Gottes Reich in uns
Guten Morgen Community,
die Botschaft vom Reich Gottes war die zentrale Verkündigung von Jesus.
Laut ihm ist dieses Reich in uns.
Und es ist das, wonach wir als erstes trachten sollen, vor allem anderen.
Das bedeutet ja, dass wir nach keinen äusseren Umständen oder Ereignissen suchen brauchen, so gut sie auch sein mögen, sondern allein in der Innenwelt fündig werden.
Also so verstehe ich das zumindest. Wie versteht ihr das?
Und was für einen Unterschied macht das für euer Leben?
Liebe Grüße,
⭐️
Veröffentlicht von: @sternGuten Morgen Community,
die Botschaft vom Reich Gottes war die zentrale Verkündigung von Jesus.
Laut ihm ist dieses Reich in uns.
Gutes Thema, das "Reich Gottes" - und was uns dazu einfällt.
Hier meine Rückmeldung:
Zunächst finde ich es wichtig, dass das REICH GOTTES (anknüpfend an das hebräische *Malkuth Jahwe", die "Königsherrschaft Gottes") laut Markus 1,14f. (dem ältesten Evangelium) die programmatische "Antritts-Ansage" Jesu zu Beginn seines Auftretens war. Also keine individuelle "Seelenrettung", um nach dem Tod "in den Himmel zu kommen." war seine Mission ---- Hier sehe ich schon eine erste Anfrage an eine evangelikale Soteriologie (Heilslehre), die als oberstes missionarisches Anliegen eben die Bekehrung Einzelner sieht, um "errettet" zu werden und das Evangelium damit u.U. verkürzt und auch verzerrt mit einer zu starken "Jenseits-Seligkeits-Message".
Das zu sehen ist wichtig, weil gerade die Diesseitigkeit & Weltbezogenheit hebräischen Denkens und jüdischen Glaubens ein Erbe ist, an das Jesus anknüpft. Oft wird ja von "frommer Seite" kritisiert, dass in den Kírchen und in der Ökmene viel zusehr darauf fokussiert wird, sich "weltlich" für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen (d..h. sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren) ... Wenn wir aber als Christen das "Reich Gottes" zu sehr oder ausschließlich ins Individuelle und Jenseitige verschieben oder es nur in der Gemeinschaft der Gläubigen gegenwärtig sehen, denken wir mMn nicht biblisch.
Und schließlich, nochmal in die andere Richtung gedacht: Gerade die Mystiker haben das "Reich Gottes IN UNS" immer als Gottespräsenz & Gottes Nähe IN unseren Herzen & Seelen verstanden und gesucht. Dies berührt dann den ein oder anderen Thread auch hier auf Jesus.de, wo Mystik, Meditation & christliche Kontemplation so kontrovers thematisiert wurden .... Und auch in der Kirchengeschichte waren die, die das Reich Gottes IN SICH / IN UNS gesucht haben (die Kontemplativen) oft die Ketzer, weil sie Rechtgläubigkeit nicht als das Entschiedende betrachtet haben und damit oft außerhalb der Kontrollinstanzen der Kirche anzutreffen waren.
Ein durchaus brisantes Stichwort also.
L'Chaim
Hier sehe ich schon eine erste Anfrage an eine evangelikale Soteriologie (Heilslehre), die als oberstes missionarisches Anliegen eben die Bekehrung Einzelner sieht, um "errettet" zu werden und das Evangelium damit u.U. verkürzt und auch verzerrt mit einer zu starken "Jenseits-Seligkeits-Message".
Jesus begegnete den Jüngern persönlich und wählte sie einzeln aus.
An Pfingsten ging die Botschaft durch die Kraft des Heiligen Geistes jedem einzelnen der 3000 durchs Herz.
Petrus wurde zu Hauptmann Kornelius gerufen.... und jeder einzelne des Haushaltes wurde dann berührt.
Jesus sagte: ich gehe hin, euch einen Stätte zu bereiten
Jesus sagte auch: Siehe, ich sende euch wie Schafe unter Wölfe....
Jesus sagte in den Sendungsbefehlen, dass sie Shalom predigen, Heilen und Befreien sollten im hier und jetzt; auch die gejüngerten Nationen bestehen aus Einzelpersonen, die Jesus nachfolgen...
Nicht alle evangelikale Christen haben sich hinter ihren Gemeindetüren abgeschottet vor der "pösen" Welt und warten auf die Entrückung. Ich finde deine Darstellung im Zitat oben eine verkürzte Darstellung aus der evangelikalen Spannbreite.
Zunächst finde ich es wichtig, dass das REICH GOTTES (anknüpfend an das hebräische *Malkuth Jahwe", die "Königsherrschaft Gottes") laut Markus 1,14f. (dem ältesten Evangelium) die programmatische "Antritts-Ansage" Jesu zu Beginn seines Auftretens war. Also keine individuelle "Seelenrettung", um nach dem Tod "in den Himmel zu kommen." war seine Mission.
Ja, da sprichst du mir aus der Seele, das sehe ich genauso….ABER: sein Kommen, seine Botschaft, seine Lehre führt zur Seelenrettung, wenn man sie annimmt. Insofern ist es nicht falsch, es damit zu verknüpfen, denn es ist die Konsequenz der Annahme!
Wenn wir aber als Christen das "Reich Gottes" zu sehr oder ausschließlich ins Individuelle und Jenseitige verschieben oder es nur in der Gemeinschaft der Gläubigen gegenwärtig sehen, denken wir mMn nicht biblisch.
Ich denke, das Reich Gottes ist sowohl individuell, als auch jenseitig als auch diesseitig als auch gemeinschaftlich.
Es macht keinen Sinn das zu trennen, man sollte das als Ganzes betrachten, weil es sich gegenseitig beeinflusst. Wobei ich allerdings zu der Sichtweise tendiere, es erst als Individuum verwirklichen zu müssen, bevor es im Aussen wirken kann. Aber vielleicht stimmt dieses erst-dann Prinzip gar nicht und es ist ein „gleichzeitig“.
Gerade die Mystiker haben das "Reich Gottes IN UNS" immer als Gottespräsenz & Gottes Nähe IN unseren Herzen & Seelen verstanden und gesucht.
Dann bin ich wohl ein Mystiker …🙂
Ich finde das schlüssig. Wo soll es denn sonst sein, da doch die Wahrnehmung der Aussenwelt in uns stattfindet.
Wobei ich allerdings zu der Sichtweise tendiere, es erst als Individuum verwirklichen zu müssen, bevor es im Aussen wirken kann. Aber vielleicht stimmt dieses erst-dann Prinzip gar nicht und es ist ein „gleichzeitig“.
Ich denke, daß das eine totale Typfrage ist. Für manche Menschen funktioniert das so und für manche andersrum.
Markus 1,14f. (dem ältesten Evangelium) die programmatische "Antritts-Ansage" Jesu zu Beginn seines Auftretens war. Also keine individuelle "Seelenrettung", um nach dem Tod "in den Himmel zu kommen."
Da musst du mir helfen, wie du aufgrund dieser wenigen Worte darauf schliesst, dass es nicht um individuelle Rettung und ein Himmelsreich Gottes geht. Wenn man sich auf eine programmatische Antrittsrede Jesu berufen will, dann ist Lukas 4,18 wesentlich besser geeignet, immerhin spezifiziert Jesus hier seinen Auftrag und das im Alt Testamentlichen Kontext.
Das zu sehen ist wichtig, weil gerade die Diesseitigkeit & Weltbezogenheit hebräischen Denkens und jüdischen Glaubens ein Erbe ist, an das Jesus anknüpft.
Also erst einmal DAS hebräische Denken und DEN jüdischen Glauben, gab es nicht. Die rein Diesseitige und Weltbezogene Sicht, ist die einer bestimmten jüdischen Sekte. Die Evangelien machen klar, dass Jesus nicht an dieses Erbe anknüpft. Seine eschatologischen Aussagen zu einem kommenden Reich Gottes in einer neuen Schöpfung sind dazu zu offensichtlich, und in der Tradition des AT verankert.
Oft wird ja von "frommer Seite" kritisiert, dass in den Kírchen und in der Ökmene viel zusehr darauf fokussiert wird, sich "weltlich" für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen (d..h. sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren) ...
Diese Diskussion ist leider etwas aufgeladen und beide Seiten sind da ziemlich betriebsblind. Die Welt wird nie ein gerechter Ort sein, an dem Frieden herrscht, jede Vision, die sich dies zum Ziel setzt, ist naiver Utopismus. Was aber gleichzeitig nicht bedeutet, dass man sich deshalb nicht für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen soll. Ein Problem entsteht, wenn der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, das zentrale Element christlicher Aktivität wird und nicht das Himmelreich Gottes, dass bereits da ist und noch kommen wird.
Und auch in der Kirchengeschichte waren die, die das Reich Gottes IN SICH / IN UNS gesucht haben (die Kontemplativen) oft die Ketzer, weil sie Rechtgläubigkeit nicht als das Entschiedende betrachtet haben und damit oft außerhalb der Kontrollinstanzen der Kirche anzutreffen waren.
Es ist eine feine Linie, wann aus dem Kontemplativen suchen GOTTES in mir, ein Kontemplatives suchen nach dem göttlichen in MIR wird. Auch ist das Kontemplative kein Qualitätsmerkmal, bei Ignatius von Loyola und den Jesuiten nimmt Kontemplation eine zentrale Rolle ein, und dieser Orden ist die Verkörperung der Rechtgläubigkeit.
Wenn wir aber als Christen das "Reich Gottes" zu sehr oder ausschließlich ins Individuelle und Jenseitige verschieben oder es nur in der Gemeinschaft der Gläubigen gegenwärtig sehen, denken wir mMn nicht biblisch.
Diesen Satz möchte ich zuletzt kommentieren.
Alles andere als eine Individuelle und jenseitige Sicht des Reiches Gottes, welches schon jetzt in der Gemeinschaft der Gläubigen gegenwärtig ist, ist eine Sicht, welche Aussagen aus der Bibel als irrelevant abtut oder entgegen ihrem expliziten Wortlaut umdeuten muss.
Veröffentlicht von: @arcangelOft wird ja von "frommer Seite" kritisiert, dass in den Kírchen und in der Ökmene viel zusehr darauf fokussiert wird, sich "weltlich" für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen (d..h. sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren) ...
Diese Diskussion ist leider etwas aufgeladen und beide Seiten sind da ziemlich betriebsblind. Die Welt wird nie ein gerechter Ort sein, an dem Frieden herrscht, jede Vision, die sich dies zum Ziel setzt, ist naiver Utopismus. Was aber gleichzeitig nicht bedeutet, dass man sich deshalb nicht für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen soll. Ein Problem entsteht, wenn der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, das zentrale Element christlicher Aktivität wird und nicht das Himmelreich Gottes, dass bereits da ist und noch kommen wird.
Wobei das nicht gern gehört wird.
Klar wird sowas nicht gerne gehört. Wer eine Theologie hat, nach der Gott aus Liebe alle Menschen wieder herstellen wird, es keine Verdammnis gibt, jeder Religion ihren ureigenen Zugang zum gleichen Gott hat, dessen Essenz sowieso in jedem Menschen steckt. Dann ist das Evangelium nicht nur lästig, dann wird es zum Ärgernis. Dann kann man allen Ernstes glauben, man sei Christ und glaube an Jesus, während man das Gegenteil von dem predigt und tut, was Jesus gepredigt und getan hat.
Laut ihm ist dieses Reich in uns.
Kannst du die entsprechende Aussage Jesu verweisen, ich habe nämlich keine so lautende Aussage von ihm gefunden?
Lukas 17,20-21
[Lk. 17,20-21]
Da er aber gefragt ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch
Das ist Luthers Übersetzung von 1912
Im Griechischen ist es das Wort „entos“ das da steht.
In Mathäus 23,26 gibt es das Wort nochmal, als „das Innere“ des Bechers
Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein werde!
Das war jetzt Luther 17
Ich denke, dass das eine schlüssige Übersetzung ist. Auch im Englischen findest du sowohl „in your midst“ als auch“within you“, also „mitten unter euch“ und „innwendig in euch“.
Deshalb habe ich „in uns“ gesagt…weil für mich das mehr Sinn ergibt im Gesamtzusammenhang.
Die Stelle aus Matthäus 23 kann man für diese Frage nicht herbeiziehen, da es in dieser Konfrontation zwischen Jesus und den Pharisäer darum geht, dass sie nicht tun, was sie predigen, und nur den Anschein von Frömmigkeit pflegen. Da gibt es keine Verbindung zum Reich Gottes in uns. Ausser der Verwendung des gleichen Wortes besteht hier kein Zusammenhang. Umfahren und Umfahren sind das gleiche Wort, beschreiben aber das Gegenteil vom Anderen. Luthers Übersetzung ist möglich, aber im Gesamtkontext anderer Stellen, die vom Reich Gottes sprechen, eher unwahrscheinlich.
Was für deine Auslegung spricht ist, dass Lukas und Matthäus für "mitten unter euch" wie bei Matthäus 18,20 "en meso auton" das Wort meso verwendet.
Aber wenn man hier die Gewichtung vergleicht, dann hat man die 1 Stelle aus Lukas, die von einem inwendigen Reich sprechen und die dutzenden von anderen Stellen, die von einem Reicht mitten unter euch sprechen.
Ich denke, dass mit dem Inwendigen ein wichtiger Aspekt angesprochen wird. Die Externalität wird aber in den Evangelien wesentlich stärker gewichtet.
Die Stelle aus Matthäus 23 kann man für diese Frage nicht herbeiziehen, da es in dieser Konfrontation zwischen Jesus und den Pharisäer darum geht, dass sie nicht tun, was sie predigen, und nur den Anschein von Frömmigkeit pflegen. Da gibt es keine Verbindung zum Reich Gottes in uns.
Für mich ist es die einzige Stelle, die hier ganz genau passend ist.
Sorry
Ich steh’ gerade auf dem Schlauch, was meinst du?
Nun, du schreibst, dass die Pharisäer ...
... nicht tun, was sie predigen, und nur den Anschein von Frömmigkeit pflegen
In Matthäus 23 sagt Jesus ihnen, dass es um die innere Reinheit des Herzens geht.
Jetzt besser verständlich?
Ja, es ist auch die einzige Stelle neben Lukas, die besagtes Wort 'entos' enthält. Insofern kann man Luther Übersetzung durchaus als legitim betrachten.
Ja, es ist auch die einzige Stelle neben Lukas, die besagtes Wort 'entos' enthält. Insofern kann man Luther Übersetzung durchaus als legitim betrachten.
Und es passt zu dem, was Jesus in Markus 7, 15 zum Ausdruck bringt. Auch Paulus entfaltet diese innere Reinheit vor Gott.
Ja, aber auch diese Stelle hat nichts mit dem Königreich zu tun, sondern mit der individuellen Heiligkeit.
Die Verbindung musst du mir aber erklären, da steige ich nicht durch.
Die Verbindung musst du mir aber erklären, da steige ich nicht durch.
Es geht hier nicht um das kommende Reich, sondern dieses rechte Sein vor Gott im Blick auf das kommende Reich. Das ist der eigentliche Konflikt zwischen den Pharisäern und Jesus.
Ja, aber auch diese Stelle hat nichts mit dem Königreich zu tun, sondern mit der individuellen Heiligkeit.
Damit aber etwas heiliges/reines aus dir rauskommen kann, muss es ja erst in dir sein.
Bezogen auf Mk 7,15
Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Umfahren und Umfahren sind das gleiche Wort, beschreiben aber das Gegenteil vom Anderen.
😂
Die Stelle aus Matthäus 23 kann man für diese Frage nicht herbeiziehen, da es in dieser Konfrontation zwischen Jesus und den Pharisäer darum geht, dass sie nicht tun, was sie predigen, und nur den Anschein von Frömmigkeit pflegen. Da gibt es keine Verbindung zum Reich Gottes in uns.
Ja, das stimmt, aber an dieser Stelle wird auch die räumliche/irdische Anwesenheit Jesu angesprochen.
Was bedeutet denn für dich „mitten unter euch“?
Ich habe es bei neubaugoere angesprochen "mitten unter euch" wird in der Bibel nirgends im Bezug auf das Reich Gottes verwendet, insofern ist dies eigentlich für diese Diskussion irrelevant. Da hatte ich auch ein falsches Konzept im Kopf.
Gottes Geist ist präsent in uns, und man kann berechtigterweise festhalten, dass, dort, wo Gott ist, sein Reich ist. Das Reich Gottes ist allerdings durch mehr als nur Gottes Präsenz definiert. Das Reich Gottes ist dort, wo Gott regiert, wo sein Willen befolgt wird und wo seine Gerechtigkeit tätig ist.
Ein König bleibt ein König, auch wenn er durch eine Ortschaft marschiert, die nicht zu seinem Reich gehört. Und nur weil ein König in einer Ortschaft einkehrt, macht dies die Ortschaft noch lange nicht zu seinem Reich.
"mitten unter euch" wird in der Bibel nirgends im Bezug auf das Reich Gottes verwendet
Heisst das jetzt, du stimmst dem zu, dass es eine innere Realität ist?
Es steht schon in den meisten Übersetzungen so in Lk 17,21 dass das Reich Gottes mitten unter euch ist.
Können wir mal kurz festhalten, wie das Reich Gottes in der Bibel kategorisiert wird?
- in einem selbst
- zukünftig
- zwischen den Gläubigen als Beziehung
- ?
Ein König bleibt ein König, auch wenn er durch eine Ortschaft marschiert, die nicht zu seinem Reich gehört. Und nur weil ein König in einer Ortschaft einkehrt, macht dies die Ortschaft noch lange nicht zu seinem Reich.
Ich verstehe die Metapher, aber worauf beziehst du sie?
Heisst das jetzt, du stimmst dem zu, dass es eine innere Realität ist?
Das hängt davon ab, was unter Reich Gottes verstanden wird.
Wenn unter Reich Gottes der Ort, an dem Gott ist, verstanden wird. Dann ja dann ist es eine innere Realität.
Wenn unter Reich Gottes der Ort verstanden wird, an dem Gottes Willen getan wird, (dein Wille geschehe, dein Reich komme) dann ist es zumindest in meinem Fall nur teilweise Realität. Es ist etwas, das schon ist, aber das erst noch kommen wird.
Und wenn das Reich Gottes der Ort ist, wo sein Volk sich versammelt, dann ist es mitten unter uns (Beziehung unter Gläubigen).
Ich denke, das Reich Gottes umfasst alle diese Elemente, darum ist das Reich Gottes sowohl innere Realität und doch etwas Externes.
Ebenso für die Übersetzung, dass das Reich Gottes „inwendig in uns“ ist und nicht „mitten unter uns“ ist zB die Stelle in Johannes 1,26:
Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt.
An dieser Stelle, bei der es ja tatsächlich um die körperliche Präsenz Jesu unter den Menschen geht, wird das Wort „mesos“ im Griechischen verwendet. Eigentlich hätte es dann auch in der Stelle in Lukas verwendet werden sollen, wenn es da um „das Reich Gottes mitten unter euch“ geht, oder?
das Reich Gottes „inwendig in uns“ ist und nicht „mitten unter uns“
Für mich sind das erstmal zwei verschiedene Bedeutungen... aber das ist meine moderne Lesart.. heißt nicht, daß es so gemeint ist..
lg Tatokala
Für mich sind’s auch zwei verschiedene Bedeutungen.
Das eine sagt, es ist in dir und das andere sagt, es ist zwischen dir und deinem Nächsten. Ich habe jetzt mal bewusst ein anderes Wort genommen, das aber mEn dasselbe bedeutet wie „mitten unter euch“…also als eine mögliche Bedeutung. Wahrscheinlich gibt es noch mehr.
Wenn ich jetzt so darüber nachdenke sehe ich sogar drei verschiedene Bedeutungen:
-in mir
-ausserhalb von mir in der Beziehung und Interaktion zwischen mir und meinen Geschwistern
-ausserhalb von mir als eine andere Realität, in die ich eintreten kann (wenn ich bestimmte Voraussetzungen mitbringe)
Das Reich Gottes als Jenseits lasse ich jetzt mal aussen vor. (Eventuell ist es auch mit dem dritten Punkt abgedeckt.)
Ich möchte jetzt nicht kleinlich sein, aber ich denke, mehr spricht dafür,
dass Jesus "mitten unter euch" sagte/meinte als "inwendig in euch"
und er damit etwas ganz anderes meinte.
Ki hat mir zu der Formulierung in Lukas 17:21 gesagt:
Im Griechischen steht „hē basileia tou theou entos hymōn estin“.
Das Wort „entos“ kann „inwendig/in euch“ heißen, aber auch
„mitten unter/ in eurer Mitte“.
Es ist im kleineren Wortschatz der biblischen hebräisch/
griechischen Wörter begründet, dass sie mehrdeutig sind.
Die genaue Bedeutung ergibt sich dann aus dem Kontext.
Im Vers vorher - Lukas 17:20 - fragen die Pharisäer,
wann das Reich Gottes käme.
Nachdem - nach biblischer Schilderung - nun aber
gerade die Pharisäer im allgemeinen feindselig zu
Jesus standen, verhärtete Herzen hatten,
spricht wenig bis nichts dafür, dass ausgerechnet sie
diese Herrschaft in sich hätten oder darin lebten
Sehr viel eher meinte Jesus, dass das Reich Gottes
in seiner eigenen Gegenwart und seinem Wirken
vor ihren Augen (mitten unter ihnen) schon da war.
Auch das hier ist mMn mit Vorsicht anzuwenden:
- Stern
- 16. Dezember 2025 11:00
Ebenso für die Übersetzung, dass das Reich Gottes „inwendig in uns“ ist und nicht „mitten unter uns“ ist zB die Stelle in
Johannes 1,26:
Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt.
An dieser Stelle, bei der es ja tatsächlich um die körperliche Präsenz Jesu unter den Menschen geht, wird das Wort „mesos“ im Griechischen verwendet. Eigentlich hätte es dann auch in der Stelle in Lukas verwendet werden sollen, wenn es da um „das Reich Gottes mitten unter euch“ geht, oder?
Wegen des mehrdeutigen Bedeutungsspektrums von bibl. Wörtern
kann es sein, dass verschiedene Wörter sogar gleiche oder sehr
ähnliche Bedeutungen haben können.
Es sind manchmal nur Nuancen im Unterschied, die den Schreiber
veranlassten eben dieses oder jenes Wort zu verwenden.
Dass es in einer Beziehung zu Gott, der auch der Souverän
in unserem Leben sein soll (=unser Herrscher) darauf ankommt
wie es inwendig in uns aussieht, unsere Absichten, Gefühle,
Neigungen, Wünsche ist klar.
Aber meint das gerade dieser Text?
Denke nicht.
Silverhead
Ich möchte jetzt nicht kleinlich sein, aber....
Wozu diese Einleitung? Sie stößt einen doch auf einen Blick, ob Kleinlichkeit vorhanden ist im Text. Verstehe ich nicht, dass du deinen Text damit sabotierst.
Welche Verse würdest du wählen, um Jesus Christus in uns in den Fokus zu rücken?
Meine Wahl wäre: Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit.
Kol 1,27 Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.
und dann auch diese:
Röm 8,10 Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.
Gal 2,20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
Nachdem - nach biblischer Schilderung - nun aber
gerade die Pharisäer im allgemeinen feindselig zu
Jesus standen, verhärtete Herzen hatten,
spricht wenig bis nichts dafür, dass ausgerechnet sie
diese Herrschaft in sich hätten oder darin lebten
Das ist ein interessanter/wichtiger Punkt, den ich nicht beachtet habe beim lesen, es ist tatsächlich schwer vorstellbar, dass er dann ihr Innerstes meinte.
Andererseits ist seine Antwort gleich im Anschluss: „es kommt nicht mit äusseren Zeichen“.
Also könnte man streng genommen Jesus Präsenz und Taten auch nicht darunter zählen, weil sie etwas äußerlich sichtbares sind.
Ich hab mal gestöbert bei Bible Hub interlinear zu entos:
https://biblehub.com/greek/1787.htm
The Present Reality of the Kingdom
• In Luke 17:21 Jesus corrects expectations of a political spectacle. By affirming the kingdom as ἐντός, He reveals it to be presently operative wherever God reigns in the inner life of believers and in their gathered fellowship (“in your midst”).
• This inward kingdom theme resonates with Jeremiah 31:33, “I will put My law within them,” and Romans 14:17, “the kingdom of God is not a matter of eating and drinking, but of righteousness, peace, and joy in the Holy Spirit.”
Die gegenwärtige Realität des Reiches
• In Lukas 17,21 korrigiert Jesus die Erwartungen an ein politisches Spektakel. Indem er das Reich als ἐντός bestätigt, offenbart er, dass es gegenwärtig überall dort wirksam ist, wo Gott im inneren Leben der Gläubigen und in ihrer versammelten Gemeinschaft („in eurer Mitte“) regiert.
• Dieses Thema des inneren Reiches findet seine Entsprechung in Jeremia 31,33: „Ich werde mein Gesetz in sie legen“ und in Römer 14,17: „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Die Pharisäer erwarteten einen politischen Messias, der sie von den Römern befreite. Jesus aber richtete ein anderes Reich auf. Er zeigte ihnen bestimmte Heilungswunder, die nur der Messias tun konnte. Das wussten sie, kamen aber nicht so leicht aus ihrer politischen Denke heraus.
..oO( findet den Thread/das Thema einfach zu schön, um es so schnell "verrotten" zu lassen 😉 )Oo..
🤭 😊 😎