben. Vielmehr handelt es sich um quasi-göttliche verstorbene Kriegerkönige, die die Unterwelt bewohnen. In der ugaritischen Sprache wurde der Ort Ashtaroth und Edrei nicht als Bashan geschrieben, sondern als Bathan ausgesprochen und geschrieben. Diese sprachliche Anmerkung ist faszinierend, da Bashan/Bathan beide auch „Schlange“ bedeuten, sodass die Region Bashan „der Ort der Schlange“ war. Wie wir zuvor gesehen haben, wurde die göttliche Schlange (nachash, ein weiteres Wort, das so übersetzt wird) nach ihrer Rebellion im Garten Eden zum Herrn der Toten. Tatsächlich galt Bashan als Ort (um einen Ausdruck aus dem Neuen Testament zu verwenden) „der Pforten der Hölle“.  
Schon allein der Name „Hermon“ dürfte die Aufmerksamkeit der israelitischen und jüdischen Leser geweckt haben. Im Hebräischen wird er khermon ausgesprochen. Das Substantiv hat denselben Wortstamm wie ein Verb, das in Deuteronomium 3 und den Eroberungsberichten von zentraler Bedeutung ist: kharam, „der Vernichtung weihen“. Dies ist das spezifische Verb des heiligen Krieges, das Verb der Ausrottung. Es hat eine tiefe theologische Bedeutung, eine Bedeutung, die ausdrücklich mit den Riesenstämmen verbunden ist, die Gott Josua und seinen Heeren zu vernichten befahl.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Mit diesem Hintergrund wird dann die Grösse des Bettes von Og erwähnt, 

Zunächst einmal ist Ogs Bett (hebräisch: ’eres) der unmittelbarste Bezugspunkt zur babylonischen Polemik. Seine Maße (9 × 4 Ellen) entsprechen genau denen des Kultbettes in der Zikkurat namens Etemenanki – jener Zikkurat, die die meisten Archäologen als den in der Bibel erwähnten Turm zu Babel identifizieren.

Es gibt also einen Bezug zu Turm von Babel dadurch und durch das Wort 'Ammorties' welches ein generischer Begriff war und aus dem Arkadischen kommt und direkt mit Marduk verbunden ist. Eine Verbindung zum alljährlichen Fruchtbarkeitsritual einem der Kultischen Höhepunkte in der babylonischen Religion. Was der Autor hier macht, er nimmt diesen Kultischen Höhepunkt und Fruchtbarkeitsritual der Babylonier und lokalisiert es im Reich der Toten, bei den Pforten der Hölle und Mose vernichtet dies. 

Wenn dir das jetzt alles verworren und an den Haaren herbeigezogen vorkommt. Ich kann dir gerne die akademische Literatur verlinken, die aufzeigt, dass die Juden damals es genau so verstanden haben, denn es gibt genug Literatur aus der zwischentestamentlichen Zeit, die genau dies aufzeigt. Diese Art der Erzählung ist für moderne Leser kaum mehr nachvollziehbar, aber war Usus zu der damaligen Zeit. Selbst 100erte Jahre später entstandene griechische Dramen sind nicht weniger verworren und spitzfindig. 

arcangel antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @arcangel

@awhler 

Das sich Gottesoffenbarung erweitert hat offensichtlich. Nur das es sowas wie ein Abstreifen und eine Weiterentwicklung gab, dem widerspreche ich vehement. 

Wieso? 

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

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@awhler 

Weil sich ein klar erkennbarer roter Faden durch die Bibel zieht. Umstände ändern sich aber das Grundprinzip, auf dem eine Gottesbeziehung beruht ist durch die gesamte Bibel hindurch unverändert. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Für mich ist das Bündnisverständnis des jüdischen Teils der Bibel und das Beziehungsverständnis zu Jesus im christlichen Teil der Bibel sehr unterschiedlich, was die Gottesbeziehung angeht 

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

ist das Bündnisverständnis

Welches der vielen Bündnisse? Und was steht nochmals in 5.Mose 6,4ff

Ist es nicht genau diese Beziehung die sich Juden jeden Tag mehrmals in Erinnerung rufen? Oder ist der Fokus dermassen auf dem 1 Satz, dass man den zweiten nicht wahrnimmt. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Sowohl der 2. Bund, also der noachidische wie auch der 3. Bund, der jüdische, beruht darauf, dass man diesem per Geburt angehört. Beim 2. Bund alle Menschen, beim 3. Bund alle Juden. Man kann den Bund vernachlässigen oder ignorieren, aber man gehört ihm an.

Bei Jesus ist Beitritt und Bekenntnis erforderlich.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Hmm, 

2.Mose 19,3 Mose aber stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berg aus zu: So sollst du zum Haus Jakob sagen und den Söhnen Israel mitteilen:  4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und ⟨wie⟩ ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.  5 Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde.

Du bist also der Meinung das all die Fremden, die mit Israel ausgezogen sind und ebenfalls an Sinai anwesend waren nicht in diesen Bund eingeschlossen sind? (2.Mose 12,38) 

Der sinaitische Bund wurde ja durch einen Neuen und besseren Bund ersetzt, der bereits in der Tora angesprochen wird. Der Bund Gottes mit der Menschheit ist definitiv einer der roten Fäden, aber zu meinem Gott sei Exklusiv an den Juden interessiert, ist .... 

Gottes Bund erstreckt sich weit über den Sinaitischen Bund (welcher ebenfalls nicht exklusiv war) hinaus. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt.

Der 2. Bund besteht immer noch. Nur eben nur noch für Nichtjuden.

Es wird also niemand ausgeschlossen. Allerdings ist der jüdische Weg des 3. Bundes schwerer.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Noch ein anderer Aspekt zum Bündnisverständnis, dies ist in Jesus auf alle Menschen ausgeweitet. Und das ist das eigentliche Evangelium, alle Menschen haben Zugang zu YHWH nicht nur diejenigen die sich zu einem bestimmten Volk zählen. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Nichts anderes sagt der noachidische Bund.

Du konstruierst da einen Ausschluss, den es nach jüdischen Glauben nicht gibt 

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Wer ist das auserwählte Volk nach jüdischen Verständnis, wer ist das königliche Priestertum das heilige Geschlecht? Wer ist der Augapfel Gottes? 

Ist das etwa kein Exklusivitätsanspruch?  

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Exklusiv wofür?

Wenn Du exklusiv dafür ausgewählt würdest, den Keller aufzuräumen, währest Du auserwählt und das exklusiv. Aber wäre das so toll?

Die Juden sind auserwählt (nach jüdischer Legende übrigens,weil kein anderes Volk wollte) gerecht zu sein an Hand der Befolgung von 613 Weisungen.

Alle anderen Menschen sind auserwählt, gerecht zu sein an Hand von 7 Weisungen.

Die Juden tragen freiwillig eine Last. Ein Vorteil bringt ihnen das nicht.

Ja, das ist exklusiv. Du kannst ja konvertieren und Dich dieser Exklusivität anschließen. Aber es bringt Dir vor Gott Nachteile, keine Vorteile. Weshalb das Judentum auch nicht missionieren.

VG

Chey

chey antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

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@arcangel 

Einen roten Faden - HaSchem-Adonai-Abba als die Menschen suchende, befreiende, Leben schenkende "göttliche Wirklichkeit", die wir letztendlich in Jesus sehen und der uns in Jesus, als dem Christus, begegnet - stelle ich doch gar nicht in Frage oder Abrede.

Aber durch die Zeit und Geschichte Israels - von den nomadischen Stammes-Anfängen bis zu den Propheten, der nach-exilischen Zeit und apokalyptisch-eschatologischen Vorstellungen gibt es selbstverständlich und offensichtlich Weiterentwicklungen, Abstreifungen und "Häutungen" - ich versteh nicht, wie man das nicht sehen und erkennen kann. Das Level von Gottes-, Welt- und Lebenseinsichten ist nicht bei den Viehhirten und ihrer Lebenswelten stehengeblieben.

Nur ein (!) einziges Beispiel: Der sog. Tun-Ergehens-Zusammenhang, der zu den Frühzeiten noch festgehalten wird, findet im Laufe der Zeit (vom individuellen Hiob-Thema bis zur Frage des Schicksals Israels) eine Problematisierung, "Häutung" und das Zurücklassen vorheriger Selbstverständlichkeiten. Da wird ein Grundprinzip völlig fragwürdig, nämlich das "Tun des Gerechten" findet in diesem Leben gesegnete Erfüllung ...

L'Chaim

 

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Dann musst du mir erklären wie Texte und Traditionen die erst 5-700 Jahre nach den Ereignissen entstanden sind, diese Berichte Einordnen können. 

Der zeitgenössische (also die Zeitzeugen aus dem 5-1 Jhr. vor Christus) literarische Korpus und die Bibel geben genug Hinweise, um diese Geschichte richtig einzuordnen. Da braucht es keine Umdeutung durch Rabbiner Jahrhunderte später. 

Das ist die Krux mit dem wörtlichen Verstehen von Texten, die nicht wörtlich verstanden werden sollen.

Hier gebe ich dir allerdings vollkommen recht. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Ob die Bibel geeignet ist, historische Ereignisse richtig einzuordnen, da melde ich doch Zweifel an. 

Und bei Geschichtsschreibung aus dieser Zeit muss man beachten, dass es Historiker in unserem Sinne so nicht gab. Geschichtsschreibung diente damals dazu, sich der Deutung zu bemächtigen ( insbesondere über Personen) nicht aber, etwas historisch korrekt wieder zu geben. Das macht die Arbeit heutiger Historiker mit antiken Quellen ja so schwierig.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Ich behaupte nichts anderes, anhand welcher aussage von mir gehst du davon aus das ich die in der Bibel beschrieben Geschichten als historisch einordne. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Auf Grund des 1. Satzes im 2. Absatz.

Habe ich ihn falsch verstanden? Dann sorry. Gut, dass Du nachhakst.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Ich verstehe den Satz so: Das die zeitgenössische Literatur eben gerade aufzeigt das "Geschichtsschreibung" nicht dazu benutzt wurde, um Geschichte aufzuschreiben. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

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@arcangel 

Genauso ist es. Das wissen aber viele nicht.

VG

Chey

chey antworten
Nairda
 Nairda
Beiträge : 17

@arcangel 

Du sprichst da einige Punkte an, die man heute in vielen Gemeinden leider gar nicht mehr hört – besonders deine Ausführungen zu den Enakitern, den Rephaitern und der Verbindung zu Gen. 6,1–4 treffen einen ganz zentralen Nerv. Wer die Landnahme verstehen will, darf die altorientalische, kosmische Dimension nicht ausblenden. Es ging hier tatsächlich um einen Krieg gegen die Bastionen der rebellischen, geistigen Mächte.

Ich glaube allerdings, dass du an einer entscheidenden Stelle theologisch am Wort vorbeiredest, weil du ein „Entweder-Oder“ konstruierst, wo die Bibel ein radikales „Sowohl-Als-auch“ lehrt. Du versuchst Gott vor dem Vorwurf eines ungerechten Gerichts zu „retten“, indem du die Historizität des Berichts auflöst und das Ganze ins rein Mythische/Allegorische ziehst („kein Kampf gegen Menschen, sondern gegen das personifizierte Böse“).

Damit tust du dem biblischen Zeugnis aber keinen Gefallen und übersiehst die Realität von Gottes heiligem Gericht. Hier sind die wesentlichen Punkte dazu:

  1. Das „Sowohl-Als-auch“ von Mensch und dämonischer Macht

Die biblische Realität ist viel schockierender als eine reine Allegorie: Es war ein Kampf gegen reale, physische Menschen, weil diese Menschen die fleischgewordene Speerspitze dämonischer Mächte waren. Die Kanaaniter, Amoriter und die Linien der Enakiter waren keine unschuldigen Statisten, sondern sie hatten sich vollkommen mit dem rebellischen, geistlichen System der „Götter“ identifiziert.

Hier griffen zwei Dimensionen nahtlos ineinander:

  • Das kosmische Gericht: Das Land war spirituell verseucht durch die Rebellion der geistigen Mächte. Die Vertreibung der Enakiter war die physische Entmachtung dieser dämonischen Bastionen auf der Erde.
  • Das moralische Gericht über Menschen: Gleichzeitig war das Mass der Sünden dieser realen Völker schlicht voll. In Gen. 15,16 sagt Gott zu Abraham, dass sein Volk erst nach vier Jahrhunderten das Land einnehmen wird, „denn das Mass der Sünden der Amoriter ist noch nicht voll.“ Gott hat also jahrhundertelang geduldig zugesehen, während die kanaanitischen Völker die Perversionen ihrer Götter ganz real auslebten – inklusive systematischer Kinderopfer und ritueller Grausamkeiten (vgl. Lev. 18 und Deut. 12).

Wenn Gott hier das Urteil vollstreckt, dann trifft sein heiliger Zorn echte Menschen, die sich freiwillig zu Handlangern des dämonischen Bösen gemacht hatten. Ihn dafür zum „Bösen“ zu machen, verdreht die Tatsachen: Es ist der gerechte Richter, der nach Jahrhunderten der Gnade eine Kultur richtet, die moralisch und spirituell absolut verwest war.

  1. Altorientalische Hyperbeln verstehen

Wenn wir über die Historizität reden, müssen wir den literarischen Kontext der damaligen Zeit beachten. Die Berichte in Josua nutzen die typische Kriegsrhetorik des antiken Nahen Ostens – sie arbeiten mit bewussten Hyperbeln. Da heisst es oft, ein Volk wurde „völlig vernichtet“ und „kein Überlebender wurde übriggelassen“ (z. B. Josua 10 und 11). Doch nur wenige Kapitel später (oder im Buch Richter) sehen wir dieselben Völker völlig lebendig im selben Gebiet wohnen.

Diese Hyperbeln bedeuten nicht, dass die Ereignisse erfunden sind, sondern sie beschreiben einen realen, totalen strategischen Sieg über die religiösen und militärischen Zentren. Es war ein reales, physisches Gericht, aber eben beschrieben in der Sprache des antiken Nahen Ostens, nicht im Stil eines modernen, klinischen Protokolls. Die physische Landnahme und der „Bann“ im Alten Testament sind in der Heilsgeschichte ein realer Typus – eine drastische, historische Vorschau auf das endgültige, universale Weltgericht am Jüngsten Tag.

  1. Jesu eigener Zugang und der schockierende Befund im Judasbrief

Wenn wir wissen wollen, wie wir mit der Brutalität dieser Texte umgehen sollen, müssen wir schauen, wer dieser Gott des Alten Testaments eigentlich ist. Jesus Christus hat die Gerichte des Alten Testaments (Sintflut, Sodom und Gomorra) nie als blosse Mythen abgetan, sondern als historische Realität und Warnung verkündet (vgl. Lukas 17,26-30).

Noch viel radikaler wird es, wenn wir die Identität Jesu betrachten: Er ist der JHWH des Alten Testaments, der im brennenden Dornbusch sprach, das Gesetz gab und das Gericht in Kanaan befahl. Wer das Buch Josua aufschlägt, sieht den präexistenten Christus, der vor Josua steht!

Dass das keine moderne theologische Erfindung ist, zeigt uns der Judasbrief in Vers 5. In den ältesten und besten griechischen Handschriften steht dort ein absolut schockierender Satz: „Ich will euch aber daran erinnern [...] dass Jesus, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten gerettet hatte, das zweite Mal die vernichtet hat, die nicht glaubten.“

Das Neue Testament erlöst uns nicht vom Alten Testament. Jesus selbst ist derjenige, der Ägypten schlug, der das ungläubige Volk in der Wüste richtete und der das Gericht über Kanaan vollstreckte. Er distanziert sich nicht von diesen harten Texten – Er selbst hat sie als der heilige Gott gesprochen. Er ist derjenige, der das Gesetz und dessen Urteil unerbittlich aufrechterhält, damit wir die Tiefe unserer Verlorenheit begreifen.

Das Evangelium bricht herein: Der Richter am Kreuz

Und genau hier bricht das eigentliche, radikale Evangelium herein. Wenn wir den Gott des Alten Testaments „zähmen“ und seine historischen Gerichte wegerklären, um ihn für moderne Augen erträglicher zu machen, berauben wir uns des grössten Trostes der Heilsgeschichte.

Das Unfassbare, das absolut Skandalöse am Evangelium ist nämlich folgendes: Wie rettet uns dieser Gott vor seinem eigenen, gerechten Zorn? Nicht, indem er im Nachhinein sagt: „Ach, war alles nicht so schlimm, ich habe es nicht so gemeint.“ Nein! Er rettet uns, indem derselbe Jesus, der das Gericht im Buch Josua befohlen und Ägypten geschlagen hat, dieses Gericht am Kreuz selbst erleidet.

Am Kreuz von Golgatha nimmt Gott im Fleisch den Platz des verfluchten Kanaaniters ein. Er wird selbst unter den „Bann“ gestellt. Jesus wird dort draussen vor den Toren der Stadt wie der schlimmste Feind Gottes vernichtet und zerschmettert. Das Gericht, das die Enakiter und Amoriter völlig zu Recht getroffen hat, trifft am Kreuz den unschuldigen Sohn Gottes. Gott richtet Gott, um Sünder zu retten. Das ist kein Gesetz – das ist pure, rettende Gnade für die Gesetzlosen.

Warum uns das das Herz zerreissen muss: Wenn wir diese brutale Realität von Gericht und Rettung wirklich verinnerlichen, dann bleibt das kein theoretisches Diskussionsfutter für Foren. Es zerreisst uns das Herz.

Es zerreisst uns das Herz, weil wir begreifen: Das Gericht ist real. Menschen, die ohne Christus sterben, gehen nicht in eine harmlose Metapher ein – sie fallen in die Hände des lebendigen Gottes. Aber es zerreisst uns das Herz noch viel mehr vor Staunen über diese unfassbare, blutige Gnade, die für Rebellen bezahlt wurde.

Dieses brennende, zerbrochene Herz ist der einzige Grund, warum wir überhaupt das Evangelium predigen! Wir laufen nicht los, weil wir recht haben wollen, sondern weil wir von der Klippe gerettet wurden und sehen, wie andere noch auf sie zusteuern. Wer das Buch Josua und das Kreuz von Golgatha wirklich verstanden hat, kann nicht mehr kühl oder distanziert über Theologie philosophieren. Uns geht das Herz über, und aus diesem Schmerz und dieser Freude heraus müssen wir den Menschen zurufen: „Lasst euch versöhnen mit Gott! Seht den an, der das Gericht für euch getragen hat!“

Gott muss nicht von uns moralisch entschuldigt werden. Wenn wir versuchen, das Buch Josua weichzuspülen, nehmen wir dem Kreuz sein ganzes Gewicht und unserer Botschaft die dringliche Liebe. Erst wenn wir die absolute Realität von Gottes gerechtem Gericht über die Sünde stehenlassen, leuchtet die radikale, unverdiente, bluterkaufte Gnade des Evangeliums in ihrer ganzen, schockierenden Pracht: Der Richter wurde selbst zum Gerichteten, damit wir bedingungslos begnadigt werden – und genau das treibt uns hinaus zu den Menschen.

Sorry, das wurde bissi lang. 

nairda antworten
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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@nairda 

Die biblische Realität ist viel schockierender als eine reine Allegorie: Es war ein Kampf gegen reale, physische Menschen, weil diese Menschen die fleischgewordene Speerspitze dämonischer Mächte waren. Die Kanaaniter, Amoriter und die Linien der Enakiter waren keine unschuldigen Statisten, sondern sie hatten sich vollkommen mit dem rebellischen, geistlichen System der „Götter“ identifiziert.

So eine Interpretation halte ich für extrem bedenklich... denn von solchen Gedankengängen ist es ja nicht mehr weit bis zu einer Übertragung in die heutige Zeit, und etwa die Palästinenser oder andere ethnische Gruppen in gleicher Weise als "dämonisch besessen" zu brandmarken, mit der Forderung nach gleichen Konsequenzen wie in der Bibel.

Hier drohen religiöse Vorstellungen zu einem realen, rein weltlichem Instrument zu werden, sofern sich nur genügend Anhänger in entscheidenden politischen Positionen finden.

Als Meinungsbeitrag in einem christlichem Forum mag das noch akzeptabel sein... sobald es aber darüber hinaus aufgegriffen wird kommen wir schnell an die Grenzen der Religionsfreiheit.

 

lucan-7 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @lucan-7

@nairda 

Es war ein Kampf gegen reale, physische Menschen, weil diese Menschen die fleischgewordene Speerspitze dämonischer Mächte waren

Ich akzeptiere dies auch hier im christlichen Forum NICHT !!!

L'Chaim

awhler antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

@lucan-7

In deinem zentralen Punkt sind wir uns völlig d'accord: Wer die Landnahme als Schablone für heutige Geopolitik missbraucht, betreibt brandgefährlichen Missbrauch der Bibel. Das ist absolut inakzeptabel.

Mein Kommentar bezog sich rein auf die theologische Dimension von Sünde und Gottes Heilsgeschichte. Das darf man keinesfalls mit weltlicher Politik verwechseln.

nairda antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@nairda 

In deinem zentralen Punkt sind wir uns völlig d'accord: Wer die Landnahme als Schablone für heutige Geopolitik missbraucht, betreibt brandgefährlichen Missbrauch der Bibel. Das ist absolut inakzeptabel.

Es geht nicht darum, biblische Geschehnisse 1:1 auf heutige Situationen zu übertragen, sondern um folgende Aussage:

Die biblische Realität ist viel schockierender als eine reine Allegorie: Es war ein Kampf gegen reale, physische Menschen, weil diese Menschen die fleischgewordene Speerspitze dämonischer Mächte waren. Die Kanaaniter, Amoriter und die Linien der Enakiter waren keine unschuldigen Statisten, sondern sie hatten sich vollkommen mit dem rebellischen, geistlichen System der „Götter“ identifiziert.

Wenn du sagst, dass nicht nur metaphorisch gemeint ist, sondern die "dämonische Leitung" damaliger Völker eine historische Realität gewesen ist, die ihre Vernichtung rechtfertigte - dann mag diese "Realität" auch heute noch in manchen Fällen zutreffen, wenn man davon ausgeht, dass Dämonen real sind und immer noch aktiv wirken.

Und dann ist man eben nicht mehr weit davon entfernt, auch heutige Konflikte in dieser Weise zu deuten - und entsprechend drastische Konsequenzen zu fordern. Und wir haben ja mit Leuten wie Hegseth als US "Kriegsminister" auch bekennende Christen in entsprechenden Positionen, so dass das noch nicht einmal weit hergeholt ist (Ohne ihm jetzt persönlich die Absicht zum Völkermord zu unterstellen, und ich hoffe er kommt auch nicht auf solche Ideen...).

Andernfalls müsste man schon sehr genau sagen, warum dergleichen (Also Völker unter dämonischem Einfluss) heute nicht mehr zutreffen kann... und das auch entsprechend biblisch begründen, damit keiner auf falsche Ideen kommt.

Oder, noch besser: Vielleicht noch einmal darüber nachdenken, ob das wirklich so eindeutig aus der Bibel hervorgeht... ich sehe das nämlich nicht.

lucan-7 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @lucan-7

@nairda 

Wenn du sagst, dass nicht nur metaphorisch gemeint ist, sondern die "dämonische Leitung" damaliger Völker eine historische Realität gewesen ist, die ihre Vernichtung rechtfertigte - dann mag diese "Realität" auch heute noch in manchen Fällen zutreffen, wenn man davon ausgeht, dass Dämonen real sind und immer noch aktiv wirken.

Und dann ist man eben nicht mehr weit davon entfernt, auch heutige Konflikte in dieser Weise zu deuten - und entsprechend drastische Konsequenzen zu fordern. Und wir haben ja mit Leuten wie Hegseth als US "Kriegsminister" auch bekennende Christen in entsprechenden Positionen, so dass das noch nicht einmal weit hergeholt ist (Ohne ihm jetzt persönlich die Absicht zum Völkermord zu unterstellen, und ich hoffe er kommt auch nicht auf solche Ideen...).

Andernfalls müsste man schon sehr genau sagen, warum dergleichen (Also Völker unter dämonischem Einfluss) heute nicht mehr zutreffen kann... und das auch entsprechend biblisch begründen, damit keiner auf falsche Ideen kommt.

Oder, noch besser: Vielleicht noch einmal darüber nachdenken, ob das wirklich so eindeutig aus der Bibel hervorgeht... ich sehe das nämlich nicht.

@nairda

Ich distanziere mich hier, als Mitglied des Forums - bei allem Respekt für Anschauungen, die wir hier im Forum immer wieder nicht teilen und wo es angebracht ist, Divergenzen stehen zu lassen - von solchem schrecklichen Fabulieren.

Lucan hat völlig recht, hier auf die religiösen Deutungen zu verweisen, die in der realen Politik und gerade auch in apokalyptischen Narrativen von Regierungen, Militärs und Machthabern im Umlauf sind.

Dämonisierungen von Menschen und Volkgruppen sind ein horribles No Go - und verdienen eine Zurückweisung.

L'Chaim 

awhler antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

Für diesen Beitrag gibt es eine GELBE KARTE! 

[Begründung folgt, wird aber der Begründung für die erste GK ähneln; mfg fr:-)sch80-mod]

 

@awhler 

Ich habe überhaupt kein Interesse daran, mich hier zu verteidigen oder meine Worte abzufedern. Deine heftige moralische Empörung entlarvt nämlich genau das theologische Problem, um das es hier eigentlich geht: Es ist der klassische Reflex einer Theologie der Herrlichkeit.

Diese nette, harmlose Anthropologie will das radikale Ausmass der menschlichen Sünde und die absolute Notwendigkeit von Gottes Gericht nicht wahrhaben. Deshalb musst du die geschichtliche Härte des Alten Testaments als schreckliches Fabulieren wegzensieren. Der moderne Mensch erträgt es schlicht nicht, dass Gott Sünde real und tödlich richtet.

Aber wer das Gericht Gottes weichspült, der raubt dem Evangelium seine ganze Herrlichkeit. Wenn Sünde nur ein moralisches Missgeschick ist und kein existentieller, kosmischer Abgrund, der ein reales Gericht fordert, dann braucht es auch kein Kreuz mehr. Dann wird Jesus vom Retter zum reinen Moral-Lehrer degradiert.

Das Neue Testament zieht den Schlussstrich eben nicht, weil Sünde und Gericht nie real waren, sondern weil dieses echte, ungeschminkte Gericht am Kreuz von Jesus selbst ein für alle Mal getragen und erlitten wurde. Das Gesetz tötet – und Christus macht lebendig.

Wer heute im Namen Gottes Menschen dämonisiert oder Kriege führt, betreibt reinen, totalen Götzendienst, weil er das vollendete Werk Christi leugnet. Aber wer das Gericht Gottes in der Geschichte historisch weichspült, um sein eigenes, optimistisches Menschenbild zu retten, betreibt denselben Götzendienst von der anderen Seite. Das Evangelium ist keine nette, bürgerliche Wohlfühltheologie. Es rettet uns gerade vor dem realen Gericht, das wir eigentlich verdient hätten.

nairda antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852

@nairda 

Ich vertrete keine "Theologie der Herrlicheit", keine "nette, harmlose Anthropologie", "spüle das Gericht Gottes nicht weich", betrachte Sünde nicht als "nur ein moralisches Missgeschick", habe nirgendwo verlauten lassen "das Kreuz nicht mehr zu brauchen", "spüle" die Frage, wie das Gericht Gottes zu verstehen ist, nicht "weich", muss mein "eigenes, optimistisches Menschenbild" nicht "retten" (weil ich keins habe oder vertrete),  betreibe keinen "Götzendienst" (!!!!!!!!!!!) -  und eine "nette, bürgerliche Wohlfühltheologie" vertrete ich auch nicht ...

War's das? - Der Vorwurf des "Götzendienstes" an mich (was immer Du mit der "anderen Seite" meinst) ruft erneut nach einer Zurechtweisung.

Steck die Pfeile bitte wieder ein, hole Luft - und nimm bitte einfach zur Kenntnis, dass ich anders denke, empfinde und theologisch urteile -  und in den Dingen, die Du hier vertrittst, anders als Christ (!) unterwegs bin und glaube.

L'Chaim

 

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

Und plötzlich ist man auf der anderen Seite des Gaslighting. 

arcangel antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @arcangel

@awhler 

Und plötzlich ist man auf der anderen Seite des Gaslighting. 

😉

L'Chaim

 

awhler antworten
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1354

@nairda 

Hier folgt im Laufe des Tages noch die Begründung für die Gelbe Karte. Im Grunde reicht es aber, die Begründung für die erste GK zu lesen.

---

(Drei Stunden später)

Zur Erinnerung hier die Begründung für die erste Gelbe Karte:

"Hej Nairda,

von mir ein etwas verhaltenes Willkommen im Forum; verbunden mit der dringenden Bitte, dich ein wenig mit den Forenregeln zu befassen. Hier ein kleiner Auszug aus der Charta:

[Wir wünschen...]

  • "eine offene, respektvolle und freundliche Atmosphäre herrscht, in der sich Christen wie Nichtchristen wohlfühlen.
  • Menschen miteinander lebhaft über Auffassungen zu Lebens- und Glaubensfragen diskutieren können, ohne als Person angegriffen oder beleidigt zu werden.

Für uns bedeutet respektvoller Umgang miteinander, dass man …

  • den Anderen als Person ernst nimmt und ihn so behandelt, wie man selber von ihm behandelt werden will (Jesus Christus im Matthäusevangelium, Kapitel 7).
  • anerkennt, dass die eigene Erkenntnis unvollkommen ist und nur bruchstückhaft die Wahrheit widerspiegelt (Paulus im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 13)."

Besonders auf den letzten Punkt möchte ich dich hinweisen. Dein "(Und falls Sie den echten Heiligen Geist suchen [...])" ist damit überhaupt nicht vereinbar. Dafür habe ich dir eine Gelbe Karte gegeben. Sätze dieser Art möchte ich von dir bitte nicht mehr lesen.

Ferner halte ich die Anrede "Sie" für völlig unangemessen. Sie ist, und das sollte dir beim Lesen im Forum, was du ja wohl seit einer Weile machst, eigentlich längst deutlich geworden sein, hier völlig unüblich. Mein Vorschlag ist, dass du (und@AWHler) zum Du übergeht oder aber, wenn ihr denn beim Sie bleiben wollt, euren Austausch in Privatnachrichten fortsetzt. Das "Sie" ist zwar nicht ausdrücklich verboten, wenn es aber mit Feindseligkeiten kombiniert ist und dann der (siehe oben) von uns gewünschten freundlichen Atmosphäre entgegensteht, bin ich geneigt, es  nicht weiter zu akzeptieren.

 

Freundliche Grüße

fr🙂sch"

---

Hier die Begründung für die zweite Gelbe Karte:

Hej Nairda,

von mir ein etwas verhaltenes Willkommen im Forum; verbunden mit der dringenden Bitte, dich ein wenig mit den Forenregeln zu befassen. Hier ein kleiner Auszug aus der Charta:

[Wir wünschen...]

  • "eine offene, respektvolle und freundliche Atmosphäre herrscht, in der sich Christen wie Nichtchristen wohlfühlen.
  • Menschen miteinander lebhaft über Auffassungen zu Lebens- und Glaubensfragen diskutieren können, ohne als Person angegriffen oder beleidigt zu werden.

Für uns bedeutet respektvoller Umgang miteinander, dass man …

  • den Anderen als Person ernst nimmt und ihn so behandelt, wie man selber von ihm behandelt werden will (Jesus Christus im Matthäusevangelium, Kapitel 7).
  • anerkennt, dass die eigene Erkenntnis unvollkommen ist und nur bruchstückhaft die Wahrheit widerspiegelt (Paulus im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 13)."

Besonders auf den letzten Punkt möchte ich dich hinweisen. Dein "betreibt denselben Götzendienst von der anderen Seite." ist damit überhaupt nicht vereinbar. Dafür habe ich dir eine Gelbe Karte gegeben. Sätze dieser Art möchte ich von dir bitte nicht mehr lesen.

Bereits vor einer Woche (siehe oben) hatte ich dich dringend gebeten, dir die Forenregeln anzusehen. Mein Eindruck ist, dass du das nicht, bzw. jedenfalls nicht ausreichend getan hast. Damit du jetzt genug Zeit dafür hast, sperre ich dich für mindestens eine Woche statt wie sonst üblich für drei Tage. Bitte schreibe mir nach Ablauf dieser Zeit eine Mail mit der Bestätigung, dass du die Regeln gelesen hast und bereit bist, sie in Zukunft einzuhalten. Meine Mailadresse findest du in den Regeln :-).

---

Um dies ganz deutlich zu machen: es ist völlig in Ordnung (und an einigen Punkten finde ich das auch absolut bereichernd), wenn du deine Meinung äußerst. Wenn du aber Meinungen anderer Menschen, die eine andere Meinung haben als du, als außerhalb des Spektrums des christlichen Glaubens liegend bezeichnest, begibst du dich in den Bereich, der außerhalb des im Forum Erlaubten liegt. Wenn du der Ansicht bist, dass AWHler Götzendienst betreibt und sich regelwidrig verhält, gib einen Modalarm; der Moderator oder das Moderatorenteam prüft das dann. Dazu ganz klar: nach meiner Einschätzung bewegt sich AWHler NICHT außerhalb der Forenregeln, er bewegt sich NICHT außerhalb des Apostolikums, er bewegt sich NICHT außerhalb des Bereichs, in dem der Geist Gottes wirkt. Er bewegt sich lediglich außerhalb deines Schriftverständnis´ und deiner theologischen Ansichten. Und noch einmal: es ist nicht mein Anliegen, dein Schriftverständnis und deine theologischen Ansichten zu beurteilen oder gar zu verurteilen.

Streitet euch gerne über theologia crucis versus theologia gratiae oder auch darüber, ob das "versus" da überhaupt treffend ist oder ob, und wenn ja inwieweit oder inwiefern, beide nebeneinander stehen können. Ein weites Feld. Da gibt es sehr viele Standpunkte. Einer davon ist deiner. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. 

 

Freundliche Grüße

fr 🙂 sch

 
 
frosch80-mod antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@frosch80-mod 

Ferner halte ich die Anrede "Sie" für völlig unangemessen. Sie ist, und das sollte dir beim Lesen im Forum, was du ja wohl seit einer Weile machst, eigentlich längst deutlich geworden sein, hier völlig unüblich. 

So ändern sich die Zeiten. Früher galt das "Du" als unangemessen, heutzutage ist es das "Sie"  😆 .

mariposa22 antworten
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1354

@mariposa22 

Hmm ja,

das ist aber nicht nur eine "Zeitfrage". Sicher hat sich da auch manches verändert, aber auch "früher" gab es das schon, dass das "Sie" mit Bosheit gepaart verwendet wurde. Sehen wir zurück ins Jahr 1978:

https://www.dailymotion.com/video/x7xd4hb

Liebe Grüße

fr 🙂 sch

frosch80-mod antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@frosch80-mod 

Andererseits zeigt die konsequente Verwendung des 'Sie', wie auch in schwierigen Situationen die gegenseitige Würde erhalten bleibt

https://youtu.be/8b786iEDF7g?si=SJLQ7U8kHY9L937H

VG

Chey

chey antworten
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1354

@chey 

Die gegenseitige vielleicht schon. Aber, ganz ehrlich, bei mir als Zuschauer kommt die Würde jetzt nicht sooo gut rüber, wenn sich zwei nackige Männer in der Badewanne wegen einer Ente streiten.

frosch80-mod antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@frosch80-mod 

Andererseits waren wohl schon alle Männer mal in dieser Badewannensituation

VG

Chey

 

chey antworten
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1354

@chey 

Meinst du das methaphorisch?

frosch80-mod antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@frosch80-mod 

Nein, ich meine mit Ente. Da gibt es doch öfter Streit, wenn man zu zweit in der Wanne sitzt. Man kennt den anderen ja nicht immer. Ich bin da auch empfindlich.

VG

Chey

 

chey antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@chey Für mich bitte ohne Ente und ohne fremde Person in der Badewanne. Ich mag weder Plastik beim Baden noch irgendwelche aufgezwängte Konversation!

mariposa22 antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

@lucan-7

Vielen Dank für diese differenzierte und absolut berechtigte Rückfrage. Du legst den Finger genau in die richtige Wunde: Wenn das damals eine historische Realität war, warum gilt das heute nicht mehr? Wo ist die Grenze zu Figuren wie Hegseth oder politischem Fanatismus?

Um es ganz unmissverständlich zu sagen: Ich teile deine Sorge vollkommen. Den heutigen christlichen Nationalismus, der Glaube und Staatsmacht vermischt, halte ich theologisch für reinen Götzendienst. Es ist der klassische Versuch des Menschen, Gott für die eigene Machtpolitik einzuspannen.

Die Bibel selbst liefert hierzu eine messerscharfe Begründung, warum diese Schablone heute unter keinen Umständen mehr angewendet werden darf. Das Neue Testament bricht radikal mit jeder Form von politischer Religion.

Das Alte Testament zeigt uns die ungeschminkte Härte von Gottes Gericht über die Sünde. Aber dieses Gericht wurde an einem ganz bestimmten Punkt in der Geschichte für alle Male und für alle Menschen vollstreckt und beendet: am Kreuz von Golgatha. Jesus hat dort das tötende Urteil des Gesetzes über das Böse selbst getragen.

Wenn heute Menschen im Namen Christi politische Macht ergreifen wollen, um Sünder zu richten oder Kriege zu führen, leugnen sie das Kreuz. Sie betreiben eine Theologie der Herrlichkeit, die Gott missbraucht, um sich selbst gross zu machen. Seit dem Kreuz ist die einzige Waffe der Kirche das gepredigte Wort – das Versprechen, dass Christus die Welt erlöst hat. Unser Kampf geht eben nicht mehr gegen Fleisch und Blut, wie der Epheserbrief sagt, sondern wir sind ausschliesslich dazu berufen, den Opfern von Hass und Gewalt beizustehen, statt selbst zu Tätern zu werden.

nairda antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@nairda 

Wobei große Teile des Christentums das anders sahen und heute auch noch anders sehen.

Das Christentum als politische Religion, als Teil der Staatsmacht war und ist selbst heute (Beispiel russ.orth Kirche) noch normal.

Und auch im Judentum, und damit ohne Jesus, wird die Abkehr von der Gewalt und das Menschenleben als höchstes Gut gelehrt. 

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Und auch im Judentum, und damit ohne Jesus, wird die Abkehr von der Gewalt und das Menschenleben als höchstes Gut gelehrt.

Sorry aber das ist jetzt genauso blauäugig, wer befeuert den Gaza Konflikt und wer schürt die Aggressionen im Westjordanland. Das sind natürlich alles Menschen die Menschenleben als höchstes Gut betrachten und von der Gewalt abgekehrt sind. 

 

Komm mal runter. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Was aber Ausdruck des Nationalismus ist und kein religiöser Ausdruck. Die illegalen Siedler sind in der Regel keine religiösen Fanatiker sondern eher ein Teil des weltlichen Judentums.

Ach übrigens, es gibt auch Juden, die keine Israelis sind und viele Israelis, die die Politik dieser Regierung ablehnen.

Das, was Du beschreibst, ist also in etwa so jüdisch, wie Trumps Politik christlich ist.

Das menschliche Leben ist das höchste Gut im jüdischen Glauben!

Darf ich jetzt wieder hochkommen, Papi? 😉 

VG

Chey

chey antworten
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1354

@chey 

 

"Darf ich jetzt wieder hochkommen, Papi?"

Kommt ihr allein klar?

Sonst dürft ihr gerne auch moderatorische Unterstützung anfordern 🙂

frosch80-mod antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@frosch80-mod 

Du tust ja gerade so, als wenn man über das aktuelle Thema Israel in Streit geraten könnte. 😉 

Ja, alles gut aus meiner Sicht. 

Danke

VG

Chey

chey antworten
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1354

@chey 

Hej Chey,

 

"Du tust ja gerade so, als wenn man über das aktuelle Thema Israel in Streit geraten könnte. 😉 "

Über Iiiiiisrael??? Nein, da gabs im Forum noch niiee Streit. Außer vielleicht manchmal... bissi...

"Ja, alles gut aus meiner Sicht."

Puuuuh.... Arbeit gespart....

 

Liebe Grüße

fr 🙂 sch

frosch80-mod antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852

@frosch80-mod 

Danke ... auch ich bin "fein" 🙂 

Und hab' ja meinerseits klar die Grenze gezogen und den Vorwurf, "von anderer Seite her Götzendienst" zu betreiben, mittlerweile abtropfen lassen ...

L'Chaim

awhler antworten
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1354

@awhler 

 

"den Vorwurf, "von anderer Seite her Götzendienst" zu betreiben, mittlerweile abtropfen lassen ..."

Fein. 🙂

Wobei mich das nicht davon abhält zu prüfen, ob er regelkonform ist.

frosch80-mod antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852

@frosch80-mod 

ok ... ehrlich gesagt, fand ich das auch grenzwertig 🤨 

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

warum muss man diesen Vorwurf abtropfen lassen? Ich finde, diesen Vorwurf darf man gar nicht ernst genug nehmen und sich selbst immer die Frage stellen, presse ich Gott in das (Götzen)Bild, welches mir zusagt und meinen Empfindlichkeiten entspricht. Ein Bild welches modernen Normen eher entspricht und besser verträglich ist mit aktuellen Zeitströmungen. 

Oder lasse ich mein Gottesbild von dem Prägen, was die Bibel sagt, was dann aber bedeutet, dass ich mich die Mühe machen muss die richtige hermeneutische Sicht auf die Bibel zu bekommen. Vor allem von den Stellen die meinen modernen Sichtweisen so zu wieder sind. 

Also entweder ignoriere, negiere oder deute Bibelstellen um bis sie in mein Weltbild passen, dann mache ich mir mein eigenes Bild von Gott und das ist so ziemlich die Definition von Götzenbild und Götzendienst. Egal welches Gottesbild dabei rauskommt. 

Oder ich mache mich auf eine Reise damit die Offenbarung Gottes dazu führt, dass ich ein korrektes Bild von Gott erhalte. Immerhin hat Gott sich in der Bibel selbst definiert. 

Exodus 34,6 Und YHWH ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: YHWH, YHWH, Elohim, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, 7 der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat Übertretung und Sünde [/] , aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied.

Moderne Leser hätten gerne, wenn Vers 7 bei der Markierung aufhören würde. 

Es ist eine Prüfung, die sich jeder selbst unterziehen darf, wenn er will. Dass die Freiheit die YHWH gibt, er zwingt niemanden seinen Willen auf und er diktiert niemanden was er oder sie zu glauben hat. 

arcangel antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @arcangel

@awhler 

warum muss man diesen Vorwurf abtropfen lassen? Ich finde, diesen Vorwurf darf man gar nicht ernst genug nehmen und sich selbst immer die Frage stellen, presse ich Gott in das (Götzen)Bild, welches mir zusagt und meinen Empfindlichkeiten entspricht. Ein Bild welches modernen Normen eher entspricht und besser verträglich ist mit aktuellen Zeitströmungen. 

Oder lasse ich mein Gottesbild von dem Prägen, was die Bibel sagt, was dann aber bedeutet, dass ich mich die Mühe machen muss die richtige hermeneutische Sicht auf die Bibel zu bekommen. Vor allem von den Stellen die meinen modernen Sichtweisen so zu wieder sind. 

Also entweder ignoriere, negiere oder deute Bibelstellen um bis sie in mein Weltbild passen, dann mache ich mir mein eigenes Bild von Gott und das ist so ziemlich die Definition von Götzenbild und Götzendienst. Egal welches Gottesbild dabei rauskommt. 

Oder ich mache mich auf eine Reise damit die Offenbarung Gottes dazu führt, dass ich ein korrektes Bild von Gott erhalte. Immerhin hat Gott sich in der Bibel selbst definiert. 

Exodus 34,6 Und YHWH ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: YHWH, YHWH, Elohim, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, 7 der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat Übertretung und Sünde [/] , aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied.

Moderne Leser hätten gerne, wenn Vers 7 bei der Markierung aufhören würde. 

Es ist eine Prüfung, die sich jeder selbst unterziehen darf, wenn er will. Dass die Freiheit die YHWH gibt, er zwingt niemanden seinen Willen auf und er diktiert niemanden was er oder sie zu glauben hat. 

Es ist das fundamentale, alte Thema: WIE verstehe ich, wie verstehen wir die Bibel (und damit Gott, das Evangelium, Christus) RICHTIG und ANGEMESSEN?

Du (und andere hier) vertreten die Meinung (und halten sie für richtig und adäquat), dass die Bibel aus sich heraus, zeitunabhängig und zeitübergreifend (in unserer Rezeption und Hermeneutik) zu verstehen ist (gegeben und gefordert).

Diese Auffassung vertrete ich nicht und behaupte meinerseits, dass solch ein biblizistisch-fundamentalistisches Verständnis weder der Bibel selbst (als menschliches und historisch bedingtes Zeugnis von Gotteserfahrung, Gotteserkenntnis und Gottesbezeugung) gerecht wird, noch gibt es eine Ebene der Rezeption und des Verstehens, die selber über der Zeit steht und von eigenen Bedingtheiten absehen kann.

Wenn die Bibel so eindeutig bzw. ihre Eindeutigkeit so klar und überzeugend wäre, gäbe es de facto  keinen Streit um die Bibel bzw. nicht die Vielfalt der Zugänge, Deutungen und Verstehensweisen. Und nicht all die Fragen, die auch hier immer wieder zu Themen werden und zu unterschiedlichen Meinungen führen.

Das Thema der Göttersöhne, Riesen, Elohims und kosmischen, mythologischen, realen, dämonisierten (oder sonstwie zu verstehenden) heilsgeschichtlicher Dramen ist jedenfalls nicht meins 😉 ... Ich überlasse es Anderen und betrachte es selbst nicht als ein Feld "tieferer geistlicher Einsichten".

L'Chaim 

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

Du (und andere hier) vertreten die Meinung (und halten sie für richtig und adäquat), dass die Bibel aus sich heraus, zeitunabhängig und zeitübergreifend (in unserer Rezeption und Hermeneutik) zu verstehen ist (gegeben und gefordert).

Zeitunabhängig? Nein definitiv nicht. Zeitübergreifend? Durchaus.

Wenn die Bibel so eindeutig bzw. ihre Eindeutigkeit so klar und überzeugend wäre, gäbe es de facto keinen Streit um die Bibel bzw. nicht die Vielfalt der Zugänge, Deutungen und Verstehensweisen. Und nicht all die Fragen, die auch hier immer wieder zu Themen werden und zu unterschiedlichen Meinungen führen.

Die Vielfalt der Zugänge stellen wir zwei ja bereits zur Schau. Das hat aber nichts mit der Bibel zu tun, sondern damit wie wir die Bibel beurteilen. Es gibt genug in der Bibel das Unscharf, ist und anderes welches eine Entwicklung durchgemacht hat, und je nachdem worauf man scharf stellt oder welchen Punkt der Entwicklung man herauspickt, kommt man zu anderen Schlüssen. Das hat aber wiederum nichts mit der Bibel selbst, sondern mit unserem Umgang mit derselben zu tun. 

Weshalb ich einen ganzheitlichen Ansatz vertrete, ich verschliesse weder die Augen vor historisch kritischer Forschung und Archäologie, als auch von dem uns so fremden antiken Weltbild, welches durchdrungen war mit einer Aktiven und Belebten geistlichen Welt. 

Das Thema der Göttersöhne, Riesen, Elohims und kosmischen, mythologischen, realen, dämonisierten (oder sonstwie zu verstehenden) heilsgeschichtlicher Dramen ist jedenfalls nicht meins 😉

Kann ich nachvollziehe, aber es war eben die Welt der biblischen Autoren, und es gibt Wagenladungen von akademischer Forschung, welche sich damit beschäftigen?

Und ich bin eben der Meinung, wenn man sich in die Gedankenwelt der Autoren versetzen kann wird das Evangelium eben um so deutlicher und klarer, ohne das man selektionieren muss.  

arcangel antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 2573

@arcangel 

Die Vielfalt der Zugänge stellen wir zwei ja bereits zur Schau. Das hat aber nichts mit der Bibel zu tun, sondern damit wie wir die Bibel beurteilen

Genau. Jede Wahrnehmung ist anders. Und wäre die Bibel nicht mit zeitlosen Inhalten bestückt, wieso sollten wir sie dann - ausser zu unserer persönlichen Unterhaltung - dann heute noch als relevant empfinden?

Und auch da gilt: wenn wir vorher schon beschlossen haben, dass die Bibel eine glaubwürdige Quelle ist, dann werden wir sie anders beurteilen als wenn wir sie  als historisches Dokument betrachten, das nur für die jeweilige Zeit bindend oder verständlich war.

stern antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@stern 

dass die Bibel eine glaubwürdige Quelle ist

Eine glaubwürdige Quelle wofür? Das ist doch wohl die entscheidende Frage. Oder viel interessanter finde ich die Frage, welche vertrauenswürdigen Aussagen die Autoren den machen wollten. 

arcangel antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 2573

@arcangel 

Eine glaubwürdige Quelle wofür?

Für unseren Glauben an Gott, für unsere Gewissheiten, die wir trotz aller Ungewissheiten haben können…für eine Anleitung zu einem guten Leben nach Gottes Willen, für eine Perspektive, die über unser irdisches Dasein hinausgeht….das wären jetzt mal ein paar, die mir spontan einfallen

stern antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@stern 

Ja dafür ist die Bibel eine glaubwürdige Quelle. Da millionenfach praktisch erfahren belegt wurde. 

arcangel antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 2573

@arcangel 

Da millionenfach praktisch erfahren belegt wurde. 

Selbst wenn nicht, und ich die einzige Person wäre, die glauben würde, wäre es für mich immer noch glaubwürdig.

Warum?

Weil es für mich keine andere schriftliche Quelle gibt, die so kompakt und dicht Inhalte zu Gott liefert.

Es gibt ja auch heute viele Bücher und anderes, das sich mit Gott beschäftigt, aber ohne Jesus als Referenzpunkt zu haben. 

stern antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4438

@arcangel 

, aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied.

Von Blutvergießen steht da allerdings nichts. Übrigens.

lg Tatokala

tatokala antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@tatokala 

Nein nur vor Strafe welche nicht den Täter, sondern dessen Kinder trifft. Gerecht oder?

arcangel antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 28951

@arcangel 

Zum Beitrag

Geht es um Strafe oder nicht vielmehr um Entfernen der üblen Gewohnheiten aus den Kindern ? 

Zu Missetat der Väter gehören noch die Verse mit dem Sprichwort über saure Trauben und stumpfe Zähne der Kinder und dass jeder für seine eigene Schuld geradestehen muss. 

 

deborah71 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@deborah71 

Klar kann man es einordnen, dennoch erscheint es uns ungerecht, das Gott die Grosskinder z.B. eines Mörders für dessen Sünde bestraft. 

arcangel antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 28951

@arcangel 

Zum Beitrag

Ich verstehe heim-suchen in doppeltem Sinn:

a)wie schnell sind Kinder abgeurteilt...deren Vater oder Mutter sind Mörder, naja, was kann man da erwarten, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ausgrenzung und Ablehnung ist eine menschlich initiierte Strafe. Eltern, überlegt euch, was ihr macht, eure Kinder werden wahrscheinlich darunter leiden. 

b) Gott begegnet ihnen und/oder schickt ihnen Menschen, die ihnen einen gottgefälligen Lebensstil vorleben und es abfärben kann zum Guten

 

Auslegung sollte mit dem liebenden (loyalen, ziehenden) Wesen Gottes übereinstimmen. Gerade im Generationenfall kann die persönliche richtende oder fürbittende Haltung auffallen und bereinigt werden. Denn das ist auch weitergegebene Sünde der Eltern. .... von Negativ-Menschen.... den Ausdruck las ich neulich und fand ihn eine sachliche Beschreibung. 

deborah71 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Klar dass du das so einordnest, und schönredest. Fakt ist es gibt einen religiösen Zionismus, der von einem Grossisrael träumt und dies religiös legitimiert, und auch die Nationalisten bedienen sich religiöser Rhetorik. Mit der gleichen Argumentation kannst ich behaupten, dass die Katholische Kirche eine Staatlich vereinnahmte Institution ist, welche die Religion missbrauch um sich zu legitimieren. 

Tatsache ist jede Mehrheitsgesellschaft, bedient sich religiöser Rhetorik um anderes denkende und Minderheiten zu diffamieren und zu verfolgen, ob das die Protestanten in Nordirland, Hindus in Indien, Katholiken in Europa oder Juden in Israel sind spielt keine Rolle. Es ist absolut irrelevant was die Kernaussagen einer Religion sind, alle können und werden vereinnahmt und missbraucht. Juden verhalten sich gegenüber nicht Juden kein bisschen besser oder schlechter als dies europäische Christen gegenüber den Juden taten. 

Dabei predigte Jesus absolutes Gewaltverbot und Rechtsaufgabe. Und zwar expliziter und eindringlicher als dies je im AT zur Sprache kam.  

Das sich das Judentum als unbedeutende und unterdrückte Minderheit welche zwei katastrophale militärische Niederlagen hinnehmen und den Verlust des kultischen Zentrums verkraften musste, sich als Lebensbejahend und friedfertig neu erfunden ist fast zwangsläufig. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
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@arcangel 

Das Konflikte gern religiös aufgeladen werden, stimmt. Wobei man 'religiös' dabei sehr weit fassen muss. Letztlich ist auch die Rassenideologie des Nationalsozialismus oder der Atheismus eines Stalinismus religiönsähnlich. Es dient dabei oft der Rechtfertigung von Verbrechen.

Diese religiösen Elemente findet man auf beiden Seiten des Nahostkonflikts, bei Trumps imperialistischer Politik und auch ein Putin bedient sich gern der russischen.-orth. Kirche.

Aber all das ist nicht die Religion sondern der Missbrauch von Religion.

Denn die Grundaussagen von Judentum und Christentum sind friedlich. Beim Christentum ist das von der Bibel her offensichtlicher, beim Judentum muss man sich etwas mehr mit den jüdischen Auslegungen beschäftigen. Letztlich ähneln sie sich in ihrer Friedensbotschaft und Achtung des menschlichen Lebens sehr.

Die Gleichsetzung der derzeitigen Politik Israels mit dem jüdischen Glauben ist daher falsch, obwohl es natürlich,  wie geschrieben, Verknüpfungen hat.

Die Gleichsetzung ist aber nicht nur falsch, sie ist höchst bedenklich. Denn daraus wird doch sofort ein ' die Juden sind nun mal böse' und da sich der Vorwurf auf die Religion bezieht, sind damit alle Juden weltweit gemeint. Und wenn sie böse sind, ist es zur Ausgrenzung und Verfolgung nur noch ein kleiner Schritt. Das erleben wir gerade, auch in Deutschland. 

Und das ist keine reine Theorie sondern das ist der Antisemitismus,  wie er weltweit existiert.

Die Hamas hat ja nach ihrem schrecklichen Angriff auf Israel nicht zum Kampf gegen Israel aufgerufen,  die haben zum Kampf gegen alle Juden weltweit aufgerufen.

Soll man dann, aus Furcht vor dem Vorwurf des Antisemitismus, zu Verbrechen der Regierung Israels oder Verbrechen der Siedler schweigen? Sicher nicht, auch wenn das einem Netanjahu sicher recht wäre, weshalb Menschen wie er auch schnell mit diesem Vorwurf dabei sind, um berechtigte Kritik zu verunglimpfen. Verbrechen müssen immer als solche benannt werden,  sonst versündigt man sich an den Opfern.

Aber der Vorwurf ist, wie bereits geschrieben,  auch nicht ganz falsch. Nicht jeder Kritiker Israels ist Antisemit, aber jeder Antisemit ist sicher Kritiker Israels.

Hier heißt es also bei der Kritik Fingerspitzengefühl zu zeigen und genau zu sein. Und vor allem sich nicht von alten antijüdischen Vorurteilen leiten zu lassen. Verbrechen sind genauso zu benennen wie zu akzeptieren ist, dass nicht alle Juden Israelis sind, die Israelis auch unterschiedliche Ansichten haben und vor allem, dass sich jüdische Region und Handeln des Regierung Netanjahu unterscheidet.

Dieses Fingerspitzengefühl habe ich in deinem 1. Post vermisst.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
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@chey 

Du hast aber offensichtlich kein Problem allen Christen eine Kollektivschuld zuzuschreiben, weshalb sie sich nicht erlauben dürfen Kritik zu üben. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

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@arcangel 

Es geht nicht darum, wer Kritik übt sondern das man bei Kritik gegenüber dem Judentum bzw. Israel Fingerspitzengefühl zeigen sollte. Das gilt nicht nur für Christen,  aber auf Grund der christlichen Geschichte gilt es natürlich auch für Christen.

Zumal die christliche Lehre und Geschichte antisemitische Anteile hat(te) - Sichtweise der Pharisäer z.b..

Die EKD hat dazu auf ihren Websites einiges richtige veröffentlicht. 

Das ist wie bei den Deutschen und dem 3. Reich. Die heutigen Deutschen haben keine Schuld, wohl aber eine Verantwortung. Wobei allerdings die Leugnung dieser Verbrechen auch heute zu Schuld führt.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
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@chey 

Von welchen Christen sprichst du?

Sprichst du von den Christen die bereit solch überzeugte Pazifisten sind das sie eher sterben als zu Waffe greifen, Christen die von Christen in der Schweiz verbrannt und ersäuft wurden und nach Amerika geflohen sind, oder sprichst du von den Christen die Christen in Nordirland erschossen und in die Luft gesprengt haben, oder redest du von den Christen die von Christen zwangsgetauft wurden und denen die Kinder weggenommen wurden, oder sprichst du von den Christen die seit über 1000 Jahren als Minderheit in einer Islamisch dominierten Gesellschaft leben, Christen deren Land von DEN Juden enteignet wird, deren Häuser und Kircher von DEN Juden zerstört wurden und werden. Oder sprichst du von den Christen, die ihr eigenes Leben riskierten und auch verloren, weil sie Juden von Christen, die sie töten wollten, versteckten. Oder redest du von Christen die Juden zwangskonvertiert haben. Ich weiss nicht genau von welchen Christen du sprichst. 

Na ja es sind ja immerhin DIE Juden die ein Faschistisches Zweiklassen System in Israel aufgebaut haben, es sind DIE Juden welche jagt auf Moslems und Christen im Westjordanland machen deren Häuser, Moscheen und Kirchen anzünden der Männer und Frauen Verprügeln und sogar erschiessen. Es sind DIE Juden welchen Kriegsverbrechen begehen, und völkerrechtswidrig handeln, es sind DIE Juden welchen in ihrer Lehre und Geschichte, rassistische Elemente enthalten welche alle nicht Juden als Menschen zweiter Klasse deklariert. 

 

Du forderst Fingerspitzengefühl und das man genau sein soll. Solange du DIE Christen in einen grossen Topf schmeisst, solange fühle ich mich nicht genötigt in irgendeiner Weise Fingerspitzengefühl zu zeigen oder zu differenzieren. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
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@arcangel 

Sollte ich das so pauschal geschrieben haben, wäre Deine Kritik daran berechtigt. Nur finde ich das hier nicht so von mir. Könntest Du Deinen Vorwurf daher bitte mit Zitat von mir belegen, damit ich weiß,  worauf du genau Bezug nimmst.

 

Was ich aber nicht verstehe: Du siehst solche Pauschalität bezüglich Christen als schlimm, aber als Reaktion machst Du das gleiche bei Juden?

*kopfschüttel*

VG

Chey

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Arcangel
(@arcangel)
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@chey 

Ich mache diese Gleichschaltung, um die Absurdität zu verdeutlichen. In mehr als einem Beitrag bemühst du Formulierungen wie

Das Christentum ...
Und auch im Judentum, ...
... der christlichen Geschichte ...
... die christliche Lehre und Geschichte ...
Denn die Grundaussagen von Judentum und Christentum sind friedlich.

Das Christentum gibt es nicht genauso wenig wie das Judentum, es gibt sehr militante und sehr pazifistische Ausprägungen beider Religionen. 

Und dann bemühst du auch noch deutsche Geschichte, ich bin kein Deutscher, warum sollte ich mich dies tangieren. 

arcangel antworten
Chey
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(@chey)
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@arcangel 

Bezeichnungen wie das Christentum, das Judentum, christliche Geschichte usw sind völlig normal und üblich. Auch auf christlichen Websites. Da kannst du wohl nahezu jede beliebige nehmen.

Sie müssen nur im Zusammenhang stimmen. Und 'die Juden' in Bezug auf Israel stimmt z.b. nicht. Die Israelis hingegen schon. Oder einfach 'Israel'.

Jederzeit perfekt und lückenlos auszudifferenzieren ist nahezu unmöglich. 

Wer führt Krieg gegen die Ukraine? Russland? Ein Land ist eine Sache. Die Russen? Es ist sicherlich auch viele gegen den Krieg. Putin? Alleine ganz sicher nicht. 

Ich kann deine Kritik daher nicht nachvollziehen.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
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@chey 

Bezeichnungen wie das Christentum, das Judentum, christliche Geschichte usw sind völlig normal und üblich

Für eine oberflächliche Betrachtung mag das ok sein, hier sind wir aber definitiv nicht mehr bei Oberflächlichkeiten. 

Was mich aber reagieren liess deine Anmerkung, dass man Fingerspitzengefühl und Differenzierung zeigen soll, wenn es um Israel geht. Diese Aussagen. 

von Dir:

Wobei große Teile des Christentums das anders sahen und heute auch noch anders sehen.

Das Christentum als politische Religion, als Teil der Staatsmacht war und ist selbst heute (Beispiel russ.orth Kirche) noch normal.

Und auch im Judentum, und damit ohne Jesus, wird die Abkehr von der Gewalt und das Menschenleben als höchstes Gut gelehrt.

meine Antwort:

Sorry aber das ist jetzt genauso blauäugig, wer befeuert den Gaza Konflikt und wer schürt die Aggressionen im Westjordanland. Das sind natürlich alles Menschen die Menschenleben als höchstes Gut betrachten und von der Gewalt abgekehrt sind. 

Die Religion hat im jüdischen Staat wohl genauso eine Einflussnehmende Rolle wie das Christentum dies einmal hatte. Und auch das mit den grossen Teilen des Christentums (wie gesagt welches Christentum) ist vielleicht historisch korrekt in der aktuellen Situation in keinster Weise. 

"Das" Christentum ist keine politische Religion, es ist eine Religion, welche von der Politik vereinnahmt wurde. 

arcangel antworten
Chey
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(@chey)
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@arcangel 

All das habe ich doch so in meinen weiteren Postings auch in etwa geschrieben. Sogar das die Friedfertigkeit im Christentum leichter zu erkennen ist (sinngemäß)

Wo ist Dein Problem?

Aber das man noch erklären muss, warum gegenüber dem Judentum und Israel Fingerspitzengefühl notwendig ist (was auch in meinen posts ausdrücklich nicht Kritik ausschloss), da fehlen mir jetzt doch die Worte. Manches ist selbsterklärend.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
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@chey 

All das habe ich doch so in meinen weiteren Postings auch in etwa geschrieben. Sogar das die Friedfertigkeit im Christentum leichter zu erkennen ist (sinngemäß)

Dies ist auch nicht der Punkt, den ich anspreche und will auch gar nicht so verstanden werden das ich die Friedfertigkeit des Judentums im Generellen in Abrede stelle. 

Aber das man noch erklären muss, warum gegenüber dem Judentum und Israel Fingerspitzengefühl notwendig ist (was auch in meinen posts ausdrücklich nicht Kritik ausschloss), da fehlen mir jetzt doch die Worte

Aber genau das, warum soll ich Israel gegenüber und darum geht es ja schlussendlich und nicht um das Judentum (was ja eine Staatsunabhängige Glaubensgemeinschaft ist) in irgendeiner Weise Fingerspitzengefühl zeigen. Ich sehe nicht die geringste Notwendigkeit Israel auf irgendeine andere Art und Weise zu betrachten und beurteilen als sagen wir Sambia, oder Venezuela. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
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@arcangel 

Weil sich Antisemitismus heute oft als Israelkritik tarnt. Das gilt halt als unverfänglich. (Lies mal bei der Bundeszentrale für pol. Bildung über heutige Formen des Antisemitismus)

Und man darf eben auch nicht vergessen, warum Juden dort leben. 

Wie ich aber schon mehrfach und deutlich geschrieben habe: Das darf einen nicht davon abhalten, Unrecht als solches zu benennen. Das mache ich auch bei Israel.

Aber Millionen ermordeter Juden erfordern dabei Fingerspitzengefühl. Dabei bleibe ich.

VG

Chey

 

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
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@chey 

Aber Millionen ermordeter Juden erfordern dabei Fingerspitzengefühl. Dabei bleibe ich.

Es sind nicht die ermordeten Juden die Fingerspitzengefühl brauchen, denn es gibt kaum eine Volksgruppe, die nicht zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrer Geschichte verfolgt und getötet, wurde. Französische Protestanten, oder Chinesen in der Kulturrevolution oder Minderheiten in Myanmar und leider sehr viele mehr. 

Es sind die lebenden welches Fingerspitzengefühl brauchen und das unabhängig von der Geschichte. Antisemitismus darf nicht toleriert werden, genauso wenig wie jede andere Form Rassismus und Diskriminierung. Juden erleben hier in der Schweiz bedauerlicherweise viel Antisemitismus, aber wenn man die effektiven Fallzahlen anschaut dann ist rassistisches Verhalten gegenüber anderen z.B. Nordafrikaner oder andere Immigranten viel verbreiteter leider alltäglicher. 

Bei der medialen Aufmerksamkeit herrscht aber eine komplett umgekehrte Berichterstattung. Nenn mir einen Grund warum Gewalt gegen einen Menschen aus Gruppe X mehr Fingerspitzengefühl und Aufmerksamkeit verdient als Gewalt gegen einen Menschen aus Gruppe Y. 

arcangel antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
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Beiträge : 935

@arcangel 

 

Holodomor, Ureinwohner Amerikas, Muslime in China, Sklaven (Rassismus) Millionen und abermillionen Tote.

meriadoc antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@meriadoc 

Holodomor, Ureinwohner Amerikas, Muslime in China, Sklaven (Rassismus) Millionen und abermillionen Tote.

Der Sudan wird hierzulande komplett ignoriert. Dabei ist das der schlimmste Krieg, der zur Zeit stattfindet.

An vergangenen Völkermorden würden mir noch die Gräuel der Roten Khmer einfallen, die ja auch in unsere Zeit fallen.

lucan-7 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@lucan-7 

Der Sudan wird hierzulande komplett ignoriert.

Ist ja nicht der einzige Krieg der ignoriert wird. Aber wer keine Lobby hat, der wird nicht gehört. 

arcangel antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

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@chey 

Aus aktuellen Anlass

https://www.youtube.com/watch?v=cJo3hTioDSQ

Den ersten Teil des DW Beitrages habe ich auch hier auf Deutsch gefunden

https://www.youtube.com/watch?v=qNRA_4DZDFc

arcangel antworten
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
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@arcangel 

Hej Arcangel,

 

"Christen die von Christen in der Schweiz verbrannt und ersäuft wurden und nach Amerika geflohen sind"

echt krass, was ihr Schweizer Christen drauf habt. Also wir aus dem großen Kanton schaffen es nicht mehr bis Amerika, wenn wir verbrannt und ertränkt wurden.

Aber mal ganz ernsthaft: ich nehme hier bei dir eine gewisse Heftigkeit wahr, die ich für eher unangemessen halte, jedenfalls aber nicht nachvollziehen kann. Auch deine Antwort an Chey von 11:04 Uhr bringt mich da nicht recht weiter. Was führt dich hier in diese Heftigkeit?

 

Liebe Grüße

fr 🙂 sch

frosch80-mod antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

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@frosch80-mod 

Mir ging es vor allem um den grossen Topf, in den alles geworfen wird. Heftig im Sinne von bewusst plakativ und übertrieben um die Absurdität der Verallgemeinerung herauszustreichen. Man kann Amische (besagte Schweizer die vor der ersäufen und Verbrennen durch die Reformatoren geflohen sind), Dominikaner (welche instrumental in der Spanischen Inquisition waren), die bekennende Kirche in Deutschland, und die Thomaschristen in Indien nicht alle in den gleichen Topf "Christen" schmeissen. Schon gar nicht der Lehre und Geschichte. 

Was führt dich hier in diese Heftigkeit?

Die wiederholte Verwendung besagten Topfes, "die Christen" (hier und auch in anderen Themen) gekoppelt mit der aktuellen Aufforderung "die Juden" doch bitte mit Fingerspitzengefühl und Differenzierung zu betrachten. 

 

Es gibt weder im Guten noch im Schlechten, die Christen noch die Juden. 

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Da der Vorwurf allein gegen mich gerichtet war:

Zeige mir hier einen User, der so differenziert postet. Der also nie Christentum, Christen, christlich oder.ä. schreibt sondern immer genau welcher Teil des Christentums gemeint ist und welche Teile nicht.

VG

Chey

chey antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@chey 

Es gibt hier genug Diskussionen zwischen den Konfessionen. Und wenn sich ein die einzelnen Fraktionen zoffen dann wird ja selten von dem Christentum gesprochen. Das ist meist eine Schublade welche von aussenstehenden gebraucht wird.  

arcangel antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@arcangel 

Nein, hier ist oft auch von Christen die Sprache von: Christen, christlich und Christentum. 

Konfessionen finde ich dazu eher wenig. Ausser sie sind speziell Thema.

Ich finde, Du konstruiert hier was.

Für mich ist diese Thematik damit erledigt. 

VG

Chey

chey antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

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@nairda 

Um es ganz unmissverständlich zu sagen: Ich teile deine Sorge vollkommen. Den heutigen christlichen Nationalismus, der Glaube und Staatsmacht vermischt, halte ich theologisch für reinen Götzendienst. Es ist der klassische Versuch des Menschen, Gott für die eigene Machtpolitik einzuspannen.

Nun, das finde ich immerhin beruhigend, auch wenn ich generell nicht den Eindruck hatte dass du auf derartigen Pfaden unterwegs wärst... aber manchmal können Aussagen eben weitere Konsequenzen haben, die man zunächst gar nicht auf dem Schirm hatte.

 

Das Alte Testament zeigt uns die ungeschminkte Härte von Gottes Gericht über die Sünde.

Zweifellos. Aber auch das von dir gezeichnete Bild erscheint mir nicht stimmig. Mir erscheint es absurd, dass ein allmächtiger Gott so handeln muss wie ein gewöhnlicher menschlicher Feldherr.

"Allmacht" bedeutet, das nichts ohne Gottes Willen geschehen kann - und das schliesst das Wirken von Dämonen ein. Hätte Gott dergleichen nicht gewollt, dann wäre es nicht geschehen - oder er wäre nicht allmächtig und allwissend.

Daraus folgt dann aber, dass man Gott hier eben nicht wie einen menschlichen Feldherrn darstellen kann, der versucht, durch geschicktes Taktieren ein Unheil abzuwenden. Denn das würde Gott auf die Rolle eines klassischen, in seiner Macht begrenzten griechischen oder römischen Gottes beschränken, der sich verschiedendsten Angriffen, Intrigen und Einflüssen ausgesetzt sieht und um seine Position ringen muss.

Man mag argumentieren, dass eben dieses Bild dem besseren Verständnis in der damaligen Welt dienen soll, weil hier bekannte Narrative bemüht werden.

Aber in einer theologischen Begründung darzulegen, das dies als Tatsache über das Handeln des christlichen Gottes zu betrachten ist würde dem Gott, wie er mir normalerweise beschrieben wird - nämlich allwissend und allmächtig - kaum gerecht werden.

lucan-7 antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

@lucan-7 

Chapeau, mit diesem Einwand stösst du direkt vor in das absolute Zentrum dessen, was Martin Luther als das tiefste Geheimnis der Schrift beschreibt. Deine Logik ist unbestreitbar: Wenn Gott allmächtig ist, warum verhält er sich dann wie ein antiker Feldherr?

Die Antwort einer radikalen Kreuzestheologie ist so simpel wie erschütternd: Du hast vollkommen recht. Der nackte Gott der reinen Philosophie hätte dieses ganze Drama mit einem Fingerschnipsen beenden können. Aber seiner ungebundenen Allmacht könnten wir Menschen nicht eine Sekunde gegenübertreten, ohne als Sünder augenblicklich vernichtet zu werden.

Deshalb tut dieser Gott etwas zutiefst Paradoxes, das Luther die Verborgenheit Gottes nennt: Er bleibt kein steriler Gott im Elfenbeinturm. Er verbirgt seine Allmacht und steigt freiwillig herab in den Staub, den Dreck und die raue Brutalität unserer menschlichen Arena. Er bindet sich an unsere Sprache und an geschichtliche Ereignisse. Er maskiert sich.

Das bedeutet aber keineswegs, dass Gott die Kontrolle verliert oder unvorhergesehen taktiert. Im Gegenteil: Nichts geschieht ohne sein Zulassen, und alles läuft unerbittlich auf einen feststehenden Punkt zu. Das Neue Testament sagt klipp und klar, dass Jesus zur exakt vorherbestimmten Zeit ans Kreuz geschlagen wurde. Die Gottlosigkeit der Menschen musste genau das ausführen, was Gottes Ratschluss im Voraus bestimmt hatte.

Gott verhält sich im Alten Testament scheinbar wie ein Feldherr, weil er sich mitten in das damalige, raue Weltbild hineingibt, um sein Gesetz in dieser konkreten Lebenswelt real und ungeschminkt zu vollstrecken. Er begegnet den Menschen genau dort, wo sie stehen.

Und dieses Paradox treibt er am Kreuz auf die absolute, skandalöse Spitze: Der allmächtige Schöpfer lässt sich dort als ohnmächtiger Mensch totschlagen. Ein allmächtiger Gott, der am Holz verflucht stirbt? Das ist der Ruin jeder philosophischen Gottesvorstellung.

Aber genau darin liegt die Herrlichkeit des Evangeliums: Gott besiegt das Böse und den Tod nicht durch einen imperialen Machtbeweis, sondern indem er im eigenen Fleisch das Gericht des Gesetzes trägt. Er verhält sich in der Bibel nicht aus Schwäche wie ein Feldherr oder ein sterbender Zimmermann, sondern weil seine Liebe zu uns Rebellen so radikal ist, dass er seine Allmacht hinter diesen Masken verbirgt, um uns im Dreck unseres Lebens zu retten.

nairda antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

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@nairda 

Gott besiegt das Böse und den Tod nicht durch einen imperialen Machtbeweis, sondern indem er im eigenen Fleisch das Gericht des Gesetzes trägt.

Anschaulich formuliert, Gott will nicht seinen Willen diktieren, er will das wir seinen willen aus freien Stücken tun, deshalb begegnet Gott uns in unserem Leben als Partner und nicht als allmächtiger Diktator. 

arcangel antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

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@nairda 

Verstehe ich dein Post richtig, dass du Bezug vorwiegend auf Dominionismus (wikiartikel) nimmst?  

Die Verwaltung und Pflege der Erde wird dort mMn mißverstanden.  Die zwei unterschiedlichen Messiaserwartungen kommen da zum Tragen. Jesus hat die Jünger nie aufgefordert, Krieg gegen die Römer zu führen, sondern sich um die Belange des übernatürlichen Königreiches Gottes zu kümmern. 

 

deborah71 antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

@deborah71 

Genau darum geht es. Der Dominionismus ist der klägliche Versuch, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen, um Gottes Reich auf Erden herbeizuzwingen.

Das macht ein politisches Mandat an sich natürlich nicht unerstrebenswert – es ist ein völlig legitimer Dienst am Nächsten, um das weltliche Chaos in Schach zu halten. Aber es darf niemals mit dem Heil verwechselt werden. Politik reinigt keine Gewissen.

Jesus ist kein politischer Feldherr. Er kam nicht für ein Programm zur Weltverbesserung, sondern um das Urteil des Gesetzes im eigenen Fleisch zu ertragen und dessen anklagende Stimme ein für alle Mal zum Schweigen zu bringen.

Es ist vollbracht! Seit Golgatha ist das Gericht erledigt. Gottes Reich wird nicht durch Aktivismus aufgerichtet, sondern bricht dort an, wo das schlichte Wort der Sündenvergebung den Sünder bedingungslos freispricht.

nairda antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 28951

@nairda

Dominionismus sehe ich  auch als den  Versuch, das 1000jährige Reich jetzt in die eigene Hand zu nehmen. Das geht weit über den Verwalterdienst hinaus und ist nicht in dieser Zeit  autorisiert von Yeshua.

 

deborah71 antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

@deborah71 

Exakt, du triffst es auf den Punkt. Das ist das Kernproblem: Jedes Mal, wenn Menschen versuchen, das Reich Gottes im Hier und Jetzt mit politischer Macht selbst in die Hand zu nehmen, machen sie sich selbst zum Herrn der Geschichte.

Das Verhängnis des Dominionismus ist der Versuch, die Herrlichkeit sichtbar herbeizuzwingen, weil das schlichte, ohnmächtige Wort des Kreuzes im Alltag scheinbar nicht reicht. Aber genau darin liegt die Flucht vor dem Kreuz. Warum ich fest davon überzeugt bin, dass das tausendjährige Reich seit Christus schon längst real besteht, führen wir am besten mal in einer anderen Diskussion aus.

Wobei mich diese ganze Eschatologie ehrlich gesagt gar nicht so brennend interessiert. Der Herr hat daraus für uns auch keine Prioritätenliste gemacht. Die beste Eschatologie ist ohnehin Christologie. Wir müssen nicht spekulieren, was noch kommt, weil die Zukunft in Christus für uns schon längst Gegenwart ist.

nairda antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

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@deborah71 

Ja und dies wird vor allem von einer religiösen Rechten in den USA stark gepuscht. 

arcangel antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 28951

@arcangel 

Hatten wir es doch schon mal von, oder? 

In meinem Fürbitterumfeld konnte es nicht wirklich Fuß fassen. Es wurde mal erwähnt und dann verschwand das Thema in der Versenkung. 

deborah71 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@deborah71 

Na das kam im Rahmen der neuen apostolischen Bewegung zur Sprache. 

arcangel antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 28951

@arcangel 

Ja, stimmt. So war das..... 

deborah71 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@lucan-7 

Wenn du sagst, dass nicht nur metaphorisch gemeint ist, sondern die "dämonische Leitung" damaliger Völker eine historische Realität gewesen ist, die ihre Vernichtung rechtfertigte - dann mag diese "Realität" auch heute noch in manchen Fällen zutreffen, wenn man davon ausgeht, dass Dämonen real sind und immer noch aktiv wirken.

Bei konsequenter biblischer Auslegung nein denn auf Golgatha wurden diese Mächte besiegt und entmachtet. 

arcangel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@arcangel 

Bei konsequenter biblischer Auslegung nein denn auf Golgatha wurden diese Mächte besiegt und entmachtet. 

Nein, diese Mächte haben auch danach noch gewirkt:

"Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, da begegnete uns eine Magd, die hatte einen Wahrsagegeist und brachte ihren Herren viel Gewinn ein mit ihrem Wahrsagen. Die folgte Paulus und uns überall hin und schrie: Diese Menschen sind Knechte des höchsten Gottes, die euch den Weg des Heils verkündigen. Das tat sie viele Tage lang. Paulus war darüber so aufgebracht, dass er sich umwandte und zu dem Geist sprach: Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, dass du von ihr ausfährst. Und er fuhr aus zu derselben Stunde." (Apostelgeschichte 16, 16-18)

"Es versuchten aber einige von den Juden, die als Beschwörer umherzogen, den Namen des Herrn Jesus zu nennen über denen, die böse Geister hatten, und sprachen: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt. Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen Skevas, die dies taten. Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich wohl und von Paulus weiß ich wohl, wer seid ihr aber? Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen" (Apostelgeschichte 19, 13-16)

 

Dämonen waren auch nach Golgatha weiter aktiv und haben Menschen beherrscht und beeinflusst - und haben sich auch durch den Namen Jesu allein nicht beeindrucken lassen.

Dass nach Jesus alle Dämonen aus der Welt vertrieben wurden lese ich nirgendwo.

 

lucan-7 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@lucan-7

Dass nach Jesus alle Dämonen aus der Welt vertrieben wurden lese ich nirgendwo. 

Das habe ich auch nicht gesagt oder gemeint. Sondern das sie besiegt sind. Die Macht und den Einfluss denn sie vor Golgatha hatten, ist gebrochen. 

arcangel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@arcangel 

Das habe ich auch nicht gesagt oder gemeint. Sondern das sie besiegt sind. Die Macht und den Einfluss denn sie vor Golgatha hatten, ist gebrochen. 

Mir erscheint generell die Annahme befremdlich, dass Menschen in der Zerit der Antike unter "dämonischem Einfluss" gestanden haben.

Abgesehen davon, dass ich Dämonen für nicht existent halte wäre das auch theologisch fragwürdig: Wenn Menschen in gutem Glauben "fremden Göttern" folgen, und dann nicht mehr Herr ihrer eigenen Gedanken sind, weil sie ja von Dämonen beeinflusst werden - inwiefern kann sie dann überhaupt noch eine persönliche Schuld treffen? Es sind ja nicht mehr ihre eigenen Gedanken.

Und auch das Bild eines allmächtigen Gottes, der gegen "dämonische Krieger" in die Schlacht zieht und sie mit irdischen Mitteln besiegt erscheint mir höchst befremdlich.

Denn die Dämonen können ja nur mit Erlaubnis eben jenes Schöpfergottes handeln. Demnach wäre das Ganze eine Scharade, ein hohles, völlig überflüssiges Schauspiel ohne tieferen Sinn.

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

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@lucan-7 

Denn die Dämonen können ja nur mit Erlaubnis eben jenes Schöpfergottes handeln. Demnach wäre das Ganze eine Scharade, ein hohles, völlig überflüssiges Schauspiel ohne tieferen Sinn.

Jesus erlaubt ihnen ja nicht, ihr Unwesen zu treiben, wenn ich es Jesus erlaube, auf mich aufzupassen. Wir als Menschen brauchen eine Verbindung zu Gott.

mariposa22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@mariposa22 

Jesus erlaubt ihnen ja nicht, ihr Unwesen zu treiben, wenn ich es Jesus erlaube, auf mich aufzupassen. Wir als Menschen brauchen eine Verbindung zu Gott.

Es geht um den Kampf gegen Dämonen bevor Jesus sich zeigte.

Auch zu diesem Zeitpunkt konnten Dämonen nichts tun, ohne dass Gott es wollte.

Es geht also, wenn man davon ausgeht, dass Gott diese Dämonen "bekämpfte", lediglich um eine Theateraufführung - aber nicht um einen richtigen Kampf, denn so etwas hätte Gott in seiner Allmacht gar nicht nötig.

Stellt sich also die Frage: Wozu das Theater...?

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@lucan-7 

Stellt sich also die Frage: Wozu das Theater...?

Ja, und warum stellt Gott uns nicht wie Schachfiguren gleich an die richtige Stelle? Um diese Fragen zu beantworten, müssten wir bei Adam und Eva anfangen. Das würde jetzt aber den Rahmen sprengen ... Vielleicht hilft es sich bewusst zu machen, wie die Menschheit überhaupt auf Abwegen geraten ist.

mariposa22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@mariposa22 

Ja, und warum stellt Gott uns nicht wie Schachfiguren gleich an die richtige Stelle? Um diese Fragen zu beantworten, müssten wir bei Adam und Eva anfangen. Das würde jetzt aber den Rahmen sprengen ...

Nö, würde es nicht... darum geht es ja. Warum inszeniert Gott das alles so? Warum macht er nicht einfach alles so, wie er es haben will?

Wenn er keine Dämonen in der Welt haben will... dann verbietet er halt den Zugang, und fertig!

Wenn er alle Menschen erlösen will... dann tut er es einfach, und alle sind erlöst!

Wenn er Menschen zum Glauben bringen will... dann gibt er ihnen das, was nötig ist um sie zum Glauben zu bringen... und alles ist gut!

Ist aber alles nicht so... Gott will es anders!

Was für einen Sinn soll das haben?

 

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@lucan-7 

Was für einen Sinn soll das haben?

Zum Beispiel, dass du du sein darfst.

 

 

mariposa22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@mariposa22 

Zum Beispiel, dass du du sein darfst.

Ich halte auch diesen Gedanken für recht merkwürdig... also, dass "ich" einfach so "ich" sein könnte. Als würde ich fix und fertig als "ich" geboren, und danach kann es höchstens noch passieren, dass irgendwer mich daran zu hindern sucht, eben das zu sein, was ich von Anfang an bin.

Nun will ich gar nicht ins andere Extrem fallen und behaupten, dass Kinder "unbeschriebene Blätter" seien, die nach Belieben gestaltet werden könnten, das sicher nicht... aber sie sind eben auch keine "fertigen Persönlichkeiten", denn dafür sind ja vor allem unsere Erfahrungen wichtig, und wie wir damit umzugehen lernen.

Unsere Persönlichkeit ist eine Mischung aus sehr vielen Dingen, geprängt von Veranlagung, Erfahrung und Möglichkeiten.

Wenn Gott sich nicht einmischt kann das unsere Erfahrungen genau so prägen, als wenn er das tun würde. 

Schlechte Erfahrungen mit Kirchenleuten halten einen Menschen womöglich vom Glauben ab und machen ihn zum Atheisten.

Verhindert Gott diese schlechten Erfahrungen, dann wird derselbe Mensch womöglich zu einem Gläubigen (Und natürlich ist das vereinfacht, aber es ändert ja nichts am Prinzip).

Welche von diesen beiden Personen ist nun jene, die "ich sein darf"?

lucan-7 antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@lucan-7 

Es gibt ja die christliche Lehre der doppelten Prädestination im Calvinismus. Danach ist von Anfang an klar, wer erlöst wird und wer nicht. Alles vorherbestimmt, kannst machen, was Du willst, das wird nichts ändern.

Ich finde so eine Lehre schrecklich. Ich denke, wir sollten schon eine Mitwirkung haben und dazu braucht es Freiheit. 

VG

Chey

PS: Dämonen halte ich für eine Ausrede. Das Böse ist (wie das Gute) in uns Menschen. Da braucht es keine Dämonen, die Schuld haben.

 

chey antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@chey 

Es gibt ja die christliche Lehre der doppelten Prädestination im Calvinismus. Danach ist von Anfang an klar, wer erlöst wird und wer nicht. Alles vorherbestimmt, kannst machen, was Du willst, das wird nichts ändern.

Ich finde so eine Lehre schrecklich. Ich denke, wir sollten schon eine Mitwirkung haben und dazu braucht es Freiheit. 

So eine Lehre ist wohl nur konsequent. In der Physik dachte man ja auch lange, dass alles vorherbestimmt ist, weil jede Ursache immer eine ganz bestimmte Wirkung hat.

Seit der Quantenphysik scheint das weniger klar, weil es da anscheinend doch echten Zufall gibt. Demnach wäre die Zukunft also nicht vorherbestimmt.

Für uns macht es aber keinen Unterschied, weil wir die Zufallsquanten ja selbst auch nicht beeinflussen können. Echte Freiheit haben wir nicht, und das lässt sich auch philosophisch begründen.

Trotzdem können (und sollten) wir so tun, als hätten wir diese Freiheit... uns bleibt ja auch nicht viel Anderes übrig.

lucan-7 antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@lucan-7 

Wenn alles vorherbestimmt ist und man ist nun kein superfröhlicher Optimist, dann führt das doch leicht zu Fatalismus.

Und zu Mitleidlosigkeit, denn Elend ist ja vorherbestimmt, warum was tun?

Ne, nicht mein Weg

VG

Chey

chey antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@chey 

Wenn alles vorherbestimmt ist und man ist nun kein superfröhlicher Optimist, dann führt das doch leicht zu Fatalismus.

Und zu Mitleidlosigkeit, denn Elend ist ja vorherbestimmt, warum was tun?

Das Elend wäre zwar vorherbestimmt... genau so aber auch, dass du möglicherweise jemandem aus dem Elend hilfst.

Was genau von beiden zutrifft kann niemand im Voraus sagen. Aber du kannst immer noch herausfinden, was von beiden der Fall sein wird.

Wirklich problematisch ist es bei der Bestrafung von Verbrechern. Denn die hatten ja nie eine Chance, irgendetwas anderes zu tun, als ihr Verbrechen zu begehen.

Aber auch die Strafe steht schon fest, und wir können eben nur so handeln, als wären wir frei.

Letztlich ändert sich gar nichts. 

 

lucan-7 antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 537

@lucan-7 

Es ändert etwas an der inneren Einstellung. Niemand ist für irgendwas verantwortlich. 

VG

Chey

chey antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@chey 

Es ändert etwas an der inneren Einstellung. Niemand ist für irgendwas verantwortlich. 

Es ist ein Problem für den Glauben und die Vorstellung von Gerechtigkeit.

Weltlich sehe ich da weniger ein Problem... da haben Handlungen eben Konsequenzen.

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@lucan-7 

Unsere Persönlichkeit ist eine Mischung aus sehr vielen Dingen, geprängt von Veranlagung, Erfahrung und Möglichkeiten.

Ich meinte mit "Du" nicht deine Persönlichkeit, sondern den Kern, der dein Ich ausmacht, auch nicht dein Bewusst-sein, sondern dein pures Sein. Wenn es so wäre, dass Gott alles Boshafte nicht zulassen würde, gäbe es dich nicht. Nicht falsch verstehen, mich gäbe es auch nicht. Wir wären höchstens alle gleich geschaltete Automaten ohne die Möglichkeit die Welt zu erleben.

Verhindert Gott diese schlechten Erfahrungen, dann wird derselbe Mensch womöglich zu einem Gläubigen (Und natürlich ist das vereinfacht, aber es ändert ja nichts am Prinzip).

Die Menschen sind verschieden, eben weil Gott sich nicht einmischt. Manch einer wird gerade durch schlechte Erfahrungen gläubig, weil er diese Erfahrungen verarbeiten muss, es vielleicht sogar besser machen will.

 

 

mariposa22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@mariposa22 

Ich meinte mit "Du" nicht deine Persönlichkeit, sondern den Kern, der dein Ich ausmacht, auch nicht dein Bewusst-sein, sondern dein pures Sein. Wenn es so wäre, dass Gott alles Boshafte nicht zulassen würde, gäbe es dich nicht. Nicht falsch verstehen, mich gäbe es auch nicht. Wir wären höchstens alle gleich geschaltete Automaten ohne die Möglichkeit die Welt zu erleben.

Das heisst, Gott macht uns erst krank, damit wir die Welt als "Kranke" erleben können, und bietet uns dann die Heilung an... welche aber nicht alle Menschen erreicht, sondern nur weniger. Was er auch von Anfang an wusste.,

 

Die Menschen sind verschieden, eben weil Gott sich nicht einmischt. Manch einer wird gerade durch schlechte Erfahrungen gläubig, weil er diese Erfahrungen verarbeiten muss, es vielleicht sogar besser machen will.

Es gibt genug Beispiele, die aufgrund ihrer Erfahrungen Probleme mit dem Glauben haben. Das ist auch hier im Forum immer wieder Thema.

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
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@lucan-7

Das heisst, Gott macht uns erst krank, damit wir die Welt als "Kranke" erleben können, und bietet uns dann die Heilung an... welche aber nicht alle Menschen erreicht, sondern nur weniger. Was er auch von Anfang an wusste.,

Nein das heißt es nicht. Das heißt, Gott erlaubt das "Sein".

Weißt du, wenn ich deine Beiträge lese, fällt mir oft das "Nichts" aus der unendlichen Geschichte ein. Du stellst die Argumente so geschickt zusammen, dass sie sich gegenseitig neutralisieren und nichts mehr übrig bleibt. 

mariposa22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@mariposa22 

Weißt du, wenn ich deine Beiträge lese, fällt mir oft das "Nichts" aus der unendlichen Geschichte ein. Du stellst die Argumente so geschickt zusammen, dass sie sich gegenseitig neutralisieren und nichts mehr übrig bleibt. 

Der Vergleich mag stimmen. Aber wenn wir bei dem Vergleich bleiben: In der "Unendlichen Geschichte" zerstört das "Nichts" die Welt Phantasien, also die Welt der Phantasie mit all ihren wunderbaren Bewohnern.

Eine Phantasiewelt, die nichts anderes vorgibt zu sein als das was sie ist - nämlich eine Welt der Märchen und wunderbaren Erzählungen - würde ich nie zerstören wollen, weil solche Welten einen großen Wert haben.

Aber eine Phantasiewelt, die von sich behauptet, der Realität zu entsprechen... das wäre etwas völlig anderes. Dann würde nicht die Phantasiewelt zerstört, sondern lediglich die Maske, mit der sie vorgibt, Realität zu sein.

Und so erscheint mir hier vieles, das mir präsentiert wird. Nicht alles, denn ich erkenne durchaus in vielen Dinge, die etwa Jesus sagte, auch Sinn und Weisheit.

Aber in vielem Anderen eben nicht. Und da stellt sich mir die Frage: Wenn ich nun daran zweifle und diese Erzählung logischen Überlegungen nicht standhält... dann war sie auch nie real, dann fällt lediglich eine Maske.

Wenn aber diese Welt real ist und die Erzählung Substanz hat - dann muss sie auch die Kritik nicht fürchten und alles bleibt bestehen.

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@lucan-7 

Aber eine Phantasiewelt, die von sich behauptet, der Realität zu entsprechen... das wäre etwas völlig anderes. Dann würde nicht die Phantasiewelt zerstört, sondern lediglich die Maske, mit der sie vorgibt, Realität zu sein.

Phantasie bedeutet nicht automatisch Illusion, sondern sie bedeutet, dass der menschliche Geist in der Lage ist, auch Dinge außerhalb von Beweisen und direkten Erfahrungen miteinander zu verknüpfen. Wenn du einen wolkenlosen blauen Himmel schaust, denkst du dann "Ach, das ist ja eigentlich nur eine Illusion, in Wirklichkeit wird nur der blaue Farbanteil vom Licht zurück geworfen, der Himmel ist ja gar nicht blau"?. 

Aber in vielem Anderen eben nicht. Und da stellt sich mir die Frage: Wenn ich nun daran zweifle und diese Erzählung logischen Überlegungen nicht standhält... dann war sie auch nie real, dann fällt lediglich eine Maske.

In deinen logischen Überlegungen kommt aber leider das Unbekannte nicht vor. Das x wird von vorne herein ausgeschlossen.

mariposa22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@mariposa22 

Wenn du einen wolkenlosen blauen Himmel schaust, denkst du dann "Ach, das ist ja eigentlich nur eine Illusion, in Wirklichkeit wird nur der blaue Farbanteil vom Licht zurück geworfen, der Himmel ist ja gar nicht blau"?. 

Ja... genau das 😉

 

In deinen logischen Überlegungen kommt aber leider das Unbekannte nicht vor. Das x wird von vorne herein ausgeschlossen.

Fast alles in Unbekannt. Aber wenn man das "Unbekannte" als Begründung nutzt nach dem Motto: "Ach, irgendwie wird das schon gehen!" - dann ist das immer verdächtig.

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@lucan-7

Als würde ich fix und fertig als "ich" geboren, und danach kann es höchstens noch passieren, dass irgendwer mich daran zu hindern sucht, eben das zu sein, was ich von Anfang an bin.

Äh, genau so ist es wohl auch. Das ist aber ein anderes Thema, finde ich.

mariposa22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@mariposa22 

Äh, genau so ist es wohl auch. Das ist aber ein anderes Thema, finde ich.

Nein, an dem Argument hängt sehr viel.

Denn das Argument der Nichteinmischung durch Gott, damit wir "so sein können, wie wir sind" ist eines der Meistgebrauchten und Zentralsten, das mir hier im Forum begegnet.

Aber das funktioniert nur, wenn jeder Mensch tatsächlich so IST, wie er von Anfang an bestimmt war. Immer.

Ein guter Mensch wurde schon als guter Mensch geboren, ein Mörder als schlechter Mensch, jeder Mensch ist ganz genau so, wie er tatsächlich ist.

Dass das nicht sein kann sehen wir allerdings recht schnell. Wir wissen, wie sehr die Umgebung Menschen prägt. Gewalttätige und bösartige Menschen haben oft selbst Gewalt in ihrem Leben erfahren.

Das heisst: Sie wurden nicht zu den guten Menschen, die sie hätten sein können, wenn sie eine bessere Umgebung gehabt hätten. Wie aber beurteilt Gott dann solche Menschen? So, wie sie sind... also durch ihre Umgebung gemacht wurden? Oder so, wie sie hätten sein können?

Es ist leicht zu sagen: "Hey, die hätten sich doch entscheiden können, gute Menschen zu werden!". In der Realität sieht das ganz anders aus.

Palästinensische Kinder werden zum Hass auf Isreal erzogen. Sie kennen nichts anderes, und sie haben praktisch keine Chance, ihre Ansicht zu hinterfragen. Und dann stirbt so ein Mensch mit 16 oder 18 Jahren, weil er Steine auf israelische Soldaten wirft. Obwohl er - unter anderen Umständen - auch ein freundlicher Familienvater hätte sein können.

Und Gott mischt sich nicht ein... weder im Guten noch im Schlechten, und lässt allem seinen Lauf.

Und dann wird von "Glaube", "Sünde" und "Vergebung" gesprochen... ich denke, viel zentraler geht es kaum, wenn man diese Dinge beurteilen will.

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@lucan-7

Denn das Argument der Nichteinmischung durch Gott, damit wir "so sein können, wie wir sind" ist eines der Meistgebrauchten und Zentralsten, das mir hier im Forum begegnet.

Aber das funktioniert nur, wenn jeder Mensch tatsächlich so IST, wie er von Anfang an bestimmt war. Immer.

Ein guter Mensch wurde schon als guter Mensch geboren, ein Mörder als schlechter Mensch, jeder Mensch ist ganz genau so, wie er tatsächlich ist.

Das Ich ist meiner Meinung nach weder gut noch böse. Wir müssen Entscheidungen treffen, manchmal geht es um Selbstschutz.

Das heisst: Sie wurden nicht zu den guten Menschen, die sie hätten sein können, wenn sie eine bessere Umgebung gehabt hätten. Wie aber beurteilt Gott dann solche Menschen? So, wie sie sind... also durch ihre Umgebung gemacht wurden? Oder so, wie sie hätten sein können?

Ich denke schon, dass Gott alles so richtet, dass es gut wird. Er beurteilt bestimmt nicht nach Schema F.

Und Gott mischt sich nicht ein... weder im Guten noch im Schlechten, und lässt allem seinen Lauf.

Gott lenkt, wenn man sich denn lenken lässt. Dass Gott wirkt und zu den Seinen hält, ist in der Bibel ja oft genug beschrieben worden, z.B. im Buch Joshua.

mariposa22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@mariposa22 

Das Ich ist meiner Meinung nach weder gut noch böse. Wir müssen Entscheidungen treffen, manchmal geht es um Selbstschutz.

Aber worauf basieren diese Entscheidungen?

Welche Entscheidung kann denn ein palästinensischer Jugendlicher treffen, wenn es um Israel geht? Der hat doch sein Leben lang nichts als Propaganda gehört, auf welcher Basis soll er denn entscheiden, dass möglicherweise nicht alles wahr ist, was er so gehört hat, und über seine Handlungen nachdenken...?

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@lucan-7 

Welche Entscheidung kann denn ein palästinensischer Jugendlicher treffen, wenn es um Israel geht? Der hat doch sein Leben lang nichts als Propaganda gehört, auf welcher Basis soll er denn entscheiden, dass möglicherweise nicht alles wahr ist, was er so gehört hat, und über seine Handlungen nachdenken...?

Die Frage ist, ob der palästinensische Jugendliche überhaupt Zweifel hegt, und falls ja, ob er nicht aus reinem Selbstschutz Israel hassen muss. Allerdings will ich mich nicht anmaßen zu beurteilen, was in einem palästinensischen Jugendlichen vorgeht. Ich kann nur vermuten. Außerdem kann man sie nicht alle über einen Kamm scheren.

Eines ist sicher: Gott hat den Hass ihnen nicht eingepflanzt. 

mariposa22 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@lucan-7 

Abgesehen davon, dass ich Dämonen für nicht existent halte wäre das auch theologisch fragwürdig: Wenn Menschen in gutem Glauben "fremden Göttern" folgen, und dann nicht mehr Herr ihrer eigenen Gedanken sind, weil sie ja von Dämonen beeinflusst werden - inwiefern kann sie dann überhaupt noch eine persönliche Schuld treffen? Es sind ja nicht mehr ihre eigenen Gedanken.

Im alttestamentlichen Verständnis sind Dämonen und "fremde Götter" nicht dasselbe. Nach 5.Mose 32 hat Gott die Menschen verworfen und jedem Volk seine eigenen "Götter" gegeben. Diese Götter hatten von Gott den Auftrag die Menschen in seinen Namen zu führen. Gott hat quasi seine Aufgabe delegiert. Gott hat sich dann für sich selbst ein eigenes Volk genommen das der Juden. 

Das ganze mit dem Ziel eines Tages alle Völker wieder zurück zu sich selbst zu führen. 

Aber weder Israel noch die Götter haben ihren Auftrag erfüllt. Deshalb auch Psalm 82

1 Gott steht in der Gottesgemeinde und ist Richter unter den Göttern.
2 »Wie lange wollt ihr unrecht richten und die Frevler vorziehen? Sela.
3 Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.
4 Errettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der Frevler.«
5 Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, / sie tappen dahin im Finstern. Es wanken alle Grundfesten der Erde.
6 »Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten;
7 aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie einer der Fürsten zugrunde gehen.«
8 Gott, mache dich auf und richte die Erde; denn du bist Erbherr über alle Völker!

Nun die Riesen/Dämonen welche die Antagonisten in Mose und Josua sind, haben einen anderen Ursprung als diese Götter. 

Also mit anderen Worten, der Götterglaube anderer Religionen ist nicht dämonischen Ursprungs, sondern von Gott selbst initialisiert. Aber die Götter hatten ihren eigenen "Sündenfall" und wurden Gott ungehorsam. 

arcangel antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852
Veröffentlicht von: @arcangel

@lucan-7 

Abgesehen davon, dass ich Dämonen für nicht existent halte wäre das auch theologisch fragwürdig: Wenn Menschen in gutem Glauben "fremden Göttern" folgen, und dann nicht mehr Herr ihrer eigenen Gedanken sind, weil sie ja von Dämonen beeinflusst werden - inwiefern kann sie dann überhaupt noch eine persönliche Schuld treffen? Es sind ja nicht mehr ihre eigenen Gedanken.

Im alttestamentlichen Verständnis sind Dämonen und "fremde Götter" nicht dasselbe. Nach 5.Mose 32 hat Gott die Menschen verworfen und jedem Volk seine eigenen "Götter" gegeben. Diese Götter hatten von Gott den Auftrag die Menschen in seinen Namen zu führen. Gott hat quasi seine Aufgabe delegiert. Gott hat sich dann für sich selbst ein eigenes Volk genommen das der Juden. 

Das ganze mit dem Ziel eines Tages alle Völker wieder zurück zu sich selbst zu führen. 

Aber weder Israel noch die Götter haben ihren Auftrag erfüllt. Deshalb auch Psalm 82

1 Gott steht in der Gottesgemeinde und ist Richter unter den Göttern.
2 »Wie lange wollt ihr unrecht richten und die Frevler vorziehen? Sela.
3 Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.
4 Errettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der Frevler.«
5 Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, / sie tappen dahin im Finstern. Es wanken alle Grundfesten der Erde.
6 »Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten;
7 aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie einer der Fürsten zugrunde gehen.«
8 Gott, mache dich auf und richte die Erde; denn du bist Erbherr über alle Völker!

Nun die Riesen/Dämonen welche die Antagonisten in Mose und Josua sind, haben einen anderen Ursprung als diese Götter. 

Also mit anderen Worten, der Götterglaube anderer Religionen ist nicht dämonischen Ursprungs, sondern von Gott selbst initialisiert. Aber die Götter hatten ihren eigenen "Sündenfall" und wurden Gott ungehorsam. 

Wo steht das jetzt - der "eigene Sündenfall" der von Gott "initialisierten *Götter*" ?

L'Chaim

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

5.Mose 32, 8 Als der Höchste den Nationen ihren Erbbesitz zuteilte, als er die Menschen voneinander schied, bestimmte er die Gebiete der Völker nach der Zahl Söhne Gottes (benei elohim).9 Der Anteil des HERRN ist sein Volk, Jakob ist sein Erbteil.

Gott wies jedem Volk seinen eigenen Elohim zu. 

Ob dann ein spezifischer Event zu deren Fall führt oder ob dies schleichend von sich ging, wird nicht beschrieben. 

Aber im Psalm 82 richtet Gott dann diese Götter, weil sie eben nicht gerecht waren. In Johannes 10 bezieht sich Jesus auf diesen Psalm und sagt nichts weniger als das er nun der Richter ist der diese Götter richtet. 

arcangel antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4438

@arcangel 

Gott wies jedem Volk seinen eigenen Elohim zu. 

 im Psalm 82 richtet Gott dann diese Götter, weil sie eben nicht gerecht waren.

Klingt ein bißchen schräg.

tatokala antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@tatokala 

Tut es für unser modernes Verständnis. Aber wenn man sich erst einmal in die Gedankenwelt der damaligen Autoren eingedacht hat und sich ein wenig mit dem Kultischen Verständnis anderer zeitgenössischer Religionen vertraut gemacht hat, dann sieht man plötzlich viele Details, bei denen dieses Paradigma durchscheint. 

Psalm 97,7 Schämen müssen sich alle Verehrer eines Götterbildes, die sich der Götzen rühmen. Fallt vor ihm nieder, alle Götter!

 

arcangel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 28579

@arcangel 

Im alttestamentlichen Verständnis sind Dämonen und "fremde Götter" nicht dasselbe. Nach 5.Mose 32 hat Gott die Menschen verworfen und jedem Volk seine eigenen "Götter" gegeben. Diese Götter hatten von Gott den Auftrag die Menschen in seinen Namen zu führen. Gott hat quasi seine Aufgabe delegiert. Gott hat sich dann für sich selbst ein eigenes Volk genommen das der Juden.

Dass Gott hier quasi als "Abteilungsleiter" über ein Schar von "Untergöttern" gebieten würde, welche die anderen Völker verwalten ist keine allgemeine christliche Lehre. 

So etwas findest du nirgends in den großen christlichen Kirchen.

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@arcangel 

Dazu passt Matthäus 12, 43-45: 

Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht. 44 Dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er’s leer, gekehrt und geschmückt. 45 Dann geht er hin und nimmt mit sich sieben andre Geister, die böser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin; und es wird mit diesem Menschen am Ende ärger, als es vorher war. So wird’s auch diesem bösen Geschlecht ergehen. 

Es braucht Jesus als Wächter, damit sie nicht mehr in eine Person zurück kommen können. 

 

mariposa22 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 28951

@mariposa22 

Dazu passt Matthäus 12, 43-45:

Hast du mal von jemandem gehört, dass diese Verse auch für Nationen gelten könnten? 

Je weniger gläubig eine Nation ist, umso mehr Raum könnten Mächte einnehmen. 

deborah71 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@deborah71 

Hast du mal von jemandem gehört, dass diese Verse auch für Nationen gelten könnten? 

Je weniger gläubig eine Nation ist, umso mehr Raum könnten Mächte einnehmen. 

Wobei man nicht vergessen darf, dass eine Nation aus Individuen besteht. Ich denke, es ist so, dass sich gar nicht so viele Menschen mit ihrer Nation identifizieren. Die große Ausnahme ist wohl Nord-Korea, aber die Leute machen das ja auch nicht freiwillig. 

mariposa22 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 28951

@mariposa22 

Erst war ich überrascht, aber dann war es logisch. 

In Nord-Korea vermute ich viele Untergrundchristen wie in China. Auch im Iran gibt es viele Untergrundchristen. 

deborah71 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@mariposa22 

Nein es braucht nicht Jesus als Wächter, es brauch den Heiligen Geist der Wohnung nimmt. 

arcangel antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1269

@arcangel 

Nein es braucht nicht Jesus als Wächter, es brauch den Heiligen Geist der Wohnung nimmt. 

Warum denkst du das? Der Heilige Geist durchdringt ohnehin alles und wohnt überall, meinem Verständnis nach. Nur ist die Frage, ob wir ihn "erleben" können, das geht nur durch Jesus, so sehe ich das.

mariposa22 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@mariposa22 

Der Heilige Geist durchdringt ohnehin alles und wohnt überall, meinem Verständnis nach.

Dann teilt sich also der Heilige Geist eine Wohnung mit Dämonen? 

arcangel antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@nairda 

Hallo Nairda,

Ich hab mich entweder nicht verständlich ausgedrückt oder du hast mich nicht verstanden. 

Es gibt einige Punkte die nicht wegdiskutiert werden können. Dass narrativ der biblischen Geschichte ist kein Bericht, dessen was stattgefunden hat. Wie du selbst schreibst da werden Völker komplett vernichtet nur, um im nächsten Kapitel wieder fröhlich um herzuhüpfen, überspitzt formuliert. 

Die Erzählung rund um Joshua haben ja u.a. mit Kharem, also die vollkommene Vernichtung der Riesen und allem mit dem sie in Verbindung gebracht werden, zu tun. Was Joshua aber nicht ist, ist die vollkommene ethnische Säuberung des Lavant damit Gottes auserwähltes Volk dort leben kann. Dies gibt weder die Bibel selbst noch die archäologischen Funde her. 

Deshalb mein Ansatz, dass man das Narrativ nehmen soll so wie es ist, ohne es zu beschönigen, im Bewusstsein, dass es hier nicht um einen Bericht, sondern um ein theologisches Narrativ geht. 

Mose und Joshua haben Krieg gegen die Riesen geführt und es wurde Getötet und Gottes Gericht wurde vollstreckt und ja zwischen den Riesen gab es ziemlich sicher auch Menschen, die sich, wie du schreibst, dem Bösen verschrieben haben. Aber der Eindruck, das alles abgeschlachtet wurde, was nicht bei drei auf den Bäumen war, ist aber falsch. 

arcangel antworten
Nairda
 Nairda
(@nairda)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 17

@arcangel

Hallo Arcangel,

Vielen Dank für die Klarstellung. In einem zentralen Punkt sind wir uns auf jeden Fall einig: Das Buch Josua beschreibt keine lückenlose, totale ethnische Säuberung im modernen Sinne. Die altorientalische Kriegsrhetorik nutzt Hyperbeln, und die Bibel selbst zeigt ja, dass die Völker danach noch da waren.

Ein feiner Unterschied bleibt zwischen uns aber wohl bestehen: Mir ist der Begriff „theologisches Narrativ“ an dieser Stelle etwas zu distanziert.

Für mich ist der Bericht kein reines literarisches Konstrukt, um eine Idee zu transportieren, sondern das Zeugnis eines realen, historischen Gerichts Gottes in unserer Welt. Das Gericht war eine harte, geschichtliche Realität, die wir so stehenlassen müssen, statt sie theologisch abzufedern.

Aber danke für den Austausch, das hilft sehr, die Positionen genau zu klären!

nairda antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1852

@nairda 

Ich muss mal zurückfragen, ob ich das jetzt richtig verstehe: 

"Für mich ist der Bericht kein reines literarisches Konstrukt, um eine Idee zu transportieren, sondern das Zeugnis eines realen, historischen Gerichts Gottes in unserer Welt. Das Gericht war eine harte, geschichtliche Realität ...", schreibst Du. Und: "Keine lückenlose, totale ethische Säuberung im modernen Sinne..."

Das bedeutet dann: Dass dieses Gericht (sprich: Mord, Krieg, Tötung) tatsächlich und real (von Gott gewollt und gesegnet, für einen "höheren Zweck" der Heilsgeschichte) vom "Volk Gottes", den Israeliten, an anderen Menschen/Volksgruppen verübt wurde, ja?

Und dass das "nicht lückenlos", "nicht total" passiert ist, sondern noch welche übrig blieben, es überlebt haben, davon gekommen sind, das schmälert die horrible Vorstellung ethnischer (oder meinst Du tatsächlich ethisch, im Sinne von gerechtfertigt) etwas?

L'Chaim

 

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@awhler 

Das bedeutet dann: Dass dieses Gericht (sprich: Mord, Krieg, Tötung) tatsächlich und real (von Gott gewollt und gesegnet, für einen "höheren Zweck" der Heilsgeschichte) vom "Volk Gottes", den Israeliten, an anderen Menschen/Volksgruppen verübt wurde, ja?

Wiederholt, Kherem (die Totale Vernichtung) und damit der Heilige Kriegst ist alleine und exklusiv gegen die Refaim gerichtet. Die restlichen Konflikte der Israeliten mit den Kanaanitern waren "normale" kriegerische Auseinandersetzungen. 

Für mich ist die Einnahme Jerichos ein Beispiel, denn archäologisch gesehen lässt sich klar zeigen, dass es nie zu so einer militärischen Zerstörung Jerichos in den in Fragekommen Zeiträumen gab. Also diese Geschichte beschreibt keine Geschichte. Der Bericht in Josua beschreibt aber einen Konflikt der Stattgefunden hat. Darin wurde der König und alle Feinde Israels (die Refaim) zerstört, diejenigen aber die erkannten das YHWH auf der Seite Israels standen und sich mit ihnen halfen wurden verschont und in die Gemeinschaft aufgenommen.  Die Mächte, die Israel vernichten wollten (immerhin verbündeten sich ja einige Könige und griffen Israel an) wurden ihrerseits vernichtet, alle anderen werden auch später als ansässig beschrieben. Einige Individuen dieser Völker dienten immerhin in der Armee Davids. Die Landnahme ist also durchaus differenziert. 

arcangel antworten
Claudius
(@claudius)
Beigetreten : Vor 4 Wochen

Beiträge : 17

@nairda Hier besteht ein generelles Problem: Ist es nach menschlichem Ermessen gerecht Kinder zu ermorden (Da Gott uns mit menschlichem Ermessen samt Gewissen geschaffen hat und diese Schöpfung von Ihm als sehr gut bewertet wurde sowie der Mensch Gleichnis Gottes darstellen soll, ist menschliches Ermessen im Zusammenhang mit mitfühlendem Gewissen notwendig ausreichend relevant zur Beantwortung der Frage)? Bitte antworten: Ja/Nein.

claudius antworten
Meriadoc
Beiträge : 935

@arcangel 

 

Muss man mal echt sacken lassen. 

 

Denn vom HERRN kam es, dass sie ihr Herz verstockten, zum Krieg mit Israel, damit an ihnen der Bann vollstreckt wurde, ohne dass ihnen Gnade widerfuhr, sondern dass sie vernichtet wurden, wie der HERR dem Mose befohlen hatte.  

 

Gott machte das so, damit sie totgeprügelt werden

 

Krass

meriadoc antworten
5 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@meriadoc 

Ja, denn YHWH hat sie zur Totalen Vernichtung vorgesehen. Ich weiss aber nicht wie weit du der Diskussion gefolgt bist. Hier werden nicht Menschen ins Visier genommen, sondern Refaim/Riesen/Halbgötter/Dämonen. Die Bibel benutzt hierfür ein bestimmtes Wort Kherem (totale Vernichtung) und bezieht dies ausnahmslos auf eben diese Refaim. An keiner Stelle in der Bibel fordert Gott, dass Menschen der totalen Vernichtung preisgegeben werden. 

Der Heilige Krieg hat nicht die Menschen die in Kanaan lebten um Ziel, sondern diese Refaim. Das heisst aber nicht das nicht dennoch zu Konflikten zwischen den in Kanaan lebenden Menschen und Israel gekommen ist. Aber diese Wurden von Gott nicht für die totale Vernichtung vorgesehen. 

 

arcangel antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 935

@arcangel 

 

Mir ist das nur im BT aufgefallen. 

meriadoc antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@meriadoc 

 BT ?

arcangel antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 935

@arcangel 

 

Bibeltext....*sorry*

meriadoc antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6248

@meriadoc 

Dazu ist das Thema ja da damit die Stellen die einem (negativ) auffallen diskutiert werden können. 

arcangel antworten
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