Ich bin nicht mehr evangelikal!!!
Eigentlich ist er es schon lange, aber spätestens seit dieser US-Wahl ist der Begriff "evangelikal" nachhaltig und unwiderruflich verbrannt.
Für mich beinhaltete evangelikal immer, dass ich versuche, mein Leben nach bestem Wissen und Gewissen an der Bibel auszurichten. Und mir war immer klar, dass diese Definition eine große Bandbreite an Auslegung beinhaltet. Mein Christsein hat eher pietistisch-konservativ begonnen und ist heute eher charismatisch geprägt. Ich war auch schon mal deutlich liberaler unterwegs und mit all diesen Schattierungen von "evangelikal" kann ich prima leben.
Aber wenn ich seit vielen Jahren und jetzt noch mal so richtig krass in der US amerikanischen evangelikalen Szene mit anschauen muss (ich sage nur: Corona), wenn ich sehe, wie der Begriff evangelikal von durchgeknallten Leuten wie Paula White in den Dreck gezogen wird, heißt für mich, dass ich mir ein neues Label für meinen Frömmigkeitsstil suchen muss.
Natürlich kann man in Frage stellen, warum ich überhaupt ein Label brauche. Und, nein, heilsentscheidend ist das wirklich nicht, wie ich mich nenne...
Aber trotzdem ärgert es mich, wenn eine (leider signifikant große) Gruppe von Menschen eine noch viel größere Gruppe von Menschen in Verruf bringt. Ich habe ein paar sehr ernsthafte ihren Glauben lebende Moslems im Bekanntenkreis. Die wissen, wovon ich rede!
Also, was immer für eine Sorte Christ ich auch sein mag, seit dieser Woche kann ich es einfach nicht mehr evangelikal nennen.
Geht das Anderen auch so?
Hallo,
ich finde diese Distanzierung problematisch. Und plädiere für das Gegenteil.
Ich betone in den letzten Monaten häufiger, ich bin evangelikaler Christ.
Und zwar gegenüber Leuten die mich kennen, als Mitglied der Grünen, als Vegetarier und Kämpfer für Klimaschutz, öffentliche Verkehrsmittel und Gesundheitsversorgung unabhängig vom Einkommen, als Leser und Sympathisant der "Emma".
Zu sagen, Ich bin kein evangelikaler Christ (mehr), könnte verstanden werden als Ich bin im Glauben unverbindlicher geworden. Und das wäre ja völlig falsch.
Nein, mir ist immer noch wichtig zu betonen, dass Glaube an Jesus Christus nicht ohne Verbindlichkeit geht. Dass Christsein für mich persönliche Bekehrung und gottgefälliges Leben beinhaltet.
Und ich möchte gleichzeitig ein Beispiel sein dafür dass evangelikal sein eben nicht mit Rassismus und Klimakatastrophenleugnung identisch ist. Wenn jetzt alle bekehrten Christen, denen Trump, Bolsonaro und Ähnliche mit Recht unsympathisch sind, diesen Begriff ablegen, geben wir auf. Und lassen Christen auch in Amerika (!), die anders denken, im Stich.
Ja, ich schäme mich auch unglaublich für diese Geschwister und bin sehr traurig. Aber auf unser Ansehen kommt es überhaupt nicht an! Der Schaden für das Zeugnis von Jesus ist unermesslich, und dafür müssen sich diese Geschwister verantworten. Wir sollten zusammen stehen und dafür beten, dass Jesus die entstandenen Spaltungen unter uns heilt.
Und das ist nicht nur ein amerikanisches Problem! In Deutschland haben wir zwar keinen Trump. Aber hier haben wir die Coronaleugner. Ich hätte nie gedacht, dass das mal so nah kommt - seit dem Frühjahr ist ein lieber Bruder und langjähriger Freund von den Rechten verführt worden, weswegen ich nicht mehr zu der Gebetsgruppe gehe, der ich sehr lange angehörte. Das tut weh, so viele Freunde habe ich nicht, dass einer weniger nichts ausmachen würde.
Finde ich auch eine gute Einstellung.
Vielleicht komme ich in ein paar Wochen auch wieder dahin 😉
Zu sagen, Ich bin kein evangelikaler Christ (mehr), könnte verstanden werden als Ich bin im Glauben unverbindlicher geworden. Und das wäre ja völlig falsch.
Das verstehe ich nicht. Ich verstehe mich nicht als evangelikal - und sehe mich als verbindlich im Glauben.
Hi,
ich empfinde mich, trotz Pfingstgemeindezugehörig, als nicht evangelikal.
Ich bin einfach nur Christ.
M.
Für mich genügt.........
...ich bin Christ.
Mehr brauchts nicht.
So isses!
M.
Verstehe ich....
Durch eine evangelikale Bekannte hatte ich per Facebook jetzt auch wieder Kontakt mit der Szene und war entsetzt!!! was da teilweise abgeht. So sehr daß ich hoffte, daß meine agnostischen Freunde und Bekannte das nicht lesen, weil es mir so peinlich war, daß das Christen sein sollen.
Aus der einen Gruppe bin ich schon nach wenigen Tagen rausgeflogen, vermutlich wegen meinem einen Satz, daß nicht jede Art von Erotik automatisch eine schwere Sünde ist. (Ich hatte Pornos nicht zu 100% verteidigt, weil es da eben auch schlechte Sachen gibt, frauenverachtende Sachen, und Jugendliche ein falsches Körpergefühl bekommen können, also sich mit den Pornostars vergleichen und dann Minderwertigkeitskomplexe bekommen können)
Und es sind nicht wenige, die Trump da regelrecht vergöttern... als eine Art Gottkönig, von dem irgendwie geheimnisvoll Heil runtertropft.
Dazu muss man natürlich wissen, dass Facebook das Sammelbecken für extreme Positionen ist, in jeder Hinsicht.
Deswegen würde ich meine Beurteilung der evangelikalen Szene nicht allein davonabhängig machen.
Veröffentlicht von: @blackholevon dem irgendwie geheimnisvoll Heil runtertropft.
😀
Im Zusammenhang mit der Thematik aus dem Absatz davor hast Du mir grad ein Bild in den Kopf gepflanzt, das ich gern wieder loswerden würde...
Dann begrüße ich dich im allgemeinen Himmel. (Phil. 3:20) Aber wundere dich nicht, wenn sich ein paar deiner Hausgnossen evangelikal nennen.
Veröffentlicht von: @tagesschimmerDann begrüße ich dich im allgemeinen Himmel. (Phil. 3:20) Aber wundere dich nicht, wenn sich ein paar deiner Hausgnossen evangelikal nennen.
Da könnte ich gut mit leben 😀
Quo vadis evangelikal?
wie der Begriff evangelikal von durchgeknallten Leuten wie Paula White in den Dreck gezogen wird
Es ist ja nicht allein der Begriff oder der Ruf, es sind entscheidende Inhalte die in der Bewegung der Evangelikalen nicht mehr von allen geteilt werden. Und gerade an der Person Trump zeigt sich, dass in den USA bestimmte Sichtweisen auch stark mit der jeweiligen Hautfarbe zu tun haben. Er spaltet die Bewegung. Und ich frage mich, wohin wird das führen? Es scheint mir, als wäre dort ein Zersplitterung im Gange. Allein schon wieviele Evangelikale sich in Deutschland von den US-Auswüchsen à la Paula White distanziert haben..
Und gerade an der Person Trump zeigt sich, dass in den USA bestimmte Sichtweisen auch stark mit der jeweiligen Hautfarbe zu tun haben. Er spaltet die Bewegung. Und ich frage mich, wohin wird das führen? Es scheint mir, als wäre dort ein Zersplitterung im Gange. Allein schon wieviele Evangelikale sich in Deutschland von den US-Auswüchsen à la Paula White distanziert haben..
Trump spaltet die Bewegung? Nein, da Trump selbst ja kein Evangelikaler ist, kann er die Evangelikalen nicht spalten, das tun die schon selbst.
Müssen sich Evangelikale in Deutschland oder sonstwo von Rassisten und ihren Anhängern distanzieren? Nee oder? Dass evangelikale Christen keine Rassisten sein können bzw. sein dürfen ist so selbstverständlich, dass es ein absurder Gedanke ist, sich davon distanzieren zu sollen.
Dass das dennoch Realität ist, muss uns traurig machen.
Trump spaltet die Bewegung? Nein, da Trump selbst ja kein Evangelikaler ist, kann er die Evangelikalen nicht spalten, das tun die schon selbst.
Sie spalten sich anhand seiner Person.
Müssen sich Evangelikale in Deutschland oder sonstwo von Rassisten und ihren Anhängern distanzieren? Nee oder?
Nach dem ARD-Brennpunkt vom Freitag ist da wohl ganz offensichtlich Bedarf.
Dass evangelikale Christen keine Rassisten sein können bzw. sein dürfen ist so selbstverständlich, dass es ein absurder Gedanke ist, sich davon distanzieren zu sollen.
Ich stimme dir zu, aber genau daran kannst Du erkennen, wie sehr sich Teile der Evangelikalen voneinander entfernt haben.
Was tut denn Paula White?
Such mal auf youtube...
Die Passage mit den Schwarzen find ich nicht so gelungen...
Aber im Großen und Ganzen fand ich schon witzig: Die Assoziation an Techno Remix hatte ich beim Ansehen der Rohversion schon, da wußte ich noch gar nicht, daß es die echt gibt... und so viele!