MA-RA-NA-THA -
Beten geschieht viel-fältig und jeder/jede von uns ist wohl „zuhause“ in einer bestimmten Art und Weise, in einem bestimmten Frömmigkeits-Kontext, wo er/sie betet, zu beten gewohnt ist – für sich, gottesdienstlich, in Gebetsgemneinschaft mit Anderen.
Bei ökumenischen Gottesdiensten habe ich es z.B. immer wieder erlebt, dass Freikirchlicher, Katholiken und Protestanten (z.B. bei den verteilten Fürbitten) durchaus schnell erkennbar waren an ihrer Sprache, ihrer Wortwahl, ihrer Ausrichtung und Adressierung – geeint aber auch durch das gemeinsame „Vater Unser“ oder einen gemeinsam gesprochenen Psalm.
Nun zu meiner Frage: Kennt (oder praktiziert) Jemand hier das „Herzensgebet“ und hat Erfahrung/Übung darin, mit einem „Gebets-Mantra“ (einem stetig wiederholten Gebetssatz oder Gebetswort) unterwegs zu sein. In der katholischen und orthodoxen Kirche und Tradition ist dies geläufig und bekannt – Exerzitien, Kontemplation, Meditation, verbunden mit einem wiederholten Gebetswort wie „Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner!“
In der nun begonnenen Adventszeit – Stw. Erwartung – begegnet mir das Gebetswort „MA-RA-NA-THA!“ (aramäisch: „Unser Herr, komm!“, 1.Kor 16,22 und Offb. 22.20) als Meditations- und Gebets-Wort (christliches „Mantra“) – empfohlen von John Main OSB und Gerry Pearse OSSR, zwei katholischen Ordensleuten in der Tradition des sog. „Herzensgebetes“.
Sie sind mir in diesen Adventswochen eine Inspiration, ebenfalls 2-3x am Tag in die Stille und Präsenz vor Gott zu gehen und (mit den Atemzügen) dieses Wort still zu sprechen und zu ver-innerlichen.
Es tut mir gut – und meine Frage lautet: Wer hat hier im Forum Erfahrungen mit diesem oder einem anderen „Herzensgebet“ und der meditativen Übung, mit einem „christlichen Mantra“ (wen das Wort stört, daran hängt es nicht, alternativ: Mit betenden Wiederholungsworten) vor, in und zu Gott/Christus Gottesnähe und Herzensfrieden zu finden)?
Bin gespannt, zumal ich selbst ursprünglich nur das „freie“ Beten zu Gott/Jesus kannte … und erst danach mit „christlicher Meditation“ und Kontemplation (bes. im katholischen Bereich) in Berührung kam.
Bin gespannt auf Rückmeldungen und ggf. Erfahrungen
L’Chaim
Maranatha & Aliyah
hi, ich finde es gut, wenn jeder etwas für sich und auf seinem Weg zu Christus etwas tut und seine Erfahrung macht.
Bei mir ist es eher kein Herzensgebet im sinne deiner Beschreibung, bin vielleicht nicht der richtige Typ oder habe es noch nicht für mich entdeckt.
Da es auch um Maranatha geht, würde ich mich zu Aliyah zählen. Sich mit Psalmen und Geschichten er Bibel zu öffnen, sich danach sehnen wo Christus ist. Hinaufsteigen, aufstehen. Aufstehen ist gut, wenn man in der Regel oft gefallen ist.
Vermutlich Praktizieren es die meisten, wenn nicht alle gläubige die „Aliyah“ ohne es in Verbindung zu bringen, da es sehr alt und kaum bekannt ist. Da es auch intuitiv ist.
Aliyah Impuls ist Aufzustehen (Johhannes 14,31), die Welt zu überwinden durch den der die Welt überwunden hat. Hinaufsteigen in das Reiche Gottes, da wo man Schätze sammeln kann.
Der kern ist bspw. Psalm 24,7 Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ewige Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe!
Es würde mich auch nicht wundern, wenn man im Herzensgebet auf Aliyah trifft in der Sehnsucht nach Christus.
LG