Vergebung ja - Konsequenzen bleiben
Hi,
wenn Menschen erkennen, man hat gesündigt empfängt man Vergebung.
Aber haben auch Sünden doch bleibende Konsequenzen und das ein Leben lang?
Bei König David sah man das auch. Ihm wurde seine Schuld vergeben, doch starb das Kind und mit seiner Familie lief es auch nicht rund.
Ich kannte eine Frau, die war Christin und lebte mit einem Christen nicht verheiratet zusammen und doch trieb sie 2x ab. Heute lebt sie in Somalia und hilft Schwangere und Mütter. Ja, das erfüllt sie sehr. Und doch sehnt sie sich heute nach einem Mann und Kinder. Weint sehr oft das ihr das verwehrt bleibt und ist jetzt 50 Jahre alt. Sie weint dann sehr, wenn Freundinnen berichten von ihrem Mann und Heirat oder Kinder.
Leider lief mein Christenleben auch nicht so toll. Ich lies mich auf Affären mit verheiratete ein. Natürlich brachte ich es vor Gott und beichtete es und empfing Vergebung. Aber diese innere Einsamkeit ist für mich immer wieder eine echte Belastung. Sind das die Konsequenzen? Wie lebt man mit solchen Belastungen. Wollte das eigentlich anonym schreiben, aber ich finde diese Funktion hier nicht. Also stehe ich dazu.
Hallo Meriadoc,
ich finde es hinsichtlich des persönlichen Befindens und der Folgen eher nebensächlich, ob ein Mensch gegen Gott gesündigt hat oder gegen andere Menschen (Partner, Freunde....).
wenn Menschen erkennen, man hat gesündigt empfängt man Vergebung.
Denn wer seinen Fehler (oder "Fehltritt"), also sein Fehlverhalten erkennt und dies offen anspricht (gegenüber Gott in einer Beichte, anderen Menschen gegenüber in einem Geständnis), der darf auf Vergebung hoffen. Aber dieses "Aussprechen", also dieses "Beichten" ist immer nur der erste Schritt, weitere müssen dann folgen.
Aber haben auch Sünden doch bleibende Konsequenzen und das ein Leben lang?
Man mag geneigt sein zu sagen "das kommt auf die Umstände an" oder "das kommt auf den Einzelfall (oder auf die Beteiligten) an" und zu einem gewissen Grad trifft das wohl auch zu.
Für manchen Zeitgenossen mag ein klärendes Gespräch an Abschluss sein - und danach ist das Fehlverhalten vergessen.
In anderen Fällen mag - auch nach Reue, Buße und Vergebung - die Erinnerung (evtl. verbunden mit Schuldgefühlen) so stark sein, dass sie die "reuigen Sünder" noch sehr lange schmerzhaft begleitet und immer wieder hoch kommt.
Aber diese innere Einsamkeit ist für mich immer wieder eine echte Belastung. Sind das die Konsequenzen? Wie lebt man mit solchen Belastungen.
Die Folgen unseres falschen Verhaltens begleiten uns möglicherweise ein Leben lang und erinnern uns dann häufig an das, was wir als "erledigt" und "vergeben" gerne vergessen wollen.
Eigentlich dürfen wir als Christen sagen "Meine Schuld ist mir vergeben - ich bin frei!!!" und uns aus frei fühlen, aber vielen Menschen ist das nicht möglich. Da heißt es dann eher: "Meine Schuld ist mir zwar vergeben - aber mit der Erinnerung muss ich selbst fertig werden."