Bibellesen Anfänger
Obwohl schon Mitte 40, wende ich mich seit ca. 2 Jahren verstärkt dem christlichen Glauben zu.
Christliche Werte und Weltannahmen haben es mir angetan.
Macht es Sinn, dass ich anfange die Bibel zu lesen? Ich habe Angst dort mit viel Kriegen und Gewalt konfrontiert zu werden. (Wenn NT, das weiß ich schon.)
Ganz blöde Frage: Welche Bibel (NT)? Sind alle gleich? Und wo besorge ich mir eine (möglichst günstig)?
Und dann: einfach draufloslesen? Von vorne bis hinten?
Und die Fragen, die sich dabei ergeben hier stellen?
Schön dass du den christlichen Glauben »entdeckst« …
Macht es Sinn, dass ich anfange die Bibel zu lesen?
Aus christlicher Sicht auf jeden Fall!
Ich habe Angst dort mit viel Kriegen und Gewalt konfrontiert zu werden. (Wenn NT, das weiß ich schon.)
Kommt im AT vor. Oft auch als abschreckendes Beispiel. Im NT eher selten. Aber ja: Jesus wird gekreuzigt (kein schöner Tod), seine Nachfolger werden verfolgt (wie schon Jesus vorhersagte; Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert). Also wenn du Überhaupt keine Gewalt willst, beschränke dich auf die Briefe im NT. Aber Insgesamt gibts im NT nicht viel Gewalt, und die wird auch nicht allzu ausführlich beschrieben …
Ganz blöde Frage: Welche Bibel (NT)? Sind alle gleich?
Was den Umfang des NTs angeht (welche Bücher dazugehören), da sind alle gleich. Die Übersetzungen unterscheiden sich, insbesondere im Stil, inhaltlich gibt es keinen nennenswerten Unterschied (außer die NWÜ der sog. Zeugen Jehovahs, aber das wäre ein eigenes Thema).
Und wo besorge ich mir eine (möglichst günstig)?
Online gibt es den Bibelserver, da gibt es 13 deutschsprachige Bibeln (und noch viele in anderen Sprachen), da kannst du schon mal lesen und schauen, welche Übersetzung dir zusagt. Über Vor- und Nachteile könnte man viel sagen (und anfangen, sich zu streiten 😉 ), aber mindestens die Übersetzungen auf dem Bibelserver sind so, dass ich von keiner wirklich abraten würde.
Es gibt viele Bibel-Apps, vor allem ältere Bibeln (»gemeinfreie«, also ohne Urheberrecht) können damit gelesen werden, gegen etwas Geld auch andere. Die Auswahl hängt von der App ab. Auf dem Bibelserver gib es auch Bibeln, die ansonsten was kosten, dafür freut sich der Server über Spenden (ist aber keine Pflicht!).
Für gedruckten Bibeln gibt es christliche Buchläden (in echt oder online), Büchertische o.ä. von christlichen Gemeinden, oder auch missionarische Aktionen, bei denen Bibeln angeboten werden.
Und dann: einfach draufloslesen? Von vorne bis hinten?
Manche machen das so, aber es gibt auch Lesevorschläge, z.B, Bibellesepläne. Es gibt auch »Andachtsbücher«, die jeden Tag einen Bibelabschnitt besprechen, die meisten Bücher benutzen den gleichen Leseplan, der interkonfessionell erarbeitet wurde. Bei solchen Plänen »nach Kalender« wirst du um das AT nicht herumkommen … gerade ist 5.Mose beendet, es geht weiter mit Abschnitten aus dem Johannesevangelium.
Und die Fragen, die sich dabei ergeben hier stellen?
Ja. Vielleicht findest du auch einen Bibelkreis bei dir vor Ort. Du kannst, wenn du da unsicher bist, auch hier fragen, ob das eine harmlose Freikirche oder eine Sekte ist, die den anbietet. Die meisten Bibelkreise hängen ja mit einer Gemeinde zusammen, und wenn die Gemeinde z.B. zu einer Kirche im Verband evangelischer Freikirchen gehört, bist du auf der »sicheren Seite«.
Veröffentlicht von: @birkeMacht es Sinn, dass ich anfange die Bibel zu lesen? ... Und dann: einfach draufloslesen? Von vorne bis hinten?
Es mag verführerisch sein, sie so zu lesen, wie einem der Schnabel gewachsen ist, ist man aber ehrlich, lässt sie sich auf diese Weise nicht verstehen. Die Bibel verwendet eine spirituelle Fachsprache, die zu lesen gelernt sein will. Spirituelle Aussagen sind oft bildgleich mit physischen Geschehen.
Die Bibel verwendet eine spirituelle Fachsprache, die zu lesen gelernt sein will.
"spirituelle Fachsprache" ???
Mit ähnlichen Argumenten versuchte die katholische Geistlichkeit in früheren Jahrhunderten, die Bibel als für Laien ungeeignet - und als nur für geweihte Priester verständlich darzustellen.
"spirituelle Fachsprache" ???
NEIN! Ich finde nicht, dass dieser Begriff der Bibel gerecht wird, auch wenn manche Begriffe und biblische Berichte nicht immer leicht zu verstehen und zu glauben sind.
Auf jeden Fall solltest du das bitte etwas erläutern.
Denn da müssten wir erst mal klären, von welcher Bibel du sprichst, falls du "die Bibel" konkret meinst.
Meinst du die alte griechische, die lateinische oder eine hebräische Edition oder gar die Lutherbibel?
Ausgaben, die sich in ihrer Wortwahl teilweise sehr deutlich unterscheiden.
Und wie siehst du im NT die Evangelien, die sich teilweise an ganz bestimmte Zielgruppen wenden?
Mit der Absicht, den Lesern das Wort Gottes ohne "spirituelle Fachsprache" nahe zu bringen.
Und wenn wir heutige Ausgaben sehen - reden wir jetzt von der "Lutherbibel", "Basisbibel", "Gute Nachricht Bibel", "Elberfelder Bibel", "Menge" "Einheitsübersetzung", "Hoffnung für Alle", "Schlachter", "Neue Genfer Übersetzung", "Volxbibel", "Zürcher Bibel",
ach, es wird noch weitere geben...
Veröffentlicht von: @bepe0905... - reden wir jetzt von der "Lutherbibel", "Basisbibel", "Gute Nachricht Bibel", "Elberfelder Bibel", "Menge" "Einheitsübersetzung", "Hoffnung für Alle", "Schlachter", "Neue Genfer Übersetzung", "Volxbibel", "Zürcher Bibel",
ach, es wird noch weitere geben...
... vergiss nicht die Original-Luther-Faksimile von 1545 ...
Veröffentlicht von: @bepe0905Die Bibel verwendet eine spirituelle Fachsprache, die zu lesen gelernt sein will.
"spirituelle Fachsprache" ???
Mit ähnlichen Argumenten versuchte die katholische Geistlichkeit in früheren Jahrhunderten, die Bibel als für Laien ungeeignet - und als nur für geweihte Priester verständlich darzustellen....
Denn da müssten wir erst mal klären, von welcher Bibel du sprichst, falls du "die Bibel" konkret meinst.
...Und wie siehst du im NT die Evangelien, die sich teilweise an ganz bestimmte Zielgruppen wenden?
Mit der Absicht, den Lesern das Wort Gottes ohne "spirituelle Fachsprache" nahe zu bringen....
Das ist im Grunde genommen auch richtig, nur muss man hier von einer weit zurückliegenden Vergangenheit sprechen. Die Kirche hat im Laufe der letzten Jahrhunderte den aufkommenden Materialismus mitgemacht, weshalb ich dem für die heutige Zeit nicht zustimmen kann, sie hat die Lehren profanisiert und entwirft dafür ein albernes Jesus-Bild, wie das vom schlichten Mann.
Du machst mir den Eindruck, auf die (einstigen) priesterlichen Eingeweihten eifersüchtig zu sein, oder nicht? Wir leben heute aber in einer anderen Zeit, wo die Menschheit selbstbewusster ist als noch vor Jahrhunderten und deshalb nach und nach verstehen kann. Mit Selbstbewusstsein will aber umgegangen sein, was eine Herausforderung bedeutet. Darum geht es nicht um die Frage nach welcher Bibel, sondern um die Frage im Umgang mit sich und seinem Bewusstsein.
Die Evangelien lehren uns viele Verhältnisse und richten sich damit nicht einfach nur an einzelne Personen oder Zielgruppen. Was diese erleben, wie etwa die Jünger nach der Auferstehung, richtet sich an uns alle, wozu ihre spirituelle Fachsprache erlernt und damit zusammenhängend das Übersinnliche wieder hinzugefügt werden muss, was nämlich einige der Jünger nach der Auferstehung übersinnlich erlebt haben, die davon anderen berichten, welches die Kirche im Zuge ihrer Profanisierung herausgelassen hat.
spirituelle Fachsprache
Ich vergleiche das immer mit TV die Botschaft der Bibel ist für jeden Leser zugänglich. Nur ohne Hintergrund wissen, ist die biblische Lektüre wie schwarzweiss Fernsehen auf einem alten Röhrenmonitor mit Monosound. Wer sich in der aber besser auskennt, kann die Bibel in 4k auf einen OLED mit Dolbysourond schauen.
Die Geschichte ist dieselbe, nur man erkennt viel mehr Details die vorher in den Grautönen und in der geringen Auflösung unterging. Und ich wage sogar zu behaupten, manche Plottwists sogar erst verstanden werden, wenn man die Details kennt.
Die 'Basis-Bibel' ist auch recht lesefreundlich.
Mit dem Bibellesen kann man gut im NT beginnen, es lohnt sich aber irgendwann das AT zu studieren. Denn das neue Testament ist ein Appendix zum AT.
Und die beste Bibel ist, die die man liest, mach dir zu Beginn keinen Kopf über die Übersetzung. Wenn du natürlich kannst, dann empfehle ich immer eine Bandbreite an Übersetzungen parallel zu lesen, also neben der Hoffnung für alle, eine Elberfelder, Luther, oder die Einheitsübersetzung. Und wann immer etwas merkwürdig erscheint, oder sich die Übersetzungen wieder sprechen dann wird es spannend.