Zweifel
Hallo Ihr Lieben,
ich habe mein Leben Jesus übergeben. Lange habe ich damit gerungen, ihm die Tür zu öffnen, doch irgendwann ist es 'einfach passiert'. Das ist noch nicht lange her und jetzt bräuchte ich echt jemanden, mit dem ich über meine Zweifel sprechen kann. In meiner Gemeinde gibt es zwar ein paar Leute, mit denen ich das gern tun würde, aber ein Treffen muss ausgemachz werden und öfter als alle ein, zwei Wochen geht es dann auch nicht. Außerdem möchte ich gern auch andere Meinungen hören, nicht nur die einer "im Gleichschritt maschierenden" Gemeinde (wobei das jetzt nicht negativ gemeint ist).
Vielleicht haben hier ja meine Fragen Platz? Antworten würden vielleicht meine Zweifel beseitigen und bewirken, dass ich noch tiefer auf Gott und seine Liebe vertrauen kann.
Eine wäre zum Beispiel: wie passt die Geschichte mit dem Sündenfall zur Schöpfungsgeschichte?
Gott erschuf ja die Menschen mit dem Auftrag fruchtbar zu sein und sich zu vermehren und gab ihnen die Erde um sie sich untertan zu machen.
Und dann schuf er Adam?
Kann ja nicht sein, Adam war ja der erste Mensch. Oder war er 'nur' Gottes erster Gefärte?
Oder schuf er an dem Tag der Schöpfungsgeschichte Adam und der Rest mit dem Aufrag und so kam erst nach dem Sündenfall?
Dass in der Bibel nicht alles immer chronologisch geschrieben ist, ist mir ja grundsätzlich bewusst ...
Was habt ihr da für Ansichten/Ideen/Erkenntnisse dazu?
Freu much über eure Antworten!
Offen gestanden verwundern mich solche Fragen immer wieder, weil sie versuchen, die Realität aus der Bibel heraus zu begreifen - statt umgekehrt die Bibel aus der Realität heraus zu interpretieren.
Denn wir wissen ja im Großen und Ganzen, wie die Erde entstanden ist und wie sich das Leben auf der Erde, einschließlich dem Menschen, entwickelt hat. Das muss demnach die Ausgangslage jeder Interpretation sein.
Der Schöpfungsbericht ist demnach kein Tatsachenbericht. Die entscheidende Glaubensfrage ist demnach: War das den Autoren bewusst oder nicht?
Wenn sie es nicht wussten und einfach so irgendwas aufgeschrieben haben, dann hätte es hier kaum einen göttlichen Einfluss gegeben. Damit wäre die Geschichte dann weitgehend wertlos und nur für Historiker von Bedeutung.
Wenn man aber der Ansicht ist, dass der allwissende Gott bei der Gestaltung der Erzählung beteiligt war, dann ist klar, dass sie bildlich zu verstehen ist. Dann geht es nicht um eine naturwissenschaftliche Beschreibung, sondern um eine Botschaft. Und diese Botschaft lautet: Die Erde, mit allen Lebewesen und dem Menschen darauf, ist geplant und gewollt. Und der Mensch, auch wenn er aus "Lehm", also Materie gemacht wurde, ist doch mehr als das, weil er auch Gottes Atem in sich trägt.
Das ist das, was hier entscheidend ist. Wann und wo welches Tier und welcher Stern entstand ist hingegen ziemlich wurscht... darum geht es hier nicht.
Wenn man aber der Ansicht ist, dass der allwissende Gott bei der Gestaltung der Erzählung beteiligt war, dann ist klar, dass sie bildlich zu verstehen ist. Dann geht es nicht um eine naturwissenschaftliche Beschreibung, sondern um eine Botschaft. Und diese Botschaft lautet: Die Erde, mit allen Lebewesen und dem Menschen darauf, ist geplant und gewollt. Und der Mensch, auch wenn er aus "Lehm", also Materie gemacht wurde, ist doch mehr als das, weil er auch Gottes Atem in sich trägt.
Das ist das, was hier entscheidend ist.
Wann und wo welches Tier und welcher Stern entstand ist hingegen ziemlich wurscht... darum geht es hier nicht.
Speziell dem letzten Satz stimme ich einfach mal zu.
Veröffentlicht von: @jack-blackWenn man das so tut, dann allerdings ignoriert man den Grund, dessentwegen überhaupt irgendwann mal jemand auf die Frage kam, auf die der Schöpfungsbericht dann die Antwort war: "Wie ist die Welt entstanden?" Der Satz: "Gott hat sie erschaffen!", erscheint mir ein wenig dürftig als Antwort; er passt eher auf die Frage: "Warum gibt es die Welt?"
Ja, richtig auf den Punkt gebracht. Aber ich sehe jetzt auch kein Problem weiter. 😀
Grundsätzlich gibt es zwei Schöpfungsgeschichten.
1. Mose 1,1 - 2,3
1. Mose 2,4 ff
Der erste jüngere Text wird meist als "Weiter Blick" gesehen, während der zweite ältere Text "hineingezoomt" ist. Allerdings widersprechen die beiden Text sich auch. Ich habe bis her noch keine homogene Darstellung kennen gelernt, die überzeugend klingt.
Die ersten Kapitel der Bibel sind eine Zusammenstellung verschiedener Erzählungen. Sprich sie entstammen nicht alle der gleichen Quelle. Welche Quellen es gibt, ist aber in der Wissenschaft recht umstritten. Man geht von mindestens zwei Quellen aus (manche von drei, vier oder mehr), die dann redaktionell zu einem Text verflochten wurden. Für weitere Details müsste ich selbst nochmal mein Bücherregal bemühen.
Oder schuf er an dem Tag der Schöpfungsgeschichte Adam und der Rest mit dem Aufrag und so kam erst nach dem Sündenfall?
In der Geschichten zum Sündenfall gibt es nur Adam und Eva. Allerdings bedeutet Adam übersetzt Mensch/Menscheit. Daher könnte Adam auch für die Menschen im allgemeinen stehen. Später wird allerdings von Adam und Eva als Individuen gesprochen. Und plötzlich sind mehr Menschen und Völker vorhanden. In der Bibel gibt es dazu keine Erklärung.
Für mehr Infos zu Adam und Eva empfehle ich diesen Artikel aus dem WiBiLex Adam und Eva - www.die-bibel.de wobei beim Lesen auch mehr Fragen entstehen könnten als beantwortet werden 😀
@elly Zunächst einmal finde ich es mutig, Zweifel zu zeigen und Fragen zu haben! Nur dadurch können wir dazulernen.
Die Bibel erschließt sich für den Laien nicht logisch und Gottes Mysterium ist für uns Menschen nicht immer zu verstehen. Oder auch gar nicht! Deshalb heißt es Glaube, weil wir glauben, aber nicht wissen. Doch dein ist Glaube ist stark, sonst würdest Du Dich gar so mit den Themen auseinandersetzen. ❤️
Anfängerfragen? Im Prinzip sind wir doch alle Anfänger.