Habermas - Was bleibt für euch?
Habermas ist verstorben und es gibt allerlei Lobeshymnen auf ihn.
Warum?
Und was hat er aus eurer Sicht geleistet und wofür behaltet ihr ihn in Erinnerung?
Danke. Tante Wiki sagt.
Jürgen Habermas (* 18. Juni 1929 in Düsseldorf; † 14. März 2026 in Starnberg) war ein deutscher Philosoph und Soziologe. Er zählte zur zweiten Generation der Frankfurter Schule und war zuletzt Professor für Philosophie an der Universität Frankfurt am Main. Habermas war einer der weltweit meistrezipierten Philosophen und Soziologen der Gegenwart.
In der akademischen Fachwelt wurde er durch Arbeiten zur Sozialphilosophie mit diskurs-, handlungs- und rationalitätstheoretischen Beiträgen bekannt, mit denen er die Kritische Theorie auf einer neuen Basis weiterführte.
Der Mann wurde 96.
Ich muss beschämed zugeben, ich weiß nichts über ihn und habe irgendwie oder wo was von ihm gelesen.
Was müsste ich erkennen oder ihm zuschreiben?
M.
Keine Beschämung nötig.
Ich kenne ihn als Vertreter der Frankfurter Schule und er ist einer der Wissenschaftler, die weit über Deutschland hinaus bekannt sind.
Inhaltlich weiß ich kaum etwas zu ihm. Ich habe auch nichts von ihm gelesen.
Eine Freundin und Kollegin ist Tochter eines bekannten Professors in diesem Umfeld und überfordert gerne mal ihre Gegner mit der Art, die sie in ihrem Elternhaus aufgesogen hat.
@johnnyd Das ist so einer dieser Namen, von denen man (also ich) ab und zu mal ein Zitat aufschnappt und wo man (also ich) dann denkt 'War ein schlauer Kopf' oder 'Seh ich nicht so' ...
Aber gleichzeitig ist es nicht so, dass man (also ich) sich dann intensiver damit beschäftigt.
@johnnyd
Er war ein herausragender Denker in der Tradition von Adorno (Frankfurter Schule), der die Dinge aus verschiedensten Richtungen sah und beschrieb.
Dabei stellte er auch vorherrschende "festgefasste" Meinungen (insbesondere in der Nachkriegszeit) infrage.
Politisch stand er eher links, scheute sich aber nicht, auch Konflikte mit "den Linken" auszufechten.
So nahm er u.a. eine Einladung nach China an, wo er an der Uni Peking kritische Vorträge hielt, wurde danach aber (aus chinesischer Sicht verständlich) nicht mehr eingeladen.
Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 stellte sich Habermas an die Seite Israels. Mit den Politikwissenschaftlern Nicole Deitelhoff und Rainer Forst sowie dem Rechtsphilosophen Klaus Günther verfasste er „Grundsätze der Solidarität“. Mit dem Positionspapier wollten sie auf die „Kaskade von moralisch-politischen Stellungnahmen und Demonstrationen“ reagieren. Ein weiteres Anliegen sei es, unverrückbare Eckpunkte einer recht verstandenen Solidarität mit Israel und Juden in Deutschland herauszuarbeiten, die nicht infrage gestellt werden sollten.
Die Autoren wandten sich auch gegen den bereits kurz nach dem Terrorangriff erhobenen Vorwurf, Israel begehe im Gazastreifen einen Genozid: „Bei aller Sorge um das Schicksal der palästinensischen Bevölkerung verrutschen die Maßstäbe der Beurteilung jedoch vollends, wenn dem israelischen Vorgehen genozidale Absichten zugeschrieben werden“, schrieben sie in dem am 15. November 2023 veröffentlichten Papier. Hingegen habe die Hamas sehr wohl die Absicht, jüdisches Leben generell zu vernichten. Das Vorgehen Israels rechtfertige „in keiner Weise antisemitische Reaktionen, erst recht nicht in Deutschland“.