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Macht euch die Erde untertan Gen 1,28

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mmieks
 mmieks
Themenstarter
Beiträge : 1105

Es ist zwar in der Themen-Zeile ein biblischer Text als Grundlage, ich stelle das Thema aber bewusst unter "Authentisch Christ-sein"

In dieser Zeile versteckt sich das Wort "Macht" (machen) und ein sehr altes Wort untertan" und ich habe den Eindruck, dass der Schöpfungsauftrag Gottes in vielen Punkten missverstanden wurde in Richtung " Macht und Können" und wir heute auch die Zeche zu zahlen habe.

Können wir diese Richtung noch stoppen? Müssen wir sie stoppen? Wenn ja, wie?

In der weltweiten Corona-Krise scheint der Umweltschutzgedanke in der Wichtigkeit unterzugehen. Man kann aber alle aktuellen Krisen zusammen zählen und fragen: Gilt dieser Schöpfungsauftrag noch?

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1-ichthys
Beiträge : 693

Zu den Zeiten, in der das Buch Genesis geschrieben wurde, verstand man unter dem Wort "untertan" noch was anderes. Da ging es darum,
die Erde gerecht zu verwalten. Das steckt darin. Und wenn wir uns alle daran halten würden bzw. wenn man sich daran gehalten hätte, dann müssten wir die heutige falsche Richtung nicht stoppen, da alles gerechter verlaufen wäre.

1-ichthys antworten
4 Antworten
mallemuk
(@mallemuk)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 56
Veröffentlicht von: @1-ichthys

Zu den Zeiten, in der das Buch Genesis geschrieben wurde, verstand man unter dem Wort "untertan" noch was anderes

Zu welchem Zeitpunkt wurde das Buch Genesis deiner Ansicht nach verfasst? Und wer war der Autor?

mallemuk antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Du sprichst da etwas Wichtiges an. Wie waren denn damals die Lebensumstände? Die Menschen waren damals den Naturgewalten unmittelbarer ausgesetzt als wir heute. Eine Mißernte konnte ganze Völker vernichten.
Was hatte man schon Überschwemmungen oder Großbränden entgegenzusetzen?
Weite Landstriche galten als unbewohnbar.
Die Ozeane waren praktisch unberührt, da man lediglich Küstenfischerei betrieb.

Wahr ist aber auch, daß Großsäuger wie Mammut oder Waldelefant ausstarben. Inwieweit die Bejagung durch den Menschen dafür ursächlich ist oder andere Faktoren (z.B. Ende der Eiszeit) dafür eine Rolle spielen, ist noch nicht abschließend geklärt.

ungehorsam antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1105

Wen ich die Hurrikans, Tsunami, Erdbeben, Walbrände der letzten Jahre Revue passieren lassen, dann ist die Situation noch immer so, dass Mensch dem nichts entgegensetzen kann (außer vielleicht Frühwarnsysteme bzw. internationale Hilfe). Bis letztere ankommt, ist schon viel Erde verbrannt und Menschen sind in den Trümmern verstorben.

Die Natur schlägt zurück, weil Mensch sie ausgebeutet hat.

mmieks antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Erdbeben würde ich hier gerne rausnehmen, denn die sind Auswirkungen der Plattentektonik. Es gibt auch kleinere, lokale Erdbeben, die auf den Bergbau zurückzuführen sind, aber die richten keinen großen Schaden an.
Ansonsten hat der Mensch viele (nicht alle) Naturgewalten gebändigt, z.B. Hochwasserschutz: Dämme, Schleusen, Überflutungsflächen (sog. Polder) usw.
Meteorologen können schon ziemlich präzise vor Unwettern warnen. Es ist Sache der Behörden, die entsprechenden Maßnahmen durchzuführen, aber da hängt es dann mitunter.

ungehorsam antworten


Deborah71
Beiträge : 17853
Veröffentlicht von: @mmieks

Gilt dieser Schöpfungsauftrag noch?

Meiner Ansicht nach ja. Ich kenne keine Bibelstelle, wo er zurückgenommen worden wäre.

Als Verwalter bzw gute Haushalter dessen, was Gott uns Menschen anvertraut hat, haben wir in Seinem Sinne damit umzugehen.

Das hebr. Wort an dieser Stelle radah hat u.a. die Bedeutung des Erdboden bearbeitens, krümelns... entspricht Pflügen und Eggen. Darin steckt eine Menge aufgewandte Energie... und in Bezug zum Auftraggeber lässt sich keine Gewaltherrschaft ableiten.

deborah71 antworten
2 Antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1105

Auf dich habe ich gehofft, dass du dich hier beteiligst 😊 ... ich kann ja kein hebräisch.

Es steht vorher in den Absatz: "Wachset und mehret euch ..." und da sind sicher nicht nur Kinder und Enkel und weitere Menschengenerationen gemeint, sondern auch die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit (technische, medizinische Errungenschaften) und wir sind da sicher noch nicht zu Ende. Unser Wissen, unsere Informationen, unsere Arbeitsweisen vermehren sich immer schneller.

Und ich denke, es ist Macht daraus geworden (Abholzung des Regenwaldes, Verbrauch unserer Ressourcen etc.), die Globalisierung. Es muss sich alles drehen, was nach Zahlen zu beurteilen ist. Es muss Wachstum geben, um so wie bisher weiter leben zu können.

Hier frage ich mich, ob wir dem Schöpfungsauftrag gerecht geworden sind - oder ob wir (als Gesellschaft) schon zu oft den Schöpfergott gespielt haben - und dabei auch viele(s) verloren haben?

mmieks antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17853
Veröffentlicht von: @mmieks

Auf dich habe ich gehofft, dass du dich hier beteiligst 😊 ... ich kann ja kein hebräisch.

Danke 😊

Es gibt drei spezielle Worte für herrschen, die verschiedene Inhalte haben und zudem noch verschiedene Bedeutungen, je nach Kontext.

Durch den Sündenfall ist einiges in Unordnung geraten und hat Einfluß gewonnen.
Mammon, Habgier und auch menschliches Unvermögen, um nur einiges Offensichtliche zu nennen.

deborah71 antworten
Suzanne62
Beiträge : 7630
Veröffentlicht von: @mmieks

In dieser Zeile versteckt sich das Wort "Macht" (machen) und ein sehr altes Wort untertan" und ich habe den Eindruck, dass der Schöpfungsauftrag Gottes in vielen Punkten missverstanden wurde in Richtung " Macht und Können"

Ich glaube nicht, dass das jemals so gemeint war.
Es ging und geht, denke ich, darum, dass wir sorgsam und verantwortungsvoll mit der Erde und unseren Mitgeschöpfen umgehen sollen - im eigenen wohlverstandenen Interesse.

Veröffentlicht von: @mmieks

Können wir diese Richtung noch stoppen? Müssen wir sie stoppen? Wenn ja, wie?

Wir können die maßlose Ausbeutung und Verschwendung unserer natürlichen Ressourcen nicht nur stoppen, wir müssen es sogar.
Während des coronabedingten Ausnahmezustands haben wir ja gesehen, was einerseits plötzlich alles möglich war und worauf wir andererseits verzichten konnten.

Veröffentlicht von: @mmieks

In der weltweiten Corona-Krise scheint der Umweltschutzgedanke in der Wichtigkeit unterzugehen.

Ich habe überhaupt nicht den Eindruck, dass das Thema Umwelt- und Klimaschutz an Wichtigkeit verloren hat, im Gegenteil.
Das EU-Parlament war und ist nicht bereit, den EU-Haushalt mit seinen Kürzungen gerade in diesem Bereich einfach abzunicken und verlangt Nachbesserungen.

Veröffentlicht von: @mmieks

Gilt dieser Schöpfungsauftrag noch?

.
Wenn man ihn als Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung versteht: ja, mehr denn je.

suzanne62 antworten
1 Antwort
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1105

Ich glaube auch nicht, dass die biblische Aussage Macht meint, sondern Kreativität (ich sage es mal so salopp).

Es geht ja nicht nur um Umweltschutz, es geht auch um Klimaerwärmung, die wir mit verursachen. Hier ist es eher 5 nach 12.

Ja, es wird geforscht, es wird nach Alternativen gesucht .... und zugleich heißt es: Konsum ankurbeln. Ab einem gewissen Gebrauchsdatum zahlen sich Reparaturen nicht mehr aus. Wegwerfgesellschaft bei uns. Wo anders noch brauchbar. Ich bin z.B. entsetzt, dass mein Rollstuhl, der nur 4 Jahre alt ist, ich aber nicht mehr hineinpasse, von der Kasse aus geschreddert werden soll.

Die Konsequenz:? Mitmachen? Oder aussteigen - geht ja nicht wirklich.

mmieks antworten


PeterPaletti
Beiträge : 1275

Dieser Vers zeit sehr schön, was passiert, wenn man aus der Bibel versweise zitiert.
Für sich genommen behauptet er einen knallharten Herrschaftsanspruch des Menschen über die Erde.
"Untertanmachen" bedeutet, die Erde (den Boden) "botmäßig, gefügig machen". Dem Menschen wird von Gott in dem Herrschaftsauftrag aufgetragen, durch seine Arbeit das Angesicht der Erde zu schonen, zu gestalten, sie zu verändern, sie bewohnbar und fruchtbar zu machen.

Allerdings geht dem Vers in Gen 1,26 die Gottesebenbildlichkeit des Menschen voran. Damit wird gesagt, dass der Mensch als Herr über die Schöpfung der Sachwalter Gottes ist, eine Art Treuhänder. Und dann wird klar, dass der Mensch gegenüber der Schöpfung auch eine Fürsorgepflicht hat und mit der Herrschaft über die Erde keine Erlaubnis zur gnadenlosen Ausbeutung verbunden ist.

Ja, in diesem Sinne gilt der Schöpfungsauftrag noch.

peterpaletti antworten
1 Antwort
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1105

Ja, nur versweise zitieren war ein Fehler von mir. Ich hätte den ganzen Absatz nehmen müssen.

Irgendwie scheint es mir, ging dieser "Schöpfungsauftrag" (Bewahrung der Schöpfung) unter Die Erde wurde und wird be-herrscht, wie ein Untertan behandelt.

mmieks antworten
joe390
 joe390
Beiträge : 466

Ich glaube, man bekommt eine gute Antwort, wenn man sich mal das Gesamtbild ansieht. In diesem Fall also erst mal den Schöpfungsbericht, dann aber auch die gesamte Bibel.

Wenn man sich den Schöpfungsbericht ansieht, fällt auf, wie Gott Stück für Stück, bewusst und mit Kreativität und Liebe die Welt gestaltet. Und nach jedem Abschnitt tritt er zurück und kommt zu dem Ergebnis: Es ist gut, und abschließend: Es ist sehr gut! Dann vertraut Gott die Erde den Menschen an (Gen. 1, 28: "Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.").

Wie geht man also um mit einer Sache, die einem jemand anvertraut, der viel Mühe, Liebe und Kreativität hineingesetzt hat? Ich glaube, dann wird viel klar. Zum einen sollen wir die Welt gestalten und entwickeln, wir dürfen und sollen das - in der Verantwortung vor Gott. Das ist eine tolle, verantwortungsvolle Aufgabe.

Nun kam es ja leider zum Bruch, die Menschen haben sich von Gott abgewandt. Manche bemühen sich zwar auch in dieser Zeit, viele suchen aber zuerst ihren eigenen Vorteil. Da wird es natürlich schwierig. Also, was sagt denn Gottes Wort? Natürlich gilt der Auftrag im Grunde nach wie vor! Aber Gott hat auch gesagt, dass er dieser Erde ein Ende bereiten und eine neue Schöpfung geben wird. Ja, Christen sollen verantwortungsvoll in dieser Welt leben und sie gestalten, sollen "zum Herrn für sie beten" (damals die Israeliten, für Babylon, als sie verschleppt wurden; die Christen heute für ihre Regierungen; usw.) und ein Leben leben, das von der Verbindung mit ihm geprägt ist, tun, was gut und nützlich ist in allen Dingen. Andererseits sollen wir uns nicht der Illusion hingeben, wir könnten diese Welt irgendwie "retten" oder "bewahren" oder "transformieren". Gott rettet nicht die Welt, sondern baut in dieser Welt seine Gemeinde, ruft Menschen heraus, bietet jedem einzelnen an, ihn herauszuretten und Teil seiner Gemeinde zu werden und in dieser Welt "Salz und Licht" zu sein, so lange sie besteht.

joe390 antworten


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