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Gibt es Gott wirklich?

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Leonie0011
Themenstarter
Beiträge : 44

Warum braucht es Gott und warum sollte es ihn geben? Energie ist nachweisbar (überall ind verschiedensten Formen). Warum darf Gott da sein, von Anfang, aber Energie nicht?
Was spricht dagegen dass Energie einfach schon immer da war & immer da sein wird und dass alles durch Energie entstanden ist? (welche wirklich nachweisbar ist). Dann bräuchte es Gott gar nicht. Alles was besteht ist in dem Falle auch nicht durch Zufall entstanden sondern durch die Gesetze der Energie und naturwisseschaft. Warum ist es für Menschen nicht wahrscheinlicher dass es so war, statt dass es einen Gott gibt?

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264 Antworten
Arcangel
Beiträge : 6387

Anfang? Anfang, wo von? Anfang des Universums? Ja da muss es Energie gegeben haben, da sonst kein Universum. Die Frage ist, was war vor dem Anfang, gab es überhaupt ein vor dem Universum.

Ist das Universum aus dem Nichts erschaffen worden, dann ist Energie als Bestandteil des Universums auch erschaffen worden? Denn, wenn nichts ist, gibt es auch keine Energie.

arcangel antworten
21 Antworten
Leonie0011
(@leonie0011)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 44

Zu deinem Satz: "wenn nichts ist gibt es auch keine Energie", kann man bei Gott genau so sagen. Wenn nichts ist, gibt es auch keinen Gott. Warum darf Gott von Anfang an da sein und Energie nicht? Warum kann es nicht einfach Energie sein die schon immer da war, immer da ist und immer da sein wird? Warum muss es dafür einen Gott geben? Irgendwas war ja zuerst da. Warum soll es nicht einfach Energie sein?

leonie0011 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

Es ist keine Frage des Dürfens, um genau zu sein sind es zwei Fragen. Das eine ein physikalische und das andere eine metaphysische. Energie ist nicht einfach so. Energie ist, weil es Potenziale gibt, ohne Potenziale keine Energie (zumindest in der Newtonschen Physik). Oder anderes herum, Energie verrichtet Arbeit. Wenn es nun nichts gibt, dass ein Potenzial hat oder nichts gibt, das Arbeit verrichten kann, dann gibt es auch keine Energie.

Energie liegt nicht einfach so rum.

Nun, mit Gott ist es anderes und hier verlassen wir nun die Physik. Gott ist Gott brauchen kein Potenzial und kein Objekt an dem Er Arbeit verrichtet um zu sein. Das ist der grosse Unterschied.

Energie definiert die Interaktion von Teilen und ist durch die Interaktion definiert, Gott hingegen definiert sich aus sich selbst heraus.

arcangel antworten
Johannes22
(@johannes22)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 2973
Veröffentlicht von: @arcangel

Das eine ein physikalische und das andere eine metaphysische.

Diese Vermischung ist das Problem. Markus Gabriel nennt das Sinnfelder und Sinnfelder können wahr und unwahr sein (die Physik ist wahr) können aber nicht vermisch werden. Ich kann mit Mathematik (Sinnfeld 1) nicht ein Gedicht von Rilke (Sinnfeld 2) erschließen.

johannes22 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @johannes22

Diese Vermischung ist das Problem.

Dieses Problem wird aber seitens der Theisten bereitet, die Gott als eine in der Welt wirkmächtige Entität behaupten, mit der zu rechnen sei. Gott ist ihren Aussagen gemäß eben gerade kein Gedicht, sondern Teil eines Erklärungskonzepts hinsichtlich physikalischer Sachverhalte (Schöpfungsthese).

Über den Gott freilich, über den sich hinsichtlich seiner physikalischen Wirkungen (Interaktionen mit der physischen Welt) überhaupt etwas sagen läßt, läßt sich dies sagen: dass die theistischen Sätze, die man aus den sog. Offenbarungsreligionen kennt, mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch sind; in demselben Sinne falsch, wie auch Sätze über die Geschwindigkeit des Schlittens vom Weihnachtsmann falsch sind. Denn wenn Du schon zum wiederholten Male Markus Gabriel anführst, so solltest Du konzedieren, dass Gott und der Weihnachtsmann seiner Philosophie gemäß in die gleiche Kategorie fallen.

jack-black antworten
Johannes22
(@johannes22)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 2973
Veröffentlicht von: @jack-black

Dieses Problem wird aber seitens der Theisten bereitet, die Gott als eine in der Welt wirkmächtige Entität behaupten, mit der zu rechnen sei. Gott ist ihren Aussagen gemäß eben gerade kein Gedicht, sondern Teil eines Erklärungskonzepts hinsichtlich physikalischer Sachverhalte (Schöpfungsthese).

ja aus dem Grund rufen ja auch Christen wenn sie Probleme mit ihrer Gasetagenheizung haben üblicherweise den Popen an während Atheisten meistens MSS oder einen anderen Philosophen ihrer Wahl anrufen. Oder rufen jetzt beide den Installateur an ? Ja manchmal bin ich verwirrt weiß jetzt auch nicht mehr in welchem Sinnfeld sich ein Defekt der Gasetagenheizung befindet.

johannes22 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

Ironie kann ein Argument würzen, trägt aber nicht allein.

jack-black antworten
Goswin
 Goswin
(@goswin)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 36
Veröffentlicht von: @johannes22

Markus Gabriel nennt das Sinnfelder und Sinnfelder.

Markus Gabriel gibt es nicht 😆 .  Hat er selber gesagt 😆 😆 .  Wohnt vermutlich in Bielefeld 😆 😆 😆 .

goswin antworten
Setzei
 Setzei
(@setzei)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 588

@arcangel 

Das Universum hat ja auch eigentlich keine Energie. Es ist ein Nullsummenspiel.

setzei antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@setzei 

Dann brauche ich mir ja null Gedanken darüber zu machen, um keine nicht vorhandene Energie zu verschwenden.

arcangel antworten
TheGuyWhoLongs4More
(@theguywholongs4more)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 41
Veröffentlicht von: @leonie0011

Warum muss es dafür einen Gott geben? Irgendwas war ja zuerst da. Warum soll es nicht einfach Energie sein?

Weil wir in einem SINNvollen Universum leben. Bestimmte Prozesse, deren Grundlagen uns nach wie vor eher oberflächlich verständlich sind, dienen in maßgeschneiderter Weise anderen Prozessen, von denen uns einige recht lieb geworden sind (zum Atmen - und wer würde sagen, atmen sei überbewertet?? 🙂 - bedarf es nicht nur eines bestimmten Gasmischungsverhältnisses, sondern bestimmter Druckverhältnisse, sowie bestimmter Voraussetzungen, welche dafür sorgen, dass besagte Gasmischung exakt solange stabil vorliegt, wie wir dies benötigen, sich danach aber aufgrund weiterer sinnvoller Prozesse in unseren Körpern modifizieren lässt, und dies wiederum nicht nach Zufallsprinzip, sondern auf eine ganz bestimmte, uns enorm dienliche Art und Weise . . . nimm Nahrungsaufnahme . . . nimm den daran anschließenden Prozess, der, nachdem wir die für uns unverwertbaren Bestandteile der Nahrung ausgeschieden haben, dafür sorgt, dass daraus, in Verbindung mit diversen damit perfekt verzahnten Prozessen, von denen wiederum KEINER beliebig ist, wieder neue Nahrung für uns und andere Mitbewohner unserer Biosphäre wird . . . . nimm alles mögliche und schau, ob da nicht ganz viele Faktoren zusammenwirken, die dafür sorgen, dass für uns daraus (MÖGLICHES) Wohlergehen wird, anstatt Entropie.

Das Alles hat Deine "Energie" gewirkt? Da kann ich nur sagen, viel zu viele Parameter, die gegen jedwede vorauszusetzende UNwahrscheinlichkeit zusammenwirken, nur um unsere Existenz und Weiterexistenz zu ermöglichen . . . demzufolge nenne ich diese, aus meiner Perspektive extrem "wohlwollende", Energie "Gott" . . . und logische Ethik lässt mich nicht umhin kommen, das zweifelsfrei erkannte Attribut der Supportivität als "gut" zu benennen . . . schon sind wir bei einem GUTEN Gott angekommen (und sind dabei lediglich a. Deiner "Energiethese" sowie b. den messbaren, deutbaren, empirisch bewertbaren Faktoren in Verbindung mit dieser Energie gefolgt)!

Wenn wir das nun innerhalb der vorhandenen Narrative etablierter religiöser Systeme fortführen, können wir, rein auf der Basis des bislang deduzierten, manche Modelle einigermaßen gesichert ausschließen: Hinduismus geht von einer ganzen Götterwelt aus, mit sich widerstreitenden Motiven und Intentionen, so das daraus wohl kaum beschriebene Supportivität ableitbar sein kann . . . Buddhismus liefert keine GUTER Gott nennbare energetische Entität mit, so dass dies ebenfalls vernachlässigbar zu sein scheint . . . beim Islam wird das etwas schwieriger, da es hier nun auf die jeweilige, subjektive Definition von "gut" ankommt . . . nach meiner Definition scheidet auch dieser aus, da die mitgelieferte Definition mir zu inkonsistent erscheint (aber ich nehme mich nicht so wichtig, diesbezüglich so etwas wie eine "letztgültige Meinung" äußern zu können) . . . bleiben, zumindest von den "großen" (und der Großteil der verbleibenden religiösen Körperschaften sind, wie Bahaiì, Sufismus, Sikhismus, Kabbalismus, Voodooismus, ... nur Mischformen oder "Weiterentwicklungen" der erwähnten) nur noch Judentum und Christentum übrig, welche beide einen wohlwollenden, strukturierenden und an uns interessierten Gott beschreiben . . . . reicht das als erste Antwort auf Deine - durchaus interessante! - Frage? 😉

theguywholongs4more antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @theguywholongs4more

Weil wir in einem SINNvollen Universum leben. Bestimmte Prozesse, deren Grundlagen uns nach wie vor eher oberflächlich verständlich sind, dienen in maßgeschneiderter Weise anderen Prozessen, von denen uns einige recht lieb geworden sind

Nur dass es genau umgekehrt ist. So wie du es schreibst könnte man meinen, dass es da irgendwo Menschen gegeben hätte, die auf ein Universum warten, in dem sie irgendwo atmen können.

Tatsächlich ist es aber so, dass es irgendwo bestimmte Gaskonzentrationen gegeben hat... und damit mussten dann primitive organische Strukturen irgendwie zurechtkommen. Und zu dem Zeitpunkt gab es noch gar nicht so viel Sauerstoff in der Atmosphäre...

Das Universum muss vorwärts gedacht werden, also vom Ausgangspunk aus... nicht rückwärts, mit irgendeinem imaginären "Zielpunkt", den es zu erreichen gilt.

lucan-7 antworten
TheGuyWhoLongs4More
(@theguywholongs4more)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 41
Veröffentlicht von: @lucan-7

Das Universum muss vorwärts gedacht werden, also vom Ausgangspunk aus... nicht rückwärts, mit irgendeinem imaginären "Zielpunkt", den es zu erreichen gilt.

Soso . . . wer legt fest, was wie gedacht werden muss - Du? Ich hoffe mal, dass dem nicht so ist. 🙂

Außerdem: wohl wissend, was Du meinst - ich denke nicht "rückwärts", sondern ich DENKE.

Wenn Dir die Ergebnisse meines Denkens - for whatever reason - nicht gefallen, nehme ich das wohlwollend zur Kenntnis . . . und denke weiter!

In diesem Sinne: frohes Neues . . . mit neuen Gedanken! 🙂

theguywholongs4more antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @theguywholongs4more

Soso . . . wer legt fest, was wie gedacht werden muss - Du? Ich hoffe mal, dass dem nicht so ist.

Das hängt nicht von mir ab, sondern davon was begründet werden soll.

Mal angenommen, ein Stein hoch oben auf dem Berg löst sich irgendwann durch den Einfluss von Wind und Wetter, rollt den Berg hinunter und kommt irgendwo im Tal zu liegen.

Dann kann man sagen, hey, das ist nichts Besonderes... Wind, Wasser und Sauerstoff haben Mineralien zersetzt, der Stein hat sich gelöst, die Schwerkraft hat ihn angezogen, so dass er ins Tal gerollt ist. Nichts Besonderes.

Man kann aber auch sagen: wie wahrscheinlich ist es denn, dass GENAU DIESER Stein, zu GENAU DIESER ZEIT, an genau DIESER STELLE ins Tal rollt und GENAU DORT zu liegen kommt?

Wie wahrscheinlich ist die zufällige Entstehung eines Universums, welches dafür sorgt, dass dieser Stein genau dort zu liegen kommt? Dass genau dieses Ereignis eintritt... und dass er nicht etwa ein paar Zentimeter weiter zu liegen kam?

Welche völlig unwahrscheinlichen Ereignisse mussten dafür zusammenkommen?
Ist also ein Stein, der einen Berg hinabrollt, deshalb ein Beweis für Gottes Existenz?
Und wenn man jetzt alle Steine des Universums zusammennimmt...das kann doch kein Zufall mehr sein!
Wo es doch so unwahrscheinlich ist, dass genau dieses Ereignis passiert?

Falls du dich jetzt fragst, was Steine mit Menschen zu tun haben: Das war deine Argumentation!

Du hast willkürlich ein "unwahrscheinliches" Ereignis herangezogen und behauptet, dass das Universum darauf ausgerichtet sei... also beispielsweise atembare Luft.

Und diese Argumentation ergibt keinen Sinn. Weil sie letztlich beliebig ist.

Veröffentlicht von: @theguywholongs4more

In diesem Sinne: frohes Neues . . . mit neuen Gedanken! 🙂

Danke, gleichfalls 😉

lucan-7 antworten
TheGuyWhoLongs4More
(@theguywholongs4more)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 41
Veröffentlicht von: @lucan-7

Das war deine Argumentation!

Nö, nich wirklich. Du vergisst - oder sparst zielgerichtet aus? - besagte Supportivität. Wobei ich, anstelle des von Dir erbrachten Einwurfes, durchaus verstehen könnte, wenn Du mir stattdessen "unziemliche Anthropozentriertheit" unterstellen würdest.

Halten wir fest: unser Denken hat uns zu unterschiedlichen Ergebnissen gebracht. 😎

theguywholongs4more antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @theguywholongs4more

Du vergisst - oder sparst zielgerichtet aus? - besagte Supportivität. Wobei ich, anstelle des von Dir erbrachten Einwurfes, durchaus verstehen könnte, wenn Du mir stattdessen "unziemliche Anthropozentriertheit" unterstellen würdest.

Jepp. Genau das unterstelle ich dir wohl.

Veröffentlicht von: @theguywholongs4more

Halten wir fest: unser Denken hat uns zu unterschiedlichen Ergebnissen gebracht.

Das soll vorkommen... 😉

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @theguywholongs4more

Weil wir in einem SINNvollen Universum leben.

Nö.

jack-black antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 1449

Energie ist ein erstmal Begriff aus dem Räumlich und Zeitlich begrenztem Bereich der messbaren Materie dieses Universum, wo alles ein Anfang Ende, Ursache und Wirkung hat

Gott offenbart sich in Christlicher Überlieferung als ein Gott jenseits dieses Universums, jenseits von diesem Raum und Zeit, umgeschaffen ohne Anfang und Ende. Er ist einfach "Da" wenn man das so interpretieren darf.

Vg

derneinsager antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @derneinsager

Er ist einfach "Da" wenn man das so interpretieren darf.

Wo ist er "da"?

lucan-7 antworten
Setzei
 Setzei
(@setzei)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 588

@arcangel 

Nichts ist nicht gleich Nichts und "Nichts" ist lediglich ein Durchgang zu Gott. Sonst wäre das Christentum Nihilismus. Ist es aber nicht.

setzei antworten
Setzei
 Setzei
(@setzei)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 588

Christentum ist also das Non plus Ultra 😀 

setzei antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@setzei 

da habe nichts hinzuzufügen

arcangel antworten


Jack-Black
Beiträge : 6191

Voraussetzungen
Ich weiß gerade nicht, was das Thema in "Authentisch Christsein" zu suchen hat, aber Kategorisierungen sind ja immer auch Geschmackssache... 😀 Hinsichtlich authentischer Christlichkeit kann ich nicht antworten, aber Deine Fragen scheinen entweder einen esoterischen oder einen populärwissenschaftlichen Hintergrund zu haben. Ich möchte kurz rückmelden, warum ich Deine Fragen als schwer bis gar nicht beantwortbar halte.

Veröffentlicht von: @leonie0011

Energie ist nachweisbar (überall ind verschiedensten Formen).

Im Bereicht esoterischer Schwärmerei steht "Energie" als Luftblasen-Begriff für alles, was irgendwie super wichtig, aber doch auch wieder nicht wichtig genug, um sich mal gründlich darüber zu informieren, erscheint. Da gibt's dann Lichtenergie und Liebesenergie und Energiefelder und elektrische Energie, gute und eher schlechte Energie, Energielosigkeit, Energieauren und und und... Irgendwas war da dann auch noch mit Albert Einstein und dem Energieerhaltungssatz... Aber bitte nicht zu genau hindenken!
Nun schreibst Du von "nachweisbar" - das deutet auf einen empirischen Zugang zum Thema. In den modernen Naturwissenschaften ist die Empirie gewissermaßen der Goldstandard. Was reproduzierbar gemessen werden kann, das gilt als gute Diskussionsgrundlage und kann in validen Argumenten verwendet werden. Wissenschaftstheoretisch ist Meßbarkeit sehr gut, weil da, wo sie besteht, Falsifikationsmöglichkeiten benannt werden können nach dem Muster:
Wenn die Messung von XYZ den Wert von 1 überschreitet, ist meine Hypothese widerlegt.

Aber um etwas nachzuweisen, müssen schon Voraussetzungen angegeben werden: was soll wie, wo und wann gemessen werden? Wie signifikant muß eine Messung sein? Es gibt beim Messen jedes beliebigen Parameters immer eine Nachweisgrenze. Beispiel: wenn wir in einem Heizungskeller zehn Liter Luft untersuchen und kein einziges Kohlenmonoxid-Molekül finden, bedeutet dies nicht, dass überhaupt kein Kohlenmonoxid-Molekül im Keller rumfliegt - sondern nur, dass die durchschnittliche Kohlenmonoxid-Konzentration vermutlich unter 1/10 Liter liegt.

Das, was gemessen, respektive "nachgewiesen" werden soll, muß immer vor dem empirischen Versuch definiert werden. Wenn z.B. bei der Aufnahme eines Zusammenstoßes von zwei Teilchen in einem Teilchenbeschleuniger seltsame Artefakte auftauchen, ist damit erstmal nur nachgewiesen, dass sie auftauchen. Nicht mehr. Ob es sich da nur um einen Meß/Beobachtungsfehler handelt, muß zuerst ausgeschlossen werden, bevor man überhaupt anfängt, darüber nachzudenken, was diese Artefakte bedeuten, wofür sie gegebenenfalls ein Nachweis sein könnten.

Worauf ich hinaus will: Du müßtest, damit man Deine Frage sinnvoll beantworten kann, ersteinmal definieren, was Du unter Energie verstehst? Welche Energie-Nachweismethoden hältst Du für zuverlässig, mit welcher dieser Methoden ließe sich das Nicht-Vorhandensein von Energie (in einem bestimmten raumzeitlichen Bereich) belegen?

Denn hier:

Veröffentlicht von: @leonie0011

Was spricht dagegen dass Energie einfach schon immer da war & immer da sein wird und dass alles durch Energie entstanden ist?

fragst Du ja, als wären schon eine Menge Voraussetzungen geklärt. Was heißt denn "schon immer"? Nach einem weithin mehrheitlich vertretenen kosmologischen Modell hatte unser Universum einen zeitlichen Anfang. Aber welche Aussagen gelten für ausserhalb (um das Wörtchen "vor" mal zu vermeiden) dieses Anfangs?
Dann schreibst Du, dass Energie da sei. Wo? Ist Energie ein Ding? Können nicht nur Dinge da sein, und gehört zur Möglichkeit der Dinge, da zu sein, nicht auch die potentielle Möglichkeit, nicht da zu sein? Wie ließe sich der eine vom anderen Fall verläßlich unterscheiden?
Ist Energie Ding an sich in dem Sinne, dass sie unabhängig von unserer Wahrnehmung, bzw. Vorstellung exisitiert, oder ist sie nur ein Phänomen, also eine Art und Weise, wie wir andere Dinge wahrnehmen oder uns vorstellen? Ist sie also absolut oder relativ?

Der us-amerikanische Physikprofessor Lawrence Krauss hat vor ein paar Jahren ein Büchlein mit dem Titel "Ein Universum aus Nichts" geschrieben (das ich bisher nur in Auszügen gelesen habe). Darin macht er sich Gedanken darüber, ob das Universum, in dem wir leben, womöglich tatsächlich aus dem Nichts entstand, d.h. aus einem Zustand ohne Zeit und Raum. L. Krauss ist jemand, der physikalische Zusammenhänge sehr anschaulich und für seine Zuhörer auch gewissermaßen begeisternd darstellen und erläutern kann. Dennoch komme ich selbst bei seinen Vorträgen häufig an eine Nachvollziehbarkeitsgrenze. Soweit, wie ich ihn verstanden habe, ist es theoretisch möglich, dass unser Universum tatsächlich aus dem Nichts (ex nihilo) entstand und es dafür keinen Schöpfergott brauchte. Ja sogar, dass unser Universum (und noch sehr viele andere Universen) mit sehr hoher mathematischer Wahrscheinlichkeit entstehen mußte. Allerdings kann das nur deswegen gesagt werden, weil wir bestimmte mathematische Gleichungen über unser Universum haben und die Wahrscheinlichkeit, mit der unser Universum entstehen mußte, aus ihnen sozusagen abgeleitet wird. Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz: nur aufgrund von Gleichungen, die von Menschen in einer Welt, die nicht Nichts ist, ersonnen wurden, läßt sich argumentieren, dass diese Welt aus dem Nichts entstand, aufploppte, passierte...

Um zum Punkt zu kommen: Ich glaube nicht, dass die Behauptung: Alles ist durch Energie entstanden eine wesentlich sinnvollere Behauptung ist als: Alles ist durch Gott entstanden. Ob einer der beiden Sätz sinnvoller sei als der andere, ließe sich überhaupt erst ausmachen, wenn man Energie und Gott mal hinreichend präzise definiert hätte.

Noch ein kleiner Hinweis

Veröffentlicht von: @leonie0011

Alles was besteht ist in dem Falle auch nicht durch Zufall entstanden sondern durch die Gesetze der Energie und naturwisseschaft.

"Durch Zufall" geschieht nichts. Wer in unserer Welt (die durch strenge kausale Relationen determiniert ist) sagt: "Durch Zufall geschah xyz!", gibt einfach nur zu, dass er nicht weiß, wie xyz passieren konnte. Es gibt für jedes Ereignis in unserer Welt zwingende Bedingungen: nichts geschieht anders, als es einzig und allein geschehen konnte. Nur kennen wir aufgrund der Komplexität unserer Welt selbst die Bedingungen, nach denen auch das allerkleinste Ereignis geschehen mußte, nicht vollständig - weswegen wir auch immer nur für das Eintreffen von Ereignissen mehr oder minder genaue Wahrscheinlichkeiten angeben können: mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich in der nächsten Minute ein- oder mehrmals atmen... Aber sicher ist es nicht. 😉 Wenn ich in der nächsten Minute nicht atmen sollte, kann man kaum sagen: Daran ist der Zufall schuld! Man kann höchstens sagen: Black Jack atmet so selten, dass zwischen den Atemzügen mehr als sechzig Sekunden liegen können. Aber wenn ich vorsätzlich die Luft anhalte - was daran ist dann Zufall, wenn ich mal für 80 Sekunden nicht atme? Oder wenn mich gleich ein Meteorit erschlägt - ist dann der Zufall daran schuld, dass ich in der darauffolgenden Minute nicht atme, oder wollen wir dann nicht doch lieber den Meteoriten und gegebenenfalls jene intergalaktischen, grünkarierte Socken tragenden Dämonen , die ihn auf mich zielten, anklagen? 😉
Und wenn ich, wie bisher üblich, in der nächsten Minute sogar mehrfach atme: Ist dann der Zufall dafür ursächlich? Nein, das ist mein vegetatives Nervensystem, dass es mir ermöglicht, lange Forumsbeiträge zu schreiben, ohne mich mit der Entscheidungfindung, wann ich mal wieder atmen sollte, unnütz zu belasten.

Also: "Der Zufall war's!" ist praktisch immer die falsche, bzw. inhaltsleere Antwort auf die Frage: "Wie konnte xyz passieren?"
Aber geschieht etwas "durch Gesetze"? Auch nicht. Gesetze sind entweder Vorschriften (im Bedeutungsrahmen kultureller Phänomene), oder es sind Beschreibungen von Regelmäßigkeiten (im Bedeutungsrahmen der Naturwissenschaften), bei denen man (bislang) keine Ausnahmen finden konnte. Aber Regelmäßigkeiten tun nichts, die lassen nichts entstehen, sondern sie sind nur Muster, die wir im Chaos der Phänomene zu erkennen meinen.

jack-black antworten
Johannes22
Beiträge : 2973

Sigmar Gabriel hat ein paar ganz interessante Ideen entwickelt was "wirklich existieren" so alles bedeuten kann.
Denn selbstverständlich existieren Gott, der Weihnachtsmann, Einhörner wirklich sonst könnten wir uns ja gar nicht über sie unterhalten, wir haben ja eine Vorstellung von all den Dingen.

Aber vermutlich meinst du was anderes. da müsste man jetzt aber schon klären ob Gott "wirklich existiert" wie ein Tisch, die Zahl pi, "Gerechtigkeit", die Farbe Blau ......

Du siehst: So einfach ist das nicht.

johannes22 antworten
4 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @johannes22

Aber vermutlich meinst du was anderes. da müsste man jetzt aber schon klären ob Gott "wirklich existiert" wie ein Tisch, die Zahl pi, "Gerechtigkeit", die Farbe Blau ......

Die Farbe blau ist nicht realer als Einhörner oder der Weihnachtsmann... die gibt es nur in unserem Kopf...

lucan-7 antworten
Johannes22
(@johannes22)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 2973
Veröffentlicht von: @lucan-7

Die Farbe blau ist nicht realer als Einhörner oder der Weihnachtsmann... die gibt es nur in unserem Kopf...

Ja aber das Markus Gabriel ja eben anmerkt das die Farbe blau damit ja schon mal existiert (und zwar real).
Oder existieren Vorstellungen nicht?
Du meinst halt ein anderes "real" nämlich vermutlich "materiell". Eben wie ein Tisch. Also ein "realer" Tisch nicht unsere Vorstellungen von einem Tisch.

johannes22 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @johannes22

Ja aber das Markus Gabriel

...

Und ich wunderte mich schon, dass Sigmar Gabriel, so wie in Deinem ersten Posting versehentlich behauptet, sich darüber originelle Gedanken gemacht haben sollte... 😀

Veröffentlicht von: @johannes22

Du meinst halt ein anderes "real" nämlich vermutlich "materiell".

Schon da fängt's an, kompliziert zu werden. Ist "real" das gleiche wie "wirklich"?! Ist auch schon wieder so'n Sprachdingens. Wenn man real und fiktional als Gegensatzbegriffe versteht, dann ist der Weihnachtsmann tatsächlich nicht real. Aber das hält ihn nicht davon ab, zu wirken, also wirklich zu sein...

Veröffentlicht von: @johannes22

Du meinst halt ein anderes "real" nämlich vermutlich "materiell". Eben wie ein Tisch. Also ein "realer" Tisch nicht unsere Vorstellungen von einem Tisch.

Achtung: nicht den Fehler machen, wieder in die alte platonische Ideenlehre abzubiegen!

Um zu verstehen, was Markus Gabriel damit meint, dass der Weihnachtsmann wirklich existiere, sollte man sich einige seiner Vorträge, bzw. Interviews mit ihm anschauen. Oder halt seine Bücher lesen... Schlauer und noch immer viiiel zu junger Mann übrigens, der zwar philosophische Erörterungen im Plaudertone zum Besten gibt, aber dabei immer ziemlich genau in seinen Formulierungen bleibt.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @johannes22

Du meinst halt ein anderes "real" nämlich vermutlich "materiell". Eben wie ein Tisch. Also ein "realer" Tisch nicht unsere Vorstellungen von einem Tisch.

Es gibt sicher mehr als die "materielle" Realität... aber nur mal zum Verständnis: Was genau ist für dich denn "nicht-real"?

lucan-7 antworten


GoodFruit
Beiträge : 4219

Wo kommt denn die Energie her? "War einfach da" ist 3ein Glaubenssatz, der sich inhaltlich nulll von einem Glaubenssatz, der einen Gott annimmt unterscheidet. Dann glaubst Du halt nicht an Gott sondern an Energie. Wenn es Dir gefällt: bitteschön!

Mir wäre das zu wenig, weil ich den Kosmos nicht allein als Energiebilanz sehe, sondern über die vielfältige Information darin nur staune. Und wenn Du dann auch nocht sagst: All die Information war schon von Anfang an da - dann bist Du einem Gottesbild schon ziemlich nahe.

goodfruit antworten
42 Antworten
Leonie0011
(@leonie0011)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 44

Doch da gibt es einen Unterschied, Energie oder energetische Felder lassen sich nachweisen!!!

leonie0011 antworten
deadman
(@deadman)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 52

Ich glaube, du versucht zwei "Denkwelten" in einer zu betrachten, und das funktioniert nicht.
Ich gehe mal davon aus, dass Du "Energie" als naturwissenschaftlichen Begriff verstanden haben willst, der vor allem in der Physik und der Chemie eine Rolle spielt.
Physik besteht darin, messbares zu messen und (noch) nicht messbares messbar zu machen.
"Gott" gehört als ein religiöser Begriff nicht in die Betrachtungswelt der Naturwissenschaft. Es sei denn, du erforschst die Auswirkungen der Beschäftigung des Menschen mit "Gott" auf einen naturwissenschaftlich messbaren Bereich unserer Lebenswelt. "Gott" selbst ist damit immer noch nicht messbar. Ein angeblich messbarer Gott ist kein Gott, das schließt sich logisch aus.

deadman antworten
xederlatein
(@xederlatein)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 51
Veröffentlicht von: @deadman

Ich glaube, du versucht zwei "Denkwelten" in einer zu betrachten, und das funktioniert nicht.

Auf diese Weise vielleicht nicht. Aber in Jesus war ja auch schon ein Geist, bevor nach seiner Taufe auch noch der Geist Gottes auf ihn herab kam. Man mag Hirnströme messen können, aber keine einzelnen Gedanken, genauso wie man den Herzschlag messen kann und trotzdem nicht versteht, wie der Körper den Impuls für den Herzschlag herstellen kann, oder weshalb der Verdauungstrakt unabhängig vom Denken und Willen funktioniert, während keine Gliedmaßen ohne willentlichen Gedanken nutzbar sind.

Veröffentlicht von: @deadman

"Gott" gehört als ein religiöser Begriff nicht in die Betrachtungswelt der Naturwissenschaft. Es sei denn, du erforschst die Auswirkungen der Beschäftigung des Menschen mit "Gott" auf einen naturwissenschaftlich messbaren Bereich unserer Lebenswelt. "Gott" selbst ist damit immer noch nicht messbar. Ein angeblich messbarer Gott ist kein Gott, das schließt sich logisch aus.

Die Gedanken von Jesus kann man erforschen, denn vieles wurde niedergeschrieben, aber auch von anderen Propheten gibt es entsprechende Zeugnisse. Und da spielt auch immer der Geist bzw. die Gedanken und Mitteilungen Gottes eine Rolle, wenn sie denn tatsächlich seine Propheten waren.
Fragen könnten sein:
War Gott in Jesus Mensch und wenn ja ab, wann?
Was passierte am Kreuz, als er seinen Geist in die Hände des Vaters befahl?
Und was ist der Himmel, in dem das Haus des Vaters ist?
Und weshalb ist es nicht das Haus des Menschensohnes, wenn dieser doch Gott war?

Fröhliches Messen der physikalisch-körperlichen Gedanken😎

xederlatein antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @deadman

Ein angeblich messbarer Gott ist kein Gott, das schließt sich logisch aus.

Inwiefern das denn?

Zu Jesu Zeiten hat Gott laut Bibel "messbar" gewirkt. Und wenn die Welt Gottes Schöpfung ist, dann ist auch diese messbar.

Was du vermutlich meinst ist: Der Gott, an den du glaubst, darf nicht "messbar" sein.

Das ist aber dein persönlicher Glaube.

lucan-7 antworten
deadman
(@deadman)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 52
Veröffentlicht von: @lucan-7

Was du vermutlich meinst ist: Der Gott, an den du glaubst, darf nicht "messbar" sein.

??

Eigenschaften oder „Taten“, die Gott zugeschrieben werden sind z.B.
• allmächtig
• allwirksam
• allwissend
• Schöpfer aller Dinge – Licht und Zeit mit eingeschlossen

In der jüdischen Theologie ist Gott sogar derartig unnahbar, unfassbar und geheimnisvoll, dass er keinen Namen hat und nur umschrieben wird.

Das alles hat mit den Texten der Bibel und der Auslegungstradition dieser Texte zu tun und ist unabhängig davon, was ich glaube oder nicht glaube.

Wenn man aussagenlogisch die Gleichung aufmacht:
Objekt 1: ist allmächtig, allwirksam, allwissend und Schöpfer aller Dinge
Objekt 2: ist mit vom Mensch entwickelten Messmethoden vermessbar
Objekt 3: ist allmächtig, allwirksam, allwissend und Schöpfer aller Dinge und ist mit menschlichen Messmethoden vermessbar

… ich „glaube“ schon, dass die Aussagen-Konjunktion zu Objekt 3 nicht logisch sein kann. Allein schon deshalb nicht, weil ein allmächtiges Objekt nicht einer reproduzierbaren physikalischen Messreihe unterliegen kann – es sei denn, das Objekt hat gerade Lust dazu und Freude daran, den Vermesser zu foppen und seine Messbarkeit vorzutäuschen. Dann bliebe die Aussage aber immer noch falsch.

Ich lasse mich aber gerne von jedem belehren, der sich mit Aussagenlogik besser auskennt als ich.

deadman antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @deadman

Eigenschaften oder „Taten“, die Gott zugeschrieben werden sind z.B.
•allmächtig
•allwirksam
•allwissend
•Schöpfer aller Dinge – Licht und Zeit mit eingeschlossen

Der Knackpunkt hier ist "wirksam". Eine Wirkung kann gemessen werden.

Angenommen, die Schwerkraft ginge unmittelbar auf Gottes Wirken zurück, das heißt, Gott konzentriert sich permanent darauf, die Schwerkraft aufrecht zu halten - dann wäre Gottes Wirken in diesem Fall "messbar", denn die Schwerkraft kann ja gemessen werden.

Ein "nicht-messbarer" Gott bedeutet hingegen, dass sich Gottes Existenz nirgendwo in bemerkbarer Weise auswirkt. Gott wäre damit schlicht irrelevant.

Eines von beiden muss zutreffen.

lucan-7 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7591

Fallende Äpfel

Veröffentlicht von: @lucan-7

dann wäre Gottes Wirken in diesem Fall "messbar"

Darauf lief hinaus, was ich vor Jahren bei einem Arzt und Physiker (!) erlebt habe, der allen ernstes glaubte, dass Gott jede einzelne Aktivität des Weltgeschehens eigenhändig steuere. Auf die Frage, wie er das mit dem berühmten Apfel mache, der von selbst vom Baum fällt, wenn er reif ist, meinte er, dass auf jeder einzelne Apfel von Gott höchstselbst abgerissen und zu Boden fallen gelassen wird. Er meinte, dass sämtliche "Naturgesetze" nur eine quasi optische Täuschung wäre, weil Gott ja alles in einer so außerordentlichen Zuverlässigkeit handle, dass es wie ein Gesetz aussieht.

queequeg antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @queequeg

Er meinte, dass sämtliche "Naturgesetze" nur eine quasi optische Täuschung wäre, weil Gott ja alles in einer so außerordentlichen Zuverlässigkeit handle, dass es wie ein Gesetz aussieht.

Demnach wäre Gott also trotz Allmacht nicht in der Lage, diese Vorgänge zu automatisieren...

Auch ein seltsame Vorstellung.

lucan-7 antworten
Johannes22
(@johannes22)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 2973
Veröffentlicht von: @queequeg

Auf die Frage, wie er das mit dem berühmten Apfel mache, der von selbst vom Baum fällt, wenn er reif ist, meinte er, dass auf jeder einzelne Apfel von Gott höchstselbst abgerissen und zu Boden fallen gelassen wird.

Im Prinzip hat er ja recht. das was wir als Naturgesetze beschreiben ist ja nichts weiter als das Handeln Gottes das natürlich regelhaft stattfindet (eben damit wir es beschreiben und verstehen können)

johannes22 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @johannes22

Im Prinzip hat er ja recht. das was wir als Naturgesetze beschreiben ist ja nichts weiter als das Handeln Gottes das natürlich regelhaft stattfindet (eben damit wir es beschreiben und verstehen können)

Man könnte es aber auch der Einfachheit halber bei "Naturgesetzen" belassen...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

Solipsistischer Pantheismus

Veröffentlicht von: @johannes22

Im Prinzip hat er ja recht. das was wir als Naturgesetze beschreiben ist ja nichts weiter als das Handeln Gottes das natürlich regelhaft stattfindet (eben damit wir es beschreiben und verstehen können)

Jeder Zerfallsprozeß in einem Atom, der fünf Galaxienhaufen von uns entfernt stattfindet, wird also von Gott individuell gesteuert - damit wir sein Handeln beschreiben und verstehen können?

Ich muß da an eine Debatte über das Finetuning-Argument denken, in der für die zwei Positionen (Gott hat die Welt so gestaltet - fine getuned - damit Leben entstehen konnte vs. die Welt wurde nicht von einem Gott für uns fine getuned) jeweils zwei Vertreter sprachen. Dabei entspann sich zwischen den beiden "atheistischen" Vertretern, die sich offenkundig nicht vorher miteinander abgesprochen hatten, eine kleine "interne" Diskussion, weil einer von beiden die Multiversums-Theorie als Argument eingeführt hatte: Es gebe unendlich viele Universen mit unterschiedlichsten Naturkonstanten (die, sinngemäß, bei der Entstehung eines Universums ausgewürfelt würden) und da es derartig viele Universen gebe, sei es nur wahrscheinlich, dass eben auch Universen darunter seien, die das anthropische Prinzip erfüllten.
Der andere atheistische Vertreter (irgendein Physiker) merkte an, dass dies allerdings nicht seiner Ansicht entspräche. Er halte die Multiversums-Hypothese für nicht belastbar. Vielmehr dünke sie ihn als eine einfach nur unelegante ad-hoc-Lösung, die sich empirisch denn auch nicht widerlegen ließe, also mit dem Falsifikationsprinzip zu kämpfen habe. Zudem würde Ockhams Razor an ihr nagen, also das Sparsamkeitsprinzip, wonach die Theorie, die mit den wenigsten Zusatzannahmen auskommend einen Sachverhalt erkläre, immer vorzuziehen sei. Seine Quintessenz war: "Unendlich viele Universen erscheinen mir einfach zu viel!"

Und genau dieses Argument fällt mir jetzt auch hinsichtlich der Vorstellung, Gott kümmere sich um jedes pyhsikalische Ereignis im Universum individuell, ein: das läßt sich so einfach hinsagen. Aber sobald man anfängt, sich das vorzustellen, wird's lächerlich: Wie Gott da am hin-und-her-Überlegen ist, ob ein paar Milliarden Lichtjahre von uns entfernt ein Luftbläschen jetzt oder eine Nanosenkunde später zerplatzt - nur, damit wir sein Handeln beschreiben und verstehen können...

Dieser Einwand ist freilich nur einer der ästhetischen Art. Aber wenn man in Bereichen arbeitet, in denen das Sich-Verzetteln im Klein-Klein der Mikroprozesse am Ende zu schlechten Arbeitsresultaten führt, kann man's womöglich noch besser nachvollziehen. Als Maler und Illustrator habe ich z.B. die schlechte Angewohnheit, meine Bilder häufig zu sehr auszudetaillieren (Metier-Sprech: durchzurendern). Dort, wo ich mit einem breiten Pinsel, mich auf den Zufall verlassend, eine Wiese mit zwei, drei Strichen hinwerfen könnte, fange ich an, einzelne Grashalme, Blümchen, Steinchen und Ästlein einzufügen. Das Ergebnis dieser mitunter sehr zeitaufwendigen Problemlösung ist dann aber schlechter für's Bild, statt besser. Die zwei, drei breiten Brushstrokes wären die wesentlich elegantere Lösung für das Problem: da soll eine Wiese hin.
Wie nun die Lösung hinsichtlich des Finetuning-Arguments lauten würde, konnte der Physiker in der Debatte gar nicht angeben (er konzentrierte sich auf die Fehler in der Argumentation der Gegenseite), aber sein Punkt, dass die Multiversumstheorie unelegant sei, war damit nicht widerlegt.

Die Behauptung, Gott höchstselbst reisse jeden einzelnen Apfel vom Baum und lasse ihn zu Boden fallen, ist lächerlich, da hochgradig unästhetisch.

Wenn man indessen nicht nach ästhetischer Wertigkeit fragt, sondern, so wie Du hier, sagt: "Naja, ist halt so!" Und die Inflation göttlichen Eingreifens in die Welt in's Unendliche schraubt, dann kommt man aber zu dem logischen Ende, dass jedes Ereignis in der Welt von Gott gezielt und gesteuert ist. Und damit setzt man Welt und Gott (es Handelns) als identisch. Dann kann Gott kein Gegenüber sein, auch nicht für die Menschen.

Ich würde vorschlagen, diese Betrachtungsweise als "solipsistischen Pantheismus" zu bezeichnen: es gibt nur das Subjekt: das Handeln/die Existenz/das Selbst Gottes und dieses Selbst ist identisch mit der Welt.
Gegen diesen Gedanken, der ja - wenn auch in etwas anderem Zusammenhang - so ähnlich schon mal im deutschen Idealismus ( a la Fichte und Schelling) postuliert wurde, blieb mir als überzeugendes Gegenargument vor allem ein satirisches Bild in Erinnerung, das Jean Paul in seinem Roman "Der Titan" zeichnete. Da steht eine der Romanfiguren nachts (besoffen) in einem Brunnenbecken, in das er eben hineinpinkelte. Und er steht. Und steht. Und steht. Andächtig und ergriffen lauscht er dem Plätschern seines kleinen Geschäfts, das nicht mehr enden will...

Aus der etablierten Vorstellung, bei all den religiösen Thematiken gehe es um das Verhältnis zwischen Gott, der Welt und den Menschen, wird hier die Vorstellung, eigentlich sei da nur Gott, der mit sich selbst an sich selbst herumspielt, weil da halt nix anderes ist.

Wir müssen uns Gott, der sich um das Wachsen noch der kleinsten Eiskristalle auf Pluto persönlich zu kümmern hat, dann als einen sehr einsamen, und vermutlich auch sehr gelangweilten Gott vorstellen.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @jack-black

Wir müssen uns Gott, der sich um das Wachsen noch der kleinsten Eiskristalle auf Pluto persönlich zu kümmern hat, dann als einen sehr einsamen, und vermutlich auch sehr gelangweilten Gott vorstellen.

Mal ganz davon abgesehen, dass dieser Gott über eine Hirnkapazität verfügen muss, die den Inhalt des Universums noch bei weitem übertrifft.

Und diese Kapazität nutzt er dann dafür, jedes Atom im Universum in jedem Sekundenbruchteil auf stets dieselbe Weise hin- und her zu schieben... und das bis in alle Ewigkeit...

Da muss man sich schon fragen, ob Gott sich nicht gelegentlich zu der Zeit zurücksehnt, als es noch keine Schöpfung gab...

lucan-7 antworten
chubzi
 chubzi
(@chubzi)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1287
Veröffentlicht von: @lucan-7

Da muss man sich schon fragen, ob Gott sich nicht gelegentlich zu der Zeit zurücksehnt, als es noch keine Schöpfung gab...

Er fragt sich vielleicht gelegentlich, "Was hab ich das boß gemacht"?.

chubzi

chubzi antworten
Deborah71
(@deborah71)
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chubzi
 chubzi
(@chubzi)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1287
Veröffentlicht von: @jack-black

Wir müssen uns Gott, der sich um das Wachsen noch der kleinsten Eiskristalle auf Pluto persönlich zu kümmern hat, dann als einen sehr einsamen, und vermutlich auch sehr gelangweilten Gott vorstellen.

Und warum kümmern sich die Glaubenden nicht darum diesen Gott aus seiner Einsamkeit heraus zu holen?

chubzi

chubzi antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @chubzi

Und warum kümmern sich die Glaubenden nicht darum diesen Gott aus seiner Einsamkeit heraus zu holen?

Die Frage verstehe ich nicht. Falls das hier von mir analysierte Gotteskonzept der Realität entspräche, wären "die Glaubenden" doch nur ein Teil des gelangweilten Gottes. Jeder Nervenimpuls in ihren Synapsen wäre von ihm genau so und nicht anders beabsichtigt und initiiert worden. Die Einsamkeit Gottes wäre absolut, da ausser ihm und unabhängig von ihm nichts wäre. Auch keine Glaubenden (und selbstverständlich auch keine Ungläubigen).
Du und ich mit unserem Austausch hier - wir wären dann ein Bestandteil der Selbstgespräche Gottes. Bei denen nichts Interessantes herauskäme, weil Gott (und er wäre schließlich das einzige Wesen, das überhaupt Interesse an irgendetwas haben, für den also etwas interessant sein kann) ja schon längst wüßte, wohin diese Selbstgespräche wie führen.

Ich persönlich glaube ja bekanntlich überhaupt nicht an irgendwelche Götter, aber ich wage auch zu behaupten, dass die allerwenigsten Gläubigen so einen Gott glauben. So wäre Gott aber, wenn man sich das Gotteskonzept, nach welchem Gott alles in dieser Welt bewirkt, einmal genau anschaut, es ernst nimmt und durchdenkt - so müßte er dann redlicherweise (Stichwort: authentisch...) geglaubt werden.
Fragst Du mich mithin etwa, warum "die Glaubenden" ihre eigenen Dogmen und Gottesdefinitionen nicht ernst nehmen?

Ich hätte dazu einen Verdacht, kann aber freilich nicht wissen, ob er mehrheitlich auch zutrifft: Weil die Glaubenden nicht an Wahrheit und Stimmigkeit der von ihnen postulierten Sätze, sondern am emotionalen Benefit religiösen Lebens interessiert sind. Sie haben gar keine Lust, die Angelegenheit gründlich zu durchdenken, weil sie ahnen, dass sie sich am Ende entscheiden müßten: zwischen schließlichem Verwerfen/Widerrufen des bislang postulierten Gotteskonzepts oder dem unredlichen Insistieren.

Gruß,
the Jack

jack-black antworten
deadman
(@deadman)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 52

hmmm, auf alles, was mir an deinen Kommentaren unlogisch vorkommt, mag ich nicht eingehen. Nur eines: Wenn ein Objekt mit den Eigenschaften, die Gott zugeschrieben werden (und diese Zuschreibungen habe ich ja nicht erfunden) nicht vermessbar ist, bedeutet es nicht zwangsläufig, dass man Aspekte seiner Wirksamkeit in einer für Menschen erfahrbaren Wirklichkeit nicht messen kann.

Ich denke, diese ganze Diskussion ist irrelevant - sie verbindet zwei Themen, die nicht viel miteinander zu tun haben: Theologie und Physik.

deadman antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @deadman

Nur eines: Wenn ein Objekt mit den Eigenschaften, die Gott zugeschrieben werden (und diese Zuschreibungen habe ich ja nicht erfunden) nicht vermessbar ist, bedeutet es nicht zwangsläufig, dass man Aspekte seiner Wirksamkeit in einer für Menschen erfahrbaren Wirklichkeit nicht messen kann.

Dann gibt es aber eben diese "messbaren Aspekte". Ein Objekt, das "messbar" ist, bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass man es in allen nur denkbaren Aspekten zu 100% vermessen kann.
Wir können auch ein Schwarzes Loch nicht komplett erfassen - wir können aber aufgrund unserer Messungen die Auswirkungen erfassen und daher Rückschlüsse auf seine Existenz und seine Eigenschaft ziehen.

Nun redest du von "Aspekten seiner Wirksamkeit", also von Dingen, die sich unmittelbar auf Gottes Wirken zurückführen lassen.

An was genau hast du denn da gedacht?

Veröffentlicht von: @deadman

Ich denke, diese ganze Diskussion ist irrelevant - sie verbindet zwei Themen, die nicht viel miteinander zu tun haben: Theologie und Physik.

Die Physik beschäftigt mit allen Aspekten der Realität und den Zusammenhängen von Ursache und Wirkung.

Ein Gott, der in der realen Welt wirkt, wäre damit automatisch notwendiger Teil der Physik.

lucan-7 antworten
deadman
(@deadman)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 52

Sorry für die späte Anwort - meine Freizeit ist recht eng bemessen.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Nun redest du von "Aspekten seiner Wirksamkeit", also von Dingen, die sich unmittelbar auf Gottes Wirken zurückführen lassen.

Soweit ich die monotheistischen Religionen kenne (da ist mein Horizont allerdings nicht sehr weit) erzählen alle von Offenbarungen Gottes und schreiben Gott eine Wirksamkeit in der Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu. Was man davon in sein eigenes kleines Leben hineintransponiert, mag jedem Gläubigen selbst überlassen bleiben.

Warum ich so an der These der "Unvermessbarkeit" Gottes hänge, hängt damit zusammen, dass Vermessbarkeit im phyikalischen Sinne auch bedeutet, dass Zusammenhänge oder das Vorhandensein von Objekten beweisbar ist.

Kennst Du einen Gottesbeweis, der Dich überzeugt? Soweit ich Beiträge von Dir gelesen habe, würde mich das wundern. Ein Gott der beweisbar ist, ist m.E. kein Gott mehr.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Die Physik beschäftigt mit allen Aspekten der Realität und den Zusammenhängen von Ursache und Wirkung.

hmm, die "Beschäftigung von Zusammenhängen von Ursache und Wirkung" geht klar, da komme ich mit. Physik beschäftigt sich m.E. aber keinesfalls mit "allen Aspekten der Realität".
Vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen von Realität 😉

Veröffentlicht von: @lucan-7

Ein Gott, der in der realen Welt wirkt, wäre damit automatisch notwendiger Teil der Physik.

Sehe ich nicht so.
Um ein überstrapaziertes Bild zu nutzen:
Wenn Gott ein Töpfer und unser physikalisch fassbares Universum ein getöpfertes Sonstwas von ihm wäre, finde ich Spuren seines Werkes im Getöpferten - die können von mir aus auch vermessen werden, falls Keramik Physik treiben kann. Das Getöpferte dürfte aber kaum in der Lage sein, Beschaffenheit und Wesen des Töpfers auch nur annäherungsweise zu erkennen.

deadman antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @deadman

Sorry für die späte Anwort - meine Freizeit ist recht eng bemessen.

Keine Sache... läuft ja nicht weg, das ist ja das Angenehme bei Foren 😉

Veröffentlicht von: @deadman

Soweit ich die monotheistischen Religionen kenne (da ist mein Horizont allerdings nicht sehr weit) erzählen alle von Offenbarungen Gottes und schreiben Gott eine Wirksamkeit in der Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu. Was man davon in sein eigenes kleines Leben hineintransponiert, mag jedem Gläubigen selbst überlassen bleiben.

Logisch... im Glauben ist jeder frei.

Veröffentlicht von: @deadman

Warum ich so an der These der "Unvermessbarkeit" Gottes hänge, hängt damit zusammen, dass Vermessbarkeit im phyikalischen Sinne auch bedeutet, dass Zusammenhänge oder das Vorhandensein von Objekten beweisbar ist.

Kennst Du einen Gottesbeweis, der Dich überzeugt?

Ja... ich kenne tatsächlich einen "Gottesbeweis" der mich überzeugt 😉

Mal abgesehen davon, dass es in der Naturwissenschaft keine "Beweise" im strengen Sinne gibt. Aber mich überzeugt, "Gott" mit "Energie" gleichzusetzen. Also nicht "Energie" im esoterischen Sinne, sondern ganz physikalisch.

Denn Energie erfüllt etliche Kriterien von Eigenschaften, die Gott zugeschrieben werden: Allgegenwärtig, Schöpferisch (Materie besteht aus Energie) - und auch allwissend, weil Energie auch für Denkvorgänge benötigt wird.

Ein gläubiger Mensch wird sich damit aber kaum zufriedengeben.
Und da zeigt sich eben das eigentliche Problem beim "Gottesbeweis" - bevor man etwas genau belegen kann muss man es erst einmal definieren. Also: Wovon genau sprechen wir denn überhaupt, wenn wir "Gott" meinen?

Mir ist da keine klare Definition bekannt, die in der Wissenschaft verwendbar wäre. Und ich denke das ist kein Zufall: Der Begriff "Gott" wird bewusst schwammig gehalten. Auf diese Weise lässt er sich weder be- noch widerlegen... und ermöglicht den individuellen Glauben wie von dir eingangs geschildert.

Veröffentlicht von: @deadman

hmm, die "Beschäftigung von Zusammenhängen von Ursache und Wirkung" geht klar, da komme ich mit. Physik beschäftigt sich m.E. aber keinesfalls mit "allen Aspekten der Realität".
Vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen von Realität

Was wäre denn eine "Realität", mit der die Physik nichts zu tun hat?

Das einzige, das mir dabei einfällt wären Vorstellungen und Gedanken. Wobei die Gedanken selbst noch physikalischen Vorgängen unterliegen... aber mit dem Inhalt hat die Physik nicht mehr viel zu tun.

Das würde Gott allerdings auf ein reines Phantasieprodukt beschränken. Hätte ich keine Einwände... Jesus sagt ja: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" und "Gott ist Geist".
Würde man diese Definition noch zur eingangs erwähnten "Energie" hinzunehmen hätte man ein vollständiges Gottesbild, mit dem ich prima leben könnte.

Genügt einem gläubigen Menschen aber mit Sicherheit auch nicht. "Gott" ist zumindest eine eigenständige Persönlichkeit, die dem Menschen nicht nur in seiner Phantasie, sondern ganz real gegenüber steht.

Veröffentlicht von: @deadman

Wenn Gott ein Töpfer und unser physikalisch fassbares Universum ein getöpfertes Sonstwas von ihm wäre, finde ich Spuren seines Werkes im Getöpferten - die können von mir aus auch vermessen werden, falls Keramik Physik treiben kann. Das Getöpferte dürfte aber kaum in der Lage sein, Beschaffenheit und Wesen des Töpfers auch nur annäherungsweise zu erkennen.

Wir haben auch das Universum gerade mal annäherungsweise erkannt, wenn überhaupt... je mehr wir entdecken, desto mehr Fragen kommen auf und desto mehr Unbekannte erscheinen.

Die Frage ist jetzt, in welchem Zusammenhang wir denn zumindest Spuren von Gottes Wirken finden können. Also zumindest einen Hinweis darauf, dass Gott tatsächlich real ist. Oder was Gott sein soll und wo und wie er wirkt.

Oder anders gefragt: Inwiefern ist Gott denn überhaupt relevant für uns?
Was unterscheidet ihn von einem irrelevanten Gott?

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

Hab einen semantischen Einwand:

Veröffentlicht von: @lucan-7

Ja... ich kenne tatsächlich einen "Gottesbeweis" der mich überzeugt 😉

Veröffentlicht von: @lucan-7

(...) Aber mich überzeugt, "Gott" mit "Energie" gleichzusetzen. Also nicht "Energie" im esoterischen Sinne, sondern ganz physikalisch.

Das ist kein Beweis, sondern der Versuch einer (vagen) Definition Gottes.

Ein Gottesbeweis hinsichtlich dieser Definition (Gott=Energie) wäre dann erbracht, wenn Du "die Existenz von Energie" beweisen wolltest.

Das Problem dabei: Wie sollten die Prämissen für so einen Beweis aussehen, ohne dass dabei petitio principii herauskommen würde?

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @jack-black

Das ist kein Beweis, sondern der Versuch einer (vagen) Definition Gottes.

Deswegen ja die Anführungszeichen. Ein "Beweis" ist es schon mal gar nicht, aber darauf habe ich ja hingewiesen.

Die Sache mit der Energie ist aber nicht der Versuch einer Definition Gottes, sondern umgekehrt der Versuch etwas zu finden, auf das die Definition Gottes passt... also wo findet man denn Eigenschaften, wie sie Gott zugeschrieben werden? Allmacht, Allgegenwärtigkeit, Allwissen etc...

Und da passt "Energie" schon ganz gut.
Nur ist es halt trotzdem sinnlos... die Bibel wird dadurch ja inhaltlich auch nicht richtiger. Und es gibt auch keine Notwendigkeit, "Energie" "Gott" zu nennen.

Veröffentlicht von: @jack-black

Ein Gottesbeweis hinsichtlich dieser Definition (Gott=Energie) wäre dann erbracht, wenn Du "die Existenz von Energie" beweisen wolltest.

Nein. Ich müsste nachweisen, dass Energie die Eigenschaften besitzt, die Gott zugeschrieben werden.

Da Gottes Eigenschaften aber nur sehr grob umrissen werden (Was ist "Allmacht" oder "Allgegenwart" eigentlich genau?) führt die Sache an dieser Stelle nicht weiter.

Ohne klare Aussagen über Gottes Eigenschaften lassen sich auch keine wissenschaftlichen Aussagen über Gottes Existenz treffen. Und das ist der Grundsatz, an dem es hier scheitert.

lucan-7 antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188
Veröffentlicht von: @lucan-7

Da Gottes Eigenschaften aber nur sehr grob umrissen werden (Was ist "Allmacht" oder "Allgegenwart" eigentlich genau?) führt die Sache an dieser Stelle nicht weiter.

Die "Schwerkraft" wäre eine vergleichbare Eigenschaft:
Sie ist (in unserer bekannten Welt) "allmächtig" und "allgegenwärtig" zugleich...
Ist sie deshalb "Gott" ?

Gott ist viel tiefer als all unsere Gedanken und Erfahrungen... -das empfehle ich zu berücksichtigen...

hg poimen

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @poimen-a

Die "Schwerkraft" wäre eine vergleichbare Eigenschaft:
Sie ist (in unserer bekannten Welt) "allmächtig" und "allgegenwärtig" zugleich...
Ist sie deshalb "Gott" ?

Die Schwerkraft ist zwar immer mehr oder weniger vorhanden... aber den Begriff der "Allmacht" finde ich hier nicht angemessen. Dafür ist die Schwerkraft doch zu einseitig.

Veröffentlicht von: @poimen-a

Ist sie deshalb "Gott" ?

Was müsste denn erfüllt sein um zu sagen: "Ja, das ist Gott!"?

lucan-7 antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188
Veröffentlicht von: @lucan-7

Was müsste denn erfüllt sein um zu sagen: "Ja, das ist Gott!"?

Eine persönliche "Begegnung"... !!!

hg poimen

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @poimen-a

Eine persönliche "Begegnung"... !!!

Ich könnte mich irren... aber ich glaube der Schwerkraft bin ich heute begegnet...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @lucan-7

der Schwerkraft bin ich heute begegnet...

😀 😀 😀
And she's a bitch!

jack-black antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188
Veröffentlicht von: @lucan-7

Ich könnte mich irren... aber ich glaube der Schwerkraft bin ich heute begegnet...

Na, wenn das nicht ein reiner Zufall war.... 😉

hg poimen

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Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @lucan-7

Deswegen ja die Anführungszeichen.

Okay. Im Nachfolgenden hattest Du ja dann auch darauf hingewiesen, wo die eigentlichen Knackpunkte liegen. Wollte nur einhaken, weil Anführungsstriche ja unterschiedlich verstanden werden können.

jack-black antworten
deadman
(@deadman)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 52

o.k., das von Dir und Blackjack angesprochene Definitionsproblem sehe ich ein. Das ist vom Ergebnis her aber in gewisser Weise Wasser auf meiner Mühle, dass Gott nicht (ver)messbar ist 😉

Gott mit physikalisch fassbarer, nicht esoterischer Energie gleichzusetzen hat was verlockendes - macht es aber schwer, einen Glauben in Form einer persönlichen Beziehung zu einem göttlichen Gegenüber mit personalem Charakter darzustellen. Als christlich sozialisierter Westeuropäer hab ich da so meine Bedenken 🙄

Bei der Frage, wie man mit Gott streiten kann (oder halt nicht), finde ich das Buch Hiob aufschlussreich. Da geht es zwar nicht um die Frage, wie man ihn definiert oder ob man ihn messen kann. Aber die Frage, ob er gegenüber Hiob gerecht war oder nicht, ist ähnlich brenzlig.

Hiob fordert Gott ja zu so etwas wie einen Rechtsstreit heraus, warum ihm so viel Übel wiederfahren ist, obwohl er - selbst im Urteil Gottes - ein vorbildlicher Mensch war. Hiobs Pech war, dass Gott Lust hatte, mit Satan zu wetten. Das ist - wie ich finde - einer der schärgsten Szenen in der ganzen Bibel.

Die Antwort Gottes auf den Rechtsstreit ab Kapitel 38 ist bemerkenswert. Gott hält eine fast endlose Rede über das, was er so alles tut - da ist auch eine Menge physikalische Energie mit dabei 😀😀 - Er rechtfertigt sich aber mit keinem Wort gegenüber Hiob, warum er ihm so übel mitgespielt hat.

Im übertragenen Sinn geht es mir genauso bei Themen wie Gottesbeweise oder den Definitionsversuchen, was Gott überhaupt ist. Da bleibt bei aller möglichen Erkenntnis immer noch soviel im Dunkeln, dass Gott letzlich nicht greifbar bleibt. Gott ist nicht zuletzt ein Geheimnis, das wir nicht lüften können.

deadman antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @deadman

o.k., das von Dir und Blackjack angesprochene Definitionsproblem sehe ich ein. Das ist vom Ergebnis her aber in gewisser Weise Wasser auf meiner Mühle, dass Gott nicht (ver)messbar ist

Was allerdings ein Zirkelschluss ist. Denn dass es keine genaue Definition gibt hängt ja damit zusammen, dass Gott nicht vermessbar sein soll...

Veröffentlicht von: @deadman

Gott mit physikalisch fassbarer, nicht esoterischer Energie gleichzusetzen hat was verlockendes - macht es aber schwer, einen Glauben in Form einer persönlichen Beziehung zu einem göttlichen Gegenüber mit personalem Charakter darzustellen.

Solange Gott hier auf das Geistige beschränkt wird gibt es da kein Problem. Man könnte als Aussenstehender zwar behaupten, Gott sei so etwas wie ein "eingebildeter Freund". Es gibt aber keine unmittelbare Möglichkeit, da irgendetwas zu be- oder zu widerlegen.

Veröffentlicht von: @deadman

Die Antwort Gottes auf den Rechtsstreit ab Kapitel 38 ist bemerkenswert. Gott hält eine fast endlose Rede über das, was er so alles tut - da ist auch eine Menge physikalische Energie mit dabei 😀

Und eben das ist der Punkt hier. Für die meisten gläubigen Menschen ist Gott nicht nur im "Geist" wirksam, sondern wirkt auch unmittelbar in der materiellen Realität. Soweit das Menschen betrifft kann man auch hier noch mit dem Geist argumentieren... Gott hat irgendwem eine "Eingebung" gegeben, und so wirkt er dann halt in der Welt.

Aber Gott wirkt ja auch physikalisch. Jemand betet um Regen oder Sonnenschein, und Gott bewirkt das dann (Falls ihm das so in den Sinn kommt).

Das heisst konkret: Eigentlich hätte es regnen sollen... aber weil Gott das Gebet erhört, greift er in die natürlichen Abläufe ein und verhindert das.

Noch eindrücklicher ist ja die Sache mit dem Gebet nach Heilung. Es hat Untersuchungen gegeben, ob ein Gebet nach Heilung die Heilungscancen verbessert... es gab aber keine eindeutigen Ergebnisse, obwohl diese eigentlich zu erwarten wären, wenn Gott tatsächlich hin und wieder Gebete erhört.

Veröffentlicht von: @deadman

Im übertragenen Sinn geht es mir genauso bei Themen wie Gottesbeweise oder den Definitionsversuchen, was Gott überhaupt ist. Da bleibt bei aller möglichen Erkenntnis immer noch soviel im Dunkeln, dass Gott letzlich nicht greifbar bleibt. Gott ist nicht zuletzt ein Geheimnis, das wir nicht lüften können.

Ja. Aber dann wäre doch die Konsequenz eigentlich, unser Unwissen einzugestehen und sich nicht weiter drum zu kümmern.

Stattdessen machen Gläubige aber das Gegenteil: Sie verhalten sich so, als wüssten sie ganz genau, wer Gott ist und was er will.

Das erscheint mir widersinnig...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @deadman

Ich lasse mich aber gerne von jedem belehren, der sich mit Aussagenlogik besser auskennt als ich.

Allmächtig, allwirksam und allwissend sind nicht hinlänglich definiert.

jack-black antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 4219
Veröffentlicht von: @jack-black

Allmächtig, allwirksam und allwissend sind nicht hinlänglich definiert.

Wie denn auch - Gott ist doch souverän. Wenn das jemand definieren könnte, dann wäre das Gott. Aber durch so eine Definition würde eine Zwanghaftigkeit hineinkommen in das, was doch ganz frei ist.

goodfruit antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @goodfruit

Wie denn auch - Gott ist doch souverän.

Das noch obendrauf! 😀

Mir ging's darum, dass das ganze Gerede um Gottes unterschiedliche Attribute, und wie das eine mit dem anderen zusammenpasse oder nicht, aussagenlogisch (und es wurde ja rhethorisch nach jemandem gefragt, der in Sachen Aussagenlogik mehr Ahnung hätte als deadman) überhaupt keinen Sinn ergibt.

Man kann zwar für ein abstraktes Kalkül definieren, dass Gott die Attribute allmächtig, allwirksam und allwissend zugehörig habe. Aber dann kann man auch definieren, dass Gott das Attribut meßbar habe. Das kann man solange, wie diese Worte nichts weiter bedeuten. Dann kann man Gott noch als allweinerlich, allwachsend, allsingend und allpupsend bezeichnen. Und als allweiß, allgrün, allschwarz und allverspätet.

Ob allverspätet und allweinerlich aussagenlogisch überhaupt aussagenlogisch zusammenpassen, könnte erst entschieden werden, wenn man weiß, was allverspätet und allweinerlich bedeutet - diese Begriffe also hinlänglich definiert wären.

Kurz: deadmans aussagenlogisches Argument war sinnfrei.

jack-black antworten
deadman
(@deadman)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 52
Veröffentlicht von: @jack-black

Allmächtig, allwirksam und allwissend sind nicht hinlänglich definiert.

Das ist ja schön. Dann ist die Anwendung von Aussagenlogik in diesen Fragen ein großer Patzer von mir gewesen - sorry, kommt nicht mehr vor.

Ich bin überwältigt von deiner Argumentationsweise!

Nachtrag vom 02.01.2022 1604
... vor allem in deinem weiteren Beitrag s.u.

deadman antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 3336

In der jüdischen Theologie ist Gott sogar derartig unnahbar, unfassbar und geheimnisvoll, dass er keinen Namen hat und nur umschrieben wird.

Das ist nicht ganz korrekt. Als Gott sich Mose am brennenden Dornbusch offenbarte, fragte Mose nach seinem Namen. Und Gott antwortete "JHWH".
Juden haben eine so große Ehrfurcht vor Gott, daß sie seinen Namen nie aussprechen (wohl aber ausschreiben), auch um das zweite Gebot nicht zu verletzen. Daher weiß niemand, wie der Name richtig ausgesprochen wird. Manchen sagen "Jahwe", andere sagen "Jehova"
Wenn die Heiligen Schriften verlesen werden und dort der Name Gottes auftaucht, wird anstelle von JHWH beispielsweise "Adonaj" (Herr) ausgesprochen. Luther hat JHWH dann immer mit "Gott der Herr" übersetzt.

ungehorsam antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 4219
Veröffentlicht von: @lucan-7

Zu Jesu Zeiten hat Gott laut Bibel "messbar" gewirkt. Und wenn die Welt Gottes Schöpfung ist, dann ist auch diese messbar.

Das Problem ist nur, dass da immer grad keiner mit einem Messgerät da war. Es ist ja das Charakteristikum wundersamen Wirkens Gottes, dass diese Geschehnisse nie vorhersagbar passieren. Ich kann nicht alle Messgeräte vorbereiten und dann Gott zu einem Wunder reizen - so läuft das einfach nicht.

Und von daher ist es denn doch nicht messbar.

goodfruit antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @goodfruit

Das Problem ist nur, dass da immer grad keiner mit einem Messgerät da war.

Es geht erst mal ums Prinzip. Und die biblischen Wunder werden prinzipiell als messbar beschrieben.

Dass Gott sofort die Flucht ergreift, sollte irgendwo ein Messgerät auftauchen, ist dann wieder ein anderer Punkt...

lucan-7 antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 4219
Veröffentlicht von: @lucan-7

Dass Gott sofort die Flucht ergreift, sollte irgendwo ein Messgerät auftauchen, ist dann wieder ein anderer Punkt...

Nein, Gott ergreift nicht die Flucht - aber Gott wird nur da agieren, wo eine vom Herzen ehrliche Intention vorliegt. Das ist wohl bei einer "Falle" nicht der Fall.

goodfruit antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398
Veröffentlicht von: @goodfruit

Nein, Gott ergreift nicht die Flucht - aber Gott wird nur da agieren, wo eine vom Herzen ehrliche Intention vorliegt. Das ist wohl bei einer "Falle" nicht der Fall.

Es muss ja keine "Falle" sein. Ein zufällig herumliegendes Messgerät reicht ja schon.

Nichts vertreibt Dämonen und andere Seltsamkeiten so zuverlässig wie ein anwesender kritischer Wissenschaftler mit Kamera...

lucan-7 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7591

Welche "ehrliche Intention" liegt denn bei einem Atheisten oder einem Hindu vor, bei dem sich z.B. ohne ärztliches Zutun wundersam eine tödliche Krankheit in Luft auflöst?

queequeg antworten
Kegelrobbe_13
(@christine_13)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 5

@lucan-7 

ja, das ist ein Glaube

christine_13 antworten
lhoovpee
Beiträge : 3547
Veröffentlicht von: @leonie0011

Warum darf Gott da sein, von Anfang, aber Energie nicht?

Mit dürfen hat das wenig zu tun.
Wenn du an eine Energie glauben willst, wird dich niemand daran hindern.

Auf die Wissenschaft kann man sich da aber nicht beziehen. Denn wir wissen schlicht und ergreifend nicht, was vor dem Urknall war. Da gibt es nur mehr oder weniger gut begründete Spekulationen.

Aus religiöser Sicht sehe ich auch kein Grund, warum neben Gott nicht auch etwas anderes vor dem Urknall existierte. Aber das ist nun mal mein Glaube. Ich glaube nicht an Gott, weil ich ihn beweisen kann. Ich glaube an Gott, weil ich ihn im Gebet erlebt habe.

lhoovpee antworten


xederlatein
Beiträge : 51

Es braucht ihn, weil sonst gar nichts ist/existiert!
Harald Lesch hat einmal in einer Fernsehsendung gesagt, dass sogar im Nichts, dem Vakuum des Weltalls eine Nullpunktenergie nachweisbar ist. Der Mensch kann aber nur Energie messen, die zu messen ihm Gott die Möglichkeit gelassen hat. Es handelt sich um physikalisch messbare Energie! Energie gibt es nie ohne Ursache und ob uns Gott die Möglichkeit zur Feststellung der Ursache gegeben hat, scheint schon im erste Buch Mose zu stehen. Gott hat die Erde besucht und nachgeschaut, ob seine Schöpfung gut war (1Mo 1,31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
1Mo 6,12 Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.)

Also ich behaupte mal, dass Gott das nicht nur geträumt hat aus der Ferne, sondern dass er seine Seele in den Welttraum geschickt hat, in einem Gefäß, das Augen, Ohren und Nase hatte.
Ein Menschenköper ist meiner Meinung nach nur ein Gefäß, das Gefäß einer Seele, und das Gefäß hat ein Gehirn als Freiraum für neuen Geist. Wäre in einem solchen Gefäß die Seele Gottes selbst, dann hätte man den Ursprung von allem hier im Leben und der Heilige Geist Gottes (Geist seiner Vergangenheit) würde ihn und alles umgeben. Und zeitgleich würde in diesem Menschen wohl ein neuer Freigeist gebildet werden, der genauso zu Gott gehört wie der Heilige Geist, und der neue Freigeist wäre auch der Heilige Geist, weil die Seele das Zentrum und die Wurzel selbst ist.

Zum Glück kann kein Mensch die Energie einer Seele messen, aber durch die Worte dieser Seele kann man manchmal im Herzen etwas spüren, das einen berührt ohne tatsachliche Berührung (also physisch).

In der Tageslosung habe ich vorhin etwas gelesen von:
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte nicht!
Hmmm, aber wenn Himmel und Erde zerstört/vergtangen sind, wären doch die geschriebenen Worte weg. Es sei denn eine bestimmte Seele hätte einen doppelten Heiligen Geist und die Vereinigung/Verbindung in einer Seele zerstört und erschafft, ohne dass ein gewöhnlicher Mensch das physisch bemerken könnte oder etwas verloren wäre. Also das ist meine freibleibende Theorie, oder Theologie zum Ursprung zurück. Wer hat was erschaffen, und wann, oder wie oft, aber das ist jetzt hier nicht Thema. Gedankensprung: the ma?

Nachtrag vom 24.12.2021 1652
Also das ist jetzt meine besinnliche Weihnachtsgeschichte, die ich tief in mir gefunden habe! Frohe Weihnachten

xederlatein antworten
2 Antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 14194

Gott hat die Erde besucht und nachgeschaut, ob seine Schöpfung gut war (1Mo 1,31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

Von "die Erde besucht" steht da nichts.

herbstrose antworten
xederlatein
(@xederlatein)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 51
Veröffentlicht von: @herbstrose

Von "die Erde besucht" steht da nichts.

Also hat er keine Augen zum sehen und keinen Mund zum sprechen? Aber von wo aus sprach er "es werde Licht"?

1. Mo 1,28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Das war dann wohl ein Luftsegen ohne Worte? Nicht einmal einen Prophet hat Gott dazwischen geschaltet, um seinen Geist zu formulieren! Steht da wirklich nichts von einem Besuch? Aber viel später konnte Gott erstmals durch den Menschensohn Gottes -Jesus- zu den Menschen sprechen als Vater! Ist Jesus dadurch der Vater, der durch ihn spricht? Hat Jesus mit seinem Leib die Schöpfung hervorgebracht? Joh 5,19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn.

Veröffentlicht von: @herbstrose

Von "die Erde besucht" steht da nichts.

Muss ja nicht sein, wenn es aus den Worten geschlussfolgert werden kann. Irren ist menschlich und nicht schlussfolgern können vermutlich auch!

xederlatein antworten
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