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Gottesbeziehung nach Corona

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Blackhole
Themenstarter
Beiträge : 926

Das Thema ist mir auf Twitter vor ein paar Tagen entgegengesprungen.

Ich musste lange überlegen, muss ich zugeben. Leider mache ich jetzt gerade ein paar Tage Twitterpause, da es jetzt mein Patenkind erwischt hat. Und auch wenn sich kein schlimmer Verlauf abzeichnet und es ihr schon wieder etwas besser geht, ist man natürlich etwas besorgt. Und da tut Twitter gerade nicht gut, denn da herrscht mittlerweile eine Art Zwangspessimismus, der auch nicht wirklich hilfreich ist: Man muss immer alles nurnoch schlechter sehen, am besten Lockdown und Maskenpflicht für immer fordern, nie wieder Präsenzunterricht oder Klassenfahrten, man darf nicht optimistisch sein, daß irgendwann alles einmal endet.

Wenn ich auf Twitter schreiben würde was los wäre, würde mir wohl gesagt werden:
Ich muss als Patentante jetzt den ganzen Tag schreiend im Kreis rennen und darf nicht erleichtert sein, daß es sich nicht abzeichnet, daß es schlimm ausgeht.

Schade daß ich mich jetzt schon nicht mehr erinnern kann, wem ich diese Frage eigentlich beantworten wollte.

Also die Frage war:

Wie hat sich eure Gottesbeziehung durch Corona verändert?

Also was mich angeht, dann ist es wohl das endgültige Eingeständnis, daß mein Verhältnis zu Gott kein ganz einfaches ist, trotz begeisterter (altkatholischer) Kirchenzugehörigkeit, und das auch immer sein wird.
Und das ist okay so.
Ich werde erst garnicht mehr nach einer harmonischen völlig innigen Beziehung zu Gott suchen, und das ist okay.

Wir alle sind Kinder Gottes, und manche Kinder sind eben etwas rebellisch und nicht ganz "pflegeleicht".

Ich werde mich nie als Untertan Gottes fühlen oder so.

Ich glaube auch, daß es garnicht der Sinn der Sache ist.
Steine die keine Widerworte geben, nie nachfragen warum das und das so sein muss, hat Er, bzw. die Physik in seinem Auftrag, schon genug gemacht, das All ist voll davon.

Ich spüre jedenfalls daß es okay ist, daß ich nicht das einfachste, pflegeleichteste Kind Gottes bin, und nicht immer mit allem einverstanden bin.

Antwort
28 Antworten
Plueschmors
Beiträge : 3738
Veröffentlicht von: @blackhole

Wie hat sich eure Gottesbeziehung durch Corona verändert?

Überhaupt nicht. Warum sollte sich etwas geändert haben? Corona ist nur eine Stimme mehr im kolossalen Chor des fortlaufenden Jammers dieser Welt, irgendwo hinten links in Reihe 12.653.859.752...

plueschmors antworten


Neubaugöre
Beiträge : 11784

Ein wertvolles Thema. Vielen Dank.

In einer Besprechung für Gottesdienstleiter wurde ich (wie jeder) gefragt, wie es mir in der Pandemie geht/ging, wo ich stehe und so. Ich antwortete mit einem "da niemand da war (auch die Gemeinde eben nicht) hat es mich ganz zurückgeworfen auf Gott. Dies fiel mir bei deiner Frage auch wieder ein - zurückgeworfen auf Gott, auf den Ursprung, auf das Wesentliche, auf den Anfänger und Vollender, auf das Alpha und Omega, auf die Quelle schlechthin.

Meine Beziehung zur Gemeinde hat sich gewandelt.
Meine Beziehung zu Gott ... 🤨 ... ich weiß es nicht, ich würde gern das eine oder andere sagen, um ich in ein gutes Licht zu stellen, aber ich weiß es nicht mal, was ich sagen soll. Dazu hänge ich auch irgendwie noch in meiner Familien-Weihnachts-Urlaubs-Erfahrung, was sich wohl noch etwas hinzieht. Ich komme nur sehr langsam wieder in meinem Leben an. - Wichtig ist mir an dieser Stelle nur, hervorzuheben, dass die Beziehung zur Gemeinde und zu Gott zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Weshalb ich dich ermutigen möchte, die "Suche" nach einer innigen Beziehung zu Gott nicht aufzugeben. Denn sie ist so wertvoll, so tragend, haltend, kräftigend, aufbauend ... weil Gott so ist. Nicht die Gemeinde. Gott ist so. Und ich kann Gott in Gemeinde finden. Ich kann aber auch "die Welt" in Gemeinde finden. Die Frage ist, wonach ich suche und auch, ob ich das eine vom anderen unterscheiden kann.

Wir alle sind Kinder Gottes (die, die Christus glauben) - eine schöne Herausarbeitung der Wahrheit. Und alle Kinder hat Gott, der Vater, gleichermaßen lieb, weil wir vor ihm alle gleich sind.

PS: Eigentlich wollte ich starten mit der Frage: Wer oder was ist Twitter? 😉 Hab es dann aber doch gelassen ... 😌

neubaugoere antworten
Herbstrose
Beiträge : 14193

Wie hat sich eure Gottesbeziehung durch Corona verändert?

Gar nicht.

Ich hab allerdings einen Freund, der durch seine Coronaerkrankung (es hat ihn ein paar Tage vor dem Impftermin erwischt) gelernt hat, dass unser Leben in Gottes Hand ist. Und er hat wieder neu gelernt Gott zu vertrauen.

herbstrose antworten
1 Antwort
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11784

wow, wie schön zu hören *freu*

neubaugoere antworten


Suzanne62
Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @blackhole

Und da tut Twitter gerade nicht gut, denn da herrscht mittlerweile eine Art Zwangspessimismus, der auch nicht wirklich hilfreich ist: Man muss immer alles nurnoch schlechter sehen, am besten Lockdown und Maskenpflicht für immer fordern, nie wieder Präsenzunterricht oder Klassenfahrten, man darf nicht optimistisch sein, daß irgendwann alles einmal endet.

Ich bin zwar nicht auf Twitter, aber auf Facebook findet sich das auch überreichlich....und ich stelle dort immer wieder fest, dass nicht nur die Querdenker sich radikalisiert haben, sondern auch am anderen Ende des Spektrums sich viele von Demokratie, Rechtsstaat und einem an Freiheit und Eigenverantwortung orientierten Menschenbild verabschiedet haben.
Aber die "sozialen" Medien geben nicht immer unbedingt ein realistisches Bild ab. Der Wahlerfolg der FDP verdankt sich nicht zuletzt der Tatsache, dass sie sich für ausgewogene und lebbare Kompromisse zwischen Infektionsschutz, Wirtschaft und bürgerlicher Freiheit einsetzt.

Veröffentlicht von: @blackhole

Wie hat sich eure Gottesbeziehung durch Corona verändert?

So gut wie gar nicht.
An eine "Gottesbeziehung nach Corona" glaube ich allerdings nicht - es wird wohl keine "Nach-Corona-Zeit" geben, jedenfalls nicht so bald. Das Virus wird bleiben. Aber wir werden lernen, damit zu leben, und das immer besser. Es hat sich wohl inzwischen
sogar bis zu Karl Lauterbach herumgesprochen, dass wir uns keine beliebige Anzahl Lockdowns in beliebiger Länge leisten können und dass Schulschließungen Kinder nicht schützen, sondern sie gefährden und schädigen - man kann nicht bei jeder neuen "Welle" (und davon wird es noch etliche geben - jeden Winter) alles dicht machen und verbieten.
Man muss das aber auch nicht mehr - es gibt Impfstoffe und Medikamente. Freiheitsentziehende und wirtschaftsschädigende Maßnahmen sind da weder notwendig noch verhältnismäßig.

Veröffentlicht von: @blackhole

Ich muss als Patentante jetzt den ganzen Tag schreiend im Kreis rennen und darf nicht erleichtert sein, daß es sich nicht abzeichnet, daß es schlimm ausgeht.

Es freut mich, dass es offensichtlich einen ehr milden Verlauf gibt - und mit Gottes Hilfe auch keine Folgeschäden, hoffe ich.

suzanne62 antworten
billy-shears
Beiträge : 1437
Veröffentlicht von: @blackhole

Wie hat sich eure Gottesbeziehung durch Corona verändert?

Ich wüsste nicht dass sich daran was geändert hat, außer dass ich mehr Zeit zum lesen hatte.

Was sich aber tatsächlich stark verschlechtert hat, ist mein Vertrauen in die Menschheit, in ihre Vernunft und ihrem Fortschritt. Auf der einen Seite verfügt sie über krasse Technologie gegen ein Virus, auf der anderen Seite leugnet sie dessen Existenz.
Darüber hinaus sehe ich viele Parallelen zur Menschheitsgeschichte, zur Entstehung des Christentums - und ganz besonders zu den düsteren Schattenseiten unserer Glaubensgeschichte. Und das stimmt mich pessimistisch.

billy-shears antworten
9 Antworten
Johannes22
(@johannes22)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2973
Veröffentlicht von: @billy-shears

Was sich aber tatsächlich stark verschlechtert hat, ist mein Vertrauen in die Menschheit, in ihre Vernunft und ihrem Fortschritt. Auf der einen Seite verfügt sie über krasse Technologie gegen ein Virus, auf der anderen Seite leugnet sie dessen Existenz.

ja das lässt mich auch im Hinblick auf die Klimakatastrophe mehr als zweifeln ob das für die Menschheit gut ausgehen wird.

johannes22 antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11784

Na, wir wissen ja, wie was ausgeht dank Gottes Mitteilung durch bzw. in der Schrift.

neubaugoere antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1437
Veröffentlicht von: @johannes22

ja das lässt mich auch im Hinblick auf die Klimakatastrophe mehr als zweifeln ob das für die Menschheit gut ausgehen wird.

Da kann ich's ja noch einigermaßen nachvollziehen, denn da ist die freie Martkwirtschaft der Übeltäter.

billy-shears antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @billy-shears

denn da ist die freie Martkwirtschaft der Übeltäter.

Sie kann aber genauso gut Teil der Lösung sein wie Teil des Problems.
Es hat sich ja längst herumgesprochen, dass sich nicht nur mit umwelt- und gesundheitsschädlichen sowie unter inhumanen und unfairen Bedingungen hergestellten Produkten gutes Geld verdienen lässt - ganz im Gegenteil: es gibt eine seit Jahren stetig wachsende Nachfrage nach Öko-, Bio- und Fairtrade-Produkten, sie sind aus dem Sortiment der Supermärkte und Discounter gar nicht mehr wegzudenken.
Und wenn niemand mehr umwelt- und klimaschädliche Produkte kaufen will, verschwinden sie ganz von selber aus den regalen, ohne dass es dafür Verbote bräuchte.

suzanne62 antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1437

ganz im Gegenteil: es gibt eine seit Jahren stetig wachsende Nachfrage nach Öko-, Bio- und Fairtrade-Produkten, sie sind aus dem Sortiment der Supermärkte und Discounter gar nicht mehr wegzudenken.

Richtig. Und im etwa gleichen Zeitraum ist die Nachfrage nach SUVs gestiegen. Mittlerweile ist jeder dritte Neuwagen ein SUV, so läuft es in der freien Marktiwirtschaft. Ohne Regulierungen und Verbote wird die Klimakrise nicht abzumildern sein.

Und gerade die Nahrungsmittelindustrie zeigt uns genau das.

billy-shears antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @billy-shears

Mittlerweile ist jeder dritte Neuwagen ein SUV, so läuft es in der freien Marktiwirtschaft. Ohne Regulierungen und Verbote wird die Klimakrise nicht abzumildern sein.

Ach was - wenn der Sprit zunehmend teurer wird und sich den kaum noch jemand leisten kann, erledigen sich diese Protzkarren von selbst.
So läuft das in der freien Marktwirtschaft.

Veröffentlicht von: @billy-shears

Ohne Regulierungen und Verbote wird die Klimakrise nicht abzumildern sein.

Dafür bräuchte es Mehrheiten im Bundestag - alles, was nur SPD, Linke und Grüne wollen, lässt sich nicht durchsetzen......
Warum auch? Alles, was sich von selbst erledigt, weil es eh nicht mehr bezahlbar ist, braucht keine Verbote mehr.

suzanne62 antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1437

Ach was - wenn der Sprit zunehmend teurer wird und sich den kaum noch jemand leisten kann, erledigen sich diese Protzkarren von selbst.

Er wird seit Jahrzehnten teurer, und trotzdem steigen die Marktanteile der Spritschlucker.

So läuft das in der freien Marktwirtschaft.

Hauptfaktoren für die Verteuerung sind Steuern, denn der Ölpreis ist die letzten 20 Jahre relativ konstant. Freie Marktwirtschaft ist es nicht, wenn Gesetzgeber den Preis bestimmen.

billy-shears antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15267
Veröffentlicht von: @suzanne62

Sie kann aber genauso gut Teil der Lösung sein wie Teil des Problems.

Nein. Die freie Marktwirtschaft wird die Klimakrise nicht lösen können. Die Geschichte versucht man uns jetzt zu verkaufen, um alles beim Alten lassen zu können.

Das wird aber nicht mehr lange funktionieren.

lucan-7 antworten
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 713

Und wenn niemand mehr umwelt- und klimaschädliche Produkte kaufen will, verschwinden sie ganz von selber aus den regalen, ohne dass es dafür Verbote bräuchte.

Aber das wird so nicht eintreten, es sei denn, man reguliert die Preise durch Steuern und Subventionen.

goldapfel antworten


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