Frauen in der Wissenschaft
Hi,
habe letzens in den Medien verfolgt. Frankreich würdigt die Frauen in der Wissenschaft.
https://science.lu/de/namen-franzoesischer-wissenschaftlerinnen-sollen-eiffelturm-zieren
Lange genug wurden Frauen in der Wissenschaft klein geredet und deren Entdeckungen klein gehalten. Ich finde das sehr traurig.
Dafür gibt es einen Namen. der matilda-Effekt.
Ja, war leider immer so mit den Frauen. Da hat auch die "Religion" ihr bestes gegeben. Bibel Männerdominierend und überheblich.
Frauen, seid mutiger 🙂
Lange genug wurden Frauen in der Wissenschaft klein geredet und deren Entdeckungen klein gehalten. Ich finde das sehr traurig.
Dafür gibt es einen Namen. der matilda-Effekt.
Na schön, da haben sie jetzt einen Effekt mit einem putzigen Namen. Diese Art falscher, weil billiger Awareness ist es, die aus dem progressiven Feminismus ein Häppchen-nach-Benefiz-Veranstaltungs-Phänomen hat werden lassen: die Interessen einiger Damen aus den Wohlstands-Akademiker-Milieu werden bedient, wenn da nun Wissenschaftlerinnen-Namen irgendwo in den Eifelturm ziseliert werden: Na, nun werden die Karten aber mal ganz neu gemischt und endlich wird Gerechtigkeit!
Wem bringt sowas etwas? Ich meine - abgesehen von ein paar Gender-studies-Leuten, die ja irgendwas zum Forschen und Podcastproject-Ladies, die was zum Klugschwätzen brauchen? Hui, da gibt es einen Gender Citations Gap, wie sollen wir bei solchen Zuständen nur je auf den Mars gelangen?
Es gibt durchaus echte Probleme von Frauen- und Mädchen-Benachteiligung, auch heute noch, auch in unseren westlichen Wohlstandsgesellschaften, die deutlich über die Kränkung hinausgehen, in irgendwelchen Papers nicht ausreichend gewürdigt zu werden. Kürzlich las ich diesen Artikel darüber, die Armut der Kinder in Deutschland betrifft. Zitat:
Vor allem das psychische Wohlbefinden von Mädchen aus armen Familien gibt laut Unicef Anlass zur Sorge. Dieses wird auf einer Skala von null bis 100 gemessen, wobei Werte von 50 oder darunter ein Hinweis auf eine Depression sein können. Der durchschnittliche Wert für Mädchen aus armen Elternhäusern lag bei 51. Zum Vergleich: Bei Jungen aus reichen Elternhäusern lag der Wert bei 70.
Und weiter:
Ähnlich besorgniserregend sind dem Bericht zufolge die Daten zu Einsamkeitsgefühlen von Mädchen. Fast jedes dritte 15-jährige Mädchen gab an, sich die meiste Zeit oder immer einsam zu fühlen. Bei den Jungen sind es im gleichen Alter elf Prozent. Kinder aus materiell besser ausgestatteten Elternhäusern berichten laut Unicef seltener von Einsamkeit.
Pubertierende Mädchen fühlen sich also rund dreimal so häufig einsam wie Jungen. Wie kann das sein? Was könnten die Ursachen sein? Wie könnten die sich verändern lassen?
Als ich letzte Woche mal nachmittags, weil ich grad in der Gegend war, bei Rossmann (Drogeriekette) reinschaute, um schnell 'ne neue Tube Zahnpasta, Duschgel, ein Deo und gleich noch ein Dreierpack warme Socken für zusammen unter 10 Euro zu holen (womit ich dann erst im nächsten Quartal wieder in den Laden muss, weil mein Zehnerpack Seife noch ein Weilchen ausreichen dürfte...) fiel mir durch mein Herumgeirre in dem Regal-Labyrinth etwas auf. Der Laden war gut besucht, erstaunlich gut besucht sogar (draussen herrschten Glätte und scharfer Frost) - aber ich war der einzige Mann im Laden. Und die weit überwiegende Mehrzahl der Kundinnen waren Jugendliche, ja eigentlich sogar noch Mädchen, die da in der Kosmetikabteilung in Zweier-, Dreier- oder Vierergrüppchen die Waren "fachsimpelnd" begutachteten. An der Kasse vor mir war dann eins dieser vielleicht fünfzehnjährigen Küken vor mir dran, die irgendwelchen Kosmetik-Scheiss für rund 70 Euro zu bezahlen hatte. Ihre Freundinnen, die schon vorher abgefertigt worden war, warteten auf sie.
Und ich dachte so bei mir: dieses Mädchen ist klein und dick (war halt so ^^), und daran wird kein Kajalstift, kein besonders ergonomisch geformter Nasenpuderpinsel, kein glossy Lippenstift was ändern; und sie kann machen, was sie will - sie wird nie so aussehen wie die gephotoshopten Girls auf dem Werbe-Aufsteller neben dem Haartönungs-Sonderangebot, selbst wenn sie jetzt noch 'nen Hunderter beim Friseur ablatzt. Wozu muss sie also das ganze Geld aus'm Fenster schmeissen? Warum müssen diese jungen Mädels überhaupt soviel Geld für Kosmetika rauswerfen? Und was machen die eigentlich, wenn ihnen dazu das Geld fehlt und sie also nicht lang an der Kasse anstehen müssen können?
Das Mädchen tat mir einfach nur leid (dabei wirkte sie nicht traurig, nur eben irgendwie... angestrengt). Am liebsten hätte ich sie zuerst umarmt, das Makeup von der drallen Wang gekratzt, um da einen fetten Schmatzer platzieren zu können, ihr dann die Tüte mit dem unnützen Zeugs aus der Hand genommen und zur Lady an der Kasse gesagt: "War ein Fehlkauf, die junge Dame braucht sowas nicht, geben Sie bitte mal das Geld zurück!"
Geht natürlich nicht. 😎
Und wo ich nun diesen Artikel über Kinder-Armut las, wird mir klar: dieses Mädchen konnte ja zumindest noch per Konsum sich aus der Einsamkeit herauskaufen: sie hatte ja die Freundinnen, die auf sie warteten: Gemeinschaft per Shopping. Die richtigen Opfer ihrer Geschlechtszugehörigkeit trifft man gar nicht bei Rossmann - die können es sich schlicht nicht leisten, per mit Konsum erkauftem Sozialprestige der Einsamkeit zu entkommen. Herrschaftszeiten: fast jedes dritte Mädchen ist unglücklich! 🙁
Da jedenfalls kann man die tatsächliche Benachteiligung von Mädchen und Frauen besichtigen: an den Drogeriemarkt-Kassen. Gegen diese Art der internalisierten Diskriminierung* per Geschlechtszugehörigkeit helfen allerdings keine goldenen Schriftzeichen am Eiffelturm. Und vermutlich auch keine Podcasts.
So leicht findet sich kein wahres Leben im Falschen. Zwar dürfen Mädchen bei uns heute zur Schule gehen und studieren und, wenn sie wollen und den entsprechenden bildungsbürgerlich-akademischen Familienhintergrund haben auch studieren und sich dann wie viele ihrer männlichen Kollegen darüber ärgern, dass sie nicht den Nobelpreis verliehen bekommen. Aber was hilft ihnen das in einer Welt, in der Geld immer und immer und immer wichtiger wird? Man frage sich z.B. einmal, welches typische Mädchen-Hobby es so gibt, dass kein Geld kostet**.
Ich weiß nicht, was da helfen könnte. Ahne allerdings, dass Aufforderungen a la: "Frauen, seit mutiger!" eben auch keinen tatsächlichen Impact haben dürften. Das ist jetzt kein Sarkasmus Dir gegenüber, verstehe das bitte nicht falsch. Aber es sind halt nur Parolen, bei denen man nicht genauer hinschauen und hindenken darf, was sie eigentlich bedeuten sollen. Nicht die mangelhafte Anerkennung akademischer Spitzenleistungen von Frauen ist m.A.n. das, was ein echtes Problem (im Sinne von: Leid verursachend) ist. Die Mehrheit der diskriminierten und in ihren Glücksmöglichkeiten eingeschränkten Frauen wird nicht von alten weissen Professoren terrorisiert. Frauenunterdrückung besteht in "Sex and the City", Next-Super-Model-Horrorshows und dem Terrorregime der Influencerinnen, die schon am Unglück ihrer Abermillionen Followerinnen werkeln, während die Eltern Letzterer noch darüber rätseln, was TikTok von Youtube von Instagramm unterscheidet (SPOILER: letzen Endes wenig).
*Ich wette: keins dieser Mädels käme auf die Idee, ihr "Shoppingvergnügen" dort sei Ausdruck von geschlechtsbedingter Diskriminierung und Zwang. Sie wollen und genießen das doch, oder?!...
** Hier im DLF kann man ein ausführliches Gespräch mit Ulrich Schneider hören, in welchem ein diesbezüglicher Gedanke, eine Beobachtung auftaucht, die ich bis dahin nie im Blick hatte: Dass Armut "früher" kein so spürbar ausgrenzender Faktor war wie heute: weil nicht alle Freizeitgestaltung Geld kostete.
Bei wem hätte Jesus vorher fragen müssen, wehn er sich als Apostel aussucht? Also Zeitgeist hin oder her, irgendwo darf man als Christ schon darauf vertrauen das es gut ist was Jesus tat, auch wenn Männer das Bischofsamt ausfüllen sollen. Dadurch kamen die Schriftstücke des NT ja im wesentlichen zustande.