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Ich bin nicht mehr evangelikal!!!

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Nidderauer
Themenstarter
Beiträge : 44

Eigentlich ist er es schon lange, aber spätestens seit dieser US-Wahl ist der Begriff "evangelikal" nachhaltig und unwiderruflich verbrannt.

Für mich beinhaltete evangelikal immer, dass ich versuche, mein Leben nach bestem Wissen und Gewissen an der Bibel auszurichten. Und mir war immer klar, dass diese Definition eine große Bandbreite an Auslegung beinhaltet. Mein Christsein hat eher pietistisch-konservativ begonnen und ist heute eher charismatisch geprägt. Ich war auch schon mal deutlich liberaler unterwegs und mit all diesen Schattierungen von "evangelikal" kann ich prima leben.

Aber wenn ich seit vielen Jahren und jetzt noch mal so richtig krass in der US amerikanischen evangelikalen Szene mit anschauen muss (ich sage nur: Corona), wenn ich sehe, wie der Begriff evangelikal von durchgeknallten Leuten wie Paula White in den Dreck gezogen wird, heißt für mich, dass ich mir ein neues Label für meinen Frömmigkeitsstil suchen muss.

Natürlich kann man in Frage stellen, warum ich überhaupt ein Label brauche. Und, nein, heilsentscheidend ist das wirklich nicht, wie ich mich nenne...

Aber trotzdem ärgert es mich, wenn eine (leider signifikant große) Gruppe von Menschen eine noch viel größere Gruppe von Menschen in Verruf bringt. Ich habe ein paar sehr ernsthafte ihren Glauben lebende Moslems im Bekanntenkreis. Die wissen, wovon ich rede!

Also, was immer für eine Sorte Christ ich auch sein mag, seit dieser Woche kann ich es einfach nicht mehr evangelikal nennen.

Geht das Anderen auch so?

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164 Antworten
Lombard3
Beiträge : 4292

Ja, gerade wurde auch auf Markus Lanz im ZDF kurz über den (evangelikalen?) Kenneth Copeland berichtet, der sich mit dem Biden Sieg auch nicht abfinden will:
https://www.youtube.com/watch?v=VBkegy4aDvk&t=1m15s

Es ist wirklich (leider) spannend, wie es sich wohl in den USA entwickelt.

lombard3 antworten
8 Antworten
sttn
 sttn
(@sttn)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 47

Ehrlich gesagt: Was die USA anbelangt und ganz besonders Trump, habe ich mir angewohnt deutsche Medien zu meiden. Gerade ARD und ZDF berichten sehr einseitig und fehlerhaft.
Ich habe mir angewöhnt ausländische Medien zu konsumieren, darunter auch US-Medien und es ist unfassbar wie groß der Unterschied in der Berichterstattung ist.

Mir hilft das sehr zu verstehen warum sich so viele US-Bürger für den einen oder anderen entschieden haben. Die sind nicht so dumm wie sie in den deutschen Medien dargestellt werden, sondern die haben gute Gründe für die eine oder andere Wahlentscheidung.

sttn antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @sttn

Mir hilft das sehr zu verstehen warum sich so viele US-Bürger für den einen oder anderen entschieden haben. Die sind nicht so dumm wie sie in den deutschen Medien dargestellt werden, sondern die haben gute Gründe für die eine oder andere Wahlentscheidung.

Was sind die beiden besten Gründe, warum US Bürger - gerade aber Evangelikale - Trump gewählt haben?

lombard3 antworten
Jimmy
 Jimmy
(@jimmy)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 177
Veröffentlicht von: @lombard3

Was sind die beiden besten Gründe, warum US Bürger - gerade aber Evangelikale - Trump gewählt haben?

das hatte ich doch in meinem ersten Post vom 6.11. schon beschrieben: weil die Anführer der US-Evangelikalen Trump hochgejubelt hatten,

weil er Abtreibung ablehnt und weil er wie der biblische Kyros ein Werkzeug Gottes sei, und - wie Eric Metaxas behauptet - weil man wie Bonhoeffer gegen die Linken Widerstand leisten sollte {obwohl Bonhoeffer die Nazis bekämpft hat und nie die Linken!!!}

Neben Franklin Graham und E. Metaxas haben auch verschiedene Pastoren von Megakirchen Trump in ähnlicher Weise unterstützt.

LG Jimmy

jimmy antworten
sttn
 sttn
(@sttn)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 47

Es gibt nicht die besten Gründe, jede/r hat seine/ihre Gründe ihn zu wählen oder nicht.

Mal eine kleine Auswahl an Gründen:
Viele haben Trump gewählt weil er seine Wahlversprechen gehalten hat.
Viele haben Trump gewählt weil die Demokraten (ähnlich wie die deutschen Parteien wie SPD/CDU/Grüne) zu abgehoben sind und schon lange nicht mehr wissen was die wirklichen Probleme sind.
Viele haben Trump gewählt weil er wirklich Jobs geschaffen hat und damit sehr vielen Nicht-Weißen geholfen hat.
Viele haben Trump gewählt weil er der erste Präsident seit langem ist der Kriege beendet und keine neuen angefangen hat.
Viele haben Trump gewählt weil er klare Worte sagt und nicht das Geschrubel was man sonst hört.

Das hört man von den Leuten die Trump gewählt haben. Das hört man aber nur dann wenn man zuhören will, die deutschen Medien ignoriert und Medien im Ausland konsumiert, die wesentlich neutraler und weniger hasserfüllt berichten

Trump ist ein ungehobelter Typ dem Manieren und vieles andere fehlt. Keine Frage, er passt nicht zum Politikbetrieb.

Ich bin kein US-Bürger, ich muss Trump nicht wählen und ich muss ihn nicht mögen. Ich muss ihn aber auch nicht hassen und kann mir eine neutrale Meinung bilden. Das einzige was ich muss, ich muss als Demokrat die Entscheidung der US-Bürger respektieren. Genau das mache ich auch.

Oder ich kann der allgemeinen Trumpphobie anhängen, aber das ist ehrlich gesagt nicht mein Niveau. Mit der Masse mit schwimmen ohne kritisch zu hinterfragen was los ist, das ist nicht mein Ding!

Jesus war auch nicht so. Er hat unbequeme Fragen gestellt. Damit möchte ich mich natürlich nicht auf eine Stufe mit Jesus stellen, aber er ist sehr mein Vorbild!

sttn antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 4292

Danke für deine Antwort.

lombard3 antworten
Nidderauer
(@nidderauer)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 44
Veröffentlicht von: @sttn

Das hört man von den Leuten die Trump gewählt haben. Das hört man aber nur dann wenn man zuhören will, die deutschen Medien ignoriert und Medien im Ausland konsumiert, die wesentlich neutraler und weniger hasserfüllt berichten

Deine Auswahl von Gründen konnte man genau so, wie du es beschrieben hast, in ARD und ZDF erfahren. Zumindest habe ich es da wieder und wieder gehört und gesehen von den Journalisten, die da vor Ort arbeiten.

Deine Aussage, dass die deutschen Medien nicht neutral und sogar "hasserfüllt" berichten, ist einfach nicht wahr.
Ganz im Gegenteil, es schürt eine Stimmung, sich aus seltsamen und konspirativen Ecken zu informieren und dem muss ich entschieden widersprechen!

Wo das endet, konnte man zuletzt erst wieder in Leipzig sehen...

nidderauer antworten
sttn
 sttn
(@sttn)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 47

Haben ARD und ZDF eine neutrale Berichterstattung gemacht oder mal wieder nur die negativen Beispiele vor die Kamera gezerrt?
Sorry, aber gerade was die US-Wahl anbelangt, war die Berichterstattung sehr einseitig und sehr stark ideologisch geprägt. Für mich unerträglich, ich brauche kein ideologisch gefärbtes Fernsehen.

Ich weiß, man darf die deutschen Medien nicht kritisieren, denn wenn man es macht wird man in eine Schublade gesteckt. Ohne mich zu kennen machst du gerade genau das.
Eine Diskussion geht anders und es ist traurig zu sehen das in Deutschland Diskussionen immer schwieriger werden. Man will nicht diskutieren, man will Recht haben und steckt Menschen in Schubladen und als nächste Stufe werden sie beleidigt nur damit man sich nicht mit abweichenden Meinungen auseinandersetzen muss.

Zur Presse: Die massiv einbrechenden Abo-Zahlen und die große Unzufriedenheit gegenüber den ÖR-Sendern machen deutlich das viele so denken wie ich.

So schnell kündigt man kein Abo, sondern man geht kritisch damit um und viele haben vor der Kündigung mit Briefen die Redaktionen ihren Unmut deutlich gemacht - oft mit Beispielen von Fake-News in den Medien. Aber wenn man nicht einmal eine Antwort bekommt, dann kündigt man eben das Abo.

Habe ich gemacht und ich beobachte den Niedergang dieser Medien. Zwischenzeitlich sind diese Medien darauf angewiesen Geld vom Staat zu erhalten, nur damit sie weiterbestehen können. Mit Pressefreiheit hat das nichts mehr zu tun. Staatlich finanzierte und damit auch gesteuerte Medien hatten wir schon des öfteren in unserem Land.

sttn antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @sttn

Ich weiß, man darf die deutschen Medien nicht kritisieren, denn wenn man es macht wird man in eine Schublade gesteckt. Ohne mich zu kennen machst du gerade genau das.

Jetzt wo du es sagst!

Du hast Recht.

😊

lombard3 antworten


sttn
 sttn
Beiträge : 47

Ehrlich gesagt tue ich mich schwer Deinen Worten zu folgen. Warum brauchst du Labels? Und warum machst Du es von Menschen abhängig die du nicht kennst und deren Positionen man in Europa nur eingeschränkt kennen kann. Denn das was in unserem Medien gezeigt wird ist ideologisch eingefärbt und unbrauchbar.

Ich war früher auch nicht so skeptisch bis ich angefangen habe ausländische Medien zu konsumieren. Und damit meine ich jetzt keine kleinen Webseiten, sondern sehr wohl große und bedeutende Medienhäuser. Und da liest sich vieles vollkommen anders.

Wer hat wohl mehr US-Kompetenz? Die New York Times oder ARD und ZDF?

sttn antworten
2 Antworten
Jimmy
 Jimmy
(@jimmy)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 177

Was soll das Beispiel NYT?

Veröffentlicht von: @sttn

Wer hat wohl mehr US-Kompetenz? Die New York Times

Okay, du konsumierst also die NYT?
Dann weißt du ja, dass die NYT seit vielen Jahren die demokratische Partei in den USA unterstützt.
Dann weißt du auch, wie der SPON erst am 7. Oktober den Deutschen mitteilte, dass die NYT offiziell den Kandidaten Joe Biden unterstützt hat.

Unabhängig ist die Meinung der NYT damit allerdings nicht.
Was liest sich dort denn so viel anders als in den deutschen Medien?

Veröffentlicht von: @sttn

Wer hat wohl mehr US-Kompetenz?

Worauf willst du mit dieser Frage hinaus? Dass die Auslandskorrespondenten von deutschen Medien in den USA blinder sind als ihre Kollegen von der NYT? Die leben doch genauso in den USA. Allerdings werden sie nicht dafür bezahlt, für Joe Biden zu sein ...

jimmy antworten
sttn
 sttn
(@sttn)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 47

Die Frage ist einfach beantwortet. Ich kenne sehr wohl die NYT, ich kenne auch die Diskussionen innerhalb der NYT bezüglich ideologische Unabhängigkeit die immer mehr verloren geht. Aber hätte ich jetzt zum Beispiel NZZ als Beispiel genommen (die ich sehr schätze), wäre die Reaktion eine andere.

Ich persönlich handhabe es so das ich sehr unterschiedliche Medien konsumiere und ja, es gibt auch Neue Medien und Weblogs die ich sehr interessant finde. Nur wenn ich die nennen werde ich noch mehr in eine Schublade gesteckt als wenn ich NYT aufführe.

In der NYT lese ich oft etwas anderes als in den deutschen Medien. Ist so, die Journalistische Qualität der NYT ist besser. Das mag daran liegen das die Medienvielfalt in den USA deutlich größer ist als in der BRD und die NYT kann es sich nicht erlauben Unsinn zu schreiben. ARD und ZDF können das schon.

Ob die Auslandskorrespondenten der deutschen Medien blinder sind als die NYT, weiß ich nicht. Sie berichten deutlich mehr antiamerikanischen Mist. Oftmals wird die US-Mentaliät ignoriert, oftmals werden sehr einseitige Interviews geführt und oftmals werden wesentliche Details verschwiegen. Warum wohl konnte ein Relotius so viel Unsinn schreiben, unter anderem über US-Themen die er sehr phantasiereich ausgeschmückt hat. Siehe Bericht über die letzte der "Weißen Rose".

Das wurde mir übrigens auch schon von Auslandskorrespondenten bestätigt. Es soll berichtet werden was in das ideologische Muster der Redaktion passt. Ist so ... und kann jeder bestätigen der sich außerhalb der deutschen Medienlandschaft bewegt.

Nur zu, ich kann es jedem empfehlen.

sttn antworten
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