Warum ausgerechnet Freikirche / Freie Gemeinde oder lieber Volkskirche
Hi,
ich würde gerne von Euch mal wissen, weshalb man in einer Freikirche / Freie Gemeinde geht oder gar bevorzugt oder eine kath./ evang. Kirche.
Also erst mal meine Geschichte.
Ich war in der EKD, oder eben evangelisch. Aber kein Kirchgänger und wenn, dann gezwungen. Dann Konfirmation und dadurch auch Jungschar. Aber irgendwie doch an Gott glaubend aber nicht an die Kirche.
ich kam da nicht weiter, also vergaß ich das alles mal.
Jahre vergehen!
War im Krankenhaus und hatte eine Sinnkrise / Lebenskrise. Beschäftigte mich mit einem esoterischen Buch. Unterhielt mich mit einer Lernschwester und die erz. mir von ihrem Glauben an Jesus und was er getan hat. Ich wurde erst mal abweisend und dann neugierig. Als ich KH verlies, lud sie mich zu ihrer Gemeinde ein. Ich hörte andere Musik, die Predigten gingen tiefer und berührten mich.
Ein paar Monate sagte ich, in meiner Wohnung, zu Jesus, er möge dich bitte in mein Leben kommen und mir leben schenken.
Das tat er dann auch und ich werde nie vergessen was da abgelaufen ist. Mein ganzes altes Leben rauschte vor meinen Augen vorbei. Ich wusste, ich bin neu geworden. Lies mich dann Taufen.
Ich bin in der Gemeinde, weil ich Menschen dort anders erlebt habe. Veränderte Menschen und auch nicht ganz veränderte. Die Anbetung und die Predigten berühren mein Herz immer wieder. Ich habe ein Heim gefunden.
Vor 2 Jahren bin ich komplett aus der EKD ausgetreten.
Und nun Du 😊
Max
Danke!
SWuegNJ
M.
Warum nie wieder evangelische Landeskirche?
Meine Entwicklung kann durch vier Texte markiert werden: Selma Lagerlöfs Erzählung über Mathilda Wrede; Joel Carmichaels Buch: Leben und Tod des Jesus von Nazareth; Petr Checicky: Das Netz des Petrus, John Yoder: Die Politik Jesu.
Ich bin in der evangelischen Landeskirche getauft und aufgewachsen und habe sehr gute Erinnerungen an die petistisch gefärbte Sonntagsschule unserer dörflichen Diakonisse. Dort lernte ich zuerst die christliche Himmelssehnsucht kennen (Lagerlöf). Der Religionsunterricht auf dem Gymnasium war barthianisch-bonhoefferianisch geprägt und gefiel mir nicht besonders.
Mein Glaube wurde erschüttert durch Carmichaels Buch, das für mich unwiderlegbar bewies, dass Jesus in Wirklichkeit ein jüdischer Zelot war, der in Jerusalem einen bewaffneten Aufstand organisierte, deshalb von den Römern hingerichtet und nachträglich von Paulus umgefälscht wurde. Ich musste damals davon ausgehen, dass der Autor ein unvoreingenommener Wissenschafter war - erst viel später habe ich herausgefunden, dass er ein jüdischer Aktivist war und es eine ganze Publikationsrichtung dieser Art gibt. (Das Generalthema heißt "Jesus war ein ganz normaler Jude" und die zwei Varianten sind "Jesus war ein Zelot" oder alternativ "Jesus war ein Pharisäer". Von daher bin ich ein bisschen vorsichtig, wenn die Landeskirche mir wieder mal erzählt, dass Jesus ein Jude war: War er nun Zelot oder Pharisäer? Und müssen wir jetzt auch Zeloten oder Pharisäer werden?)
Jedenfalls bin ich damals zu dem Ergebnis gekommen, dass ich an meiner Vorliebe für Sanftmut und Friedfertigkeit festhalten möchte und dann lieber auf Jesus und die Bibel verzichten möchte. Konsequenterweise bin ich dann mit 17 aus der Landeskirche ausgetreten.
Erst viel später und unter dem Einfluss einer Quäkergemeinde habe ich das auf den Begriff bringen können - es ging hier um eine Entscheidung zwischen "spirit" (Geist) und "letter" (Buchstabe), und ich war ganz im Recht, wenn ich auf "the letter" verzichtete, um am "spirit" der frühen Christen (der ersten Jahrhunderte) festhalten zu können.
Vorläufig war aber die Landeskirche für mich noch der Maßstab für das, was "christlich" war. Deshalb stieß ich mich daran, wie Ende der sechziger Jahre für Waffen für Revolutionäre (Südwestafrika) gesammelt wurde (auch wenn damit konservative schwarze Christen "hingerichtet" wurden) - gleichzeitig machte man aber ein Drama draus, wenn ein Bundeswehroffizier in Uniform getraut werden wollte, und die "Nachrüstung" war eine Bekenntnisfrage (d.h. wer für die Nachrüstung war, war kein Christ; obwohl es da gar nicht ums Töten ging, sondern bloß um die landläufigen politischen Methoden der Einschücherung und Erpressung ) Wohlgemerkt, ich habe nie erwartet. dass die Kirche genau meine persönliche politische Meinung vertritt. Ich hätte mit einer konsequent radikalpazifistischen Kirche leben können oder auch mit einer konsequenten Kirche des "gerechten Krieges" - aber nicht mit einer Kirche, die sich mal auf radikalpazifistisch und mal auf "gerechten Krieg" hinausspielt, je nachdem wie es ihr politisch gerade am besten in den Kram passt. Wie der Blogger Hadmut Danisch das ausdrückt: Es geht mir gar nicht um die Maßstäbe; was mich ankotzt, sind die doppelten Maßstäbe.
Es war für mich eine große Erholung, als ich zuerst Chelcicky (die deutsche Übertragung von Vogl) las - Chelcicky zieht einen freundlichen, aber festen Schnitt: Der Kaiser (also der Staat) und der Papst sind einfach zu große Fische und passen ins Netz Petri nicht hinein; die auf Freiwilligkeit beruhende christliche Gemeinde muss ohne sie auskommen, konsequenterweise also auch ohne einen hussitischen Alternativstaat bzw. -könig. Diese Auseinandersetzung Chelchickys mit den Hussiten nimmt die Auseinandersetzung der Anabaptisten mit den Calvinisten vorweg; die Bestätigung fand ich bei Yoder, der bei Barth studiert hatte und ihn kompetent kritisieren konnte. Wie Yoder sah, ist das Grundproblem der Calvinisten, dass sie den Staat grundsätzlich als Zuchtrute Gottes bejahen - das zwingt sie dann in der Praxis zu einer Schwarzweißmalerei: Der "widergöttliche" faschistische Staat ist ganz schwarz, der "gottgewollte" kommunistische Staat ganz weiß; wenn renitente Christen (Orthodoxe, Katholiken, Evangelikale) sich gegen diese kommunistische Zuchtrute Gottes auflehnen, dann haben sie sich die Folgen selbst zuzuschreiben.
Daher kam dann diese massive Entsolidarisierung der EKD von den verfolgten Christen im Ostblock; und ich finde es schon ein bisschen pervers, wie Evangelikale sich jetzt wieder an die EKD "anschleimen" (okay, also: kritiklos annähern!), ohne dass diese Entsolidarisierung überhaupt noch zur Sprache kommt und ihre Gründe reflektiert werden.
Persönlich bin ich in der Mitte zwischen Quäkern und Mennoniten hängen geblieben. Die Quäker sind besser in puncto Fundamentaltheologie und Organisation (kein Klerus!), die konservativen Mennoniten haben mehr Weltdistanz und praktisches Hilfsgeschick. Ich bin aber ohnehin zu sehr mit Arbeit und Familie eingespannt (oder wahlweise zu alt und verbraucht), um noch aktiv in einer Gemeinde mitzuarbeiten.
Da hast Du Dir ja allerhand zusammengelesen, nur schade, dass Dir dabei die eigentliche Botschaft der Bibel verloren ging.
Das sehe ich anders
Ich bin aber ohnehin zu sehr mit Arbeit und Familie eingespannt (oder wahlweise zu alt und verbraucht), um noch aktiv in einer Gemeinde mitzuarbeiten.
Schade, dass du das so siehst. Man ist nie zu alt, um sich in die Gemeinde einzubringen. Unser zweitälteste Gemeindemitglied kann nicht mehr kommen. Er ist krank und kommt nicht mehr aus dem Haus. Trotzdem leistet er noch wertvolle Dienste. Er gestaltet das Titelbild des Gemeindebriefes und erstellt Diashows aus den Bildern des Gemeindelebens. Andere "alte" Gemeindemitglieder haben einfach nur ein offenes Ohr und ein betendes Herz.
Bei Gott gibt es kein "zu alt".
Veröffentlicht von: @stogumberJedenfalls bin ich damals zu dem Ergebnis gekommen, dass ich an meiner Vorliebe für Sanftmut und Friedfertigkeit festhalten möchte
Das ist der Jesus der Bibel 😊
Also ich bin Mitglied meiner Kirche, weil in ihr das Evangelium verkündigt wird.
Politik spielt im Gottesdienst und Gemeindeleben keine Rolle.
Veröffentlicht von: @ungehorsamAlso ich bin Mitglied meiner Kirche, weil in ihr das Evangelium verkündigt wird.
Politik spielt im Gottesdienst und Gemeindeleben keine Rolle.
Da bist du gut dran. Ich habe mir immer gewünscht, dass die Kirche weniger politisch ist und mich als junger Mensch schon daran gestört.
Veröffentlicht von: @jadwinDa bist du gut dran. Ich habe mir immer gewünscht, dass die Kirche weniger politisch ist und mich als junger Mensch schon daran gestört.
Ich habe es als Studentin an der KHG an meinem Studienort sehr geschätzt, dass sie auch Arbeitsgruppen zu damals aktuellen polkitischen Themen anbot sowie Gruppen, die mit gesellschaftlichen Randgruppen zusammen arbeiteten (z.B. Obdachlose) mit dem Ziel, ihnen Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.
Das macht meine jetzige Gemeinde z.T. auch.
Natürlich steckt im Engagement z.B. in der Flüchtlingshilfe und in der Hilfe für mittellose Senioren auch eine politische Aussage, dass man mit den bestehenden Verhältnissen nicht einverstanden ist.
Wenn ich mich richtig erinnere, engagierst du dich doch auch politisch gegen Abtreibung und begründest das mit deinem Glauben.
Warum ein Engagement für bereits geborene Menschen weniger akzeptabel sein soll, verstehe ich nicht wirklich.
Ich bin sehr froh darüber, dass meine Kirche seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus "nach links" gerückt ist. Es war überfällig.
Na ja, karitative Tätigkeit hat in Deutschland immer mehrere Facetten. Es kann mildtätig sein, ein Geschäft und politisch. Oder auch eine Mischung. Nun man kann Obdachlosen helfen. Mindestens passiv schwingt Politik mit, auch wenn man hilft, aber nicht nach der Politik fragt. Als ich in einer Freikirche war, gab es den Anspruch nicht politisch zu sein. Schon gar nicht mit dem Staat verwickelt. Zu dieser Zeit war der Natodoppelbeschlus politisch ein großes Thema. Obwohl der Anspruch bestand, wurden öffentliche Vorträge organisiert. Es war ein Zusammenschluß mehrerer Freikirchen der Verstanstalter. Der Glaube, oder ein Gebet, oder fromme Lied war da gar kein Thema. Es war eher eine Bürgerversammlung. Abtreibung hast du ja bereits erwähnt. Unsere Freikirche hatte damals für die Öffentlichkeitsarbeit mit ProVita zusammen gearbeitet. Flüchtlinge, wie sie genannt werden, hat es auch gegeben, aber es war kein großes Thema. Damals war das Thema nicht so chaotisiert und Asyl lief geordneter ab. Ulrich Parzany hatte sich damals hierzu geäußert. Gott hat uns die Türken geschenkt, damit wir sie zu Gott führen können. Das war damals seine Formel. Also Politik für einen frommen Zweck... Parzany war zwar ein Landeskirchler aber sehr beliebt. Endlich mal ein Pfarrer in der Landeskirche der gläubig ist. 😉
Also selbst da, wo der Anspruch nicht politisch zu sein flankiert die Politik immer mit.
Ich bin auch ein Verfechter davon, dass man Glaube und Politik trennt.
Das geht nicht ohne Widersprüchlichkeiten. Trotzdem die schlimmsten Übel in unserer Geschichte war, wenn die Politik Religion für ihre Zwecke missbraucht wurde, oder umgekehrt. Da kann man sich für noch so sanft halten, aber es ist falsch und zerteilt die Gläubigern. Das kann man auch in der Gegenwart bei den bunten Meinungen über die Flüchtlinge sehen. Da brechen einige über andere gläubige den Stab, als würden sie zur Rechten Gottes sitzen. Da wird an Hintergrund und Motiv eifrig unterstellt. Man ist voller Zitate von Gauland und Co und deutet die auf den einzelnen um. Sie werden teils aus den Ämtern der Gemeinde/Kirche entfernt und arbeitet so auf eine homogene politische Anschauung hin. Dabei ist es zum Beispiel gar nicht gesagt, dass die die diese Form von Seenotrettung für falsch halten, wollen dass die Menschen im Mittelmeer ertrinken. Man kann sich mit sanftem Gesicht boshaft sein. Wenn man in einer Demokratie Politik zur Angelegenheit Gottes macht, dann zersplittert man die Gemeinschaft. Ohne demokratische Auseinandersetzung hat es noch schlimmere Folgen.
Nachtrag vom 26.12.2019 0733
Ein junges Beispiel, ich habe hier auf j.de irgendwo gelesen. Gott hätte Adolf Hitler eingesetzt, um das deutsche Volk zu bestrafen. Und Hitler musste sich zur Gründung Israels sich am Volke Gottes vergreifen. Ich halte solche Überlegungen für gefährlich.
Historisch gesehen, trat die Kirche politisch fast immer für die falsche Sache ein. Warum soll das heute besser sein?
Du sprichst mein Engagement gegen Abtreibung an. Ich habe mir sagen lassen, vor ein paar Jahren fand der Abschlussgottesdienst am Dom in Berlin statt. Im Dom begannen die Glocken zu läuten. Die Teilnehmer freuten sich. Bis sie merkten, dass die Glocken nicht mehr aufhörten zu läuten und nicht gedacht waren den Gottesdienst zu unterstützen, sondern ihn zu stören. So viel zum politischen Engagement der Kirche.
Ich glaube, dass die Lehre Jesu an den Einzelnen gerichtet ist. Er hat keine Forderungen an den Staat gestellt, keine Vorschläge gemacht, wie er besser organisiert werden sollte.
Die Kirche sollte statt zu agieren wie eine Interessengruppe, die sich beispielsweise für die Erhöhung von Harzt-4 Regelsätzen einsetzt, die Mitglieder ermutigen aktiv zu werden.
Warum läuft so wenig in den Gemeinden? Warum kümmert sich kaum einer um Arme, Arbeitslose, Kranke, Alleinerziehende, Überlastete, Erschöpfte vor Ort?
Jesu Lehre richtet sich an den Einzelnen. Der Einzelne soll aus Liebe karitativ tätig werden. Die Kirchen haben das karitative Element professionalisiert und ausgelagert und die Organisation hat sich in eine Interessengruppe umgewandelt.
Wenn ich erst nach mehreren Minuten zuhören, die Rede eine Geistlichen von der eines Sozialpolitikers unterscheiden kann, dann läuft etwas schief.
Praktisch jeder fühlt sich berufen, zu überlegen wie das System, die Gesellschaft reformiert werden soll. Wer ist hingegen bereit sich selbst zu ändern. Das Reich Gottes kommt nicht über bessere Gesetze. Das Reich Gottes kommt, wenn Menschen sich um ihre Nachbarn, Kollegen, Mitmenschen sorgen, wenn man sich hilft, wenn man die Liebe Gottes persönlich in die Welt trägt.
Natürlich hat das auch immer eine Protestnote. Aber ohne Forderungen, ohne politischen Kampf, sondern das Hauptaugenmerk liegt auf dem Nächsten und dem Liebevollen Handeln vor Ort.
Historisch gesehen, trat die Kirche politisch fast immer für die falsche Sache ein. Warum soll das heute besser sein?
Ich denke die Kirche kann sich niemals politisch auf die richtige Seite stellen, weil es an sich falsch ist, als Kirche sich zu positionieren. Ich sehe im neuen Testament keine Politik Gottes. Im AT eher, aber diese war auf die Israeliten beschränkt und es gab auch eine Flexibilität und kein starres System.
Wenn man auf die Bestrafung schaut, dann gab es kein Gefängnis, sondern Verbannung, oder die Todesstrafe. Wer will das heute noch und begründet es, obwohl dies ein leichtes wäre mit der Bibel?
Es ist ein Unterschied, ob man z. B. mildtätig ist, oder, ob man zu diesem Thema das politische Geschäft betreibt. Die Kirche kann schon Dinge tun, die eine politische Wirkung haben und von außen wird es eh politisch interpretiert.
Auf der anderen Seite ist es nicht schlimm, wenn man als Person, nicht als Institution einen politischen Standpunkt vertritt. Wenn man diese als Angelegenheit Gottes versteht, läuft etwas falsch. Auf das Gewissen sich berufen, ist etwas anderes.
Das Handeln der Kirche wird eh politisch interpretiert. Auch wenn es die Kirche nicht mehr macht. Die Waffensegnung gibt es über hundert Jahre nicht mehr. Trotzdem wird so gesprochen, als wäre es heute noch aktuell.
Was die Abtreibung betrifft, so tippe ich darauf, dass mehr Christen gegen die Abtreibung sind und nicht politisch aktiv sind. Wir reden nur über die, die auf der Straße waren. Da kenne ich eigentlich mehr, die es aus ihrem Glauben heraus schrecklich finden, aber bestenfalls einen Infoabemd besuchen,als die, die aktiv auf die Straße gehen, Handzettel verteilen usw. Abtreibung ist vorwiegend von der feministischen Seite politisiert worden. Es geht aber um die Frage, ist dieses menschliche Leben in diesem Stadium schutzenswert, oder kann man es einfach weg machen. Da kenne ich ohne politische Ambitionen jede Menge Menschen, die das menschliche Leben geschützt sehen wollen.
Also ich bin sehr froh über die Arbeit der evangelischen Landeskirche im meiner Stadt. Die Flüchtlingsarbeit profitiert hier sehr extrem von der guten Organisation durch die Kirche. Und die Kirche kann nun wenig dafür, dass die Flüchtlingsdebatte zu einer politischen Debatte wurde. Und neben der konkreten Hilfe, die die Kirche vielen Flüchtlingen bietet, muss die Kirche sich natürlich auch offiziell positionieren. Das ist automatisch politisch. Gleiches gilt für viele Themen; gerade im sozialen Bereich.
Eine unpolitische Kirche gäbe es nur, wenn die Kirche nichts mehr mit Menschen macht.
Veröffentlicht von: @lhoovpeeAlso ich bin sehr froh über die Arbeit der evangelischen Landeskirche im meiner Stadt. Die Flüchtlingsarbeit profitiert hier sehr extrem von der guten Organisation durch die Kirche.
Da sage ich auch nichts gegen. Per se finde ich Flüchtlingsarbeit eigentlich unpolitisch sondern caritativ.
Veröffentlicht von: @lhoovpeeUnd die Kirche kann nun wenig dafür, dass die Flüchtlingsdebatte zu einer politischen Debatte wurde.
Das stimmt, aber die Kirche beteiligt sich in meinen Augen extrem einseitig daran. Was ich ok finde ist sich zu wehren, wenn die Kirche droht politisch vereinnamt zu werden. Was ich auch noch ok fand, war die theologische Aufarbeitung des Problems, gerade die Angst vor dem Fremden wurde gut thematisiert. Auf eine Partei völlig einseitig einzuschlagen und sich nicht einmal von Sprüchen distanzieren wie wir müssen lernen die Rechten zu hassen, finde ich völlig daneben.
Veröffentlicht von: @lhoovpeeEine unpolitische Kirche gäbe es nur, wenn die Kirche nichts mehr mit Menschen macht.
Sehe ich nicht so. Man kann tätig sein, ohne bewusst und gewollte politische Botschaften zu verbreiten. Nicht die politische Wirkung ist das Problem, sondern wenn die Kirche bewusst und gewollt politische Botschaften transportieren will.
Ich bin der Meinung, dass die Kirche sich auf den Einzelnen konzentrieren soll und nicht auf die Gesellschaft. Nicht Deutschland, nicht die Gesellschaft wird gerettet, sondern der Einzelne.
Veröffentlicht von: @jadwinAuf eine Partei völlig einseitig einzuschlagen und sich nicht einmal von Sprüchen distanzieren wie wir müssen lernen die Rechten zu hassen, finde ich völlig daneben.
Wer hat das gesagt? Hast du einen Link dazu?
Veröffentlicht von: @jadwinIch bin der Meinung, dass die Kirche sich auf den Einzelnen konzentrieren soll und nicht auf die Gesellschaft. Nicht Deutschland, nicht die Gesellschaft wird gerettet, sondern der Einzelne.
Das eine schließt das andere nicht aus.
Und die meisten erwarten von der Kirche, dass sie Position beziehen.
Man muß schon unterscheiden zwischen Ortsgemeinde und Kirchenleitung/EKD. Und ich sehe es als Aufgabe der Kirchenleitungen, sich zu wichtigen politischen und ethischen Fragen mit einer gut biblisch fundierten Stellungnahme zu Wort zu melden.
Die Ortsgemeinde wirkt seelsorgerisch, diakonisch, verkündigt das Evangelium und "sucht der Stadt Bestes".
Veröffentlicht von: @ungehorsamMan muß schon unterscheiden zwischen Ortsgemeinde und Kirchenleitung/EKD. Und ich sehe es als Aufgabe der Kirchenleitungen, sich zu wichtigen politischen und ethischen Fragen mit einer gut biblisch fundierten Stellungnahme zu Wort zu melden.
Die Ortsgemeinde wirkt seelsorgerisch, diakonisch, verkündigt das Evangelium und "sucht der Stadt Bestes".
So wie die Ortsgemeinden angeleitet werden, so werden sie auch handeln. Wenn die Kirchenführung hauptsächlich damit beschäftigt ist mit Politikern zu reden, politische Statements zu formulieren und Materialien herauszugeben, in denen sich die Kirche positioniert, dann muss sich die Kirche nicht wundern, wenn in der unteren Ebene wenig anders läuft.
Meiner Meinung findet das:
Veröffentlicht von: @ungehorsamDie Ortsgemeinde wirkt seelsorgerisch, diakonisch, verkündigt das Evangelium und "sucht der Stadt Bestes".
kaum statt. Also, das Evangelium wird schon noch verkündigt, aber selbst viele Predigten haben einen politischen Einschlag.
Meiner Meinung findet das:
Ungehorsamzum BeitragDie Ortsgemeinde wirkt seelsorgerisch, diakonisch, verkündigt das Evangelium und "sucht der Stadt Bestes".
kaum statt. Also, das Evangelium wird schon noch verkündigt, aber selbst viele Predigten haben einen politischen Einschlag.
Hast du das so erlebt oder ist das nur deine Meinung?
Veröffentlicht von: @ungehorsamHast du das so erlebt oder ist das nur deine Meinung?
Habe ich so erlebt. Vor ein paar Jahren stärker als heute und in meiner Ausbildungsgemeinde weniger als in meiner Heimatgemeinde, im Prädikantenseminar wiederum recht stark.
Von daher bin ich ein bisschen vorsichtig, wenn die Landeskirche mir wieder mal erzählt, dass Jesus ein Jude war: War er nun Zelot oder Pharisäer? Und müssen wir jetzt auch Zeloten oder Pharisäer werden?)
Natürlich war Jesus ein Jude. Meinst du, es gäbe im Judentum nur diese zwei Strömungen Zelot oder Pharisäer? Keine normalen Leute, die weder der einen noch der anderen Richtung zugerechnet werden können?
Und in Deutschland gibt es nur Nazis und linksgrün versiffte? Keine normalen Leute?
Veröffentlicht von: @ungehorsamKeine normalen Leute?
Was genau verstehst du denn unter "normalen Leuten"?
Normale Leute
Normale Leute sind: Mütter und Väter
Großmütter und Großväter
friedliche Fußballfans
Arbeiter, Angestellte, Beamte und Selbstständige, die ihrer täglichen Arbeit nachgehen
behütet aufwachsende Kinder und Jugendliche
die, die im Herbst 1989 auf den Straßen skandierten: "Wir sind das Volk!"
Soldaten
Flüchtlinge
Prostituierte
Hausfrauen
Nicht dazu zähle ich: Geldadel und andere Schmarotzer
Kinderschänder
politische Extremisten
Hooligans
Terroristen
Wenn jemand behauptet, in der jüdischen Gesellschaft zur Zeit Jesu hätte es nur Pharisäer und Zeloten gegeben, sonst keine anderen Gruppen, dann ist das Quatsch. Jesus war weder Zelot noch Pharisäer, denn es gab genug andere Gruppen, ähnlich denen, die ich oben aufzählte. Diese bilden nämlich die Mitte der Gesellschaft. Normale Leute eben.
Interessante Vita,
die Quäker die ich im realen Leben kennengelernt habe, hatten was. Die die ich im Internet in einer Community kennengelernt habe, fand ich im Gegensatz zum Kotzen. Keine Ahnung woran das liegt, es scheint mir als sei ein Unterschied zwischen einer persönlichen Begegnung und allgemeinen Begegnungen, wo man nicht weiß, wen man vor sich hat. Ich sage nicht, die Quäker sind so, sondern so habe ich es erlebt. In der persönlichen Begegnung waren sie interessant, wie auch Anthroposophen. Man muss ja nicht alles teilen und kann trotzdem lernen.
Was die westliche Reaktion auf die SS20 betrifft, so war ich damals in einer evangelischen Friedensgruppe. Wir trafen uns in der Woche intern und samstags auf dem Marktplatz zur Schweigestunde. Am Ende verkauften wir nur noch sozialistische Produkte aus Lateinamerika. Hier fand ich damals widersprüchlich, dass im Kampf gegen die Contras von einigen in der Gruppe, gar nicht so friedlich gedacht wurde.
Wie auch immer, ich war damals etwas unbedarft. Heute meine ich, dass Religion und Politik getrennt gehört. Das mache ich auch bei mir so. Und erscheint es noch so liebevoll und friedlich, Religion und Politik hat in unserer Geschichte nur Unheil gebracht. Die evangelische Kirche hatte in ihrer Geschichte immer politische Positionen gehabt und versucht dies mit theologisch zu harmonisieren. Sie ist eigentlich immer damit auf die Nase gefallen. Im Grunde macht sie nichts anderes, als daß, was auch viele anderen nach dem Krieg machten, sie kehrten ins Gegenteil und tun so als hätten sie nichts mit ihrer Geschichte zu tun. Alle waren natürlich Bonhoeffer und bekennende Kirche. Eher das Gegenteil, bis auf wenige Regionen ist wahr. Leider hat die evangelische Kirche, dass Politik zu einer religiösen Angelegenheit zu machen falsch ist.
Vielen Dank für die Reaktionen; ich habe alles aufmerksam gelesen, will aber nur auf einiges kurz eingehen.
1. Jesus war anscheinend ein frommer Jude und müsste sich daher einer der vier Frömmigkeitsrichtungen seiner Zeit zuordnen lassen: Wüstensekten (nur lose Verbindung via Johannes denkbar), Zeloten (nicht auszuschließen), Sadduzäer (unwahrscheinlich), Pharisäer (die wahrscheinlichste Antwort, würde zu seinem Leben als Wanderrabbi passen. So sehen es auch die meisten jüdischen Fachleute wie Heschel).
Dann stellt sich allerdings als nächste Frage: Gehört er einer der zwei großen Schulen - Schammai vs. Hillel - an, und dann können sich die Fachleute schon nicht einigen.
Ich bin inzwischen zu dem Standpunkt gekommen, dass die Jesusbewegung eine Gegenbewegung zum Pharisäertum war - eine Gemeinde der Sünder im Ggs. zur Gemeinde der Gerechten - und dass die Jesusbewegung daher von ihrer inneren Logik her zwangsläufig aus dem Judentum hinausführte (ein jüdischer Sünder hat keinen Grund, sich von einem paganen Sünder abzugrenzen).
2. Dass mir die Bibel über der anderen Lektüre verlorengegangen ist, gebe ich zu. Allerdings wollen ja die meisten von mir genannten Autoren die Bibel auslegen. Die Bibel ist ein sehr vielstimmige Buch, eine Ansammlung von Dokumenten menschlicher Religiosität, und nicht jedes spricht zu jedem. Bei den Mennoniten erlebe ich es jetzt wieder, wie die Leute sich abquälen, um alle Texte des AT und NT auf ein und denselben Nenner zu bringen - vergebliche Liebesmüh. Aber noch schlimmer finde ich es, wenn sich landeskirchliche Theologen einfach gerade das rauspicken, was ihren augenblicklichen politischen Neigungen entspricht (mein abschreckendstes Beispiel dafür ist die Benutzung der Davidgeschichte im Kampf gegen die deutsche Vokszählung 1987).
Nachtrag vom 23.12.2019 0709
3. Auf die "Himmelssehnsucht" werde ich nicht mehr verzichten; Joh. 14,2 ist für mich die Kernbotschaft, in der das Christentum zu sich selber kommt! Und ich betone das deshalb, weil der Trend offenbar in die Gegenrichtung geht: weg von Heil des Individuum im Jenseits und zurück zum Heil des Kollektivs im Diesseits. Da bin ich bewusst altmodisch und klammere mich an "the old times' religion".
Du klingst sehr distanziert und ohne persönliche Begegnung mit Jesus im Herzen.
Du hast vieles über Jesus gelesen.... wagst du es, Ihm begegnen zu wollen und Ihn darum zu bitten?
Gott ist persönlich....schon immer.... und immer noch....
Interessante Ausführungen, danke dafür!
Veröffentlicht von: @stogumber2. Dass mir die Bibel über der anderen Lektüre verlorengegangen ist, gebe ich zu. Allerdings wollen ja die meisten von mir genannten Autoren die Bibel auslegen. Die Bibel ist ein sehr vielstimmige Buch, eine Ansammlung von Dokumenten menschlicher Religiosität, und nicht jedes spricht zu jedem. Bei den Mennoniten erlebe ich es jetzt wieder, wie die Leute sich abquälen, um alle Texte des AT und NT auf ein und denselben Nenner zu bringen - vergebliche Liebesmüh
wenn ich mal den "Oberlehrer" spielen darf, es gibt keine bessere Zeit als jetzt die Weihnachtszeit, um deutlich zu machen, wer Jesus eigentlich ist.
Allein die Lieder im Gesangsbuch, vielleicht ist es oft besser, Liedertexte zu lesen als die Bibel selber oder Bücher über verschiedene christliche Denominationen.
Oder hast Du schon mal ein Kirchenlied gehört, wo es darum geht, ob die Zeugen Jehovas oder die Katholiken oder die Protestanten oder die Mennoniten oder die Mormonen oder die Pietisten oder die Quäker oder die Adventisten oder die Neuapostolischen oder die Methodisten im Recht sind ?
Was wäre das doch auch für eine seltsame Vorstellung vom "jüngsten Gericht" wo Petrus am Himmelstor ( um bei dem volkstümlichen Bild zu bleiben) zu einem, der dort anklopft, sagt..... wärst Du auf Erden rechtzeitig bei den Zeugen Jehovas beigetreten, dann könnte ich Dich jetzt hier reinlassen, so hast Du leider Pech gehabt und bist nun für die Hölle vorgesehen....
Nein, ich denke nicht, dass es so sein wird, die Kirchenlieder sagen etwas Anderes:
....nun schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob , Ehr und Preis.....
Was denkst Du wohl, wer "er" hier ist? Martin Luther oder Calvin oder Zwingli oder gar Napoleon, oder Pol Pot, Stalin oder Hitler oder der Papst oder ein Patriarch der Orthodoxen oder ein Anglikaner?
Alle fallen sie durch das Sieb, viele wollten uns das Paradies bringen, aber keiner hat das geschafft, es bleibt nur noch einer übrig, der in Frage käme und das ist Jesus Christius Selber.
Veröffentlicht von: @stogumberMeine Entwicklung kann durch vier Texte markiert werden: Selma Lagerlöfs Erzählung über Mathilda Wrede; Joel Carmichaels Buch: Leben und Tod des Jesus von Nazareth; Petr Checicky: Das Netz des Petrus, John Yoder: Die Politik Jesu.
Hi,
was ist mit der Entwicklung der Kraft des Glaubens, des heiligen Geistes und der Bibel geworden?
Bücher von Autoren machen einem nicht zu einem Christen.
Max
Veröffentlicht von: @stogumberein Glaube wurde erschüttert durch Carmichaels Buch, das für mich unwiderlegbar bewies, dass Jesus in Wirklichkeit ein jüdischer Zelot war,
Hast Du denn andere Quellen bemüht, um die Behauptungen oder Belege Carmichaels kritisch zu überprüfen?
Ich habe nicht das Buch gelesen, habe aber einen wohlwollenden Artikel im Spiegel über das Buch gefunden. Dort bekam ich den Eindruck, dass Carmichael sehr einseitig argumentiert. Er ist da nicht der um die Wahrheit bemühte Wissenschaftler der ereignisoffen forscht sondern es scheint, als habe er eine feste Überzeugung, die er nun mit Bibelstellen und historischen Argumenten zu untermauern sucht ohne dabei kritisch den eigenen Weg zu hinterfragen. Dabei kommen dann meist nur provokante und einseitge Werke heraus, die kaum geeignet sein dürften, die Wahrheit wiederzugeben.
Die Bibel legt sich am Besten mit der Bibel aus. Wenn etwas Unklar ist, dann gibt es die Klarheit meist in anderen Bibelstellen. Ich hielte das für einen geeigneten Weg, der Sache auf den Grund zu kommen. Mir scheint die Behauptung, Jesus sei ein Zelot gewesen in Angesicht der Worte Jesu in der Bibel absolut nicht nachvollziehbar. Sicher hat Jesus klar Stellung bezogen - aber er hat nie Gewalt gepredigt und er hat auch nie gegen die weltlichen Machthaber gepredigt. In den Worten JEsu wirst Du nie einen Hinweis darauf finden, dass JEsus Zelot war. Es ist bekannt, dass einer seiner Jünger Zelot war - aber Jesus auf jeden Fall nicht.
Als Beispiel: Carmichael zeiht die Bibelstelle heran, als JEsus dazu aufruft, sich zu bewaffnen (Schwerter zu kaufen). Als er feststellt, dass es unter den Jüngern schon zwei Schwerter gibt, sagt er, dass es genug sei. Das klingt nicht nach dem Aufbau einer bewaffneten Armee, um die Römer zu vertreiben. Und die Lösung, die klar macht, warum es JEsus wichtig ist, dass es auf seiner Seite mindestens ein Schwert gibt, als ihn die Römer festnehmen, zeigt alles andere als einen Zeloten:
Petrus setzt das Schwert als Waffe ein, verletzt einen Soldaten, was im Sinne Jesu war, um daran eine Sache ganz deutlich zu machen: Jesus will nicht, dass die Seinen dem Gegner körperlich Schaden zufügen. Er heilt umgehend den verletzten Soldaten und beweist damit auch vor denen, die ihn festnehmen, seine Gottessohnschaft. Aber zu Petrus sagt er, dass er sein Schwert nicht verwenden soll - wer zum Schwert grefit, wrid durch das Schwert umkommen. Das Schwert sollte nur deshalb bei den Jüngern sein, um ihnen im Moment extremer Gefahr zu zeigen, dass selbst hier Waffen keinen Raum haben dürfen. Gewalt ist nicht der Weg der Christen.
Wo soll vo so einem Hintergund der Zeolot Jesus sein? Ich meine, dass grade diese Bibelsetelle für mich unwiederlegbar detulich macht, dass Jesus nicht im Sinne eines Zeoloten handelt. Lass Dich daher von dieser Schrift Carmichels nicht länger verwirren. Sie ist mehr propagansdistisch denn wissenschaftlich.
Veröffentlicht von: @stogumberon daher bin ich ein bisschen vorsichtig, wenn die Landeskirche mir wieder mal erzählt, dass Jesus ein Jude war: War er nun Zelot oder Pharisäer? Und müssen wir jetzt auch Zeloten oder Pharisäer werden?
Da ist jawohl klar, dass JEsus weder Zelot noch Pharisäer war! Gegen beide Gruppierung hat er sich in seinen Worten klar positioniert und sich davon abgegrenzt.
Warum Jesus unmöglich Zelot gewsesn sein kann -d as habe ich oben ausgeführt.
Und wenn Jesus als "Pharisäer" verkauft werden soll, dann muss man sich fragen: wie dumm ist so eine Haltung. Du brauchst nur ein paar Seiten in den Evangelien lesen - fast egal wo - und es wird glasklar, dass JEsus den gestzlichen Weg der Selbsterlösung, den die Pharisäer predigen, rundherum ablehnt, weil er nicht funktioniert und nicht in Gottes Sinne ist. Dafür ist JEsus ja grade gekommen, dass er die Gnade Gottes uns bringt, dass wir eben nicht mehr das Gesetz erfüllen müssen (was wir eh nie könnten) und er an unserer statt das Gesetz erfüllt hat. Das ist ein dritter Weg und wenn eine Kirche den nicht kennt, dann ist sie im Grunde genommen nicht christlich, denn Christ wird man, wenn man Jesus als den Christus annimmt. Zum Christus wurde Jesus für uns, indem er den NEuen Bund Gottes mit uns stiftete und mit seinem Blut uns von der Macht des Gesetzes erlöste. Das ist der Kern des neuen Bundes und die Grundlage des Christentums. Ich kann mir keine christliche Gemeinschaft außerhalb dieses Fundamentes vorstellen.
Veröffentlicht von: @stogumberes ging hier um eine Entscheidung zwischen "spirit" (Geist) und "letter" (Buchstabe), und ich war ganz im Recht, wenn ich auf "the letter" verzichtete, um am "spirit" der frühen Christen (der ersten Jahrhunderte) festhalten zu können.
Auch das ist hochproblematisch. Uns feht in der LAndeskirche oft der "Spirit". Das ist ein ziemlich großes Problem an dem die Landeskirchen nach und nach fast eingehen. Wir brauchen den Heiligen Geist,der uns lehrt, leitet und der die Gemeinden formt. Aber wir brauchen auch die Schrift, die uns die Sicherheit gibt, nicht wahrlos ins Beliebige abzugleiten. Und der Heilige Geist liebt es, die Schrift uns auszulegen und damit persönlich in unser Leben hineinzusprechen. Logos und Rhema - es muss beides sein!
Es scheint mir ein Problem auf Deinem Weg, dass Du den Logos zu früh verworfen hast, weil Du vielleicht falsche Lehrer hattest, die Dir ein Verständnis der Bibel beibringen wollten, wie es ihnen oder ihren Herren genehm war was mit Deinen Wunschvorstellungen von der Person Jeus nicht kompatibel war. Hier ist aber sicher auch ein Problem: Wir können uns nicht den Jesus aussuchen, wie wir ihn uns wünschen sondern wir müssen den EJsus nehmen, den es nun mal gibt.
Das tragische an Deinem Weg finde ich, dass Jesus im Grunde genommen so ist, wie Du ihn Dir wünscht - und dass Du ihn ablehnst, weil Du mehrfach im Leben Zerrbildern von Jesus aufgesessen bist.
Mathilda Wrede findet sich nicht umsonst im ökumenischen Heiligenlexikon. Sie hat Jesu Weg gelebt, wie es ablsout vorbildlich und im Einklang mit der Schrift ist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mathilda_Wrede
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Mathilda_Wrede.htm
Dass die Kirche in ihrer Geschichte - sowohl die protestantischen Kirchen als auch die katholische Kirche und sicher auch die Orthodoxenund koptischen Kirchen - falsche Wege gegangen sind, Schuld auf sich geladen haben und möglicherweise heute auch fragwürdige Theologien predigen bedeutet ja nicht, dass sie als Ganzes rundherum schlecht sind. Es sind dies ja in Entwicklung begriffene Gemeinschaften und wenn wir problematische Wege erkennen, dann ist es unsere Aufgabe, die anzusprechen und uns daran zu beteiligen, das System wieder auf die richtige Bahn zu bringen - und wo das unmöglich scheint, können wir uns sicher anderen christlichen Gemeinschaften beitreten oder aber eine neue begründen.
Veröffentlicht von: @stogumberDer Kaiser (also der Staat) und der Papst sind einfach zu große Fische und passen ins Netz Petri nicht hinein
Das hätte ich ja mal gerne biblisch belegt. Der Kaiser und der Papst - beide sind es Menschen und beide bedürfen sie der Gnade Christi und werden ihre Rettung nur im Netz Christi finden. Und es war ja auch so, dass es irgendwann römische Kaiser gab, die sich zum Christentum bekannten - also den Weg in dieses NEtz fanden.
Trotzdem ist es so, dass Jesu Augenmerk in erster Linie auf den kleinen, schwachen und oft auch in Sünde lebenden Menschen lag - hier fand er die Menschen, mit denen sich Himmelreich bauen ließ.
Wenn ein Mensch nicht in das Netz Petir passt und so verlorengeht, dann dürfte das nicht seine Grpße sein sondern sein Wunsch nach Größe und os gesehen zu werden. Wer sich selber groß macht, wer am liebsten wie Gott sein möchte - der passt tatsächlich nicht hinein und der hat sich mit seiner Sicht selber gerichtet und sein Leben vergeigt - da hat aber nihts mit irgendwelche Ämtern zu tun. Solche Ämter können sehr wohl auch von demütigen Menschen ausgefüllt werden, die sehr wohl auch ins Netz Petri passen.
Veröffentlicht von: @stogumberEntsolidarisierung der EKD von den verfolgten Christen im Ostblock
Gab es die? Es gab wenige Kontakte - aber war das gewollte entsolidarisierung oder mehr dem Umstand geschuldet, dass die Ostblockstaaten kirchliche Kontakte aus dem Westen sehr effektiv abschirmten?
Veröffentlicht von: @stogumberPersönlich bin ich in der Mitte zwischen Quäkern und Mennoniten hängen geblieben. Die Quäker sind besser in puncto Fundamentaltheologie und Organisation (kein Klerus!), die konservativen Mennoniten haben mehr Weltdistanz und praktisches Hilfsgeschick. Ich bin aber ohnehin zu sehr mit Arbeit und Familie eingespannt (oder wahlweise zu alt und verbraucht), um noch aktiv in einer Gemeinde mitzuarbeiten.
Wenn Du dort Deine Heimat gefunden hast, dann ist es doch gut. Wenn dir die Verheißungen des Evangeliums wichtig sind, dann halte Dich mehr an die Mennoniten, denn das sind Christen. Quäker sind alles mögliche. Es mag ein netter KReis sein, um sich theologisch oder intellektuell auszutauschen - aber das Evangelium und Grundlage für die Gnade und unsere persönliche Errettung werden wir dort eh nicht klar vermittlet bekommen.
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was du eigentlich meinst.
Theologie ist eine ganz normale Wissenschaft, in der es auch verschiedene Meinungen gibt und geben darf. Joel Carmichael war ein amerikanischer Historiker und Autor populärwissenschaftlicher Bücher, aber kein Theologe und - wie du richtig sagst - auch kein Christ. Was hat die EKD mit ihm zu tun? Und was seine Haltung angeht: Jesus ist auch nach den Evangelien als "König der Juden" hingerichtet worden. Aus christlicher Sicht war das ohnehin ein Justizmord, aber es erstaunt mich wenig, dass Autoren von Sachbüchern sich damit auseinandersetzen.
Jesus war für Christen natürlich kein "ganz normaler Jude", aber er war Jude und er predigte Juden. Wo genau ist das Problem und was hat die EKD damit zu tun, dass Jesus zu keiner jüdischen Richtung seiner Zeit perfekt passt?
Dass Kirchen Geld zum Ankauf von Waffen für Revolutionäre/Terroristen/Freiheitskämpfern gesammelt haben ist mir neu und es ist auch kaum vorstellbar. Was meinst du konkret, vielleicht reden wir aneinander vorbei.
Es mag schon irgendwo einen Pfarrer gegeben haben, der Befürworter des NATO-Doppelbeschlusses nicht für Christen hielt. Aber wie kommst du darauf so etwas sei je die Meinung der EKD gewesen?
Die EKD hatte nie ein größeres Problem mit der Wehrpflicht und sie war - leider oder Gott sei Dank - auch nie radikalpazifistisch. Eine gewisse Sympathie etlicher Pfarrer mit Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt - am klarsten in Nicaragua - ist mir auch noch in Erinnerung. Aber das heißt doch nicht, dass die EKD im Ganzen eine Theologie des gerechten Krieges lehren würde.
Die Trennung der deutschen Kirchen war sicherlich sehr schmerzlich. Aber viele westdeutsche Pfarrer sind - wie der Vater Angela Merkels - damals in die DDR gegangen, in der zeitweise keine Pfarrer ausgebildet werden durften. Was meinst du konkret? Und wie sieht das heute aus, den Ostblock gibt es seit immerhin 30 Jahren nicht mehr?
Seit mind. 10 Jahren erwäge ich, aus der EKD auszutreten und mich entw. einer freien Gemeinde, oder der kath. Kirche anzuschließen.
Meine Bedenken gegen die EKD begannen, als ich einen Artikel des Heute-Moderators Peter Hahne las, der die EKD als "Politik-Kirche" bezeichnete und andere Missstände beschrieb. Später wurde in einem anderen Artikel erwähnt, dass fast alle Mitglieder der leitenden Gremien der EKD ein grünes oder rotes Parteibuch hätten. Und wenn man jetzt die Reden von Herrn Bedford-Strohm hört, dann hat man immer den Eindruck, ein Parteipolitiker der Grünen würde sich äußern (und nicht ein Kirchenvertreter). Mich selber würde ich politisch und gesellschaftlich als Wechselwähler der Mitte und als Anhänger der klassischen Volksparteien bezeichnen. In Sachen Kirche bin ich aber wertkonservativ. Und mir gefällt es überhaupt nicht, dass die Vertreter einer politischen Partei (Grüne) so dominierend sind in der EKD. Zumal ich viele Ansichten dieser Partei nicht teile, speziell was die typisch rot-grüne Klientelpolitik und das teilweise massiv gestörte Verhältnis zum Grundrecht auf Meinungsfreiheit betrifft. (Partei)Politik gehört m. E. grundsätzlich nicht in die Kirche.
Leider schiebe ich den Austritt aus der EKD jetzt schon seit mind. 10 Jahren vor mir her. Verschiedene freikirchl. und kath. Gemeinden in der Nähe habe ich mir angeschaut, aber bisher noch nicht den endgültigen Schritt zum Übertritt vollzogen.
Wie sieht es denn in deiner Ortsgemeinde aus? Sind die Predigten dort politisch gefärbt? Kennst du die Mitglieder der Gemeindeleitung?
Naja, die Grünen fördern die Homoehe und das Rauchen von Cannabis und die Abtreibung ebenso.
Für 90% der Christen in der EKD und RKK doch völlig Okay. Und zu 80 % der Freikirchenanhänger inakzeptabel. (grobe Schätzung).
M.
Das ist nicht grob geschätzt, das ist frei erfunden.
Ich finde es ja interessant, daß das Programm der Grünen hier auf Homoehe, Drogenkonsum und Abtreibung reduziert wird.
Die wirklich wichtigen Themen bleiben außen vor.
Naja, wenn Kirche Ehe unter HS immer mehr toleriert. Dann wundert es mich schon.
Für welche andere Dinge stehen die Grünen noch?
Katastrophale Migrationspolitik?
Umweltschutz?
Aber das ist anderes Thema und gehört nicht hier her.
M.
Veröffentlicht von: @ungehorsamDie wirklich wichtigen Themen bleiben außen vor.
Kommt darauf an, was für jemanden wirklich wichtige Themen sind. Es gibt durchaus Menschen, für die die drei genannten Themen sehr viel wichtiger sind als Klima- und Umweltschutz.
Du weißt aber schon, daß diese Website bloße Satire ist?
Das Verlinken dieser Seite ist nicht hilfreich und bekommt deshalb von mir einen roten Stern.
Jetzt weisste mal wie Fake News funktioniert. Man nehme hier eine Seite, überprüft es nicht und verbreitet es.
Schon hat man FakeNews. Bin leider auch reingefallen.
M.
Veröffentlicht von: @ungehorsamDu weißt aber schon, daß diese Website bloße Satire ist?
Äh ... ja? Und sehr gute, wie ich finde.
Das sollte eigentlich auch jedem beim Lesen auffallen.
Ob es hilfreich ist, sei dahingestellt. Amüsant finde ich es aber allemal (auch die meisten anderen Artikel).
Veröffentlicht von: @ungehorsamDu weißt aber schon, daß diese Website bloße Satire ist?
Das ist deutlich zu erkennen, denke ich.
Peter Hahne war doch selber Mitglied der EKD-Synode. Da hätte er als Synodaler doch etwas dagegen tun können.
Die Spaltung der Gesellschaft schreitet weiter voran. Und diese Spaltung wird nun auch in die Kirche hineingetragen. Sehr bedauerlich.
Spaltung kann auch gut sein.
„Allerdings muss es auch zu Spaltungen unter euch kommen, denn nur so wird sichtbar, wer sich im Glauben bewährt hat.“
1. Korinther 11:19 HFA
M.
Veröffentlicht von: @kosmopolitUnd mir gefällt es überhaupt nicht, dass die Vertreter einer politischen Partei (Grüne) so dominierend sind in der EKD.
andersrum könnte man sich natürlich freuen, dass Verantwortliche in der EKD nicht nur beten (auch wenn beten sicher gut ist), dass sich Missstände ändern, sondern sich auch politisch engagieren um genau das zu bewirken.
Seit sich die EKD an einem Rettungsschiff im Mittelmeer beteiligt, bekommt Bischof Bedford-Strohm Morddrohungen. Dann hat er wohl einiges richtig gemacht.
Kirche und Glaube?
Geht nicht.
M.
Nachtrag vom 19.01.2020 1107
Ächz, Kirche und Politik war gemeint.
Durch ein Engagement bei den Grünen bewirkt man eine Änderung der Missstände?