" Du kannst kein echter Christ sein, wenn du psychisch krank bist"
Diese Aussage ist immer wieder und leider noch immer zu hören, wenn Menschen an einer Depression erkranken, im Burnout landen, eine Angststörung haben, ein Trauma erleiden mussten oder sonstige psychische Krankheiten haben.
Ihnen wird nicht nur der richtige Glaube abgesprochen.
Auch ihre Identität als Christ wird verworfen.
Wie geht ihr damit um, die ihr auch schon einmal psychisch erkrankt ward.
Wie geht ihr damit um, wenn solche Lehren in euren Gemeinden oder eurem Umfeld verbreitet und geglaubt werden?
Was ist von solchen Aussagen zu halten?
Sehr gerne dürft ihr hier auch anonym schreiben.
Ich freue mich auf einen feinen Austausch und danke allen sich Beteiligenden schon jetzt
Herzliche grüße
Inge
Ich habe das so extrem noch nicht gehört. Erlebt habe ich, dass die Vorbehalte und Berührungsängste so groß waren, dass gute, ehrenamtliche Arbeiten darunter gelitten haben, weil Mitarbeiter mit eine Diagnose (insgeheim) als hochriskant eingestuft wurden. Dabei war diesen psychisch Kranken gar nichts anzumerken und sie waren wirklich geeignet. Das ist schon ziemlich dämlich und traurig.
Im Allgemeinen kenne ich aber einen sehr guten Umgang damit. Deshalb noch ein zusätzlicher Gedanke:
In Gemeinden wünsche ich mir selbständiges Denken und einen offenen Umgang damit. Dabei kann man auch Fehler machen. Äußert jemand also mal sowas: "Du kannst kein echter Christ sein, wenn du psychisch krank bist", würde ich zuerst den verurteilenden Satz in eine persönliche Meinung umwandlen wollen, dann aber die Meinung akzeptieren und das Gespräch suchen.
Herausforderung
Veröffentlicht von: @irrwischDiese Aussage ist immer wieder und leider noch immer zu hören, wenn Menschen an einer Depression erkranken, im Burnout landen, eine Angststörung haben, ein Trauma erleiden mussten oder sonstige psychische Krankheiten haben.
Ich selbst habe diese Aussage noch nicht gehört.
Was ich als eine wirkliche Herausforderung empfinde, ist: Orte in der Gemeinde zu haben, an denen sich Menschen mit pschischer Erkrankung wohlfühlen.
Bei uns sind es - so weit ich es sehe - die Chöre. Da kommen viele Menschen hin, nicht zuerst wegen des Singens, sondern weil sie sich gut aufgehoben fühlen.
Und wir haben eine Gruppe, die Menschen mit Depression einlädt. Da muss sich keine/r erklären, sondern wird so wie er/ wie sie ist, willkommen geheissen. Die Gruppe "läuft" schon seit Jahren ausgesprochen gut.
Nachtrag vom 17.12.2019 1434
In dieser Gruppe sind drei Künstler/innen. Das ist eine Häufung, die wir sonst nicht in der Gemeinde haben.😉 .
Einer von ihnen macht gerade eine Ausstellung in seinem Atelier. Es hat mich sehr berührt, was für Menschen da kommen. Da kommen die "Niedrigen" aus unserer Stadt. Das ist eine ganz schöne und besondere Atmosphäre.
Da sieht man was Bitterkeit anrichtet. Missverständnisse ohne Ende!
Ruhig bleiben 😊
Max
Ekklesiogene Neurosen
Umgekehrt kann sogar eine psychische Belastung durch "Fehlformen der Religion und Frömmigkeit entstehen."
Säkulare pathogenese
Der Begriff wurde 2019 vom Chemiker und Theologen Lars A. in einem Forum für Theologie geprägt. Er behauptete, dass die „in gewissen säkulären Kreisen“ übliche naturalistische Weltsicht zu einer Dehumanifizierung des Individuums führt, und eine allgemeine Erkaltung zwischen menschlichen Beziehung zur Folge habe.
Der Begriff ist mir nicht bekannt und scheint recht neu, wenn er 2019 geprägt wurde.
na ja er wurde auch am
18.12.19 Um 14:33
geprägt
😊
Hallo Irrwisch,
genau so habe ich es noch nicht gehört, aber es gibt viele andere Dinge, aufgrund derer einem das "echte Christsein" (was ist damit eigentlich gemeint??) in Frage gestellt wird oder man sich selbst in Frage stellt. Schade.
Argumente, die gegen dein Gehörtes sprechen, wurden schon genannt. Da kann ich nur hinzu fügen bzw. wiederholen:
- Wozu gibt es sonst christliche Psychotherapie (z.B. de Ignis)? Nur für die "unechten Christen" und die Nicht-Christen?
- Statistisch gesehen wird ein sehr erheblicher Teil der Bevölkerung mind. 1x im Leben im Bereich Psyche hilfsbedürftig, gerade auch nach schweren körperlichen Krankheiten: Werden die Betroffenen dann alle als "falsche Christen" aussortiert? Und von wem?
Ich denke und hoffe, dass Römer 8, 38 - 39 auch psychische Krankheiten mit abdeckt. Wer ein "echter Christ" ist, das entscheidet doch letztlich immernoch Gott. Ich glaube nicht, dass Gott Interesse daran hat, dass wir ihm da vorgreifen.
Veröffentlicht von: @irrwischDiese Aussage ist immer wieder und leider noch immer zu hören, wenn Menschen an einer Depression erkranken, im Burnout landen, eine Angststörung haben, ein Trauma erleiden mussten oder sonstige psychische Krankheiten haben.
Veröffentlicht von: @irrwischIhnen wird nicht nur der richtige Glaube abgesprochen.
Veröffentlicht von: @irrwischAuch ihre Identität als Christ wird verworfen.
Das ist absolut daneben! In der "Gründerjahren" der Gemeinde, in die ich gehe wurden in der Hinsicht wohl auch einige Fehler gemacht.
Aus Unwissenheit, Unreife usw.
Als ich Jahre später in die Gemeinde kam, gab es noch ein paar Ausläufer davon, aber sie waren schon in der Aufarbeitung. Wo möglich, wurden Menschen um Vergebung gebeten.
Heute ist es so, dass wir als Seelsorger geschult werden und auch eine Prüfung ablegen müssen. 2 im "Lehrteam" sind Psychotherapeuten (die in ganz normalen "weltlichen" Kliniken arbeiten).
Und hierbei geht es auch ganz klar um Grenzen in der Seelsorge und um NoGos.
Das finde ich sehr wichtig.
Liebe Grüße,
convers