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Freundinnen klauen - brauche Rat?

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Salome244
Themenstarter
Beiträge : 4

Hallo ihr Lieben,

ich (18) und meine Schwester, die anderthalb Jahre jünger ist, sind in derselben Freundesgruppe.

Wir kennen uns alle schon sehr lange, doch über die Jahre habe ich gemerkt, wie sich eine seltsame Dynamik entwickelt.

Vor ein paar Monaten fing es nur mit unregelmäßigen, kleinen Diebstählen an, aber es werden inzwischen immer mehr. Es sind immer nur ein bis zwei Mädchen und sie klauen inzwischen quasi jede Woche irgendwelche Dinge, vor allem in der Drogerie. Dinge, die man sich normalerweise eben nicht kaufen würde, weil sie zu teuer sind. Ich habe davon erst kürzlich erfahren; ich vermute, die Mädels haben es mir verschwiegen, weil sie mein Pflichtgefühl und meine christlichen Wertvorstellungen kennen. Ich bin in der Tat sauer geworden.

Und noch viel mehr, als ich erfahren habe, dass meine Schwester da auch mit drinsteckt. Ich bekomme in letzter Zeit immer öfter "Übergaben" mit, bei welchen zu Anfang unserer Treffen "Bestellungen" einzelner an sie abgegeben werden. Vorwiegend eben teure Make Up-Artikel - nicht bezahlt, versteht sich.

Ich bin echt wütend geworden und hab sie gefragt, warum sie das täten. Sie meinten nur, bei den Großkonzernen sei das doch sowieso egal. Und ich könnte auch gerne eine Bestellung machen, sie würden mir's bringen.

Ich fühle mich hilflos. Keine von unseren Familien hat irgendwie Geldnot, bei einigen ist eher das Gegenteil der Fall.

Besonders über meine Schwester kann ich nur den Kopf schütteln. Die hat nämlich bereits Schubladen voller Make Up-Artikel, alles in dreifacher Ausführung, aber es muss ja immer mehr sein und auch das Teurere.

Ich finde das so respektlos gegenüber anderen Menschen, die sich gar nichts davon leisten können.

Ich bitte um Rat. Ich kann die Gruppe nicht einfach so verlassen, gerade, weil es auch meine Schwester betrifft.

LG Salome

Antwort
25 Antworten
Martha
 Martha
Beiträge : 1273

@salome244 

Deine Schwester ist über 14. Sie ist einsichtsfähig und handelt bewusst falsch.

Über die psycholog. Ursachen ihres Tuns hast du dir sicherlich bereits Gedanken gemacht. Der Umgang damit ist nicht einfach im System Familie. Letztendlich seid ihr alle betroffen. Da braucht's Weisheit.

Aber deine Schwester sollte um die rechtlichen Konsequenzen ihrer Tat wissen. Viele Arbeitgeber verlangen bereits bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz eine Kopie des polizeilichen Führungszeugnisses.

 

martha antworten
1 Antwort
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5419

@martha Nicht nur Firmen. Wer irgendwelche Jugendarbeit machen möchte oder mit Senioren zu tun hat benötigt das auch.

Es könnte z.B. sein man möchte Bundesfreiwilligendienst machen um Punkte für einen Studienplatz zu sammeln.

Dann lässt man dich nicht auf Senioren oder Kinder los ohne das Führungszeugnis. Taxi Fahrer brauchen das auch.

jigal antworten


Lucan-7
Beiträge : 27651

@salome244 

So eine Situation ist ziemlich schwierig... ich war damit auch schon konfrontiert, und es ist schwer, damit mit Argumenten weiter zu kommen. Ich denke aber schon, dass du da signalisieren solltest, dass du das nicht tolerierst. Eigentlich wäre es ja sogar deine Pflicht, die betreffenden Läden auf die Diebstähle hinzuweisen - denn so wie es hier geschieht ist das ja schon geradezu organisiert und regelmäßig, und kein spontaner Streich übermütiger Teenager mehr.

Denn es gibt halt manchmal Phasen, gerade in dem Alter, wo man Dummheiten begeht, gerade dann, wenn man von Anderen dazu angestiftet wird. Das würde ich nicht überbewerten, wenn es ein, zweimal geschieht.

Wenn dann aber keine Einsicht kommt ist das ein Problem. Denn zum einen sind es eben nicht die "reichen Konzerne", die dafür zahlen, sondern die Kunden. Denn die Konzerne werden die Preise immer so gestalten, dass sie Gewinn machen - und Diebstähle deshalb einfach auf alle Kunden umlegen.

Was aber noch viel wichtiger ist ist das Prinzip der gesellschaftlichen Regeln. Wir wollen in einer Welt leben, in der bestimmte Regeln gelten, die uns allen Sicherheit geben und auf die wir uns verlassen und auch berufen können.

Wir wollen uns darauf verlassen können, dass wir auf unserem Weg zum Supermarkt nicht vom Nachbarn ausgeraubt werden. Wir wollen uns darauf verlassen können, dass Autos bei rot tatsächlich halten und uns über die Straße lassen. Wir wollen uns darauf verlassen können, dass unser Arbeitgeber am Ende des Monats tatsächlich den vereinbarten Lohn ausbezahlt. Und darauf, dass die Polizei kommt, wenn wir ein ernsthaftes Problem haben... und uns dann auch hilft, statt uns erst nach Schuitzgeld zu fragen.

Genau diese Regeln werden von deinen Bekannten aber ausser Kraft gesetzt. Wenn die aber meinen, man könnte Ware einfach so mitnehmen, ohne zu bezahlen... warum soll der Arbeitgeber dann nicht einfach auch mal 100 Euro vom Lohn einbehalten? Vielleicht haben Kassierer keine Lust, Wechselgeld herauszugeben? Und die Polizei hat keine Lust vorbeizukommen, egal was für Geräusche da aus dem Keller kommen... wer die Regeln aufkündigt oll halt sehen, wie er ohne klar kommt.

Denn da Ganze hat eben nicht einfach nur etwas mit dem christlichen Glauben zu tun - so nach dem Motto: "Als Christ musst du dich an die Regeln halten, aber ich muss das nicht!".

 

Irgendwelche Illusionen, dass man auf diese Argumente hören wird würde ich mir zwar zunächst nicht machen... so können aber eine gute Begründung für dein Verhalten der Distanzierung sein. Hoffentlich gefolgt von irgendeiner Form der Einsicht in der nahen Zukunft... denn nötig hat es da ja offenbar niemand. Man riskiert also einiges für nichts.

Denn ich weiss aus eigener Erfahrung, dass Verkäufer nicht so doof sind wie man denkt. Die beobachten Kunden genau und merken auch, welche Ware fehlt. Dass sie nichts sagen und sich nichts anmerken lassen bedeutet nur, dass sie bislang noch keine eindeutigen Beweise habe - aber je öfter man sich da bedient, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass da plötzlich jemand vor einem steht und Fragen stellt.

Und wenn das erst einmal herauskommt, dann spricht es sich auch herum. Dann wird man auch in anderen Länden misstrauisch beobachtet... und wird auch den ein oder anderen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz nicht bekommen. Ohne dass man erfährt, warum eigentlich...

lucan-7 antworten
Jack-Black
Beiträge : 5793

@salome244 Ich finde das so respektlos gegenüber anderen Menschen, die sich gar nichts davon leisten können.

Es ist vor allem respektlos gegenüber den Menschen, die in den entsprechenden Läden arbeiten. Womöglich werden da die Diebstähle sogar noch den angestellten VerkäuferInnen angelastet.

Die Ausrede

bei den Großkonzernen sei das doch sowieso egal.

ist halt nur dies: eine sehr billige Ausrede und Abwehr von völlig gerechtfertigten Schuldgefühlen/Gewissensbissen.

Die Diebinnen sind entweder konsumgeil* oder aber genießen eben den Angstkick nach dem Motto: "No risk, no fun!"

Letzteres kann ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen, denn im Alter von 12, 13 Jahren zog ich auch ein paar Mal mit Kumpels zum Klauen durch die Läden. Hatte damals aber nach kurzer Zeit genug davon und zog mich früh genug aus der entsprechenden Clique zurück. Ein paar Wochen später wurde der Dreisteste von denen mitten aus dem Unterricht zum Schulrektor zitiert. Die Polizei hatte tatsächlich mit einem Hausbesuch dessen Eltern überrascht und letztere hatten erst zu diesem Anlaß das "Beutelager" unter seinem Bett und in seinen Schränken entdeckt.

Damals überwog für mich der Respekt für seine Ganovenehre - dass er keinen seiner Mit-Diebe (also auch mich nicht) verpfiff. Heute weiß ich nicht, ob dieser Respekt nicht einfach nur aus meiner panischen Angst, für meine kriminelle Dummheit zur Verantwortung gezogen zu werden, entsprang. Ich hatte einfach nur Glück. Wer weiß, ob ich nicht später wieder kriminell geworden wäre, falls dieser Ex-Kumpel nicht als warnendes Beispiel mir stets vor Augen gestanden hätte.

Wie auch immer: Hinsichtlich Deiner Schwester (die anderen Mädels in der Clique sollten Dir egal sein, bzw. Du solltest Dich schnellstmöglicht von denen distanzieren) stehst Du da nun wirklich vor einem heftigen Dilemma. Mache ihr klar, dass Du diese Klauerei inakzeptabel findest und in der Zukunft so lange Dein Sozialleben von ihrem weitestmöglich trennen wirst, wie sie da mitmacht. Suche Dir andere FreundInnen und verbringe Deine Freizeit mit denen. Schließe Deine (immerhin: jüngere, also potentiell eher zu Dir aufschauende) Schwester aus Deinen Freizeitaktivitäten aus, solange sie weiter Teil dieser kriminellen Bande sein zu müssen glaubt. Kommuniziere ihr das so deutlich: "Du verhältst dich kriminell und ich will mit Verbrechern nix zu tun haben!"

Wenn Dein Druck sie nicht zur Verhaltensänderung bringt: Sie ist minderjährig. Ihre Eltern sind für sie verantwortlich. Und also halte ich es da für legitim, dass Du Deine Eltern über die kriminellen Vergehen ihrer Tochter in Kenntnis setzt. Wird das Zoff mit Deiner Schwester geben? Ganz gewiß. Wird sie Dich hassen? Erstmal: ja, ganz gewiß.

Wird dieser Hass über die Jahre hinweg anhalten? Unwahrscheinlich. Insbesondere dann unwahrscheinlich, wenn sie durch diesen "Verrat" auf einen nicht-kriminellen Weg zurückgebracht wird und in ein paar Jahren, mit der nötigen Reife, erkennen wird, welchen Dienst Du Ihr da eigentlich tatest.

 

 

 

 

*Ihr jungen Mädels tut mir wirklich leid, wenn ich mir dieses Dauerbombardement durch irgendwelche InfluencerInnen betrachte, unter dem Ihr steht, diesen medialen Konsumterror. Aber das darf nicht als Entschuldigung dienen...

jack-black antworten
5 Antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1415

@jack-black 

Gut, dass du in der Hinsicht dieses „Glück“ hattest und rechtzeitig die Kurve bekommen konntest. Und vernünftig genug warst, das zu erkennen. Gelingt ja auch nicht allen.

Den Aspekt, dass die Angestellten in den Geschäften solche Diebstähle sehr wahrscheinlich ausbaden müssen, halte ich für sehr wichtig.

Denn man wird sie fragen, ob ihnen nichts aufgefallen ist oder warum nicht.

Eventuell werden sie selbst des Diebstahls oder der Komplizenschaft verdächtigt und das in einem Job, der wenig Einkommen bringt, aber nicht wirklich anspruchslos ist. 

Arbeitszeiten, geforderte Freundlichkeit und Höflichkeit auch gegenüber meckerigen Kunden, ständig auf den Beinen…

Wenn diese Leute (meistens sind es ja Frauen) dann wegen ein paar dummen Hühnern (sorry) auf Egotrip ihre Jobs verlieren oder irgendwelche eventuellen freiwilligen Prämien nicht bekommen, weil man sparen muss oder Verdacht besteht, ist das unnötig.

 

ga2 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5793

Die Sache geht mir irgendwie nicht aus dem Kopf. Und wenn ich meinen Beitrag von vorhin lese, habe ich das ungute Bauchgefühl, da viel zu schnell viel zuviel geraten zu haben in eine Situation hinein, die ich überhaupt nicht richtig beurteilen kann so aus der Ferne. Aus der Ferne lässt sich sowas leicht raten:

die anderen Mädels in der Clique sollten Dir egal sein, bzw. Du solltest Dich schnellstmöglicht von denen distanzieren

Was aber, wenn sie Dir nicht egal sind? Was, wenn Du Dich nicht einfach so von ihnen distanzieren kannst oder willst, was, wenn es keine realistischen alternativen Freundinnen gibt, mit denen Du statt dessen abhängen kannst? Was, wenn sie Dir - abgesehen von der Klauerei - als Freundinnen sehr wichtig und lieb sind? Von der Ferne läßt sich leicht raten: meide solchen Umgang! Aber alles, was ich von den anderen aus Eurer Clique weiß, ist, dass sie klauen. Das ist nicht viel und deswegen steht mir da kein klarer Rat zu.

Auch das hier:

Schließe Deine (immerhin: jüngere, also potentiell eher zu Dir aufschauende) Schwester aus Deinen Freizeitaktivitäten aus, solange sie weiter (...)

lässt sich aus der Ferne einfach raten. Was aber, wenn Deine Schwester gar nicht so doll zu Dir aufschaut und es sich für Dich sogar anders rum anfühlt? Dass Du mit einer direkten Konfrontation riskierst, dass Dein soziales Leben dann zusammenbricht und Du allein da stehst und alle anderen dich als Petze oder Verräterin oder doch mindestens als Spaßbremse und Spielverderberin sehen und behandeln?

Vermutlich hast Du die Szenarien zu den Ratschlägen, die wir Dir hier so locker aus'm Handgelenk heraus machen, alle selbst schon mal im Kopf durchgespielt. Und Du schreibst ja ausdrücklich:

Ich kann die Gruppe nicht einfach so verlassen, gerade, weil es auch meine Schwester betrifft.

Magst Du das vielleicht noch näher erläutern? Aus wievielen besteht denn diese Clique, wer hat da das Sagen, gibt es sowas wie eine oder mehrere Anführerinnen, die alle cool finden und mit denen es sich niemand (auch Du z.B. nicht) verscherzen mag? Sind die anderen eher in Deinem Alter oder eher in dem Deiner Schwester? Wie ist Deine Position in der Gruppe - hat Deine Meinung Gewicht oder hast Du eher das Gefühl, dass die anderen sich um das, was Du denkst und willst, weniger scheren? Sind ausser Dir alle in der Clique mit diesen kriminellen Aktivitäten cool, oder gibt es noch andere, die das Klauen auch als eine dämliche Idee betrachten?

Wenn Du sagst, Du könnest die Gruppe nicht einfach so verlassen - hat das nur damit zu tun, dass Du Deine Schwester da nicht allein zurücklassen magst, ist also die Sorge um Deine Schwester der einzige Grund? Oder hast Du auch Angst, mit dem Verlassen der Clique dann allein da zu stehen und praktisch keine Freundin mehr zu haben? Gibt es überhaupt andere, einzelne Mädels oder Cliquen, denen Du Dich anschließen könntest, und bei denen Du Dir sicher sein kannst, dass die nix mit kriminellen Aktivitäten am Hut haben?

Kurz und betrübt: Mir tut es leid, vorhin vorschnell mit "schlauen Ratschlägen" um mich geworfen zu haben. So, als hätte ich als Mann Mitte fünfzig irgendeine Ahnung, wie sich eine Achtzehnjährige in so einer Sitation fühlt und verhalten sollte! Ich würde meine Ratschläge gern erstmal zurück nehmen. Wenn das nur so einfach ginge, wie sie rauszuposaunen!

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27651

@jack-black 

Kurz und betrübt: Mir tut es leid, vorhin vorschnell mit "schlauen Ratschlägen" um mich geworfen zu haben. So, als hätte ich als Mann Mitte fünfzig irgendeine Ahnung, wie sich eine Achtzehnjährige in so einer Sitation fühlt und verhalten sollte! Ich würde meine Ratschläge gern erstmal zurück nehmen. Wenn das nur so einfach ginge, wie sie rauszuposaunen!

Sehe ich anders... ich denke, es ist gut und richtig, auf solche Fragen hier im Forum alle möglichen Ratschläge zu bekommen, gerade weil die Menschen hier ja einen ganz unterschiedlichen Hintergrund haben. Und je mehr unterschiedliche Ratschläge man bekommt, desto größer ist die Chance, dass da auch was dabei ist.

Und dann muss man sich halt das rausfischen, wo man das beste Gefühl hat. 

Den Anspruch, hier tatsächlich genau den goldrichtigen Rat geben zu können habe ich hier nicht... das ist ja schon bei Leuten, die ich gut kenne, schwer genug.

Ich freue mich, wenn ich vielleicht was anstoßen konnte, aber viel mehr wird es wohl nicht sein und in der Regel wird es wohl eh nichts bringen. Aber man kann es ja versuchen, und ab und zu wird hier vielleicht ja tatsächlich mal jemandem geholfen...

lucan-7 antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1415

@jack-black 

Wir wissen hier insgesamt zu wenig. Gab ja bislang auch noch keine Rückmeldung.

Die TE scheint Mitglied einer Gemeinde zu sein und dort junge Leute zu kennen. Wenn die Diebstähle nicht gerade von Teenies aus der Gruppe begangen  werden, sollte sie durchaus noch ein soziales Netz haben. Gehe ich einfach mal von aus.

Sollten die Diebinnen aus dieser Gruppe stammen, würde ich mit dem Leiter/der Leiterin der Jugendgruppe ein seelsorgerisches Gespräch suchen und davon erzählen. Auch weil diese Leute Verantwortung für die Kids haben.

Handelt es sich um einen Verein, der einen verbindet, könnte man sich jemand vom Vorstand oder einen Trainer suchen.

Geheimnisse, die mit Gewalt oder anderen Straftaten zu tun haben, sind keine guten Geheimnisse. 

Und es mag zwar abgedroschen klingen, aber schlechter Umgang verdirbt gute Sitten. Sollte die Schwester da so mitlaufend reingerutscht sein (keine treibende Kraft) besteht noch die Chance, gut wieder da raus zu kommen.

Die Frage ist, wieviel Einfluss und Macht die haben, von denen das ganze ausgeht.

Und wie sie reagieren, wenn man sich distanziert.
Oder auch wenn ihr Treiben auffliegt und sie glauben die TE hätte gepetzt.
Oder ob irgendwann noch andere schlimmere Dinge passieren, weil man mehr Nervenkitzel braucht. 

Manches bekommt ja irgendwann eine Eigendynamik.

Aber wenn es nicht hilft, der Schwester ins Gewissen zu reden, sehe ich keine andere Möglichkeit, als sich selbst von dieser Gruppe zu distanzieren.

Auch wenn dann vielleicht einige Kontakte weg fallen.

Bei einer möglichen Gefahr durch Mobbing oder bei Drohungen, ist es zudem nicht verkehrt, wenn man sich im Vorfeld zusätzliche Unterstützung holt.

Weißt du, was aus den früheren Kumpels geworden ist?

 

ga2 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5793

@ga2 Weißt du, was aus den früheren Kumpels geworden ist?

Teilweise, zwei von Fünfen hab ich komplett aus den Augen verloren. Bei den anderen drei: Interessanterweise das, was aus ihrem familiären Hintergrund zu erwarten war oder wenigstens nachvollziehbar erklärlich ist.

Derjenige, der damals von der Polizei aus der Schule abgeholt wurde, ist schon tot, nach einem von Alkohol geprägten Asi-Leben. Er lebte damals schon mit seinen arbeitslosen Eltern, Vater Trinker, in einer der Sozial-Wohnungsbaracken unserer Kleinstadt und schaffte seinen Hauptschulabschluss nur mit Ach und Krach. Sein "Mut" beim Stehlen damals hatte, so denke ich heute, auch viel mit Dummheit zu tun. Schulisch war er damals schon einer der Schlechtesten in der Klasse, da suchte er sich dann halt irgendwas anderes, um bei uns, der peer-group, Anerkennung zu bekommen.

Ein anderer - aus einer Familie mit 11 oder 12 Kindern stammend - saß immer wieder mal wegen irgendwelchem Kleinkram, insbesondere Drogendelikten (Junkies brauchen halt Geld ^^) im Knast und sieht heute zwanzig Jahre älter aus als er ist. Er war meines Erinnerns eigentlich der Cleverste von uns allen, sah damals gut aus (alle Mädchen waren in ihn verknallt) und charismatisch. Aber er hatte z.B. daheim kein eigenes Zimmer, machte nie die Hausaufgaben und ging später auf die Realschule, wo er sich so durchschlawinerte, um dann später eine Lehre nach der anderen abzubrechen. In dem Chaos seiner Riesenfamilie, die von der Stütze lebte, konnte selbst so ein von den Anlagen eigentlich gesegneter Junge wesentliche Fähigkeiten für ein stetes Dasein nicht erwerben. Ich besuchte ihn nur zweimal zuhause, das reichte mir. Stärkster Eindruck dabei: immer lief der Fernseher, schon am Vormittag (das war noch vor der Einführung des Privatfernsehens)! Er hat damals öfter bei mit übernachtet, ich war froh, dass ich nie zu einer Übernachtung bei ihm eingeladen wurde...

Der Dritte - Sohn eines Bahnbeamten - machte zuerst eine Banker-Lehre, studierte danach und ist heute Familienrichter mit zwei Kindern, die inzwischen auch beide studieren. In seiner Freizeit ist er Sporttrainer und Fotos von ihm tauchen öfter mal in der Regionalzeitung auf. Bei dem habe ich damals öfters und sehr gern übernachtet, weil wir da soviel durften, insbesondere bis spät in die Nacht Dracula- und Godzillafilme gucken und Cola trinken. 🙂 Solange seine Zensuren gut waren, ließen ihm seine Eltern sehr lange Leine. Scheint funktioniert zu haben.

Und ich - aus einer Akademikerfamilien stammend - hab dann halt auch studiert und hab zwar gewiß keine große Karriere gemacht, aber eben auch keine kriminelle...

Ich erzähle das so ausführlich, weil Deine Nachfrage mir diesen Aspekt noch klarer gemacht hat: Wie unterschiedlich doch die Situationen aussehen können, in denen Jugendliche (wir waren ja eigentlich sogar noch Kinder) mit dem Thema Diebstahl konfrontiert werden. Hinsichtlich des Jungen aus der Großfamilie habe ich später öfter darüber nachgesonnen, was wohl aus ihm geworden wäre, wenn wir "Erfolgreichen" uns mehr um ihn gekümmert hätten, nachdem wir nach der Orientierungsstufe (5.+6. Klasse) auf unterschiedliche Schulen verteilt wurden. Aber wie soll man andererseits sowas tun - als 13- oder 14-Jähriger? An den weiterführenden Schulen bildeten sich dann halt ganz andere Cliquen, schon entsprechend den sozialen Milieus, aus denen die Schüler dort kamen, geprägt. Die Threaderöffnerin hier ist 18 und vermutlich ist ihre "Gruppe" so eine vom sozialen Milieu ihrer familiären Herkunft geprägte: kommen die aus der Oberschicht, der Mittelschicht oder der Unterschicht?  Schon allein dementsprechend könnten manche Ratschläge sinnvoll und manche in die Irre führend sein. Die Threaderöffnerin bezeichnet sich selbst als Christin, das scheint aber in ihrer Clique eher ihr Alleinstellungsmerkmal zu sein, sagt also auch noch nicht sooo viel über ihr Milieu aus, also jene Situation, in die hinein wir hier spekulieren und "schlau" raten.

Gab ja bislang auch noch keine Rückmeldung.

Yep, fiel mir auch schon auf. Und beruhigt ein bißchen mein schlechtes Gewissen: vielleicht hat die Threaderstellerin meine Beiträge gar nicht gelesen und sie konnten also auch keinen Schaden anrichten. 🙂

 

jack-black antworten


Goldapfel
Beiträge : 1415

@salome244 

Hallo du,

hier haben ja bereits einige kluge Sachen geschrieben.

Ich habe das noch nicht so ganz richtig verstanden, hast du denn mal das offene Gespräch mit deiner Schwester unter vier Augen gesucht oder nur mit der Gruppe?

Wenn ja, was sagt sie denn dazu?

Persönlich würde ich ihr vermutlich auch mitteilen, dass sie dich gegenüber euren Eltern in eine Zwickmühle bringt, wenn die Diebstähle auffliegen und herauskommt, dass du davon wusstest.

Ich wünsche dir viel Weisheit und kann sonst auch nur Deborahs Rat unterstützen, dich von der Gruppe zu distanzieren.

Und bete für sie. 

 

ga2 antworten
Caffita
Beiträge : 48

Meine ehemals beste Freundin hat als Mädchen/junge Frau ebenfalls geklaut, oftmals sinnlosen Schnickschnack. Damals waren Langeweile und Nichtbeachtung durch die Mutter der Grund. Vielleicht liegt da der Grund bei Salomes Gesellinnen? Der Kick, ob man erwischt wird oder nicht, die diebische Freude, wenn die Klauerei klappt und am Ende die Demütigung der Mutter, weil meine Freundin dort geklaut hatte, wo eine gute Freundin der Mutter Filialleiterin war. Schließlich mussten sich Mutter und Tochter auseinandersetzen. Ich habe immer wieder versucht, mit meiner Freundin zu reden und unsere Freundschaft hat daraufhin lange pausiert. Am Ende wurde dann alles gut.  

caffita antworten


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