Spielen die Gesetze von Gott aus dem AT eine Rolle in eurem Leben oder nicht
Guten Morgen Community 🫶,
eine Frage die mich immer wieder beschĂ€ftigt und die ich heute ausdrĂŒcklich nicht als Kontroverse hier diskutieren möchte, sondern einfach nur nach eurem Erleben/Leben frage, wie ihr das macht und wie ihr euch dazu positioniert oder auch nur welche Gedanken ihr euch dazu macht.
Das heiĂt, ich lasse die Posts ohne Antwort einfach nur als euren Gedanken dazu stehen, auch ohne eine Wertung vorzunehmen oder so. Es soll einfach nur eine Abbildung der Facetten sein, wie man/ihr/ich mit dieser Spannung umgeht.
Ich frage, weil mir persönlich nicht klar ist, wie Jesus sich dazu positioniert.Â
GrĂŒĂe an alle unbekannter Weise, einen schönen (Ruhe?)Tag,
⭐️!
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Ich hĂ€tte jetzt spontan nein gesagt. Aber nach einigem Ăberlegen war dann klar, dass eine Reihe alttestamentlicher Gesetze oder Geboten ganz einfach gesellschaftsregelnder Vernunft folgt, z.B. keinen Mord zu begehen. Und die spielen natĂŒrlich in meinem Leben eine Rolle. WĂŒrden sie aber auch ohne AT
Ja, und abgesehen davon, dass sie fĂŒr einen persönlichen eine Rolle spielen (wobei: wenn es sie nicht gegeben hĂ€tte- wĂŒssten wir davon?) ist unser gesamtes Rechts- und Sozialsystem davon beeinflusst. Wir sind eine christlich geprĂ€gte Kultur- auch in einer sĂ€kularen Welt.
Das Gesetz wurde den Israeliten, nach der ErwĂ€hlung und nachdem Gott mit ihnen einen Bund geschlossen hat, gegeben. Das Gesetz ist also nicht Bedingung fĂŒr den Bund oder die ErwĂ€hlung. Dies ist wichtig, um zu verstehen, welchen Zweck das Gesetz hatte, und dieser zwar zweifĂ€ltig. Das eine ist ein Verhaltenskodex, die 10 Gebote, und darauf basierend diverse Anwendungsszenarien, das andere sind Gebote, um sich zu heiligen, um in die Gegenwart Gottes treten zu können. Â
Den ersten Zweck des Gesetzes gilt auch heute noch, den zweiten Zweck wurde durch Jesus ĂŒberflĂŒssig.Â
Da ich aber keinen Bullen haben, der mir weglaufen kann und andere mit seinen Hörnern verletzen könnte, gibt es offensichtlich Artikel in dem Gesetz, welche mich nicht tangieren.Â
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Da ich aber keinen Bullen haben, der mir weglaufen kann und andere mit seinen Hörnern verletzen könnte, gibt es offensichtlich Artikel in dem Gesetz, welche mich nicht tangieren.Â
Offensichtlich, ja. Auch dass Jesus die kultischen Gesetze, um vor Gott treten zu können ĂŒberflĂŒssig macht, ist klar.
Aber abgesehen von den zehn Geboten gibt es da eine ganze Menge anderer denen wir (ich) Â mit konsequenter Nichtbeachtung begegne:
Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heiligâŠÂ Haltet meine Feiertage; ich bin der HERR, euer Gott.
Meine Satzungen sollt ihr halten: Lass nicht zweierlei Art unter deinem Vieh sich paaren und besÀe dein Feld nicht mit zweierlei Samen und lege kein Kleid an, das aus zweierlei Faden gewebt ist.
Ihr sollt nichts essen, in dem noch Blut ist. Ihr sollt nicht Wahrsagerei noch Zauberei treiben.â27Â Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rundherum abschneiden noch euren Bart stutzen.â28Â Ihr sollt um eines Toten willen an eurem Leibe keine Einschnitte machen noch euch Zeichen einritzen; ich bin der HERR.
Alles, was gespaltene Klauen hat, ganz durchgespalten, und wiederkĂ€ut unter den Tieren, das dĂŒrft ihr essen.â4 Nur diese dĂŒrft ihr nicht essen von dem, was wiederkĂ€ut oder gespaltene Klauen hat: das Kamel, denn es ist zwar ein WiederkĂ€uer, hat aber keine durchgespaltenen Klauen, darum soll es euch unrein sein;â5 den Klippdachs, denn er ist zwar ein WiederkĂ€uer, hat aber keine durchgespaltenen Klauen; darum soll er euch unrein sein;â6 den Hasen, denn er ist auch ein WiederkĂ€uer, hat aber keine durchgespaltenen Klauen; darum soll er euch unrein sein;â7 das Schwein, denn es hat wohl durchgespaltene Klauen, ist aber kein WiederkĂ€uer; darum soll es euch unrein sein.â8 Von ihrem Fleisch dĂŒrft ihr weder essen noch ihr Aas anrĂŒhren; denn sie sind euch unrein.â9 Dies dĂŒrft ihr essen von dem, was im Wasser lebt: Alles, was Flossen und Schuppen hat im Wasser, im Meer und in den BĂ€chen, dĂŒrft ihr essen.â10 Alles aber, was nicht Flossen und Schuppen hat im Meer und in den BĂ€chen von allem, was sich regt im Wasser, und allem, was lebt im Wasser, soll euch ein GrĂ€uel sein.
Ich kenne diese Stellen zum Teil gar nicht und wenn, dann lese ich sie zwar aber fĂŒhle mich nur teilweise angesprochenâŠaber eigentlich denke ich, dass sie genauso ernst zu nehmen sind wie die Stellen, die wir ĂŒbernommen haben.
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Ich kenne diese Stellen zum Teil gar nicht und wenn, dann lese ich sie zwar aber fĂŒhle mich nur teilweise angesprochenâŠaber eigentlich denke ich, dass sie genauso ernst zu nehmen sind wie die Stellen, die wir ĂŒbernommen haben.
Dass sie dir nichts sagen, liegt daran, dass du die Paradigmen der damaligen Zeit nicht kennst, keinen Kontext hast, was diese Verse bedeuten. Was du hier zitierst, stammt aus den Helligkeitsgeboten, aus 3.Mose es geht also darum, wie man ein sich heiligt, um in die Gegenwart Gottes zu treten.Â
Meine Satzungen sollt ihr halten: Lass nicht zweierlei Art unter deinem Vieh sich paaren und besÀe dein Feld nicht mit zweierlei Samen und lege kein Kleid an, das aus zweierlei Faden gewebt ist.
Nehmen wir dieses Gebot als Beispiel. Ist dich schon mal aufgefallen, dass in vielen Visionen Mischwesen erscheinen, auch im Tempel werden Mischwesen als Dekoration beschrieben? Im Stoff der StiftshĂŒtte wurden FĂ€den von anderen Materialien eingewebt. Solches Mischen wurde als etwas betrachtet, das in den Raum Gottes gehört. SĂ€kulares und Profanes, wĂŒrde sich durch so ein Mischen verunreinigen, und Gott lĂ€stern.Â
Deshalb diese Trennung, du kannst nun selbst urteilen, ob so ein Gebot heute noch relevant ist.Â
Was du hier zitierst, stammt aus den Helligkeitsgeboten, aus 3.Mose es geht also darum, wie man ein sich heiligt, um in die Gegenwart Gottes zu treten.Â
AhâŠich hatte sie als Anweisung fĂŒr das Leben selbst verstandenâŠnicht um sich Gott zu nĂ€hern, sondern um ein heiliges Leben zu fĂŒhren.
SĂ€kulares und Profanes, wĂŒrde sich durch so ein Mischen verunreinigen, und Gott lĂ€stern.Â
Hm, jaâŠkönnte ein Grund sein, wieso das Gott getrennt haben wollte. Mit den Tieren und Pflanzen dann auch? Dass das âMischenâ dann ihm obliegtâŠ? Ja, könnte seinâŠ
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@stern An welche Gesetze denkst du? Es gibt die zehn Gebote, die Gesetze fĂŒr das Volk Israel und kultische Vorschriften. Die Gesetze, die speziell fĂŒr das Volk Israel gegeben wurden, sehe ich ĂŒberhaupt nicht als verbindlich fĂŒr mich an.Â
Ich glaube, nur das Gebot "Liebe Gott ĂŒber alles und den NĂ€chsten wie dich selbst" ist ein Gebot von Gott; wohlgemerkt ein Gebot und kein Gesetz.
Leider sind aber die Herzen der meisten Menschen verhĂ€rtet, und deswegen wurden weitere Gebote und Gesetze gegeben, damit sie lernen, was Liebe ist und wie sie verhindern, dass ihre Herzen noch weiter verhĂ€rten. Die Gesetze sollte man deswegen nicht als Selbstzweck ansehen sondern unter diesem Gesichtspunkt anwenden. Jesus bringt als Beispiel die Ehescheidung. Ja klar, von Gott gewĂŒnscht ist immerwĂ€hrende Liebe unter den Ehegatten. Aber weil viele Menschen dazu nicht in der Lage sind, ist es halt oft besser, wenn sie sich trennen, und zwar unter geregelten UmstĂ€nden. Noch schlimmer wĂ€re es nĂ€mlich, wenn der gegenseitige Hass immer mehr wachsen wĂŒrde.Â
Die zehn Gebote geben einen Anhaltspunkt, was es bedeutet, Gott ĂŒber alles und den NĂ€chsten wie sich selbst zu lieben.
Die zehn Gebote sagen aber noch mehr. "Du sollst nicht" kann man nĂ€mlich aus dem HebrĂ€ischen genauso ĂŒbersetzen mit "Du wirst nicht". Dann liest man aus den 10 Geboten heraus: Wenn du Gott liebst, Ihn ehrst und achtest und dir Zeit nimmst, eine Beziehung zu Ihm aufzubauen, dann wirst du Vater und Mutter ehren, nicht töten, nicht ehebrachen, nicht falsch Zeugnis reden, nicht das begehren, was deinem NĂ€chsten gehört. Genauso ist: die Liebe zum NĂ€chsten, die dazu gehört, die Gebote zu halten, wird mir von Gott geschenkt. Es ist halt notwendig, dass mein Herz erweicht wird, damit es die Liebe Gottes aufnehmen kann. Da kommt Jesus dann ins Spiel bei mir. Er heilt mit seiner Liebe alte Verletzungen, die durch das lieblose Verhalten meiner Mitmenschen entstanden sind. Meine eigene Schuld wird vergeben. Ich werde immer mehr heil und mein Herz wird weicher und empfĂ€nglicher fĂŒr die Liebe Gottes.
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An welche Gesetze denkst du?
Ich denke ganz allgemein an die von Gott durch Mose gegebenen Gesetze im AT.Â
Gott gibt sie speziell seinem auserwĂ€hlten Volk, sie regeln das weltliche Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft, ebenso wie das in Beziehung zu Gott treten. Es war ja ein allumfassendes Gesetz fĂŒr jeden Lebensbereich der Israeliten.
Als Jesus kam, kamen mit ihm Gnade und Wahrheit und der Heilige Geist. Wie verhĂ€lt es sich jetzt mit den Geboten Gottes fĂŒr ein heiliges Leben?
Damit meine ich nicht, dass man damit Gerechtigkeit vor Gott erlangt mit der Einhaltung, sondern es scheinen ja praktische Anweisungen zu sein. Jesus hat die Gesetze erfĂŒllt, aber nicht abgeschafft, also zumindest verstehe ich das so. Also welche Bedeutung haben sie dann noch in unserem Alltag?
Mit der Zerstörung des Tempels und mit der Ankunft des Heiligen Geistes fallen alle kultischen Gesetze weg, soviel ist mir klar, aber mir ist nicht klar, wie wir die anderen Gesetze behandeln sollen.
Dass viele einfach dadurch wegfallen, dass wir eine andere alltĂ€gliche LebensrealitĂ€t haben als die Israeliten vor 4000 Jahren ist auch klar, auch besonders was Hygiene angeht. Trotzdem - obwohl wir Heiden keine Israeliten sind - haben wir ja Gesetze (=Gebote) âmitgenommenâ, und so frage ich mich, wieso wir nur einen Teil mitnehmen und einen anderen nicht. Wieso essen wir Schweinefleisch und paaren unterschiedliche Tiere und Pflanzen uswâŠEs gibt so viel, was Gott da den Israeliten fĂŒr ihr Leben auf der Erde an die Hand gibt fĂŒr ein heiliges Leben, auch gesellschaftlich betrachtet (âkeiner unter euch soll arm seinâ), dass ich mich frage, wieso wir alle diese ausschlieĂen und fĂŒr uns nur zehn zulassen âŠdas ist sehr willkĂŒrlich und fĂŒr mich nicht nachvollziehbar, die Aufteilung in âverbindlichâ und ânicht verbindlichâ - sie sind doch alle von Gott.
Deshalb habe ich mich gefragt, wie das andere handhaben und verstehen, weil ich mir da selbst nicht im Klaren bin.
@stern Ich finde, Jesus hat dazu eindeutig Stellung bezogen, als Er sagt "Die Gesetze sind fĂŒr den Menschen da". Die Gesetze sollen dem Menschen helfen, Liebe zu Gott und zum NĂ€chsten zu entwickeln. Die zehn Gebote sind in der Hinsicht sehr hilfreich, das ist klar.
Vieles andere war fĂŒr die damaligen Menschen hilfreich, ergibt fĂŒr uns aber keinen Sinn mehr bzw. fĂŒhrt vielleicht sogar zum Gegenteil, zu Lieblosigkeit und Hochmut. Die Erkenntnis der Menschen hat sich ja weiterentwickelt. Als Beispiel fĂ€llt mir die Erkenntnis im Verlaufe des AT ein, dass nicht die Beschneidung der Vorhaut des Mannes von Gott gewollt ist sondern die Beschneidung der Vorhaut des Herzens.
FunFact: als Kind mochte ich ĂŒberhaupt kein Schweinefleisch, weder Schweinebraten noch Koteletts, WĂŒrste oder Schinken. Als ich dann zum Glauben kam, fand ich es sehr sinnvoll, dass kein Schweinefleisch gegessen werden darf. Ich fand es ja eh widerlich. 😉 Wenn ich eingeladen war, habe ich es abgelehnt und wenn mir etwas geschenkt wurde, habe ich es weggeworfen. Inzwischen weiĂ ich, dass Dankbarkeit und die Bitte um den Segen Gottes besser sind, als die Einhaltung von Speiseregeln. FĂŒr meine LiebesfĂ€higkeit ist es auch besser, darauf zu achten, dass Tiere und Pflanzen unter guten Bedingungen leben können, wenn sie uns schon als Nahrung dienen. Ich esse ĂŒbrigens jetzt auch Schweinefleisch, wenn es mir angeboten wird, denn wenn schon ein Tier dafĂŒr sein Leben gelassen hat, will ich es nicht gering achten.
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Die Gesetze sollen dem Menschen helfen, Liebe zu Gott und zum NĂ€chsten zu entwickeln
Das hast du aus meiner Sicht perfekt zusammengefasst. Unter diesen Aspekt fallen ja auch die meisten Gesetze - ausser zB das mit dem Schweinefleisch essen(oder das anderer âunreinerâ Tiere) oder das mit der FrisurâŠ(dass sie sich den Bart nicht stutzen oder die Haare nicht rundherum abschneiden sollen) oder Ă€hnlicheâŠda erschliesst sich mir der Sinn nicht - und weil er sich mir nicht erschliesst, ich ihn also nicht verstehe, tendiere ich dazu zu sagen: da weiss es Gott vielleicht besser und sagt es mir gerade, was ich wie tun soll, damit es (fĂŒr mich?) gut ist.
Du meinst Speisevorschriften, Reinheitsvorschriften etc.? Nein. Ich denke, dass Paulus in seinen Briefen (z.B. im Galaterbrief) recht klar ist, dass den Heidenchristen nicht auferlegt werden soll, sich an die jĂŒdischen Gesetze zu halten.Â
Was Jesus gelehrt und selbst gelebt hat, das war Freiheit.
Ja, stimmt.
Man kann auch frei sein, wenn man sich an Gesetze hÀlt, oder denkst du, das geht nur ohne?
Ja, stimmt.
Man kann auch frei sein, wenn man sich an Gesetze hÀlt, oder denkst du, das geht nur ohne?
Ich glaube, dass es nicht um das Ă€uĂere wortwörtliche Halten der Gesetze und all der ZusĂ€tze und NachsĂ€tze geht. Sondern die Liebe ist des Gesetzes ErfĂŒllung. Mal ein Beispiel: Die Schriftgelehrten haben damals die Leute gelehrt, dass der PharisĂ€er nur den PharisĂ€er lieben brauchte, der Zöllner nur den Zöllner usw. Damit wurde das Gebot der NĂ€chstenliebe nur auf einen bestimmten Personenkreis begrenzt. Was darĂŒber hinausging war in ihren Augen unzumutbar. Jesus durchbricht diese Begrenzung, er gibt einen anderen Rahmen zu leben.
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@stern Wenn die Bibel da ab Apostelgeschichte eindeutig ist, wie du auch schreibst, ist es schwer vorstellbar, dass Jesus darĂŒber anders gedacht hat. Denn das wĂŒrde dann in Konsequenz alles im NT in Frage stellen, zu dem sich Jesus nicht persönlich geĂ€uĂert hat.
Denn das wĂŒrde dann in Konsequenz alles im NT in Frage stellen, zu dem sich Jesus nicht persönlich geĂ€uĂert hat.
Mein Problem ist eher, dass er sich persönlich geÀussert hat.
Und zwar so, dass ich es -fĂŒr mich -nicht einordnen kann.
So SprĂŒche wie : wer lehrt, das geringste unter den Gesetzen nicht zu halten, wird der kleinste im Himmelreich seinâ sprechen eine andere Sprache als ApGâŠund lassen mich rĂ€tselnâŠ
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Dass Du KEIN Jude bist?
Offensichtlich bin ich das nicht. 🙂
Mein Punkt ist ja der: sind die Gesetze fĂŒr die Juden im AT auch durch Jesus fĂŒr alle Christen verbindlich geworden- so wie die zehn Gebote? Es ist ja Gottes StandardâŠund ich weiĂ, dass in Der Liebe zu Gott und zum NĂ€chsten alles mit drin ist - da ist Jesus ganz klar. Aber heisst dass dann nicht auch, dass wenn ich Gott liebe, ich das eben auch will ?
(Und ich meine jetzt nicht die, die wir offensichtlich gar nicht mehr halten können weil wir keinen Priesterdienst mehr haben, oder keine Hirten mehr sind, keine MĂ€gde haben uswâŠ)
Andererseits finde ich jetzt die Vorstellung dass alle MĂ€nner mit langen BĂ€rten rumlaufen mĂŒssen mehr als skurril 🙈âŠsorry Gott, dass ich das in Frage stelle âŠ
FĂ€llt Dir auf, dass sich hier auch Menschen, die an anderer Stelle sehr unterschiedliche Auffassungen von Glaubensdingen haben, recht ĂŒbereinstimmend Ă€uĂern und sagen, dass Du es nicht musst?
Ja, das tut es.Â
Das alleine ist fĂŒr mich aber kein Kriterium. Ich will auch niemanden ĂŒberzeugen. Ich danke auch jedem fĂŒr seine ehrliche Aussage dazu. FĂŒr mich ist es ein Ringen um Wahrheit.
Mein Punkt ist ja der: sind die Gesetze fĂŒr die Juden im AT auch durch Jesus fĂŒr alle Christen verbindlich geworden- so wie die zehn Gebote? Es ist ja Gottes StandardâŠund ich weiĂ, dass in Der Liebe zu Gott und zum NĂ€chsten alles mit drin ist - da ist Jesus ganz klar. Aber heisst dass dann nicht auch, dass wenn ich Gott liebe, ich das eben auch will ?
Die Liebe zu Gott zeigt sich nicht im Gehorsam nach den Gesetzen. Vielmehr ist es die Frage: Hast Du Jesus lieb? Hast Du es Ihm schon einmal gesagt?
Hast Du es Ihm schon einmal gesagt?
Nein. Muss ich das? Reicht es nicht, dass ich ihn ernst nehme in dem was er sagt und mein Leben probiere danach auszurichten? Ist das nicht Liebe? Und das ich ihn als Sohn Gottes seheâŠsagt das nichts ĂŒber meine Beziehung zu ihm aus? Ohne Worte?
Nein. Muss ich das? Reicht es nicht, dass ich ihn ernst nehme in dem was er sagt und mein Leben probiere danach auszurichten? Ist das nicht Liebe? Und das ich ihn als Sohn Gottes seheâŠsagt das nichts ĂŒber meine Beziehung zu ihm aus? Ohne Worte?
Ich denke, das ist tatsĂ€chlich eine groĂe Herausforderung, denn das reicht nicht. Das Entscheidende ist also: Wie ist mein VerhĂ€ltnis zu Jesus? - Jesus fragt danach, ob ich ihn von ganzem Herzen liebe. Die Antwort auf Jesu Frage ist eine ganz wichtige Entscheidung. Liebe ich andere oder etwas anderes mehr als Ihn? Geht es mir nur um den Gehorsam gegenĂŒber Gott? ...
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OkâŠmuss ich drĂŒber nachdenken.
GrundsĂ€tzlich denke ich aber schon, dass die Herzenshaltung in den Handlungen eines Menschen sichtbar ist âŠegal was er sagt.
OkâŠmuss ich drĂŒber nachdenken.
Ist schon klar, das braucht Zeit.
Ich stelle mir selbst manchmal die Frage, wie gut ich eigentlich den HERRN kenne, von dem ich rede. - Und gebe diese Frage mal ebenso weiter an die Leser.
GrundsĂ€tzlich denke ich aber schon, dass die Herzenshaltung in den Handlungen eines Menschen sichtbar ist âŠegal was er sagt.
Ja, gewiss.
Die alttestamentlichen Gesetze, die in den Zehn Geboten zusammengefasst sind, spielen in meinem Leben eine groĂe Rolle.
Die anderen Detailvorschriften, z. B. Speisegesetze, dagegen ĂŒberhaupt nicht.
Die Zehn Gebote sind fĂŒr mich prinzipiell einhaltbar. Wenn sich alle Christen daran halten wĂŒrden, wĂ€re die Welt sehr viel besser.
Bei dem, was Jesus von Christen verlangt, z. B. der Feindesliebe, finde ich das viel schwieriger. Eine konsequente Nachfolge mit allem, was dazugehört, ĂŒberfordert mich.
Bei dem, was Jesus von Christen verlangt, z. B. der Feindesliebe, finde ich das viel schwieriger. Eine konsequente Nachfolge mit allem, was dazugehört, ĂŒberfordert mich.
Das stimmt, es ist nochmal herausfordernderâŠaber es deshalb nicht zu versuchen? Die Gefahr des Scheiterns ist sowieso allgegenwĂ€rtigâŠ
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Ich denke, dass in diesem Punkt (Feindesliebe), wie in vielen anderen, nicht ein spezielles Verhalten gemeint ist, sondern eine bestimmte Art des Seins.Â
Ja. Ich kann halt erst so sein, wenn ich das Alte hinter mir gelassen und abgelegt habeâŠvielleicht auch erst so nach und nachâŠ
Du bist gut! 😀 In deinem Eingangspost kĂŒndigst du an, einfach nur mal hören zu wollen und nicht zu diskutieren, und jetzt fĂ€ngst du doch eine Diskussion an.
Ganz prinzipiell hast du natĂŒrlich recht. Ich will die Bedeutung von Jesu Forderungen zur Infragestellung formal geĂŒbter Frömmigkeit nicht bestreiten. Vielleicht kommen wir dem Frieden auch nur nĂ€her, wenn wir unsere Feinde nicht nur menschlich behandeln, sondern sie sogar lieben. Ich werde nicht fragen, wie viele der 2,5 Milliarden Mitchristen auf dieser Erde Jesus wirklich radikal nachfolgen, in Taten, nicht nur in Worten. Ich werde auch nicht fragen, wie weit der Rest davon entfernt ist. Ich werde auch nicht fragen, wie wenige Christen es heute gĂ€be, wenn Christen von Anfang an konsequent nach der Bergpredigt und anderen anspruchsvollen Worten Jesu gehandelt hĂ€tten.
Ich sage nur: Ich persönlich bin weit davon entfernt. Frustrierend weit. Ich habe meine Eltern begraben (vgl. Mt 8, 21-22) und habe deswegen kein schlechtes Gewissen. Ich habe nicht als junger Mann mein ganzes Geld verschenkt und gespendet (vgl. Mt 9, 20-22 u.a.), um barfuĂ und ohne WechselwĂ€sche ĂŒber Land zu ziehen und das Ende der Zeiten zu verkĂŒndigen. Wer mir eine reinhaut, kann sich nicht darauf verlassen, dass ich ihm die andere Wange auch noch hinhalte, was mir wohl schon auf dem Schulhof eine Menge PrĂŒgel erspart hat. Ganz zu schweigen von aufrichtiger Feindesliebe. Und wenn ich gesund und gut drauf bin, kann es schon mal passieren, dass ich beim Anblick einer attraktiven Frau sĂŒndige Gedanken bekomme (vgl. Mt 5,28).
Die Zehn Gebote finde ich realistisch und schon anspruchsvoll genug. Die sind, sportlich gesprochen, die Pflicht. Die Bergpredigt und andere Jesusworte beschreiben die KĂŒr.
Entschuldigung! Ich habe es nicht mehr auf dem Schirm gehabtâŠ
Ich hatte mir das anfangs fest vorgenommenâŠund dann hab ich doch festgestellt, dass es einfach frustrierend ist, nichts fragen oder sagen zu können. Meine erste Intention bleibt aber trotzdem bestehen: ich will das in keiner Weise bewerten.
Dass du meinen Post an dich so aufgefasst haben könntest, ist mir unangenehm. Das war nicht meine Absicht, ich war schon wieder so drin im âmiteinanderâ und nicht nur zuhörenâŠjnd weil es sich so angehört hat, als wĂŒrdest du gerne einen  âSicherheitsabstandâ zwischen dir und Jesus lassenâŠhabe ich ohne nachzudenken geschrieben.
Ich hoffe, du weisst das. Vergiss einfach, was ich gesagt habe.
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Das kommt ja alle naselang bei so ziemlich jeden mal vor. Das, was man mit dem Gehörten oder Gelesenen verbindet, ist ja fast nie millimetergenau das, was der andere gemeint hat, sondern immer nur eine mehr oder weniger genaue NĂ€herung. Umgekehrt natĂŒrlich genauso.
Das PhÀnomen selbst ist deshalb m.E. kein Problem, nur, wenn man im Reden/Schreiben oder Hören/Lesen partout dabei bleibt, was man selbst meint, betonhart als Wahrheit erkannt zu haben oder eben das beim anderen zu vermuten.
Wenn man sich wechselseitig korrigieren kann, ohne den Eindruck, seine Selbstachtung zu verlieren, ist die Welt doch in Ordnung.
Wenn man sich wechselseitig korrigieren kann, ohne den Eindruck, seine Selbstachtung zu verlieren, ist die Welt doch in Ordnung.
Ja, das ist sie dann, keine Frage!
WĂ€re schön, wenn sich alles so leicht regeln lieĂeâŠ🙂
@stern Ja, im Blick auf das, was davon allgemeingĂŒltig ist - wie z.B. die 10 Gebote. Wenn ich an eine Vielzahl an Vorschriften denke, die ich umfassend und im Detail nicht kenne und vermutlich auch nicht wirklich verstehe, dann haben sie keinen Bezug zu meinem Alltag und tangieren mich nicht.
Ich glaube an Gott, dass Er es gut mit uns meint und vertraue auf Seine Barmherzigkeit. Ich sehe mich als Christ in der Nachfolge Christi. Gesetze/ Gebote/ Vorschriften sind Leitlinien - entscheidend sehe ich sie, wenn sie einen hilfreichen Rahmen bieten. Als beeindruckend nehme ich (wenn vorhanden) insbesondere das Zeitlose daran wahr und erkenne auch eine gewisse Herausforderung an. Nur ich glaube an Gott, nicht an Gesetze. Und was bringt ein Gesetz, wenn es nicht erkennbar nutzt und nur um des Gesetzes Willen angewandt wird? Dabei soll natĂŒrlich nicht allein der Einzelblick gelten sondern eine Art Gesamtperspektive und auch der gesellschaftliche Kontext.
Ich verstehe deine Argumentation. Nur sehe ich bei dieser ganzen Trennung in AT=Juden=vor Jesus=fĂŒr mich unnötig, weil ja aus Gnade (etwas ĂŒberspitzt und verkĂŒrzt) die âGefahrâ, Gott zu reduzieren, einzugrenzen, einen Teil auszulassen. Etwas zu verlieren.
Es fĂ€ngt damit an, dass ich eben eingepfropft bin, ein integrierter Fremdling sozusagen und aufgrund dessen brauche ich mich nur damit zu beschĂ€ftigen, zuerst Gott zu lieben und dann meinem NĂ€chsten/Nachbarn in Seiner Liebe zu begegnen. Ob mein Gesinnen und Handeln dem entspricht, kann ich am Gesetz prĂŒfen. In den Briefen gibt es dazu viel Hilfestellung.
WĂ€re ich messianische JĂŒdin, sĂ€he das wieder etwas anders aus. Da sind die Anforderungen höher, weil eben auch mehr gegeben wurde.
Uns mag der Sinn mancher Gesetze nicht klar sein. Das bedeutet aber nicht zwangslĂ€ufig, dass Gott das auch so sieht und sie deshalb grundsĂ€tzlich ĂŒberholt oder ĂŒberflĂŒssig sind. Durch das Gesetz wird eben nicht nur die Beschaffenheit des menschlichen Herzens deutlich sondern auch die Heiligkeit Gottes, etwas was heute vielleicht nicht unbedingt immer so im Bewusstsein ist.
Wir Heidenchristen haben hier den Freund Jesus als Mensch und das kann dazu verleiten, Gottes SelbstverstĂ€ndnis als heiliger Gott auszublenden. So wie manche JĂŒnger sich schwer taten, den allmĂ€chtigen heiligen Vater in Jesus, der als Mensch ua auch schwitzte und verdaute, zu sehen.
Verstehst du ungefÀhr, worauf ich hinaus will?
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Das mit dem Fokus kann sein.
Ich habe die âGefahrâ oder Möglichkeit auch weniger bei dir persönlich gesehen. ☺️
Und auch die Trennung Alt/Neu sehe ich so nicht bei dir.
Das ist es eben mit unserem Reden. Viele Worte und um VerstĂ€ndnis muss doch immer wieder gerungen werden.Â
@ga2Â
Das ist es eben mit unserem Reden. Viele Worte und um VerstĂ€ndnis muss doch immer wieder gerungen werden.Â
Mir ist die Tage dabei eines aufgefallen: Es ist auch wichtig, einander stehen zu lassen (zu können). Es ist schon schön, einen gemeinsamen Nenner zu finden und sich darin einig zu sein. Nur ganz oft kommt es darauf nicht an und da ist es möglich und wichtig, unterschiedliche Auffassungen auch parallel nebeneinander existieren zu lassen und dafĂŒr bewusst und gerne Raum zu lassen.