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Trinität

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kerygma
Themenstarter
Beiträge : 341

@holger-f

Da Du geschrieben hast, dass viele Menschen die Trinität nicht verstehen, dachte ich mir, wir öffnen dazu mal einen Thread.

Meiner Meinung nach wird durch westliche Christen das Trinitätsmodell deshalb nicht verstanden, weil es die römische Kirche verkompliziert hat.  Es wurde auch das Glaubensbekenntnis der Christen eigenmächtig verändert, einer der Hauptgründe, warum es den Bruch zwischen Katholizismus und Orthodoxie gibt. Ironischerweise hat auch der Protestantismus dieses von Rom veränderte Glaubensbekenntnis unkritisch übernommen.

Die klassische Trinität:

Der Vater ist der Schöpfer, der Ursprung von allem.

Der Vater zeugt den Sohn, den Erlöser.

Der Vater haucht den Geist, der uns heiligt.

Das ist die klassische Trinität und biblisch für die meisten Christen nachvollziehbar.

Das ursprüngliche Nizänische Glaubensbekenntnis bekennt zum Geist:

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater hervorgeht,

 

Die katholische Kirche hat später das Glaubensbekenntnis verändert:

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,

 

Man nennt es Filioque-Streit. Filioque heißt eben "und (aus) dem Sohn".

Die katholische Kirche definiert die Trinität durch Relationen.

Daraus entsteht folgendes Problem:

Wenn der Geist als Liebesverhältnis zwischen Vater und Sohn von beiden ausgeht, wird der Geist nur dieses Verhältnis, aber er ist nicht im eigenen Sinn Person, sondern nur Relation.

Die Trinität besagt, dass alle 3 Personen 1 Gott sind. Im Wesen teilen sie alle das gleiche, weil sie alle Gott sind. In den Personen unterscheiden sie sich. Das römische Modell zerstört diese innere Einheit:

Denn wenn nicht mehr nur der Vater der Ursprungs des Geistes ist, sondern auch der Sohn, wird der Vater als Ursprung und Schöpfer relativiert. Die Orthodoxen sagen: die Monarchie des Vaters wird beschädigt, wenn der Sohn auf einmal Eigenschaften bekommt, die nur zum Vater gehören.

Wenn der Sohn und der Vater gemeinsam den Geist erschaffen, haben sie etwas gemeinsam in ihrem Wesen, das aber der Geist nicht hat. Damit hätten Vater und Sohn ein gemeinsames Wesen, das der Geist nicht teilt. Dabei wäre der Geist eines anderen Wesens als Vater und Sohn, der Geist wäre nicht mehr vollkommen Gott. Es gäbe also innerhalb der Dreifaltigkeit ein weiteres Wesen, das Vater und Sohn teilen, das aber den Geist ausschließt.

Deswegen zerstört die römische Trinitätsvorstellung im Grunde die Trinität wie sie ursprünglich verstanden wurde. Diese ganzen Relationsmodelle sind tief philosophisch und entziehen sich dem Verständnis der meisten Christen und widersprechen auch der Bibel.

 

 

Antwort
26 Antworten
Holger F.
Beiträge : 128

Das ist eine gute Idee, kerygma, dann transferiere ich meine ursprüngliche Antwort hierher:

…..

Erstens ist die katholische Sichtweise zur Filioque-Frage sehr wohl biblisch unterfüttert (auch wenn hier mE wieder einmal deutlich wird, dass die Bibel kein eindeutiges Lehrbuch ist), zweitens muss die Bedeutung des Häresie-Vorwurfs unbedingt auf den heutigen Stand gebracht werden.
 
Die biblische Begründung der katholischen Kirche für den Zusatz „und dem Sohn“ (Filioque) ist nämlich gut nachvollziehbar: Zwar geht der Geist laut Joh 15,26 vom Vater aus, doch Jesus bezeichnet ihn im selben Vers als den Geist, „den ich euch vom Vater senden werde“. Zudem haucht Jesus die Jünger an, um ihnen den Geist zu schenken (Joh 20,22), und die Schrift spricht explizit vom „Geist Christi“ (Röm 8,9; Gal 4,6).
 
Da nun alles, was der Vater hat, auch dem Sohn gehört (Joh 16,15), geht der Geist für die klassische katholische Theologie aus der ewigen Gemeinschaft und Liebe von Vater und Sohn hervor.
 
Die gegenläufige biblische Begründung seitens der Orthodoxie ist nicht weniger überzeugend. 😊
 
Der von dir erwähnte Vorwurf der Häresie stimmt nur teilweise. In der orthodoxen Tradition gilt nämlich das Filioque historisch tatsächlich als Irrlehre, da es den Vater als alleinigen Urgrund der Gottheit zu schwächen scheint. Ein universelles ökumenisches Konzil hat dies jedoch nie formal dogmatisiert.
 
Zudem wird der Vorwurf nicht von „allen“ traditionellen Kirchen erhoben: Die gesamten protestantischen und anglikanischen Kirchen des Westens teilen den katholischen Zusatz im Glaubensbekenntnis bis heute!
 
Abschließend hat sich im ökumenischen Dialog gezeigt, dass der Streit im Kern auf einem sprachlichen Missverständnis beruht. Die katholische Kirche versteht den Sohn nicht als zweiten, separaten Ursprung neben dem Vater. Wird der Zusatz im Sinne eines Hervorgangs „aus dem Vater durch den Sohn“ verstanden, schwindet der theologische Gegensatz und beide Seiten meinen dasselbe trinitarische Mysterium.
 
Kardinal Koch, der im Vatikan für die ökumenischen Bemühungen, insbesondere mit den Orthodoxen Kirchen zuständig ist, hat das vor kurzem in einem Interview auf eine ganz einfache Formel gebracht:
 
„Im Grunde genommen können wir im Westen auch ohne das Filioque leben.“ 👏
 
Das zeigte sich dann auch bei den ökumenischen Feierlichkeiten zum 1700. Jahrestag des Konzils von Nicäa. Die im türkischen Iznik versammelten Kirchenoberhäupter (Papst Franziskus für die katholische Kirche und der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. für die Weltorthodoxie) beteten das ursprüngliche Glaubensbekenntnis – als starkes Zeichen der Einheit ganz ohne den westlichen Filioque-Zusatz… 👏
holger-f antworten


Holger F.
Beiträge : 128

@kerygma 

Ok. Wie würdest du denn - jenseits dogmatischer Feinheiten - einem Muslim, einem Heranwachsenden oder jemandem, der vom Christentum „völlig unbeleckt“ ist (dem man auch nicht erst die - aus deiner Perspektive - Irrlehren biblisch widerlegen müsste), die Trinität Gottes erklären und zwar so, dass er nicht nur intellektuell gefordert, sondern dass er von der Vorstellung eines trinitarischen Gottes wirklich berührt ist. Denn darum geht es doch letztlich!?

holger-f antworten
4 Antworten
kerygma
(@kerygma)
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Beiträge : 341
Veröffentlicht von: @holger-f

@kerygma 

Ok. Wie würdest du denn - jenseits dogmatischer Feinheiten - einem Muslim, einem Heranwachsenden oder jemandem, der vom Christentum „völlig unbeleckt“ ist (dem man auch nicht erst die - aus deiner Perspektive - Irrlehren biblisch widerlegen müsste), die Trinität Gottes erklären und zwar so, dass er nicht nur intellektuell gefordert, sondern dass er von der Vorstellung eines trinitarischen Gottes wirklich berührt ist. Denn darum geht es doch letztlich!?

Einem Muslim gegenüber würde ich das Thema Geschichtlichkeit des Koran ansprechen.

Denn nach muslimischer Auffassung befindet sich der Koran im Himmel. Er ist das Wort Gottes. Ich würde einem Muslim erklären, dass das Wort Gottes für uns identisch ist mit Gott und für uns in Jesus Christus Fleisch wurde (Joh 1,14).

Ich würde ihn auch fragen, wie es sein kann, dass das Wort mit Allah Eigenschaften teilt - zum Beispiel ewige Existenz hat - und trotzdem von Allah getrennt und dass ich das mit einem monotheistischen Gedanken nicht zusammen bringen kann, außer dass ich eine gewisse Einheit und Trennung zusammendenke. "Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst." (Joh 1,1)

Ein Muslim würde Allah und Koran trennen - aber er kann vielleicht nachvollziehen, dass ich Gott und sein Wort als das gleiche ansehe.

Alles weitere baut darauf auf.

 

kerygma antworten
Holger F.
(@holger-f)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 128

@kerygma

Danke, das klingt gut! Weißt du zufällig, wo im Koran steht, dass er eigentlich (auch) im Himmel ist? 

Hättest du auch eine Idee für Heranwachsende?

holger-f antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 341

@holger-f In Sure 43,3-4 steht „Wir haben ihn zu einem arabischen Koran gemacht, auf dass ihr verständig werdet. Und er ist bei Uns in der Urschrift (Umm al-kitâb) gewiss erhaben und weise.“

Ich weiß nicht, ob es noch eindeutigere Stellen gibt, aber ich kann mich erinnern, dass es innerhalb der islamischen Theologie diese Diskussion gab, die sich um die Frage der göttlichen Eigenschaften des Koran dreht. Die Diskussion hatte mich zu dem Gedanken gebracht, dass Muslime eigentlich an eine Binität glauben müssten, wenn sie das Verhältnis von Wort (Koran) und Gott konsequent durchdenken.

Bei Heranwachsenden, von welchem Alter sprichst Du? Jüngere Muslime sind oft viel fitter mit der Dogmenentwicklung und den Konzilen als viele Christen. Da hilft eigentlich nur, einen eigenen Zugang zu finden oder historisch fit zu werden.

Ansonsten hätte ich noch ein Todschlagargument für die lateinische Trinitätsauffassung, aber das geb ich Dir noch nicht 😋 

kerygma antworten
Holger F.
(@holger-f)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 128

@kerygma 

Bei den Muslimen hatte ich die „jungen, fitten“ vor Augen, die sich im Internet tummeln und oft zur Belustigung der muslimischen Zuhörer/ Zuschauer „ahnungslose“ Christen vorführen.

Aber ich meinte auch junge Christen (ca. 15 aufwärts), die so langsam aufwachen und anfangen, sich Gedanken zu machen.

Und deren ersten Gedanken wäre - wie sich das ja auch dogmengeschichtlich entwickelt hat - z.B. die Frage wie dieser Mensch Jesus, über den man in der Kirche so nette Geschichten gehört hat, Gott sein kann. Und eben die Frage, wieso „irgendwie alles“ Gott ist: Der Schöpfer ist Gott, Jesus ist Gott und was soll da noch der Heilige Geist? Ist das nicht nur eine Umschreibung für das Gute, für gute Gedanken etc.

holger-f antworten
kerygma
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Beiträge : 341
Veröffentlicht von: @holger-f

Die biblische Begründung der katholischen Kirche für den Zusatz „und dem Sohn“ (Filioque) ist nämlich gut nachvollziehbar: Zwar geht der Geist laut Joh 15,26 vom Vater aus, doch Jesus bezeichnet ihn im selben Vers als den Geist, „den ich euch vom Vater senden werde“. Zudem haucht Jesus die Jünger an, um ihnen den Geist zu schenken (Joh 20,22), und die Schrift spricht explizit vom „Geist Christi“ (Röm 8,9; Gal 4,6).

Genau. Jesus sendet den Geist vom Vater aus. Der Ursprung im Vater ist damit klar. Die katholische Kirche hat dem ursprünglichen Glaubensbekenntnis, dass der Geist vom Vater ausgeht, zugestimmt, ebenfalls war klar in den Canones geregelt, dass niemand ein Glaubensbekenntnis außerhalb eines ökumenisches Konzils ändern darf.

Der Eindruck, dass die katholische Kirche eine eigene Sichtweise hatte, ist daher historisch für mich nicht nachzuvollziehen. Außerdem ist die Sendung des Geistes, die Du hier anführst, explizit die zeitliche Sendung des Geistes, was in einem anderen Bereich agiert.

Veröffentlicht von: @holger-f

Da nun alles, was der Vater hat, auch dem Sohn gehört (Joh 16,15), geht der Geist für die klassische katholische Theologie aus der ewigen Gemeinschaft und Liebe von Vater und Sohn hervor.

Ich verweise nochmal darauf, dass das klassische katholische Lehramt das Glaubensbekenntnis mit abgesegnet hat.

Joh 16,15 würde, wenn ich Deiner Argumentation folge, auf eine vollständige Identität von dem Sohn und dem Vater, auch in ihrer Hypostase hinauslaufen.

Aber diese Ansicht wird auch nicht von der katholischen Theologie vertreten. Hier besteht Einigkeit, dass durch diesen Vers ausgesagt werden soll, dass der Sohn sein Gottsein vollständig vom Vater her hat.

Wenn aber den Geist zu hauchen eine Fähigkeit ist, die dem Wesen Gottes zugeschrieben werden muss und nicht der Person des Vaters, würde sich der Geist selbst hauchen. Denn auch diese Fähigkeit müsste der Geist, da er im vollen Sinne das Gottsein hat, sein Eigen nennen, sofern die Fähigkeit der Geisthauchung dem Wesen zugeschrieben wird. Das funktioniert nicht.

Du rutschst sonst in das angeführte Dilemma, dass Vater und Sohn vollkommen Gott sind, aber der Geist nicht mehr Gott ist, weil Gott den Geist hauchen müsste. Den Geist haucht aber die Hypostase des Vaters, nicht das gemeinsame Gottsein.

Veröffentlicht von: @holger-f

Zudem wird der Vorwurf nicht von „allen“ traditionellen Kirchen erhoben: Die gesamten protestantischen und anglikanischen Kirchen des Westens teilen den katholischen Zusatz im Glaubensbekenntnis bis heute!

Protestantische Kirchen sind keine traditionellen Kirchen. Zumal die Protestanten ökumenische Konzile nicht als verbindlich anerkennt - anders als die orthodoxen und katholischen Kirchen. Wenn katholische Kirche gegen einen Konzilsbeschluss verstößt, den sie selbst als verbindlich anerkannt hat, ist das anders einzuordnen als wenn Kirchen dagegen verstoßen, die diese Konzile nicht als verbindlich anerkennt.

Der Lutherische Weltbund spricht sich im übrigen dafür aus, dass Filioque - dass sie lediglich als Teil der lateinischen Tradition übernommen haben - wieder zu streichen und auch Rom verzichtet auf das Filioque im ökumenischen Dialog. Selbst Kardinal Kurt Koch hat gesagt, dass es für Katholiken auch ohne Filioque geht.

Daran sieht man doch recht deutlich, dass es auch aus lateinischer Sicht nicht ein wirklich zu verteidigendes Glaubensgut ist, sondern die Problematik gesehen wird.

Wenn aber das Filioque gestrichen wird, hat das eben auch Auswirkungen auf das Trinitätsverständnis und vielleicht würde sich dann auch bei den Lateinern die Erkenntnis durchsetzen, dass das ursprüngliche trinitarische Modell das richtige ist.

 

kerygma antworten


Arcangel
Beiträge : 6442

@kerygma 

Deswegen zerstört die römische Trinitätsvorstellung im Grunde die Trinität wie sie ursprünglich verstanden wurde.

Wo liegt der Ursprung der Trinität? Und wie wurde es dort Trinität verstanden? 

Bereits das Judentum in der zwischentestamentlichen Zeit hatte ein Binitäres Gottes Verständnis. Es war bekannt unter dem Begriff zwei Mächte im Himmel. Dazu ein oft zitiertes Buch das ich empfehlen kann "Two Powers in Heaven" von Rabbi Alen F. Segal. Diese orthodoxe jüdische Lehrmeinung wurde mit dem Aufkommen einer jüdischen Sekte ab dem 1 Jhr als Häresie verurteilt und verworfen. 

Nun in dieser Sicht gibt es zwei YHWH welche am deutlichsten in Daniel 7 zur Geltung kommen. Da ist YHWH der uralte auf dem Thron und das ist YHWH der Menschensohn, der auf der Wolke daherkommt. Auch bei Mose findet man diese zwei Mächte, da ist YHWH dessen Herrlichkeit Mose nur von hinten betrachten kann, weil er sonst stirbt, und da ist YHWH der mit Mose von Angesicht zu Angesicht wie ein Freund spricht. Auch Hesekiel ist interessant, bei der Tempelvision, da ist es YHWH der Hesekiel durch den Tempel führt. Während gleichzeitig die Herrlichkeit YHWH aus dem Tempel zu Hesekiel spricht. Auch bei Gideon findet man die Szene bei der YHWH Gideon verlässt aber YHWH immer noch neben Gideon steht. usw. 

Was diese Beiden YHWH's unterscheidet ist, der eine ist herrlich, unnahbar, gewaltig, unbegreiflich und tödlich für alles nicht heilige, der andere ist nahbar, physisch präsent, und begreiflich (wörtlich und im übertragenen Sinne), aber beide sind YHWH Stellen die im AT auf YHWH bezogen sind, bezieht Jesus im NT auf sich.

YWHW ist alles in allem, herrlich und gewöhnlich, geistlich und menschlich, begreiflich und unbegreiflich, unnahbar fern und zum Greifen nahe, er ist der Sendende und der Gesandte, der Herr und Diener, der Hirte und das Lamm und der Löwe, der Vater und der Sohn und der Geist, der Gebende und der Empfangene, er ist der Heilige, der die Sünde auf sich nahm. 

YHWH kann gleichzeitig Hesekiel an der Hand nehmen und ihn durch den Tempel Führen, während sein Geist den Tempel erfüllt und seine Herrlichkeit aus dem Osten durch das Tor in den Tempel kommt und aus dem Tempel zu Hesekiel spricht. 

YHWH kann gleichzeitig, nicht mit dem Volk Israel durch die Wüste ziehen und vor dem Volk Israel in der Wolke herziehen. 

Wir sehen YHWH den Sohn auf der Erde zu YHWH dem Vater beten und kommen zum Schluss, dass müssen zwei sein, weil unser primitives Primaten Hirn nicht begreifen kann das YHWH eben gleichzeitig der Redende und der Hörende sein kann. 

Aus menschlicher Sicht macht es durchaus Sinn, dass wir von drei Personen "Hypostasen" sprechen, denn so erleben wir YHWH. Aber es ist eben nur unsere Erlebniswelt unsere Sicht der Dinge, es ist ein Modell, und wie alle Modelle beschreibt es nur Aspekte der Realität bildet die Realität aber nicht ab. 

Deshalb halte ich alle Trinitätsmodelle für inkorrekt, aber dennoch hilfreich. YHWH begegnet uns in diesen drei Personen, es ist deshalb vollkommen ok, wenn wir in dieser Weise von YHWH sprechen. 

Aus diesem Grund verurteile ich weder einen Arianismus, noch einen Subordinatianismus, denn alle sind Modelle um etwas zu veranschaulichen, wovon die Bibel spricht, aber weder diese zwei noch das katholische oder das orthodoxe Modell bildet die Realität ab die YHWH ist. 

YHWH ist der Freund, der uns bei der Hand nimmt, YHWH ist der Heilige, bei dessen Anblick wir sterben müssen und dessen Nähe wir nicht ertragen und YHWH ist der Geist, der in uns wohnt.

YHWH ist alles in allem. 

Amen

 

Sorry für die Wand von Text. 

 

arcangel antworten
1 Antwort
kerygma
(@kerygma)
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Beiträge : 341

@arcangel Ich stimme dir da durchaus zu, dass es viele Vorlagen gibt, die am Ende in das Motiv eingeflossen sind. Aber neben diesen - ich nenne sie mal so  abstrakten Mythen - hat sich eben Gott ganz konkret entschieden, als geschichtliches Moment in die Endlichkeit hineinzubrechen und dem Menschen nah zu sein. Aus einer geschichtlich machbaren Erfahrung entstehen Beziehungen, in denen sich Gott zeigt. Da aber Gott kein Maskenspieler ist, begegnet er uns in dieser Erfahrung ganz selbst. Gott ist auch niemand, der jemand anderen anstelle seiner schickt, weshalb wir wissen, dass er ganz persönlich zu uns tritt und sich uns zuwendet. Die Trinität beschreibt Gott als Gemeinschaft, weshalb sich verwirklicht, was die Bibel sagt "Gott ist die Liebe".

 

kerygma antworten
Holger F.
Beiträge : 128
Veröffentlicht von: @arcangel

Deshalb halte ich alle Trinitätsmodelle für inkorrekt, aber dennoch hilfreich.

Hervorragender Gedanke! 👏

 

holger-f antworten


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