Benachrichtigungen
Alles löschen

Jesus und der gesunde Schlaf

Seite 2 / 2

Eldarion
Themenstarter
Beiträge : 526

Tag zusammen,
Ich bin kürzlich über ein Rembrandt-Bild gestolpert. ( Nein, nicht das Original 😊 )
Werft mal kurz ein Blick drauf:
&psig=AOvVaw1BNix6kxPSqFLVV9k8lhGf&ust=1592076547064000&source=images&cd=vfe&ved=0CAIQjRxqFwoTCLDs9rqB_ekCFQAAAAAdAAAAABAE

Ich denke, ihr kennt die Geschichte, vom Sturm auf dem See Genezareth. ( Markus 4 / 35 - 41)

Die Frage, die sich mir beim Bild - und vor allem beim Text - stellt ist folgende?
Wie konnte Jesus nur schlafen?
Die Geschichte wird oft als Beispiel genannt, um sich bei Ängsten und Bedrohungen aller Art an Jesus zu wenden.
Das taten ja auch die panischen Jünger. Aber vorher mussten sie erst einmal fassungslos zur Kenntnis nehmen, das Jesus trotz höchster Bedrohung seelig schlummerte.
Untergräbt das nicht irgendwie das Vertrauen in Jesus?

P.S.
Falls das jetzt wieder einmal die falsche Kategorie sein sollte, bitte ich vorbeugend um Verzeihung.

Besten Gruß
Eldarion

Antwort
24 Antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 8723

Glauben wachrütteln!
Guten Tag!

Veröffentlicht von: @eldarion

Aber vorher mussten sie erst einmal fassungslos zur Kenntnis nehmen, das Jesus trotz höchster Bedrohung seelig schlummerte.
Untergräbt das nicht irgendwie das Vertrauen in Jesus? Wie konnte Jesus nur schlafen?

Warum? Er ist ja nicht weg, sondern da. Er schläft nur, daß er dadurch den Glauben der Jünger prüfe! Und der Glaube macht, daß wir zu Gott kommen in allerlei Gefahr und Unglück und mit den Jüngern rufen: "Herr, hilf, wir verderben!"

Wir wissen ja, daß wir nicht sinnlos in die Dunkelheit hineinschreien und daß unsre Worte nicht vom heulenden Sturm verweht werden, sondern Christus ist immer mit uns. Er hört uns, auch wenn unsre Vernunft dawider ist und meint, er höre nie und nimmermehr, weil der Sturm nicht enden will.

Christus aber weiß ganz genau, wann er den Sturm zu stillen hat. Und bis dahin hat sich unser Glaube zu bewähren.

Bleibt er bestehen, wenn Mast und Ruder krachen und das Schiff nicht mehr zu steuern ist? Verzagen wir gleich, wenn der Wind die Flagge zerreißt? Verzweifeln wir endgültig, wenn die Wellen übers Boot brechen und uns der Boden unter den Füßen genommen wird? Hier sehen wir doch, wie es um unsren Glauben steht: "Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?"

Hätten wir größeren Glauben, bräuchten wir Jesus gar nicht zu wecken, sondern wüßten, er hilft, auch wenn das Schiff mitten entzweibricht und die Blitze Heck und Bug durchschössen.

"Wo ist euer Glaube?" fragt uns Jesus in Krisen, Nöten, Gefahren und Ängsten... Gebe Gott uns heute einen großen Eimer voll kalten Wassers, daß wir einmal recht wach und nüchtern würden und uns rüttelten und sagten: "Herr, hier ist er! Klein und schwach zwar noch, aber wehren will er sich tapfer und kämpfen gegen alles Unglück in der Welt! Du bist ja mit im Schiff, auch wenn Du schläfst. Ich will nimmermehr verzagen!"

Beste Grüße,
Plueschmors.

deleted_profile antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo Eldarion,

für mich ist Jesus der perfekte Pädagoge. Also hat er nicht nur seinem körperlichen Bedürfnis nachgegeben, sondern auch das perfekte Ergebnis erzielt.

Vielleicht stellst du dir mal die Frage, wie ging es den Jüngern vor dem Sturm, wie ging es ihnen nach dem Sturm. Und hätte Jesus dieses auch auf andere Weise bewirken können?

Ich glaube, dass sich die Jünger noch oft an diese Lektion erinnert haben werden. Jesus musste die Jünger auch darauf vorbereiten, dass er irgendwann man nicht mehr leiblich bei Ihnen ist. Und dass es in einer Krisensituation so aussieht, als ob Gott "schlafe", nicht tätig sei.

Gott handelt zum bestmöglichen Zeitpunkt und eben nicht vorher. Wer dies versteht, kann auch in den Stürmen des Lebens im Frieden bleiben.

Liebe Grüße

Ralf

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Jesus schlief weil er nicht immer für alles zuständig ist. Wir Menschen sollen uns nicht zurücklehnen und Gott machen lassen, sondern uns zuerst einmal selbst um unsere Angelegenheiten kümmern und nur wenn etwas besonders wichtig und nicht überzogen ist Gott um Hilfe bitten.

Anonymous antworten
1 Antwort
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 7662

Das kann ich nur unterschreiben.
Du fasst hier noch einmal perfekt zusammen, was in meinen Augen eine Haltung erwachsenen Glaubens ausmacht.
Wenn ich alles, was in meiner Macht steht, getan habe, dann darf ich das Übrige getrost Gott überlassen.

suzanne62 antworten


Tagesschimmer
Beiträge : 1098

Dass Jesus in so einem Sturm schlafen konne, ist mir auch ein Rätsel. Ich denke, er wollte die Fahrt eben zum schlafen nutzen und es ist ihm gelungen. Aus deiner Frage klingt aber so eine Überzeugung heraus, dass Jesus möglichst im Voraus alle Schwierigkeiten beseitigen sollte. Meinst du das wirklich?

Dass Jesus nicht jederzeit alle Schwierigkeiten aus unserem Weg räumt, erleben wir auch jetzt. Es scheint also Absicht zu sein. Mich ruft das dazu auf, in solchen Situationen selbst meinen Glauben als Kind Gottes einzusetzen und in anderen Situationen geduldig und gelassen zu sein.

tagesschimmer antworten
5 Antworten
Eldarion
(@eldarion)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 526
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Aus deiner Frage klingt aber so eine Überzeugung heraus, dass Jesus möglichst im Voraus alle Schwierigkeiten beseitigen sollte. Meinst du das wirklich?

Nein. Mir fällt nur auf, dass die Jünger in berechtigter Panik waren, und Jesus (der die Jünger auch noch in diese Lage geführt hat) gewissermaßen nicht ansprechbar war. ( Bis man ihn weckte).
Wenn man diese Geschichte als Vorbild nimmt, um Jesus in Not anzurufen, kommt mir das irgendwie komisch vor.

eldarion antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18052
Veröffentlicht von: @eldarion

Nein. Mir fällt nur auf, dass die Jünger in berechtigter Panik waren, und Jesus (der die Jünger auch noch in diese Lage geführt hat) gewissermaßen nicht ansprechbar war. ( Bis man ihn weckte).
Wenn man diese Geschichte als Vorbild nimmt, um Jesus in Not anzurufen, kommt mir das irgendwie komisch vor.

Eigentlich nicht.
Die Jünger kannten inzwischen ihren Meister und waren sich bewußt, was er alles kann. Sie haben ja die Wunder aus erster Hand erlebt.

Warum verfielen sie also in Panik, als der Sturm aufkam, anstatt sich damit zu beruhigen, dass der Sturm nicht so schlimm sein würde, wenn der Rabbi seelenruhig schläft?

Das Problem hier ist nicht der schlafende Jesus. Es sind die panischen Jünger, die nicht gelernt haben, dass wenn Jesus entspannt ist, sie ebenfalls entspannt bleiben dürfen.

tristesse antworten
Eldarion
(@eldarion)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 526

Klingt einleuchtend. Wobei der Hinweis, dass einige Jünger Fischer waren, ja auch bedeutend ist.
Ein gewöhnliches Stürmchen hätte die kaum in Panik verfallen lassen.

Nachtrag vom 14.06.2020 1030
So sieht es heute (na ja 2006) dort bei starkem Wind aus 😊

https://www.surf-magazin.de/reise/naher_osten/israel-see-genetareth

eldarion antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18052

Das mit Sicherheit.

Aber ich denke schon dass allein die Tatsache, dass der Meister schläft bei ihnen hätte Ruhe auslösen können 😊

Da ertappe ich mich aber auch, dass mich immer wieder Situationen zu überwältigen drohen, aus denen Gott mir schon hundert mal raus geholfen hat.

tristesse antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1098
Veröffentlicht von: @tristesse

Das Problem hier ist nicht der schlafende Jesus. Es sind die panischen Jünger, die nicht gelernt haben, dass wenn Jesus entspannt ist, sie ebenfalls entspannt bleiben dürfen.

Das auf alle Fälle. Zusätzlich liegt mir der Gedanke nahe, dass die Jünger schon einiges erlebt hatten, also gewissermaßen ausgebildet waren. Da Jesus etwas verwundert über ihren Kleinglauben war, hatte er vielleicht die Erwartung, dass sie selbst dem Sturm gebieten.

Also ihre Hoffnung nicht auf ihr irdisches Können setzen und wenn sie damit am Ende sind, ihn wecken (immerhin wandten sie sich in ihrer Not an ihn). Sondern einen Lernschritt im Übernatürlichen gehen.

tagesschimmer antworten
OpaStefan
Beiträge : 968

Hallo Eldarion,
danke für den Hinweis. Für mich weist die Geschichte auf folgendes hin. Der große Teil der Jünger waren bisher ihr Leben lang Fischer auf dem See Genezaret gewesen. Wenn sich also jemand mit dieser Situation auskannte, dann diese Fachleute. Sie waren der Meinung, wegen dieses Sturmes brauchen wir Jesus nicht zu belästigen. Das schaffen wir allein.
Und dann wurden Ihnen Ihre Grenzen aufgezeigt. Geht es uns nicht manchmal ähnlich?

Jesus kann kann uns manchmal erst dann helfen, wenn wir hilflos sind.

Diesbezüglich ähnlich ist die Situation mit Krankheit und Tod von Lazarus. Als Jesus erfährt, dass dieser sterbenskrank ist bleibt er noch zwei Tage in Galiläa.

LG OpaStefan

opastefan antworten
1 Antwort
Eldarion
(@eldarion)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 526

Stimmt. Das die Jünger zum Teil Fischer waren, hab ich in dem Kontext gar nicht bedacht. Muss ein enormer Sturm gewesen sein.
Du erwähnst die Lazarus-Geschichte. Auch das ist ein interessantes Thema. ( Ohne Abschweifen zu wollen). Ich hab mal die Meinung gehört, dass Lazarus möglicherweise gar nicht so begeistert von seiner Auferstehung gewesen sein könnte. Als vom Tode zurückgekehrt, galt er unter Umständen als Unrein. Auch so eine Sache.

eldarion antworten


jour
 jour
Beiträge : 1895

Zum einen weiß er sich in Gotteshand,

zum anderen hat er sich seinen Vertrauten anvertraut.

Als sie ihn in ihrer Angst riefen, hat er schnell gehandelt.

Und er hat nebenbei Petrus eine wichtige Lektion erteilt!

Wie groß ist wiederum unser Glaube?

Gesegneten Sonntag.
Jour

jour antworten
Seite 2 / 2
Teilen: