Fußball und Gebet
Am Sonntag hat Deutschland gegen Curaçao in der Weltmeisterschaft gespielt und 7:1 gewonnen. Ein guter Einstieg in die WM und wohl das einzige Spiel, was wir als Familie mit Grundschulkindern gemeinsam live vor dem Stream erleben können.
Eine Szene nach diesem Spiel sorgte in den Tagen danach für Gesprächsstoff in den Medien: Mehrere Fußballer beider Mannschaften hatten einander untergehakt am Anstoßpunkt ein kurzes Gebet gesprochen.
In den Medien wurde das meines Erachten überwiegend positiv aufgegriffen.
siehe:
Fußball-WM: Nmecha und Tah beten nach dem Spiel mit Gegnern (16.06.2026):
Das Problem bei Nmecha ist eher, dass er in der Vergangenheit bereits durch Homophoben Äußerungen aufgefallen ist (ob die Vorwürfe gerechtfertigt sind, weiß ich nicht; ich habe die Äußerungen nicht nachgelesen) und er dadurch perfekt in das Vorurteil des "evangelikalen Christen" passt.
Ich teile nicht (mehr) die "evangelikale" Glaubenswelt (bzgl bestimmter Anschauungen - theologisch, dogmatisch, moralisch) und bin deshalb kontextuell wohl nicht eins mit Nmecha und anderen dort zu verortenden Fußballern ...
ABER diese Geste am Mittelkreis (mit den Gegnern des Spieles zuvor) ist für mich ein starkes Bekenntnis - nicht zu einer bestimmten Art von Glaubensprägung, aber für Mitmenschlichkeit, Verbundenheit und Friedfertigkeit - und ja, auch als christliches Bekenntnis grundsätzlicher Art, woraus sich diese Geste speist.
Überall wird die Welt heute geflutet, die Medien, die Öffentlichkeit, das Netz mit Influencern, "Bekenntnissen" in alle Richtungen, mit unfriedlichen Inputs und Ego-Darstellungen "ohne Grenzen" - da dürfen sie für mich (und nicht weiter aufdringlich) gerne am Mittelkreis stehen und mit dem gemeinsamen Gebet eine kleine "Duftmarke" christlichen Glaubens setzen - nicht mehr und nicht weniger.
Und wenn uns auf Trikots & Banden grenzenlos "Glaubensbekenntnisse" 😉 mit Firmenlogos, Kapitalismus & Konsum-Beglaubigungen vor die Augen gesetzt werden, stört mich eine christliche Zeichengebung nicht die Bohne und darf Platz haben wie muslimische Gesten bei einzelnen Spielern ...
L'Chaim
So wie es da abgelaufen ist, ist dagegen meines Erachtens gar nichts einzuwenden. Mich hat eher der Umfang des medialen Echos überrascht.
Es sollte nur nicht größer werden. Denn letztlich geht es hier um eine andere Religion: Fussball.
VG
Chey
Fußball unser im Stadion,
geheiligt werde dein Rasen.
Dein Spiel komme.
Dein Wille geschehe,
wie in der Kurve, so auf dem Platz.
Unseren täglichen Sieg gib uns heute.
Und vergib uns unsere Fehlpässe,
wie auch wir vergeben den Schiedsrichtern.
Und führe uns nicht in den Abstieg,
sondern erlöse uns von den Niederlagen.
Denn dein ist das Spiel, der Ball
und die Leidenschaft in Ewigkeit.
Anpfiff.
🤣 🤣 🤣 🤣 🤣 🤣
Er ist Teil der Ballers in God und die kann man wohl ohne Probleme als evangelikal bezeichnen.
Und es gab wohl auch nicht nur das gemeinsame Gebet sondern auch vor dem Spiel eine weitere Aktion.
Nachdem ich mich jetzt ein bisschen eingelesen habe, habe ich meine Meinung geändert. Hier gehört für ihn ein großes Stoppschild hin. Er kann ja gern seinen Glauben leben und auch evangelikal sein ist nicht verboten. Aber es gehört nicht auf den Platz.
VG
Chey
Welche weiteren Aktionen?
"Auf dem Platz", ja da soll'n sie alle 90Min plus alles geben - ob für sich, den Verein, ihre Karriere, ihr Land oder wasauchimmer.
Aber solange das Spiel nicht für Gebetszeiten kurzzeitig unterbrochen wird, ist es doch ok.
Und wer sollte sich da jetzt verletzt, in Frage gestellt oder angegriffen fühlen, wenn sie - statt vor der Fankurve ne starke Brust zu zeigen oder beim Rausgehen hinter den Kulissen dem Gegner noch den Stinkefinger und Beschimpfungen zu geben - da kurz "die Köpfe zusammenstecken" ... Niemand wird, soll und muss die Nmecha-Anschauungen da reinwürzen
L'Chaim
Er hat wohl vor dem Spiel auf dem Platz symbolisch eine Art Dornenkrone abgelegt.
Und die Kritik an ihm geht auch in den letzten Jahren deutlich weiter.
Er steht für ein sehr intolerantes Christentum. Darf er gern, aber bitte nicht auf dem Platz und bei einer Nationalmannschaft, die für andere Werte stehen sollte.
Und wer meint, es träfe natürlich nur Christen, möchte ich mal an Mesut Özil erinnern. Dort forderte man auch ein Bekenntnis zu diesem Werten.
VG
Chey
Aber es gehört nicht auf den Platz.
Wobei das für die WM schlussendlich die FIFA zu beurteilen hat.
Es ist ja immer wieder Thema, ob Torjubel oder Gesten angemessen sind. T-Shirts und ähnliches sind ja bereits verboten. Ob so ein Gebet auch darunter fällt, weiß ich nicht. Aber solange die FIFA da nicht eingreift, ist es geduldet und somit scheinbar OK.
Jetzt darfst du aber natürlich eine andere Meinung als die FIFA haben 😀
Nun, es könnte auch für sich der DFB strenger sehen als die FIFA. Der stellt ja die Mannschaft auf und setzt interne Verhaltensregeln.
Da kann eine öffentliche Diskussion schon Einfluss drauf nehmen.
VG
Chey
Das Problem bei Nmecha ist eher, dass er in der Vergangenheit bereits durch Homophoben Äußerungen aufgefallen ist (ob die Vorwürfe gerechtfertigt sind, weiß ich nicht; ich habe die Äußerungen nicht nachgelesen)
Das ist falsch. Solche Äusserungen hat Felix Nmecha nie gemacht. Diese Vorwürfe sind aufgrund von Postings in den sozialen Medien entstanden, die er geliked und geteilt hat. Bei diesen Postings ging es um a) Pride-Veranstaltungen und b) Transidenz bei Kindern. Gemäss eigenen Aussagen von Nmecha sei er nicht homophob. Dies wurde auch vom DFB und von Borussia Dortmund abgeklärt. Er pflege freundschaftliche Kontakte zu lesbisch geouteten Spielerinnen des VfL Wolfsburg, dem Verein wo er früher spielte.
und er dadurch perfekt in das Vorurteil des "evangelikalen Christen" passt
... und somit in das links-grüne Narrativ, das pauschal allen Christen eine homophobe Einstellung unterstellt. Aber ich vermute, dass diese Vorwürfe im Falle Nmechas falsch sind und ihm Unrecht tun. Deswegen tue ich mich schwer damit. Aber manche Menschen brauchen eben ein Nadelkissen, um Wohlfühl-Erlebnisse zu haben.
Das ist falsch. Solche Äusserungen hat Felix Nmecha nie gemacht. Diese Vorwürfe sind aufgrund von Postings in den sozialen Medien entstanden, die er geliked und geteilt hat.
Mutmaßlich homophobe Beiträge liken und teilen ist auch nicht besser als sie selbst zu schreiben.
Bei diesen Postings ging es um a) Pride-Veranstaltungen und b) Transidenz bei Kindern.
Ohne die originalen Postings jetzt anzuschauen, kann ich dazu nichts sagen.
Er pflege freundschaftliche Kontakte
Jo, das tun viele Homophoben Menschen. Ist für die Beurteilung seiner Likes, Teilungen und Beiträge aber ziemlich irrelevant.
... und somit in das links-grüne Narrativ, das pauschal allen Christen eine homophobe Einstellung unterstellt.
Yea, mit Voruteilen auf Vorurteile reagieren. Das bringt uns bestimmt voran.
Veröffentlicht von: @lhoovpee@ ihoovpee & tamaro
... und somit in das links-grüne Narrativ, das pauschal allen Christen eine homophobe Einstellung unterstellt.
Yea, mit Voruteilen auf Vorurteile reagieren. Das bringt uns bestimmt voran.
DAS links-grüne Narrativ, das PAUSCHAL allen Christen ... 😉
Gott sein Dank stimmt das pauschale Generalisieren hier in beide Richtungen nicht! 😀
Nur sonnen und solchen.
L'Chaim
Mutmaßlich homophobe Beiträge liken
Die Intention ist entscheidend, aus welchem Grund er diese Postings geliked hat.
Ohne die originalen Postings jetzt anzuschauen, kann ich dazu nichts sagen.
Hast du jetzt aber dennoch zweimal gemacht. 🙂
Ist für die Beurteilung seiner Likes, Teilungen und Beiträge aber ziemlich irrelevant.
Eben, der DFB und Borussia Dortmund haben das ja beurteilt. Man kann es überhaupt nur beurteilen, wenn man den Menschen persönlich kennt und nicht aus der Ferne.
Yea, mit Voruteilen auf Vorurteile reagieren.
Man macht eben so seine Erfahrungen und Beobachtungen.
Alles Gute dir! Mit diesem Diskussions-Niveau mag ich einfach nicht mehr meine Zeit verbraten.
Eine Frage: Wo hast du ihn denn persönlich kennen gelernt? Denn du beurteilst ihn hier ja auch, nur positiv.
Woher kennst du seine Intention?
Und wie siehst Du Trump, Merz, Habeck und viele andere Politiker, die Du wohl alle persönlich nicht kennst? Oder Personen aus anderen Bereichen? Zu allen keine Meinung? Bemerkenswert.
VG
Chey
Hast du jetzt aber dennoch zweimal gemacht.
Nö. Ich habe an keiner Stelle die Vorwürfe vertreten, noch sie revidiert.
Die Intention ist entscheidend, aus welchem Grund er diese Postings geliked hat.
Ein Like ist ein Like. Eine Teilung ist eine Weiterverbreitung der Inhalte des geteilten Postings. Wenn man ein Beitrag liked oder teilt, trägt man zu dessen Verbreitung Teil.
Man kann es überhaupt nur beurteilen, wenn man den Menschen persönlich kennt und nicht aus der Ferne.
Man muss ein Menschen nicht kennen, um sein öffentliches Social Media Profil zu beurteilen. Dazu reicht das Profil vollkommen aus.
Aber wann hast du ihn denn persönlich kennen gelernt, um ihn hier so positiv darzustellen?
Lesenswert finde ich übrigens noch den im jesus.de-Artikel verlinkten Beitrag (rot markierte Worte "kursierten Bilder" anklicken), der auf "promisglauben.de" zu lesen ist. Dort sind Impressionen der Nationalmannschaft aus Curaçao zu sehen, wie sie vor einem Training gemeinsam beten. Da scheinen wirklich alle, Spieler und Staff mitzumachen! 🙂 (Aber der 78jährige Trainer Dirk Advocaat vielleicht eher nicht? Aber gerührt die Tränen von den Augen abwischend, war er vor dem Spiel gegen Deutschland dennoch zu sehen).
In dem Artikel steht u.a.: "Nur wenige Stunden vor der Abreise des Teams in die USA zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 kamen die Mitglieder der Fußballnationalmannschaft von Curaçao dann zu einem besonderen Abend voller Lobpreis, Gebet, Zeugnissen und gemeinsamer Gottesbegegnung zusammen."
@johnnyd Passt sehr schön als Huldigungs- und Unterwerfungsgeste gegenüber den Gastgebern, also der Fifa und der one Nation under god. No politics, Herr Fifa-Friedenspreisträger, schon klar, aber ein öffentliches Gebet für die Kameras ist gern gesehen im Gotteskriegerland. Sollte sich rentieren für alle Beteiligten. Auch den Wert als Werbeträger steigert's gewiss, denn so wird das berechnet:
In den Medien wurde das meines Erachten überwiegend positiv aufgegriffen.
Hauptsache. 🙂
Veröffentlicht von: @jack-blackPasst sehr schön als Huldigungs- und Unterwerfungsgeste gegenüber den Gastgebern, also der Fifa und der one Nation under god. No politics, Herr Fifa-Friedenspreisträger, schon klar, aber ein öffentliches Gebet für die Kameras ist gern gesehen im Gotteskriegerland. Sollte sich rentieren für alle Beteiligten. Auch den Wert als Werbeträger steigert's gewiss, denn so wird das berechnet:
Naja, jetzt haste Dir aber drei Bauklötzchen zusammengeholt (Huldigung/Unterwerfung ggü Ggebern -No politics, aber gut im Gotteskriegerland - gesteigerte Webeeinnahmen) ... 🤣
L'Chaim