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Enttäuschte Erwartungen?

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THOW42
 THOW42
Themenstarter
Beiträge : 134

Als ich Christ wurde, war gerade eine große Welle von Hoffnung und Erwartung im Leib Christi spürbar – zumindest im freikirchlichen Umfeld der späten 80er und frühen 90er Jahre. Bewegungen wie „Durchbruch für Deutschland“ riefen zum geistlichen Aufbruch, und auch Reinhard Bonnke rückte Deutschland erneut als Missionsland in den Fokus.

Das Christenleben sollte vor allem eines sein: erfolgreich.
War nicht geschrieben, dass Jesus alle Krankheiten ans Kreuz nahm? Also müsse man nur „den Dreh rauskriegen“, dann würden sich viele Probleme fast automatisch lösen.
Auch die Kirchen sollten wieder vor allem eines ausstrahlen: Exzellenz. Nur das Beste sei gut genug für Gott. Und je charismatischer desto besser – das Umfallen im Heiligen Geist gehörte damals fast schon zum guten Ton.

Diese Atmosphäre weckte viele Erwartungen – auch in mir:

  • Erwartungen an mich selbst

  • Erwartungen an den Leib Christi

  • Erwartungen an meinen Glauben

  • Erwartungen an den Glauben

Doch das Leben verlief in vielen Bereichen anders als erwartet.
Die – damals durchaus schlüssig dargelegte – nahe Entrückung etwa? Bis heute auf „pending“.
Mein Glaube an Gott selbst geriet dabei nie ins Wanken. Aber ich musste durch manches hindurch. Musste Bilder loslassen. Vorstellungen neu sortieren. Und auch meinen Glauben in wesentlichen Punkten neu bedenken und justieren.

Wie war das bei euch?
Was hat euch am Glauben – oder an dem, was man euch versprach – enttäuscht?
Und welche Lehren habt ihr daraus gezogen?

Antwort
126 Antworten
Anna
 Anna
Beiträge : 9

@THOW42

Ich bin in eine Religion hineingeboren. Katholisch.

Versprochen - nichts - eher ermahnt, nicht in die Hölle zu kommen.

Im Grunde hatte ich mehr Angst vor Gott, als Vertrauen. Das führte dazu, dass ich irgendwann mich von dieser Religion verabschiedete. 

Über andere Wege kam ich irgendwann auf die Idee die Bibel zu lesen. Ich kannte einige Bibelverse und das, was der Pfarrer von der Kanzel predigte.

Was ich da las, in der Bibel, war für mich der Anfang, Gott zu verstehen und ein Erwachen.

Viele Dinge, die mir diese Religion beibrachte, fand ich in der Bibel nicht. Es war bzw. ist nicht aus der Bibel.

Was ich daraus für eine Lehre gezogen habe - dass manchmal die Antwort so nahe ist. Nicht Menschen vertrauen, sondern Gott, auch bitten um eine Antwort. Einfach die Bibel lesen, Dankgebete, Lobpreisgebete, Bittgebete ... Die Gemeinde, die Religionen, andere Menschen sind nur dahin gut, wenn ich für mich die Bibel soweit "kenne" und auf den gleichen Standpunkt bin und erst dann kann ich mich entscheiden. Denn nur das anzunehmen, was ein anderer "Mensch" einen erzählt, das hatte ich schon.

Es gibt viele Wege. Doch ob der Weg für einen selbst der richtige ist, das muss ich verantworten und sonst niemand. Der freie Wille. 

anna antworten
4 Antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1409

@anna 

Komisch, ich wurde Katholisch weil die Wiedersprüche in der Bibel in deren Auslegung einen Sinn ergeben haben. Auch weil die alte Kirche die Schriften Überhaupt überliefert hatte. Das eine vom anderen zu trennen finde ich von daher schonmal nicht korrekt.

Ich hatte zuvor das neue Testament Dutzende Male lesen und die zahlreichen freikirchlichen Schriften oder Predigten darüber -die denselben Grundtenor hatten "nur die Bibel"- halfen nicht dabei einen Frieden zu finden.

Angst vor der Hölle auf Deutsch gesagt hatte ich vorher schon, in der Bibel stehen genug Warnungen davor drin .

Wenn es Dir hier im Thread vordergründig darum geht eine spezielle Kirche oder Glaubensrichtung schlecht zu machen, kein Problem, kann ich mit meiner Lebenserfahrung auch machen. Hab genug darunter gelitten früher und hab schlimmeres im Umfeld mitbekommen.

kappa antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667

@kappa Anna sprach von ihren Erfahrungen.

chai antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1409

@chai ja das stimmt. Trotzdem nutzte sie das gefühlt als Plattform mit den üblichen Argumenten "steht nicht in der Bibel". (-Muss es auch nicht). Aber ja, mein Posting hat sich nicht wirklich mit dem Thread beschäftigt. Sorry diesbezüglich:).

kappa antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667

@kappa Die Differenzen zwischen den einzelnen Glaubensgemeinschaften sind ja hinreichend bekannt. 
Da ist kein 'Schlechtmachen' dabei.

chai antworten


Simba
 Simba
Beiträge : 377

@thow42 am Glauben hat mich noch nie etwas enttäuscht, sondern allenfalls Menschen und deren Lehren und Auffassungen manchmal.

Muss man vergeben und weitermachen, lernen und das Verständnis vertiefen, und dann is gut.

Dass ein Erfolgs-Evangelium enttäuscht, ist klar. Sollte man sich von verabschieden.

LG und Segenswünsche 

simba antworten
Adjutante
Beiträge : 3256

@thow42 

Hi,

Als ich Christ wurde, war gerade eine große Welle von Hoffnung und Erwartung im Leib Christi spürbar – zumindest im freikirchlichen Umfeld der späten 80er und frühen 90er Jahre. Bewegungen wie „Durchbruch für Deutschland“ riefen zum geistlichen Aufbruch

Davon hab ich gar nichts gespürt.

und auch Reinhard Bonnke rückte Deutschland erneut als Missionsland in den Fokus

Bonnke mochte ich überhaupt nicht.

Wie war das bei euch?
Was hat euch am Glauben – oder an dem, was man euch versprach – enttäuscht?
Und welche Lehren habt ihr daraus gezogen?

Mir wurde nichts verprochen, ....  gar nie.

Eine Ent-täuschung ist etwas Gutes: man kommt aus einer Täuschung raus.

adjutante antworten
37 Antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667
Veröffentlicht von: @adjutante

@thow42 

Als ich Christ wurde, war gerade eine große Welle von Hoffnung und Erwartung im Leib Christi spürbar – zumindest im freikirchlichen Umfeld der späten 80er und frühen 90er Jahre. Bewegungen wie „Durchbruch für Deutschland“ riefen zum geistlichen Aufbruch

Davon hab ich gar nichts gespürt.

Das war die Zeit, als ich kein Christ war. Nicht mehr - weil ich meine fromme Kindheit hinter mir gelassen habe. 
Und noch nicht wieder, weil ... sich Gott nicht wieder bemerkbar gemacht hatte.

und auch Reinhard Bonnke rückte Deutschland erneut als Missionsland in den Fokus

Bonnke mochte ich überhaupt nicht.

Von Reinhard Bonnke hab ich später einige Videos gesehen und ich wäre aufgrund dieser Art der Missionierung sicher nicht wieder zum Glauben gekommen. 

Ent-täuschend fand ich viele fromme Literatur, wo dann so Geschichten standen, dass XY zum Glauben gekommen war und sich dadurch sein ganzes Leben verbessert hätte. Das waren nach meinen jungen Erfahrungen und auch später meistens leere Versprechen. 

chai antworten
THOW42
 THOW42
(@thow42)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 134

@chai Ich glaube, dass manche meinten sie würden Gott einen Gefallen tun, wenn sie die Geschichte ein wenig frisierten. Dabei ist die Bibel eine einzige authentische Geschichte voller falscher Entscheidungen, Irrungen, Wirrungen und Fehlern. Die, die solche Bücher schrieben, hätten wahrscheinlich alles ein wenig peppiger geschrieben und eine reine Erfolgsstory daraus gebastelt. Dabei ist das ja gerade das Geheimnis, das uns so in den Bann nimmt. Diese Geschichten sind so verrückt authentisch, dass sich das als "Kanon" einer Weltreligion etablierte ist eigentlich Zeugnis genug.

thow42 antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 377

@thow42 frisieren ist gar kein Ausdruck. Man kann die Story teilweise bei zahlreichen Predigern mitsprechen: "Ich war voll in den Drogen /ich war voll in der Esoterik... und dann habe ich Jesus kennengelernt... Blabla..."

Nahezu identisch dieselbe Story.

Man nennt das schlicht und einfach Lügen. 

simba antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4174

@simba ...und dann war auf einmal alles anders, jaja.

Und alles sooo einfach. 

Oft liegt dann in solchen Lebensberichten der propagierte Wendepunkt noch gar nicht so lange zurück... 

Ich kenne diese Art von Literatur, da ich selbst in christlich-konservativem Umfeld aufgewachsen bin... aber irgendwie hat man dadurch auch relativ früh gelernt, sich selber nen Kopf zu machen, glaube ich.

tatokala antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 377

@tatokala das wäre wünschenswert. Es gibt auch Leute, die glauben und beklatschen diese Berichte, selbst wenn sie sie 10x nahezu identisch von verschiedenen Personen gehört haben...

simba antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27687

@simba 

Wie verhinderst du, dass jemand, der tatsächlich so eine ähnliche Freisetzung erlebt hat, unter ein Vorurteil gesteckt und damit verbal erschlagen und abgelehnt wird? 

deborah71 antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 377

@deborah71 muss ich das verhindern?

Ich höre mir sowas an und bilde mir dann meine Meinung. Verhindern muss ich da nichts. Ich lehne die Leute auch nicht öffentlich ab oder sorge dafür, dass die "erschlagen" werden, sondern ich halte das dann entweder für glaubwürdig oder eben nicht. 

simba antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27687

@simba 

hmm....  und du meinst, dass diese Eiswasseratmosphäre eines Vorurteils nicht wahrgenommen wird? 

Eine effektive Weise, Zeugnis geben (Erfahrungsberichte) zu unterbinden. 

deborah71 antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 377

@deborah71 ich halte das für ziemlichen Quatsch, was du hier grade schreibst. Von den Erfahrungsberichten, von denen ich sprach, lassen die sich sicher nicht abhalten, keine Sorge, und mein einzelner Vorbehalt in der Masse interessiert diese Leute oben auf der Bühne nicht im geringsten.

Und auch in Gesprächen, wo die persönliche Ansicht dazu erfragt und geäußert wird, schmälert das ihr Selbstbewusstsein in keinster Weise. 

simba antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27687

@simba 

Ich dachte an die persönliche Ebene.....  Was denkst du, warum kaum jemand in der Rubrik "mit Gott erlebt" schreibt? Sollte das wirklich so sein, dass so gut wie keiner unter den Christen hier im Forum irgendetwas mit Gott erlebt? oder, dass kaum "gefällt mir" im Dankesthread erscheinen? 

In "mit Gott erlebt" schreibe ich z.B.  nicht , seit dort jeder Bericht im alten jesus.de zerrissen wurde. 

Was erlebst du denn konkret mit Gott, das uns ermutigen könnte? 

deborah71 antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 377

@deborah71 ich habe keinerlei Ahnung, warum hier Leute unter irgendeiner Rubrik nicht schreiben...

Ich erlebe mit Gott jeden Tag, dass er an meiner Seite ist, mir hilft, meinen Dienst für ihn zu tun, mich auf Menschen aufmerksam macht, die mich brauchen können, mein Verständnis in andere Menschen, in die Welt und in die Schrift zu vertiefen, für Predigt und Gespräche die richtigen Worte zu finden. Ich erlebe das Geschenk einer wunderbaren Familie und eines guten Lebens, und seine Gnade und Vergebung, wenn ich fehlgehe im Leben. 

Ich erlebe die Schönheit dieser Welt, seiner wundervollen Schöpfung, aber natürlich auch ihren Kummer und ihre Gebrochenheit...

Soweit erstmal, was mir dazu einfällt. 

LG 

simba antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27687

@simba 

Zum Beitrag

Ich bin ja schon länger auf Jesus de und habe da einiges bemerkt. Daher spreche ich das Thema an. Zudem beschäftige ich mich gerade mit der Wirkung von Vorurteilen und wie sie den Blick auf ein Gegenüber verändern. 

Danke für deinen persönlichen Bericht darüber, wie du täglich in Seiner Gegenwart lebst. Mit Gottes Gegenwart rechnen und sie auch in kleinen Aufgaben hilfreich erleben finde ich sehr ermutigend. 

deborah71 antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18556

@simba @deborah71

Veröffentlicht von: @simba

ich habe keinerlei Ahnung, warum hier Leute unter irgendeiner Rubrik nicht schreiben...

Vielleiiicht, weil es keinen "offenen Raum" dafür gibt? So erlebe ich das in meiner Gemeinde, auch in anderen Gemeinden. Dinge werden verschwiegen, nicht angesprochen, weil der Rahmen dafür nicht da ist und keine Offenheit fördert.

Ein gutes Thema übrigens, das hier gestreift wird. Ich hoffe, wir können da offen drüber kommunizieren mit allen ...

neubaugoere antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 3256

@neubaugoere 

So erlebe ich das in meiner Gemeinde, auch in anderen Gemeinden. Dinge werden verschwiegen, nicht angesprochen, weil der Rahmen dafür nicht da ist und keine Offenheit fördert.

Mal so nebenbei ...

In unserer Gemeinde haben wir vor den Predigten eine Ruprik "was mich bewegt", ist offen für persönliche Anliegen, Möglichkeiten zum Zeugnis ...

 

adjutante antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18556

@adjutante 

Sowas in der Art haben wir auch eingebaut ... der Anfang war wirklich schwierig ... weil eben niemand was gesagt, berichtet hat. Es dauert auch immer einige Momente, bis sich jemand "nach vorn" traut. - Ich überlege gerade, ob Mikros ohne Strippe was bringen würden, mal die Technik fragen (kenne ich aus der vorherigen Gemeinde). 

Manchmal läufts gut, sodass sogar die Zeit begrenzt werden muss ... manchmal läufts gar nicht gut ... nun ja.

neubaugoere antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27687

@neubaugoere 

Zum Beitrag

In meiner letzten Gemeinde wurde über Zeugnisgeben gesprochen und ein paar rhetorische Belange genannt. Was gehört in ein Zeugnis rein, was nicht; z.B.: bei bestimmten Themen auf jeden Fall vorher-nachher; Verhältnis der Länge von vorher-nachher; nachvollziehbar für die Zuhörer; nicht meine Ehre im Mittelpunkt, sondern Gottes Ehre. 

Das gab mehr  Sicherheit und Traute, etwas zu sagen, wenn man es nicht gewöhnt war.  

deborah71 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667

@deborah71 Ich kann nur von mir ausgehen - die Dinge, die ich so erlebe, wenn ich mit Gott durch den Tag gehe, sind ja recht persönlich. Und manche sind auch so, dass sie einfach nicht öffentlich sind. 

Ich geh davon aus, dass das bei anderen nicht anders ist. 

chai antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27687

@chai 

Zum Beitrag

Ja, das ist immer eine Abwägung... vieles kann ich auch nicht schreiben wegen zu persönlich oder der Schutz einer beteiligten Person lässt es auch nicht zu.  

deborah71 antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18556

@chai 

"zu persönlich", weil ? <- nicht falsch verstehen. Ich habe im Hinterkopf, dass ich Zeuge sein soll. Wie sollen andere von diesem großartigen Gott erfahren, der im Alltag eine Stütze/Hilfe, ein Freund etc. ist, wenn niemand davon erzählt? Dieser Gott ist persönlich.

neubaugoere antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667

@neubaugoere
Natürlich ist dieser Gott persönlich. Und meine kleinen Erlebnisse sind es auch. 

Aber nicht alles möchte ich hier schreiben.

chai antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18556

@chai Na, ist auch wichtiger, dass du in deiner Umgebung Zeuge bist ... 🙂

neubaugoere antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1171

@chai 

die Dinge, die ich so erlebe, wenn ich mit Gott durch den Tag gehe, sind ja recht persönlich. Und manche sind auch so, dass sie einfach nicht öffentlich sind. 

Das geht mir auch so. Bei manchen Dingen habe ich das Gefühl, dass Gott nicht will, dass ich sie erzähle, jedenfalls nicht zum aktuellen Zeitpunkt. Und vielleicht sind solche Vorbehalte, wie Simba sie hat, genau der Grund dafür. Außerdem sollten Erlebnisse mit Gott nicht verglichen werden. Und irgendwie verlieren sie ihren Wert, wenn sie in der Öffentlichkeit breit getreten werden, so wie die Perlen vor die Säue. Und, um aufs Thema zurück zu kommen, könnten sie falsche Erwartungen bei anderen wecken.

mariposa22 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667

@mariposa22 Oder eben die Kleinigkeiten, die man halt einfach im persönlichen Umfeld erzählt. 
Beispiel: Ich bin da am Acker langgefahren und hinterm Wald war so ein wunderbarer Regenbogen, das war wie ein Zeichen vom Himmel. Dann weiß derjenige, dem ich das erzähle, wo es war und sagt im Idealfall, dass er den Regenbogen auch gesehen hat.
Oder die Geschichte mit dem Parkplatz vorm Ärztehaus, der just in Time freiwurde, obwohl man da im Normalfall nie einen Parkplatz findet - das sind keine Geschichten für ein Forum mit lauter Unbekannten.

chai antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4174

@deborah71 ein Erlebnis ist die eine Sache, aber es geht doch um die langfristige Entwicklung. Oder nicht?

tatokala antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27687

@tatokala 

Zum Beitrag

Beides spielt zusammen. Im Jahreslauf haben wir ja auch einige Festtage und viele Arbeitstage. Diese Arbeitstage können viele Glanzlichter bekommen, wenn man mit Erwartung  und der Bitte um offene Herzensaugen durch sie hindurgeht. 

Wie schätzt du die Wirkung eines Satzes ein, den ich einmal gehört habe: Am Tag nach der Hochzeit sagte der Mann "Jetzt fängt der graue Alltag an". 
Mich hat diese negative Haltung ziemlich beschäftigt in Gedanken. 

deborah71 antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18556

@deborah71 *dafälltmirein*

Sprache hat Auswirkungen ... Ich hab ein kleines Bildchen auf meinem Handy, wo einige Beispiele aufgeführt sind, die ich ab und an mal jemandem schicke:

Vergiss nicht ... ==> Denk bitte daran/an ...
Kein Problem!  ==> Gerne.
Ja, aber ...         ==> Ja, und ...
Ich muss ...       ==> Ich werde ...

Jeder darf das wirklich mal konsequent ausprobieren. Ich verspreche eine Wirkung. 🙂 Hab ich selbst probiert.

neubaugoere antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1171

@deborah71 

Am Tag nach der Hochzeit sagte der Mann "Jetzt fängt der graue Alltag an". 

Das ist ja traurig.

mariposa22 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667
Veröffentlicht von: @tatokala

@simba ...und dann war auf einmal alles anders, jaja.

Und alles sooo einfach. 

Oft liegt dann in solchen Lebensberichten der propagierte Wendepunkt noch gar nicht so lange zurück... 

Ich kenne diese Art von Literatur, da ich selbst in christlich-konservativem Umfeld aufgewachsen bin... aber irgendwie hat man dadurch auch relativ früh gelernt, sich selber nen Kopf zu machen, glaube ich.

Ich kenne diese Geschichten auch. Da wird dann ein ganzes Leben in ein paar Sätzen zusammengefasst. 
Erst lebte der entsprechende Mensch eben 'voll in der Sünde' und dann kam die Wende und plötzlich war alles gut und er sündigte nie wieder ... 
Und selber kaut man jahrelang am selben Strohhalm rum ... 
Es ist ja nichtmal so, dass ich solche Geschichten grundsätzlich für komplett unglaubwürdig halte - es ist halt oftmals sehr vereinfacht. 

 

chai antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1171

@simba Mein Mann zieht sich solche Geschichten in Dauerschleife rein. YouTube macht's möglich. Ich denke (hoffe) aber nicht, dass er alles für bare Münze nimmt. Ich habe den Eindruck, er sucht nach etwas, so nach dem Motto "prüfe alles, das Gute behaltet.

mariposa22 antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 377

@mariposa22 ok. Und hat es einen bestimmten Grund, dass er gerade solche Geschichten "prüfen" will? Weißt du, warum ihn das so beschäftigt? Unterhaltet ihr euch darüber?

LG 

simba antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1171

@simba Er hatte als Jugendlicher selbst sehr intensive Erlebnisse mit Gott. Er hat mir schon oft gesagt, dass er sich wünscht, Gott wieder auf diese Weise erleben zu können. Das funktioniert natürlich nicht, man kann nicht zweimal in den selben Fluss springen, also nichts auf gleiche Weise wiederholen. Aber er schafft es nicht, sich davon zu lösen. Ich denke, es ist wie beim Verlieben, je mehr man es will, desto weniger klappt es.

mariposa22 antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18556

@mariposa22 

Ja, bereit sein für das Unerwartbare ... 👍 ...

neubaugoere antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 442

@simba 

 Man kann die Story teilweise bei zahlreichen Predigern mitsprechen: "Ich war voll in den Drogen /ich war voll in der Esoterik... und dann habe ich Jesus kennengelernt... Blabla..." 
Nahezu identisch dieselbe Story. 
Man nennt das schlicht und einfach Lügen. 

Sehe ich genauso. 
Meiner Meinung nach in 2/3 der Fälle reine Märchenstunde, manchmal wohl auch sich selbst gegenüber. 
Wird aber in "gutchristlichen Kreisen" scheinbar gern so gehört, gelesen und von meinem Menschen wohl auch als Hoffnungsbotschaft dringend gebraucht...

bepe0905 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667
Veröffentlicht von: @bepe0905

...

Wird aber in "gutchristlichen Kreisen" scheinbar gern so gehört, gelesen und von meinem* Menschen wohl auch als Hoffnungsbotschaft dringend gebraucht...

*meinem = manchen Menschen?

chai antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 442

@chai stimmt, von manchen oder von einigen Menschen....

Danke und LiGrü

bepe0905 antworten
THOW42
 THOW42
(@thow42)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 134

@bepe0905 Ich weiß nicht, ob „Märchenstunde“ es wirklich trifft.
Menschen erzählen ihre Geschichte fast immer pointierter, als sie war. Der geangelte Fisch wird größer, der Hügel zum Mount Everest. Das ist keine Lüge, das ist Erzählkultur.

Und wer schon einmal sehr detaillierte, chronologische Zeugnisse gehört hat, weiß: Das ermüdet Zuhörer schneller als jede Übertreibung.

Sind deshalb alle Zeugnisse erfunden? Sicher nicht.
Wie beim Angeln gibt es solche und solche. Manche überhöhen, manche glauben ihre eigene Dramaturgie – aber viele erzählen Wahrhaftiges. Warum sollten diese durch andere diskreditiert werden?

Und die tiefsten Zeugnisse werden oft gar nicht erzählt, weil sie nicht spektakulär sind: Veränderungen, die sich über Jahre vollziehen. Aber gerade sie sind oft die größeren Wunder.

Nicht die plötzliche Heilung beeindruckt mich am meisten, sondern die langsame Verwandlung.

Oder wie Jesus sagt: Was ist leichter – zu sagen: Dir sind deine Schulden vergeben, oder: Steh auf und geh?

thow42 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3667
Veröffentlicht von: @thow42

@bepe0905 Ich weiß nicht, ob „Märchenstunde“ es wirklich trifft.
Menschen erzählen ihre Geschichte fast immer pointierter, als sie war. Der geangelte Fisch wird größer, der Hügel zum Mount Everest. Das ist keine Lüge, das ist Erzählkultur.

Und wer schon einmal sehr detaillierte, chronologische Zeugnisse gehört hat, weiß: Das ermüdet Zuhörer schneller als jede Übertreibung.

Sind deshalb alle Zeugnisse erfunden? Sicher nicht.
Wie beim Angeln gibt es solche und solche. Manche überhöhen, manche glauben ihre eigene Dramaturgie – aber viele erzählen Wahrhaftiges. Warum sollten diese durch andere diskreditiert werden?

Mir fällt in diesem Zusammenhang immer meine Schwiegermutter ein. 
Da kann's passieren, dass wir gemeinsam eine Sache erlebt haben und bei ihr war's 'wunderbar, großartig, unglaublich ...' und bei mir war's 'ganz nett'. 

Und die tiefsten Zeugnisse werden oft gar nicht erzählt, weil sie nicht spektakulär sind:
Veränderungen, die sich über Jahre vollziehen. Aber gerade sie sind oft die größeren Wunder.

Ja. 

 

chai antworten


lhoovpee
Beiträge : 3485

@thow42 

Die Vorhersage, dass JETZT der Aufbruch in Deutschland/Europa beginnt. Das Versprechen kenne ich zu gut. Ist halt nie so eingetreten. Das hat die Prediger aber nicht davon abgehalten das gleiche immer weiter zu predigen. Das ist durchaus ein Aspekt, weshalb ich charismatische Gemeinden meide: Leere Versprechungen. Und wenn man sie drauf anspricht kommen die Ausreden. Wenn man sie auf tatsächliche Lügen (Windanlagen um die Emotion zu unterstützen; Angebliche Wunderheilungen, die keine wahren; ...) in manch einer Gemeinde anspricht: Relativierung. 

Dabei dachte ich, dass man gerade als Christ authentisch und an der Wahrheit interessiert sein sollte. 

Aber sobald "Christ" drauf steht, wird es verteidigt. 

lhoovpee antworten
1 Antwort
THOW42
 THOW42
(@thow42)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 134

@lhoovpee Das ist unbedingt ein Thema und hat allen geschadet.

thow42 antworten
Deborah71
Beiträge : 27687

@thow42 

Interessant.  Ich bin in der Zeit  in die Beziehung mit Jesus gekommen... beim Bibellesen aus Neugier, um meine Kollegin zu verstehen, wovon sie redet. 

Nach der Beziehungsaufnahme war mein erster Zuspruch aus der Bibel war Röm 8,28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. ....ich dachte, jetzt wird es besser, der Druck von aussen wird weniger, Entspannung kann kommen. Mir war damals nicht klar, dass ich erst durch etliche schmerzhafte Aufräumarbeiten hindurch musste, damit es ruhiger werden konnte. Ein anderes Erleben als erwartet, eben wie mir die ungute Vergangenheit  durch Vergebung und Heilung dann zum Besten dienen konnte. Es war hart, aber ich wollte auf keinen Fall in die vorherige Misere zurück. 

 

Ich sage heute auch wie Adjutante, Ent-Täuschung nimmt die täuschenden Vorstellungen, die ich mir (man sich) machte weg und bringt die Wahrheit Gottes zu Tage. 

deborah71 antworten


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