Taufe von Kleinkindern und Babys
Da es häufiger Diskussionen um die Babytaufe gibt, wollte ich dazu mal ein Thema aufmachen. Interessant ist für mich, dass in der Bibel immer wieder steht, dass sich ganze Häuser taufen ließen oder noch konkreter in der Apostelgeschichte in Kapitel 16,32-33:
"Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus das Wort des Herrn. Er nahm sie in jener Nachtstunde bei sich auf, wusch ihre Striemen und ließ sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen."
Es gibt Argumente gegen die Babytaufe, die häufig vorgebracht werden, hier einige Gedanken dazu.
Der häufige Einwand ist, dass Säuglinge nicht glauben können. Wer sagt das überhaupt? Wenn in der Schrift die Rede davon ist, dass alle zum Glauben kommen, ganze Häuser, ganze Städte, dann ist es erstmal eine schriftwidrige Behauptung, dass Babys nicht zum Glauben kommen können. Denn die Schrift behauptet das Gegenteil.
Häufig wird davon ausgegangen, dass die Taufe auf den Namen Jesu eigentlich nur eine Johannestaufe zur Umkehr ist. Die Taufe Jesu unterscheidet sich allerdings von der Johannestaufe. Viele bekehren sich, aber wäre die Taufe nur ein Ausdruck der Bekehrung, hätte es keine neue Taufe gebraucht.
Die Idee, dass Säuglinge nicht glauben können, setzt eine Grundannahme voraus: dass Glaube kein Geschenk ist, sondern eine persönliche Leistung. Der Mensch möchte gerne an seiner Gerechtigkeit festhalten, an seinen Leistungen, an seinen Werken: "Schaut her, ICH habe mich bekehrt, ICH bin zum Glauben gekommen."
Wer den Glauben als Geschenk sieht, hat keinen Grund anzunehmen, dass ein Baby nicht zum Glauben kommen kann. Denn es ist Gottes Angelegenheit, wem er den Glauben schenkt. Natürlich kann ein Baby seinen Glauben nicht artikulieren, nicht reflektieren, es hat kein theologisches System im Kopf, aber wenn Jesus darauf hinweist "Werdet wie die Kinder" (Mt 18,3), zeigt es, dass Kinder in einer natürlichen Nähe zum Herrn leben.
In der Behauptung, Babys könnten den Glauben nicht geschenkt bekommen, wird a) der Schrift widersprochen, b) Gottes Souveränität infrage gestellt und c) die eigene Gerechtigkeit betont, die im Glauben ein Werk der Bekehrung aus eigener Leistung verteidigen will.
Wenn man schon die Kindetaufe theologisch vertritt, dann sollte man aber auch darauf hinweisen, dass zumindest in der evangelischen Tradition, aber ich meine auch in der katholischen, auf die Taufe, die Lehre folgt (Eltern und Paten verpflichten sich dazu in der Tauffrage) und in der Konfirmation (Firmung) dann die Antwort des Mensche auf die Taufe, in dem er/sie nach erfolgtem Unterricht, seinen Glauben und seine Taufe vor der Gemeinde bestätigt. Taufe ohne Konfirmation, Gottes Handeln ohne die menschliche Antwort, ist nur die halbe Lehre/Tradition.
Veröffentlicht von: @embernur die zu taufen die gläubig geworden sind?
Die Bibelausgabe, wo das stehen soll, würde mich interessieren. Zumal ja dann offensichtlich niemand lesen kann, nicht einmal die Leute, die die Bibel übersetzt haben 😎
Wir haben in der Diskussion nun verschiedene Ansätze und Gedanken besprochen.
Ich möchte noch einen Gedanken einwerfen bzw. zur Diskussion vorlegen, der sich fast zwangsläufig aus einigen Positionen ergibt.
Es gibt seit der Reformation wenige Gruppen, die eine Säuglingstaufe ablehnen. Auch in der Diskussion hatte ich einige Stimmen wahrgenommen, dass eine Taufe nur als Gläubigentaufe gedacht sei und aus dem Glauben erfolgen müsse und es bereits vom Neuen Testament so vorgesehen war, dass die Taufe Ausdruck einer individuellen Glaubensentscheidung sei, die Kleinkinder oder Säuglinge nicht treffen könnten.
Daraus ergibt sich, dass eine Säuglingstaufe ungültig wäre. Würde man sie nicht als ungültig betrachten, käme man in einen logischen Widerspruch zur gerade von mir kurz zusammengefassten Position.
Aus Sicht derer, die diese Position vertreten:
Bedeutet es, dass Menschen, die als Säuglinge getauft wurden, nicht das Heil haben?
Bedeutet es, dass Menschen, die als Säuglinge getauft wurden, erneut getauft werden müssten?
Im Prinzip ergibt sich das logisch, aber ich wollte dennoch nachfragen.
nein das bedeutet nicht das sie verloren sind.
Allein der Glaube zählt.
Allein die Liebe zu Jesus zählt weil er uns zuerst geliebt hat.
Allein die Gnade unseres Herren zählt.
Die Kirche darf Babys weitertaufen, und Freikirchen dürfen Taufen wie es ihnen der Heilige Geist eingibt.
So einfach kann das sein.
was bedeutet den dürfen?
Ich habe glaube ich keine Lust mehr mich immer zu erklären müssen.
Siehst du denn nicht was du selbst geschrieben hast?
Es muss getauft werden,
nein eben nicht, der Gläubige lässt sich aus Liebe zum Herren und wenn er im Herzen berührt wird taufen, niemand muss getauft werden was ist das für ein Wort.
Ausserdem hast du meinen Text völlig aus dem Zusammenhang gerissen, ziehst dir die passende Passage raus und willst mir dann irgendwas damit erzählen.
Weißt du was, Gott hat dich auch sehr lieb, das darfst du ihm glauben, oder soll ich besser sagen du musst ihm glauben….
Das hat teilweise sehr skurrile und auch politische Formen angenommen, wenn der Taufbefehl gesetzlich mißverstanden wurde.
@deborah71 Ja, genau das darf man nicht vergessen.
Es wurde auch aus politischen Gründen getauft.
@kerygma sie bedeutet im Falle der RKK dazu eine lebenlange Bindung. Bin RKK getauft (später Kommunion und Firmung). Bin dann später ausgetreten, wobei das aber nur steuerrechtliche Sinne möglich ist, bleibe trotzdem lebenslange Mitglied der RKK ohne Möglichkeit des Austritts. Man ist de facto exkommuniziert.
@der_alte Du kannst immer nur aus der gesellschaftlichen oder staatlichen Organisationsform einer Kirche austreten. Das halte ich für relativ normal. Auch bei evangelischen Kirchen oder anderen christlichen Gemeinschaften kannst Du nie die Taufe (Wiedergeburt) rückgängig machen.
Veröffentlicht von: @adjutanteDie Taufe ist keine Wiedergeburt.
Für uns Christen schon.
Veröffentlicht von: @kerygmaVeröffentlicht von: @adjutanteDie Taufe ist keine Wiedergeburt.
Für uns Christen schon.
Nein. Das wird auch von Christen unterschiedlich gesehen.
Und ganz sicher kann man nicht sagen, dass jemand, der das anders sieht, kein Christ und / oder nicht wiedergeboren wäre.
@frosch80-mod Vielleicht eine Sache der Betonung?
"Für uns Christen schon."
vs.:
"Für uns Christen schon."
Im ersten Fall wird zwischen Christen und Nicht-Christen unterschieden. Im zweiten zwischen unterschiedlichen Gruppen von Christen. 😉
Doch das ist Sie. Glaubt die überwiegende Mehrheit aller Christen zu allen Zeiten
Doch das ist Sie. Glaubt die überwiegende Mehrheit aller Christen zu allen Zeiten
Wie ich das sehe:
Mir ist bekannt, dass viele glauben die Taufe sei Wiedergeburt und oft wird das sogar so gesagt. Schon allein auf die Taufe gibt es einige unterschiedliche Sichtweisen wie die Johannestaufe zur Vergebung der Sünden, Wassertaufe und Geistestaufe, Säuglingstaufe etc. etc. Aber Taufe und Wiedergeburt geschieht so gut wie gar nie gleichzeitig. Deshalb finde ich es wichtig, diese beiden Begriffe klar zu trennen. Die Taufe kann man auf Wunsch geschehen lassen, sie ist für mich ein Versprechen, ein Gelübde.
Die Wiedergeburt kann ich nicht selbst bewirken. Weil ... Bei einer Wiedergeburt geht es um eine geistliche Geburt bzw. um eine Erneuerung, die bereits im AT bekannt war und hat gar nichts mit einer Wassertaufe zu tun. Die Taufe wird da nicht einmal erwähnt. Siehe Johannes 7, 38+39 "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten ..." und Epheser 5,26 "... und hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort". Der Begriff Wasser wird für den Heiligen Geist und das Wort verwendet. Durch die Wiedergeburt wird der Mensch durch den Heiligen Geist der Sünde erst richtig überführt, es kommt zu einem neuen Leben.
Du kannst immer nur aus der gesellschaftlichen oder staatlichen Organisationsform einer Kirche austreten.
Das genügt ja auch. Keine Organisation hat ein Anrecht auf Leibeigenschaft ihrer Mitglieder oder ehemaligen Mitglieder. Der übergriffige Gedanke der Leibeigenschaft durch eine Organisation ist durch Konstantin mit der Staatsreligion hineingekommen (Byzantinismus).
Der Heilige Geist stellt einen Gläubigen an den Platz im Leib Jesu, der dafür vorgesehen ist. Nur ist zu bedenken, dass der Leib Christi aus allen Gläubigen besteht und ein Organismus ist, keine Organisation.
Da muss man genau unterscheiden. Denn Gott hat keinen Harem aus RKK, EKD, FeGs, Brüdergemeinden, Mennoniten, Pfingstler, Charismatiker, usw. usw... ER hat nur eine -1- Braut.