Wiederbegegnung
Gibt es auf christlicher Basis noch andere Vorstellungen als die, dass man nach seinem irdischen Leben im Himmelreich dort den Menschen begegnet, die man auch früher kannte?
"Kein Auge hat je gesehen und kein Ohr hat je gehört,was Gott denen bereitet hat,die ihn lieben."
Ich habe keine wirkliche Vorstellung was uns erwartet,aber ich möchte teilhaben am himmlischen Hochzeitsmahl und hoffe dort auch alle meine Lieben zu treffen.Ja ich hoffe es einfach.
Die Hoffnung, den Lieben seines Lebens wieder zu begegnen, kann ich ja gut nachvollziehen. Ich selbst habe bestimmt zwölf Dutzend Gründe oder mehr, das zu erhoffen. Aber ein Wunsch ist leider nicht schon die Bestätigung seiner Erfüllung.
Was ja aber denkbar - nicht vorstellbar - wäre, dass das dann Wirklichkeit würde, was man mit der Vorstellung einer 2. Erde verbindet, als wesentlich das, was man aus diesem Leben kennt. Da könnte es ja schon sein, dass der "Kern" unserer Persönlichkeit, den wir hier überhaupt nicht erkennen können, dort von allen irdischen Beengungen entkleidet und in seiner "reinen Form" "erkennbar" wird. Dazu brauchte es keinen Körper, keine Kleider, keiner Stimme, nichts, was uns hier so wichtig ist.
@queequeg welcher "Kern der Persönlichkeit" denn und welche "reine Form"? Wir sind ein Ganzes aus Körper, Seele und Geist. Da ist nicht irgendwo ein Kern drin. Und es soll ja nicht nur seelisch heil werden, sondern auch leiblich. Mit Gestalt, mit Stimme, und nicht nur als blinde und stumme Energie.
Das ist eine Zusage Gottes. Stimmt, die Bestätigung dessen haben wir noch nicht. Deswegen ist das ein Glaube, ein Vertrauen in diesen Gott, der sich uns so mitgeteilt hat.
Unter "Kern" der Persönlichkeit verstehe ich am ehesten das, was in der Religion Seele genannt wird.
Dass der Mensch, wenn es einen Himmel gibt und er dort hin kommt, mit allen körperlichen Gegebenheiten des irdischen Lebens da lebt, halte ich für unplausibel.
Eine Wirklichkeit, die nur geistig ist, leichtet mir sehr viel mehr ein.
@chai ja, finde ich auch. Ganzheitlich. So hat ja Jesus auch immer Seele und Leib gesund gemacht, als Zeichen für die Auferstehung.
Es geht ja auch nicht nur darum, in welcher Form man nach dem Tod weiterlebt, sondern auch um die Vollendung der Welt letztlich. Das ist immer ganzheitlich gesehen, mit Seele und Leib. Dass dieser Leib dann anders sein wird als hier bisher, zeigen die Erzählungen vom auferstandenen Jesus. Genau das wollen diese Szenen ja sagen.
Also Paulus redet doch vom 7?ten Himmel.
Es scheint dort diverse Ebenen zu geben.
Also das es gleich ist wie hier, eher nicht.
Auch wird es Personen geben die über andere Richten.
Alles in allem von dieser Welt aus schwer zu begreifen. Was die Verbindung sein wird, das es Personen und Beziehungen gibt. Auch das Personen Charakter haben.
Das Materielle wird nicht mehr so sein.
"Also das es gleich ist wie hier, eher nicht."
Streng genommen ist ja nicht einmal hier alles gleich. Aber ich meinte auch nicht, dass jedes Ereignis dort mit einem hier kongruent ist. Ich meinte die Struktur des Daseins.
Zum Beispiel müssen wir unter irdischen Bedingungen einen Körper haben und der muss aus klimatischen Gründen und wegen Sitte und Moral eine Bedeckung durch Kleidung haben. Dass es auf dieser neuen Erde ebenso sein sollte, leuchtet mir nicht ein. Überhaupt "Erde". Welchen Sinn sollte es haben, das es wieder so eine Art Dasein gibt, wie wir es kennen? Und wie würde dazu passen, dass wir dann in unmittelbarer Nähre Gottes wären?
Letzteres wäre m.E. nur nachvollziehbar, wenn das dortige Dasein eben nicht wie das hiesige aufgebaut ist.
@queequeg Mit Blick auf die Bibel sind mir Stellen präsent wie in Abrahams Schoß, Abendmahl/ Hochzeitsmahl des Lammes und dass Verbindungen wie Ehe nicht relevant sind, Jesus als der Auferstandene, ...
Daraus schließe ich: Wir lehnen unsere Vorstellungen an unser irdisches Leben an. Wir können nicht anders. Und offensichtlich ist, dass wir damit mmer daneben liegen werden.
Wovon ich aufgrund dieser Stellen ausgehe: Unser Bewusstsein (was einen jeden ausmacht) wird erhalten bleiben. Wir sind über Generationen hinweg in einer Art Verbindung. Gemeinschaft besteht neben Individualität.
Ja, hast Du gut geschrieben. Aber was Du mit "wir sind über Generationen hinweg in einer Art Verbindung.
wir sind über Generationen hinweg in einer Art Verbindung
Was ich damit meine, lässt sich schwer konkret ausformulieren, weil wir das genau ja nicht wissen können, wie es aussehen wird. Deshalb schrieb ich auch bewusst „in einer Art“ Verbindung.
Verbindungen, die wir bisher kennen sind reale, wechselseitige (einander sehen, hören, Zeit und Raum miteinander teilen, Berührungen) und geistige (aneinander denken, einander schreiben, Impulse bekommen, innerlich berührt werden) Begegnungen bzw („nur“ eignes geistiges) Erleben - auch mit Gott. Ich gehe davon aus, dass solche Verbindungen auch in Ewigkeit bestehen. Wie die Form sein wird, da habe ich keinen Anhaltspunkt.
Hast Du gut beschrieben. Ich denke, ich verstehe, was Du meinst.
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelDaraus schließe ich: Wir lehnen unsere Vorstellungen an unser irdisches Leben an. Wir können nicht anders.
Und offensichtlich ist, dass wir damit immer daneben liegen werden.
Richtig.
Wir können ja nur in unseren Begrenzungen denken (egal, wie begrenzt oder weit manches Denken auch sein mag)
Und deshalb ist es sicher ok, wenn wir uns was vorstellen - aber wir sollten uns bewusst sein, dass es eben nur unsere Vorstellungen sind.
Gibt es auf christlicher Basis noch andere Vorstellungen als die, dass man nach seinem irdischen Leben im Himmelreich dort den Menschen begegnet, die man auch früher kannte?
Für mich ist wesentlicher Teil des Glaubens, dass im Himmelreich alle eins sind mit Gott und miteinander. Wie genau sich das gestalten wird, weiß ich nicht, ich habe lediglich eine Ahnung davon, in welche Richtung das gehen wird, eine Ahnung aus dem, was ich bisher schon mit Gott und auch anderen Menschen erlebt habe. Mir kommt da das Bild eines Wassertropfens, der im Meer aufgeht. Er behält das Bewusstsein seiner selbst, erlebt aber auch die Macht der Wogen und die Kraft des Meeres, weil er Teil davon ist. Damit das geschehen kann, muss er zerfließen und im Meer aufgehen.
Analog braucht es auch vom Menschen die Bereitschaft sich zu öffnen, zu Gott hin aber auch zu anderen Wesen, um Teil dieser Gemeinschaft werden zu können. Wenn man Gott vertraut, ist es kein großes Problem, sich Ihm gegenüber zu öffnen. Problematischer wird es mit anderen Menschen. Ich denke, die meisten haben im Laufe ihres Lebens gelernt, dass es "besser" ist, sich abzugrenzen: um sich zu schützen, um die eigenen Interessen zu wahren, um sich durchsetzen zu können. Die Lehre von Jesus zielt mMn darauf ab, den Menschen von diesen Vorstellungen zu heilen und ihm zu einem offenen Herzen zu verhelfen, damit er einwerden kann mit Gott und der Gemeinschaft des Himmelreiches.
Die "Begegnung mit Menschen" im Jenseits stelle ich mir so vor, dass sie zunächst in der Vorstellung abläuft. Man "trifft" Menschen, mit denen man im Guten oder Schlechten zu tun hatte und kann sich mit ihnen neu auseinandersetzen. Mit den Lieben, denen man vertraut, erlebt man schon das Einssein im heiligen Geist. In der Begegnung mit den "Bösen" hat man die Gelegenheit, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und Frieden zu schließen und so auch da die Verhärtung zu lösen, bis man halt vollkommen geheilt ist und bereit für das Einssein.
Ja klar, das sind Vorstellungen von mir aus dem, was auch hier schon geschehen kann und geschieht. Das Himmelreich kann auch hier schon kommen.