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Christ vs Nichtchrist - sinnvolle Trennung?

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Stern
 Stern
Themenstarter
Beiträge : 3214

Hallo zusammen,

da mich eure Ansichten dazu interessieren hier eine Frage, die sich im Evangelikal- Thread ergeben hat (den ja vielleicht nicht jeder liest):

Macht es Sinn, in Christen und Nicht-Christen zu unterteilen? Schafft man da nicht Trennung wo keine ist - es sind doch alles Menschen…

 

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Gelöschtes Profil
Beiträge : 30188

@stern 

ich habe gerade nachgedacht und festgestellt, dass ich nicht unterteile. Ich unterteile eher in angenehme Menschen und weniger angenehme. Und wenn der angenehme dann auch noch Christ ist und vielleicht an ähnlichen Fragen und Zweifeln rumkaut wie ich, dann empfinde ich das doppelt angenehm und daraus ergeben sich dann oft gute Gespräche. 

Ich kann aber auch mit einem Nicht-Christen, der Bach-Musik liebt ein richtig schönes Gespräch haben und die Religionszugehörigkeit spielt da ebenfalls kaum eine Rolle.

Ja und es gibt Christen und Nicht-Christen, mit denen kann ich einfach rein gar nichts anfangen... 🙂

 

 

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lhoovpee
Beiträge : 3547

@stern 

Kommt auf die Intention der Trennung an.

Natürlich ist es Sinnvoll in Kirchenmitglied und nicht zu unterteilen, wenn es um die Kirchensteuer geht. 

Und natürlich wird Gott selbst irgendwann uns richten und aufzeigen, wer tatsächlich in seinem Sinne gehandelt hat und wer nicht. (Und dann werden wir auch sehen, ob die Gnade Gottes wirklich so Gnadenlos ist, wie von Evangelikalen gelehrt :D)

Und ich finde es auch für Safe Spaces sinnvolle; also Räume zu haben, wo nur Christen sich austauschen können. Das gibt in diesen Forum ja auch, wobei da ja die Selbsteinschätzung ausschlaggebend ist. 

Und das ist der Ausschlaggebende Punkt für mich:

  • Gut: Jemand bezeichnet sich selbst als Christ oder Nicht-Christ.
  • Schlecht: Man bezeichnet andere als Christ oder Nicht-Christ. 

Gerade an Evangelikalen Gemeinden, wo "die Bekehrung" im Mittelpunkt steht oder gar die "Gemeindezucht", wird meiner Erfahrung nach leider zu häufig die schlechte Variante gewählt. Mal Bewusst, mal unbewusst.

lhoovpee antworten
Chai
 Chai
Beiträge : 4814

@mamba und @Ihoovpee fassen meine Gedanken zusammen. 

Gerade wenn man in den frommen Bereich hineingewachsen ist, stellt man fest, dass nicht alle, die 'drinnen' sind, 'gute' oder angenehme oder umgängliche Menschen sind und - manchmal noch schlimmer - die 'draußen' nicht immer 'böse' oder unangenehm oder weniger friedfertig sind als eben die aus dem frommen Gehege. Es gibt ehrliche Nichtchristen und Christen, die die Wahrheit recht elastisch auslegen - so nach dem Motto 'seid klug wie die Schlangen ...'
Das wäre schon schön einfach. 

Und ich vermute, dass ich auf meine Mitmenschen auch nicht in erster Linie 'christlich' wirke - manche mögen mich, manche nicht. 

chai antworten


Gelöschtes Profil
Beiträge : 30188

@stern 

Mir kam eben noch das Wort Jesu in den Sinn, dass wir ja nicht Perlen vor die Säue werfen sollten und das Heilige nicht den Hunden geben (Mt 7,6), denn meine Erfahrung durch alle Jahrzehnte meines Glaubenslebens lehrt eben auch, dass Menschen, die nichts vom Glauben wissen wollen, äußerst aggressiv darauf reagieren können.

Den Hohn und Spott und fehlenden Respekt hier im Forum mancherorts kann man ja noch aushalten, aber es gibt eben auch Situationen, da ist es wirklich besser, die eigene missionarische Schnauze zu halten, wenn man dieselbe nicht poliert bekommen will.

Also unbedingt immer darauf achtgeben, wem man von seinen Schätzen mitteilt. Es sind nämlich auch genug Räuber und Mörder unterwegs.

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Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@plueschmors 

Danke, Plueschmors, für den Hinweis und fürs auf mich aufpassen 🙂

Ich werde es mir zu Herzen nehmen.

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GoodFruit
Beiträge : 4219

@stern Wenn man überhaupt einteilen will, dann muss man das mit relevanten 'Merkmalen tun. Gott sieht das Herz an. Kannst Du Menschen ins Herz schauen?

Da ist die alte Frau, die griesgrämig und ablehnend zu sein scheint - aber sich sehr engagiert um einen schwer behinderten Menschen kümmert, von ihren qualitativ hochwertigen Handarbeiten und Produkten ihres Gartens gerne abgibt, über Gottes Gesetze nachdenkt und sie zu erfüllen sucht. Das alles merken aber die Wenigsten.

Da ist der engagierte Christ. Er sammelt fromme Ämter, ist jeden Abend in irgendeinem Gremium - und vernachlässigt seine Kinder, ist schnell mit Urteilen gegen Menschen, die ihm nicht passen.

Da ist der junge Mann, der Jesus von Herzen liebt - es fällt ihm aber schwer, die Finger von Dingen, die biblisch als sündig gelten, zu lassen.

Da ist ein anderer junger Mann. Er hat alles zugekleistert mit "Jesus first" etc. - Poster im Zimmer, Aufkleber auf dem Fahrrad, Instastory etc. Das Bekenntnis ist nicht zu übersehen. Aber er kann es nicht lassen, Menschen zu verurteilen. Vom Verhalten her, könnte man meinen, er sei ein "Verkläger der Brüder" - aber die Fassade sagt etwas ganz anderes.

Wo sind die Grenzen? Gibt es Dinge, die nicht sein dürfen? Oder gehen uns solche Entscheidungen so rein gar nichts an?

Calvinisten meinen ja durch ihre Lehre von der Vorherbestimmung, aus aktuellem Verhalten auf zukünftiges Verhalten extrapolieren zu können. Wer heute sündigt, wird es auch morgen tun. Und so wird dann ganz locker mal mit weitreichenden Konsequenzen der Stab gebrochen. Wissen sie wirklich, dass Gott ganz sicher diesen Menschen nicht in die Umkehr führen möchte, um ihn dann zu einem großen Evangelisten zu machen? Solche Entscheidungen und Verurteilungen sind so mit das schlimmste, was ein Mensch auf Erden tun kann - insbesondere mit Blick auf das eigene Schicksal. Eine Sünde kann vergeben werden - bei einer Unbarmherzigkeit (und das als Life-Style) wird es schon schwieriger. Schau mal auf Mt 6, 14-15:

14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. 15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben. 

oder auch auf das Gleichnis vom Schalksknecht ...

Christen kommen in den Himmel - darauf können sie sich verlassen. Es gibt da eine Heilsgewissheit. Aber Calvinisten? Müssten die nicht eine Höllengewissheit haben?

Aus diesem Grund rate ich dringend, Bewertungen und Trennungen möglichst ganz bleiben zu lassen.

Ich habe oft angenehmeres Miteinander mit Menschen, die sich nicht explizit zum Christentum bekennen als mit Christen, die fest in Gemeindestrukturen eingebunden sind, für die aber Nächstenliebe ein Fremdwort ist.

Da gibt es sicher überall solche und solche. Unter den offiziellen Christen gibt es sicher aber nicht mehr Menschen, die den Nächsten angemessen begegnen.

goodfruit antworten


Murphyline
Beiträge : 1894

@stern ich so als "bibeltreuer Katholik" 😉 sag mal:

Matt.5,44 ff

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. 

murphyline antworten
3 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@murphyline 

Nichtchristen sind zwar nicht meine Feinde- aber ich weiss was du meinst.

Und ja, hat man sich irgendwann dazu durchgerungen (mir fällt das als Option immer erst sehr spät ein), dann ist das wohl die beste Sache die man machen kann.

 

stern antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1894

Nichtchristen sind zwar nicht meine Feinde- aber ich weiss was du meinst.

@stern Ich meinte auch eher diesen Satz:

Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 

Und wer letztendlich gut und gerecht ist, entscheidet Gott allein- nicht wir.

Deswegen finde ich die Haltung Christ =gut - Nichtchrist=schlecht immer sehr gefährlich. Wir wissen es nicht und können Gottes Entscheidung nicht vorwegnehmen.

Daher finde ich Nichtchristen voll OK, solange sie mich nicht diskriminieren, weil ich Christ bin.

 

murphyline antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@murphyline 

Deswegen finde ich die Haltung Christ =gut - Nichtchrist=schlecht immer sehr gefährlich. Wir wissen es nicht und können Gottes Entscheidung nicht vorwegnehmen.

Ja. Ich habe nur gemerkt, dass ich seit ich mich selbst als Christ bezeichne und verstanden habe, dass wir zusammen einen Leib bilden, also irgendwie zusammenhängen, seitdem trenne ich. Vorher war das egal, das waren erstmal nur Menschen. Jetzt horche ich auf, wenn sich einer selbst so bezeichnet. Und ich weiss nicht, ob mir das gefällt, denn eigentlich mag ich das Einende. Ich schaffe es aber auch nicht mehr zurück, zu dem wie es vorher war.

stern antworten
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