Bergpredigt II (die acht Seligkeiten) Mt.5. 3ff / Lk.6, 21 ff)
Hier vorweg der Textvon dem ich ausgehe (Übersetzung Schöningh)
Mt.
3 "Selig die Armen im Geist; denn ihrer ist das Himmelreich
4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
5 Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land als Erbe besitzen.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
7 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig die Friedenstifter; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
10 Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und euch lügnerisch alles Böse nachreden!
12 Freut euch und jubelt: denn groß ist euer Lohn im Himmel. Ebenso haben sie ja die Propheten, die vor euch waren, verfolgt.
Hier Lk.6 (ebenfalls Schöningh)
21 Selig, die ihr jetzt hungert, ihr werdet gesättigt werden. Selig, die ihr jetzt weint, ihr werdet lachen.
22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, wenn sie euch verstoßen und schmähen und euren Namen schlechtmachen um des Menschensohnes willen!
23 Freut euch an jenem Tag und frohlockt; denn seht, groß ist euer Lohn im Himmel. Ihre Väter haben es ja mit den Propheten ebenso gemacht.
24 Aber wehe euch, ihr Reichen! Ihr habt schon euren Trost. *
25 Wehe euch, die ihr jetzt satt seid! Ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht! Ihr werdet trauern und weinen.
26 Wehe, wenn alle Welt euch umschmeichelt! Ihre Väter haben es ja mit den falschen Propheten ebenso gemacht.
Bevor wir in den Austausch gehen sollten wir schauen, ob es Übersetzungen gibt, die signifikant vom Text abweichen. Dann ist die Frage offen, ob es sich bei Mt. und Lk. um die jeweils gleiche Situation handelt, oder um zwei verschiedene. (Die letzte Position könnte sich auf die Unterschied, etwa der Reihenfolge beziehen).
Meine Meinung ist, unabhängig davon ist jeweils das Gleiche gemeint, bestimmte Aspekte der Bedeutung anderes hervorgehoben werden. So würde ich
3 "Selig die Armen im Geist; denn ihrer ist das Himmelreich
4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden
Nach Mt. mit Lk. gleichsetzen:
21 Selig, die ihr jetzt hungert, ihr werdet gesättigt werden. Selig, die ihr jetzt weint, ihr werdet lachen
Für das Verständnis würde dann die Frage auftauchen, ob Armut bei Mt. materielle Armut bedeutet, die dazu führt, dass man nicht genügend zu Essen kaufen kann, wie man Lk. verstehen könnte. Ich schlage vor, dass wir damit beginnen und dann Schritt für Schritt die weiteren Seligpreisungen diskutieren.
Hi,
du sprichst einige Dinge an die im materiellen, gesundheitlichen Bereich zu deuten sind. Jesus kann das benjutzen, spricht aber doch die geistliche Ebene an.
z. B.
Arme im Geist wurde manchmal auf geistig Behinderte geschoben. Das ist mittlerweile Unsinn.
Für das Verständnis würde dann die Frage auftauchen, ob Armut bei Mt. materielle Armut bedeutet, die dazu führt, dass man nicht genügend zu Essen kaufen kann, wie man Lk. verstehen könnte. Ich schlage vor, dass wir damit beginnen und dann Schritt für Schritt die weiteren Seligpreisungen diskutieren.
Mit geistlich Arm sind für mich die Leute gemeint, die mit leeren Händen vor Gott stehen und alles von Gott erwarten, - ganz unabhängig von ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Situation.
Ich hab mal gegoogelt nach dem Wort 'selig'. Selig hat ja im Deutschen mehrere Bedeutungen.
Demnach kommt es nicht von Seele, sondern von glücklich, gesegnet
Beispiel KI:
Religiöse Bedeutung:Im kirchlichen Sprachgebrauch ist man selig, wenn man von allen Problemen der Welt befreit ist und der ewigen Freude im Himmel teilhaftig wird. Ein Beispiel ist die Aussage "Selig die Trauernden" aus den Seligpreisungen der Bergpredigt.
2 sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!
3 Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles, was er tut, gelingt.
Ergänzend dazu:
Ich finde die Übersetzung von Vers 3 in der
Neues Leben sehr gut:
Matthäus 5:3
Glücklich sind die, die erkennen, dass sie Gott brauchen,
denn ihnen wird das Himmelreich geschenkt.
Wenn man dann noch berücksichtigt,
was Jesus in Matthäus 4:4 sagte
wird deutlich was Jesus meinte:
Matthäus 4:4
4 Doch Jesus erwiderte: Nein! Die Schrift sagt:
Der Mensch braucht mehr als nur Brot zum Leben.
Er lebt auch von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.
Die Formulierung beschränkt sich daher nicht auf das Materielle,
sondern zeigt, dass der Mensch Gott auch im geistlichen Sinne braucht.
Vielleicht ist es ja so, dass betrübliche Lebensverhältnisse jemanden eher
zu dem Bewusstsein bringen, als Geschöpf vom Schöpfer abhängig zu sein,
als jemanden der meint alles zu haben und sicher nichts zu brauchen,
sprich: von niemandem abhängig zu sein - auch nicht von Gott.
Genau.
Die hebräische Entsprechung ist ashrei...glücklich... und ist gleich in Psalm 1 verwendet
Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass es weitere Verse in den Psalmen gibt, die mit diesem "wohl dem" beginnen. Sie zeigen auf, wie erfülltes Leben gelingen kann: Ps. 32, 1+2; 33,12; 41,2; 94,12 und 146,5
Aber warum sind die denn selig?
Weil sie in allem ihr Vertrauen auf Gott setzen.
Die Seligpreisungen sind keine frommen Wünsche und Sehnsüchte, sondern ein Ausdruck von dem, was Jesus seinen Jüngern geben kann. Nämlich eine Freude, die nicht abhängig ist vom Wetter, von Stimmungen oder sonstigen Umständen, sondern eine Freude, die erhalten bleibt, auch wenn die Umstände nicht freudiger Art sind. Man könnte auch sagen: "Zu beneiden sind die, welche geistlich arm sind" und dann kommt die Begründung dafür: "denn ihnen gehört das Himmelreich". Jesu Rede beginnt nicht mit großen Forderungen, sondern mit Seligpreisungen. Das ist ein mutmachender Anfang.
Versuch eines praktischen Vergleichs: Weil es leichter ist, einen leeren Gegenstand zu füllen (leere Hände), als einen vollen ... "selig" wurde ja inhaltlich schon von anderen beschrieben ... "glückselig" kennt man vielleicht im Deutschen eher ... das ist so ... allumfassend ...
@herbert
"Selig sein" bedeutet vor allem, den Segen Gottes empfangen zu haben.
Wenn dies (wie Adjutante schreibt) besonders auf solche Menschen zutrifft, die "mit leeren Händen" bzw. ohne große Erwartungen vor Gott stehen, dann dürfen wir davon ausgehen, dass in ihrem Leben noch Raum ist für den Segen Gottes.
Im Unterschied zu solchen Leuten, die klug, belesen, top-engagiert und manchmal vielleicht etwas überheblich glauben, sich den Segen des Herrn zu verdienen (oder eben nicht verdienen zu müssen), weil sie ja theologisch "top" sind, über umfangreiches geistliches Wissen verfügen und scheinbar alle Erkenntnis in eigenen Händen halten.
Schöne Formulierung "noch Raum ist für Segen" ...
@neubaugoere
Ja, diese Formulierung habe ich ganz bewusst gewählt.
Denn ich erlebe immer wieder Menschen, die so sehr mit allen möglichen Ideen, Vorstellungen, Zielen, Träumen, Selbstverwirklichungsversuchen und Work-Life-Balance-Phantasien ausgefüllt sind, dass bei ihnen einfach kein Platz mehr ist für einen Segen, der von ganz oben kommt.
Christus war so ganz anders. Die Liebe und Ausgeglichenheit in Person. ER hat das
ganz einfach gelebt, geredet, das es alle Menschen verstehen können.
Und ER hat es gewaltfrei gelebt. ..........
Wie viel Zeit verbringe ich und andere Menschen mit Machtkämpfen, immer recht haben
wollen.
Man provoziert und sucht Streit, tut anderen mit Worten und mit Taten weh, macht einander
Vorwürfen, redet schlecht über andere, demütigt usw.........
Der wo besser reden und argumentieren kann, der gewinnt, doch in der Regel verlieren
beide, gute Beziehung miteinander.
Von Christus darf ich leben lernen. Das kann selig machen, glücklich.......
Irgendwie verrückt, Christus stellt damit vieles auf den Kopf.
Das gilt es versuchen zu leben.......
Jesus redet nicht immer zuckersüß, aber klar........
liebe Grüße,
Wenn wir bei Arm im Geist bleiben, dann sollten wir vielleicht verstehen, wie dieses Konzept im AT verstanden wurde. Als Parallele bietet sich da Jesaja 66,2-4 an.
2 Dies alles hat meine Hand gemacht / und so ist dies alles geworden - Spruch des HERRN. Auf den blicke ich: auf den Armen / und auf den, der zerschlagenen Geistes ist / und der zittert vor meinem Wort. 3 Man schlachtet Stiere - und erschlägt Menschen; / man opfert Schafe - und bricht einem Hund das Genick; man bringt Speiseopfer dar - / und auch Schweineblut; man spendet Weihrauch - / und preist einen Götzen. Wie diese Menschen ihre eigenen Wege wählen / und an ihren Scheusslichkeiten Gefallen finden, 4 so wähle ich für sie Strafen aus / und bringe über sie Schrecken. Denn ich rief und niemand antwortete, / ich redete und sie hörten nicht. Sie haben getan, was böse ist in meinen Augen, / und was mir nicht gefällt, das haben sie erwählt.
Arm und zerschlagen im Geist, wird hier als Kontrast zu denjenigen gewählt, die Götzen anbeten, gewalttätig sind und nicht auf Gott hören.
Mein Vorschlag ist, Arm im Geist so zu verstehen.
aaaah ... bei mir ging grad ne Glühbirne auf ... 😀 😎 😍 ... Geist ... ich sag doch so gern: Gottes Reich ist Geist. ... Arm im Geist ... (Wissen macht) Aaaaah!
Vielen Dank an alle Beiträge
Ich versuche mal eine Zusammenfassung. Ich finde schon mal gut, dass ´arm im Geiste` nicht mit dumm oder einfältig in Verbindung gebracht wird, was mir auch schon mal untergekommen ist; Hunger mit wirtschaftlicher Not wäre ebenso ein falsches Verständnis.
Ein gutes Verständnis ergibt sich aus dem Hinweis auf die Übersetzung aus >Neues Leben<: Glücklich sind die, die erkennen, dass sie Gott brauchen, denn ihnen wird das Himmelreich geschenkt. Diese Sichtweise wird durch den Verweis auf Jesaja unterstützt. Dazu passt auch das Bild vom ´leeren Gegenstand` – ich übersetze – einen von Vorurteil freien Geist -, den (Gott / Jesus) leichter mit seinem Geist füllen kann – z.B. mit rechter Erkenntnis. Arm im Geiste meint auch ´nicht hochmütig` und nicht schon alles wissen wollen.
Nicht unwichtig finde ich den Bezug, der den materiellen Lebensbedingungen: >betrübliche Lebensverhältnisse bringen eher zu Bewusstsein, dass man als Geschöpf vom Schöpfer abhängig ist.< Ich würde noch auf die Schwierigkeiten (Nadelöhr) verweisen, die ein Reicher hat, ins Himmelreich zu kommen. Allerdings ist Reichtum in erster Linie keine Frage des Vermögens, sondern eben auch ein geistige Sache, d.h. etwas woran man sein Herz hängt. In diesem Sinne kann auch ein Armer ´wie ein Reicher sein`, wenn er auch die ganze Zeit nur an Geld denkt (wa sin seinem Fall alledings verständlich ist). Dazu passt auch die Interpretation: >Arm und zerschlagen im Geist, wird hier als Kontrast zu denjenigen gewählt, die Götzen anbeten, gewalttätig sind und nicht auf Gott hören<.
Ich würde noch deutlicher hervorheben, dass sich der Vers auf die Grenzen von Erkenntnis in Glaubensfragen bezieht und meint, dass man bei sich diese Grenze erkennt und akzeptiert sollte und keinen Streit um Glaubensfragen hervorruft, um seinem Eigensinn zu schmeicheln oder fruchtlose und destruktive Haarspalterei zu führten. „… denn ihrer ist das Himmelreich“ ist daher nicht nur im Sinne einer Belohnung sondern auch als Bedingung der Erkenntnis zu verstehen. Daher ist die erste Seligpreisung die geeignete Grundlage für eine interkonfessionelle und interreligiöse Ökumene.
Für mich bleibt allerdings die Frage offen, dass es ja dennoch Aussagen geben kann, die trotz aller Demut und Wissen um das eigene Nicht-Wissen als falsch – irreführend – etc. zurückgewiesen werden müssten.
Das war hier aus meiner Sicht bislang nicht der Fall. >Jesu Rede beginnt nicht mit großen Forderungen, sondern mit Seligpreisungen. Das ist ein mutmachender Anfang< … den sehe ich hier.
Zu 4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
„Glücklich bist du, wenn du nicht mehr trauerst, sondern getröstet worden bist.“ Wenn man es wörtlich nimmt, ist es geradezu trivial. Die Frage ist wer trauert warum oder worüber?
Für mich baut die zweite auf der ersten Seligpreisung auf. Die Trauer resultiert aus der Unvollkommenheit der Erkenntnis und der Ferne vom Ideal des Menschen als Nachfolger Jesu / Ebenbild Gottes. Ich verstehe Trauer auch als ´Nachhall` der Vertreibung aus dem Paradies und den Verlust der paradiesischen Nähe zu Gott.
Traurig sind Menschen angesichts des körperlichen Todes und der damit verbundenen Ungewissheit. Sich diese Traurigkeit einzugestehen, verlangt keineswegs eine entsprechende Emotion oder depressive Stimmung. Vielmehr hilft sie, dem Streben nach Glück sinnvolle Grenzen zu setzen. Denn der versprochene Trost resultiert nicht aus profanen Dingen, sondern aus der Frohen Botschaft des NTs. Trost resultiert auch aus der Gemeinschaft der Gläubigen. In ihr und durch sie stiftet der Heilige Geist Trost vermittels Liebe, Freundschaft, Solidarität und indem einer dem anderen ein Vorbild ist.
Sich der Trauer übermäßig hinzugeben, entfernt den Menschen von Gott, da sie den Geist des Trauernden an die begrenzte Perspektive profan fleischlicher Sichtweise und den Verlust irdischer Vorteile bindet.
Weitere Gründe warum Menschen trauern sind Krieg, Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Unterdrückung verbunden mit Hoffnungslosigkeit, Resignation und Verzweiflung. Häufig lassen sich die zugrundeliegenden gesellschaftlichen Verhältnisse nicht ändern und man ist gezwungen, sie zu ertragen. Angesichts der Aussicht auf das Ewige Leben ist das aber nur eine kurze Zeitdauer. Im Sinne der Bergpredigt ist es sogar angebracht, eher über die Tyrannen und Ausbeuter, über die Neider und Eifere, über die Betrüger und Korrupten traurig zu sein, als über das eigene Schicksal, das man in Gottes Hände legt. Dennoch bleibt die Frage offen, ob man alles hinnehmen muss und sich nicht nachhaltig wehren sollte. Damit denke ist, ist ein Übergang zu den nächsten beiden eiden Seligpreisungen gegeben:
5 Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land als Erbe besitzen.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
(Bei Lk. habe ich keine Parallelen entdecken können).
Für mich bleibt allerdings die Frage offen, dass es ja dennoch Aussagen geben kann, die trotz aller Demut und Wissen um das eigene Nicht-Wissen als falsch – irreführend – etc. zurückgewiesen werden müssten.
Nunja, auch da sehe ich die Antwort auf die geistlich Armen. Als ich noch jung war, habe ich ganz sehr besonders bei Vorbereitungen für christliche Jugendstunden darunter gelitten, dass ich dafür keine so zündenen Ideen wie manch andere Leute hatte.
Falls ... du so etwas in dieser Art gemeint hast.
ich habe Herbert im Zusammenhang so verstanden ob man trotz aller eigener Demut alle Glaubenaussagen anderer immer so stehen lassen muss?
ich habe Herbert im Zusammenhang so verstanden ob man trotz aller eigener Demut alle Glaubenaussagen anderer immer so stehen lassen muss?
Achso, danke. Auweia, bin wohl doch schon ein wenig zu alt und hab einiges gleichzeitig gedacht ...
Oft sind andere Glaubensaussagen eine wertvolle Ergänzung, manchmal kann man andere Aussagen wirklich nicht stehen lassen.
Das mit zuviel gleichzeitig denken ist altersunabhängig 😅
Geht mir seit Jahren so, auch als ich noch nicht üFü war. ☺️
Das mit zuviel gleichzeitig denken ist altersunabhängig
Geht mir seit Jahren so, auch als ich noch nicht üFü war.
Ah, ist möglich. Glaub das hatte ich auch schon im bivi-Alter, aber das ging dann irgendwann wieder besser. Und jetzt bin ich im uhu-Alter, vielleicht wirds jetzt schlimmer.
5 Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land als Erbe besitzen.
Das ist für mich einer der tröstlichsten und hoffnungsvollsten Sätze der Bergpredigt. Nicht weil ich selbst so sanftmütig bin, sondern als Ausblick, dass es mal so sein wird.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
Hier ist mir der Begriff der Gerechtigkeit so weit gefasst, dass ich ihn nicht wirklich begreifen kann. Politisch? Sozial? Zwischenmenschlich? Persönlich?
Hier ist mir der Begriff der Gerechtigkeit so weit gefasst, dass ich ihn nicht wirklich begreifen kann. Politisch? Sozial? Zwischenmenschlich? Persönlich?
Es kann vielleicht das alles gemeint sein, ein Hunger nach Leben. Mir fällt dazu aber auch Matthäus 6, 33 ein: trachtet nach Gottes Gerechtigkeit.
Ja…das ist mir leider genauso undurchsichtig…
Nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten ist dasselbe wie das Nachjagen nach der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen (Hbr. 12,14). Nur wer verlangend ist, es dem Herrn in allen Dingen recht zu machen, dessen Verlangen wird gestillt werden. Dabei geht es nicht um das eigene Wirken, sondern um das innerste Verlangen in der Übereinstimmung mit seinem Herrn zu leben.
Ists so besser?
Ja…das verstehe ich…sogar sehr gut 😳
Christus als Vorbild der Sanftmütigen. Das ist ein positives Vorbild und kann
meine Welt, und die Welt anderer Menschen verändern. Mehr als alle Diskussion
über Gerechtigkeit, Frieden und Liebe. Als mehr sensibler Mensch ist Christus
für mich da auch ein Vorbild. Christus kann mir zeigen, wie ich gut mit IHM, mir
selbst, anderen Menschen umgehen kann.
Von Christus lernen, auf IHN hören, sehen, als lebendiges Bild.
Und wenn ich Christus als Vorbild habe, dann hungere ich selbst nach
Gerechtigkeit. Weil es Christus auch ein Anliegen ist, das es gerechter
auf unserer Erde zugeht.
Angefangen in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen, da wo ich lebe.
Da kann ich etwas bewirken, mich engagieren.
Politisch, sozial, für das kann ich beten.
Nicht perfekt. Bei mir selbst anfangen. Nur wenn ich Christus und mich selbst
wertschätze, kann ich das auch mit anderen Menschen.
liebe Grüße,
Zu 4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Die Frage ist wer trauert warum oder worüber?
Ja, wie du aufgeführt hast. Das gilt für alle, die einen Grund haben traurig zu sein und zu weinen.
Sich der Trauer übermäßig hinzugeben, entfernt den Menschen von Gott, ...
?? Nicht unbedingt. Obwohl, das könnte auch für die Armut gelten. Not lehrt nicht nur beten, sondern auch fluchen.
Aber hier in der Textstelle ... Meine Frage war oft vielmehr die, wie man jemanden wirklich tröstet. Auch besonders dann, wenn sich jemand unfähig fühlt zu trauern.
Gott will ja dem Trauernden nahe sein, mitgehen, mitleiden, aushalten, die Lücke vom Verlust schließen. In den Evangelien wird manchmal die Trauer in Freude verwandelt, zum Beispiel durch Heilungen. Gottes Nähe ist auch nicht durch die Macht des Todes begrenzt. Dazu fallen mir Verse wie aus Römer 8, 37-39 und Offenbarung 21,4 ein:
"Denn ich bin gewiß, dass weder Tod noch Leben ... uns scheiden kann von der Liebe Gottes ...", und "... er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen". Nichts kann mich aus Gottes Hand reißen.
Ich denke es ist mit der Trauer ebenso wie mit erfahrener Ungerechtigkeit, Armut, Krankheit, …
Ich kann das so erleben/erfahren und darunter leiden, trauern, wüten. Hat dann alles seine Berechtigung. Wenn ich aber das Ungemach zum Hauptthema mache und mich nicht (mehr) mit Gott (darüber) auseinandersetze sondern nur noch mit meinem „Unglück“ bleibe ich dauerhaft bei mir und entferne mich von Gott und seinem Willen. Er will mir ja Heilung, Perspektiven aufbieten, trösten aber gebe ich ihm die Möglichkeit noch?
Als Beispiel meine inzwischen verstorbene Pflegemutter. Ihr Leben war wirklich nicht leicht und obwohl sie später vieles gut gemeint hat, hat sie dafür nie von ihrem Umfeld die erwartete „Belohnung“ bekommen. Was auch gar nicht möglich war. Ihre Verletzungen konnte sie nicht wirklich abgeben und sie haben so ihr Leben getrübt und Gott hatte es schwer, ihr Herz zu erreichen.
Hast du inzwischen Antworten zum trösten erhalten?
Hast du inzwischen Antworten zum trösten erhalten?
Ja. Nur meiner Schwester konnte ich damals nicht wirklich helfen, als mein Schwager verstorben war. Sie hat unsagbar darunter gelitten, dass sie keine Trauer empfinden konnte und hat (sich) immerzu gefragt, ob sie denn so kalt sei. - Das hat sich später alles bei ihr gelöst, als unser Vater vor über 20 Jahren gestorben ist. Danach konnte sie dann trauern.
Dass man nicht über das trauern kann, wo es wirklich angemessen ist, hängt nach meiner Erfahrung damit zusammen, dass man früher mal gelernt hat, seine Gefühle zu unterdrücken.
Ich kenne das und bin selbst erst vor kurzem auf die Spur meines Schmerzes, meiner Trauer und den nicht geweinten Tränen gekommen. Ich habe die Verluste von nahestehenden Menschen in den letzten Jahrzehnten nie beweinen können.
Wie schön, dass sich bei deiner Schwester der Knoten gelöst hat.
Und vielleicht konntest du ihr in ihrem Leid über den empfundenen eigenen Mangel beistehen.
„Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch"
Ich frage mich, wie das „Selig sind die Trauernden“ mit 1.Thess 5,16 oben in Einklang zu bringen ist. Wenn ich trauere, egal wie oder weshalb, dann kann ich nicht gleichzeitig fröhlich sein.
Ja, damit hatte und habe ich auch immer noch meine Schwierigkeiten. - Ich hab grad mal die Stelle nachschauen wollen (den Hahn bemüht) und bin dabei auf die KI gestoßen:
1. Thessalonicher 5,16 lautet in der Lutherbibel: "Freut euch allezeit!" und in der Einheitsübersetzung (EÜ): "Freut euch in allen Lagen!". Der Vers ist Teil einer Aufforderung des Apostels Paulus an die Gläubigen, Freude zu empfinden, zu beten und Gott in allem zu danken, da dies Gottes Wille für sie ist.
Kontext:
Die Verse 1. Thessalonicher 5,16-18 enthalten drei kurze Anweisungen für das Leben der Gläubigen: Freude, Gebet und Dankbarkeit. Diese Gebote gelten als "Medizin für die Seele" und gelten zu jeder Zeit, in allen Umständen, ob in schwierigen oder guten Zeiten. Das ist der Wille Gottes für die Menschen in Christus Jesus, wie Paulus ihn in seinem Brief an die Gemeinde in Thessalonich darlegt.
Ich sag gern, "ich kann nicht so schnell umschalten" ... meine Gefühle nicht so schnell "ordnen" und "umschalten" (verändern) ... aber ja, es gehört alles zusammen.
Zeitgleich - ist hier vielleicht der Dreh- und Angelpunkt ... im Leben zu allen Zeiten, in allen Lagen ... nicht während einer Trauerfeier für einen Verstorbenen ne Party feiern und fröhlich sein. <-- sag ich mal so ein bisschen "überspitzt".
Mir fällt dabei auch das "Freude in Gott" ein - Philipper 4,4: 4 Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! und auch in meinem Taufvers: Jes 61,10 (1) Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; - mir fiel für mich auf, dass das nicht die Freude ist über einen neuen Kleinwagen oder ein Kind oder sowas, das Leuten ins Gesicht geschrieben steht. Dieses "im" Herrn ... musste etwas anderes bedeuten.
Es ist ein Aufruf zur Freude, unabhängig von äußeren Umständen, und verbindet sich mit dem Vertrauen auf Gott, dem Sorgen abzugeben und in Dankbarkeit zu beten, um den Frieden Gottes zu erfahren. Der Satz stammt aus dem Neuen Testament der Bibel, wo der Apostel Paulus die Gemeinde in Philippi ermahnt, sich zu freuen.
Zeitgleich - ist hier vielleicht der Dreh- und Angelpunkt ... im Leben zu allen Zeiten, in allen Lagen ...
Ja, genau. Ich kann mir schwer vorstellen, dass wenn ich freudig bin als Gemütszustand ich gleichzeitig auch traurig sein kann, zB über den Zustand in der Welt allgemein. Es ist dieses Entweder- Oder in meinem Kopf, das mich verwirrt sein lässt. In meinem Gemüt geht keine Trauer, wenn ich mich freue - was ich ja soll, und was mir sicher auch gut tut.
5 Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land als Erbe besitzen.
Ich finde den Begriff sanftmütig nicht einfach zu verstehen, in einigen Übersetzungen wird auch >gütig< übersetzt. Jesus selbst schildert sich als sanftmütig und voll der tiefsten Demut.
Sanftmütig heiß keinesfalls kraft- und tatenlos, immer lieb oder nett sein. So wird Moses als „sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf der Erde“ (4Mos.12,3) beschrieb, obgleich er zornig war und harte Urteile gegen die Feinde Gottes gefällt und durchgesetzt hat (siehe Reaktion auf das Goldene Kalb, 2Mos.32). Sanftmütig ist der, der keinen Streit beginnt um Nichtiges; der auf Rache und Revanche verzichtet trotz seines Nachteils. Sanftmütige vertrauen darauf, dass Gott Gerechtigkeit herstellt, wenn nicht jetzt, dann später. Zu bedenken ist, dass Gott dazu der Menschen bedarf, durch die er handelt.
Sanftmut ist innere Gelassenheit, die der Barmherzigkeit und der Liebe vorausgeht. Paulus stellt in einem Brief an Timotheus heraus (2Tim.2,24 f): „Ein Knecht des Herrn soll aber nicht streiten, sondern gegen alle freundlich sein, geschickt im Lehren, geduldig auch das Böse tragen. Sanftmütig weise er die Widersacher zurecht. Vielleicht schenkt ihnen Gott doch Sinnesänderung, so daß sie die Wahrheit erkennen.“ Sanftmut rechtfertigt sich im Vertrauen auf Gott, dem allein Zorn und Richten zusteht. Jakobus mahnt (Jak.3,13 f): „Wer aus euch ist weise und verständig? Er zeige durch guten Lebenswandel seine Werke in sanftmütiger Weisheit. Die Weisheit aber, die von oben stammt, ist vor allen Dingen lauter, dann friedliebend, bescheiden, folgsam, [dem Guten zugetan], voll Erbarmen, voll guter Früchte, unparteiisch, ehrlich.“
Offensichtlich ist Sanftmut eine zentrale Tugend oder Einstellung eines gottgefälligen Lebenswandels. Sanftmütige stellen ´fleischliche` Antriebe, eigen Wünsche und Begehrlichkeiten zurück. Sie sind frei vom ´Handeln müssen`, sie stehen unter keinen Zwang, sich beweisen zu müssen und können deshalb auf ihre innere Stimme hören, durch die sie Gott führt: „Die Sanftmütigen führt er auf rechtem Pfad; die Sanftmütigen lehrt er seine Wege.“ (Ps.25,9). Wann denken wir, unbedingt handeln zu müssen? Wenn wir uns bedroht, ungerecht behandelt oder benachteiligt fühlen, wenn wir einen Anspruch oder die Wahrheit (auch um der Gerechtigkeit willen) durchsetzen wollen. Sanftmut - Güte – nimmt den inneren Druck, auf ´Teufel komm raus` sich durchzusetzen, auch wenn es um eine gerechte Sache geht. Zuletzt fällt mir noch ein (Mt.11, 28 ff):
28 Kommt alle zu mir, ihr Mühseligen und Beladenen, ich will euch erquicken,
29 nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und demütig von Herzen, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele.
30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht."
Sanftmut hat was mit Leichtigkeit des Lebens zu tun, die man erreicht, wenn man Gott/Jesus vertraut.
Dass man dann „das Land als Erbe besitzen“ wird, sehe ich mit Bezug auf das Gelobte Land, was aber keine reale Gegend meint, sondern die Berufung / Aufnahme ins Himmelreich. Oder auch schon das ´Paradies auf Erden` wenn man im Einklang mit dem Willen Gottes / in der Nachfolge Jesus des Herrn vertrauensvoll in die Zukunft blicken kann. " Erbe" sein bedeutet Nachfolger/in zu sein, also Gottesebenbildlichkeit gerecht zu werden.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
Hunger und Durst sind mit die stärksten Antriebe des Menschen, deren Befriedigung u.U. die Sanftmut vor Herausforderungen stellt. Sie stellen eine Bewährungsprobe dar. Hunger und Durst können nur im sozialen Kontext befriedigt werden. Denn hier stehen die Menschen einerseits in Konkurrenz zu einander, anderseits sind sie aufeinander angewiesen und sind unmittelbar mit den Frage nach Gerechtigkeit konfrontiert.
Gerechtigkeit ist keine abstrakte Größe, sondern als Balance zwischen Selbst- und Nächstenliebe ein Merkmal des alltäglichen Lebensvollzugs. Gerechtigkeit erweist und bewährt sich in den Widrigkeiten, die mit dem irdischen Leben verbunden sind. In diesem Sinne sind diejenigen gerecht, die lieber auf die Befriedigung eines Bedürfnisses verzichten, bevor sie sich eines ungerechten Vorteils bedienen. Die Angst zu kurz zu kommen, benachteiligt zu werden, sich ungerecht behandelt fühlen, lässt die Menschen leicht vergessen, dass es nicht die irdische Güter sind, die Leben wertvoll machen. Sie vergessen die Lehre aus der 40-jährigen Wanderschaft des israelitischen Volkes (Dtn.8,3; siehe auch Mt.4,4; Lk.4,4 sowie Joh.6,31ff):
3 Er demütigte dich und ließ dich Hunger leiden. Dann aber speiste er dich mit dem Manna, das du und deine Väter nicht kanntet, um dir kundzutun, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt. Denn der Mensch lebt von allem, was durch den Befehl* des Herrn entsteht.
* Die meisten anderen Übersetzung wählen die Formulierung „was aus dem Mund Jahwes komm“ was mir angesichts der dem Menschen gegebenen Freiheit richtiger erscheint.
Was mit dieser Haltung gemeint ist, kommt besonders gut in dem Gleichnis Jesus des Herrn über die Vögel des Himmels und die Lilien des Feldes heraus (Mt.6,25 ff), die sich nicht um ihr tägliches Leben sorgen müssen (Mt.6,34f):
34 Seid nicht so besorgt um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. - Jeder Tag hat genug seiner eigenen Plage.
Gerechtigkeit wie Gott sie versteht ist kein rationales oder objektives Kalkül, dass der Mensch bis zum letzten nachvollziehen kann, es ist eher eine Haltung, die man mit Redlichkeit bezeichnen könnte: (Spr.14,32): „Durch seine Bosheit kommt der Frevler zu Fall; durch seine Redlichkeit aber ist gesichert der Gerechte.“
Gerechtigkeit besteht z.B. nicht darin, dass alle den gleichen Lebensstandard haben. Vielmehr ist die materielle Ungleichheit eine Voraussetzung dafür, dass man überhaupt in Situationen kommt, Gerechtigkeit ausüben zu können. Denen die mehr oder gar viel haben, fällt es oft genauso schwer sich von ihrem Überflüssigen zu trennen, wie es denjenigen die wenig oder zu wenig haben nicht leicht fällt, ihren Neid zu überwinden oder Almosen anzunehmen.
Gerechtigkeit ist ein durch den Menschen nicht zu erreichendes Ideal, deshalb Hunger und Durst als Sehnsucht nach der Weisheit und der LIebe, wie Jesus der Herr sie vorlebt und lehrt. Gleichwohl stellt das Streben nach Gerechtigkeit die Grundlage eines gottgefälligen Lebens dar (Ps.11 „Denn der Herr ist gerecht, Gerechtigkeit liebt er; nur Redliche schauen sein Antlitz.“ Redlichkeit ist der Weg des Menschen. Anders als Gerechtigkeit steht redlich zu sein steht voll und ganz in seiner Macht.
„… denn sie werden gesättigt werden“ interpretiere ich in dem Sinne, dass Redlichkeit / Gerechtigkeit den Lohn in sich trägt (nicht erst in einer jenseitigen oder erlösten Gesellschaft / Königreich Jesu`). So ist eine gerechte Gesellschaft mit geringeren Einkommens- bzw. Vermögens- und Machtunterscheiden stabiler und produktiver, als eine ungerechte, in der ein Teil gesellschaftlicher Ressourcen dazu benötigt werden, um Ungerechtigkeit aufrecht erhalten zu können und die (im materiellen Sinn) Hungernden unter Kontrolle halten zu können. Redlichkeit ist die Speise von der Jesus sagt (Joh.4,34): „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden.“
Auch wenn man nicht immer sicher weiß, was der Wille Gottes in dieser oder jener Frage ist, Barmherzigkeit ist immer gerecht.
Ich wollte schon fragen, was du unter Sanftmut verstehst, bevor ich das post geöffnet und gelesen hatte. Es ist ein sehr gehaltvolles Wort.
Vor etlichen Jahren habe ich meine Kurzform gefunden: kontrollierte Stärke. Das wäre für mich eine Beschreibung des Vorbildes Jesu und eine Mitte in Haltung und Verhalten. Man kann ja auf beiden Seiten vom Pferd fallen. Die eine Seite wäre z.B. unbeherrscht lospoltern, die andere Seite wäre vllt. falsches Dulden und Nichtanwenden von vorhandener Stärke, wo sie gefragt ist.
Kannst du damit was anfangen?
Zu sanftmütig,
Auch hier ist wieder erhellend, welche AT Stelle hier referenziert wird und welcher Kontrast dort gezogen wird.
Psalm 37,10-12
10 Noch kurze ⟨Zeit⟩, und der Gottlose ist nicht mehr; und siehst du dich um nach seiner Stätte, so ist er nicht ⟨mehr da⟩.
11 Aber die Sanftmütigen werden das Land besitzen und werden ihre Lust haben an Fülle von Heil.
12 Der Gottlose sinnt gegen den Gerechten, und mit seinen Zähnen knirscht er gegen ihn.
In anderen Übersetzungen wird, von Elenden, Gebeugten und Armen gesprochen.
Veröffentlicht von: @herbert5 Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land als Erbe besitzen.
Ich finde den Begriff sanftmütig nicht einfach zu verstehen, in einigen Übersetzungen wird auch >gütig< übersetzt. Jesus selbst schildert sich als sanftmütig und voll der tiefsten Demut.
(...)
Sanftmut ist innere Gelassenheit, die der Barmherzigkeit und der Liebe vorausgeht. (...)
Offensichtlich ist Sanftmut eine zentrale Tugend oder Einstellung eines gottgefälligen Lebenswandels. (...)
Sanftmut eine innere Gelassenheit, einer Art von Überlegenheit durch den Geist, tät ich ergänzen, die (die Gelassenheit) allerdings - so denke ich - nicht vorausgeht, sondern mit der Liebe einherkommt oder sogar durch die Liebe (Gottes) entsteht. Denn Sanftmut ist eine Frucht des Geistes (Galaterbrief), "zentrale Tugend" trifft es für mich eher zu wenig und im Zusammenhang mit "gottgefälligem Lebenswandel" hat es für mich (!) einen Hauch von 'falscher Richtung' ... nicht vom Ende her gedacht oder gesehen ... zu menschlich könnte man auch sagen (menschliche Sichtweise). Doch Sanftmut ist eine Frucht des Geistes und kommt - geistlich betrachtet - nicht aus der Natur des Menschen, denn die ist - wie die Bibel beschreibt - nicht gut. Aber wo Mensch und Geist gemeinsam sind und in die gleiche Richtung gehen/sehen, bringt der Geist eben Frucht (ist fruchtbar).
Ein anderer Gedanke:
Von Wilhard Becker "Angriff der Liebe" habe ich vor vielen Jahren mitgenommen, dass Sanftmut in die Gruppe (Galater) der Frucht des Geistes gehört, die unser Verhältnis zu uns selbst aufzeigt (Glaube, Sanftmut, Keuschheit), während die anderen unser Verhältnis zu Gott - erste Gruppe (Liebe, Freude, Friede) - und zu unserem Nächsten - zweite Gruppe (Geduld, Freundlichkeit, Güte) - aufzeigen.
Ich zitiere mal: "Sören Kiergegaard bezeichnet [Sanftmut] als die Tugend, 'eine schwere Last leicht zu tragen'. Es gibt Menschen, die eine leichte Last so tragen, dass sie auf die Dauer schwer und unerträglich wird. Eine leichte Last schwer zu tragen heißt, schon unter kleinen Sorgen und Schwierigkeiten zu stöhnen und Mitleid zu erregen. Eine schwere Last leicht zu tragen, ist Sanftmut. Jesus wusste um diese Sanftmus: "Lernt von mir ... (Matth. 11,29)". Er trug die schwerste Last so, dass alle, die ihn sahen, mit ihrer Last zu ihm kamen, um sie auch noch auf ihn zu legen. Sanftmut ist also die Fähigkeit, Leid und Schmerzen zu tragen, ohne andere mitleiden zu lassen oder bemitleidet werden zu wollen."
Danke für deine Ausarbeitungen, wenn sie mir auch "am Stück" zu viel sind ... ich denke gern tage- und wochenlang darüber nach. 🙂
Sören Kiergegaard bezeichnet [Sanftmut] als die Tugend, 'eine schwere Last leicht zu tragen
Danke. Ist sehr hilfreich. ❤️
Sören Kiergegaard bezeichnet [Sanftmut] als die Tugend, 'eine schwere Last leicht zu tragen
Achtung: Jesus bezeichnet seine Last als leicht - nicht als schwer.
“mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht…“
Jetzt bleibt die Frage, ob er das nur subjektiv meinte… 🤔🙂
Ehrlich gesagt: ich hoffe nicht.
Er meinte das im Gegensatz zu von Menschen auferlegten mühevollen Lasten, entweder von anderen oder durch sich selbst auferlegte Lasten, die zu schwer für einen sind.
Mt 11, 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir;
ist eine Redewendung, die bedeutet, in die Lehre eines Rabbis zu gehen, sich von ihm ausbilden zu lassen,
“mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht…“
Das versteh ich so, dass er nicht treibt und nicht überfordert. Last ist hier das Basiswort für eine angemessene Portion.
Mt 11, 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir;
... kann auch bedeuten, dass Er, also Jesus, den größeren Anteil der Last trägt
Passt das auf alle Lasten? Ich komme mit dieser Auslegung nicht so wirklich um alle Kurven.
Passt das auf alle Lasten? Ich komme mit dieser Auslegung nicht so wirklich um alle Kurven.
Ich denke "ja", - und das Joch sagt noch so viel mehr aus.
Das Joch bestand damals aus einem kragenartigen Rahmen in einer Form für den Nacken und die Schultern für zwei Tiere, die so zusammengespannt wurden. Es war gut für einen jungen Ochsen, wenn ein älteres und stärkeres Tier mit ihm die Last teilte. - So geht Jesus neben uns und hilft uns ziehen der Last. Wir können also von ihm lernen, weil wir so mit ihm verbunden sind und Christus als unser älterer und stärkerer Begleiter unsere Lasten mit uns teilt.
Ich darf froh sein, weil ich durch das Joch Kurskorrektur bekomme, er mich in die richtige Richtung lenkt. Das Joch ist für mich kein Hindernis, sondern sehr brauchbar indem es mir Halt und Hilfe, Ziel und Sinn für mein Leben gibt, auch ihm Dienst für Jesus.
Dieses alte Jochbild ist für mich noch nicht frei von der Erinnerung an emotionalen und geistlichen Mißbrauch. Jesus hat mich da hindurchgebracht, aber ich denke nicht, dass es Sein Wille ist, darunter zu bleiben, weil er einen Teil des Mißbrauchs abmildert.
Für mich ist die Hebräische Redewendung freisetzend, Ihm vertrauend zu folgen.
Kennst du den Text von Rob Bell "Im Staub des Rabbi laufen"? Da wird es deutlich, was es bedeutet, dass Jesus sagt: Nicht ihr habt mich erwählt. Ich habe euch erwählt.
Die rabbinischen Jünger mussten ihrem Rabbi beweisen, dass sie die Ausbildung wert waren. Jesus aber vermittelt: "Du bist es mir wert und du bist zum Segen gesetzt und ICH wähle dich. Nicht weil du so top-oben bist, sondern weil ich durch dich wirken kann, weil du nichts hast"
Joh 15,16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.
Vielleicht ist das alte Jochbild differenzierter zu sehen. So denke ich, dass Jesus unsere Lasten kennt und uns hilft. Das ist aber nicht das, was er uns auferlegt.
Kennst du den Text von Rob Bell "Im Staub des Rabbi laufen"?
Der Name sagt mir leider nichts. Danke für Deine Ausführung dazu ...
Ich denke, dass man unterscheiden muss: wo brauche ich Tragehilfe, wo kann ich etwas abgeben, das Jesus schon am Kreuz getragen hat, wo lehrt er mich wie ich mit Überforderungen umgehen soll, wo lehrt er mich, Ihm zu folgen und frei von religiösen Regeln zu leben, menschliche Joche nicht anzunehmen.
Seit gestern bin ich im Philipperbrief, dem Brief der Freude. Die Anordnung nach der geistlichen Waffenrüstung gegen Mächte und Gewalten der Finsternis ist mir noch nie so deutlich aufgefallen. Finsternis will die Freude und Zuversicht stehlen und uns der Stärke im HERRN berauben.
Interessant. Meine Sicht war immer: Jesus hat alles für uns getan. Deshalb ist das Joch, das uns auferlegt wird (nicht von Gott/Jesus), leicht, weil ER - Jesus - es trägt/getragen hat. Deshalb können wir vertrauensvoll im Joch gehen - mit IHM. Deshalb ist es leicht. Weil ER es trägt/getragen hat.
Finde ich auch ein tolles Bild.
Wichtig ist, dass man das Joch freiwillig anzieht. Wenn man sich dagegen wehrt, weil man es nicht wirklich will, dann kann es sogar schmerzhhaft werden
Interessant.
Ist halt die Frage, ob Jesus sich mit „seinem“ Joch allein auf die Redewendung des von ihm Lernens bezieht und ob ich das volle Verständnis davon habe?
Joch hat ja auch etwas davon, unter der Führung von jemandem zu sein.
Gehe ich mit Jesus als Gespann, ist er das Leittier neben mir und trägt den größeren Teil der Last. Er geht neben mir, ich neben ihm und lerne wie er zu gehen. Passe meinen Tritt nach und nach an, sowie er zunächst seinen Tritt meinem anpasst und Rücksicht nimmt auf mich. Würde er sofort lospreschen, käme ich nicht hinterher.
Ist es ein Einzeljoch, geht es um „die Last der Nachfolge“ die zunächst allein auf meinen Schultern ruht und zunächst hauptsächlich die Anerkennung des Willen meines Herrn erfordert. Im Vertrauen darauf, dass es nicht zu schwer oder zu viel ist, dass meine Seele dadurch zur Ruhe kommt und eine innere Gelassenheit eintreten wird.
Danke, deborah, ich lese das jetzt erst ... Ja, ich denke auch, dass "meine Last ist leicht" im Zusammenhang mit dem Hinweis "kommt zu mir" zu verstehen ist ... denn die - so gelernt von meinem alten Pastor - Gesetzeslehrer legten den Leuten eben auch die Gesetze auf, die zu halten dann eben schwer ist, wohingegen in die Lehre bei Jesus zu gehen, nicht schwer demgegenüber, sondern eben leicht ist. (also Zusammenhang Rabbi/Lehre)
Hallo,
bei der "Jochstelle" handelt es sich nach jüd. Überlieferung um die Tora, siehe unten.
Der Kirkegaardsche Gedanke (siehe bei Neubaugöre) spricht jedoch ganz unmittelbar in meine Situation hinein und besonders finde ich das Wort "Tugend" schön.
Alles wird leichter, wenn man sich berufen fühlt und Jesus an seiner Seite hat.
Mt.11,
27 Jesus beansprucht einzigartiges Wissen über das Göttliche.
29 Joch, steht in Verbindung zum Torastudium
(Sir 51,23.26; in 3,5 legen die Rabbinen fest, dass, wer das „Joch der Tora auf sich nimmt“, von politischen Verpflichtungen und weltlicher Sorge befreit ist; vgl. auch 2,2),
Disziplin und Gehorsam (Gen 27,40; Jer 5,5; vgl. 103,11; PsSal 7,10; 17,30; 3,391–92.448.508.537.567;
in 5a sehnt sich Gott nach Israels‘ Gehorsam.
Quelle:
Gale, Aaron M. 2021. „DAS EVANGELIUM NACH MATTHÄUS“. In Das Neue Testament – jüdisch erklärt, herausgegeben von Wolfgang Kraus, Michael Tilly, und Axel Töllner, übersetzt von Monika Müller und Jan Raithel, 38. Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft.
27 Jesus beansprucht einzigartiges Wissen über das Göttliche.
29 Joch, steht in Verbindung zum Torastudium
Würde ja frei übersetzt bedeuten, dass von Jesus lernen (unter seinem Joch sein) das Leben leicht macht.
Ja, denn es heißt ja auch, dass wir all unsere Sorgen (und die sind ja eine Last im Leben) auf ihn werfen sollen. - Ich hatte grad das innerliche Bild vom Joch gemeinsam mit Jesus, dass er meine Führung ist, mein Wegbegleiter, mein Lehrer - UND ich noch dazu all meine Sorgen auf ihn werfen darf. Na wenn da das Leben nicht leichter wird ... das konnte ich vor Jesus nicht, da hat mir niemand meine Sorgen, meine Lasten abgenommen ... Er sagt: gib sie mir. Im Grunde zieht Er den Karren ... ich laufe nur mit ...
Selbst wenn ich alleine laufe, ist mein Joch, das mich bindet, sanft. 😌
Für das sanfte Joch?
Ich denke, Jesu‘ Lehre ist sanft…insgesamt…sie ergibt ein anderes Bild, als man gemeinhin bis dahin hatte, insbesondere auch den Tod betreffend…und dieses sanfte Joch, mit seinen Geboten, ist eine leichte Last.
Du schriebst
Veröffentlicht von: @sternSelbst wenn ich alleine laufe, ist mein Joch, das mich bindet, sanft. 😌
Mich irritiert das "wenn ich allein laufe" darin. Läufst du denn nicht mit Jesus? Deshalb fragte ich nach einer Erklärung.
Ah, verstehe.
Deborah71 meinte ja, “Joch“ würde in Verbindung mit der Thora stehen, also eine Lehre repräsentieren, und so verstehe ich es. Also alles, was er uns lehrt ist sein Joch. Unter diesem laufe ich alleine. So verstehe ich es.
Ich sehe es nicht so, dass er mit mir in diesem Joch läuft, also neben mir läuft und mit mir diese Last trägt…das ist zwar ein Bild, das bestimmt auch richtig ist…aber mich spricht das andere mehr an. Vielleicht weil ich denke, dass er das alles hier ja schon überwunden hat…ich befinde mich noch mitten drin.
Veröffentlicht von: @stern27 Jesus beansprucht einzigartiges Wissen über das Göttliche.
29 Joch, steht in Verbindung zum Torastudium
Würde ja frei übersetzt bedeuten, dass von Jesus lernen (unter seinem Joch sein) das Leben leicht macht.
Ja, so verstehe ich das auch. Habe mich gefragt, wie Jesu Sanft- und Demut in diesem Zusammenhang noch zu verstehen sei und finde die "Neue evangelistische Übersetzung" dazu gut:
"Unterstellt euch mir und lernt von mir! Denn ich bin freundlich und von Herzen zum Dienen bereit. Dann kommt Ruhe in euer Leben".
(Matthäus 11,29, NeÜ, https://ref.ly/logosres/LLS:NEU?ref=BibleNEU.Mt11.29)
Lese ich so, dass er die Thora durch ein liebendes ❤️ interpretiert und weitergibt.