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„Und er sah dass alles sehr gut war…“

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Stern
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Themenstarter
Beiträge : 1795

Entgegen der Überschrift geht es mir nicht um die Schöpfungsgeschichte, sondern um den Satz, den Gott da spricht. 

Er hat was erschaffen und ist (mehr als) zufrieden mit seinem Werk. 

Ich beneide ihn um dieses Gefühl. Ausruhen und sagen: boah, hab ich gut hinbekommen, alles! 

Obwohl ich Schulterklopfen und Zuspruch von anderen kenne für Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe, habe ich selbst dieses Gefühl nicht. Das empfinde ich als grossen Mangel, denn dadurch ist mir mein eigenes Tun fremd geworden. 

Kennt das noch jemand?

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97 Antworten
14 Antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1211
Veröffentlicht von: @stern

Entgegen der Überschrift geht es mir nicht um die Schöpfungsgeschichte, sondern um den Satz, den Gott da spricht. 

Er hat was erschaffen und ist (mehr als) zufrieden mit seinem Werk. 

Ich beneide ihn um dieses Gefühl. Ausruhen und sagen: boah, hab ich gut hinbekommen, alles! 

Obwohl ich Schulterklopfen und Zuspruch von anderen kenne für Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe, habe ich selbst dieses Gefühl nicht. Das empfinde ich als grossen Mangel, denn dadurch ist mir mein eigenes Tun fremd geworden. 

Kennt das noch jemand?

Ja, ich kann nachempfinden, wie du das meinst.

Er hat was erschaffen und ist (mehr als) zufrieden mit seinem Werk. 

Bei mir hat sich diesbezüglich in späteren Jahen etwas gewandelt. Und zwar lernte ich einen Künstler kennen, der in kindlich-naiver Weise in sich selbst verliebt ist und sich so sehr freut, wenn ihm das Publikum hold ist und wichtige Leute ihm die Hand schütteln. Selbst in armen Verhältnissen und ohne Vater aufgewachsen, musste er sich sein Können hart erarbeiten. 

Am Anfang kam mir diese Art des Narzissmus ganz ulkig vor und ich konnte es kaum glauben, dass es so 'was gibt. Weil seine Freude über seinen "Ruhm" sich aber so echt anfühlte, ging es mir wie von dir beschrieben: 

Ich beneide ihn um dieses Gefühl. Ausruhen und sagen: boah, hab ich gut hinbekommen, alles! 

Es kam dann so, wie es in einer Beziehung kommen kann: man kopiert einiges. Und diese kindliche Freude über Gelungenes gehört jetzt in meinem Leben dazu. 

Er ist wesentlich älter als ich und deshalb betrachte ich diese Wandlung als etwas, das durch ihn in mir nachreifen konnte, was mein Vater mir nicht mit auf den Weg gab.

Danke für diesen Thread, liebe:r Stern. Er hat mir nochmal gezeigt, wie in einigen Dingen wertvoll diese Beziehung für mich war.

Entgegen der Überschrift geht es mir nicht um die Schöpfungsgeschichte, sondern um den Satz, den Gott da spricht. 

Und ich denke, dass der kreative Schöpfungsakt prädestiniert ist für Glückseligkeit über Gelungenes. Gott hat da in Teilzielen etwas aus Lust und Liebe kreiert und war zum Schluss positiv erschöpft.

 

martha antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@martha 

Gott hat da in Teilzielen etwas aus Lust und Liebe kreiert und war zum Schluss positiv erschöpft.

🙂 Ja, genauso möchte ich mich auch fühlen!

Und zwar will ich in den guten Werken wandeln, die Gott für mich bereitet hat.

stern antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1211
Veröffentlicht von: @stern

@martha 

Gott hat da in Teilzielen etwas aus Lust und Liebe kreiert und war zum Schluss positiv erschöpft.

🙂 Ja, genauso möchte ich mich auch fühlen!

Und zwar will ich in den guten Werken wandeln, die Gott für mich bereitet hat.

Ja. Da sprichst du etwas Wesentliches an.

"Lass mich nicht am Ziel vorbeitreiben, sondern das ausrichten, wozu ich berufen bin und darin wandeln",  ist ein Gebet, das mir wichtig ist.

Und es funktioniert. Segen fließt, wenn man etwas tut, wofür man sich berufen fühlt. 

martha antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27676

@martha

und war zum Schluss positiv erschöpft.

Echt jetzt? Kann Gott erschöpft sein?  Dann hätte ER sich wohl zurückgezogen. Aber der Shabbat ist ein Tag der Gemeinschaft mit seinen Menschen. Er nimmt sich bewusst Zeit für sie. 

deborah71 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1211

@deborah71 

Echt jetzt? Kann Gott erschöpft sein?

Oh, da habe ich wohl unüberlegt allzumenschlich von ihm gedacht.

In Jesaja 40,28 heißt es: „Hast du es nicht gewusst? Hast du es nicht gehört? Der ewige Gott, der Herr, der Schöpfer der Enden der Erde, wird weder müde noch matt.“

Liebe Grüße in den Tag. 👋 

martha antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230

@martha 

Eure beiden Postings über "Gottes Erschöpfung" und "sich Zeit nehmen für" zeigen m.E. sehr schön, was passiert, wenn man diese biblischen Texte nicht historisch-kritisch als orientalisch zu kontextualisierende, alte und "vermenschlichte" Erzählungen nimmt, deren Anschaulichkeit für uns nicht mehr einfach auf der Ebene eines "1:1-Verständnisses" zugänglich sein kann ... 

Mich würde interessieren, ob es jüdische Witze gibt, die auf ihre Art die Frage nach Gottes Schaffen und nach seinem Blick auf die Schöpfung "ironisieren" und "geistreich zum Schmunzeln" einladen?

L'Chaim

awhler antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666

@awhler Und ich finde den Gedanken einfach charmant, dass Gott die Füße hochlegt und sich seine Welt mal so in Ruhe von oben anguckt. 

Damit will ich Gott nicht vermenschlichen, aber irgendwie tut mir dieser Gedanke gut.

chai antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27676

@chai 

Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. 🙂

...in Seine Ruhe eingehen... 

Jesus sagte den Jüngern: ruht ein wenig

 

Die Schöpfung des Ruhetages ist so kostbar. 

deborah71 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230

@chai 

Ja, kann ich verstehen ... und wenn es nicht auch "charmant" (ansprechend, anschaulich) wäre, wäre die Erzählung so ja auch nicht entstanden 😉

Mein Fokus lag eher auf der Frage, inwieweit diese "vermenschlichte" Darstellung Gottes in der Genesis (z.B. "das Umherwandeln Gottes" im Garten"  Genesis 3,8) eben bildhafte Sprache ist ... und (Stw. Symboldidaktik) der Umgang damit will gelernt und geübt sein, sonst verabschieden sich Menschen leider unnötigerweise von diesem, für sie unverständlichen  "Märchenbuch Bibel".

Ich komme da wohl immer wieder auf etwas zurück, was mir im Konfi-Unterricht über die vielen Jahre immer ein Anliegen war, nämlich den 12,13,14-Jährigen zu sagen, dass sie viel von der Bibel verstehen, wenn sie sie in ihrer Bild- und Symbolsprache wahrnehmen ... Ich hab's ja an anderer Stelle schon mal ausgeführt an dem Beispiel der "sprechenden Schlange", die  "Ihr mit Euren Handys nicht hättet filmen können, weil sie bildhaft die Erfahrung von Versuchung und Verführung darstellt." ...

Aber wie gesagt: Ich mag die jüdische Zugangsweise, die auch eine ironische, lächelnde Komponente kennt im Umgang mit Aussagen der Schrift ...

L'Chaim

awhler antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666
Veröffentlicht von: @awhler

Aber wie gesagt: Ich mag die jüdische Zugangsweise, die auch eine ironische, lächelnde Komponente kennt im Umgang mit Aussagen der Schrift ...

Vielleicht fehlt das 'uns' Christen (oder wenigstens manchen davon) manchmal. 

Und auch wenn es die nächste 'Vermenschlichung' Gottes ist - ich glaub tatsächlich, dass der auch Humor hat. 

chai antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230

@chai 

Habe mich vorhin erinnert ... also:

In einem jüdischen Schtetl lässt sich ein Geschäftsmann einen Maßanzug fertigen. Es dauert Monat um Monat, bis der Schneider ihn angefertigt hat, ihn für fertig erklärt und zum Abholen bereit hält.

Der Geschäftsmann, der nun fast ein Jahr lang gewartet hat, ist erbost und sagt verärgert: "Wieso hast Du solange gebraucht, einen einfachen Anzug zu fertigen? Was war für Dich so schwer daran? ... Hat nicht unser Gott, Haschem, der Dich begabt hat, auch nur sechs Tage für die Erschaffung der Welt gebraucht???"

Der Schneider denkt nach "Mmm mmmh ... sechs Tage, ja, gepriesen sei Adonai ...", und antwortet: "Aber bitte - schau Dir an diesen absolut perfekten Anzug, kein schönerer is nich", und mit einem Blick aus dem Fenster: "Und dann schau Dir an die Welt!!!"

L'Chaim

awhler antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@awhler 

Noch einer:

Ein alter Rabbiner liegt im Sterben, ruft seine Frau: Hole den Priester, ich möchte getauft werden.

Sie: Bist du meschugge? Ganzes Leben hast du so für Gott gearbeitet, jetzt möchtest du Christ werden?

Er: Hör gut zu, ich hab nicht viel Zeit, muss gleich sterben: Lieber einer von ihnen stirbt als einer von uns.

stern antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1211

Off topic

@awhler 

Zum Beitrag

Ich habe tatsächlich von Daniel Neumann in der Jüd. Allgemeinen (30.04.20) etwas gefunden:

Krone der Schöpfung

Ansonsten bleibt zu sagen:

Es ist nicht biblisch, dass Gott schläft. Aber es ist biblisch, ihn als  schlafend zu wähnen (Psalm 44, 24). 🤨

OT-Ende

martha antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230

@martha 

Danke 🙂 ... Den Witz (Wer stellt sich wo an?)  erzähl ich dann mal meiner Frau.

L'Chaim

awhler antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 29979

@stern Etwas "sehr gut hinbekommen", das geht ja eh nur mit Gott, weil wir aus uns selbst ja nur Sünde hinbekommen. Somit ist ja alles Gute irgendwie ein fremdes Tun, für das wir Gott zu danken haben. Ganz normal, meine ich, sich bestenfalls als Werkzeug zu betrachten und Gott stets als den Meister.

 

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33 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230
Veröffentlicht von: @plueschmors

@stern Etwas "sehr gut hinbekommen", das geht ja eh nur mit Gott, weil wir aus uns selbst ja nur Sünde hinbekommen. Somit ist ja alles Gute irgendwie ein fremdes Tun, für das wir Gott zu danken haben. Ganz normal, meine ich, sich bestenfalls als Werkzeug zu betrachten und Gott stets als den Meister.

 

Dass wir selbst "nur Sünde hinbekommen", ist für mich zu negativ.

"Mich selbst gering zu schätzen ist für mich eine Form falscher Demut, die ich in meinem Leben nicht kultivieren möchte." (Ulrich Schaffer, Journal.Oncken-Verlag. 1982)

L'Chaim

 

awhler antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5878

@awhler 

Sehe ich so wie du, aber mit einem ABER, 🙂

Wir können in unserem natürlichen Schaffen sehr wohl sehr gutes Schafen. Wenn es aber darum geht, Leben zu schaffen, und ich beziehe mich hier auf zwischenmenschliche Beziehungen, dann sind wir immer limitiert, wir können zwar gut genug handeln, aber sehr gut, das kriegen wir nicht auf die Reihe. Uns steht immer das eigene Ego, Lust oder was auch immer im Wege. 

arcangel antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27676

@awhler 

Zum Beitrag

Da ist ein Unterschied zwischen Sünde und Sünden und nicht nur der Plural. 

Sünde ist ein gefallener Zustand, der sich durch Stolz und Egoismus kennzeichnet. 

Sünden sind die Handlungen daraus. 

Ein Sünder ist jemand, der noch im gefallenen Zustand verharrt und der unter der Herrschaft von Sünde (Stolz, Egoismus) steht. 

Paulus nennt die von oben Geborenen nicht mehr Sünder, sondern Heilige und eine neue Schöpfung. Sie sind in einen anderen Zustand und unter eine ander Herrschaft versetzt und können zunehmend die Sündengewohnheiten ablegen. Phil 1, 6 vermittelt, dass die Gewohnheitenänderung  ein Prozess ist unter der Einwirkung Gottes und erst im Himmel vollendet ist. Der eine hat mehr, der andere weniger zu ändern um in dem neuen Lebenstil zu wachsen. 

 

deborah71 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@plueschmors 

Ok, das kann ich nachvollziehen und ist eine gute Erklärung. 

Erinnert mich an: Luk 17,10

10So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Aber das heisst auch, dass ich dann gar nicht wie Gott stolz auf etwas schauen kann und sagen kann: hab ich gut gemacht. Ich kann dann höchstens sagen: Hab ich mit Gottes Hilfe gut gemacht.

Vielleicht ist Gott da auch gar nicht stolz auf sich, sondern betrachtet es einfach und stellt es nur fest. Ohne sich selbst dabei auf die Schulter zu klopfen.

 

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666

@stern Wenn man mit diesem 'ich-bin-nix' und 'ich-kann-nix' infiziert ist, ist es auch nicht gut. 

Und ich muss auch nicht immer sagen 'Hab ich mit Gottes Hilfe gut gemacht.'

Manchmal darf ich auch einfach feststellen, dass mir etwas gelungen ist und mich dran freuen. 

So wie es falschen Stolz gibt, gibt es auch falsche Demut.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@chai 

Wenn man mit diesem 'ich-bin-nix' und 'ich-kann-nix' infiziert ist, ist es auch nicht gut. 

🙂das ist eher nicht mein Problem. 
Ich merke, dass ich in die Woche zurückschauen möchte (wie Gott) und darauf schauen möchte, was ich erschaffen habe - unerheblich was-  (an Beziehungen, Arbeit, etc) und es gut finden möchte. 

Vermutlich ist das der Stolz von dem Deborah spricht. Deshalb gar nicht so erstrebenswert? Und vorallem, oft weiss ich gar nicht mehr, was ich so alles kreiert habe und den Einfluss meiner Kreationen, ob der nun gut oder schlecht war, das kann ich ehrlicherweise bis in letzter Konsequenz auch nicht beurteilen. Also ist mein Wunsch gar nicht so förderlich für mich.

„Seid fröhlich und dankbar in Jesus Christus“ …da steht gar nichts von „seid stolz  aus euer Hände Werk“

…ich vermute, dass wir dann ganz schön auf dem Holzweg sind mit unserer Werksseligkeit.

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666
Veröffentlicht von: @stern

…ich vermute, dass wir dann ganz schön auf dem Holzweg sind mit unserer Werksseligkeit.

Ich vermute, dass wir ganz einfach unterschiedliche Angriffspunkte haben. 

Ich kreiere unter der Woche nicht viel, worauf ich dann stolz zurückblicken könnte. 

Ich bin einfach froh (und manchmal auch dankbar), wenn die Woche gut gelaufen ist.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@chai

Ich bin einfach froh (und manchmal auch dankbar), wenn die Woche gut gelaufen ist.

 

Ja, das bin ich auch…aber manchmal ist da nicht mal das. Und dann bin ich neidisch auf Gott.

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666

@stern Entschuldigung - wie kann man 'neidisch' sein auf Gott?

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@chai 

🙂

Entschuldigung - wie kann man 'neidisch' sein auf Gott?

Neidisch bin ich auf das Gefühl, das er am Ende der Woche hatte.

stern antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 29979

@stern "Ich" ist nicht gut und "stolz" ist auch nicht gut. Beides sind ja Kennzeichen des gefallenen Menschen. Beim Christen ist es aber anders: Das Gute in uns ist Gottes, die Sünde in uns ist Christi. Wir sind darum frei von beidem, müssen uns nicht um uns selber drehen, und können uns damit ganz Gott und seiner Macht zur Verfügung stellen. 

"Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre!" (Ps 115,1). - Amen!

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mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1196

@plueschmors Wer nicht ich sagen kann, wird auch nicht du und wir sagen können. Das Ich/mich  gut kennen und gut finden ist ein wesentlicher Teil ganzheitlicher Gesundheit

mmieks antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 29979

@mmieks "Ganzheitliche Gesundheit", das klingt für mich zunächst nach straffer Esoterik. Hast Du auch ein Wort der Schrift für Deine Behauptung von wegen, "wer nicht ich sagen kann, kann auch nicht du sagen"?

Biblisch ist jedenfalls, dass man von sich absehen soll und den anderen höher achten als sich selbst (Phil 2,3).

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7426

@plueschmors 

"Ganzheitliche Gesundheit" ist sich nicht esoterisch.

Dass man andere höher achten soll, als sich selbst, ist aber sicher hoch neurotisierend.

queequeg antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666

@plueschmors Ich denke, da geht es darum, mit sich selber im Frieden zu leben. 

Und das kann man tatsächlich, wenn man sich (von Gott) angenommen weiß.

chai antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230

@plueschmors 

Wieder so kontradiktisch und einseitig ....

Es ist doch eine Grunderfahrung, dass Selbstannahme, Selbstliebe und eigene Wertschätzung als Gottes Geschöpf und als Kind Gottes -  "Ich danke Dir Gott, dass ich so wunderbar gemacht bin" (Psalm 139) - eine Voraussetzung dafür ist, mit dem begegnenden "Du" und dem "Wir" auf gesunde und konstruktive Weise unterwegs sein zu können.

Wie "Ich und Du" zusammengehören und einander bedingen (als "Dialogisches Prinzip"), finden wir z.B. elementar reflektiert bei Martin Buber.

Auch Jesus, so denke ich, hat Menschen aufgerichtet und ihnen ihr (verlorenes) "Ich" wieder gegeben.

Und wieviele Menschen, auch fromm sozialisiert, haben ein Leben lang Mühe und z.T. verheerenden Schaden erlitten, weil sie gepredigt bekommen haben, dass man "von sich absehen soll" und weil sie keine Hilfe für eine balancierte, stabile "Ich-Findung" bekommen haben

L'Chaim

awhler antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7426

@awhler 

Das sind notwendige Wort - in übertragenem, aber auch im wörtlichen Sinn.

queequeg antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1398

@awhler 

Und wieviele Menschen, auch fromm sozialisiert, haben ein Leben lang Mühe und z.T. verheerenden Schaden erlitten, weil sie gepredigt bekommen haben, dass man "von sich absehen soll" und weil sie keine Hilfe für eine balancierte, stabile "Ich-Findung" bekommen haben

Hast du dafür Zahlen?

Ich denke, da macht es dann die Kombi und für grundlegender halte ich die mangelhafte Hilfe zur Ich-Findung die mW auf die ersten Lebensjahre/-monate? zurückgeht. Wenn ein Mensch sonst gesunde Wurzeln hat, kann er auch damit umgehen, wenn öfter mal gepredigt wird, man solle sich selbst nicht so hoch erachten oder zurückstecken. Es sei denn, das nimmt überhand.
Ich denke sowas war eher früher ein Problem. Wobei das nicht nur in frommen Kreisen üblich war. Dafür haben wir vermutlich heute mehr vernachlässigte Kinder. Und die überall.

ga2 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666
Veröffentlicht von: @ga2

@awhler 

Und wieviele Menschen, auch fromm sozialisiert, haben ein Leben lang Mühe und z.T. verheerenden Schaden erlitten, weil sie gepredigt bekommen haben, dass man "von sich absehen soll" und weil sie keine Hilfe für eine balancierte, stabile "Ich-Findung" bekommen haben

Hast du dafür Zahlen?

Ich denke, da macht es dann die Kombi und für grundlegender halte ich die mangelhafte Hilfe zur Ich-Findung die mW auf die ersten Lebensjahre/-monate? zurückgeht. Wenn ein Mensch sonst gesunde Wurzeln hat, kann er auch damit umgehen, wenn öfter mal gepredigt wird, man solle sich selbst nicht so hoch erachten oder zurückstecken. Es sei denn, das nimmt überhand.
Ich denke sowas war eher früher ein Problem. Wobei das nicht nur in frommen Kreisen üblich war. Dafür haben wir vermutlich heute mehr vernachlässigte Kinder. Und die überall.

Beim Lesen dacht ich mir grad auch so, dass dieses 'Du-bist-nichts-wert' vielleicht früher weiter verbreitet war. 
Und ja - mein Vater war z.B. nicht fromm sozialisiert, aber dem wurde das auch erzählt. 
Vielleicht ist dieses Angenommensein für die nächste Generation auch deshalb so wichtig?

chai antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7426

@chai 

awhler hat völlig recht, wenn er sagt, dass Menschen, die gute frühe Wurzeln bekommen haben, in ihrem späteren Leben vergleichsweise gut mit Problemen umgehen können, vor allem mit Selbstwertproblemen. Aber leider sah die frühe Wirklichkeit (Geburt bis Ende des 3. Lebensjahres) für viele ganz anders als gut und liebevoll aus.

Und wenn man da dann die Eltern zu recht anklagen will, kommt man in große Schwierigkeiten.

Eine Mutter einer psychisch kranken Frau kommt in deren Patientenzimmer. Nach ein paar Minuten höre ich, wie die Mutter zu dieser Tochter sagt, "ich hätte besser, als du geboren wurdest, einen Strick für dich genommen, aber das kannst du ja heute selber tun".

Eine solche Ungeheuerlichkeit hatte ich selten erlebt und die Mutter rausgeschmissen und ihr Hausverbot erteilt. Und trotzdem. Auch wenn mir die Haare zu Berge standen und ich mich dagegen versuchte zu wehren - ich musste auch mit dieser unsäglichen Frau Mitleid haben. Was muss sie erlebt haben, was sie so verbittert gemacht hatte.

queequeg antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1398

@chai 

Manchmal denke ich, dass man heute inzwische zT,  aus lauter Sorge die Kinder könnten ein mangelhaftes Selbstwertgefühl bekommen, auf der anderen Seite vom Pferd fällt und sie für alles mögliche lobt und ihnen alles mögliche abnimmt, ohne daran zu denken, dass ein gesunder Selbstwert auch daraus mit entsteht, Widerstände zu überwinden und sich mit Ausdauer für etwas einzusetzen.

 

ga2 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230

@ga2 

Ich denke nicht, dass es dafür "Zahlen" braucht ... Gesunde Selbstfindung und Ich-Stabilität kann durch Vieles blockiert oder im Keim erstickt werden - in frühen Jahren oder im weiteren Verlauf des Lebens, in frommer Erziehungs-Variante, in einem bestimmten Frömmigkeits- und Glaubensmilieu, katholisch-gebeugt, biblizistisch-fromm oder sektiererisch-deformiert --- aber auch in dysfunktionalen Familien-Konstellationen und ideologisierten Kontexten.

Du schreibst, dass "sowas eher früher ein Problem war", und ich verstehe, was Du meinst (denke ich), weil das Pendel heute scheinbar gesellschaftlich-kulturell in die andere Richtung ausschlägt: Zuviel ICH-Umkreisung und ICH-Darstellung ...

Aber dies ist mir ein Trugschluss, denn  gute Ich- und Selbstfindung findet ebensowenig statt, wenn das "Flussbett" in (gar nicht bemerkten) Anpassungszwängen von Konsum, Trends, Idealen und kapitalistisch gesteuerten "So musst Du sein! Das musst Du haben! Nur so bist Du ok!"-verläuft. Auch da findet ein wirkliches "Ich" und eine gute "Ich-Findung" u.U. (kollektiviert und individuell) nicht statt.

L'Chaim

awhler antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1398

@plueschmors 

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ oder „… denn dein Nächster ist wie du.“

Kinder, deren grundlegende Bedürfnisse übergangen werden oder deren Grenzen fortlaufend überschritten werden, werden später vermutlich Probleme haben, sich selbst anzunehmen und ein gesundes Selbst zu entwickeln.

Das eigene „Ich“ wird sich dann eher unwürdig gegenüber anderen fühlen, eigene Bedürfnisse zurückstellen und Kränkungen oder Verletzungen einstecken. Aber der Mensch leidet darunter.

Gutes kann evtl nur schwer angenommen werden, weil man denkt, es steht einem nicht zu.

Wie leicht wird es einem solchen Menschen fallen, Gottes Liebe und Barmherzigkeit sich selbst gegenüber zu begreifen? Wie kann dieser Mensch gesunde Beziehungen führen?

Man hat vorher nicht zurückgesteckt, um Gott zu gehorchen, man tat es aus Unsicherheit und einem verletzten Selbst heraus.

Man ließ sich nicht demütigen um Gottes Willen sondern aus Unsicherheit und vielleicht weil man meinte, man habe es nicht anders verdient. Da ist nichts mehr davon da, dass der andere wie ich ist, da ist  es, der stünde über mir und ich bin nicht wie er…

Den Begriff „ganzheitliche Gesundheit“ finde ich allerdings auch nicht so einladend für mich. 

 

ga2 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7426

@ga2 

Man muss die Ganzheitlichkeit der Gesundheit vor dem Hintergrund verstehen, dass die Medizin früher durchweg und heute auch viel zu oft, eine Krankheit als defektes Teil einer Maschine betrachtete. Da werden z.B. psychosomatische Bezüge - obwohl man sie schon lange kennt - überhaupt nicht gesehen.

queequeg antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1398

@queequeg 

Ok, wenn das damit gemeint ist, bin ich d‘accord. 

Die Sache mit der Psychosomatik ist so eine Sache… 

Habe in den letzten Wochen einiges zu dem Thema mitbekommen.

Beschwerden die nicht ernstgenommen werden, weil die angeblich psychisch bedingt wären ebenso wie gesundheitliche Beschwerden aufs Gewicht zu schieben, obwohl es Anzeichen einer Depression sind. Oder schlechte Messergebnisse nicht in einen Zusammenhang mit Schlafmangel zu stellen.

Ich selbst habe das Glück, inzwischen eine gute Hausärztin zu haben, die genauer und umfassender hinschaut.

 

ga2 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7426

@ga2

"Beschwerden die nicht ernstgenommen werden, weil die angeblich psychisch bedingt wären"

Sicher gibt es das. Und das wäre sicher nicht "ganzheitlich".

Aber es gibt es eben auch die andere Seite, mit der ich zumeist zu tun hatte.

Ein Mann Anfang 50 mit seit Jahren bestehenden Rückenschmerzen. Eine Reihe von Orthopäden, Chirurgen und Chiropraktiker konnten nicht helfen. Irgend einer von denen hat dann gesagt, er solle mal zu einem Psychiater oder Therapeuten.

Bei mir hat dann, kaum, dass er sich gesetzt hat, gleich gesagt, dass er nur aus Pflichtgefühl seinem Orthopäden gegenüber gekommen ist und mit seinem Leben alles in Ordnung sei und er keine "Behandlung" seiner Vergangenheit brauche. Er wolle nur seine Schmeruzen loswerden.

Im Rahmen der Anamneseerhebung kamen dann natürlich doch ein paar Details seines Lebens zur Sprache und nach 2-3 Wochen war von Schmerzen überhaupt keine Rede mehr, dafür um so mehr Psychotraumatisierungen in seinem jungen Leben. Die Schmerzen waren sang- und klanglos verschwunden.

Es gab aber auch einen anderen Fall. Die Frau kam wegen therapieresistenter Depressionen. Der Hausarzt hatte ohne Erfolg verschiedene Antidepressiva angewandt. Was sich herausstellte war, dass sie eine Unterfunktion der Schilddrüse hatte - nix Psychisches. Mit Hilfe von entsprechenden Schilddrüsen-Pillen waren die Depressionen bald Geschichte.

queequeg antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1398

@queequeg 

Es gibt eben beides. Und wie bereits geschrieben habe ich in den letzten Wochen da so einiges mitbekommen. Auf beiden Seiten.
Es ist immer gut, genauer hinzusehen und ich fände es gut, wenn alle Möglichkeiten in Betracht gezogen würden und auch die Lebensumstände eines Patienten mit einfließen würden, bevor eine abschließende Diagnose gestellt wird. Sicher gibt es Situationen, in denen schnelles Handeln angesagt ist, aber je nachdem, wie der Arzt ausgebildet ist, welche Erfahrungen er hat, kann eben auch der behandlungserfolg sein.

Dass zu dir eher die Patienten gekommen sind, die wirklich eine Therapie brauchten und es ihnen dadurch besser ging, ist klar. Die anderen wechseln eher den Facharzt oder den Hausarzt, bis man ihnen endlich glaubt und das Problem entdeckt wird.

Ich habe den Eindruck, dass man heute etwas schneller Symptome, die man sich nicht erklären kann, auf die Psyche schiebt. Eben weil man schonmal was von Psychosomatik gehört hat (wenn man es vielleicht auch nicht wirklich versteht) und den Fall bei dem es keine „Lösung“ zu geben scheint, damit auch los ist. Und manche machen es sich damit leider auch etwas einfach.

 

ga2 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666
Veröffentlicht von: @ga2

Ich habe den Eindruck, dass man heute etwas schneller Symptome, die man sich nicht erklären kann, auf die Psyche schiebt. Eben weil man schonmal was von Psychosomatik gehört hat (wenn man es vielleicht auch nicht wirklich versteht) und den Fall bei dem es keine „Lösung“ zu geben scheint, damit auch los ist. Und manche machen es sich damit leider auch etwas einfach.

Und auf jeden Facharzt-Termin wartet man dann wieder Wochen und Monate. (Soweit man überhaupt einen findet und dann einen Termin kriegt.) Und wenn man dann dort ist und merkt, es passt nicht, geht die Suche von vorne los. Soweit man sich den Gedanken / das Gefühl, dass es nicht passt, überhaupt zugesteht.
Und wenn man dann mal auf der Psycho-Schiene ist ... 
... wird möglicherweise eine seltene bis sehr seltene Erkrankung übersehen, weil was nicht sein kann, auch nicht diagnostiziert werden kann ...

chai antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1196

@plueschmors 

Ich finde es nicht esoterisch. Biblisch ist, dass du dich selbst lieben sollst - so die Aussage des großen Liebesgebotes Jesu

mmieks antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 29979

@mmieks Ich habe den Eindruck, dass ich hier irgendwie gründlich missverstanden werde. Ich versuche es einmal anders: Mir geht es hier um die Befreiung von der Egozentrik und Selbstsucht dessen, der nicht mehr nach seinem eigenen Heil fragen muss, sondern sich dem Nächsten zuwenden kann, weil er nicht in seinem Ego, sondern in der Vereinigung mit Gott seinen Grund hat.

Gott uns ähnlich machen wollen, selbst Schöpfer sein und Gott nicht gelten lassen, nichts schenken lassen wollen, sich Gott annähern durch gute Werke, Gottes Würde erstreben, "sich selbst auf die Schultern klopfen" wie der Pharisäer im Thread nebenan, der ja auch aufzählt, was er wieder Gutes geschafft hat, so dass alles Gute an sich Teufelszeug wird - das meine ich mit "ich" und "stolz".

Vielleicht jetzt verständlicher.

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AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230

@plueschmors 

Ich denke, es liegt an Deinem Posting gestern von 22.31 MEZ, mit dem Du das "missverstanden werden" selbst ausgelöst hast, oder? 😉

L'Chaim

awhler antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 29979

@awhler Möglich. aber wegen was jetzt genau? In der Kommunikation sind Missverständnisse ja die Regel, von daher ist es hier immer vorrangig Aufgabe, diese aufzuklären. Allerdings kann ich mir diesmal nicht so recht erklären, wie es dazu kommen konnte.

Vielleicht schreibe ich beim nächsten Mal einfach anfangs ausführlicher.

Danke Dir fürs Feedback.

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Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1398

@plueschmors 

Ich denke es war einerseits dieses „Haste dafür denn eine Bibelstelle“ mit dem Hinweis von sich selbst abzusehen und den anderen höher zu achten mit der passenden Stelle in der Bibel.

Es steht zwar nicht genauso in der Bibel, aber wenn ich nicht Gott danken kann, dass ich wunderbar geschaffen bin, wie kann ich dann den nächsten nach Gottes Wunsch höher achten? Der Nächste (schrieb ich ja oben schon) ist laut Bibel wie ich.

Letztlich geht es in der Philipperstelle doch um Abkehr vom Egoismus und du hast es dann ja noch sehr schön formuliert, dass ich mich von mir abwenden kann, weil Gott mich versorgt hat und versorgen wird in allen Belangen. Weil ich sein Du an mich gerichtet angenommen habe und damit hoffentlich genesen bin vom Kreisen um mich selbst und meine Bedürfnisse und von meinem ich in Christus zum Du im Nächsten komme.
Aber manchmal dauert es eine Zeit, bis das ganz tief unten im Sein ankommt und sich in alle Bereiche hindurch zieht.

Gott sagt auch, dass er einen fröhlichen Geber schätzt. Und ich denke mir, dass es vielleicht besser ist, aus dem erfahrenen Überfluss aus Gottes Hand zu geben, als aus gefühlter Wertlosigkeit (im Vergleich zu anderen) oder Schuldgefühl oder Werksgerechtigkeit. Was du so ähnlich dann ja auch geschrieben hattest. Weil die Motive einem selbst oder dem falschen Bild von sich selbst dienen. 

 

ga2 antworten


Chai
 Chai
Beiträge : 3666

Ich bin nicht Gott. Und nicht alles, was ich mache, ist 'sehr gut'. 
Was nicht bedeutet, dass alles, was ich mache, nicht gut ist. 
Und wenn ich etwas gut hingekriegt habe, darf ich auch zufrieden mit mir sein. 
Und wenn was nicht gut war, ist es (oftmals) kein Weltuntergang.

chai antworten
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AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1230

@chai 

Ich finde, dass Deine vier Sätze es schlichtweg "auf den Punkt" bringen, genauso 🙂

Einfach mal, auch hier, nicht gleich wieder so extrem kontradiktisch.

Grundsätzlich finde ich bei manchen Themen diese permanent betonten Diastasen und diese "Vorher - Nachher- Schemata" (Nicht-Christ >< Christ), die hier immer wieder gedreht und gewendet, hochgehalten und ins Feld geführt werden, wie ein ständiges Grob-Klotzen...

"Simul justus et peccator", zugleich gerechtfertigt und zugleich Sünder, sind und bleiben wir nach Luther.

Und ich glaube nicht, dass Abba-Gott darauf wert legt, dass wir ständig unsere Unfähigkeiten, unseren Mangel, unsere Verlorenheit und unsere Kleinheit - "zu seinen Ehren" - vor uns hertragen!

L'Chaim

 

awhler antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@awhler 

Und ich glaube nicht, dass Abba-Gott darauf wert legt, dass wir ständig unsere Unfähigkeiten, unseren Mangel, unsere Verlorenheit und unsere Kleinheit - "zu seinen Ehren" - vor uns hertragen!

Das war nicht meine Absicht, im Gegenteil. Eigentlich wollte ich ja „genauso groß“ wie Gott sein. Ich will am Ende der Woche auch so zufrieden sein wie er.

 

stern antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1398

@stern 

Ich will am Ende der Woche auch so zufrieden sein wie er.

Hast du ihm das mal gesagt? Dass du gerne mal das Gefühl hättest, etwas gut (genug) gemacht zu haben?

Ich weiß jetzt nicht genau, worum es dir geht. Um eine ganze Woche? Um einen Tag? Um eine bestimmte Sache, ein bestimmtes Projekt?

Vielleicht trifft es ja das Gefühl der Dankbarkeit? Dankbar sein, etwas gut geschafft zu haben, sich überwunden zu haben und einen guten neuen Weg eingeschlagen zu sein, durchgehalten zu haben…

Zufrieden sein, unter den gegebenen Umständen das Beste gegeben zu haben

Manchmal kann es helfen, seine Ziele konkret zu formulieren und zu planen um darauf hin zu arbeiten. Und wenn dann eine Woche besser war als die vorherige, wäre das schon ein Grund zur dankbaren Zufriedenheit, finde ich.

ga2 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@ga2 

Hast du ihm das mal gesagt?

Nee. Ich habs heute erst gemerkt, dass ich so fühle.

Ich weiß jetzt nicht genau, worum es dir geht. Um eine ganze Woche? Um einen Tag? Um eine bestimmte Sache, ein bestimmtes Projekt?

Heute ging es mir um die Woche  bzw. um den Rückblick darauf. Aber das kann man auch ganz allgemein sehen, so wie du es beschrieben hast.

Zufrieden sein, unter den gegebenen Umständen das Beste gegeben zu haben

Das trifft es gut.

Manchmal kann es helfen, seine Ziele konkret zu formulieren und zu planen um darauf hin zu arbeiten

Ja, das ist sicher Teil der Geschichte, dass das Ziel nicht immer klar ist. Und dann kann man schlecht darauf hinarbeiten.

Manchmal ist es aber so eine Langstreckengeschichte, dass man schon gar nicht mehr weiss, wieso man losgelaufen ist…auch da hilft es, zu fokussieren.

Und wenn dann eine Woche besser war als die vorherige, wäre das schon ein Grund zur dankbaren Zufriedenheit, finde ich.

Auf jeden Fall!

Vielleicht trifft es ja das Gefühl der Dankbarkeit? Dankbar sein, etwas gut geschafft zu haben, sich überwunden zu haben und einen guten neuen Weg eingeschlagen zu sein, durchgehalten zu haben…

Ja. 
So ist das bestimmt. 
Ich hatte heute , vielleicht aus mangelnder Zielsetzung, nicht das Gefühl, dass irgendetwas gut in der Woche war.

Zum einen trügt mich diese Wahrnehmung, das weiss ich. Zum anderen war das schon auch ein deutliches Zeichen, es anders zu machen. Um eben auch dankbar und fröhlich zu sein.

Dahingehend danke für die guten Impulse!

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3666

@awhler Gott hat uns 'erfunden' - mit all unseren Stärken und Schwächen. 

Und ich darf mir vor meine Augen halten, dass ich in seinen Augen wertvoll bin. 

chai antworten
Deborah71
Beiträge : 27676

Stolz und Stolz ist zweierlei im Sprachgebrauch: 

negativer Stolz: Gott, ich brauch dich nicht, ich kann das und zwar besser als du
sich Rühmen: wer immer strebend sich bemüht, den können wir (Menschen) erlösen
aufgeblasenes Ich

positiver Stolz: Freude über Gelingen und Fähigkeiten
sich Rühmen: über Gottes Hilfe, Eingreifen freuen, dankbar sein
Ich, als Identitätsbewusstsein, denn Gott spricht uns als Ich/Du an Jes 43  Ich habe dIch bei deinem Namen gerufen.... 

 

deborah71 antworten
5 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@deborah71 

Danke für die Differenzierung! 

Ich frage mich dabei: War Jesus stolz? Vermutlich nicht. Vermutlich nicht mal auf die gute Art. 

Zu seinen Jüngern sagt er: sie sollen sich nicht freuen, dass sie Dämonen  austreiben können, sondern dass ihre Namen im Himmel eingeschrieben sind.

Er lockt uns also eigentlich weg vom Stolz. 

Dass wir trotzdem Individuen sind, ist klar. Und Freude sollen wir auch haben. Worüber …?? lässt er offen.

 

stern antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27676

@stern 

In der Geschichte geht es darum mMn, sich nicht die Lorbeeren anzuheften, sondern die Kraftquelle und Autorisierung und den Dank an Gott nicht zu vergessen. 

Ansonsten denke ich, dass sie sich über das Frei- und/oder Gesundwerden schon gefreut haben und dass ihnen diese Freude nicht genommen werden sollte. Sie sollten einfach einen Schritt weiter gehen. 

 

deborah71 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@deborah71 

Sie sollten einfach einen Schritt weiter gehen. 

Darauf kommt es wohl an.

stern antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1398

@deborah71

Ich will das hier mal etwas ausführen.

Ich denke dass Jesus die Jünger daran erinnern will, worum es eigentlich geht, nämlich den Willen des Vaters tun. 
Sonst könnte die Gefahr bestehen, dass man auf die Jagd nach immer neuen Erfahrungen geht und dann die Motivation der Kick, die Aufregung, der Adrenalinschub, das erwartete Glücksgefühl ist und man ist nicht mehr im Auftrag unterwegs sondern für sich selbst. Er stellt sie wieder auf das Fundament.

ga2 antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18545

@ga2 

Ja, daran zeigt sich, wie perfide die andere Seite "arbeitet" ... 

neubaugoere antworten


hundemann
Beiträge : 358

Wenn ich mir durchlese was du in den letzten Tagen hier  alles geschrieben hast, wow !

Und jetzt hast du keinen Frieden darüber. Im Römer 8 Vers 1 steht, das ein Mensch, der

zu Christus gehört, wird Gott nie wieder etwas vorwerfen.

Christen sagen, Christus hat die Schulden auf sich genommen. Warum leiden wir Christen

so viel unter unseren Schuldgefühlen.

Ich kenne das auch. In "frommen" Kreisen" gibt es nach meiner Erfahrung sehr viele Schuldgefühle,

und ich kenne diese Qualen auch.

Du fühlst dich nicht gut genug, fröhlich genug, nicht fromm genug............................

Und wenn du keine Schuldgefühle mehr hast, fühlst du dich schuldig, weil du womöglich zu

stolz geworden bist.

Aber Gott hat gar nichts davon, und auch deine Mitmenschen, wenn du immer meinst, du musst

dich erklären und rechtfertigen was du tust. Und wenn du dir etwas gönnst, brauchst du 

einen guten Grund dazu. Und die Latte für deinen Glauben ist sehr hoch, dieser Druck.....

Aber diese Schuldgefühle sind eigentlich unnötig. 

Menschen, die Christus begegneten, hören als ersten einen Satz der Annahme und

Bejahung. Für mich bist du okay, Dir sind deine Schulden vergeben, ich verurteile dich nicht.....

Ein wankelmütiger und wetterwendischer Mensch wie Petrus sagt Christus, "in meinen

Augen bist du ein Fels."

Wir müssen nicht perfekt sein, es mit der Rechtschaffenheit übertreiben. 

Wir Christen sind leider so oft mit unserem eigenen Perfektionismus beschäftigt, unserer

Angst vor Fehlern und Peinlichkeiten, beobachten uns gegenseitig, bis einer einen Fehler

macht. In der Bibel hat Gott sogar aus Menschen die Fehler gemacht haben, die besten

Resultate hervor gebracht.

Vielleicht sollten wir, auch ich, barmherziger werden...............

 

liebe Grüße,

 

hundemann antworten
6 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27676

@hundemann 

Da hast du den Finger auf einen wichtigen Punkt gelegt. 

Dieses sich unter Verdammnis und nicht-genügen Halten ist stinkender Stolz, denn er macht die Erlösung klein und ungenügend und widerspricht Gott. 

Meine frühere Pastorin hatte uns mal ein Buch empfohlen: Wenn Satan deine Freude nicht rauben kann

Warum rauben wir uns die Freude an der Erlösung selbst? 

 

deborah71 antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 358

Wir Menschen im Glauben sind Geschwister und keine Einzelkämpfer, Konkurrenten......

Wir müssten eigentlich nicht mehr ringen, Gott und Menschen zufrieden zu stellen......

Christus hat uns frei gemacht, unser Leben unabhängig von der Frage zu gestalten,

ob ich gut genug bin. Wir sind gut genug.

Das könnte gute Auswirkungen für mich selbst und andere Menschen haben.

Denn Gott ist ein Gott der Liebe und guten Beziehungen.

Gott steht zu uns, auch wenn ich menschlich gesehen hinter meinen eigenen Erwartungen

zurück bleibe. Eigentlich können wir da nichts mehr verlieren, nur gewinnen.....

 

liebe Grüße,

hundemann antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@hundemann 

Ein wankelmütiger und wetterwendischer Mensch wie Petrus sagt Christus, "in meinen

Augen bist du ein Fels."

Danke für diese Erinnerung!

In der Bibel hat Gott sogar aus Menschen die Fehler gemacht haben, die besten

Resultate hervor gebracht.

Ja, das ist wahr.

Wir Christen sind leider so oft mit unserem eigenen Perfektionismus beschäftigt, unserer

Angst vor Fehlern und Peinlichkeiten, beobachten uns gegenseitig, bis einer einen Fehler

macht.

Ja, vielleicht war hier Perfektionismus die Mutter meiner Unzufriedenheit. Ich hatte aber eher das Gefühl, dass ich realisiert habe, dass ich in einer Selbstgerechtigkeit feststecke, die eine gute Woche per se verhindert. Nicht formal, sondern gefühlt. Und gefühlt ist halt manchmal das Maß der Dinge bei mir. Auch trügerisch, ich weiss.

Danke für deine wohlwollenden Worte.

Ich hatte durch diese (meine) Gedanken aber durchaus Einsichten, insofern ist es nicht immer nur schlecht, auch seinen Unzulänglichkeitsgefühlen mal auf den Zahn zu fühlen.

 

 

stern antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7426

@stern 

"ist es nicht immer nur schlecht, auch seinen Unzulänglichkeitsgefühlen mal auf den Zahn zu fühlen."

Aber dann auch genau so liebevoll zu sich selbst, wie man es - hoffentlich - auch anderen gegenüber ist.

queequeg antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@queequeg 

Aber dann auch genau so liebevoll zu sich selbst, wie man es - hoffentlich - auch anderen gegenüber ist.

Gefühle sind ja erstmal nur wertfrei anzuerkennen. Was man damit dann macht, entscheidet man dann nochmal gesondert. Ich habe mich dafür entschieden sie einfach anzuerkennen. Auch wenn ich mich dadurch unzulänglich fühle- das kann ich aushalten. Ich weiss ja, dass ich trotzdem angenommen bin. Schlimmer wäre es für mich, sie zu überspielen.

stern antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 358

@stern 

ja, was mir oft klein und unbedeutend vor kommt, ist bei Gott ganz groß.

Ist es wirklich der Rede wert, wenn ich einem anderen Christen auch nur ein

Glas kaltes  Wasser gebe, Gott ist uns dankbar dafür. Matth. 10 Vers 42.

Gott sieht oft Gutes in uns, was ich selbst so gar nicht wahr nehme.

ER freut sich über jede kleine Handreichung.

Und ER möchte, das wir uns nicht mehr schuldig fühlen müssen.

Das wir da frei sind...........frei von mir selbst, frei um zu helfen....

 

liebe Grüße,

 

hundemann antworten
Seidenlaubenvogel
Beiträge : 2174

@stern Danke dir für deinen Themenstart. Ich freu mich in Sachen „gut gemacht“ bereits an Kleinigkeiten, nehme mein Gelingen dabei wahr und erkenne es an. Und doch gibt es Tage, in denen Erwartung, Möglichkeiten und wie ich den Tag erlebt habe, weit auseinander fallen. Es gelingt mir grundsätzlich meist, auch damit versöhnt zu sein. Es ist gut, wie es ist - das sprech ich mir zu. Ich mache, lebe, verhalte mich so gut ich kann und das darf gut genug sein.

Wie stehst du zu Anspruch, Wunsch nach Perfektion und welche Erwartungen hast du?
Wie nimmst du deine Energie und Motivation wahr?

Mir hilft es darauf zu achten, (mit mir) versöhnt zu sein. Und dabei will ich mich an Gott und seiner Barmherzigkeit orientieren. Wie kann es sein, dass ich mich geringschätze, wenn Gott mir so unfassbar zugewandt ist? Das funktioniert nicht immer „per Umschalten“, aber darauf darf ich immer wieder zurückkommen.

seidenlaubenvogel antworten
4 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@seidenlaubenvogel 

Hallo, ich glaube dein Post ist mir durchgerutscht, jedenfalls habe ich ihn jetzt gesehen, Sorry.

Mir hilft es darauf zu achten, (mit mir) versöhnt zu sein. Und dabei will ich mich an Gott und seiner Barmherzigkeit orientieren. Wie kann es sein, dass ich mich geringschätze, wenn Gott mir so unfassbar zugewandt ist? Das funktioniert nicht immer „per Umschalten“, aber darauf darf ich immer wieder zurückkommen.

Ja, es ist eine Gratwanderung mit sich versöhnt zu sein und doch Unzufriedenheit als Indikator ein Gewicht zu geben.

Aber es ist schon wahr: eher bin ich streng mit mir als zugewandt. Auch das ist sicher ein „sicherer Runterzieher“. 

stern antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2174

@stern 

Ja, es ist eine Gratwanderung mit sich versöhnt zu sein und doch Unzufriedenheit als Indikator ein Gewicht zu geben.

Ich bin mir nicht genau sicher, was du damit meinst. Wofür ist Unzufriedenheit ein Indikator? Für das Unversöhnliche? 

Was ich ganz arg wichtig finde: Das, was da ist, kann nicht einfach weggedrückt werden. Das wird auch nicht funktionieren. Wir werden nicht immer verstehen, woher es kommt. Und ob es eine Berechtigung hat oder nicht, ob es Prägung oder Teil der Persönlichkeit ist, es ist da und darf auch da sein. Nur - wir müssen uns davon nicht jederzeit bestimmen lassen. Und es liegt an uns, zu steuern, wonach wir uns - bewusst und neu - ausrichten wollen.

Bei mir ist es ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit und die Eigenschaft in Frage stellen - das macht mich aus. Wenn ich das akzeptiere, gelingt es mir leichter, wenn es angebracht ist, mich davon zu lösen oder mir zuzwinkernd zu begegnen als wenn ich dagegen ankämpfe. Und beide Punkte haben ja durchaus auch wertvolle Aspekte.

Auch streng mit sich sein, ist ja nicht nur ein Runterzieher, sondern kann z.B. zu Disziplin und hohem Einsatz beitragen.

 

 

seidenlaubenvogel antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 1795

@seidenlaubenvogel 

Das, was da ist, kann nicht einfach weggedrückt werden

Das meinte ich damit, die Unzufriedenheit kann ja auch einen Missstand anzeigen, etwas das in Schieflage geraten ist und wieder gerade gerückt werden möchte. Wenn man das wegdrückt, verpasst man den Hinweis.

Wenn man mit sich versöhnt ist, dann finde ich, tendiert man (ich) dazu, das zu verharmlosen. So nach dem Motto: ja, heute bin ich halt unzufrieden, morgen ist es wieder besser…was an sich ja auch stimmt, aber da überlegt man dann nicht, was sie einem sagen möchte. 

stern antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2174

@stern Ah, okay. Danke für die Erläuterung. Ja, das ist ein guter Hinweis.

seidenlaubenvogel antworten


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