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Sind wir als Christen das größte Hindernis für das Evangelium?

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Mr.K
 Mr.K
Themenstarter
Beiträge : 290

Liebe Geschwister,

ich habe eine unbequeme Frage:

Sind wir als Christen manchmal eigentlich das größte Hindernis für das Evangelium?

Nicht die Atheisten. Nicht die „Welt“. Nicht die bösen Medien. Nicht die Politik.

Sondern wir.

Denn wir haben eine erstaunliche Fähigkeit entwickelt: Wir können aus einer Botschaft der Gnade ein Leistungssystem machen.

Jesus sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid.“

Und wir antworten: „Sehr gerne. Aber vorher müsste ich noch meine geistliche Bewerbung fertig machen. Gibt es auch ein Formular für die Aufnahme in die Gnade?“

Manchmal wirkt es, als würden wir Gott einen Lebenslauf schicken.

„Herr, ich bete regelmäßig.“
„Herr, ich kenne die richtige Lehre.“
„Herr, ich habe die richtigen Feindbilder.“
„Herr, ich weiß sogar, welche Bibelübersetzung die einzig akzeptable ist.“

Und Gott sitzt vermutlich da und denkt: „Interessant. Ihr erklärt mir gerade, warum ich euch retten sollte. Dabei war genau das der Punkt, den ihr nicht verstanden habt.“

Vielleicht ist das größte Missverständnis der Christenheit nicht, dass Menschen zu wenig über Gott wissen. Vielleicht ist es, dass Menschen glauben, Gott sei beeindruckt von unserer religiösen Betriebsamkeit.

Wir bauen Gemeinden.
Wir schreiben Bücher.
Wir führen Diskussionen.
Wir verteidigen die Wahrheit.

Und manchmal frage ich mich: Wenn Jesus heute käme – würden wir ihn erkennen? Oder würden wir ihn erst durch unser theologisches Prüfverfahren schicken?

„Interessanter Ansatz, Jesus. Aber könnten Sie bitte noch erklären, welcher Denomination Sie angehören?“

„Wie stehen Sie zur aktuellen Debatte über Thema X?“

„Und könnten Sie bitte bestätigen, dass Sie alle unsere 27 Glaubensvoraussetzungen unterschreiben?“

Die Pharisäer hatten damals ein Problem: Sie kannten die Schrift.

Aber sie erkannten das Wort nicht, als es vor ihnen stand.

Und vielleicht ist das eine Warnung, die nicht nur für die anderen gilt.

Vielleicht können wir so sehr damit beschäftigt sein, Gott zu verteidigen, dass wir vergessen, ihm zu begegnen.

Vielleicht kann man sogar recht haben – und trotzdem am Herzen Gottes vorbeileben.

Das ist eine unbequeme Möglichkeit.

Denn Irrlehre erkennen wir gerne.

Stolz bei anderen erkennen wir auch.

Aber den eigenen religiösen Stolz?

Der trägt oft eine Bibel unter dem Arm und spricht sehr höflich.

Vielleicht ist die wichtigste Frage deshalb nicht: „Habe ich die richtige Meinung über Gott?“

Sondern: „Erlaube ich Gott noch, mich zu verändern?“

Denn eines ist sicher: Gott braucht keine Verteidiger.

Er sucht Nachfolger.

Und Nachfolger laufen hinter Jesus her.

Sie laufen nicht vor ihm her und erklären ihm den Weg.

Amen.

(P.S.: Dieser Beitrag wurde geschrieben von jemandem, der selbstverständlich nicht zu den angesprochenen Menschen gehört. Die anderen sollten darüber nachdenken.)

Antwort
27 Antworten
Deborah71
Beiträge : 29330

@mr-k 

P.S Klingt nach Frank Krause 🤣 

Aber so isses oft auf den Punkt. Schöne Checkliste, wo man(ich nehme mich nicht aus) einen Bogen in Religiösität gemacht hat. 

Erstmal drüber nachdenken.....  

deborah71 antworten


Salvatore23
Beiträge : 60

@mr-k Gute Fragen, da man ja zunehmend feststellen kann, dass sich das Christentum zusehends in die falsche Richtung entwickelt hat.

 

salvatore23 antworten
Sonne0004
Beiträge : 9

Herrlich 😂

aber so isses ja ..., es wird gemacht und getan, dabei ist es vielleicht diese einfache, unverursachte Stille, die schon ist, bevor der erste Gedanke auftaucht. Und wir sind Gott nah. 

Jesus sagte mal, hebt einen Stein hoch und ihr findet mich ..., ich denke, es hat alles mit einer ruhigen, entspannten Wahrnehmung zu tun. 

Ja, ich meine auch, wir stehen uns meistens selber im Weg ..., danke für deine Fragestellung 👍🏻😂

sonne0004 antworten


Stern
 Stern
Beiträge : 3209

@mr-k 

(P.S.: Dieser Beitrag wurde geschrieben von jemandem, der selbstverständlich nicht zu den angesprochenen Menschen gehört. Die anderen sollten darüber nachdenken.)

😂

Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung…😉

Ansonsten bin ich ganz deiner Meinung.

Das richtige was-auch-immer (Wissen, Glauben, Kirche, …) hält uns gefangen. 

Schon vor 2000 Jahren im Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner von Jesus festgehalten : der der alles richtig macht, hat leider (oder besser zum Glück) vor Gott nicht den Stand eines Gerechten.

Sondern eben jener, welcher weiss, wie daneben alles bei ihm geht und trotzdem Gott sucht 😌

Aber sag das mal einem Christen, der alles richtig machenwill 😅 

stern antworten
3 Antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 290

@stern Ein solcher Christ wird gnadenlos scheitern und danach ebenso gnadenlos erkennen, dass er gar nicht so gnadenlos ist...

mr-k antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3209

@mr-k 

Ein solcher Christ wird gnadenlos scheitern und danach ebenso gnadenlos erkennen, dass er gar nicht so gnadenlos ist...

Ja…auch ein Weg, das Evangelium anzunehmen…🙂

stern antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29330

@stern 

Zum Beitrag

gefangen.....

Ein ehemaliger Leiter sagte dazu: der warme Knebel der Gewohnheit 

 

deborah71 antworten
Chai
 Chai
Beiträge : 4812

Adrian Plass gelesen?

chai antworten
2 Antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 290

@chai nope

mr-k antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4812

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chai antworten


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