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Konsumsekte

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Liebe Mitmenschen,

Habt ihr auch das Gefühl, dass die Menschen sich immer mehr von Gott abwenden und die Gesellschaft sich immer stärker zur Leistungs- und Ellenbogengesellschaft wandelt?

Wenn wir uns selbst betrachten, wie stark sind wir bereits von dieser Konsumsekte vereinnahmt?

"Und alle, die glaubten, waren am selben Ort und hatten alles gemeinsam

Liebe Grüße,
Regentropfen

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49 Antworten
GoodFruit
Beiträge : 1583

Hallo Regentropfen,

ich schreibe Dir, weil es grad über dieses Thema heute morgen in unserer Familie einen kleinen Streit gab. Un davon möchte ich berichten:

Also ich bin der Papa der Familie und mit meiner Frau habe ich zwei Töchter - beides Teenes.
Und, ja, ich kaufe gerne ein. In meinen Augen sinnvolle Dinge - alles gut recheriert und immer das, was zu uns am besten passt.
Heute morgen meinte ich, ich sollte noch ein paar Christbaumkugeln kaufen. So ein paar rote und zwar richtig groß. Wir haben nie einen Tannenbaum und schmücken dafür unsere Zimmerpalme. Wir haben schon rote Kugeln - aber halt ganz kleine, die in der großen Palme einfach nur pimpfig aussehen. Und die Strohsterne könnte man leicht mit verwelkten Blättern verwechseln. Un da sah ich halt Optimierungspotential.

Als ich gra auf den "Kaufen" Button drücken wollte, sah das meine Tochter (13 Jahre alt) und wurde richtig zornig. Ich würde immer nur kaufen - das ganze Haus sei schon so voll ...

Tja, warum möchte ich kaufen? Wir sind nicht besonders reich und nicht besonders arm. Ich arbeite den ganzen Tag und meine Frau halbtags. Schulden haben wir keine. Wir fahren so gut wie nie im Urlaub, wir feiern fast nie, wir fahren Opel. Und da bleibt dann halt was übrig auf dem Konto. Und ich sehe, wie da durch auch meine Arbeit sich auf dem Konto Zahlen verändern. Letztendlich nichts anderes als Einsen und Nullen auf einem Datenträger!

Lohn ist für mich realisiterter, materialisierter Lohn. Geld ist ein Versprechen auf eine Leistung aund eine Sache, und wenn wir unserem Geld mal auf Grund gehen, dann erfahren wir, dass das ein ganz dünnes Eis ist, auf dem sich dieses Versprechen bewegt.

Ich habe keine Lust für ne Zahl auf nem Datenträger zu arbeiten.

Und dann kamen wir zu folgender Vereinbarung:
Ich suche weiter die schönsten Sachen für die Familie aus - und dann nehme ich den Betrag und überweise den an eine christliche Einrichtung, die im Bereich des Webshops beheimat ist. D.h. für heute: keine wunderschönen Glaskugeln aus Südtühringen sondern 50 EUR für eine Gemeinde in dem Bereich, die ich mir schon rausgesucht habe.

Wenn wir auf den Kosnum schimpfen, dann sollten wir auch daran denken, dass da Arbeitsplätze dran hängen. Die ganze Sache funktioniert nur, wenn wir nicht nur Geld verdienen sondern das Geld auch wieder ausgeben. Und wenn wir das selber nicht mögen oder dürfen - dann ist es besser, es Anderen zu geben, damit die was Sinnvolles dafür kaufen können.

Was die Ellbogengesellschaft angeht, so habe ich nicht den Eindruck, dass das schlimmer wird. Das war schon viel Schlimmer - das gleiche mit dme materiellen Gegockel.
Wenn Leute heute unfreundlich sind oder hart wirken, dann dürfte das oft damit zusammenhängen, dass sie grad wg Corona psychisch auf dem Zahnfleisch unterwegs sind.

LG
GF

goodfruit antworten
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Banji
 Banji
(@banji)
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Beiträge : 3583

😊 Herzlich re-welcome .. und wo bleibt der Obstkorb im Profil?

banji antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Wenn wir auf den Kosnum schimpfen, dann sollten wir auch daran denken, dass da Arbeitsplätze dran hängen. Die ganze Sache funktioniert nur, wenn wir nicht nur Geld verdienen sondern das Geld auch wieder ausgeben. Und wenn wir das selber nicht mögen oder dürfen - dann ist es besser, es Anderen zu geben, damit die was Sinnvolles dafür kaufen können.

Anderen abgeben, nicht nur an eigene Bedürfnisse denken, ist gut. Möglichst weil man es selbst aus seinem Innersten will. Aber über wirklich grundlegende körperliche Bedürfnisse heraus wäre doch die Frage, ob man sich entscheidet Zeit für Weltliches hinzugeben, vielleicht auch um von Konsumsektierern nicht angegriffen, ausgegrenzt zu werden (oben wurde leider ein Link zu einem Artikel, der hier manche Reaktionen erübrigt hätte gelöscht) oder für Göttliches. Vielen Menschen mangelt es heute doch eigentlich nicht an Dingen, sondern an echter Mitmenschlichkeit. Nach welchem Schatz des Herzens streben wir wie sehr? Wie sehr verstehen Christen heute noch die (pramatische aber durchaus ernste) Warnung vor Weltlliebe? Und werden weltliche Gelüste besser, wenn Nichtchristen sie in sich erleben?

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Oadia
 Oadia
(@oadia)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5

Wesentlich scheint mir zu sein, welche Motivation wir haben, wenn wir konsumieren. Konsumieren wir, um damit einen eigenen Mangel zu kompensieren? Konsumieren wir aus Langeweile oder aus Habgier? Was nützt es denn, wenn wir unseren äusseren Konsum einschränken, jedoch innerlich nicht zufrieden sind und unsere Gedanken immer darum kreisen, im Aussen etwas finden zu wollen, was uns zufriedener sein lässt?

Meiner Meinung nach sollte mit einem äusseren Konsumverzicht auch ein innerer Prozess in Gang gesetzt werden, indem wir uns immer mehr Geistigem zuwenden und erkennen, dass wahres Glück nur in unserem Inneren zu finden ist - jedes andere Glück ist vergänglich und ruft nach mehr - mehr haben und mehr scheinen wollen, mehr Bestätigung und mehr Anerkennung. Ein Teufelskreis, aus dem wir aussteigen sollten.

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GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

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Veröffentlicht von: @oadia

Wesentlich scheint mir zu sein, welche Motivation wir haben, wenn wir konsumieren. Konsumieren wir, um damit einen eigenen Mangel zu kompensieren? Konsumieren wir aus Langeweile oder aus Habgier? Was nützt es denn, wenn wir unseren äusseren Konsum einschränken, jedoch innerlich nicht zufrieden sind und unsere Gedanken immer darum kreisen, im Aussen etwas finden zu wollen, was uns zufriedener sein lässt?

Ich denke, dass ein Grund für das Konsumieren in ganz archaischen Verhaltensweisen und Denkmustern angelegt ist. Der Mensch war lange Jäger und Sammler. Es gehörte zu den grundlegenden Erfordernissen des Überlebens, beständig auf der Jagd zu sein und Vorräte anzulegen, damit man Durststrecken überleben kann. Wer im Ländliche Raum aufgewachsen ist und etwas älter ist, der kennt das noch, dass im Winter die Vorräte da waren, die im Sommer angelegt wurden. Ohne die konnte das Leben zimelich schwierig werden.

Diese Notwendigkeit haben wir heute nicht mehr. Ich könnte jeden Tag in den SUpermarkt um mir das zu holen, was ich täglich brauche. Erst Corona zeigt ein wenig das Wagnis auf, das ich mit so einer Lebenweise eingehe - und wenn es eine Knappheit beim Klopapier ist.

Ich denke nicht, dass wir das materielle so direkt gegen das Geistliche ausspielen können. Es muss da eine Ausgeglichenheit geben. Wenn ich exklusiv geistlich lebe, dann verliere ich den Kontakt zur Welt und kann als Christ meinen Aufgaben in der Welt nicht mehr wahrnehmen.

goodfruit antworten
Oadia
 Oadia
(@oadia)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5
Veröffentlicht von: @goodfruit

Ich denke nicht, dass wir das materielle so direkt gegen das Geistliche ausspielen können. Es muss da eine Ausgeglichenheit geben. Wenn ich exklusiv geistlich lebe, dann verliere ich den Kontakt zur Welt und kann als Christ meinen Aufgaben in der Welt nicht mehr wahrnehmen.

Eigentlich ging es mir mehr um Abhängigkeiten. Ich kann sehr wohl in der Welt agieren und Aufgaben wahrnehmen, ohne mich darin zu verlieren. Mein wahres Zuhause ist nicht diese Welt und ich werde, wenn meine Zeit um ist, wieder dorthin zurückkehren, wo mein Ursprung ist.

Wenn ich mir dessen bewusst bin, dann brauche ich nichts Unnötiges anzusammeln, sondern nur das, was ich zum irdischen Überleben brauche. Und das ist eigentlich sehr wenig - im Grunde genommen reicht Nahrung und Schutz vor Witterung.

Auch wenn ich deutlich mehr besitze, als oben aufgeführt, ist es meine eigene Entscheidung, wie sehr mein Herz daran hängt, wieviel Bedeutung all diese Dinge um mich herum für mich haben und wie unzufrieden ich bin, wenn ich sie zu verlieren glaube.

oadia antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1583
Veröffentlicht von: @oadia

Auch wenn ich deutlich mehr besitze, als oben aufgeführt, ist es meine eigene Entscheidung, wie sehr mein Herz daran hängt, wieviel Bedeutung all diese Dinge um mich herum für mich haben und wie unzufrieden ich bin, wenn ich sie zu verlieren glaube.

Ja, das mag so sein. Es erinnert mich diese Haltung an die der reformierten Kirche. Diese Kirchen sind absolut schmucklos von innen. Alles, was vom Wort Gottes ablenken könnte, darf da keinen Platz haben.
Ich frage mich aber, ob das wirklich in das Geistliche hineinführt oder ob es nicht wichtige Aspekte des Seins ausklammert, die alle zu unserem Leben, zur Schöpfung und unserer Beziehung zu Gott dazugehören. Der Fokus auf das Wort allein kann in ein verkopftes Christsein führen. Das Weglassen aller sinnlichen Dimensionen kann mir die Freude an den Schöpfergott vorenthalten.

Wenn ich konsumiere, dann muss ich schon fragen: warum tue ich das? Wenn ich LEbensmittel in gewissem Maße bevorrate, dann kann mir das als ein Misstrauen in Gottes Versorgung ausgelegt werden. Wenn ich dann aber mal bei Menschen, die mich deshalb kritisieren, nachfrage, ob sie eine Versorgung durch Gott im Sinne wie Elia die Witwe versorgt hat mit dem Mehl das nie ausging und der Ölkrig der immer voll war für sich als selbstverständlich annehmen, dann erlebe ich oft Ablehnung oder Unverständnis. Aber letztendlich ist dies die Alternative, die ich annehmen muss, um verantwortungsbewußt eine Vorratshaltung abzulehnen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich fest davon ausgehe, das Gott uns dementsprechend auch heute noch versorgen könnte. Aber meine Bevorratung sehe ich da weniger in einem Gott Misstrauen als wie einem Gott nicht zu versuchen - wie Jesus sicher auch von Engeln gerettet hätte werden können, wenn er vom Tempel sprang, wie der Teufel es von ihm gefordert hatte - Jesus es aber ablhnte, weil wir Gott nicht unnötig auf die PRobe stellen sollen.

Was der Konsum von anderen Dingen angeht, so ist da viel Investition im Bereich der Fotografie. Und da ist neben der Freude an der Technik auch die Freude am Entdecken von Gottes Schöpfung mit dem Sehen-lern-Instrument der Kamera. Aber ich bin mir sicher, dass da auch ein Befriedigen des uralten Jagdtriebes zumindest als Komponente mit dabei ist: Sowohl beim Kaufen als auch beim Fotografieren, wo es auch um eine Jagd nach Schönheit und guten Fotos geht.

Aber ob ich an Dingen, die ich konsumiere oder die ich kaufe wirklich dran hänge - ich weiß es nicht. Man weiß das vermutlich viel besser, wenn in der Situation des Verlustes ist - und da kann einen Gott dann sicher auch durchtragen. Ich denke da an meine Schwiegermutter, die als Schneiderin mit ihren beschränkten Mitteln sich einen klienen "Schatz" and Schmuck und Münzen angelegt hatte. Und dann wurde sie ausgeraubt und alles war weg. Ich habe mir da echt Sorgen gemacht, dass es ihr Herz, dass es sie brechen würde. Aber nichts dergleichen. Das Zeugs war weg - das Leben ging weiter.

goodfruit antworten
Oadia
 Oadia
(@oadia)
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Veröffentlicht von: @goodfruit

Alles, was vom Wort Gottes ablenken könnte, darf da keinen Platz haben.
Ich frage mich aber, ob das wirklich in das Geistliche hineinführt oder ob es nicht wichtige Aspekte des Seins ausklammert, die alle zu unserem Leben, zur Schöpfung und unserer Beziehung zu Gott dazugehören. Der Fokus auf das Wort allein kann in ein verkopftes Christsein führen. Das Weglassen aller sinnlichen Dimensionen kann mir die Freude an den Schöpfergott vorenthalten.

Ich denke, dass der Begriff "darf" nicht das beinhaltet, was ich wirklich meine. Denn ich gehe eher davon aus, dass ein "wollen" und nicht ein "nicht dürfen" der Antrieb ist, um sich mehr Geistigem als Weltlichem zuzuwenden. Du hast recht, wenn Du von "verkopft" sprichst und so sollte es auch nicht sein. Der Wunsch "einfach" zu leben entsteht aber mehr im Herzen und wenn dieser Wunsch nicht da ist, hat alles keinen Sinn. Denn dann steckt keine Wahrhaftigkeit dahinter, sondern nur ein äusseres Streben - vielleicht weil es Mode ist - oder aus ähnlichen Gründen.

Möglicherweise entsteht so etwas schon in der Kindheit, wenn im Umfeld sehr stark im Aussen gelebt wird und Eltern sich mehr Zeit nehmen für Materielles und dessen Beschaffung, als für die Beziehung zum Kind - und auch zu sich selbst. Als Erwachsener will man es anders machen und mehr Zeit aufwenden, für das, was wirklich innerlich bewegt. Und aus diesem Erleben heraus ist Konsum dann nicht etwas, auf das man verzichten muss, das man nicht darf, sondern es ist echtes und authentisches Streben nach einem Leben im Einklang mit göttlichem Geist und in Unabhängigkeit von allem, was dem entgegensteht.

oadia antworten
Oadia
 Oadia
(@oadia)
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Veröffentlicht von: @goodfruit

Alles, was vom Wort Gottes ablenken könnte, darf da keinen Platz haben.
Ich frage mich aber, ob das wirklich in das Geistliche hineinführt oder ob es nicht wichtige Aspekte des Seins ausklammert, die alle zu unserem Leben, zur Schöpfung und unserer Beziehung zu Gott dazugehören. Der Fokus auf das Wort allein kann in ein verkopftes Christsein führen. Das Weglassen aller sinnlichen Dimensionen kann mir die Freude an den Schöpfergott vorenthalten.

Ich denke, dass der Begriff "darf" nicht das beinhaltet, was ich wirklich meine. Denn ich gehe eher davon aus, dass ein "wollen" und nicht ein "nicht dürfen" der Antrieb ist, um sich mehr Geistigem als Weltlichem zuzuwenden. Du hast recht, wenn Du von "verkopft" sprichst und so sollte es auch nicht sein. Der Wunsch "einfach" zu leben entsteht aber mehr im Herzen und wenn dieser Wunsch nicht da ist, hat alles keinen Sinn. Denn dann steckt keine Wahrhaftigkeit dahinter, sondern nur ein äusseres Streben - vielleicht weil es Mode ist - oder aus ähnlichen Gründen.

Möglicherweise entsteht so etwas schon in der Kindheit, wenn im Umfeld sehr stark im Aussen gelebt wird und Eltern sich mehr Zeit nehmen für Materielles und dessen Beschaffung, als für die Beziehung zum Kind - und auch zu sich selbst. Als Erwachsener will man es anders machen und mehr Zeit aufwenden, für das, was wirklich innerlich bewegt. Und aus diesem Erleben heraus ist Konsum dann nicht etwas, auf das man verzichten muss, das man nicht darf, sondern es ist echtes und authentisches Streben nach einem Leben im Einklang mit göttlichem Geist und in Unabhängigkeit von allem, was dem entgegensteht.

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Oadia
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(@oadia)
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Veröffentlicht von: @goodfruit

Alles, was vom Wort Gottes ablenken könnte, darf da keinen Platz haben.
Ich frage mich aber, ob das wirklich in das Geistliche hineinführt oder ob es nicht wichtige Aspekte des Seins ausklammert, die alle zu unserem Leben, zur Schöpfung und unserer Beziehung zu Gott dazugehören. Der Fokus auf das Wort allein kann in ein verkopftes Christsein führen. Das Weglassen aller sinnlichen Dimensionen kann mir die Freude an den Schöpfergott vorenthalten.

Ich denke, dass der Begriff "darf" nicht das beinhaltet, was ich wirklich meine. Denn ich gehe eher davon aus, dass ein "wollen" und nicht ein "nicht dürfen" der Antrieb ist, um sich mehr Geistigem als Weltlichem zuzuwenden. Du hast recht, wenn Du von "verkopft" sprichst und so sollte es auch nicht sein. Der Wunsch "einfach" zu leben entsteht aber mehr im Herzen und wenn dieser Wunsch nicht da ist, hat alles keinen Sinn. Denn dann steckt keine Wahrhaftigkeit dahinter, sondern nur ein äusseres Streben - vielleicht weil es Mode ist - oder aus ähnlichen Gründen.

Möglicherweise entsteht so etwas schon in der Kindheit, wenn im Umfeld sehr stark im Aussen gelebt wird und Eltern sich mehr Zeit nehmen für Materielles und dessen Beschaffung, als für die Beziehung zum Kind - und auch zu sich selbst. Als Erwachsener will man es anders machen und mehr Zeit aufwenden, für das, was wirklich innerlich bewegt. Und aus diesem Erleben heraus ist Konsum dann nicht etwas, auf das man verzichten muss, das man nicht darf, sondern es ist echtes und authentisches Streben nach einem Leben im Einklang mit göttlichem Geist und in Unabhängigkeit von allem, was dem entgegensteht.

oadia antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1583

Ich denke dass es interessant ist, wenn man mal schaut, was einen so geprägt hat und wie wir zu unseren Haltungen kommen. Manchmal ist es so, dass wir Dinge, die wir als Kind gelernt haben, einfach so weitermachen, weil wir es nie anders kennengelernt haben - oder aber eben das Gegenteil, dass wir uns von dem, was wir in der Kindheit erlebt haben, entschieden abwenden.

Bei mir ist es so, dass ich in der Kindheit auf einem kleinen Bauernhof groß geworden bin. Da war Konsum im Grunde genommen kein Thema - aber die Versorgung für den Winter für Mensch und Tier musste gesorgt sein. Und das ist irgendwie in mir drin.
Neben den kindlichen PRägungen gibt es aber sicher auch Verhaltensweisen, die ganz tief in uns angelegt sind. Vielleicht in unseren Familien, vielleichts sogar in uns als Menschen als Teil der Menschheit.

Und dann gibt es sicher auch die Bedürfnisse, die geweckt werden, weil andere daran Interesse haben, dass wir uns in bestimmter Weise verhalten

Bei mir ist beim Konsum einmal der Versorgungsaspekt ganz stark da. Aber dann auch der Aspekt, dass ich mit Geld Unterhaltung und Material für persönliches Wachstum kaufen möchte. Ich habe viele CDs und DVDs. Und ich gebe auch viel Geld für Bücher aus. Dann noch die Fotogeschichte, die einen großen Finanziellen Anteil ausmacht, weil das Zeugs alles so teuer ist.

Ich habe auch viele Bücher aus dem geistlichen Bereich. Manche habe ich richtig gerne gelesen und ich hatte, als ich sie gelesen habe, den Eindruck, dass sie mich voranbringen. Aber wenn man mich ein paar Wochen später gefragt hätte, wäre vermutlich das allermeiste wieder weg gewesen.

Vielleicht brauche ich die Geschichten aus den DVDs, weil ich selber nichts erlebe.

Der Kern der Welt ist in meinen Augen "Beziehung". Es geht immer um das Miteinander und die Art und Weise, wie wir das aufeinander abstimmen. Letzendlich können wir die ganze Naturwissenschaft, die Mathematik, die Musik, die Wirtschaft, die Kunst - eigentlich alles unter diesem Aspekt betrachten. Und wir werden dann jeweils einen Zugang zu der Materie haben, der tiefer kaum sein könnte.

Für mich als Person kommt da dann wieder die Kindheit hinein. Tja, auf dem Bauernhof waren nicht so furchtbar viele Menschen. Und wenn ich mit jemandem Beziehung haben wollte, der nicht nur Kernfamilie war, dann waren erste Ansprechpartner Kuh und Schaf. Kühe können unglaublich gut zuhören!

Zentrales Moment unseres Christseins ist ja die Beziehung zu Gott, zu Jesus. Und hier dürfte jeder Schwierigkeiten haben, der sich eh mich Beziehungen schwer tut. Ich habe da schon viel versucht - bis hin zu Arne Elsens Laborwecker, der das regelmäßige Gebet immer wieder anstoßen soll.

Nicht, dass ich keine Beziehung zum Herrn hätte. Ich rede viel mit ihm. Aber ich glaube nicht, dass die Zeit, die ich da mit Konsumdingen verbringe, dem im Wege steht. Ich bin als Christ frei. Diese Freiheit resultiert aus dem, was Jesus am Kreuz für uns getan hat und aus der Macht, die in seinem Blut ist, das für uns vergossen wurde.

Ich denke, dass es für Gott OK ist, wenn ich mich nicht nur exklusiv mit geistlichen Dingen beschäftige. Wenn es da Aufgaben für mich gäbe oder ein Feld, wo ich gebraucht werde, wäre das sicher noch mal anders. Aber wie die Dinge im Moment stehen, sehe ich da nichts.

IRgendwie muss da jeder sehen, wie er seinen ganz persönlichen Weg findet. Da Menschen, die einen anderen Weg für sich gefunden haben, als "Sektierer" zu bezeichnen ist da aber wenig hilfreich. Die Achtung vor dem Anderssein ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt des Lebens von Beziehungen. Was hilft mir eine gute Bezeihung zum Herrn, wenn ich mich von dem Menschen um mich durch eine überhebliche Haltung abgegrenzt habe?

Jeder Weg hat so seine Vorzüge aber auch seine Gefahren. Der Dämon der Religiosität ist kein kleiner und innerhalb der Christenheit - aber auch anderen Religionen - wütet er übelst und richtet erheblichen Schaden an.

goodfruit antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1583
Veröffentlicht von: @regentropfen

Aber über wirklich grundlegende körperliche Bedürfnisse heraus wäre doch die Frage, ob man sich entscheidet Zeit für Weltliches hinzugeben, vielleicht auch um von Konsumsektierern nicht angegriffen, ausgegrenzt zu werden (oben wurde leider ein Link zu einem Artikel, der hier manche Reaktionen erübrigt hätte gelöscht) oder für Göttliches.

Nun, ich sehe den Konsum nicht so negativ wie Du. Als Christ lebe ich in dieser Welt und nicht abgehoben über ihr. Wenn es da Dinge gibt, die mri Freude machen, dann darf ich die auf kaufen und nutzen.

Mein aktuelles Procedere ist ja, dass ich weiter den Konsumangeboten nachgehe, mir das Beste vom Besten für meine Situation aussuschen - und dann den Geldwert Gott als Opfer auf den Altar lege. Ist das nun besser als Geld ohne irgendwelche Vorgeschichte? Nun, ich gebe Gott da etwas (und ich gebe meiner Familie Freiheit von Krempel, für das sie kein Verständnis hat) - und es ist das in meinen Augen Beste, was ich grad finden kann. Im AT wurden ja auch nur die besten Schafe geopfert - und keine irgendwie kranke oder missgebildete Tiere.

Natürlich könnte ich die Zeit, die ich mit der Recherche in der materiellen Welt verbringe, auch im Gebet verbringen (wenn die Suche nicht eh unter Gebet läuft ...). Aber glaube mir: Ich verbringe viel -zeit mit Gott und ich habe leider keine Mitchristen, die da meine Leidenschaft teilen. Das gegenseitige Ermutigen von dem die Bibel spricht findet also nicht statt.

Veröffentlicht von: @regentropfen

Wie sehr verstehen Christen heute noch die (pramatische aber durchaus ernste) Warnung vor Weltlliebe?

Nun, ist es Weltliebe, wenn ich mich über neuste Technologie und Möglichkeiten informiere? Teilweise brauche ich das sogar beruflich oder zum Vorankommen bei meinem Fotohobby. Wachstum finde ich wichtig - auch in den Belangen der Welt und weiterhin in der Welt und nicht hinter ihr her zu leben.

Wenn ich 3 Gottesdienste pro Tag auf Youtube konsumiere, dann sollte das mal genug sein. Mach ich nicht jeden Tag - aber öfter - und dann ehr die, die so 2 h dauern. Das hat nicht den Wert wie im Gebet bei Gott zu sein, aber es prägt doch und schafft eine Haltung, die mich näher zu Gott bringt.

Wir müssen mit unserer Zeit haushalten. Wenn Du alles Gott geben willst, dann lebst Du im Grunde genommen wie die Erimiten. Die gibt es auch heute noch - hier ein Bericht von einem:
https://taz.de/Die-Wahrheit/!5331790/

Ob ich da aber wirklich gottgefälliger leben, weiß ich nicht. Wir haben als Christen ja auch Aufgaben in dieser Welt. Wir sind die Herausgerufenen, die Licht und Salz sein sollen. Ich glaube kaum, dass das Leben eines Menschen, der abgeschieden von der Welt lebt, diese Aufgabe hinreichend nachkommen kann. Letztendlich ist auch das dann eine Art des Egoismusses. Und bin ich nicht im Grunde genommen eine Art Parasit, wenn ich die Wohltaten unseres Wirtschaftens nutze (und das tue ich schon, wenn ich eine Straße benutze!) - und selber aber keinen Beitrag leiste, indem ich ihr das Öl (was das Geld darstellt) verweigere, damit der Laden läuft?

Es gibt da durchaus einige Dimensionen, die bei dieser Frage zu berücksichtigen sind und eine Antwort wird immer auch situationsabhängig sein.

goodfruit antworten
Irrwisch
(@irrwisch)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3339

Kann ich bitte..........
......diesen Satz einmal für mich verständlich übersetzt bekommen:?

Veröffentlicht von: @regentropfen

Und werden weltliche Gelüste besser, wenn Nichtchristen sie in sich erleben?

irrwisch antworten
Ahischa
(@ahischa)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 423

Maß.....
So wirklich kann ich deine Position nicht teilen. Der Neuzeitmensch unterscheidet sich nicht wirklich früheren Menschen. Wir alle haben menschlich gesehen, die gleichen Voraussetzungen.
Neid, Gier, Überlebenswillen, Konkurrenz, Barmherzigkeit, Großzügigkeit, soziales Miteinander usw. hat es in allen Generationen zuvor gegeben, genau wie heute. Die Frage ist doch immer, was nähren wir in uns selbst. Was für den einen der Konsum sein mag, ist für den anderen die moralische Selbstüberhebung, verbunden mit der Abwertung des anderen. Beides kann maßlos sein.

Gerade in der aktuellen Zeit der Pandemie erlebe ich, wie das Gute im Menschen zum Vorschein kommt. Wir reden so viel über das Negative, die Defizite (bevorzugt der anderen....). Wann fangen wir an, das Positive zu sehen und wert zu schätzen? Ja, es gibt das Negative und an vielen Stellen wird es an die Oberfläche gespült. Das Positive jedoch wirkt und ich finde es beachtlich, was da von vielen Menschen gelebt und praktiziert wird. Die Frage für mich ist viel mehr, worauf richte ich meinen Blick? Ist mir die Welt zu kalt und unmenschlich, dann muss ich mich selbst fragen, wo kann ich sie wärmer und menschlicher machen, da, wo ich stehe. Einfordern ist leicht, es zu leben, ist eine Herausforderung.

Lieben Gruß
Ahischa

ahischa antworten


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