„Und er sah dass alles sehr gut war…“
Entgegen der Überschrift geht es mir nicht um die Schöpfungsgeschichte, sondern um den Satz, den Gott da spricht.
Er hat was erschaffen und ist (mehr als) zufrieden mit seinem Werk.
Ich beneide ihn um dieses Gefühl. Ausruhen und sagen: boah, hab ich gut hinbekommen, alles!
Obwohl ich Schulterklopfen und Zuspruch von anderen kenne für Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe, habe ich selbst dieses Gefühl nicht. Das empfinde ich als grossen Mangel, denn dadurch ist mir mein eigenes Tun fremd geworden.
Kennt das noch jemand?
Veröffentlicht von: @sternEntgegen der Überschrift geht es mir nicht um die Schöpfungsgeschichte, sondern um den Satz, den Gott da spricht.
Er hat was erschaffen und ist (mehr als) zufrieden mit seinem Werk.
Ich beneide ihn um dieses Gefühl. Ausruhen und sagen: boah, hab ich gut hinbekommen, alles!
Obwohl ich Schulterklopfen und Zuspruch von anderen kenne für Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe, habe ich selbst dieses Gefühl nicht. Das empfinde ich als grossen Mangel, denn dadurch ist mir mein eigenes Tun fremd geworden.
Kennt das noch jemand?
Ja, ich kann nachempfinden, wie du das meinst.
Er hat was erschaffen und ist (mehr als) zufrieden mit seinem Werk.
Bei mir hat sich diesbezüglich in späteren Jahen etwas gewandelt. Und zwar lernte ich einen Künstler kennen, der in kindlich-naiver Weise in sich selbst verliebt ist und sich so sehr freut, wenn ihm das Publikum hold ist und wichtige Leute ihm die Hand schütteln. Selbst in armen Verhältnissen und ohne Vater aufgewachsen, musste er sich sein Können hart erarbeiten.
Am Anfang kam mir diese Art des Narzissmus ganz ulkig vor und ich konnte es kaum glauben, dass es so 'was gibt. Weil seine Freude über seinen "Ruhm" sich aber so echt anfühlte, ging es mir wie von dir beschrieben:
Ich beneide ihn um dieses Gefühl. Ausruhen und sagen: boah, hab ich gut hinbekommen, alles!
Es kam dann so, wie es in einer Beziehung kommen kann: man kopiert einiges. Und diese kindliche Freude über Gelungenes gehört jetzt in meinem Leben dazu.
Er ist wesentlich älter als ich und deshalb betrachte ich diese Wandlung als etwas, das durch ihn in mir nachreifen konnte, was mein Vater mir nicht mit auf den Weg gab.
Danke für diesen Thread, liebe:r Stern. Er hat mir nochmal gezeigt, wie in einigen Dingen wertvoll diese Beziehung für mich war.
Entgegen der Überschrift geht es mir nicht um die Schöpfungsgeschichte, sondern um den Satz, den Gott da spricht.
Und ich denke, dass der kreative Schöpfungsakt prädestiniert ist für Glückseligkeit über Gelungenes. Gott hat da in Teilzielen etwas aus Lust und Liebe kreiert und war zum Schluss positiv erschöpft.
Gott hat da in Teilzielen etwas aus Lust und Liebe kreiert und war zum Schluss positiv erschöpft.
🙂 Ja, genauso möchte ich mich auch fühlen!
Und zwar will ich in den guten Werken wandeln, die Gott für mich bereitet hat.
Veröffentlicht von: @sternGott hat da in Teilzielen etwas aus Lust und Liebe kreiert und war zum Schluss positiv erschöpft.
🙂 Ja, genauso möchte ich mich auch fühlen!
Und zwar will ich in den guten Werken wandeln, die Gott für mich bereitet hat.
Ja. Da sprichst du etwas Wesentliches an.
"Lass mich nicht am Ziel vorbeitreiben, sondern das ausrichten, wozu ich berufen bin und darin wandeln", ist ein Gebet, das mir wichtig ist.
Und es funktioniert. Segen fließt, wenn man etwas tut, wofür man sich berufen fühlt.
und war zum Schluss positiv erschöpft.
Echt jetzt? Kann Gott erschöpft sein? Dann hätte ER sich wohl zurückgezogen. Aber der Shabbat ist ein Tag der Gemeinschaft mit seinen Menschen. Er nimmt sich bewusst Zeit für sie.
Echt jetzt? Kann Gott erschöpft sein?
Oh, da habe ich wohl unüberlegt allzumenschlich von ihm gedacht.
In Jesaja 40,28 heißt es: „Hast du es nicht gewusst? Hast du es nicht gehört? Der ewige Gott, der Herr, der Schöpfer der Enden der Erde, wird weder müde noch matt.“
Liebe Grüße in den Tag. 👋
Eure beiden Postings über "Gottes Erschöpfung" und "sich Zeit nehmen für" zeigen m.E. sehr schön, was passiert, wenn man diese biblischen Texte nicht historisch-kritisch als orientalisch zu kontextualisierende, alte und "vermenschlichte" Erzählungen nimmt, deren Anschaulichkeit für uns nicht mehr einfach auf der Ebene eines "1:1-Verständnisses" zugänglich sein kann ...
Mich würde interessieren, ob es jüdische Witze gibt, die auf ihre Art die Frage nach Gottes Schaffen und nach seinem Blick auf die Schöpfung "ironisieren" und "geistreich zum Schmunzeln" einladen?
L'Chaim
Ja, kann ich verstehen ... und wenn es nicht auch "charmant" (ansprechend, anschaulich) wäre, wäre die Erzählung so ja auch nicht entstanden 😉
Mein Fokus lag eher auf der Frage, inwieweit diese "vermenschlichte" Darstellung Gottes in der Genesis (z.B. "das Umherwandeln Gottes" im Garten" Genesis 3,8) eben bildhafte Sprache ist ... und (Stw. Symboldidaktik) der Umgang damit will gelernt und geübt sein, sonst verabschieden sich Menschen leider unnötigerweise von diesem, für sie unverständlichen "Märchenbuch Bibel".
Ich komme da wohl immer wieder auf etwas zurück, was mir im Konfi-Unterricht über die vielen Jahre immer ein Anliegen war, nämlich den 12,13,14-Jährigen zu sagen, dass sie viel von der Bibel verstehen, wenn sie sie in ihrer Bild- und Symbolsprache wahrnehmen ... Ich hab's ja an anderer Stelle schon mal ausgeführt an dem Beispiel der "sprechenden Schlange", die "Ihr mit Euren Handys nicht hättet filmen können, weil sie bildhaft die Erfahrung von Versuchung und Verführung darstellt." ...
Aber wie gesagt: Ich mag die jüdische Zugangsweise, die auch eine ironische, lächelnde Komponente kennt im Umgang mit Aussagen der Schrift ...
L'Chaim
Veröffentlicht von: @awhlerAber wie gesagt: Ich mag die jüdische Zugangsweise, die auch eine ironische, lächelnde Komponente kennt im Umgang mit Aussagen der Schrift ...
Vielleicht fehlt das 'uns' Christen (oder wenigstens manchen davon) manchmal.
Und auch wenn es die nächste 'Vermenschlichung' Gottes ist - ich glaub tatsächlich, dass der auch Humor hat.
Habe mich vorhin erinnert ... also:
In einem jüdischen Schtetl lässt sich ein Geschäftsmann einen Maßanzug fertigen. Es dauert Monat um Monat, bis der Schneider ihn angefertigt hat, ihn für fertig erklärt und zum Abholen bereit hält.
Der Geschäftsmann, der nun fast ein Jahr lang gewartet hat, ist erbost und sagt verärgert: "Wieso hast Du solange gebraucht, einen einfachen Anzug zu fertigen? Was war für Dich so schwer daran? ... Hat nicht unser Gott, Haschem, der Dich begabt hat, auch nur sechs Tage für die Erschaffung der Welt gebraucht???"
Der Schneider denkt nach "Mmm mmmh ... sechs Tage, ja, gepriesen sei Adonai ...", und antwortet: "Aber bitte - schau Dir an diesen absolut perfekten Anzug, kein schönerer is nich", und mit einem Blick aus dem Fenster: "Und dann schau Dir an die Welt!!!"
L'Chaim
Noch einer:
Ein alter Rabbiner liegt im Sterben, ruft seine Frau: Hole den Priester, ich möchte getauft werden.
Sie: Bist du meschugge? Ganzes Leben hast du so für Gott gearbeitet, jetzt möchtest du Christ werden?
Er: Hör gut zu, ich hab nicht viel Zeit, muss gleich sterben: Lieber einer von ihnen stirbt als einer von uns.
Off topic
Ich habe tatsächlich von Daniel Neumann in der Jüd. Allgemeinen (30.04.20) etwas gefunden:
Ansonsten bleibt zu sagen:
Es ist nicht biblisch, dass Gott schläft. Aber es ist biblisch, ihn als schlafend zu wähnen (Psalm 44, 24). 🤨
OT-Ende
Allerdings hat Gott es später auch bereut (1.Mose 6,6). Also ganz so lang hat sein Positive Sicht nicht gehalten.
@stern diese Tatsache stimmt mich traurig.
Und ich finde sie verwirrend, einerseits so und andererseits soll er uns bedingungslos lieben...
Naja…er hat uns ja nicht aufgegeben 🤷♀️
*hm* Ein Gedanke kommt mir: Vielleicht schaust du zu weit weg? Hast du wirklich noch nie etwas erschaffen, woran du selbst Freude hattest und dann zufrieden mit dir bist? Noch nie einen Kuchen gebacken, der dir gelungen ist und den du mit Liebe selbst gegessen oder an andere verschenkt hast? Noch nie einen Kräutertopf gezogen oder nen anderen Pflanztopf, der dann was geworden ist? Noch nie einen Kaffeetisch vorbereitet für andere, mit dem alle und auch du zufrieden warst? Noch nie etwas Handwerkliches getan, woraus etwas Neues entstand? Noch nie Etwas zum Wohle der Gemeinschaft (und wenn es die kleine Familie ist) gemacht?
Gottes Schöpferkraft wohnt auch in uns ... 🙂 Nur, dass wir keine Weltmeere mehr erschaffen brauchen, die sind ja schon da; dass wir keine Landmasse von der Wassermasse scheiden, hat Gott ja schon gemacht. 😉
Ja, doch, klar mach ich sowas…die ganze Woche lang…und klar, wenn meine Kinder satt sind, klopf ich mir auf die Schulter und sage: gut gemacht, du hast sie versorgt.
Aber das war ein Augenblick, wo mir das nicht gereicht hat. Vielleicht weil ich das Gefühl hatte, dass ich es ohne Gott gemacht habe. Vielleicht auch wegen der ständigen Wiederholung. Vielleicht hat Gott nach der x-ten Welterschaffung dann auch irgendwann keine Lust mehr…ich weiss es gar nicht so genau.
Veröffentlicht von: @sternAber das war ein Augenblick, wo mir das nicht gereicht hat. ...
Also hat sich dieser große Weltschmerz aus einem einzelnen Augenblick der Unzufriedenheit entwickelt?
Ich kenn das zwar auch - vermutlich ist es mit Kindern (je nachdem, in welchem Alter) normal, dass man kein positives Feedback kriegt und sich am Ende des Tages (oder auch der Woche) fragt, was man denn jetzt geschafft hat und - weiterführend - was man denn jetzt 'Gutes' und / oder 'Sichtbares' gebacken gekriegt hat.
Aber aus diesem Stadium ist die Diskussion jetzt ja schon lange raus.
🙂 ja, das könnte man denken, wenn man mein Post liest
nein, es war ein Augenblick, in dem es mir nur bewusst wurde, was schon lange so ist: dass in meinem Leben nur noch Routine stattfindet und ich am Ende der Woche nicht mehr zufrieden zurückblicke, sondern das Gefühl habe, auf Belangloses zu blicken…einfach gerade so bewältigter Alltag…vielleicht auch weil ich den Wert meiner Arbeit in dem Augenblick aus den Augen verloren habe.
Aber eher, denke ich, weil mir das Gefühl des kreativen Erschaffens abhanden gekommen ist. Und das empfinde ich tatsächlich als grossen Verlust.
nein, es war ein Augenblick, in dem es mir nur bewusst wurde, was schon lange so ist: dass in meinem Leben nur noch Routine stattfindet und ich am Ende der Woche nicht mehr zufrieden zurückblicke, sondern das Gefühl habe, auf Belangloses zu blicken…einfach gerade so bewältigter Alltag…vielleicht auch weil ich den Wert meiner Arbeit in dem Augenblick aus den Augen verloren habe.
Das kenne ich auch so ähnlich. Ich denke, das liegt am ständigen funktionieren müssen im Alltag, ich fühle mich oft ausgelaugt und zermürbt. Dann gibt es noch die vielen Dinge, die ich als sinnlos empfinde, die ich aber tun muss. Es gibt aber auch immer wieder Momente, die ich als Gottes Geschenk erlebe, Momente des Durchbruchs durch den Schleier, der über dem Dasein liegt. Ich vertraue darauf, dass Gott mir diese Momente immer wieder schenken wird. Die kommen dann zu meiner Schatzsammlung im Himmel.
Du schreibst, du hast das Gefühl auf Belangloses zurück zu blicken. Gerade so bewältigter Alltag.
Wie wäre es mit einem anderen Blick? Zum einen hast du deinen Alltag bewältigt. Du hast dich ihm gestellt und nicht aufgegeben. Du hast deinen Platz ausgefüllt. Es mag dir gering erscheinen, aber es kann trotzdem sehr wertvoll sein.
Wenn du Familie hast und dein Alltag daraus besteht, für deine Familie zu sorgen, ist das mit Sicherheit nicht belanglos sondern wichtig.
Aber vielleicht ist es auch mal an der Zeit, Gott zu fragen, wie er das alles sieht, wie er sich deine Zukunft vorstellt und was in deinem Leben jetzt dran ist, ob er eine bestimmte Aufgabe für dich hat.
Gott liebt dich und möchte, dass du dich auch freuen kannst, an ihm, am Leben und an dem, was er dir geschenkt hat.
Vielleicht finden sich ja Möglichkeiten, ab und an Zeiteinheiten für kreatives Erschaffen einzuplanen?
Ala belanglos hab ich es gesehen, weil ich mich nicht darüber gefreut habe…und dann erschien es mir belanglos - obwohl es das vielleicht gar nicht war.
Gott liebt dich und möchte, dass du dich auch freuen kannst, an ihm, am Leben und an dem, was er dir geschenkt hat.
Ja. Aus dem Grund war ich auch enttäuscht bei der Rückschau, weil sich das nicht einstellen wollte.
Vielleicht finden sich ja Möglichkeiten, ab und an Zeiteinheiten für kreatives Erschaffen einzuplanen?
Mal schauen…🙂
Etwas darf und soll sich verändern!
Dankt Gott, ganz gleich wie eure Lebensumstände auch sein mögen. All das erwartet Gott von euch, und weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid, wird es euch auch möglich sein. 1.Thess 5,18
Ist mir grad über den Weg gelaufen…🤦♀️
Nicht als "Disziplin"
Ja…danke trotzdem fürs erinnern, denn man kann schon schnell eine „Übung“ daraus machen…
Aber echt gefühlte Dankbarkeit entsteht ja spontan…
Ja, Dankbarkeit ist ein Wesenszug ... das eine kommt aus dem anderen ... Solche "Sachen" sind ja alles keine "losgelösten", alleinstehenden Dinge ...
Bei Bonhoeffer las ich: Dankbarkeit sucht über der Gabe den Geber ...
Ja, vermutlich, das ist als Kind schon so gewesen, dass ich mich in etwas versinken lassen konnte, das geht jetzt weniger. Ob das schlimm ist oder eine normale Entwicklung lass ich jetzt mal offen…Und die Freude ist der Pflichterledigung gewichen. Es fühlt sich schon wie ein Systemfehler an…aber vielleicht muss ich meinen Fokus noch mehr auf andere legen (das war hier letztens auch als Lösungsvorschlag gegen doofe Gedanken Thema), das löst eventuell mein Problem schon. Ich wollte jetzt auch keine „Weltuntergangsstimmung“ verbreiten…Danke aber fürs Zuhören! Allein das Gedankensammeln hat schon geholfen 🙂👋🏻
Pass bitte auf dich auf! Nicht dass du in einen Burnout oder eine Depression abgleitest.
Unzufriedenheit ist ein Indikator, dass irgendwo etwas nicht passt. Vor allem, wenn man sie häufiger verspürt.
Ich werde mir jetzt übrigens definitiv einen Kreativplatz erschaffen. Einen Ort, an dem ich mit Ton oder Farbe arbeiten kann. Weil ich wieder weiß, dass mir das guttut und auch hilft.
Unzufriedenheit ist ein Indikator, dass irgendwo etwas nicht passt. Vor allem, wenn man sie häufiger verspürt.
Ja.
Jetzt muss ich nur noch unterscheiden war das Weltschmerz, Erschöpfungstendenzen oder einfach nur ein gesunder Indikator, etwas zu ändern.
Das ist aber ok, so ist das als im Leben, dass man nicht gleich checkt, was Sache ist. 🙂
Danke jedenfalls.
Guten Morgen alle! 🙂
Ich danke euch allen für eure Teilnahme an meinem Post über meine persönliche Unzufriedenheit!
Ich habe vieles mitgenommen, von Dankbarkeit über Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge und bin mir jetzt auch sicher, dass die Freude wichtig ist, da hab ich mich nicht getäuscht.
Und mir ist über den Austausch klar geworden, dass ich auch kreativ sein kann trotz der Routine und in meiner Routine.
Schließlich hat mir die Kreativität ja niemand genommen. Nur weil ich sie nicht mehr wahrgenommen habe, heißt es ja nicht, dass sie nicht mehr da ist. Ich muss und kann sie eben auch einsetzen, um sie zu erleben.
Schönen Tag euch allen !🙂
⭐️
Eine der schönsten und liebevollsten vielen anderen Aussagen von Gott.
Da kenne ich ein Lied von Ich und Ich
https://www.youtube.com/watch?v=4VPpzhb0zMQ
Wer wünscht sich selbst das auch?
Zu 80% fühle ich mich an meiner gegenwärtigen Arbeitsstelle sehr wohl, nichts zu klagen, supercooles Team, das sich immer gern gegenseitig unterstützt.
Die anderen 20% sind mein direkter Vorgesetzter.
Sagen wir es mal so: Den wahren Charakter einer Führungskraft erkennt man daran, wie sie mit den Mitarbeitern umgeht, die sich am wenigsten wehren können, und ich bin Leasingkraft.
Ich glaube er probiert es gerade wirklich, wie weit er mich schickanieren kann, bis ich heulend im Eck sitze.
Bei mir sucht er mit der Lupe nach jedem Haar in der Suppe, kontrolliert extrastreng und scheißt mich jeden Tag wegen irgendwas zusammen.
Warum habe ich das und das noch nicht gemacht? Andererseits habe ich vorletzte Woche schonmal für eine kleine Umbaumaßnahme für nächstes Jahr die Instandhaltung gefragt, wie die das sehen, ob wir einen Industriekletterer nehmen können, falls das Gerüst das jetzt gerade dauerhaft dasteht dann in dem Zeitraum, wo wir wegen der Abstellung der Kolonne an die Dampfleitung ran können, nicht mehr dastehen sollte, weil es für weitere Maßnahmen während der Abstellung im Weg ist, und wurde zusammengeschissen, daß ich jetzt nicht schon die Instandhaltung wuschig machen soll *bla*. Ich habe nicht stundenlang über mehrere Tage bei der IH Großalarm geschlagen, ich habe nur mal kurz gefragt. Ach, und Anfang August hat er noch meine Fließbilder, die der Process Manager vollkommen okay fand, in Grund und Boden kritisiert.
Es gab schon ganz am Anfang einen kleinen Hinweis, daß er nicht vor hat, mich für voll zu nehmen. Damals bildete ich mir noch ein, daß sich das mit der Zeit schon von selbst geben würde. Wir hatten eine Besprechung, bei der mehrere Fließbilder mit sehr vielen Rohrleitungen zum Einsatz kamen. Und die Zeit für die Besprechung war begrenzt, so etwa eine Stunde. Aufgrund der Erfahrung bei einer vorherigen Arbeitsstelle beschloss ich, die relevanten Rohrleitungen farbig zu markieren und sagte noch: "Das hilft sicher, daß wir in der knappen Zeit voran kommen." Mein Chef in herablassendem Ton: "DIR hilft das! Der Betrieb kennt seine Fließbilder!"
Als ob der Betrieb jede Rohrleitung kennen würde. Nach 10 Jahren Berufserfahrung hat man schon ganz viele ganz andere Erfahrungen gesammelt, gerade in älteren Betrieben.
Vor 10 Jahren, als ich noch nicht wusste, warum dieses und jenes bei mir nicht so klappt wie bei anderen (ADHS), und als ich deswegen, und auch wegen früher erlittenem Mobbing sehr unsicher war, wäre ich dran zerbrochen. Da hätte er mich tatsächlich soweit gekriegt, daß ich irgendwann heulend im Eck gesessen hätte.
Aber jetzt bin ich so weit, habe so viel durchgestanden und auch schon das eine oder andere geleistet, daß ich weiß, daß ich meinen Job im Prinzip kann und von diesem Verhalten einfach nur verärgert und enttäuscht bin.
Also mir hilft es im Moment echt, mich selbst für das eine oder andere zu loben, und mir zu sagen, daß ich keine Anfängerin mehr bin.
Also mir hilft es im Moment echt, mich selbst für das eine oder andere zu loben, und mir zu sagen, daß ich keine Anfängerin mehr bin.
Das kann ich gut verstehen. Ich weiss nicht, ob ich ein ADHS Typ bin, aber egal, für Leute, die in der Vergangenheit verunsichert wurden durch zu viel und ungerechtfertigte Kritik ist das eine gute Geisteshaltung. So empfinde ich das auch. Aber man muss es tatsächlich erstmal lernen, und leider durch viel „Schmerz“.