Ich bin nicht mehr evangelikal!!!
Eigentlich ist er es schon lange, aber spätestens seit dieser US-Wahl ist der Begriff "evangelikal" nachhaltig und unwiderruflich verbrannt.
Für mich beinhaltete evangelikal immer, dass ich versuche, mein Leben nach bestem Wissen und Gewissen an der Bibel auszurichten. Und mir war immer klar, dass diese Definition eine große Bandbreite an Auslegung beinhaltet. Mein Christsein hat eher pietistisch-konservativ begonnen und ist heute eher charismatisch geprägt. Ich war auch schon mal deutlich liberaler unterwegs und mit all diesen Schattierungen von "evangelikal" kann ich prima leben.
Aber wenn ich seit vielen Jahren und jetzt noch mal so richtig krass in der US amerikanischen evangelikalen Szene mit anschauen muss (ich sage nur: Corona), wenn ich sehe, wie der Begriff evangelikal von durchgeknallten Leuten wie Paula White in den Dreck gezogen wird, heißt für mich, dass ich mir ein neues Label für meinen Frömmigkeitsstil suchen muss.
Natürlich kann man in Frage stellen, warum ich überhaupt ein Label brauche. Und, nein, heilsentscheidend ist das wirklich nicht, wie ich mich nenne...
Aber trotzdem ärgert es mich, wenn eine (leider signifikant große) Gruppe von Menschen eine noch viel größere Gruppe von Menschen in Verruf bringt. Ich habe ein paar sehr ernsthafte ihren Glauben lebende Moslems im Bekanntenkreis. Die wissen, wovon ich rede!
Also, was immer für eine Sorte Christ ich auch sein mag, seit dieser Woche kann ich es einfach nicht mehr evangelikal nennen.
Geht das Anderen auch so?
Links evangelikal?
Hallo,
da ich seit ca. 40 Jahren Leuten wie Ronald Sider und Jim Wallis näher stehe als so manchem anderen Evangelikalen, müßte ich mich wohl schon Linksevangelikal nennen.
Dabi bin ich politisch gar nicht so weit links, aber die Unterstützung von Flüchtlingen ist mir wichtig.
Auch in der Bibel heißt es sehr oft, dass den Unterdrückten und Schwachen und eben auch den Fremdlingen geholfen werden soll.
Andererseits ist mir heute auch sehr bewußt, dass die Bibel auf viele ethische Fragen von heute keine einfache kasuistische Antwort bietet, einfach weil sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in den vergangenen 2.000-3.000 Jahren deutlich geändert haben.
Damit bin ich auf jeden Fall nicht mehr fundamentalistisch ....
Veröffentlicht von: @nidderauerdurchgeknallten Leuten wie Paula White
ja, mit der will wohl kaum jemand verglichen werden. (Oder gibt es hier Charismatiker, die ihren Auftritt toll fanden?)
Ich hab mir von T. Dietz und anderen erklären lassen, wie die US-Evangelikalen ihre Unterstützung für Trump begründet haben (weil er Abtreibung ablehnt und weil er wie der biblische Kyros ein Werkzeug Gottes sei, und - wie Eric Metaxas behauptet - weil man wie Bonhoeffer gegen die Linken Widerstand leisten sollte {obwohl Bonhoeffer die Nazis bekämpft hat und nie die Linken!!!}). Die "Moral Majority" die vor 20 Jahren noch gefordert wurde, wird bei Trump einfach vergessen. Seine sexuellen Affären werden heruntergespielt, während sie bei B. Clinton ganz ganz "schlimm" waren. So groß ist die Scheinheiligkeit der US-Evangelkalen Anführer. Man misst eben mit zweierlei Maß.
Veröffentlicht von: @nidderauerkann ich es einfach nicht mehr evangelikal nennen.
Betonen tue ich das auch nicht, mir ist da eher das Brücken-Bauen wichtig (wie Michael Diener). Von den Rechts-konservativen (- rechts-extremen?) Evangelikalen grenze ich mich auch deutlich ab.
Ich würde einfach sagen, ich bin ein lutherischer Pfarrer bzw. Theologe...
Gruß, Jimmy
Ich hab mir von T. Dietz und anderen erklären lassen, wie die US-Evangelikalen ihre Unterstützung für Trump begründet haben (weil er Abtreibung ablehnt und weil er wie der biblische Kyros ein Werkzeug Gottes sei, und - wie Eric Metaxas behauptet - weil man wie Bonhoeffer gegen die Linken Widerstand leisten sollte {obwohl Bonhoeffer die Nazis bekämpft hat und nie die Linken!!!}).
Als Ergänzung, hier der Link zu einem Podcast mit T. Dietz zum Thema, der mich mit offenem Mund zurück ließ: klick
Ich hab mir von T. Dietz und anderen erklären lassen, wie die US-Evangelikalen ihre Unterstützung für Trump begründet haben (weil er Abtreibung ablehnt und weil er wie der biblische Kyros ein Werkzeug Gottes sei, und - wie Eric Metaxas behauptet - weil man wie Bonhoeffer gegen die Linken Widerstand leisten sollte {obwohl Bonhoeffer die Nazis bekämpft hat und nie die Linken!!!}).
Als Ergänzung, hier der Link zu einem Podcast mit T. Dietz zum Thema, der mich mit offenem Mund zurück ließ: klick
Also vielleicht sollte man die Gründe warum sie Trump wählen, nicht auf ihn als Person beziehen sondern auf die Politik als Auswirkung.
Ich meine mir wäre es auch lieber wenn Deutschland heute nicht der Atheistische Pol der Welt wäre. Was haben wir denn davon?
Zig Millionen Abtreibungen seit den 70er Jahren, das Ehe und Familie wirklich starke Stellung bei der Deutschen Gesellschaft mehr hat (Verheiratet sein wird nicht als angestrebter Normal-Zustand betrachtet wie fast überall auf der Welt es eigentlich normal ist, stattdessen geht es nur ums PARTY🍾 machen und Karriere...Ich glaube das diese ganzen linken Standpunkte auf so breiter Front wie in Deutschland nicht gut sind, weil sie letztlich auch gegen Gott sind. Damit meine ich natürlich nicht Flüchtlingen zu helfen. Oder Alleinerziehenden.
Das schlimmste finde ich aber das man in Deutschland kaum vom Glauben sprechen kann ohne das einem alle wie vom anderen Stern ankucken. Ich arbeite in einer Firma mit meist höher gebildeten Leuten als ich. Es fällt mir da sehr schwer über den Glauben zu reden in diesem Umfeld. Wenn man kein Liberaler Christ ist, eckt man stark an.
Ich kann Deine Gedanken nachvollziehen, aber im Endeffekt macht es keinen Sinn, etwas zu wechseln, nur weil andere in dem Bereich komisch sind.
Mir macht es aber auch Probleme, mit diesen Christen in einen Topf geworfen zu werden, die gerade bzgl. Donald Trump in den Medien präsent sind. Gestern erst habe ich ein Video gesehen, da hab ich mich fremdgeschämt.
Ich hab auch Bedenken, dass Nichtchristen aus Unwissenheit mich dann mit solchen Christen in einen Topf werfen, wenn ich sage, dass ich einer Freikirche angehöre.
Eine, welche nicht durch die unschönen Vorgänge in USA belastet ist...
post-evangelikal (höre ich in letzter Zeit immer mal wieder.. )
Hab ich auch schon gedacht.
Aber manche von diesen post- Wortschöpfungen sind so negativ, wie etwa post-faktisch.
Und es ist ja auch nicht so, dass wir das Evangelium hinter uns hätten 😉
Vielleicht kommen ja noch Vorschläge?
Veröffentlicht von: @ma-bapost-evangelikal (höre ich in letzter Zeit immer mal wieder.. )
nee, das ist nichts
ein neues Wort muss her, da ist ja das alte noch drin...
Man sollte da auch nicht Deutschland mit den USA vergleichen.
Bei den Amis ist auch diese Angst vorm Sozialstaat und der Militärhype ganz anders als bei uns.
Gut so
Es ist gut, dass Du Dich in dieser Sache offen distanzierst.
Mir wurde hier gelegentlich vorgeworfen, dass ich von - angeblich seltenen - Einzelfällen auf das gesamte Christliche schließe. Wenn man sich seitens der christlichen Mehrheit nicht von solchen Auswüchsen distanziert, muss man ja wohl den Schluss ziehen, dass das in Ordnung ist.
Insofern hast Du hier einen dankenswerten Dienst erwiesen.
Abgesehen davon, habe ich ein ähnliches Verhalten wie von dieser unsäglichen Predigerin auch ein paar Mal hier in Deutschland erlebt.
Gott schämt sich nicht
Nachdem ich gestern diesen Videoausschnitt über Paula White gesehen habe, habe ich mich auch gleich extremst fremdgeschämt.
Und dann fiel mir die Stelle ein, dass Jesus sich für uns nicht schämt. Er schämt sich nicht, uns Brüder und Schwestern zu nennen. (Heb 2,11)
Das finde ich schon bemerkenswert!
Welche Schlussfolgerungen ich daraus ziehen soll, weiß ich aber nicht. Andere Christen nicht kritisieren zu dürfen, finde ich schwierig. Denn von Moslems wünschen wir uns auch, dass sie sich von gewissen Auswüchsen distanzieren.
Es einfach Gott überlassen, wie er mit jedem einzelnen seiner Kinder umgeht? Das sowieso, aber ich muss trotzdem in Gesprächen dazu Stellung nehmen können.
Veröffentlicht von: @miss-piggyUnd dann fiel mir die Stelle ein, dass Jesus sich für uns nicht schämt. Er schämt sich nicht, uns Brüder und Schwestern zu nennen. (Heb 2,11)
Einfach nur ein gutes Post 😊
*daumenhoch*
Oh, danke. Aber ich weiß ja selber gar nicht, wie ich das umsetzen kann.
So wie ich Dich hier über all die Jahre kennen- und schätzengelernt hab, kann ich Dir versichern, dass Du das schon tust 😊
Vielen Dank für die Blumen. 😊
Dass er sich nicht schämt, uns Brüder und Schwestern zu nennen, heißt doch nicht, dass man sich unter Brüdern und Schwestern nicht auch mal die Meinung sagen kann. Das ist doch ganz normal unter Geschwistern, oder etwa nicht?
Oder, um es etwas frommer zu sagen und im Hebräerbrief zu bleiben:
Hebr. 12,16: Wir sollen aufeinander achten, dass wir a) nicht unmoralisch durchs Leben gehen, aber vor allem dass wir b) nicht wie Esau unsere (geistlichen) Gaben für egoistische und kurzsichtige Dinge verschleudern.
Insofern hätte ich schon die Erwartung, dass jemand aus dem Freundeskreis der Paula White (auf mich wird sie vermutlich nicht hören 😉) sie darauf hinweist, dass sie besser darauf achtet, ihre vermutlich vorhandenen Gaben der Zungenrede und der Prophetie nicht mit so einem Mist zu verplempern...
Veröffentlicht von: @nidderauerihre vermutlich vorhandenen Gaben der Zungenred
Das würde ich nicht aus dem Video entnehmen.
Also, man kann sich auch in was reinsteigern, weil der Wunsch Vater des Gedankens ist.
Ein Grund, mir das anzuschauen, war, mal zu hören, wie sich Zungenrede anhört. In der Hinsicht brachte mir das nix. Nachdem was ich darüber bisher an Stellungnahmen gehört habe, muss sich das aber etwas komplexer anhören als bloß "Rattata Rattata." Da war eher der Wunsch Vater des Gedankens. Von einer "Gabe" allerdings sollte man erwarten, daß sie etwas leichter fließt, als dieses offenkundige "In-sich-reinsteigern-in-etwas". Oder bzw.
"Wenn ich mich genug reinsteigere, dann kriege ich das hin" So wirkte das auf mich.
Übrigens nur reines Interesse bzw. Neugier meinerseits. Ich denke mal, wenn Zungenrede mein Weg wäre, hätte ich das schon mal irgendwann merken müssen. 😀 Ich habe nicht vor, das zu "lernen" oder ähnliches.
lg Tatokala
auf ihrem Twitter acount hat ihr einer klipp und klar gesagt, dass sie sich auf der seelischen Ebene befunden hat.... den Eindruck hatte ich bei der videosequenz auf youtube auch....
aber ob sie sich da was von anzieht?
afrikanische Engel, die für den Wahlsieg sorgen... *pffffffff*
Regengeräusch wie bei Elia auf dem Carmel.... falscher Film ... *pffffff*
nein, beim besten Willen nicht...
Veröffentlicht von: @deborah71einer klipp und klar gesagt, dass sie sich auf der seelischen Ebene
Hä?
Sie hat ihre Wünsche und die des Präsidenten ausgesprochen und "gesehen"... keine echten Eindrücke von Gott aus der geistlichen Ebene...
gerade das, was scheinbar wie eine Prophetie daherkommt, da muss man schon genau drauf schauen...
Ach so, das fand ich eigentlich klar, aber wenn sie das anders sieht ?...kann man wohl nix machen.
Man kann aus der Sache lernen, dass in der eigenen Gemeinde prüfen gelehrt wird und man nicht jedem intensiv klingenden Text und Auftritt hinterherläuft.
An das gesehene video werde ich mich wohl noch einige Zeit erinnern, wie völlig unbeeindruckt der Arbeiter mehrfach hinter ihr über die Bühne ging... von rechts nach links..von links nach rechts... usw... usw...
Veröffentlicht von: @deborah71völlig unbeeindruckt der Arbeiter mehrfach hinter ihr über die Bühne ging... von rechts nach links..von links nach rechts... usw... usw.
Ich habe nirgends einen Hinweis darüber gefunden, was der bezwecken sollte.... ich selber denke, daß es ein Mittel von seiten des Studiopersonals bzw. des Fernsehsenders war, um zu zeigen, daß man sich von dem Auftritt distanziert.
Hast du den Eindruck, dass es ein TV-Studio war? ich dachte eher an den GoDi Raum der Gemeinde.
Ich hab mal gesucht... ja, es ist wohl der GoDi Raum, wie ein video erahnen lässt.
Ihre Gemeinde in Orlando
https://cityofdestiny.us/
Das war das merkwürdige Gebetsvideo, das ich gesehen hatte:
https://www.youtube.com/watch?v=7R8hPhDfv18
und ich denke, du beziehst dich auf das gleiche, denn die kurze abgehackte Sprachenredesequenz kommt drin vor...
jedenfalls ist die Bühne dieselbe wie auf ihrem youtube Kanal und an der Wand ist auch City of Destiny zu lesen.
Nachtrag vom 08.11.2020 1837
Was sehr interessant ist: bis ca 1:40 läuft die automatische Übersetzung und dann wird etwas anderes als Text unten gezeigt, als was sie sagt.
Das muss ich mir mal genauer anschauen.
Ähh, ok... das sind wohl europäisch vs. amerikanische Vorstellungen von "Gottesdienstraum"...😀😀
Sieht so aus 😊
Jedenfalls, so ein videoschnipsel und eine Meinung aus einem von mir nicht gesehenen TV-Bericht, sehe ich als zu wenig an, um eine eigene Meinung zu formen und dann auch noch zu äussern.
Jede prophetische Person hat sich schonmal geirrt... (und wieviele Alltagsprophetien Christen unbedarft aussprechen und sie nicht mal als solche erkennen, ..... ).....
hier ist es aber so, dass es nicht um eine kleine Gemeinde hinterm Wald ging, wo man sowas leichter nachsehen und intern per Ansprechen regeln kann... hier ist die Weltbühne benutzt worden... und das in einer sehr heißen Situation, aus der sich leicht ein Flächenbrand entwickeln hätte können.
Jede prophetische Person hat sich schonmal geirrt...
Ja, sogar die biblischen Propheten.
Ich meine, diese talentlose Frau bekommt einfach zu viel Aufmerksamkeit.
Gabe der Prophetie? Offensichtlich eine falsche Prophetin, denn der Gewinn blieb aus. Und eine, die das Erscheinungsbild frommer Christen nachahmen kann, so dass Geschwister darauf hereinfallen.
Ich weiß es nicht, weiß absolut nichts über ihre Begabungen. Ich wollte es ihr nur nicht komplett absprechen.
Aber in dem Video war es definitiv so, wie Deborah71 weiter oben schrieb, dass sie ziemlich sicher nur ihre eigenen Wünsche in eine "fromme" Form verpackt hat. (Jeder Nicht-Charismatiker würde das natürlich nicht mal als "fromm verpackt" bezeichnen).
Das was wir von Moslems erwarten ist eine Distanz zu:
Terroristen, Scharia, Verfolgungen von Christen, Parallelgesellschaft
Bei Christen aus den USA ist das schon anders gelagert. Weil sie Trump mehr vertrauen als den Medien dort?
Nicht nachvollziehbar zwar, setzt man voraus dass das Bild Trumps dort das gleiche ist wie hier, aber auch ein Stück was anderes wie das, was andere.
Je suis évangélique
Ich sehe das anders. Einerseits bin ich kein Fan von Etiketten. Andererseits braucht man aber Begriffe, die eine bestimmte Richtung oder Einstellung beschreiben. Und evangelikal meint eben eigentlich bibeltreu, eher pietistisch, eine gutes Stück weit das, was sich in der Evangelischen Allianz wiederfindet, usw. Ich verbinde damit einen gesunden glauben und lebendige Gemeinden. Leider hat die Berichterstattung über die zu einem totalen Zerrbild dieses Begriffs geführt. Aber mir widerstrebt es zutiefst, deshalb den Begriff evangelikal aufzugeben und verloren zu geben. Was machen wir denn, wenn die Medien den Begriff "Christ" in ein Zerrbild verwandeln? Nennen wir uns dann nicht mehr Christen? Oder setzen wir uns für eine Klarstellung ein? Oder - wenn das niemand mehr hören will - ehren wir dann zumindest Gott mit diesem Namen (siehe 1. Petrus 4,16)?