Fronleichnam-könnt ihr was damit anfangen?.
Heute morgen habe ich im ARD den katholischen Fronleichnams Gottesdienst aus Aachen geschaut.
Meine Frau ist streng katholisch, weil sie aber in der Altenpflege arbeitet und feiertags und Samstags / Sonntags oft arbeiten muss, kann sie nicht an allen katholischen Gottesdiensten teilnehmen.
Ich selber bin evangelisch. Diese Prozessionen finde ich wunderschön, besonders wenn das Wetter so gut ist wie heute. Ein schönes öffentliches Bekenntnis.
Aber mit der Theorie dahinter kann ich wenig anfangen, überhaupt mit der katholischen Lehre nicht.
Die Wandlungslehre dient m.E.doch nur dazu, die Leute an die katholische Kirche zu binden, eine Freikirche kann diese Wandlung doch gar nicht machen, da haben nur die Katholiken quasi das Patent dazu.
Auch das Jesusbild der katholischen Kirche ist diametral anders als das der Evangelischen. Nach der Lehre der katholischen Kirche war Jesus Einzelkind und Maria hat nach Jesus nie wieder ein Kind bekommen. Sozusagen hat Gott diesen heiligen Geburtskanal nur für Jesus reserviert.
Nach evangelischer Lehre aber war Jesus lediglich Erst-Geborener und hatte sozusagen noch viele Halb-Geschwister, Brüder und Schwestern.
Was wieder andere Probleme aufwirft, theoretisch müsste dann heute noch jemand leben, der sagen könnte, meine Ur-ur-ur-.... Grossmutter hatte einen Sohn und der hieß Jesus Christus. Oder zu Jesu Zeit konnten die Geschwister Jesu sagen...mein Stiefbruder, der ist wie Gott, ohne Den kommt ihr nicht zu Gott.
Was meint ihr dazu?
Die unterschiedlichen Kirchen haben verschiedene Verständnis Formen über das Abendmahl.
Für die Katholische Kirche ist das Abendmahl der wirkliche Leib und Blut Christi. Es geschieht nach der Wandlung.
Bei der Evangelische Lutherische Kirche ist der Leib und Blut Christi durch den Glauben bei der Einnahme von Brot und Wein.
Die Evangelischen Freikirchen betrachten es nur als ein Gedächtnis Mahl. Es ist also kein gegenwärtiges Leib und Blut Christi.
Interessant wäre jetzt zu Wissen,
Was sagt die Bibel dazu
@gorch-fock Die Bibel? Die sagt die Jünger trafen sich zum Passah mal, Jesus gibt ihnen den Becher, vermutlich den für den Propheten Elia und sagt die Einsetzungsworte die allgemein bekannt sind.
Luther ist beim Abendmahlsstreit mit Zwingli auf dem Wörtchen "ist" ("Dies ist mein Leib/Blut") herumgeritten und für die Realpräsenz eingetreten. Das Problem dabei ist: Gehen wir davon aus dass Jesus aramäisch oder hebräisch gesprochen hat, dass bei diesem Satzgefüge das Hilfs-Verb im Original gar nicht verwendet wurde. Im Aramäischen/Hebräischen lauten die berühmten Worte "Dies mein Leib/Blut". Damit ist die Argumentation Luthers natürlich perdu. Was die Einsetzungsworte anbetrifft, so kann man weiterhin für eine Realspräsenz eintreten, muss es aber nicht.
Veröffentlicht von: @peterpaletti"Dies ist mein Leib/Blut" [...] dass bei diesem Satzgefüge das Hilfs-Verb im Original gar nicht verwendet wurde.
"ist" ist in diesem Fall kein Hilfsverb, sondern eine Kopula.
Die Bibel erzählt von den Brüdern Jesu. Sie erwähnt nicht wie alt diese waren, also ob sie nach Jesus auf die Welt gekommen sind.
Sie sagt Maria war Jungfrau, es ist sehr unwarscheinlich, dass eine Frau die mit etwa 12, so die Forschung, da erste Mal schwanger wurde keine Kinder danach gehabt hat.
Da die römisch-katholische Kirche wie alle christlichen Kirchen die Bibel als Glaubensgrundlage hat, gehen auch Katholiken davon aus, dass es nach Jesus noch Kinder gegeben haben muss. Josef und Maria waren mit dem zehnjährigen Jesus in Jerusalem. Es ist weltfremd zu denken, die hätten in den 10 Jahren keinen Sex gehabt.
@tamaro was aus christlicher Sicht über Sex dacht wird ist sowieso oft weltfremd / fern der Realität.
Als Ernst Fromm ein vernüftiges Präservativ erfunden hat musste man das auch mit Hygiene / Kranheiten vermeiden begründen. Gerade Christen hatten damit ein Problem eine Geburtenkontrolle.
Nö. So weit mir bekannt ist, gelten die Brüder Jesu in der römisch-katholischen Kirche bestenfalls als Stiefbrüder aus einer ersten Ehe Josefs, wenn sie nicht gleich als Cousins identifiziert werden. Die römisch-katholische Kirche hat zwar die Bibel als Glaubensgrundlage, stellt aber die Tradition gleich daneben.
@peterpaletti ja Sexualitätsfeindlichkeit hat eine längerere Tradition als das Christentum. Eine Frau die als Teenagerin geheiratet hat, wird Sex gehabt haben. Dafür spricht ja schon die jüdische Tradition die der Frau eine sexuelle Erfüllung zuspricht. Dem Mann also eine Aufgabe auferlegt.
@jigal
Interessant ist aber -da die Bibel nur wenig über das Familienleben Jesu preis gibt- dass man durchaus auch der (halt sexualfeindlichen) Meinung sein könnte, (bei den Hardcore Marien Verehrern sozusagen) dass Joseph die Maria überhaupt nie berührt (penetriert) habe.
So etwas "schmutziges" wird doch die heilige Mutter Maria nie getan haben, sie wurde halt vom heiligen Geist schwanger und das war es dann mit der Sexualiät bei ihr.
Was in der Bibel würde gegen diese Ansicht sprechen?
@florian Wir haben kaum Berichte über die Kindheit Jesu. Wir haben nach der Geburt nur das Zeigen im Tempel und mit 10 die Reise nach Jerusalem. Die Kindheit Jesus hat nur interessiert, wo sie anders als bei anderen abgelaufen ist.
Du wirst in der Bibel nichts über Grundbedürfnisse finden, außer in Ausnahmesituationen.
Siehe Onan der sich weigert ein Kind mit der Schwägerin zu zeugen, oder der Versorgung mit Essen und Wasser.
Es steht auch nichts über Toilettenbenutzung, nur bei Mose steht, dass man das nicht im Lager machen und vergraben soll, so wie dass die Frau das Lager während der Menstruation verlässt. Wie alt die Vorschriften der rituellen Reinigung danach sind kann ich dir auch nicht sagen.
Es kann also nur dem Menschenverstand helfen. a) eine Teenagerin wird nicht keusch geblieben sein mit einem Mann der zeugungsfähig ist. b) Josef kann nicht für heutige Verhältnisse deutlich älter gewesen sein, sonst wäre die materielle Versorgung von Jesus und Maria nicht gewährleistet. c) Bei einer Lebenerwartung von 45 Jahren und einem vermutlichen Alter von 30 Jahren Jesu bei der Hochzeit in Kana kann es also gut gewesen sein, dass rein spekulativ, Josef schon um die 50 war und daher bei der Kreuzigung schon tot.
@peterpaletti
Das war mir neu, dass Jesus eventuell noch Stiefkinder aus der ersten Ehe seines Stiefvaters haben sollte.
Die Bibel gibt da wohl aus der Familiengeschichte von Jesus auch nicht viel her, da ist man auf Mythen und Legenden angewiesen. Es wäre aber auch dann trotzdem verwunderlich, warum Gott die Jungfrau Maria nicht auch für so wert gehalten haben sollte, dass Er für sie nicht auch einen Jungmann bereit gehalten hätte.
Veröffentlicht von: @florianDie Bibel gibt da wohl aus der Familiengeschichte von Jesus auch nicht viel her
Lies mal im Protoevangelium des Jakobus nach.
Veröffentlicht von: @peterpaletti@pankratius Das steht aber nicht in der Bibel 😀
Ist trotzdem lesenswert.
Na ja, wir schweifen hier vom Thema ab.
Die Diskussion geht hier um das Abendmahl Verständnis.
@gorch-fock
So sind die Männer halt, sobald das Wörtchen "Sex" ins Spiel kommt, kommt man von Höppscken auf Stöckscken .... ☹️ 😏 😀 🤣
Wenn ich die Threaderöffnung zitieren darf, dann ist nicht allein das Abendmahlsverständnis Thema hier:
"Auch das Jesusbild der katholischen Kirche ist diametral anders als das der Evangelischen. Nach der Lehre der katholischen Kirche war Jesus Einzelkind und Maria hat nach Jesus nie wieder ein Kind bekommen. Sozusagen hat Gott diesen heiligen Geburtskanal nur für Jesus reserviert.
Nach evangelischer Lehre aber war Jesus lediglich Erst-Geborener und hatte sozusagen noch viele Halb-Geschwister, Brüder und Schwestern.
Was wieder andere Probleme aufwirft, theoretisch müsste dann heute noch jemand leben, der sagen könnte, meine Ur-ur-ur-.... Grossmutter hatte einen Sohn und der hieß Jesus Christus. Oder zu Jesu Zeit konnten die Geschwister Jesu sagen...mein Stiefbruder, der ist wie Gott, ohne Den kommt ihr nicht zu Gott.Was meint ihr dazu?"
Ach Ach Ach Blättere doch mal in der Bibel dann findest du die Antwort.
Das Thema hier ist das Abendmahlverständnis
@gorch-fock Was soll ich in der Bibel blättern um zu erfahren, was in diesem Thread Thema ist? Der Threaderöffner ist doch fleißig dabei, sich nicht über das Abendmahlverständnis zu äußern.
Im Übrigen habe ich bereits schon an anderer Stelle in diesem Thread etwas zum Abendmahlsverständnis (Luthers) geschrieben.
,"Der Threaderöffner ist doch fleißig dabei, sich nicht über das Abendmahlverständnis zu äußern. "
Ja, das finde ich auch sehr Merkwürdig.
Ich mag Fronleichnam. Eines der schönsten Feste im Kirchenjahr. Das "Tantum ergo" und der eucharistische Schlusssegen am Ende der Prozession. Da weiß man wieder, warum man katholisch ist. (Spoiler: wegen Jesus)