Kann man sich Glauben erarbeiten?
Das Thema läuft mir ja immer wieder über den Weg, vor allem wenn ich davon berichte, dass ich ja einige Jahre selbst auf der Suche war, um herauszufinden, was denn so am christlichen Glauben dran ist. Dann heisst es in Diskussionen oft, ich müsste doch eigentlich nur dieses und jenes tun, mich von dieser oder jener Vorstellung verabschieden, einfach mal ausprobieren, vertrauen, loslassen oder was auch immer - und dann würde das schon klappen mit dem Glauben.
Soll das jetzt aber bedeuten, es gibt einen Weg, sich Glauben zu erarbeiten? So eine Art 10-Punkte Plan zu Gott, an dessen Ende garantiert die Erlösung wartet?
Mir ist dabei schon klar, dass es jetzt nicht um Rituale wie Gebete oder Kerzen anzünden allein geht, sondern um eine Einstellung, um Vorstellungen und Herzenshaltungen. Aber auch diese Dinge lassen sich ja beeinflussen. Und das würde bedeuten, dass es auch diesen Weg zum Glauben auf jeden Fall geben muss, dass also jedem Menschen ein Weg zu Gott offen steht, den man sich selbst erarbeiten kann.
Das widerspricht völlig meiner Erfahrung, wird hier aber immer wieder so oder ähnlich dargelegt. Auch wenn mir immer wieder gesagt wird, Gott sei ja schon da, gilt es ja trotzdem einen "Weg" zu finden, so lange man ihn nicht wahrnimmt.
Ich selber halte das für ausgeschlossen, mich würden aber dennoch einmal die Begründungen und Gedanken dazu interessieren.
Wenn du meinst, dass Glaube sich erarbeiten ließe, könnte ein Workaround so aussehen:
Vergiss christliche Foren (du würdest mir hier fehlen).
Vergiss Gott.
Vergiss Jesus.
Vergiss den Heiligen Geist.
Suche nicht.
Warte nicht.
Relax.
Wenn du meinst, dass Glaube sich nicht erarbeiten ließe, könnte ein Workaround so aussehen:
Vergiss christliche Foren (du würdest mir hier fehlen).
Vergiss Gott.
Vergiss Jesus.
Vergiss den Heiligen Geist.
Suche nicht.
Warte nicht.
Relax.
Veröffentlicht von: @deborah71Da falle ich über den Ausdruck Kapitulation.
Gehst du davon aus, dass alle aktiv gegen Gott kämpfen und er sie besiegen muss, damit sie kapitulieren oder wie meinst du das?
und das hier "freiwillig unterzuordnen, da es eben nur so zu guten Ergebnissen kommt." klingt nach einem Zweckbündnis und nicht nach einer Liebesbeziehung.
Ich verstehe deinen Einwand.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle ergänzen:
Das Mächtigste was ein Mensch hat ist sein gottgegebener freier Wille. Der freie Wille ist das Einzige was einem Geschöpf wirklich gehört (im Sinne Eigentum). Dagegen kann Gott selbst nix mehr tun, da ER dies ja selbst so will und festgelegt hat. D.h. folgerichtig, dass jede Person grundsätzlich das Recht hat Gottes Herrschaft anzuerkennen oder auch nicht. Das ist das Recht eines jeden. Diese Aussage ist sehr wichtig. Denn Gott macht nicht einfach so. ER hält sich immer an Seine eigenen Regeln. ER ist sich selbst treu.
Wenn ich von Kapitulation Gott gegenüber spreche, dann entscheide ich mich bewusst dazu, dass ich nicht mehr mein eigener Herr sein will, sondern Seinen Sohn, Jesus Christus, als neuen Herrn in mir und über mich anerkenne (die sog. Lebensübergabe/ oder geistliche Widergeburt). Dadurch erhält Gott neue Rechte in mir, da ich offiziell nicht mehr nach den alten Richtlinien (der alte Mensch/eigener Herr) leben will, sondern durch die Annahme meines neuen Herrn, Jesus Christus, in einem anderen Modus leben will (Veränderung zu einer neuen Kreatur/ oder neuer Mensch werden). Gott braucht das verbindliche Ok oder JA, dass ER etwas tun darf in einem Geschöpf/Kreatur. Das ist eine wichtige Aussage.
Zweiter Punkt: In den Anfängen bin ich auch sehr emotional mit der Liebe die ich durch Jesus erfahren habe umgegangen. Die Liebe mit Jesus reift mit der Zeit und sie dient ja auch einem Zweck. Wo siehst du da ein Problem?
Jesus sagt an einer Stelle sinngemäß: Ihr liebt mich, wenn ihr meine Gebote haltet.
--> Bei Liebe handelt es sich also um ein richtiges Tun und nicht um Gefühlsausbrüche (Emotionen). Gläubige Menschen die sehr emotional sind, wenig Lehre verstehen, wenig beständige Besonnenheit haben, nehme ich eher unreif wahr.
Emotionen sind Ok, aber der Geist sollte herrschen, nicht die Seele. Emotionen sind jedoch seelische Eigenschaften.
@mt-24-14
Mein Wort ist nicht Kapitulation, sondern Hingabe. Schmeck den Begriffen doch mal nach:
Kapitulation...da wurde der Wille sehr bedrängt
Hingabe ist eine freiwillige Angelegenheit aus Vertrauen, aus Hoffnung, aus Aussicht auf Gutes, aus der Erfahrung einer Begegnung......sicher gibt es noch mehrere Gründe
In der Schrift wird das Wort Liebe nicht zuvorderst mit Emotionen in Verbindung gebracht, sondern mit Loyalität. So wie Jesus sagt: wer mich liebt, hält meine Gebote.
Veröffentlicht von: @deborah71Ich halte die ganze Schrift für von Gott inspiriert mit Wiedergabe seiner direkten Ansagen und Berichten wie Menschen Gott erlebten. Man könnte es so ausdrücken: Gottes Wort in Menschenwort.
Übereinstimmungen und Unterscheidung in unserer Sichtweise:
Übereinstimmungen:
1. Du glaubst, dass die Bibel von Gott inspiriert ist. Das glaube ich auch. Übereinstimmung.
2. Du glaubst, dass in den biblischen Berichten zum Ausdruck kommt, wie Menschen Gott erlebten. Das glaube ich auch. Übereinstimmung.
Unterscheidung:
3. Du sagst, man könnte es so ausdrücken: Gottes Wort in Menschenwort. Diese Sichweise teile ich nicht mit dir.
Begründung:
Wir finden in der Bibel jede Menge Berichte und Zeugnisse aus der Sicht von Menschen, also menschliches Wort.
Wir finden in der Bibel jedoch auch Originalaussagen von Jesus Christus, also göttliches Wort.
Logik:
Aufgrund dieser Tatsache, beinhaltet die Bibel sowohl menschliches Wort als auch (unfehlbares) göttliches Wort. Man könnte es auch so ausdrücken: Mal sieht man in der Bibel Wort in Menschenwort und mal sieht man in der Bibel (unfehlbares) Gotteswort. Beides ist drin.
@mt-24-14
mühsam...... und dann schreibst du genau in der Begründung einen Teilinhalt meines 3. Allerdings finde ich bei dir nichts über Aussagen Gottes, die er durch seinen Mund, die Propheten, veröffentlicht hat und die Menschen aufgeschrieben haben = Gottes Wort in Menschenwort.
3. Du sagst, man könnte es so ausdrücken: Gottes Wort in Menschenwort. Diese Sichweise teile ich nicht mit dir.
Begründung:
Wir finden in der Bibel jede Menge Berichte und Zeugnisse aus der Sicht von Menschen, also menschliches Wort.
Wir finden in der Bibel jedoch auch Originalaussagen von Jesus Christus, also göttliches Wort.
@mt-24-14
Da ich inzwischen noch eine Ergänzung ins Post gesetzt habe, wirst du deine Antwort evtl nochmal verändern, oder?
Ja, ich habe eben deine Ergänzung entdeckt.
Es ist mühsam...
Man findet doch hier und da wörtliche Rede Gottes und wörtliche Rede Jesu in der Bibel. Siehe beispielsweise ...
AT: 1.Mose 1,3 Und Gott sprach: Es werde Licht!
oder
NT: Mt.11,25+26 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. 26 Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen.
oder auch
NT: Mt.8,22 Aber Jesus spricht zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!
Schönen Abend
Gruß Mt-24-14
@mt-24-14
Und die Propheten sparst du wieder aus.... hmpf...
z.B. Worte Gottes durch Jeremia, aufgeschrieben von Baruch und verlesen von Baruch im Tempel.
Niederschrift der Reden Jeremias, ihre Verlesung, Verbrennung und erneute Niederschrift
1 Und es geschah im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, da geschah dieses Wort von dem HERRN zu Jeremia:
> Wort des HErrn mit dem Ziel, dass Israle und Juda umkehren möge und Vergebung erlangen möge:
2 Nimm dir eine Schriftrolle und schreib darauf all die Worte, die ich zu dir geredet habe über Israel und über Juda und über alle Nationen, von dem Tag an, da ich zu dir geredet habe, von den Tagen Josias an bis auf diesen Tag!
3 Vielleicht wird das Haus Juda auf all das Unheil hören, das ich ihnen zu tun gedenke, dass sie umkehren, jeder von seinem bösen Weg, und ich ihre Schuld und ihre Sünde vergebe. –
Jeremia diktiert die Worte des HErrn dem Baruch:
4 Da rief Jeremia Baruch herbei, den Sohn des Nerija. Und Baruch schrieb aus dem Mund Jeremias all die Worte des HERRN, die er zu ihm geredet hatte, auf eine Schriftrolle.
Jeremia gibt den Befehl, dass Baruch die Worte Gottes, durch Jeremia transportiert, von Baruch auf eine Rolle geschrieben, im Haus des HErrn vozulesen:
5 Und Jeremia befahl dem Baruch: Ich bin verhindert, ich kann nicht in das Haus des HERRN gehen.
6 So geh du hin und lies am Tag des Fastens aus der Rolle vor, was du aus meinem Mund geschrieben hast, die Worte des HERRN, vor den Ohren des Volkes im Haus des HERRN am Tag des Fastens. Auch sollst du sie vor den Ohren aller Judäer[1] lesen, die aus ihren Städten kommen.
7 Vielleicht fällt ihr Flehen vor dem HERRN nieder, und sie kehren um, jeder von seinem bösen Weg; denn groß ist der Zorn und der Grimm, den der HERR diesem Volk angesagt hat.
8 Und Baruch, der Sohn des Nerija, tat nach allem, was der Prophet Jeremia ihm befohlen hatte, indem er aus dem Buch die Worte des HERRN im Haus des HERRN vorlas.
@mt-24-14
Wir finden in der Bibel jedoch auch Originalaussagen von Jesus Christus, also göttliches Wort.
Das sind Worte, von denen andere Menschen behaupten, dass er sie gesagt hätte.
So etwas geht ganz einfach:
"So sprach denn Jesus: Wahrlich, ich sage euch, ihr sollte euch nicht einmischen in die Angelegenheiten anderer Leute, und wenn sich zwei Männer oder zwei Frauen aufrichtig lieben und zusammen eine Ehe eingehen wollen, so hindert sie nicht und tadelt sie nicht, denn sie sind Gottes Kinder!"(Evangelium nach Lucan-7, 1,1)
Jesus irgendwas in den Mund zu legen und ein "Evangelium" zu schreiben ist überhaupt kein Problem, das haben viele Leute auch getan.
Festzustellen, was davon aber auf historischen Tatsachen beruht... das ist eine ganz andere Hausnummer!
Veröffentlicht von: @lucan-7Warum wundert mich diese Antwort jetzt nicht...? 🙄
Der Heilige Geist hat es dir also offenbart... aber in verständliche Worte fassen kannst du es nicht...?
Tut mir leid, dass dir die Worte nicht verständlich sind.
@mt-24-14
Tut mir leid, dass dir die Worte nicht verständlich sind.
Welche Worte? Du hast die beiden Fragen nicht beantwortet.
Veröffentlicht von: @lucan-7Du hast die beiden Fragen nicht beantwortet.
Ja.
Veröffentlicht von: @deborah71Und die Propheten sparst du wieder aus.... hmpf...
Mühsam 😩 ...
War Mose kein Prophet? Ich zitierte doch ein Wort Gottes aus dem 1.Buch Mose.
Viele Aussagen der von dir genannten Propheten sind ebenfalls von Gott, also Gottes Worte. Da gibt es für mich keinen Zweifel. Nur die Worte der von dir genannten Propheten in der Bibel die nicht mit den Worten des Propheten Jesus Christus inhaltlich übereinstimmen, sind eben Menschenworte und nicht Gottesworte.
Schönen Abend noch.
@mt-24-14
Nenn doch mal konkret ein, zwei Beispiele, in denen deiner Meinung nach Worte eines Propheten, die er in Gottes Auftrag gesprochen hat (laut Bibel) mit den Aussagen Jesu, des Sohnes Gottes und seinen Handlungen unter gar keinen Umständen überein gehen oder sich widersprechen. Vielleicht können so andere entkräften oder du überzeugen?
@goldapfel
Gerne.
Beispiel AT, ein angebliches , prophetisches Wort Gottes, aus dem Buch Samuel:
1.Sam. 15,2+3 So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus Ägypten zog. 3 So zieh nun hin und schlag Amalek. Und vollstreckt den Bann an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel. So zieh nun hin und schlag Amalek. Und vollstreckt den Bann an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.
Nun ein prophetisches Wort Jesu aus dem NT:
Joh.13,34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
Passend zu Jesu Worten, zwei weitere Verse, die Jesu Worte bekräftigen:
Gal 5,14 Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!«
Jak 2,8 Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht;
Wie passt der angebliche Auftrag Gottes (HERR Zebaoth) aus dem AT inhaltlich mit den Worten Jesu aus dem NT überein?
Meine Antwort: Gar nicht! Denn sie weichen vollständig voneinander ab.
Meine Behauptung:
Die Aussage aus 1.Sam.15,2+3 entspricht menschlicher Herzenshaltung und Jesu Worte aus Joh.13,34 entsprechen Gottes Herzenshaltung.
@mt-24-14
Sorry, du vermischt hier Dinge und lässt wichtige Aspekte außer acht. Allein die Vorbedingungen sind doch komplett anders.
Anstatt zu behaupten, dass diese Verse, weil sie deinem Verständnis von Liebe und Jesu Aussagen dazu widersprechen, nicht Gottes Willen in der damaligen Situation entsprochen haben können, könntest du dich auch mit der Situation, in der sie gesprochen wurden, beschäftigen. An wen sie gerichtet waren und überlegen, ob das auch einen Sinn hätte haben können.
Nachforschen, was es mit Gottes Volk auf sich hat. Gottes Weg mit seinem Volk erforschen. Dich damit auseinander setzen, was es mit Amalek auf sich hatte. Das halte ich für besser, als sich zu erdreisten, besser zu wissen, wie Gott zu sein habe.
@mt-24-14
Das Problem, das ich mit deiner Interpretation der Stelle im 1. Könige sehe:
Gott hat Samuel als Propheten berufen. Er spricht in besagter Stelle "So spricht Gott der Herr..."
Sollte Samuel nicht Gottes Wort wahrheitsgetreu wiedergegeben haben, hat er gelogen. Dann erscheint es mir mehr als befremdlich, dass Samuel noch lange Gottes Prophet bleibt.
Als andere Möglichkeit sähe ich nur, dass in der Bibel durch Autoren Gott, seinem Wesen nach falsche Aussagen, in den Mund gelegt worden wären. Was mich zu den Fragen führt, woher man dann in anderen Teilen der Bibel die Gewissheit nehmen will, dass ausgerechnet diese Aussagen wahr sein sollen.
Beide Erklärungsversuche zu dieser Stelle machen für mich keinen Sinn.