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Entzweiungen um Jesu willen

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Tojak
 Tojak
Themenstarter
Beiträge : 655

In der heutigen Bibellese bin ich über folgende Stelle gestolpert, wo Jesus sagt:

"Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte! Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie ist mir so bange, bis sie vollendet ist! Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage euch: Nein, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei. Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter" (Lukas 12,49-53).

Das passt so gar nicht zu dem liebevollen und Frieden stiftenden Jesus, von dem ich üblicherweise höre und dessen Bild ich mir auch zu eigen gemacht habe. Wie geht ihr mit diesem konträren Bild um?

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26 Antworten
Maria
 Maria
Beiträge : 1277

@tojak Das Feuer, das Jesus auf die Erde wirft, ist das Feuer der Läuterung. Menschliche (Liebes-)Beziehungen sehen oft harmonisch aus, aber sie funktionieren nur, weil es eine Art Symbiose gibt. Herrschsüchtiger und Unterwürfiger passen zusammen und ergänzen sich. Aber eigentlich ist das ja keine gesunde Beziehung zwischen seelisch gesunden Menschen. 

Wenn Jesus nun den einen aus einer solchen Beziehung von seinen Ängsten und Begierden befreit, reagiert er nicht mehr wie gewohnt auf seinen Partner. Dieser war es vielleicht gewohnt, den anderen nach Belieben zu manipulieren, indem er bestimmte Ängste weckte. Nun sind die Ängste nicht mehr da, das alte Muster funktioniert nicht mehr und die gewohnte Harmonie ist dahin. Diese Art von Zwietracht meint Jesus.

maria antworten
5 Antworten
Tojak
 Tojak
(@tojak)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 655

@maria 

Also, du meinst, es geht um nichts anderes, als toxische Beziehungen oder solche mit Machtgefälle zu beenden? Sehr interessante Interpretation! Dann wäre das ja nicht mehr als ein Allerweltsratschlag.

tojak antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1277

@tojak 

Wenn man eine solche Beziehung beendet, bleiben ja immer noch die psychischen Strukturen, die zu solch unguten Beziehungen führen, und man schlittert in die nächste und in die nächste toxische Beziehung.

Jesus aber heilt den Menschen von Grund auf und macht ihn frei von Ängsten, Begierden und Abhängigkeiten. Das ist dann eine wahre innere Freiheit. Jesus weist hier darauf hin, dass man nicht annehmen soll, es sei dann alles Friede, Freude, Eierkuchen. Der Partner einer solchen Beziehung hat sich ja nicht geändert und beharrt in seinen alten Verhaltensweisen. 

Ja klar, man kann eine solche Beziehung lösen. Jesus zeigt einem dann aber auch einen anderen Weg. Er hat den Menschen durch diese Reinigung befähigt, wahrhaftig zu lieben. Und Er macht bewusst, dass diese Liebe, die aus Ihm kommt, fähig ist, auf Dauer auch den anderen Menschen zu heilen und damit auch die Beziehung zu heilen.

maria antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@maria Das mag ein Aspekt dieses Textes sein, aber der beinhaltet noch mehr. 
Nicht jede Beziehung ist toxisch, aber es kommt trotzdem vor, dass sich etwas in Familienverbänden ändert, wenn jemand zum Glauben an Gott und Jesus kommt. 
Und wenn man mal ein bissel von uns weg und in andere Kulturen guckt, geht's da nicht 'nur' um psychische Strukturen. 
Da kann's dann tatsächlich passieren, dass jemand aus dem Familienverband ausgeschlossen wird.

chai antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1277

@chai 

Ja, guter Einwand, es geht auch darum, dass Denkstrukturen geändert werden, was von den anderen nicht toleriert wird. Diese fehlende Toleranz ist aber mMn letztendlich auch in der Psyche begründet. Man kann dem anderen aus Angst oder einem Dominanzgefühl heraus kein freies Denken und Glauben gestatten.

maria antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@maria Das ändert aber nichts daran, dass das auch ganz praktische Auswirkungen auf das Leben eines Christen haben kann. 
Es gibt ja durchaus genug Berichte über Christenverfolgung, die auch vor Familien nicht Halt macht.

chai antworten


Helmut-WK
Beiträge : 10218

@tojak 

Der Vers steht im Zusammenhang der Rede in Mt 10. Ab V.16 (»ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe«) geht es um die Verfolgung der Jünger Jesu.  Und tatsächlich gibt es Gegenden, wo »die Hölle los bricht«, wenn jemand in der Familie Christ wird. Das geht bis hin zu »Ehrenmorden«.

Sie Voraussage von Jesus ist also eingetroffen. Und keineswegs erst in neuester Zeit.

hkmwk antworten
4 Antworten
Tojak
 Tojak
(@tojak)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 655

@hkmwk

Mag ja sein. Aber dieses "Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!" ist schon eine harte Ansage. Das ist mehr als ein billigendes in Kauf nehmen.

tojak antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@tojak "Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!" ist schon eine harte Ansage. Das ist mehr als ein billigendes in Kauf nehmen.

Wenn man mal annimmt, das Jesus gar nicht Gott war (welcher, da allmächtig, so etwas gar nicht sinnvoll sagen könnte - wer hindert ihn denn daran, es jetzt, im Zeitpunkt des Sprechens, schon brennen zu lassen?) , sondern nur ein Endzeit-Prediger, ergibt es Sinn. Dann spricht daraus die typische Vorfreude solcher "Das Ende ist nahe!"-Rufer auf die ultimative Disruption.

jack-black antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10218

@jack-black 

Ich hatte mich mehr auf die Entzweiung und das Schwert bezogen, und da den Zusammenhang hergestellt.

Zum Feuer hat unten schon Deborah was gesagt.

Dann spricht daraus die typische Vorfreude solcher "Das Ende ist nahe!"-Rufer auf die ultimative Disruption.

Dagegen spricht, dass Jesus bei der Ankündigung der Disruption geweint hat:

Lk 19,41 Als Jesus sich der Stadt näherte und sie vor sich liegen sah, weinte er42 und sagte: »Wenn doch auch du heute erkannt hättest, was dir Frieden bringt! Aber Gott hat dich blind dafür gemacht. 43 Darum kommt jetzt über dich eine Zeit, da werden deine Feinde einen Wall rings um dich aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten einschließen.

Wie die weitere Geschichte gezeigt hat, was dies nicht die »finale« Disruption, aber wer Mt 24 oder Mk 13 liest, der merkt, dass Jesus beide Disruptionen nicht unterschieden hat - hängt sicher mit Mk 13,32 zusammen.

hkmwk antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@tojak 

Zum Beitrag

Wozu deutest du dieses Feuer werfen nur belastend?

Das Feuer des Heiligen Geistes fiel während der Predigt des Petrus auf den Hauptmann Kornelius und die Personen seines Haushaltes und bestätigte  die Geburt von oben.

deborah71 antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 30188

@tojak 

Zwietracht, Trennung könnte auch einfach bedeuten, dass sich falsches vom richtigen abbrennt, so wie Wasser und Öl sich trennt.

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