Bist du Christ oder nennst du dich nur so?
Hallo ins Forum,
was sagt es über Christen aus, wenn sie sich ein Urteil erlauben, ob andere „richtige Christen“ sind? Dabei wird auch gerne das Wort „überzeugte Christen“ verwendet. Ich kann das einordnen. Ich habe verschiedene Freunde, mit denen ich Glaubensthemen unterschiedlich intensiv anschneide und nehme in dem Bereich auch unterschiedliche Übereinstimmungen wahr. Ich nehme auch hier im Forum verschiedene Glaubenshaltungen wahr. Ja, wir alle leben unseren Glauben unterschiedlich. Und ja, es gibt zum Beispiel Mitglieder insbesondere in der ev. und kath. Kirche, für die Glaube im Alltag (abgesehen z.B. von Feierlichkeiten) keine Rolle spielt. Nur, wozu Wertung oder vielmehr Abwertung? Wem steht es zu, sich über andere zu erheben? Und, was erreicht er damit?
Gott ist es, der uns durch und durch kennt. Er sieht auf unser Herz - jenseits von Glaubenszuschreibungen. Möglicherweise können wir das sogar auch - ausschnittsweise. Oft werden wir uns auch täuschen können? Um einen guten Dialog zu pflegen, hilft es nicht, den anderen in eine Ecke zu stellen oder gar zu brandmarken. Ich glaube so, der andere anders oder evtl auch gar nicht. Ja, und? Suchen wir das Verbindende. Fragen wir nach, was uns irritiert. Halten wir fest, was uns wichtig ist. Lassen wir dem anderen Raum darauf zu reagieren oder auch nicht.
Hab ich mich jetzt über jene überhoben, die es sich herausnehmen, Christen einzuteilen? Womöglich. Es ist nicht meine Absicht. Vielleicht konnte ich dennoch Verständnis wecken, dass es nicht darauf ankommt, zu den „Vorzeige-Christen“ oder zu den „richtigen“ zu gehören und dass wir vor Gott alle „auf einer Stufe“ stehen.
LG Seidenlaubenvogel
Bist du Christ oder nennst du dich nur so?
Ich würde mich als zeitgenössischer Pasagianer bezeichnen und fühle mich daher inhaltlich der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche oder den Siebenten-Tags-Baptisten nahe, ebenso wie allen Gemeinden, die sich in der Nachfolge der Nazarener sehen (unbeeinflusst von Rom).
Macht mich das zum Christen? Vielleicht formal, doch ist das Christsein nicht viel mehr davon abhängig, dass man sein Christsein vom Verstand begreift und im Herzen trägt, in der Nachfolge des Herrn. Ich habe mich selbst geprüft und mir folgendes Szenario vorgestellt: Wenn unser Herr Jesus vor mir stehen würde und mich auffordert, mein Christsein zu begründen, dann würde ich ihm zumindest selbstbewusst erklären können, was mein Herz und Verstand zur Nachfolge veranlasst. Jesus würde in meinem Kopf und Herzen viel Wirrwarr finden, Sünde und vielleicht theologische Hochmütigkeit, doch ich bin überzeugt, dass er auch den Teil im Herzen findet, der aus Überzeugung und freiem Willen ja zu ihm und seiner Nachfolge sagt. Daher verstehe ich mich als Christ, da ich meinen Retter annehme und ihm folgen möchte.
Religionen, Konfessionen, Denominationen sind für mich lediglich Verwalter des Glaubens, die den Glauben lebendig halten. Und da es individuelle Menschen und Glaubensüberzeugungen gibt, braucht es auch über 50.000 unterschiedliche Denominationen, von denen keiner mehr oder weniger Recht hat. Die Frage ist für mich immer, welche näher und welche ferner an der originären und authentischen Lehre und Wahrheit dran sind. Und hier kommt es dann in den Diskursen meist zu Meinungsdivergenzen.
Bin da also insgesamt recht entspannt.
LG. Marco
@meriadoc Ja, das war mir auch aufgefallen. Ich hatte aber keinen Einfall, wie ich das hätte anders formulieren können. Grundsätzlich ist mein Ansatz ja (nur) der, dass wir einander das Christ-Sein nicht absprechen können (und ja, damit richte ich gewissermaßen über diejenigen, die das tun).
… ist dir noch ein weiterer Aspekt aufgefallen?
Guten Morgen erst mal ☕
Ja, gerade eben fiel mir ganz was spontanes ein.
Kennst du den Roman "Der Besuch" von Adrian Plass? Hab das mal gelesen und darüber oft nachgedacht. Wir denken immerzu, wir müssen, der andere muss, mein Mann muss, mneine frau muss. Es muss immer Jesuskonform sein. Der Mensch in der Kirche, der Christ in der Gemeinde und wenn was nicht der Norm entspricht, dann ist das bissl wie Jucken da und man muss kratzen.
Und doch, man braucht auch Korrektur und Zurechtweisung. Mensch, ich habe da mal einen Artikel gelesen. Wenn Salbung (Geistesgaben) auf unseren Charakter trifft. Ich fand das sehr interessant. Hier der Link dazu.
Dann schriebst du, das Kirchenchristen (ich nenne es mal so) sich nicht so tief mit dem Glauben befassen. Ich denke schon das dies den allermeisten betrifft. Ich war ja auch mal ein Kirchenchrist. In meiner Konfizeit war ich schon ziemlich neugierig auf das Wort, aber eher in "religiöser" Sicht. Meine Oma hat mit das Veterunser seelisch reingeprügelt und dann gemeint, ich wäre ein Taugenichts. Aber es ist was hängengeblieben. Als Kirchenchrist habe ich mich verabschiedet und ich bin bei "Religiösität" ziemlich allergisch geworden. Ich lese sehr gerne das Wort, aber bete nicht mehr. Ich spreche darüber innerlich mit Gott und das ist für mich leichter als Gebete herunterzulabern und ich gehe oft frontal heran oder auch freundlich. Ich werde niemals vergessen was ich da mal erlebt habe. In einer zeit, wo ich mit einer Gruppe aus der Gemeinde Streetworkarbeit machte, kam ein Mann ins Cafe. Wir redeten über dies und das. Er redete über sein Problem mit dem Alkohol. Ich zeigte ihm Verständniss und sagte ihm, er ist auch Opfer von Unwahrheit, Lügen und Schmerz. Erzählte ihm von meinem Vater und was der Alkohol ihm und der Familie angerichtet hat. Einige Wochen später traf ich ihn. Er kam zu mir und sagte: Du, ich möchte mich bei dir für das Gespräch bedanken. Ich habe entschlossen, das Trinken aufzugeben. Ich sagte zu ihm: Ich finde das sehr gut. Solltest Problerme haben, es gibt gute Anlaufstellen.
Ich glaube, manch Konfrontation ist kein Richten oder Urteilen. Jesus konfrontierte viele und mach einem passte es einfach nicht. Ich selber stecke selbst seit jahren in einer Krise und wenn ich da nichts dagegen tue, kommt eine Krise nach dem anderen und dann die Depression.
Im Roman "der Besuch" ging der Besucher (Jesus) nicht auf das ein was Menschen für sich wollen. Ich liebte die Konfrontation, das erstmal offentsichtlich unstrukktuierte Verhaltten des Besuchers. Ich mag Menschen, die ehrlich zu sich sind, sich nicht verstecken. Ich mag keine Aggros die sich hinter ihrer Schwäche verstecken und Konfrontation meiden und Schmerz nicht zulassen. Deswegen hatte ich mal mit einem Bruder aus der Gemeinde einen schweren Clinch. Was kam aus seinem Mund? Ich sei ein Kameradenschwein. Wooouw, getroffene Hunde bellen laut. Er hat sich bis heute nicht geändert. Nie, nie und nie habe ich über ihn gerichtet oder geurteilt.
Bitte nicht böse sein, habe für Korrekturen keine zeit. Muss jetzut arbeiten.
@meriadoc Danke dir für die Ergänzungen. Adrian Plass kenn ich aus meiner Jugend; „Der Besuch“ kenne ich nicht.
Ich glaube, manch Konfrontation ist kein Richten oder Urteilen.
Das Problem ist vermutlich, dass was gesagt wird nicht unbedingt so ankommt, wie es gemeint war. Und ja, es geht vielen so (mich eingeschlossen - ich arbeite dran), dass sie sich tendenziell schnell angegriffen fühlen.
Ich hab gerade in der Hölle, einen spannenden Gedanken(gang) von @Stern gelesen, den ich gerne hier teilen würde. Er passt super zum Thema, finde ich, und gibt evtl. guten Stoff zu weiter drüber Nachdenken:
Veröffentlicht von: @stern[...] Jesus sagt ja, dass die Kranken ihn brauchen und nicht die Gesunden. Soll heissen: ein Leben wie es Gott gefällt, kann man uU auch ohne einen Glauben an Gott leben.
Wie kann es Gott gefallen, NICHT mit ihm in Verbindung zu leben? Wie kann es ihm gefallen, wenn seine Schöpfung NICHT auf ihn re-agiert, ihm NICHT seine Liebe zurückspiegelt?
*hm* hab ich mich verlesen? Da steht "ein Leben, wie es Gott gefällt, kann man uU auch ohne einen Glauben an Gott leben" ... öööööhm Nö!
und gibt evtl. guten Stoff zu weiter drüber Nachdenken:
[...] Jesus sagt ja, dass die Kranken ihn brauchen und nicht die Gesunden. Soll heissen: ein Leben wie es Gott gefällt, kann man uU auch ohne einen Glauben an Gott leben.
ja genau diese Frage ist es wert, mal darüber nachdenken, wie Jesus das konkret meinte:
die "Gesunden" -
ja - ich denke, dass man sehr gut ohne Glauben an Gott oder "höhere Mächte" leben kann.
Wenn man aber die Zeit Christi bedenkt, dann dürfte er wohl weniger an diese Gruppe gedacht haben.
Sondern vielleicht an solche Menschen, die bereits in sicherer Verbindung mit Gott leben, die also einen festen Glauben hatten und nach Grundsätzen dieses Glaubens lebten.
Oder meinte Jesus doch eher solche Leute, die (damals wie heute) denken, glaubensmäßig auf der "sicheren Seite" zu stehen, keinen Zweifel an ihrer jetzigen Position und am eigenen künftigen Heil haben? Also Menschen, die sich gesund fühlen und sich selbstsicher als "Gläubige", "Gesegnete" und "Gerechte" präsentieren?
Und die "Kranken" -
sind das Menschen, die ohne Jesus leben, weil sie ihn nicht kennen und nichts von seiner Botschaft wissen? Sind das also potenzielle "Missionsobjekte", die unbedingt bekehrt ("geheilt") werden müssen?
Aber vielleicht hatte Jesus damit eher die verzweifelt Suchenden im Blick, die vom Leben und der Gemeinschaft "Abgehängten", die sich überflüssig und nutzlos fühlenden Zeitgenossen, die sich von Gott und Mitmenschen verlassen fühlen.
Ich denke, die Antwort ist nicht schwer, wenn wir Jesus Leben sehen und die Menschen, denen er sich besonders zuwendete.
@bepe0905 also schließt du, dass ein Glauben ohne Gott ... unschöner ist, als eins mit Glauben an ihn?
(Ich für mich bejahe das. Ich hab das ohne ihn kennengelernt ... und bin unglaublich froh, dass er mich wieder in seine Arme genommen hat!)
also schließt du, dass ein Glauben ohne Gott ... unschöner ist, als eins mit Glauben an ihn?
Ich will mir da kein Urteil erlauben.
Menschen, die ohne den Glauben an Gott (oder ein anderes höheres Wesen) leben, können trotzdem ein genauso erfülltes und glückliches Leben führen wie solche Menschen, die fest im Glauben verankert sind.
Ich bin allerdings davon überzeugt, dass ein fester Glaube unser Leben nicht nur einfachen, sondern z.B. unsere Entscheidungen auch sicherer macht. Wein ein Glaube ein Fundament ist - und das haben nicht alle.
Ich kenne Menschen, die sich in erster Linie als Humanisten sehen. Ihr Antrieb ist - genau wie bei uns Christen - eigentlich sehr edler Art und Weise. Es sind Menschen, die das Schöne und Gute fördern, das böse bekämpfen möchten und sich um die Parias und Ausgestoßenen der Gesellschaft kümmern.
Wie ich es sehe, gibt es nur einen Unterschied: sie bemühen sich aus eigenem Antrieb, immer im Vertrauen auf eigene Stärke - während wir Christen es durchaus "relaxter" angehen können. Weil wir unsere Grenzen sehen und schwer zu bewältigende Probleme an Gott weitergeben können.
Das Leben eines Humanisten ist daher nicht unschöner - aber vielleicht manchmal schwieriger als das eines Christen.
@meriadoc Für mich ist das nicht relevant, da ich nicht sehe, dass Gott uns durch dieses Wort definiert. Er sieht unser Herz an.
Ein Mafiaboss geht in die Kirche und betet und dankt Gott für Familie. Danach tötet er Menschen.
Ein russischer Priester huldigt einen Diktator und feiert Weihnachten. Er nennt andere Länder gleichen Glaubens als Satanisten.
Du musst schon definieren was unter Christ verstehst. Ich lese das aus der Bibel sehr gut heraus und ich scheitere oft daran und doch bejahe ich das alles. Da gibt es sehr viel was Jesus, Paulus, Petrus unter "Christ" versteht. Da sind manche hier weit weit weeeeiiiiiit weg davon. Mich eingeschlossen.
Wenn dir meine Antwort nicht ausreicht, kann ich aktuell ausführlich nicht viel liefern. Abgesehen davon, dass es wirklich nicht darauf ankommt, was wer unter Christ versteht. Entscheidend ist und bleibt, wie Gott dich, mich und deine beispielhaft genannten Personen sieht.
Wozu dieses Denken in Schubladen? Um es dann so zu machen, wie es andere (evtl. mit mir/dir?) machen? Du musst soundso sein - du bist nicht so - also bist du kein ..... ?
Genau darum geht es in diesen Fragen ... was sagt das über uns persönlich aus, wenn wir so denken ... ?
Ist es möglich, dass wir so behandelt wurden und uns damit eigentlich nun unbewusst "rächen"?
Hat Gott uns das gegeben? Nein. Was hat er uns dann gegeben?
Ich gebe zu, ich dachte jahrelang ähnlich. Das betraf nicht nur den Glaubensaspekt, sondern das ganze Leben. Irgendwann habe ich dann herausfinden müssen, dass ich meine Mutter "imitierte", ich hatte dieses Verhalten einfach von ihr übernommen und hab Menschen nicht angesehen, sie nicht wahrgenommen und angenommen als das, was oder wer sie sind. Das ist sehr schade und tut mir heute noch leid. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern, aber ich kann aus ihr lernen --> für die Zukunft. Und nur die haben wir in der Hand: die Gegenwart (das Hier und Jetzt) und die Zukunft.
Es ist schon was dran an diesem "nicht das Trennende suchen, sondern das Einende" -- und das Einende ist der Einende: Gott, der durch seinen Heiligen Geist in uns wohnt und uns Dinge möglich macht, die wir aus uns (menschliche Natur) heraus nicht können.
@seidenlaubenvogel Ich mag deine Gedankengänge und Fragen ... oft ... ich finde sie inspirierend für den, der sich auf den Weg der Ehrlichkeit vor Gott und sich selbst macht oder gemacht hat. Danke dafür.
So viele fragen sich heimlich oder fragen auch laut, ob wir nicht alle miteinander und so ... ja, bin ich ebenso bereit, genau das zu leben, auch wenn es andere nicht leben und evtl. mich eben auch immer noch "einteilend bewerten"? Bin ich bereit, zu lieben, wenn andere mich nicht lieben? Bin ich bereit, mir die Kraft Gottes dafür zu holen und den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen? Zu glauben, dass etwas ist, auch wenn ich es noch nicht sehe? Festzuhalten an dem Guten, auch wenn die anderen im Sandkasten nicht mitspielen?
Ich kann es nicht immer, nicht mal oft. Herr, hilf du mir dabei. ✝️
🤔😶
Jesus hat mal ein ganz interessantes Gleichnis erzählt.
Der Pharisäer und der Zöllner
9 Er sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: 10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. 13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
Wenn ich schon "als Christ sein" sehen will, muss man doch erst mal kapieren wo es beginnen sollte.
Ich scheitere immer wieder, bin ungerecht, auch mal gemein. Bin ich aber alleine, dann kann ich in meinen inneren Spiegel schauen und sagen....ICH HABE WIEDER VERSAGT. Dann lese ich von Paulus......... Wer wird mir aus diesem Chaos heraushelfen (erlösen befreien).....Jesus.
Heute geh ich in die Gemeinde und werde schon Stasimethode gefragt. Wo bist du, warum kommst du nicht usw...... Dann gehst ständig ums Geld hier und da. Als ob das alles Christsein ausmacht. Ganz ehrlich, ich will nicht gesagt bekommen beim Endgericht...Hinweg, ich kenne dich nicht.
@meriadoc Lieber Meriadoc, es war zu vermuten - es ist mehr der persönliche Bezug und auch der zu deiner Gemeinde, der dich triggert als eine abstrakte Begriffsklärung. Dafür möchte ich mir auch für einen Moment etwas mehr Zeit nehmen als vorhin mit meiner kurzen Antwort.
Ich starte mit einer Äußerung, die mir wichtig geworden ist: Kann doch jeder sein, wie er will. Und ich ergänze sie mit: Ich bitte auch.
Eine wertvolle Aussage ist, dass es uns nicht zusteht zu richten. Und ja, ich weiß mein Eingangspost ist nicht ganz frei davon, da es - wenn auch nicht meine Absicht - gewissermaßen dann doch die richtet, die richten.
Zurück zu deinem Erleben und deinen Einschätzungen: Ich wünsche dir Freiheit! Lass die anderen - sowohl im theoretischen Vergleich als auch bei konkreten Verhalten von Gemeinde. Woher willst du wissen, was wie gemeint ist? Ist es z.B. Kontrolle oder Mitgefühl? Das kann bisweilen ein schmaler Grat sein. Steh drüber! Grenze dich ab, wenn dir andere zu nahe treten. Und begegne anderen aus einer vergebenden Haltung heraus. Sei anders - sei du!
Gemeinschaft ist gut und wichtig - nur sie wird auf Erden nie/ selten „vollkommen rein“ sein. Wenn du dich von etwas, jd verändern lässt, dann am besten von Gott (natürlich auch gerne durch oder mit Mitmenschen), der dich zu sich zieht - auf Seine Weise.
Und - habe Vertrauen: Gott hält dich in Seiner Hand! Warum kann ich das wissen? Weil ich dich ringen sehe und weil ich um einen Gott weiß, der es schätzt, wenn wir zu uns und vor Ihm ehrlich sind.
Veröffentlicht von: @meriadocHeute geh ich in die Gemeinde und werde schon Stasimethode gefragt. Wo bist du, warum kommst du nicht usw...... Dann gehst ständig ums Geld hier und da. Als ob das alles Christsein ausmacht.
Das kenne ich. Ja. Und ich habe es früher auch so gesehen wie du ...
Doch heute denke ich darüber anders, wenn mich Geschwister nach meinem Leben fragen - sie interessieren sich für mich. Sie kontrollieren mich nicht (ist da vielleicht ne Prägung von früher im/aus dem Elternhaus? -> war es bei mir), sondern wollen Anteil haben/nehmen an meinem Leben. Das ist Interesse, das ist Liebe.
@neubaugoere
ich weiß aus Erfahrung, dass es leider sehr schwer ist, einen Mittelweg zwischen Neugier und Desinteresse, zwischen absoluter Freiheit und Gebundenheit zu finden....
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelJa, wir alle leben unseren Glauben unterschiedlich. Und ja, es gibt zum Beispiel Mitglieder insbesondere in der ev. und kath. Kirche, für die Glaube im Alltag (abgesehen z.B. von Feierlichkeiten) keine Rolle spielt. Nur, wozu Wertung oder vielmehr Abwertung? Wem steht es zu, sich über andere zu erheben? Und, was erreicht er damit?
Sehe ich auch so.
Ich empfinde auch, dass beim Thema Gemeinschaft & wie häufig einen Gottesdienst besuchen ebenfalls oft Kontroversen auftauchen... (Vor allem bei den Katholiken gilt der Gottesdienst ja als unverzichtbar, zumindest kenne ich das so.) Wer sagt, dass es nicht genauso viel wert ist, für sich alleine in der Stille, in der Natur zu beten..
Ich finde, die Herzenshaltung ist SO wichtig ❤️
Hallo!
Ich hab mir, muss ich gestehen, nicht alles durchgelesen. Mir ist nur eine Sache hängen geblieben: Ein Leben zu führen, ohne den Glauben an Gott, ist meiner Meinung nach keines, dass ihm gefällt. Ich nehme an, er ist glücklich, wenn man versucht ein "guter" Mensch zu sein, dennoch geht es doch genau darum: Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. (Joh 14,6).
Er will eine Beziehung und uns nahe sein.
Ich zweifle manchmal an meinem "Christsein". Ich glaube mit jeder Faser meines Körpers an Jesus Christus als mein Erlöser, mein Gott, der als Mensch zu uns auf die Erde gekommen und für unsere Sünden gestorben ist. Es wissen eigentlich auch alle um mich herum, dass ich gläubig bin. Ich rede auch über Jesus, aber es ist weniger geworden. Weil ich auf Ablehnung stoße. Dann hab ich das Gefühl, dass ich niemanden missionieren möchte. Denkanstöße habe ich ja bereits gegeben. Ich mag nicht, dass es dann ins Gegenteil rutscht. Mit meinem Vater hab ich viel geredet, weil er Atheist ist und sogar versucht mich zu überzeugen, dass es Gott nicht gibt. Ich glaube, dass er insgeheim an Gott glaubt, weil er sehr wütend auf ihn ist. Er sagt aber, dass es ihn nicht gibt.
Meine Zweifel kommen daher: lebe ich christlich? Ich gehe nicht in die Kirche, weil ich das für falsch halte (ich bin eigentlich katholisch erzogen und aufgewachsen und kann damit nichts anfangen). Ich mach auch nicht besonders viel Gutes. Ich spende nicht, mach nichts ehrenamtlich. Ich lese zu selten die Bibel.
Was ich tu: ich bete täglich. Ich erziehe meine Kinder im Glauben und erzähle ihnen viel von Jesus. Wir haben auch eine Kinderbibel, aus der ich hin und wieder vorlese. Wenn das Thema in Gesellschaft aufkommt, bespreche ich es mit Leidenschaft. Ich versuche allen mit Liebe und Respekt zu begegnen. Ich arbeite an mir und den Umgang mit meinen Mitmenschen, nicht zu lästern, nicht wütend zu sein und bitte auch Gott immer um seine Unterstützung und Wegweisung. Wenn ich in die Verlegenheit komme anderen zu helfen, tu ich es sofort (also, zB ältere Frau stolpert oder lässt etwas fallen, Nachbarin braucht Hilfe oder oder oder).
Ich habe das Gefühl, dass ich so viel stemmen muss (Arbeit, Kinder, Haushalt etc), außerdem geht es uns finanziell nicht besonders gut. Wir kommen gerade aus unserem Tief raus (langsam, aber doch). Daher rede ich mir ein, ich kann nicht mehr machen. Ich bete viel für andere Menschen, aber reicht das?
Andererseits wiederum, nachdem ich so viele Jahre immer wieder finanzielle Schwierigkeiten habe und hatte, bete ich oft für Geld. Ist das verwerflich? Es fühlt sich falsch an, aber dieses Thema belastet mich so sehr.
Dann denk ich wieder: Ich glaube! Ich glaube von ganzem Herzen!
Daher rede ich mir ein, ich kann nicht mehr machen. Ich bete viel für andere Menschen, aber reicht das?
Manchmal kann man wirklich nicht mehr tun. Und deshalb solltest du dir keine Vorwürfe machen, sondern deiner Linie treu bleiben:
- erzähle von deinem Glauben - wo es Sinn macht und man dir zuhört,
- versuche, eure finanzielle Schwierigkeiten zu meistern - aber es ist weder verboten noch verwerflich, wirtschaftliche und finanzielle Probleme vor Gott zu bringen,
- freue dich, dass ihr langsam aus dem finanziellen Tief hochkommt - und vergiss nicht, auch dafür dankbar zu sein.