Ich bin nicht mehr evangelikal!!!
Eigentlich ist er es schon lange, aber spätestens seit dieser US-Wahl ist der Begriff "evangelikal" nachhaltig und unwiderruflich verbrannt.
Für mich beinhaltete evangelikal immer, dass ich versuche, mein Leben nach bestem Wissen und Gewissen an der Bibel auszurichten. Und mir war immer klar, dass diese Definition eine große Bandbreite an Auslegung beinhaltet. Mein Christsein hat eher pietistisch-konservativ begonnen und ist heute eher charismatisch geprägt. Ich war auch schon mal deutlich liberaler unterwegs und mit all diesen Schattierungen von "evangelikal" kann ich prima leben.
Aber wenn ich seit vielen Jahren und jetzt noch mal so richtig krass in der US amerikanischen evangelikalen Szene mit anschauen muss (ich sage nur: Corona), wenn ich sehe, wie der Begriff evangelikal von durchgeknallten Leuten wie Paula White in den Dreck gezogen wird, heißt für mich, dass ich mir ein neues Label für meinen Frömmigkeitsstil suchen muss.
Natürlich kann man in Frage stellen, warum ich überhaupt ein Label brauche. Und, nein, heilsentscheidend ist das wirklich nicht, wie ich mich nenne...
Aber trotzdem ärgert es mich, wenn eine (leider signifikant große) Gruppe von Menschen eine noch viel größere Gruppe von Menschen in Verruf bringt. Ich habe ein paar sehr ernsthafte ihren Glauben lebende Moslems im Bekanntenkreis. Die wissen, wovon ich rede!
Also, was immer für eine Sorte Christ ich auch sein mag, seit dieser Woche kann ich es einfach nicht mehr evangelikal nennen.
Geht das Anderen auch so?
Aber warum machst Du Deine Selbst-Etikettierung von anderen abhängig?
Dann wirst Du unentwegt auf Sachen stoßen, die Dir Anlass geben, was auch immer dann "nicht mehr" zu sein.
Veröffentlicht von: @nidderauerFür mich beinhaltete evangelikal immer, dass ich versuche, mein Leben nach bestem Wissen und Gewissen an der Bibel auszurichten. Und mir war immer klar, dass diese Definition eine große Bandbreite an Auslegung beinhaltet. Mein Christsein hat eher pietistisch-konservativ begonnen und ist heute eher charismatisch geprägt. Ich war auch schon mal deutlich liberaler unterwegs und mit all diesen Schattierungen von "evangelikal" kann ich prima leben.
Nu, das ist es doch. Lebe so, was Dir Gott aufs Herz gibt und schau nicht, was andre machen.
Natürlich hast du völlig Recht.
Einerseits hatten meine Frau und ich uns neulich mal unterhalten, ob wir uns noch gerne evangelikal nennen mögen, wenn man das alles sieht, was da seit Jahren in der evangelikalen Szene in den USA abgeht. Und dann kam Paula White noch on-the-top...
Zum anderen wollte ich vielleicht auch nur eine provokative Headline für ein wenig Aufmerksamkeit für ein Thema, was mich wirklich gerade sehr beschäftigt.
Ich fand das jedenfalls sehr spannend, was die meisten von euch dazu geschrieben haben!
Einerseits hatten meine Frau und ich uns neulich mal unterhalten, ob wir uns noch gerne evangelikal nennen mögen, wenn man das alles sieht, was da seit Jahren in der evangelikalen Szene in den USA abgeht.
Ja klar, wenn ein Begriff in Verruf gerät, nimmt man ihn nicht mehr so gerne als Selbstbezeichnung.
Nur löst das leider das Problem nur zum Teil. Denn auch wenn wir uns nicht so nennen, wir bleiben es ja (außer wir bleiben es nicht, logisch).
Und es gibt eben leider Glaubensgeschwister, die die falschen Leute unterstützen (nicht nur in Amerika) und damit dem Glauben schaden.
Früher war es vergleichsweise einfach: Es wurde einem entgegengehalten, wie sich bestimmte Katholiken, liberale Landeskirchler usw. verhalten. Da konnte man sagen, das ist nicht schön, aber ich bin kein Katholik, ich bin kein Liberaler, ich glaube an Jesus, und zwar so und so. Eine solche Distanzierung ist eben jetzt nicht so einfach.
Evangelikale/Gemeinschaftler/Charismatiker/Baptisten usw. kannte kaum jemand. Man hatte vielleicht mal davon gehört, dass es fromme Christen gibt, die (mit biblischer Begründung) ihre Kinder schlagen. Sich davon distanzieren war noch relativ einfach. Auch Homosexualität war eventuell ein Reizthema.
Aber wenn jetzt immer wieder von Freikirchen berichtet wird, die Corona-Regeln missachten, wenn unterstellt wird, dass Christen, die an die biblische Schöpfung glauben, auch die Klimaerhitzung herunterspielen, und wenn immer wiederholt wird, dass evangelikale Christen die treuesten Unterstützer von Donald Trump und Jair Bolsonaro sind, dann hat das eine neue Qualität. Dann geraten Christen in die Defensive, und die Botschaft von Jesus wird beeinträchtigt.
Denn es liegt doch nahe, dass die Leute fragen: Wenn ich an Jesus glaube, wie es die Bibel sagt, dann muss ich auch so werden wie die?
Muss man selbstverständlich nicht. Aber es ist ein zusätzliches Hindernis für das Evangelium. Und das haben uns die Trump-Christen eingebrockt.
Die Begründung fehlt
Das hast Du ja das Problem ganz gut beschrieben. Aber nach der reinen Beschreibung wäre ja jetzt spannend zu erfahren, wie es denn überhaupt zu solchen Entwicklungen kommen kann. Wenn stimmt, was oft gesagt wird, dass das Wort Gottes - so wie ja viele die Bibel verstehen - so einfach ist, dass jedes Kind es verstehen kann, dürfte es solche Erscheinungen ja eigentlich gar nicht geben.
Veröffentlicht von: @queequegwäre ja jetzt spannend zu erfahren, wie es denn überhaupt zu solchen Entwicklungen kommen kann
Ja, die Analyse des Zusammenhangs kommt hier im Thread bisher noch (wenig) erstaunlicherweise etwas kurz. Bislang scheint das drängendste Problem zu sein, dass der Markenname irgendwie unter Trump gelitten habe. Bei den vagen Erklärungsansätzen drängelt sich dann halt mal wieder der wahre Schotte ins Bild.
Das hast Du ja das Problem ganz gut beschrieben. Aber nach der reinen Beschreibung wäre ja jetzt spannend zu erfahren, wie es denn überhaupt zu solchen Entwicklungen kommen kann.
Begründung - na da sind wir erst mal alle nur Freizeitsoziologen. 😉
Ein paar geschichtliche Hintergründe liefert der Podcast, zu dem am Anfang dieses Threads verlinkt wird.
Hier eine Annhäherung von dem amerikanischen Soziologen Philip Gorski - ich hoffe es ist in Ordnung, es hier zu zitieren:
Welche Rolle spielt das Christentum in dieser Gefährdung der Demokratie? Denn in der Geschichte – das beschreiben Sie ja in Ihrem Buch – haben Christen die Demokratie ja oft für gut vereinbar mit ihren Werten gehalten.
Zunächst möchte ich noch einmal betonen, dass nicht alle weißen Evangelikale weiße nationalistische Christen sind und nicht alle weißen, christlichen Nationalisten Evangelikale sind. Es gibt auch viele konservative Katholiken und viele Menschen, die der Pfingstbewegung oder dem sogenannten Wohlstandsevangelium angehören. Aber was man generell über die weißen, christlichen Nationalisten sagen kann, ist, dass sie – und das zunehmend – einer autoritären Politik zugeneigt sind. Das hat unter anderem damit zu tun, dass sich die kirchlichen Strukturen im Laufe des vergangenen Jahrhunderts grundlegend gewandelt haben. Im 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ähnelten die meisten Kirchengemeinden in den USA eher kleinen Republiken. Heutzutage kann man viele Kirchen dagegen eher als große Unternehmen bezeichnen.
Können Sie das näher beschreiben?
In den damaligen kleinen Republiken haben die Gemeindemitglieder ganz anders mitbestimmen können als heute. Sie haben wichtige Kirchenämter bekleidet, sie haben sich an der Berufung ihrer Pastoren beteiligt. Diese Kirchengemeinden waren wirklich das, als was sie der französische Soziologe Alexis de Tocqueville schon im 19. Jahrhundert bezeichnet hat: Sie waren Schulen der Demokratie.
Und heute?
Heutzutage sind die Kirchengemeinden wesentlich größer geworden. Manche stehen unabhängig von irgendwelchen Strukturen, das sind die sogenannten Freikirchen. Die drehen sich jeweils um einen wahren Starpastor, der gleichzeitig auch Großunternehmer ist. Ein Pastor, der nicht nur seine Schafe pflegt, sondern auch im Fernsehen auftritt oder Immobilien verwaltet. Diese Pastoren gleichen mehr einem CEO als einem Seelsorger.
Das heißt, die wegfallende kirchliche Mitbestimmung und die Fokussierung auf einen Starpastor in diesen Megakirchen spiegelt sich in der Gesellschaft wider, als autoritäres Konzept?
Ja. Damals waren die Kirchenmitglieder sozusagen aktive Bürger ihrer Gemeinden und heutzutage sind sie nur noch passive Zuschauer eines kirchlichen Spektakels.
https://www.rnd.de/kultur/us-soziologe-wenn-trump-jetzt-gewinnt-heisst-der-prasident-ab-2024-immer-noch-trump-TUWYFVE6NBHKZEGXYOYLFIZMCY.html
Wenn stimmt, was oft gesagt wird, dass das Wort Gottes - so wie ja viele die Bibel verstehen - so einfach ist, dass jedes Kind es verstehen kann, dürfte es solche Erscheinungen ja eigentlich gar nicht geben.
Wir sind ja keine Roboter, sondern sündige Menschen. Und vom Verstehen zum Umsetzen ist ein langer Weg.
Aber selbst was das Verstehen betrifft - es kommt darauf an, durch welche Brille die Bibel gelesen und gelehrt wird.
In evangelikalen Gemeinden durch die evangelikale Brille, das ist soweit klar. Aber das ist ja nur die heilsgeschichtliche Perspektive. Wenn die Lehre in diesem Punkt in Ordnung ist, könnte man davon ausgehen, dass deren Hörer gut genug ausgerüstet werden, um persönlich erlöst zu sein und nicht verloren zu gehen und im Idealfall das Evangelium auch zu verbreiten. Das ist ja schon mal was.
Was das gesellschaftliche Leben angeht, unterscheiden sich verschiedene Richtungen des Evangelikalismus dann schon deutlich voneinander.
Ich kann es nur ganz schwer nachvollziehen, wie evangelikaler Glaube mit Autoritätshörigkeit zusammen gehen kann. Für mich bedeutete es von Anfang an immer Mündigwerden. Wer die Bibel hat, muss sich nicht von menschlichen Autoritäten seine Interpretation vorsetzen lassen. Oder wenn doch, kann man es selbst nachprüfen und schauen, was man übernimmt und was nicht.
Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. 1. Kor 7,23
Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben! Mt 10,16
Militanz
Das hast Du geschichtlich gut eingeordnet. Aber mir ging es eigentlich weniger darum, hab das aber sicher nicht gut zum Ausdruck gebracht. Ich sehe vor allem zwei Aspekte:
1. Wird bei Hinweisen auf Unklarheiten, Widersprüche und Unverständlichkeiten der Bibel immer wieder darauf hingewiesen, dass sie als Gottes originäre Wort so klar und verständlich ist, dass jedes Kind sie begreifen könnte. Dann fragt sich natürlich einerseits, wozu man dann Theologie braucht und ohne Kenntnisse von Hebräisch und Griechisch kaum zurechtkommt. Andererseits ist dann auch überhaupt nicht nachvollziehbar, dass sie dann doch so unterschiedlich verstanden werden kann, wie es die Wirklichkeit zeigt.
2.Den Ausgangspunkt des Begriffs „evangelikal“ kenne ich aus der Auseinandersetzung zwischen „konservativer“ und „moderner“ Theologie der 60-er und 70-er Jahre, als sich einige Gruppen als betont „bibeltreu“ verstand und sich von den anderen durch die Bezeichnung „evangelikal“ abgrenzte. „Evangelikal“ war demnach derjenige, der den Wortlaut der Bibel als Wahrheit nahm und jeden Versuch, die Texte aus ihrem soziokulturellen Zusammenhang heraus zu verstehen, als Verrat empfand.
Der Dreh- und Angelpunkt ist also, ob die biblischen Texte menschliche Texte sind oder göttliche. Sind sie menschliche, dann unterliegen sie natürlich auch allen Fehlerhaftigkeiten, Irrtümern und sonstigen Komplikationen wie jeder andere Text auch. Sind sie göttliche, dann würde ich erwarten, dass sie zweifelsfrei wären und keiner tatsächlich keiner Interpretation bedürften.
Ich ziehe daraus den Schluss, dass 1. in der Bibel keine göttlichen Texte niedergeschrieben wurden und 2. ein „Wort“ Gottes nicht in Form einer sprachlichen Äußerung an den Menschen gehen würde.
Das wäre alles nur eine interessante Gedankenspielerei, wenn nicht durch das, was sich dann „evangelikal“ entwickelt hat, eine Militanz in den religiösen Raum Einzug gefunden hätte, die da absolut nichts zu suchen hat. Sicher, Deitenbeck und seine Freunde haben damals kein automatisches Gewehr in die Hand genommen. Aber ihren Verein „Kein anderes Evangelium“ haben sie durchaus als Kampforgan begriffen.
Veröffentlicht von: @mirwirdnichtsmangelnDenn es liegt doch nahe, dass die Leute fragen: Wenn ich an Jesus glaube, wie es die Bibel sagt, dann muss ich auch so werden wie die?
Du hast das Problem, das ich gerade habe, insgesamt sehr gut beschrieben.
Aber gerade in diesem Satz: "Muss ich ... so werden wie die?" steckt vielleicht auch, was uns so besonders auf Grund unserer ganz persönlichen Vita so getriggert hat.
Als meine Frau ganz "junge Christin" war, ist sie eine Weile in eine EC-Gemeinde (Entschieden für Christus) gegangen. Das war eine sehr spezielle, sehr von Hardlinern geprägte Gemeinde.
Auch da war Jesus irgendwie da, das spürte man den Leute auch ab. Aber sehr, sehr stark überlagert von persönlichen und politischen - heute würde man sagen: fundamentalistischen - Wertvorstellungen, die aus jeder Predigt mehr oder weniger subtil raustropften.
Da wurde dir vor der Wahl gesagt, was du zu wählen hast, wie deine Kleidung auszusehen hat, wie (devot) deine Rolle als Frau auszusehen hat usw. 80er Jahre, ist schon ein bisschen her.
Meine Frau ist oft weinend vom Gottesdienst nach Hause gegangen, weil sie dachte: "Ich kann nicht so denken und so leben wie die! Wenn das bedeutet, Christ zu sein, kann ich das nicht." und: "Es darf nie einer meiner Freunde erfahren, dass ich da hin gehe!".
Es hätte fast ihr noch junges Christsein zerbrochen!
Diese Leute fallen unter Matth. 23 "Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern... ". Ob sie es selber halten oder nicht, muss ich nicht beurteilen.
Aber ich finde es unerträglich, wenn Christen sich so verhalten, dass es anderen Menschen schwer gemacht wird, die Gute Nachricht zu sehen und zu hören.
Aber ich finde es unerträglich, wenn Christen sich so verhalten, dass es anderen Menschen schwer gemacht wird, die Gute Nachricht zu sehen und zu hören.
Den Satz finde ich sehr gut! Das sagt genau aus, was mir Unbehagen verursacht. Danke!
Mein Problem ist, dass Menschen mit anderer Religion, bzw. ohne Religion einfach die Bezeichnung "evangelikal" auch noch weglassen und dann nur noch "Christen" übrig bleibt.
Ich sah mich mit der pauschalen Behauptung eines Atheisten konfrontiert, dass Christen mit ihren Gottesdiensten maßgeblich das Corona Virus verbreiten und deren Existenz leugnen, so wie Donald Trump.
Was kann man da als Katholik noch zu sagen.
Veröffentlicht von: @murphylineIch sah mich mit der pauschalen Behauptung eines Atheisten konfrontiert, dass Christen mit ihren Gottesdiensten maßgeblich das Corona Virus verbreiten und deren Existenz leugnen, so wie Donald Trump.
Was kann man da als Katholik noch zu sagen.
Dass er nicht Unrecht hat 😊
Das ist ganz einfach.
Christliche, bzw. religiöse Gemeinschaften waren zu Anfang sehr markante Superspreader. Hat sich inzwischen etwas gegeben, aber Recht hatte er defintiv.
aber nun schon lange nicht mehr. Bei uns ist in der Messe nur jede Zweite Bank benutzbar und da nur 3 Plätze.
Jeder Bus und jeder Supermarkt ist im Vergleich dazu hoffnungslos überfüllt.
Veröffentlicht von: @nidderauerEinerseits hatten meine Frau und ich uns neulich mal unterhalten, ob wir uns noch gerne evangelikal nennen mögen, wenn man das alles sieht, was da seit Jahren in der evangelikalen Szene in den USA abgeht. Und dann kam Paula White noch on-the-top...
Ich habe ein praktisches Beispiel, was ich getan habe: Ich habe meine Mac Arthur-Studienbibel abgegeben und mir eine Elberfelder mit Erklärungen von deutschen Theologen zugelegt. Mac Arthur hat Trump unterstützt, behauptet, die Todesstrafe wäre biblisch belegt ...
Bei der neuen Bibel kann ich klar erkennen, dass sie viel breiter aufgestellt ist und nicht nur eine Meinung/Sichtweise abbildet.
Ich habe meine Mac Arthur-Studienbibel abgegeben
Ja, ganz abgesehen von seiner politischen Ausrichtung, mir ist bei ihr inhaltlich immer wieder aufgefallen, dass da immer wieder blanker Mist drin steht, aber seit ich ihre Erklärung zur 666 gelesen habe, empfehle ich jedem sie wegzuwerfen.
Das macht neugierig.
*unterhaltungssüchtigbin*
Häng mich an die Neugier noch neugieriger ran.
Ich muss zugeben, ich auch 😀
Das macht neugierig.
*unterhaltungssüchtigbin*
In der MacArthur-Studienbibel steht: "seine Zahl ist 666. Das ist in ihrem Wesen die Zahl eines Menschen. Der Zahl 6 fehlt nur ein einziger Zähler zur 7, zur vollkommenen Zahl Gottes, und somit repräsentiert die 6 menschliche Unvollkommenheit. Der Antichrist, der mächtigste Mann der Weltgeschichte, wird immer noch ein Mensch sein, d.h. eine 6. Das Höchste, was Menschen und Dämonen mit ihrer Macht erreichen können, ist eine 6, und nicht die Vollkommenheit Gottes. Die 3 - fache Nennung der Zahl wiederholt und unterstreicht die Identität des Menschen. Wenn schließlich der Antichrist offenbart wird, wird es irgendwie möglich sein, ihn anhand dieser »Zahl eines Menschen« zu erkennen, oder sein Name entspricht womöglich der Summe 666. (In vielen Sprachen, wie z.B. Hebr. Gr. und Lat. haben die Buchstaben auch Zahlenwerte.)"
MacArthur schreibt an vielen Stellen Mist über den man Hinweg sehen, weil er halt einfach einer bestimmten christlichen Interpretationsweise folgt. Aber das hier ist einfach nur Käse. Seine Interpretation setzt die arabischen Zahlen voraus, die im Christentum jedoch erst im 10.Jhdt eingeführt wurden. Die griechische Originalschreibweise ist "ΧΞϚ" (und in Latein "DCLXVI") und da sieht man, dass 'eins weniger als die vollkommene Zahl sieben' totaler Käse ist. Die Zahl ist eben nicht drei mal die 6, sondern die ΧΞϚ, die "Sechshundertsechsundsechzig".
Und wenn einer so einen groben Fehler in ein Buch schreibt und dieses eine "Studienbibel" nennt, dann empfehle ich dieses Buch zu entsorgen.
Ist halt seine persönliche Interpretation!😀
aber vielleicht hat er sich an hebräischer Zahlensymbolik orientiert? (Hab davon nicht so viiel Ahnung). 🤨
Hebräisch hat keinen Einzelbuchstaben für 600 😀 Als Zahlenwert wird tav resh [T R = 400 200] gelistet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hebr%C3%A4ische_Zahlschrift
Im Fließtext 2. Chronik wird 600 als Schesch(6) meot (100) wiedergegeben.
Der Unfug mit w (waw = 6) und das 3x = 666 /www ist Quatsch.
Jaaa, auf DICH habe ich gewartet!!! 😀
Danke.😊
na, Billy weiß auch Bescheid 😉
Veröffentlicht von: @deborah713x = 666 /www
Also das Internet ist böse.
Seine Erklärung würde demnach bedeuten: unvollkommen = böse. Damit kann ich mich nicht so anfreunden.
Veröffentlicht von: @tatokalaSeine Erklärung würde demnach bedeuten: unvollkommen = böse. Damit kann ich mich nicht so anfreunden.
Das waw/6 kommt ja nur einmal in der Zahl vor... ausserdem ist das NT in Griechisch verfasst... daher ist die McArthur-Deutung nicht haltbar, es wird aber viel an Verschwörungstheorien darüber aufgebaut.
Also soooo leicht lässt sich da nix erkieseln 😀
Veröffentlicht von: @tatokalaaber vielleicht hat er sich an hebräischer Zahlensymbolik orientiert?
Nop. Hebräisch wird es so geschrieben: תרסו
Sein Ansatz funktioniert nur mit arabischen Zahlen. Und das ist, wie gesagt, Käse.
O.T. MacArthur
Ach du gute Güte! Der ist ja schon krass.
Aber es gibt die Harten und die ganz Harten...
Schon in meinem 2. google Link kam ich auf eine Seite, wo MacArthur als Herätiker mit einer verweichlichten Botschaft beschimpft wurde. Da habe ich dann - bei aller Neugier - aufgegeben 😕
Ich fände es besser, wenn in der Öffentlichkeit bei den sog. US-Evangelikalen besser von radikalen Christen gesprochen würde. Dann wäre der Begriff evangelikal auch nicht verheizt. So muss ich Dir recht geben und wende den Begriff evangelikal für mich auch nicht mehr an; ich sehe mich als wertkonservativen Christen.
Ich bin auch nicht mehr evangelikal, aber nicht wegen Trump oder weil es eher Erzkonservativ ist. America kann man nicht mit hier vergleichen. Die Demokraten sind zb. Auch vollkommen anders als die eher linke Hälfte der Deutschen Politik.
Wie wäre es...
...damit, zum eigentlichen Inhalt von "evangelikal" zurückzukommen und das einfach wieder einzudeutschen?
"an der frohen Botschaft ausgerichtet" 😊
Ist zu lang und sperrig. 😀😀
Das wäre ein richtiger Weg.... 😊 😊
Umgang mit Etiketten
Was ich empfehlen würde, einfach Etiketten immer nur dann zu verwenden, wenn es hilfreich, angebracht oder gar notwendig ist.
Reagiere ich allerdings auf Bienen, warum sollte ich es im Winter thematisieren?
Bin ich in der Arbeit als Ersthelfer benannt, warum sollt ich das nennen, wenn meinen Nachbarn grüße?
Bin ich Christ (welcher Art auch immer), kommt es darauf an, wie ich mich benenne und einsortiere oder wie ich mich verhalte?
Eigenschaften, Fähigkeiten, Benennungen oder Zuschreibungen sind doch nicht immer jederzeit gleich wichtig. Wir differenzieren, analysieren, clustern, ... - wozu? Ein Etitkett wie auch eine Systematik ist eine Hilfe, die je nach Zusammenhang greift oder unzureichend ist. Alle XYZR sind so, hat noch nie gestimmt.
Umgang mit Etiketten
Was ich empfehlen würde, einfach Etiketten immer nur dann zu verwenden, wenn es hilfreich, angebracht oder gar notwendig ist.
Reagiere ich allerdings auf Bienen, warum sollte ich es im Winter thematisieren?
Bin ich in der Arbeit als Ersthelfer benannt, warum sollt ich das nennen, wenn meinen Nachbarn grüße?
Bin ich Christ (welcher Art auch immer), kommt es darauf an, wie ich mich benenne und einsortiere oder wie ich mich verhalte?
Eigenschaften, Fähigkeiten, Benennungen oder Zuschreibungen sind doch nicht immer jederzeit gleich wichtig. Wir differenzieren, analysieren, clustern, ... - wozu? Ein Etitkett wie auch eine Systematik ist eine Hilfe, die je nach Zusammenhang greift oder unzureichend ist. Alle XYZR sind so, hat noch nie gestimmt.