Kain und Abel - die Zurückweisung des Opfers von Kain
Hallo zusammen, guten Abend an alle!
Mich beschäftigt die Geschichte in 1.Mose 4 bzgl. Kains Gemütsverfassung. Chai und Queequeg meinten ja, er sei ein „armes Schwein“ weil Gott sein Opfer nicht beachtet.
Was genau Gott dabei nicht gefallen hat, ist nicht ganz klar und ob Kain vorsätzlich ein minderwertiges Opfer dargebracht hat, ist irgendwie auch nicht klar. Jedenfalls bekommt er dann für seine Wut über die Nichtbeachtung/Zurückweisung Schelte von Gott.
Gott erwartet also, dass Kain mit der Zurückweisung/Nichtbeachtung - ganz locker umgeht - wieso eigentlich?
Wieso juckt ihn das nicht, dass Kain gekränkt ist?
Weil Kain es eh schon falsch angepackt hat und Gott nicht wirklich ernst genommen hat und er dadurch auch kein Recht hat, gekränkt zu sein? Aber das gibt die Geschichte eigentlich nicht her…
Oder soll er Selbstbeherrschung üben, gerade wenn er sich ungerecht behandelt fühlt? In dem Sinn, dass er selbst ja am besten weiss,
in welcher Haltung er das Opfer gebracht hat und wenn er sich nichts vorzuwerfen hat, dann brauch er auch nicht sauer sein?
Was für Ideen habt ihr dazu?
Kain und Abel wurden ja (zumindest von Eva) unterschiedlich angesehen. Kain war ein Mann, den Gott ihr geschenkt hat, der Name des jüngeren Sohnes bedeutet Hauch, Nichtigkeit, Vergänglichkeit lt. Fußnoten der Schlachterbibel.
Ich könnte mir vorstellen, dass das am Selbstverständnis der beiden schon wirkte und auch ihre Haltung beim Opfer beeinflusste. Abels Haltung war vielleicht eher so „Ich hoffe, du kannst mein Opfer gnädig annehmen. Ich habe dir vom Besten gegeben was ich habe und vertraue darauf, dass du das erkennst.“ und Kains vielleicht eher voll Stolz und Erwartung, dass Gott sein Opfer annehmen müsste. Weil er vielleicht durch Erziehung und Charakter sich so entwickelt hatte, dass er meinte, alle müssten „ihm zu Füßen liegen“ und es gäbe nichts an ihm, was man in Frage stellen könnte, Gott würde sich schon freuen.
Als Gott ihm sagte, dass er ihn erkannt habe, wollte er den Konkurrenten ausschalten ohne die Chance der Buße, der Umkehr, zu erkennen und wahrzunehmen. Gottes Ansprache hat er als Demütigung statt als Chance verstanden. Und im Zorn aus der vermeintlichen Ablehnung hat er dann seinen Bruder getötet. Dabei hat Gott nicht ihn sondern sein Opfer abgelehnt. Und wenn ich Gottes Heiligkeit einbeziehe, konnte er ein Opfer, aus der falschen Haltung gebracht, gar nicht annehmen.
So mein Verständnis inzwischen.
Sicherlich. Andererseits habe ich mich auf die Bedeutung der Namen bezogen und daraus auf die mögliche erfahrene Wertschätzung und Anerkennung der Mutter geschlossen.
Gott selbst sagt an mehreren Stellen, dass es ihm auf das Herz ankommt und Demut vor Gott gilt als Tugend.
Wäre Kain demütig gewesen, hätte er Gottes Reden als richtig erkannt, auch wenn sie ihm nicht geschmeckt hat.
"Wäre Kain demütig gewesen,"
Würdest Du das auch sagen, wenn Du das nicht nur als Text gelesen, sondern auch selbst erlebt hättest?
Du weißt, dass Du bis zur letzten Faser Deines Lebens von Gott abhängig bist und erlebst, dass er Dich nicht ansieht - Dich nicht für würdig hält, angesehen = angenommen zu werden. Würdest Du Deinen Gleichmut bewahren?
Wenn Kain von Anfang an klar war, dass er von Gott abhängig war, hätte er sich ihm mit seinem Opfer dementsprechend genähert behaupte ich mal. Ich vermute, dass da etwas an seiner Haltung war, weswegen Gott sein Opfer nicht angenommen hatte.
Es geht nicht darum Gleichmut zu bewahren. Das hat Gott sicherlich auch nicht etwartet.
Ein Jakob hat mit Gott gekämpft (gerungen) eine Hanna hat im Tempel geweint und gebetet.
Aus Wut den vermeintlichen Konkurrenten umzubringen ist nicht nur die eigene Schuld auf den Anderen zu schieben, wie die Eltern, zu verdrängen. Nur lässt Gott ihn am Leben und gewährt ihm Schutz.
Ich bezweifle, dass Kain pure Wut getrieben hat, vielmehr ist wesentlich naheliegender, dass dass Gott ja ja nicht anders könnte, als sich ihm zuzuwenden, wenn es Aber gar nicht mehr gäbe.
Diese Zuwendung zu erwarten, sehe ich bei Kain weniger.
Oder er befand sich im Glauben, ohne Beziehung(spflege) das erhalten zu können, was er unter Zuwendung verstand.
Es ist ja nicht so, dass Gott ihn blindlings in sein Übel laufen ließ. Er „warnte“ ihn ja, um ihn zu schützen.
Genauso gut hätte er fragen können, warum Gott sein Opfer nicht angesehen hatte und sagen können, wie es ihm damit ging.
Kain und Abel wurden ja (zumindest von Eva) unterschiedlich angesehen
Kain war ein Mann, den Gott ihr geschenkt hat, der Name des jüngeren Sohnes bedeutet Hauch, Nichtigkeit, Vergänglichkeit lt. Fußnoten der Schlachterbibel.
Ja, das sehe ich auch so mittlerweile….und vermutlich hat Gott ihre verschiedenen Persönlichkeiten eben anders behandelt. So wie sie es brauchten für sich. Den einen mit besonderer Annahme (statt der Nichtigkeit) und den anderen mit der Warnung (die Sünde lauert).
Eigentlich alles in bester Ordnung ! 🙂
Und wenn ich Gottes Heiligkeit einbeziehe, konnte er ein Opfer, aus der falschen Haltung gebracht, gar nicht annehmen.
Das gibt die Geschichte nicht her. Es scheint nicht so zu sein, als hätte Kain etwas falsch gemacht, auch nicht in der Haltung. Zumindest sagt der Text nur, dass beide ein Opfer dargebracht haben.
Erst danach wird es doof.
Wer mehrere Kinder hat, weiß dass Gleichbehandlung fast nicht möglich (und auch nicht immer sinnvoll) ist.
Das eine Kind ist sensibel und braucht besonders viel Zuwendung und Lob, das andere verträgt einen etwas ruppigeren Ton, eins ist zielstrebig und das andere muss ständig angeschubst werden ...
Die Frage für mich ist, warum (oder ob) Gott, der den beiden doch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten gegeben hat, das nicht berücksichtigt hat.
Er hat es ja eben berücksichtigt!
Den, der sich sowieso immer an zweiter Stelle fühlt oder als unbedeutend (bezogen auf die Namensgebung der Mutter und damit auf die Persönlichkeit geschlossen) und der eher Beachtung gewöhnte (durch die Vorrangsstellung und Namensgebung…) - er hat jeden so behandelt, wie sie es aus Gottes Sicht brauchen.
Warum denkst du, Gott hätte es nicht berücksichtigt? Weil er Kains Opfer nicht angenommen hatte?
Da bringe ich nochmal Gottes Heiligkeit und Souveränität ins Spiel. Ein Opfer, das aus der falschen Haltung gebracht wird, nimmt Gott nicht an, kann er nicht. Er kann nicht etwas zustimmen, was nicht gut ist. Das widerspricht seiner Natur.
Dass er Kain danach angesprochen hat um ihn zu warnen, hat dieser entweder nicht verstanden oder verstehen wollen. Vielleicht aus verletztem Stolz? Gekränkter Eitelkeit? Weil man nie gelernt hat, seine Gefühle zu kontrollieren, nie meinte, das sei nötig?
Wenn Kain wirklich überzeugt davon gewesen wäre, dass Gott ihn nicht ansehen würde und sein Überleben in Frage gestellt hätte, hätte er dann nicht in Gottes Ansprache an ihn erkennen können, dass dem nicht so sei und Gott antworten können? Gespräch, Beziehung erwidern?
Kain wird dieses opfern als Konkurrenzkampf angesehen haben und dass sein Bruder vor Gott „gewonnen“ hatte, schien er nicht ertragen zu können. Seine „Lösung“ war dann Gewalt.
Veröffentlicht von: @ga2Warum denkst du, Gott hätte es nicht berücksichtigt? Weil er Kains Opfer nicht angenommen hatte?
Da bringe ich nochmal Gottes Heiligkeit und Souveränität ins Spiel. Ein Opfer, das aus der falschen Haltung gebracht wird, nimmt Gott nicht an, kann er nicht. Er kann nicht etwas zustimmen, was nicht gut ist. Das widerspricht seiner Natur.
Dass er Kain danach angesprochen hat um ihn zu warnen, hat dieser entweder nicht verstanden oder verstehen wollen. Vielleicht aus verletztem Stolz? Gekränkter Eitelkeit? Weil man nie gelernt hat, seine Gefühle zu kontrollieren, nie meinte, das sei nötig?
Wenn Kain wirklich überzeugt davon gewesen wäre, dass Gott ihn nicht ansehen würde und sein Überleben in Frage gestellt hätte, hätte er dann nicht in Gottes Ansprache an ihn erkennen können, dass dem nicht so sei und Gott antworten können? Gespräch, Beziehung erwidern?
Kain wird dieses opfern als Konkurrenzkampf angesehen haben und dass sein Bruder vor Gott „gewonnen“ hatte, schien er nicht ertragen zu können. Seine „Lösung“ war dann Gewalt.
Wie gesagt, da ist viel Interpretation im Nachhinein drin.
Wir reden von den ersten Menschen, die sich 'wie die ersten Menschen' benommen haben.
Klar ist da Interpretation bei. 🙂
Ebenso bei der Aussage, dass Gott nicht genug die unterschiedlichen Charaktere berücksichtigen würde.
Was ich mir wieder weniger vorstellen kann, weil im Gleichnis mit den Knechten, der Chef ja auch nach den Fähigkeiten anvertraut und dementsprechend nur erwartet.
Gott ist nicht wie ein Mensch, der sich ändert.
„Denn ich, Jahwe, habe mich nicht geändert, und doch seid ihr noch die gleichen Jakobssöhne geblieben.“
Maleachi 3:6 TKW
https://bible.com/bible/2200/mal.3.6.TKW
Ich erläutere mal, warum ich mir einen verwöhnten Kain vorstellen kann.
Evas Aussage, Gott habe ihr einen Mann gegeben.
Und da frage ich mich, ob die Beziehung zwischen Adam und Eva vielleicht immer noch nicht wirklich gesund war?
Nur eine Überlegung.
Dann der Name für Abel, Hauch, Nichtigkeit.
Klingt eher nach wenig Bedeutung.
Abel wird Viehzüchter.
Kain Ackerbauer.
Als Ackerbauer würde ich ihn näher am Zuhause (bei Muttern) verorten, als Abel.
Adams Sicht auf die beiden Söhne wird mWn gar nicht erwähnt.
Kains Opfer scheinen keine Erstlingsfrüchte zu sein, sondern einfach „nur“ von der allgemeinen Ernte.
Vielleicht wollte er die besten Früchte zuhause abgeben? Für Muttern? Und Gott stand dahinter an?
Alles Fragen.
Vielleicht hat Kain nicht erkannt, dass Gott gut ist und er wichtiger ist, als menschliche Beziehungen?
Auch Spekulation, ich weiß.
Aber eine Ungerechtigkeit Gottes mag ich daran nicht mehr zu erkennen. Weil Gott gerecht ist. Auch wenn das manchmal mit unserem Gerechtigkeitsempfinden kollidiert.
Es scheint nicht so zu sein, als hätte Kain etwas falsch gemacht, auch nicht in der Haltung. Zumindest sagt der Text …
Es gibt noch andere Bibeltexte, in denen Kain und Abel erwähnt werden.
Insbesondere Hbr 11,4.
Interessant. Bei Abel wird Glauben betont.
Spannend sind auch die Namen. Abel bedeutet Hauch. Möglicherweise war er ein sehr zartes Kind und wurde mehr umsorgt, als Kain. Das kann eine weitere Förderung von Geschwisterrivalität ergeben haben, denn Kain war ja der Erstgeborene, der sozusagen entthront wurde durch das zweite Kind.
Es ist auffällig, wie stark die Reaktion Kains vermerkt wurde.
Kains Name bedeutet der Erworbene, Gewinn. Seine Mutter bezeichnete ihn sofort als Mann, ish.
Durch den Glauben hat Abel Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain; durch den Glauben wurde ihm bezeugt, dass er gerecht sei, da Gott selbst es über seinen Gaben bezeugte; und durch den Glauben redet er noch, obwohl er gestorben ist.
Soll heissen, dass Gott Kain und sein Opfer aufgrund seines fehlenden Glaubens nicht angesehen hat?
Man beachte auch, dass wir hier von einer menschlichen "Gesellschaft" sprechen, die aus gerade mal 4 Personen bestand, die Gott um Dimensionen näher stand, als die Leute heute.
Zuzüglich jener Personen, von denen Kain fürchtete, dass sie ihn umbringen würden, wenn sie ihn als Mörder erkannten... was das auch immer für Leute gewesen sein mögen...
"was das auch immer für Leute gewesen sein mögen"
Ja, aber das ist die Frage. Sollten aus dem Urpaar innerhalb der Lebenszeit ihrer Söhne ein ganzes Volks und ein Staat entstanden sein?
Ja, aber das ist die Frage. Sollten aus dem Urpaar innerhalb der Lebenszeit ihrer Söhne ein ganzes Volks und ein Staat entstanden sein?
Ich gehe davon aus, dass hier historisch verschiedene Geschichten verschiedener Herkunft miteinander verknüpft wurden.
Aber ich sehe das als Unbeteiligter natürlich auch etwas entspannter...
Zuzüglich jener Personen …
… die Frau von Kain nicht zu vergessen.
Es gibt zwar einen (jüdischen) Grundsatz: Was nicht in der Thora ist, ist nicht in der Welt, aber der ist nur für symbolische (allegorische, typologische …) Auslegung brauchbar.
Worauf Gott Wert legt:
Jes 29,13 Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk mit seinem Mund sich naht und mit seinen Lippen mich ehrt, aber sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir ⟨nur⟩ angelerntes Menschengebot ist;
Mt 15,8 »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.
1. Mose 4, 7 Ist es nicht ⟨so⟩, wenn du recht tust, erhebt es sich[4]? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.[5]
Es gibt eine zweite Übersetzungsmöglichkeit für das fett Markierte:
Wenn du aber nicht recht tust, lagert das gebundene (gefesselte Füße) Sündopfer vor der Tür. > für dich, wende es an (frei übersetzt). Quelle: mein Hebräischlehrer
Schon in der herkömmlichen Übersetzung beinhaltet der zweite Teil von Vers 4 eine Verheißung: wenn Gott einen Befehl gibt ist darin die Möglichkeit des Gelingens enthalten, wenn man der Anweisung folgt. Zudem zeigt es auch eine übergeordnete Stellung über die Herrschaft der Sünde.
Wie kann man den Text sonst noch verstehen?
Du meinst die Kain und Abel Geschichte? (Ich habe gerade keinen Überblick, wohin deine Antwort gehört).
Ich habe den Thread deswegen eröffnet, weil mir nicht ganz klar war, was da eigentlich tatsächlich passiert.
Hat Kain was verbockt? Wenn ja, was? Hat Gott was verbockt? Wenn ja, was? Liebt Gott Kain einfach nicht?
Meine ursprüngliche Kinder-Ansicht (Kain ist der Böse) sollte überholt werden und am besten noch mit anderen im Gespräch.
Klicke auf »zum Beitrag« und du kannst nachlesen, worauf ich antworte.
Das als grundsätzlicher Tipp für die Zukunft.
Ich hatte auf Hbr 11,4 hingewiesen, und deine Frage war:
Soll heissen, dass Gott Kain und sein Opfer aufgrund seines fehlenden Glaubens nicht angesehen hat?
PS: Wenn jeder durch Zitate und/oder Links klar macht, worauf er antwortet, wären manche Unklarheiten beseitigt.
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Das als grundsätzlicher Tipp für die Zukunft.
Danke, das war mir tatsächlich nicht klar!
Im Moses-Text steht nichts von fehlendem Glauben…und ich wollte sicher gehen, dass ich dich richtig verstanden habe, dass du das damit sagen willst.
Das ist allerdings reingedeutet. Vermutlich trotzdem nicht falsch.
Der fehlende Glauben war spätestens da das Problem, wo Gott mit ihm redet und er nicht auf ihn hört.
Allerdings ist der Text, in dem das so gedeutet wird, heilige Schrift, also eigentlich Gott Sicht.
Ja, ich weiss…deshalb schließt sich für mich dann der Kreis, der im AT angefangen hat beim NT und man (ich) kann den fehlenden Glauben als „Grundübel“ erkennen…im AT geht es aber erstmal nur um das Menschsein. Trotz fehlendem Glauben wurde Kain von Gott angesprochen, er ist also zur Kommunikation nicht zwangsläufig notwendig.
Der Text gibt es nicht wirklich her. Wenn auch bei Abel die Erstlinge und das Fett erwähnt werden. Man könnte halt darauf schließen, dass Abel vielleicht sich mehr Mühe gab, ein Gott angemessenes Opfer zu geben.
@ga2 Viele Texte geben nicht viel her. Da ist dann in so einem kurzen Absatz ein ganzes Leben zusammengefasst.
Das mit dem Fett hab ich übrigens lang nicht kapiert - wir leben ja in einer Zeit, in der eher Filet als durchwachsen bevorzugt wird. Dass das Fett früher ein wichtiger Teil vom Vieh war, darauf musste ich erst kommen.
Richtig. Im Text sieht es so aus, als wäre alle Ereignisse der Genesis nur Tage oder Wochen voneinander entfernt, aber es dürften Jahre und Jahrzehnte gewesen sein, von der die Geschichten erzählen.
Wenn ich glauben mit vertrauen gleichsetze, dann ja.
So interpretiere ich das. Er vertraute darauf, dass Gott sich gnädig erweisen würde und sein Opfer annehmen würde. Und wenn Kain diesen vielleicht übermäßigen Selbstwert hatte, erwartete er die Annahme vielleicht fast wie eine Pflicht, die Gott ihm gegenüber hätte. Und das kennen doch die meisten ab und an, dass man meint, jetzt hätte man doch…und Gott müsste/sollte doch mal…
Erst nachdem Gott sein Urteil über Kain gesprochen hatte, ging Kain ins Gespräch und Gott versprach ihm daraufhin, dass alle sehen sollten, dass ein Mord an ihm durch Gott selbst gerächt werden würde und so zumindest sein Leben nicht bedroht sein würde.
Ideen? -> Da hab ich doch was gelesen ... deborah71 hatte in Ethik-Forum an meriadoc etwas geschrieben, das mich da schon angesprochen hatte: hier zum Thread
Zitat:
Veröffentlicht von: @deborah71Kains Opfer bestand aus dem, was er meinte geleistet zu haben. Gepflanzt, gewässert, Unkraut beseitigt, geerntet....der Macher.
Abels Opfer bestand aus den Tieren, die Gott ihm anvertraut hatte. Er konnte sie hüten, aber er konnte sie nicht machen, nur davon geben und den Geber des Lebens ehren.
Also ich sehe den Unterschied. Und ich verstehe, warum Gott Kains Opfer nicht ansieht.
Veröffentlicht von: @sternWieso juckt ihn das nicht, dass Kain gekränkt ist?
Ich glaube, dass wir hier durchaus auch relativieren dürfen und müssen: Natürlich "juckt" es Gott ... er reagiert nur anders drauf, als wir es gewohnt sind in unseren Erfahrungen, wie sich jemand verhält oder eben reagiert, wenn er gekränkt ist. Und das erwarten wir dann von Gott. Dann verhält sich Gott nicht so und schon denken wir - den juckt das nicht? Natürlich berührt es ihn ... so wie ihn jeder einzelne berührt, der noch nicht umgekehrt ist, der noch nicht erkannt hat, wo er herkommt ...
Veröffentlicht von: @sternWeil Kain es eh schon falsch angepackt hat und Gott nicht wirklich ernst genommen hat und er dadurch auch kein Recht hat, gekränkt zu sein? Aber das gibt die Geschichte eigentlich nicht her…
Und hier schließt sich für mich der Kreis ... er hat Gott nicht ernst genommen ... wie Adam ... vorbei an Gott und selbst machen ... und dann noch Segen von Gott erwarten? Das ist keine "Lapalie", Gott nicht ernst zu nehmen ... alles, was an Gott vorbeigeht, ist Sünde und führt nicht zum Ziel (zu Gott). Wie Gott über Sünde und auch Hochmut und Stolz (ich kann das alleine - gibt Gott nicht die Ehre) denkt, wissen wir.
"Also ich sehe den Unterschied. Und ich verstehe, warum Gott Kains Opfer nicht ansieht."
Was hätte denn Kain anders opfern sollen oder können?
Wie ich gerade an Stern schrieb ... Stichworte: "einmal" und "Motivation/Haltung dahinter" ...
Deborah71s Antwort finde ich zwar plausibel und auch nachvollziehbar, aber eigentlich hat ja jeder nur von dem gegeben, was er hat im täglichen Leben. Das kann man Kain ja nicht wirklich zum Vorwurf machen.
Und den Stolz, den wir Kain anhängen, ist da nicht thematisiert. Kann sein, ist naheliegend, aber…steht da nicht. Also könnte es auch nur um die Reaktion Kains gehen, nicht um das Opfer.
In Hebr. 11,4 wird gesagt, dass Abel durch Glauben ein besseres Opfer als Kain brachte und in 1.Joh 3,12 werden die Werke von Kain als grundsätzlich böse gesehen.
Was bedeutet denn aber „aus Glauben ein besseres Opfer gegeben“?
Gott schaut ins Herz. Uns heute genauso wie damals Kain und Abel. Gott weiß um die Motivation unserer Handlungen und auch der damals von Kain und Abel ... (ihm bleibt nichts verborgen)
Ich hole die Geschichte mal hierher ... ich hab die Gute Nachricht
Der Bruder erhebt sich gegen den Bruder
1 Adam schlief mit seiner Frau Eva, und sie wurde schwanger. Sie brachte einen Sohn zur Welt und sagte: »Mithilfe des HERRN habe ich einen Mann hervorgebracht.« Darum nannte sie ihn Kain.
2 Später bekam sie einen zweiten Sohn, den nannte sie Abel. Abel wurde ein Hirt, Kain ein Bauer.
3 Einmal brachte Kain von seinem Ernteertrag dem HERRN ein Opfer.
4 Auch Abel brachte ihm ein Opfer; er nahm dafür die besten von den erstgeborenen Lämmern seiner Herde. Der HERR blickte freundlich auf Abel und sein Opfer,
5 aber Kain und sein Opfer schaute er nicht an. Da stieg der Zorn in Kain hoch und er blickte finster zu Boden.
Okay, ich kann verstehen, dass es schwierig ist, sich da hineinzuversetzen. Aber hier kommt etwas Wichtiges, denke ich: Kain ist nicht allein, Gott lässt Kain nicht in dieser Situation, sondern geht mit ihm ins Gespräch:
6 Der HERR fragte ihn: »Warum bist du so zornig? Warum starrst du auf den Boden?
7 Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du den Kopf frei erheben; aber wenn du Böses planst, lauert die Sünde vor der Tür deines Herzens und will dich verschlingen. Du musst Herr sein über sie!«
Gott sieht ins Herz. UND spricht ihn daraufhin an, um ihm die Chance zur Umkehr zu geben (denke ich, weil ich Gott genau so kenne, auch ging Gott Adam und Eva ja auch in aller Liebe nach und war mit ihnen) Er klärt ihn auf, was seine Gefühle zu bedeuten haben. Und mir geht auch dieses "einmal" nicht aus dem Kopf, das lässt Rückschlüsse zu. Denn schließlich brachte er Zeit seines Leben, könnten wir annehmen, Gott seine Opfer. Und offenbar (nur) dieses eine Mal war etwas nicht so, wie Kain es gewohnt war. An der Stelle haben wir es mit Neid und Eifersucht zu tun. Darüber geht Gott mit ihm ins Gespräch und sagt ihm, was los ist: Ich finde das Klartext. Auch die Ansage: Du musst Herr über sie sein (über die Sünde).
8 Kain aber sagte zu seinem Bruder Abel: »Komm und sieh dir einmal meine Felder an!« Und als sie draußen waren, fiel er über seinen Bruder her und schlug ihn tot.
9 Der HERR fragte Kain: »Wo ist dein Bruder Abel?« »Was weiß ich?«, antwortete Kain. »Bin ich vielleicht der Hüter meines Bruders?«
10 »Weh, was hast du getan?«, sagte der HERR. »Hörst du nicht, wie das Blut deines Bruders von der Erde zu mir schreit?
11 Du hast den Acker mit dem Blut deines Bruders getränkt, deshalb stehst du unter einem Fluch und musst das fruchtbare Ackerland verlassen.
Wow, ähnlich Adam/Eva und Garten Eden (Paradies). Die Folge seines Handelns. WEIL alles Handeln Folgen hat. Und Handeln gegen Gott hat auch Folgen.
12 Wenn du künftig den Acker bearbeitest, wird er dir den Ertrag verweigern. Als heimatloser Flüchtling musst du auf der Erde umherirren.«
13 Kain sagte zum HERRN: »Die Strafe ist zu hart, das überlebe ich nicht!
14 Du vertreibst mich vom fruchtbaren Land und aus deiner schützenden Nähe. Als heimatloser Flüchtling muss ich umherirren. Ich bin vogelfrei, jeder kann mich ungestraft töten.«
Kain erkannte aus meiner Sicht etwas, nämlich die schützende Nähe Gottes. Also war er die ganze Zeit mit Gott. Vermutlich sein ganzes Leben. Und dieses eine Mal, dass Gott sein Opfer nicht anerkannte, brachte ihn nicht dazu, mit Gott darüber zu reden, nein, die Gefühle (Neid/Eifersucht) überwältigten ihn und er war nicht Herr über sie, obwohl er es hätte sein können.
15 Der HERR antwortete: »Nein, sondern ich bestimme: Wenn dich einer tötet, müssen dafür sieben Menschen aus seiner Familie sterben.« Und er machte an Kain ein Zeichen, damit jeder wusste: Kain steht unter dem Schutz des HERRN.
16 Dann musste Kain aus der Nähe des HERRN weggehen. Er wohnte östlich von Eden im Land Nod.
Also ich sehe durchaus eine Parallele zu Adam u Eva ...
Gott die Ehre geben ... täglich ... nicht nur in den "großen Dingen", sondern und wie ich finde gerade auch in den kleinen Dingen. Das bedeutet für mich, dass ich mir bewusst darüber bin und werde, dass ich nichts aus mir heraus könnte und wäre, sondern das bin, was ich bin, durch die Gnade und liebevolle Zuwendung Gottes, für die ich dankbar bin. Und wenn etwas nicht so ist, wie ich es mir vorstelle, gehen wir ins Gespräch darüber ...
Ja, es steht nicht explizit da ... es erscheint mir dennoch naheliegend, dass Gott möglicherweise Kains Motivation zu diesem einen Opfer sah ... vielleicht auch aller Opfer, und hat das Opfer einmal (!) nicht wohlwollend angeschaut, d.h. Kain hatte nur einmal damit zu kämpfen ... einmal ... vielleicht war es immer schon Kains Motivation gewesen, dann erkennen wir, dass Gott dennoch wohlwollend auf seine Opfer schaute. Vielleicht war es nur das eine ...
Ich denke, es ging auch um das, was in uns geschieht, wenn etwas nicht so läuft, wie WIR uns das so denken, und eben darum, wie wir dann damit umgehen. Wie Kain? Oder mit Gott ins Gespräch. (Gott kam ihm ja sogar noch entgegen - helfend! Er ist den Weg nicht mit Gott weitergegangen.) Wie ich auch denke, dass es nicht um die Art des Opfers ging, eben um die Motivation, die Haltung dahinter ...
Dass Kain/wir unter dem besonderen Schutz Gottes stehen, dass wir erhobenen Hauptes umhergehen können, wenn wir nichts böses (etwas gegen Gottes Willen) im Sinn haben und wir von ihm auch angesprochen werden, wenn wir Gefahr laufen, von der Sünde beherrscht zu werden sind für mich wichtige Punkte deiner Aussage.
Und wir finden in unserem Leben stets genug Gelegenheiten, bei denen wir uns das in Erinnerung rufen können, um nicht wie Kain zu handeln.
Das mit der Haltung sehe ich ja auch so.
Das mit dem „Einmal“, da wüsste ich gerne, wie es textlich genau gemeint ist. So wie „Es geschah“ oder wirklich einmal, „wo etwas anders war“?
Kain hatte bis zu seiner Verbannung die Nähe und den Schutz Gottes nicht wirklich geschätzt. Vielleicht weil es ihm in seiner Familie sehr gut ging? Möglich.
Meine Interpretation ist ja, dass da eine übermäßige Nähe zur Mutter war.
So wie Adam auf die Frage „Adam, wo bist du?“ hätte umkehren können, hätte er Vertrauen in Gott gehabt, hätte Kain Gott auf seine Ermahnung, ich sehe es auch eher als Hilfe, antworten und sich Gott zuwenden können. Und sei es auch über die unverstandene Ablehnung seines Opfers.
https://www.chabad.org/library/bible_cdo/aid/8168/showrashi/true
Einmal... vajehi..Es geschah... es war einmal...
Chabad.org: 1. Mose 4, 3Und es begab sich am Ende der Tage, dass Kain vom Ertrag des Bodens ein Opfer dem Herrn darbrachte. =Ende der Erntetage
Rashi erklärt: von den Früchten des Bodens. Von den minderwertigsten (Gen. Rabbah 22:5), und es gibt eine Aggada, die besagt, dass es sich um Leinsamen handelte (Mid. Tan. Bereishith 9, Targum Jonathan). (Eine andere Erklärung: von den Früchten – von allem, was ihm in die Hände fiel, nicht vom Besten und nicht vom Ausgewählten.)
übersetzt mit deepL.com
Diese Hinweise richten sich auf mangelnde Furcht des HERRN.
Rashi erklärt:
Da steckt erkennbar das Bild vom bösen Kain dahinter, das in die Geschichte hineingelesen wird. Also keine unabhängige Info.
Entweder stimmt man dem zu, oder man sieht es anders als dieser Rabbi.
Prüft Alles, auch jüdische Auslegungen😉
am Ende der Tage
Einige Bibelübersetzungen verstehen das als: nach geraumer Zeit.
Wenn man Gärtner oder Bauer ist, dann geht es möglicherweise um Erntedank als erster Gedanke. Denn welche Samen willst du opfern, wenn die Pflanzen erst blühen und noch keine Samen tragen?
Allerdings beinhaltet das Wort qets Ende, Letzt weitere Deutungsmöglichkeiten.
miqets jamim qets = das Letzte.... entweder vom Feld oder aus den Ecken der Scheune, der Fegsel(Ausgefegtes) beim Vorbereiten für die neue Ernte
Dagegen brachte Abel die erstgeborenen Lämmer.
Interessant. Denn über Abel steht ja geschrieben, dass er auch noch das beste Fett dazu tat ...
Hier hab ich noch was Spannendes gefunden:
https://www.ev.ruhr-uni-bochum.de/mam/predigt_24_06_04_krause.pdf (da sieht man auch gleich die Quelle)
Ein spannender Blick auf das "Zeitgeschehen" inkl Adam und Eva und die Bedeutung für uns - inklusive Ermutigung am Ende.
🙂
Sehr guter Artikel. Die Zeitlosigkeit von Beziehungsschwierigkeiten und die Notwendigkeit der Vergebung und des Aufschauens akribisch herausgearbeitet. Die AT-Geschichten sind immer noch zwischenmenschlich hochaktuell.
Ein spannender Blick auf das "Zeitgeschehen" inkl Adam und Eva und die Bedeutung für uns - inklusive Ermutigung am Ende.
Ja, er(oder sie) hat das gut zusammengetragen, was die Geschichte ausmacht. Das Ende ist für mich „unglaublich“ in dem Sinne, dass ich mir das ja selbst nicht zugestehen würde (und einem anderen auch nicht), was Gott da Kain zugesteht.
aber eigentlich hat ja jeder nur von dem gegeben, was er hat im täglichen Leben.
Ganz genau. Das ist ja eben das Fiese an der Geschichte. Genau wie mit der Vertreibung aus dem Paradies.
Wenn es keine Widersprüche darin geben würde, bräuchte man nicht drüber diskutieren.
wieviel Lebenserfahrung Kain überhaupt haben konnte
Wenn Gott mit dir spricht, brauchst du keine Lebenserfahrung wenn du Gott ernst nimmst - falls es Kain wichtig war, was Gott ihm zu sagen hatte, hat er es zumindest in seinem Handeln nicht erkennen lassen.
Es gibt ja hier ein grundsätzliches Problem, das das Verständnis des Textes beeinflusst: Ist der Text historisches Dokument oder mythologische Überlieferung. Ich denke, die Genesis ist Mythologie, wie es sie in so ziemlich allen Kulturen gibt. Insbesondere der "Brudermord" ist Bestandteil einer Reihe von Mythologien (Romulus/Remus, Seth/Osiris, Polyneikes/Eteokles, Schlecht /Gerecht-Kinder des hethitischen Appu usw.)
Es gibt ja hier ein grundsätzliches Problem, das das Verständnis des Textes beeinflusst: Ist der Text historisches Dokument oder mythologische Überlieferung
Bei der Diskussion um den Text spielt es für mich keine Rolle.
Ob ich eine historische Tatsache analysiere auf die Motivation/Emotionen/Gedanken der daran beteiligten Personen bezogen oder eine erfundene Geschichte auf die gleiche Weise bearbeite, ändert für mich auf der inhaltlichen Ebene nichts.
Eine bildhafte Erklärung der Zusammenhänge des Lebens, die jederzeit für jeden gilt und nicht die Beschreibung eines Einzelfalls, der nur für die "handelnde Person" von Bedeutung ist.
Klassisches Beispiel ist der Mythos von Sisyphos. Wenn es nur um ihn ginge, könnte man einfach seinem Tagewerk nachgehen. Aber auch wenn es Sisyphos nie gegeben hat, ist das, was er er tut, das, was fast jeder Mensch tut: sich in aussichtslosen Bemühungen selbst verschleißen.
Die Frage ist jetzt, was Kain menschheitsgeschichtlich zeigen will
Aber auch wenn es Sisyphos nie gegeben hat, ist das, was er er tut, das, was fast jeder Mensch tut: sich in aussichtslosen Bemühungen selbst verschleißen.
In meiner Erinnerung an die Geschichte macht er das nicht freiwillig sondern hat es als Strafe aufgebrummt bekommen.
Der freie Mensch nutzt sich zwar auch im Laufe seines Lebens ab, aber ob seine Bemühungen so sinnlos wie die von Sisyphos waren, lass ich jetzt mal offen… da hat jeder sicher eine andere Antwort darauf.
Die Frage ist jetzt, was Kain menschheitsgeschichtlich zeigen will
Wir haben ja hier einige Seiten erarbeitet…siehst du es anders?
"Der freie Mensch nutzt sich zwar auch im Laufe seines Lebens ab, aber ob seine Bemühungen so sinnlos wie die von Sisyphos waren, lass ich jetzt mal offen… "
Jedes Leben ist immer ein Einzelfall, das er höchst individuell erlebt. Aber ich habe ja im Laufe meines (Berufs-Lebens manch merkwürdige Erfahrung gemacht. Die auf den ersten Blick unverständlichste Depression habe ich bei Menschen gefunden, die außerordentlich erfolgreich und angesehen waren.
Der Mythos gebraucht natürlich Bilder, um sich zum Ausdruck zu bringen. Aber seine Bedeutung liegt in dem, was der Mensch in der Konfrontation mit ihnen empfindet. Bei Sisyphos ist es nicht die verrichtete handwerkliche Arbeit, die ist nur das Modell, sondern das innere "Selbstgefühl", das immer wieder zeigt, dass man das Klassenziel nicht erreicht hat. Deshalb können auch außerordentlich erfolgreiche Menschen depressiv werden.
Irgendein Philosoph sagte, dass Sysiphos glücklich gewesen sei in seinem Tun. Die Begründung dafür habe ich allerdings vergessen.
Das war Camus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mythos_des_Sisyphos
Ah…ja!
Ich gestehe ihn nicht wirklich bzw. nur bruchstückhaft zu verstehen…immer wenn ich meine, einen Zipfel Verständnis erwischt zu haben, entgleitet es mir wieder durch die nachfolgenden Sätze…
Mir ist die Bibel trotz ihren Widersprüchen da verständlicher als so mancher Philosoph, weil die Sprache manchmal mir gefühlt einen Knoten ins Gehirn macht.
"Mir ist die Bibel trotz ihren Widersprüchen da verständlicher"
Ja, das ist sie, oft. Aber dabei für mich meist so holzig als zeigte sie nur das Gerüst für einen Bau, den selbst aber nicht, geschweige denn, was in dem Bau vor sich geht.
Ich gestehe ihn nicht wirklich bzw. nur bruchstückhaft zu verstehen…immer wenn ich meine, einen Zipfel Verständnis erwischt zu haben, entgleitet es mir wieder durch die nachfolgenden Sätze…
Ich habe nur darauf hingewiesen, welcher Philosoph das gesagt hat... ich habe nicht behauptet, dass ich verstanden habe, was er damit meint... 😉
Ich erinnere mich, dass ich das damals in der Schule hatte... und auch da habe ich nicht ganz verstanden, was gemeint war.
Ich denke, Camus meint, es geht nicht darum, einen tieferen Sinn im Leben zu finden - sondern seinen Sinn darin zu sehen, was das Leben anbietet, und das eben anzunehmen. Auch wenn es absurd erscheint.
Klingt eigentlich gar nicht so abwegig...
Ich denke, Camus meint, es geht nicht darum, einen tieferen Sinn im Leben zu finden - sondern seinen Sinn darin zu sehen, was das Leben anbietet, und das eben anzunehmen. Auch wenn es absurd erscheint.
Klingt eigentlich gar nicht so abwegig...
Nein, das klingt nicht abwegig…das ist eine Überlebensstrategie 😀.
Ich glaube, ein großer Teil meiner Suche nach Gott ist der Hoffnung geschuldet, der Absurdität dadurch zu entkommen.
"Ich glaube, ein großer Teil meiner Suche nach Gott ist der Hoffnung geschuldet, der Absurdität dadurch zu entkommen."
Das wird wohl so sein, wie bei den meisten anderen Menschen auch. Ich sehe in Gott niemanden, der die Absurdität des Lebens in einer absurden Welt harmonisiert, sondern so etwas wie ein "schwarzes Loch": Es ist da, aber man kann es nicht sehen und auch nicht, was darin ist, aber es wirkt, je näher man ihm kommt, desto mehr.
Das schwarze Loch ist ein Ding der irdischen Physik. Es kann nicht harmonisierend wirken, weil es in unserer Welt nichts Neues schafft, sondern nur vernichtet.
Mag sein, dass es jenseits des schwarzen Loches ein "weißes Loch" gibt, das nicht verschlingt, sondern immer nur etwas freigibt. Das könnte dann harmonisierend wirken.
"Ich denke, Camus meint, es geht nicht darum, einen tieferen Sinn im Leben zu finden - sondern seinen Sinn darin zu sehen, was das Leben anbietet, und das eben anzunehmen. Auch wenn es absurd erscheint."
Ich denke, das ist es. Und darin liegt dann auch das Glück von Sisyphos, dass er den Felsen nicht mehr wälzt, weil er muss, sondern weil er will.
„Wenn es das Absurde gibt, dann nur im Universum des Menschen. Sobald dieser Begriff sich in ein Sprungbrett zur Ewigkeit verwandelt, ist er nicht mehr mit der menschlichen Hellsichtigkeit verbunden. Dann ist das Absurde nicht mehr die Evidenz, die der Mensch feststellt, ohne in sie einzuwilligen. Der Kampf ist dann vermieden. Der Mensch integriert das Absurde und läßt damit sein eigentliches Wesen verschwinden, das Gegensatz, Zerrissenheit und Entzweiung ist. Dieser Sprung ist ein Ausweichen.“
[Mythos ist:] Eine bildhafte Erklärung der Zusammenhänge des Lebens
Ich kenne die Beschreibung: eine Geschichte, die nicht wörtlich wahr ist, aber im übertragenen Sinn eine Wahrheit vermittelt.
Eine bedrückende und hervorragende Darstellung des Konfliktes zeigt die Verfilmung des Buches "Jenseits von Eden" von John Steinbeck. In ihm kann man im Gegensatz zu den paar Versen im Bibeltext nachvollziehen, was das Leben der beteiligten Menschen war und wie es in ihrem Inneren aussah.
Der Film erzählt die biblische Geschichte nicht einfach nach, er interpretiert sie und versucht, besonders die Gefühle und inneren Konflikte der Beteiligten zu beschreiben.
Adam, der strenge Vater (Adam), der mit besten Absichten ein tadelloses Leben führte und es seinen Angehörigen beibringen wollte, vor allem seinen Söhnen.
Aron (Abel), der im sicheren Gefühl, von seinem Vater und der ganzen Welt geliebt wird.
Caleb (Kain), der übermütig und stürmisch ist und immer wieder aneckt und von elterlicher Liebe nicht viel mitbekommt.
Kate, die Mutter (Eva), die alles nicht mehr aushält.
Alle Schauspieler sind überragend.
Ja, James Dean. Solche Filme sehe ich mir alle paar Jahre mal an. Es geht dabei ja nicht einfach um einen cineastischen Genuss, sondern um die Berührungspunkte, was der Film als Ganzes, einzelne Szenen oder die beteiligten Personen in einem auslösen. Und das kann immer auch mal anders sein.
Lebhaft empfehlen kann ich auch der Film von 1961 "Unsere kleine Stadt" nach einem Drama von Thornton Wilder. Der hat zwar nichts mit Brüderrivalität zu tun, aber mit dem Leben der Menschen nach Eden. Es ist alles gut und harmonisch und liebevoll. Aber es ist menschliches Leben und endet daher mit dem Tod.
Ein Film, der gleichermaßen Glücksgefühle und Traurigkeit vermittelt und den ich auch alle paar Jahre wieder anschaue.
Veröffentlicht von: @queequegEine bedrückende und hervorragende Darstellung des Konfliktes zeigt die Verfilmung des Buches "Jenseits von Eden" von John Steinbeck. In ihm kann man im Gegensatz zu den paar Versen im Bibeltext nachvollziehen, was das Leben der beteiligten Menschen war und wie es in ihrem Inneren aussah.
Falls damit der Film aus den 50ern gemeint ist: den kann man bei youtube oder Amazon Prime für 3,99€ streamen.
@stern Wir wissen nicht, warum Gott das eine Opfer annimmt und das andere nicht. Es steht nicht in der Bibel. Und ich denke, die Gründe für Gottes Ablehnung ist auch gar nicht der Punkt in dieser Geschichte, sondern Kains Unvermögen, damit umzugehen.
Auffallend finde ich übrigens, dass die biblischen Helden in ihrer Jugend eher Hirten als Bauern waren und dass Gott sehr oft nicht die älteren, sondern die jüngeren Geschwister auserwählte. Beides ist bei Kain und Abel der Fall.
Und ich denke, die Gründe für Gottes Ablehnung ist auch gar nicht der Punkt in dieser Geschichte, sondern Kains Unvermögen, damit umzugehen.
Ja, das sehe ich auch so.
Was ich mir aus der Geschichte mitnehme, ist dass Kain zwar nichts dafür kann, dass Gott ihn und sein Opfer nicht ansieht, aber sehr wohl etwas für seine Reaktion darauf.
Das heisst für mich, dass ich für die Ungerechtigkeiten, die mir im Alltag begegnen vermutlich gar nichts kann und brauche sie nicht persönlich zu nehmen.
Na ja, Abel beschäftigte sich ja mit unverdächtigem Vieh, während Kain mit den Produkten des verfluchten Ackers umging.
Auffallend finde ich übrigens, dass die biblischen Helden in ihrer Jugend eher Hirten als Bauern waren
Könnte damit zusammenhängen, dass Hirten eher zum Monotheismus neigen als Bauern. Sieht man auch im AT, wo die Wüstennomaden, als sie in Kanaan zu Bauern werden, prompt polytheistische Züge annehmen. Ohne Gottes Eingreifen wären sie vollends Polytheisten geworden.