Augenblick vs Jenseits für Christen
Hallo,
ich überlege mir schon länger, ob Christen ihr Leben vielleicht zu sehr auf das „Danach“ ausrichten als auf das „Jetzt“. Also ob Christen das Leben so leben, als wäre es nur wichtig, in den Himmel zu kommen und als müsse man das Jetzt eben solange in Kauf nehmen, bis man da ist.
Das ist mir nicht selbst aufgefallen, sondern war ein Vorwurf oder eine Feststellung meines Sohnes.
Seht ihr das auch so?
Die Behauptung an sich ist ja nicht weit hergeholt, es finden sich genügend Stellen dazu in der Bibel. Aber leben wir tatsächlich so? Und wenn ja, gehört das so? Oder ist das eine Falle, in die wir treten und wir verpassen das eigentliche Ziel, nämlich zu leben?
Nachdenkliche Grüsse, mit der Bitte um Mithilfe beim Denken…
Stern
Wenn ein Mensch auf den Herrn blickt, das Böse als Sünde meidet und in nützlichen Diensten zum Wohl der Allgemeinheit wie auch zu seinem eigenen tätig ist, so hat er zwei Seiten miteinander verbunden: die himmlische und die weltliche. Blickt er aber nur zum Himmel, ist jedoch den anderen nicht nützlich, wie es die christliche Religion lehrt, so hat er keine Verkörperung seiner Grundsätze — ihm fehlt das Fundament. Und blickt er nur auf die Welt, nicht aber zum Himmel, nicht zum Herrn an erster Stelle, ist dann sein Leben nicht die Eitelkeit der Eitelkeiten?
Und blickt er nur auf die Welt, nicht aber zum Himmel, nicht zum Herrn an erster Stelle, ist dann sein Leben nicht die Eitelkeit der Eitelkeiten?
Das weiss ich nicht. Vielleicht ist das Leben auch ganz normal…
Hast du die Osterbotschaft des Astronauten in den Nachrichten gesehen? Er sagte, dass es so besonders sei auf diesem Planeten gemeinsam zu leben und dass wir das alle zusammen durchstehen…egal wer wir sind, wo wir leben und ob wir an einen Gott glauben oder nicht.
Und auch wenn das nicht die Frage beantworten, wo wir herkommen oder wohin wir gehen, gefällt mir daran, dass es bei aller scheinbaren Unterschiedlichkeit die Gleichheit unseres Lebens betont - egal ob wir religiös sind oder nicht.
Wenn man von außen schaut, unterscheidet sich das menschliche Leben dann nicht vom Leben der Tiere, mögen diese sozusagen „gut“ oder „böse“ sein? Wenn man jedoch von innen schaut, vom Geist her auf den Körper, dann unterscheidet sich das Leben eines Menschen, der an Gott glaubt, nach Seinem Wort lebt und geistlich wiedergeboren wird, vom Leben der Tiere. Außerdem unterscheiden sich die Folgen eines religiösen Lebens von denen eines nichtreligiösen Lebens, denn alles läuft ja nicht nur auf das Leben auf Erden hinaus, das im Grunde nur ein Augenblick ist, sondern alles hat das Leben in der Ewigkeit zum Ziel.
Wenn man von außen schaut, unterscheidet sich das menschliche Leben dann nicht vom Leben der Tiere, mögen diese sozusagen „gut“ oder „böse“ sein?
Ich denke, jedes Leben ist vom Prinzip her gleich…Zellen, die sich vermehren, Energie aufnehmen, Dinge tun…was produzieren, das zum Lebenserhalt notwendig ist. Biologisch gesehen ist das egal, ob du eine tierische, menschliche oder pflanzliche Zelle hast. Sie funktionieren alle ähnlich. Nur hat der Mensch dann nochmals eine extra-Portion eines Bewusstseins entwickelt, das nunmal anders ist als das einer Pflanze oder eines Tieres.
Same, same…but different…. In diesem Spannungsbogen bewegt sich das Leben.
Was den christlichen Glauben und die Wiedergeburt angeht: laut Bibel können wir das Reich Gottes nur sehen, wenn wir wiedergeboren sind. Insofern stimme ich dir zu, dass der wiedergeborene Mensch ein anderes Bewusstsein hat als ein nicht wiedergeborener. Aber ich weiss nicht genau, wie sich das verhält und ich weiss auch nicht, was ein nicht wiedergeborener Mensch in den Stunden seines Todes erlebt, was ihn vielleicht bewusstseinsmässig so verändert, dass er auch das ewige Leben erleben kann.
Soweit mir bekannt ist, geschieht dies folgendermaßen: Der Mensch lernt aus seiner Religion die entsprechenden Grundsätze kennen — was er glauben soll und wie er leben soll. Im Christentum erfährt er vom Herrn, vom Glauben und von der Nächstenliebe (engl. charity), das heißt: wer sein Herr und Gott ist; welche Rolle die Heilige Schrift und die aus ihr hervorgehende Lehre spielen, welche diese Heilige Schrift erklärt; welche Rolle der Glaube spielt — als Anerkennung dessen, was wahr ist — und welche Rolle das Leben nach den Geboten sowie die Buße des Lebens spielen. In dem Maße, wie der Mensch Wahrheiten erkennt und nach ihnen lebt, wird er von neuem geboren, oder anders gesagt: geistig wiedergeboren.
In dem Maße, wie der Mensch Wahrheiten erkennt und nach ihnen lebt, wird er von neuem geboren, oder anders gesagt: geistig wiedergeboren.
Das hört sich schlüssig an…und ist wohl auch so.
Trotzdem erscheint es mir manchmal so, als wäre das ein singuläres Ereignis, das die Wahrnehmung in ein vorher und nachher teilt. Was nicht stimmen muss, es könnte aber so sein.
@stern Das "Paradies" ist hier. Hier schaffen wir Himmel oder Hölle - je nach dem, wie wir leben. Wir können jede auch noch so schwierige Situation dazu nutzen zu wachsen.
Das "Paradies" ist hier. Hier schaffen wir Himmel oder Hölle - je nach dem, wie wir leben. Wir können jede auch noch so schwierige Situation dazu nutzen zu wachsen.
Puh…
Also …Ja, ok..ich will das nicht ausschliessen…aber ganz ehrlich: ich kann das nicht erkennen, dass hier das Paradies sein soll.
Und das heisst entweder, dass ich es nicht erkenne, oder dass es hier nicht ist.