Stimmt es?
Hallo liebe Community!
Mich beschäftigt eine Frage nun schon eine Weile. Ich hoffe, hier eventuell Antworten zu bekommen. Weiss jemand, ob es korrekt ist, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, weil er uns mit seinem Blut von Lucifer und dem Satanismus quasi zurück gekauft hat, da in der spirituellen Welt Blut die höchste Währung ist?
Vielen Dank für Antworten :).
Hallo, ob diese Deutung stimmt, lässt sich letztendlich wohl nicht sagen. Ein Fakt ist, dass dieses Konzept in der Theologie bekannt ist, in der Patristik damals behandelt wurde und von der katholischen Kirche in den Lehren aufgenommen wurde. Es nennt sich umgangssprachlich auch „Lösegeldtheorie“, welche bis heute in der traditionellen Soteriologie beheimatet ist. Mit Satanismus hat das aber nichts zu tun; dieser ist erst im 20. Jahrhundert entstanden. Die Antike kannte keine religiöse Teufelsanbetung oder Ähnliches.
Als Bezug werden Offenbarung 5,9; 1. Petrus 1,18–19 und Epheser 1,7 genannt.
In der Bibel gibt es tatsächlich mehrere Begründungen, weshalb Jesus sich am Kreuz geopfert hat. Es gibt nicht nur eine einzige. Es ist daher eine Frage der Gewichtung, welche Begründung primär im Fokus stehen sollte. Ich kann dir aber mit gutem Gewissen sagen, dass unser Herr Jesus primär nicht für unsere Sünden ans Kreuz gegangen ist. Denn es ist ebenfalls ein historischer Fakt, dass die sogenannte Satisfaktionslehre (dass für unsere Sünden ans Kreuz ging) erst durch Anselm von Canterbury in seinem Werk Cur Deus Homo („Warum Gott Mensch wurde“) stärker fokussiert wurde. Später wurde sie von Johannes Calvin weiterentwickelt, insbesondere hin zur sogenannten Penal-Substitution-Theorie, in der der Kreuzestod Christi als stellvertretende Strafübernahme verstanden wird. Mit anderen Worten: Erst etwa 1300 Jahre nach der apostolischen Zeit wurde sie etabliert. Die ursprüngliche Lehre, die von den Aposteln bis zu den ersten Kirchenvätern geglaubt wurde, nennt sich „Christus Victor“, wobei der Sieg über die dunklen Mächte primär fokussiert wird. Wenn dich das Thema interessiert, kannst du auf mein Profil schauen; dort gibt es einen Link zu meinen Videos, in denen ich genau solche Themen behandele.
Zusammenfassend würde ich also sagen: Die „Lösegeldtheorie“, nach der das Blut als Währung besteht, ist durchaus biblisch.
LG. Marco 🙂
Mit Satanismus hat das aber nichts zu tun; dieser ist erst im 20. Jahrhundert entstanden. Die Antike kannte keine religiöse Teufelsanbetung oder Ähnliches.
Die Antike nicht, das Mittelalter aber schon. Gilles de Rais, ehemaliger Begleiter von Johanna von Orleans aus dem 15. Jahrhundert, ist dafür ein bekanntes Beispiel.
Nun hat der Mann sicherlich keine Autorität in der Kirche - aber ich habe auch keine Ahnung, worauf das Eingangsposting hinauslaufen soll, deshalb das nur als Ergänzung.