Entweder oder - es gibt nur die zwei Möglichkeiten, oder?
Einen wunderschönen guten Morgen an alle am vermutlich letzten heissen Tag in diesem Sommer,
eigentlich ist das doch mit Gott ganz einfach, oder?
Es gibt Gott und sein Reich und es gibt den „Widersacher, Ankläger, Feind“/Satan kurz gesagt (danke an Arcangel an dieser Stelle für die Erinnerung an die Wortherkunft)…und man positioniert sich entweder in Gottes Reich (Jesus hat allen dazu die Möglichkeit eröffnet) oder man bleibt ausserhalb, weil man
-nicht an Gott glaubt
-zwar an ihn glaubt, aber ihn hasst (ist mir auch schon passiert)
-eben zur Fraktion der Ankläger gehört, die in Opposition zu Gott stehen (ich sehe Anklage hier in Bezug auf Gott nicht in Bezug auf uns Menschen vor Gott)
-?
Was könnte hier noch stehen?
Und sehr ihr das auch so?
"Entweder oder - es gibt nur die zwei Möglichkeiten, oder?"
Wenn ich so etwas lese, widerspreche ich sofort und aus Prinzip. Die Argumentation mit falschen Alternativen habe ich als als ein beliebtes Mittel unter Gläubigen und Theologen kennengelernt, die überzeugen wollen. Die Gefahr ist groß, dass die Alternativen unvollständig sind.
Stern, du selbst führst ja schon mehrere Möglichkeiten, zeigst also schon eine gewisse Bandbreite auf.
Als andere Varianten kann ich mal eben nennen:
Man glaubt an Gott, aber nicht an den christlich irgendwann so dogmatisierten dreieinigen Gott. Vermutlich hat Jesus so geglaubt.
Man glaubt an Gott, man glaubt an Jesus als seinen Propheten und an Mohammed als den ultimativen Propheten.
Man glaubt an Gott, wie er in der Bibel beschrieben ist. a) Man glaubt, dass die Bibel wortwörtlich inspiriert und widerspruchsfrei ist. b) Man glaubt, dass die Bibel interpretationsbedürftig ist. c) Man glaubt, dass die Bibel Gottes Wort in Menschenwort ist. d) Man glaubt an ein Zusammenwirken von Schrift und Tradition.
Man glaubt, dass man mit den verfügbaren Mitteln Gott "wie durch einen Spiegel in einem dunklen Bild sieht" und ihn erst später erkennen wird. Man glaubt, dass Juden, Christen und Muslime allesamt Abkömmlinge des einen Gottes sind, die so etwas wie einen Zauberring erhalten haben, und dass nicht erkennbar ist, wer der echte der drei Ringe ist (Lessings Ringparabel).
Man glaubt, dass auch Kulturen mit anderen Formen der Religion etwas von dem erkennen, was wir Gott nennen, und nicht einfach abgewertet und plattgemacht werden dürfen.
Man glaubt, dass Atheisten und Agnostiker manchmal die ehrlicheren Fragen stellen und Antworten geben.
Viele Grüße
Thomas
Wenn ich so etwas lese, widerspreche ich sofort und aus Prinzip
Das ist nett, schön von dir zu lesen. 🙂
Die Argumentation mit falschen Alternativen habe ich als als ein beliebtes Mittel unter Gläubigen und Theologen kennengelernt, die überzeugen wollen
Hm, will ich überzeugen? Ich dachte, ich hab eher gefragt, ob ihr das nicht auch so seht…
Stern, du selbst führst ja schon mehrere Möglichkeiten, zeigst also schon eine gewisse Bandbreite auf.
Nee. Nur diese zwei. Nicht mehr. Also ich meine jetzt das entweder-oder
Was möchtest du mir eigentlich mit der Aufzählung der Alternativen sagen? Das hab ich nicht wirklich verstanden. Dass es beim Glauben an Gott um mehr geht, als nur ihn zu haben?
Wenn du mal nur den Glauben an Gott selbst nimmst, ob es überhaupt einen Gott gibt: Da kannst du nur ja oder nein sagen. Alles dazwischen ist gar keine wirkliche Antwort.
In die Richtung ging mein Gedanke.
Was ich mir zB noch vorstellen könnte, ist das selbst der Weg von Gott weg noch „in Gott drin“ ist…
Ebenso viele Grüße
Christine
Veröffentlicht von: @sternStern, du selbst führst ja schon mehrere Möglichkeiten, zeigst also schon eine gewisse Bandbreite auf.
Nee. Nur diese zwei. Nicht mehr. Also ich meine jetzt das entweder-oder
Ja, rein sprachlich kannst du das natürlich so machen. Du sprichst ein Glaubensbekenntnis und damit positionierst du dich als "drin". Oder du tust es nicht und positionierst dich als "nicht drin". Nur: was bedeutet das? Was ist das wert?
Ich halte es nicht für völlig wertlos, das sage ich gleich. Ich einer Glaubensgemeinschaft versichert man sich damit gegenseitig seiner Zugehörigkeit. Aber das Sprechen solcher Glaubenssätze gibt nicht genau Auskunft darüber, was der Einzelne sich jeweils darunter vorstellt und ob er es wirklich glaubt. Und es kann sein, dass das Bekenntnis von falschen Voraussetzungen ausgeht, die so nicht gegeben sind.
Vielleicht kann man es mit einer Landkarte vergleichen. Auf dieser Landkarte positioniert man sich, indem man ein Kreuzchen macht, diesseits oder jenseits der Grenze, wenn man dazu aufgefordert wird. Aber wo genau man sich wirklich befindet, weiß man nicht. Wie im Dschungel oder auf hoher See, bei bedecktem Himmel und ohne GPS. Obendrein kann es sein, dass die Landkarte falsch oder zumindest ungenau und unvollständig ist.
Was möchtest du mir eigentlich mit der Aufzählung der Alternativen sagen? Das hab ich nicht wirklich verstanden. Dass es beim Glauben an Gott um mehr geht, als nur ihn zu haben?
Ein Teil der Aufzählung betrifft Unterschiede zwischen verschiedenen christlichen Konfessionen. Diese haben sich, früher mehr als heute, gegenseitig verketzert, d. h. sich gegenseitig den richtigen Glauben abgesprochen. Obwohl alle glaubten, den christlichen Gott "zu haben", und obwohl keiner wirklich überprüfbar bessere Quellen hatte. Wer war und ist denn nun "drin" und wer ist "nicht drin"?
Dann gibt es die anderen beiden abrahamitischen Religionen, Judentum und Islam, die auch an den einen Gott glauben, bei uns Christen aber den Eindruck haben, wir täten das nicht oder nicht richtig, weil wir Jesus Gott gleich stellen. Wer hat denn da nun recht? Wir natürlich 😀 ! Aber bessere Argumente als die anderen haben wir bei kritischer Betrachtung auch nicht.
Wenn du mal nur den Glauben an Gott selbst nimmst, ob es überhaupt einen Gott gibt: Da kannst du nur ja oder nein sagen. Alles dazwischen ist gar keine wirkliche Antwort.
Man kann auch sagen: ich weiß es nicht. Das ist vielleicht nicht so befriedigend wie eine der anderen Antworten, aber es ist möglicherweise ehrlicher.
Was ich mir zB noch vorstellen könnte, ist das selbst der Weg von Gott weg noch „in Gott drin“ ist…
Das kann gut sein. Hinweise auf so etwas findet man auch in der Bibel, z. B. Psalm 139, 11-12 "Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein (...)" oder die Jona-Erzählung.
»Denn von dem Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock und von den Fluren Gomorras; ihre Beeren sind Giftbeeren, bitter sind ihre Trauben. Gift der Drachen ist ihr Wein und grausames Gift der Nattern. Ist dieses nicht bei mir verborgen, versiegelt in meinen Schatzkammern? Mein ist die Rache und die Vergeltung für die Zeit, da ihr Fuß wanken wird; denn nahe ist der Tag ihres Verderbens, und was ihnen bevorsteht, eilt herbei. Denn Jehova wird sein Volk richten, und er wird sich’s gereuen lassen über seine Knechte, wenn er sehen wird, daß geschwunden die Kraft, und der Gebundene und der Freie dahin ist.« — 5. Mose 32:32-36
Das nenne ich mal eine klare Aussage. Rache und Vergeltung jenen, die vom rechten Weg abkommen und wankelmütig sind oder vom Glauben abfallen.
Veröffentlicht von: @lucan-7Dir ist schon klar, dass so eine Aussage die Opfer beleidigt und verhöhnt...?
Das ist b s ! Ich verhöhne niemanden und ich beleidige niemanden. Sorry, wenn Du nicht sinnerfassend lesen willst (oder kannst), dann lass es bitte und hau nicht so eine S******* raus. Statistiken sind menschengemacht, Gottes Wille ist nicht menschengemacht. Wirf die Themen nicht durcheinander … wir sprechen über göttlichen Ratschluss und seine Weisheit. Nicht über ›es gibt keine Statistiken die dieses oder jenes …‹.
Gott führt keine Statistiken.
@katechon Was passiert ist, ist schrecklich, keine Frage!
Ich geh da nicht weiter ein, weil wir nicht wissen, was Gott sich dabei dachte.... Vielleicht erfahren wir es irgendwann. Vieles erschließt sich ja erst lange später.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott Menschen aus meinem Leben nimmt, die ihre Aufgabe erfüllt haben oder deren Lektion ich gelernt habe.
XD und ich merk gerade dass ich voll den Spruch bediene, jeder Mensch in unserem Leben ist ein Test oder ein Geschenk aber ich hab das unabhängig davon erkannt.
Veröffentlicht von: @lucan-7Vielleicht denkst du ja nochmal drüber nach.
Nein, weil es unnötig ist. Die Schlussfolgerung ist grausam aber logisch, es ist Gottes Wille und er muss ihn nicht begründen.
Ja, der Holocaust war ein Exzess an Grausamkeit und Menschenverachtung. Hätte es ihn nur bloß nur nicht gegeben. Fange jetzt kein ›blame game‹ mit mir an. Denke über das ›Gedankenmodell‹ , welches ich angeboten habe, nach und argumentiere dagegen … lasse diese plakative Entrüstung stecken und lass diese performative ›Haltung‹ fallen.
Es gibt keine Denkverbote, in keine Richtung, und wenn es sie gäbe, wärst Du nicht derjenige der sie postuliert. Wir diskutieren nicht auf der Personenebene oder der Gefühlsebene … dies ist ein intellektueller Austausch auf der Sachebene.
@stern Nicht Gott hat das alles verursacht sondern die Menschen.
Veröffentlicht von: @sternDie Erklärung —>wenn es Leid gibt, kann es keinen allmächtigen Gott geben, greift für mich zu kurz.
Das wäre auch ein merkwürdiges Gottesbild. Der Gott, der vermeiden will, dass Menschen Leid verursachen, müsste ihnen jede Freiheit nehmen. Es erinnert ein bisschen an ein politisches Konzept: eine Diktatur wäre deshalb besser, weil es dort weniger Kriminalität gibt. Wir wissen alle, dass Diktatur trotzdem kein erstrebenswertes Konzept ist. Und eigentlich wissen wir auch, dass ein Leben ohne Freiheit nicht erstrebenswert ist. Einen Gott haben wollen, der uns zu Sklaven macht, damit wir kein Leid verursachen? Wieviel Leid würde Unfreiheit wohl produzieren? Wie stellen wir uns einen liebenden Gott vor, der unsere Freiheit nicht kennt? Außerdem wäre das ein unmoralischer Gott, weil es ohne Freiheit nichts Gutes gibt.
Letztendlich wissen wir es nicht.
Aber ich denke in die gleiche Richtung wie das was du geschrieben hast.
Es könnte aber auch alles anders sein…ich muss gestehen, dass ich da mich auch nur auf mein Gefühl und meinen Verstand stütze…und das ist kein wirkliches Wissen.
Veröffentlicht von: @sternLetztendlich wissen wir es nicht.
Aber ich denke in die gleiche Richtung wie das was du geschrieben hast.
Es könnte aber auch alles anders sein…ich muss gestehen, dass ich da mich auch nur auf mein Gefühl und meinen Verstand stütze…und das ist kein wirkliches Wissen.
Ich versuche das pragmatisch zu sehen: da Gott entschieden hat, die Welt so zu machen wie er sie gemacht hat, können wir davon ausgehen, dass es die beste für uns gemachte Welt ist. Wie es im ersten Buch Mose heißt: "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut." (1,31)